Connected Hearts [ Kaischiro & Minacat ]

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    • Ineb Chevrier & Cabriel Valentine & Yuuto Kurai & Izarra

      "NAAA Endlich!!~ Ich Dachte ich muss noch länger in diesem Busch hocken!!"

      Plötzlich war es totenstill. Weder die Vögel zwitscherten noch gaben die WITCH-Mitglieder oder Yuuto auch nur einen Ton von sich. Wie hypnotisiert starrten sie auf das ominöse, muskulöse Wesen, das sich gerade als Harveys Bruder entpuppt hatte. Der Typ war ein verdammter Zwei-Meter-Riese. Ineb war so perplex, dass er seine eigene Hand vergaß und die Dose darin fast fallen ließ.
      Woher kannte so jemand bitteschön Wyatt? War der Typ nicht ... ein Ex-Knasti?! War der Schauspieler etwa so ein Typ, der bösen Männern aus dem Knast schrieb, um umgarnt zu werden?! Wyatt lieferte die Erklärung zwar prompt, doch Ineb kniff die Augen nur noch weiter zusammen, verdächtig. Ach, so war das also ... der Kerl hatte ihm einfach geschrieben? Wollte dieser ominöse Bruder Harvey wirklich nur überraschen, oder steckte mehr hinter diesem seltsamen Weg? Ineb war völlig hin- und hergerissen, wie er die Sache einschätzen sollte. Er wusste wie komisch Brüder sein könnten, deshalb brauchte er mehr Alkohol um diese Sache besser analysieren zu können.

      "Harvey, eh....deine Freunde sind....echt putzig."

      Yuuto spielte seine Überraschung geschickt. Er hatte sich schon fast gedacht, dass sie heute nicht zu sechst bleiben würden, schließlich war Harvey eine polarisierende Persönlichkeit – gleichermaßen geliebt und gehasst. Auch auf das baldige Erscheinen von Izarra hatte er sich mental längst eingestellt, mit Oscar hatte er nur nicht gerechnet. Aber ergab wohl Sinn, immerhin waren sie Brüder und Familie spielte in dieser Welt eine wichtige Rolle. Mit neugierigen Augen musterte er Oscar und stellte sofort den gravierenden Unterschied zu den Wächtern fest. Während die Light Heart-Witches gezeichnet wirkten, standen die Dark Heart-Witches kerngerade da. Es wirkte beinahe so, als ob dieser Traum für sie das reinste Zuckerschlecken wäre.
      Schweigend sah Yuuto zu, wie Oscar seinen kleinen Bruder aufzog – eine Geste, die durch und durch liebevoll wirkte. Harvey sollte diesen Moment mit Oscar einfach auskosten. Vielleicht spürte der Feuerwächter in diesem Augenblick endlich einen Hauch der brüderlichen Zuneigung, die er in seiner eigenen Kindheit so schmerzlich vermisst hatte.

      ...Wenn sie nur wüssten, dass sie bald auf Leben und Tod gegeneinander kämpfen mussten...



      "Power Ranger Pink...huh...?",
      schnaufte Ineb erdrückend aus.
      Obwohl Harvey absolut nichts dafür konnte, wurde Ineb plötzlich von einer eher unangenehmen Kindheitserinnerung heimgesucht. Oh ja, er hatte früher genug eigene Erfahrungen mit der Farbe Pink und diesem Kostüm gemacht. Ein bestimmter Freund hatte damals nämlich regelrecht darauf bestanden, dass Ineb dieses Power-Ranger-Kostüm trug, das er ihm allen Ernstes auch noch zum Geburtstag angedreht hatte. Ständig musste Ineb den pinken Ranger mimen, obwohl ihm die Serie völlig egal war. Mit fünf Jahren hatte er ohnehin viel lieber Disney-Serien oder Magical-Girl-Animes geschaut. Aber dieser Junge von damals ... der hätte sich wirklich blendend mit Harvey verstanden.

      "Das weckt Erinnerungen...", gab er murmelnd von sich und fragte sich ob auch Harvey darauf stehen würde, wenn jemand ihn in diesem Kostüm überraschen würde. Pink stand zwar Ineb hervorragend...aber vielleicht sollte das eher dann sein Girlfriend durchführen...



      Während die anderen Oscar jeder auf seine Art anstarrten, nahm Cabriel eine völlig andere Perspektive ein. Sein Blick blieb an Oscars Körperproportionen hängen, und plötzlich machte er eine geradezu erschreckende Entdeckung. Diese massiven Muskeln, die gesamte Statur ... das alles kam ihm extrem bekannt vor. Sogar dieser markante, runde Po begegnete ihm regelmäßig in jener virtuellen Welt, in der er sich am aller wohlsten fühlte. Sein bester Kumpel aus seinem Lieblings-Onlinespiel war exakt genauso blond, genauso laut und genauso zielsicher wie dieser Typ. Oh Mann ... warum verdammt sah Harveys Bruder aus wie Sir Rexington?



      Es fühlte sich an, als würde Cabriel auf etwas zutiefst Vertrautes treffen, obwohl er Oscar noch nie im Leben gesehen hatte und diese Ähnlichkeit reiner Zufall sein musste. Dennoch konnte er den Blick nicht abwenden und starrte ihn völlig perplex an. Schließlich vermittelte ihm Sir Rexington stets ein Gefühl von Geborgenheit und ... ganz ehrlich, er war auch einfach verdammt schön anzusehen. Der Typ hatte exakt die Muskeln und die Statur, von der Cabriel als schmächtiges Wesen nur träumen konnte. Für einen Moment bewunderte er einfach still und heimlich diesen Riesen, sein toter Blick durchstach ihn förmlich. Umso mehr begann er sein Online-Leben zu vermissen.



      "Ich meines es diesmal total ernst! Happy Birthday Harvey, ich wünsche dir von Herzen alles Gute."

      Obwohl Ineb Oscar gegenüber noch ziemlich misstrauisch auftrat und kaum auf dessen Blicke reagierte – weil er dachte, die seien gar nicht für ihn bestimmt –, verstand er nun, dass dieser Mann wirklich nur für seinen Bruder hier war. Sofort floss ein Gefühl wie warmer Honig in sein Herz und ihm wurde richtig warm. Ach ja, Ineb war zwar jemand, der alles und jeden verdächtigte ... besonders, wenn sie Kontakt zu Wyatt hatten ... aber dieser Kerl wollte seinem lieben Bruder wohl tatsächlich nur eine Überraschung bereiten. Eventuell hatte ihn der lange Knastaufenthalt ja weichgeklopft?

      "Ey, ich finde es wirklich stark das ihr mit Harvey zusammen wohnt, ich finde Wohngemeinschaften echt stark! Ich hoffe ihr passt immer gut auf ihn auf ja? Besonderes wenn es so gut aussehende Leute wie ihr seid! Jetzt echt mal, wie stellst du das an?"

      Dankend nahm Ineb das Kuchenstück entgegen und lachte amüsiert auf. Ja, jetzt verstand er. Dieser riesige Kerl war wirklich einfach nur ein Bruder, der sich um den Kleineren sorgte. Und das fand der Franzose insgeheim total niedlich!

      "Hehe, Harvey hat sogar sein alleiniges Reich erhalten, damit er immer genug Ruhe erhält!", sagte Ineb so überzeugt, als glaubte er tatsächlich selbst, dass es das einzige Argument war.
      "Ich verstehe deine Sorge total! Ich mache mir auch immer Sorge um meinen Bruder...kleinere Brüder können ja auch ziemlich viel Unfug anstellen. Deshalb ist es wohl die Pflicht des Größeren...ein wenig...die Bürden des Kleineren auf sich zu nehmen, wenn er 'nen Fehler begannen hatte und ihn in die richtige Richtung zu lenken...", schnatterte Ineb während er sich glücklich hintern Kopf strich. Manchmal vergaß er selbst, dass er der Größere war unter Louis und Elisabeth. Wenn er Oscar energische Art sah, wie er Harvey einfach happy machen wollte...fragte er sich, ob er vielleicht seinem Bruder zu wenig Zuneigung entgegen brachte...weshalb er sie auf eine sehr groteske Art anriss? Auch Cousins musste man wohl genug Beachtung schenken.... Es waren schon einige Wochen vergangen seit dem Kirchenvorfall und unglaublicher Weise...konnte Ineb spüren wie der Groll immer mehr und mehr verflog. Vielleicht hatten Brüder eine starke Verbindung zueinander, weshalb auch ein Ex-Knasti seinen Weg zu seinem Bruder wiederfand? Oh mann....da wurde dem Herzträger ganz melancholisch im Herzen! Bloß nicht heulen!


      Gerade, wo Yuuto Harvey antworten wollte, drang plötzlich ein schweres Schnaufen zu ihnen herüber. Zuerst klang es wie ein wilder Bär, doch für ein Raubtier war das Stöhnen eindeutig zu wehleidig. Allmählich schälte sich eine Gestalt aus der Ferne heraus, die sich buchstäblich zum Campingplatz hochkraxelte. Der Kerl war definitiv kein geübter Wanderer. Es grenzte schon fast an ein Wunder, dass er nicht noch öfter als diese gefühlten drei Male den Berg hinuntergerollt oder gar ganz die Klippe hinabgestürzt war. Diesem sicheren Tod nur knapp von der Schippe gesprungen, schleppten ihn seine zitternden Beine die letzten Meter zu Harvey und den anderen. Überglücklich schnaufte Izarra auf. Endlich am Ziel!

      "Aaahh....Ich habe vergessen wie hoch der Platz am Gipfel eigentlich war...Ich kann nicht mehr...", raunte Izarra mit einem verzweifelten Lächeln hinaus, sein Gesicht war übersät mit Kratzern und sein Haar war so durchwuschelt, als hatten ihn böse Wölfe gejagt. Glücklich sah er zu den Anderen entgegen: "Ich habe es also noch rechtzeitig geschafft! Dachte schon ich kratze davor aa---"





      Doch das freudige Lächeln gefror ihm regelrecht auf dem Gesicht, als er den Riesen neben Harvey entdeckte. Warte, was? Oscar?! Wie zu Stein erstarrt blieb er stehen. Mit ihm hatte er nun wirklich nicht gerechnet ... Dann fiel es Izarra wie Schuppen von den Augen. Verdammt, wie hatte er das vergessen können?! Klar, das war Harveys Bruder! Der Kerl, der ihn heftig mit einer Kokosnuss angegriffen hatte und... wohl zu Beni gehörte! Das Dilemma wurde ja nur noch schlimmer!
      Aber ... hatte er die anderen nicht extra gefragt, ob noch weiterer Besuch anstand? Wyatt hatte ihm zwar hoch und heilig eine "schöne Überraschung" versprochen, aber ... jetzt, wo er so darüber nachdachte, hatte der Schauspieler mit keinem Wort erwähnt, dass diese Überraschung menschlich sein könnte! Clever eingefädelt. So musste Wyatt nicht lügen und Izarra hatte ahnungslos ddas Falsche vermutet. Oh heiliger Stern. Dabei hatte er doch extra etwas ganz Spezielles für die WITCH vorbereitet. Und ob Oscars Anwesenheit jetzt eine so gute Sache war ...? Izarras geschockter Gesichtsausdruck verriet sofort, dass die beiden sich bereits bestens kannten.

      "H-hallo...", sagte er so perplex, als wusste er selbst nicht wie er ihn jetzt bitte gegenübertreten sollte. Eventuell erkannte er ihn ja gar nicht, Oscar hatte sich im Traum ja nicht wirklich für ihn gescherrt. Izarra sollte sich nicht sofort beirren lassen. Trotzdem war das Ganze echt...Mist...Yuuto war ja auch hier. Es war kein WITCH-ONLY-Birthday?



      Mit einer verdächtig auffälligen Bewegung pfefferte er seinen großen Koffer ins Zelt, es raschelte und irgendetwas klang auch wie ein schreiender Frosch. Darin steckten all seine Vorbereitungen für den perfekten Geburtstag. Er hatte als Geschenk nämlich eine spezielle Trainingseinheit für Harvey ausgetüftelt; als sein Lehrer sah er das schließlich als seine Pflicht an! Doch da er Yuuto und Oscar in seiner Planung komplett ausgeblendet hatte, löste sich das Ganze gerade in Luft auf. Warum zum Teufel hatte er Harveys Boyfriend überhaupt vergessen? Manchmal wirkte es fast so, als würde Yuuto es regelrecht darauf anlegen, vergessen zu werden. So ein Keks aber auch ... Gut, sie hätten abwarten können, bis Yuuto selig schlummerte und dann trainieren können. Aber nach allem, was er über Oscar wusste, tauchte dieser Kerl sowieso überall und nirgends auf...es wäre zu heikel!
      Eine einzige Tüte hielt Izarra noch fest, anstatt sie wie den Rest ins Zelt zu befördern. Mit einem professionell einstudierten Lächeln trat er auf Harvey zu. Dass er sich für diesen Tag herausgeputzt hatte, war offensichtlich, doch der Look erinnerte weniger an eine Feier als an ein Hochsicherheitslabor. Er trug nach wie vor seine Forscherbrille und die schwarzen Laborhandschuhe, die Feuer standhalten konnten. Das leichte Zucken in seinem Gesicht verriet den aufgestauten Frust, den er mühsam zu unterdrücken versuchte. Wann, verdammt noch mal, sollten sie unter diesen Bedingungen eigentlich ihr Training absolvieren?

      "Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Harvey! Ich habe dir extra riesige Marshmallows besorgt, damit du sie anzünden kannst..."
      , sagte er leicht enttäuscht und zweideutig. Er überreichte sie dem Feuerwächter leicht energielos. Tja, da konnte wohl Izarra nichts machen. Dann wird das Training doch noch warten müssen...hoffentlich wartet das Ende der Welt genauso lange. Oh bitte Lord Korbos Eternity, hab Gnade.


      Er nahm sich ein Stück von dem Kuchen, der ihn einst das Leben gekostet hatte – ein Akt der Kapitulation vor dem Schicksal. Er steuerte auf Tyler zu, der etwas abseits der anderen stand. Im Gegensatz zu Cabriel strahlte Tyler jedoch nicht diese Distanz aus, die deutlich machte, dass man ihn lieber in Ruhe lassen sollte.
      „Wow, zehn von zehn Punkten für das Zelt! Und der Kuchen ist sogar noch heil – alle Achtung, Jungs. Mit der Festung übersteht ihr hier oben sicher sogar einen Wolfsangriff“, lobte Izarra die Truppe zufrieden. Er hatte sie nicht umsonst an diesen abgelegenen Berg geschleppt: Hier oben tauchte schließlich keine Menschenseele auf.

      Mit gesenkter Stimme schlich er sich an Tyler heran. Izarra gab sich größte Mühe, wie ein normaler Gast zu wirken, der nur auf einen Sprung vorbeischaut, um Oscar nicht zu sehr aufzufallen. Doch dabei bemerkte er erst recht, dass Tyler völlig neben der Spur war.
      „Alles in Ordnung bei dir? Du siehst ein bisschen gestresst aus“, flüsterte er. War die Wanderung zu strapaziös für den Wasserwächter? Tyler legte so viel Wert auf Reinheit und Struktur – das hier draußen musste für ihn wie ein einziger Albtraum sein. „Ich habe Insektenspray im Koffer, genug für alle ... falls das der Grund für deine schlechte Laune ist.“




      Während er in der Mitte auf der Bank zwischen Harvey und Yuuto thronte, ließ sich Ineb den Kuchen schmecken. Dass er dabei sein Bier wie eine Tasse Tee trank, fand Yuuto eigentlich ziemlich widerlich – auch wenn er gerade zu sehr mit seinem eigenen Gebäck kämpfte, um etwas zu sagen. Ineb hingegen war bester Laune. Er sah zu Wyatt rüber und grinste: „Wyatt...wow...Du hast auch mal gute Ideen hast! Der Kuchen ist echt lecker und die Überraschung mit Oscar ... damit hast du Harvey voll erwischt. Hast du echt gut hingekriegt!“



      Er wandte sich Oscar zu und bot ihm mit einer einladenden Geste sein Getränk an: „Hey, willst du auch was? Bedien dich ruhig!“ Doch bevor Oscar antworten konnte, leerte Ineb sein Glas kurzerhand selbst. „Beeindruckend, wie fit du wirkst, dafür dass du gerade erst aus dem Krankenhaus entlassen wurdest! Man sieht dir sofort an, dass du ein Sport-Typ bist. Wie oft pumpst du eigentlich?“

      Während Ineb sich redlich bemühte, ein Gespräch mit Harveys großem Bruder in Gang zu bringen, legte Yuuto sein Stück Kuchen beiseite, was ziemlich untypisch wirkte. Er erhob sich und wandte sich Harvey zu: „Ich bin nur kurz weg, um ein stilles Örtchen aufzusuchen. Bin gleich wieder zurück“, sagte er mit einem sanften, freundlichen Lächeln. Er musterte Harvey etwas länger als üblich, so als blickte er durch ihm hindurch. Der Wind wehte durch Yuutos Haar, er wirkte nachdenklich und doch...spielte er die fröhliche Rolle ziemlich gut.



      "D-...dürfte ich mitkommen?", fragte Cabriel mit einer so leisen und unsicheren Stimme, sodass Yuuto ihn fast gar nicht wahrnahm. Er musste schon seit einer Weile, traute sich aber nicht alleine zu gehen. Der Wald war voller Tiere, die ihn nachjagen würden...Und seit Izarra sagte, dass hier auch Wölfe waren...war er ganz blass im Gesicht. Cabriel hatte jetzt schon Sorge vor der Dunkelheit, bestimmt würde er es nicht überleben.



      "Ja klar! Ist sowieso besser im Wald nicht alleine zu sein! Hier gibt es sooo viele Tieere!", sagte Yuuto zwar freundlich aber auf einer gleichen Weise ziemlich sadistisch, als wusste er genau, dass Cabriel Angst vor Tieren hatte, sodass der Luftwächter nur erzitterte.
      Nach einem kurzen Abstieg vom Berg fanden sie sich inmitten dichter Bäume wieder. Unterhalb des Abhangs, an dem sie standen, schlängelte sich ein Fluss entlang. Während Cabriel sich einen Platz suchte, um in Ruhe zu verschwinden, blieb Yuuto auf Distanz und tat nur so, als hätte er das gleiche Ziel sich zu erleichtern. Er war wegen etwas anderem gekommen. Die Magie hier war verdammt stark. Ein Teil des Dark Hearts...Izarra würde das sicher bald merken, auch wenn jemand versuchte, die Magie so weit wie möglich zu unterdrücken.
      Ohne Cabriel Bescheid zu geben ging er dichter in den Wald, der Magie entgegenkommend. Dann sah er jemanden, der sich an einem Baum lehnte, etwas erschöpft und wohl genauso zersaust wie Izarra. Er...kannte doch diese Person. Schnell ging er auf sie zu und ergriff sie am Schulterblatt. Yuuto staunte nicht schlecht, war das ein Zufall?

      "Apollo...? Du hier?", fragte Yuuto sehr verwundernd. Nanu, hatte sein Meister nicht sie benachrichtigt, dass sie zum Strand wollten um an seinem Experiment weiterzuarbeiten, weil sie Meersalz bräuchten?



      Währenddessen war Cabriel fertig, bemerkte jedoch...dass er plötzlich mutterseelenallein war? Hm? Er sah sich verwundert um?
      "Y...Yuuto?", rief er so leise, dass nicht mal eine Spitzmaus ihn hören konnte. Kein Lebenszeichen von Harveys Freund. Cabriel erstarrte vor Schreck. Wie? Hatte er...Yuuto verloren? Seine Panik zeigte sich am Körper, er zitterte. Oh nein...Er konnte so nicht zu den anderen zurück. Yuuto musste hier irgendwo sein, wäre er zurück gegangen, hätte er es bemerkt, weil er an ihm vorbei musste. Was war, wenn er beim Pinkeln irgendwohin gefallen war? Harvey würde ihn umbringen. Er hörte schon wie seine Schwester ihn hinter einen der Bäume auslachte. Von weiten hörte er etwas Rascheln. War das vielleicht Yuuto?

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      Franc Kwan



      In der Nacht vor dem Camping der Witch, ereignete sich etwas mysteriöses, was nur selten auf der Erde eintrat. Es war so unglaublich, dass sich der 'Protagonist' dieser kleinen Geschichte um die drei Mal die Nummer checkte, denn könnte ihn ja auch einer seiner Freunde einen doofen Streich spielen. Sie liebten es ihn zu necken, also wäre es gar nicht unüblich gewesen! Doch...schwer atmend wurde ihm bewusst, dass er sich nicht irrte. Diese Nummer, die ihn gerade schrieb - mit einem fragwürdigen Affenemoji -, sie gehörte Stan. Seinem alten Freund, auch wenn der Butler wegen dem Beziehungsstatus sicher anderer Meinung war. Franc konnte sich noch zu gut daran erinnern, wie er früher sein aller bestes gab, um wenigstens von Stan gefriendzoned zu werden, denn hatte er diesen Roboter wirklich gern gehabt. Doch egal was er tat, er bekam einfach keine Chance! Im Militär war er für Stan nur ein 'Genosse', warum auch immer er ihn nicht Kamerad nannte...als wollte er verhindern, dass Franc an etwas falsches zwischen ihnen dachte! In der Butlerausbildung nannte er ihn einfach 'Mitschüler' und Hausaufgaben abschreiben durfte er bei ihm auch nicht, dabei war er grottenschlecht! Nach dem Abschluss...brach der Kontakt beinahe endgültig ab, ein heftigeren Korb hatte Franc noch nie bekommen. Er konnte von Glück reden ihn Mal beim Einkaufen zu treffen oder im Club an seiner Gitarre! Wären sie sich nicht bei der Verlobung von Judith und dem armen Würstchen begegnet, dann hätte ihn bestimmt Stan komplett aus seinem Gedächtnis gelöscht.



      Doch hier saß er nun. In einer älteren Kneipe, in dem nur alte Männer den Kummer und die Sorgen ertranken. Es war ziemlich friedlich, wenn man sich an die eintönige Musik gewöhnte und sie langsam ignorieren konnte. Schon die ganze Zeit machte er sich Gedanken wegen was ihn bitte der Butler rufen konnte? Derjenige, mit dem man nicht Mal über seine Crushes reden konnte. Stan hatte es einfach null gejuckt wie das Liebesleben oder überhaupt der Alltag bei Franc stattfand. Doch obwohl er so hart abgewiesen wurde, war es wohl genau das, was Franc sehr attraktiv fand. Eventuell, weil er es nicht anders kannte. Zu seiner Kindheitszeit war er bei den Rose, die ihm sogar eine Tagesmutter schenkten, da sein Ersatzvater einfach irgendwann verschwand - dieser Nichtsnutz! Hoffentlich schmorrte der Kerl in der Hölle, er hatte sein kleines Kindeherz durch sein Verschwinden am meisten beschädigt! Aber die 'reinblütigen' Rose... Sie waren alle eine ziemlich perfekte Familie, kaltblütig sein war hier ein Zeichen des Perfektionismus, gefolgt vom starken Sadismus, wovon Franc immer noch tiefe Narben trug. Der Therapeut meinte noch gestern zu ihm, dass er schwere Schäden wegen dieser Familie davontrug und aufhören sollte dort zu arbeiten. Aber...die Rose zu verlassen war wie zu versuchen aus der Höhle des Löwen zu verschwinden. Er wollte nicht wie die Leute aus der Scientology-Sekte irgendwo tot aufgefunden werden, immerhin gehörte er seit der Adaption ganz den Rose! Verflucht seien auch seine leiblichen Eltern, ihn bei solchen Piranhas verkauft zu haben! Laut den Rose waren die irgendwo in Korea, sollten sie dort von Riesenhornissen zerstochen werden!
      Hach...Wo war er eigentlich mit seinen Gedanken? Er blickte auf seine Armbanduhr, tja er war echt ein wenig zu aufgeregt gewesen, weshalb er eine ganze halbe Stunde zu früh an Ort und Stelle war. Bestimmt kam Stan pünktlich um 12 Uhr Mitternacht, wie verabredet - keine Sekunde zu früh oder zu spät-.

      "Ich besorge mir lieber etwas zum Vorglühen...Sonst trockne ich noch aus"
      , murmelte er sich selbst zu und bestellte sich einen kleinen Muntermacher. Denn verdammt, eigentlich musste er morgen wieder früh aufstehen. Sein Meister Samuel war in der letzten Zeit sehr gefragt gewesen, weshalb er ihn viel herumfuhr. Er konnte zwar selbst fahren und Sam liebte es auch selbstständig zu sein, jedoch bestand Simon darauf ihn ein wenig in Sicherheit zu wiegen, bevor er wie Mason irgendwann mit einem Van entführt wurde, auch wenn Sam dafür zu klug war. Franc dachte jedoch, dass es eher daran lag, dass Simons Lieblingssohn jetzt mit Tyler abhing. Keine Ahnung wieso, aber Franc war der Meinung, dass Simon Tyler so viel mehr verachtete als Franc es tat. Dabei hatte ihn dieser Gartenzwerg früher sein Leben zur Hölle gemacht, es war trotzdem schon fast Traurig, wenn dein eigener Vater dich so sehr verachtet.

      Schlag zwölf betrat Stan die Bar. Franc hob die Hand und winkte ihn direkt zu sich. Er hatte doch brav mit dem Trinken gewartet, immerhin wollte er heute Stan abfüllen und nicht umgekehrt. Kaum saßen sie nebeneinander am Tresen und die erste Runde war bestellt, ertappte Franc sich dabei, wie er Stan geradezu anstrahlte.Es war fast schon erschreckend, wie glücklich es ihn machte, einfach nur bei ihm zu sein. Woher kam diese unbändige Freude? Vermutlich war Raimondo der Grund. In letzter Zeit war er kaum greifbar, wirkte wieder zunehmend fragil und verlor sich ständig in Gesprächen über Diana und Dina. Dann war er plötzlich auf einer Insel verschwunden um angeblich ihn zu rechen, Franc verstand daraufhin nichts mehr, außer...dass er ohne Raimondo ins Bett gehen musste. Es fühlte sich an, als wolle er Franc immer wieder schmerzhaft vor Augen führen, dass sie trotz all der gemeinsamen JAHRE nur eine offene Beziehung führten! Ob er...überlegte mit ihm Schluss zu machen? Hatte er etwa...diese Blondine doch gefunden?! Franc schüttelte den Kopf, um die Gedanken zu vertreiben. Die vertrauten Sorgen wollten ihn schon wieder verschlingen, doch das ließ er heute nicht zu. Nicht mit ihm! Stan wollte hier und jetzt Zeit mit ihm verbringen – und genau das würde er jetzt genießen.

      "Mal was ganz Neues, dass du mich zum Trinken einlädst! Endlich hast du Mal die Initiative ergriffen, wurde auch Zeit.",
      gab Franc ziemlich vorlaut von sich, als hatte er damit schon gerechnet, dass irgendwann Stan schon zu ihm angekrochen käme. Aber...das stimmte nicht, er wusste ja wie der Butler war. Genau deswegen...war das hier eine große Ehre. Er musste eigentlich Raimondo davon erzählen, aber...eventuell ließ er das doch lieber sein, bevor sein Freund ganz verkehrt dachte! Vor allem wenn er sie wie herausgeputzt er sich hatte, selbst seine Harre hatte er offen gelassen!



      "Was verschafft mir denn die Ehre? Sag nicht, dass du deinen alten Genossen und Mitschüler vermisst hattest??", lachte er etwas beinahe wehleidig, als wünschte er sich, dass Stan ja sagte. Das würde sein Herz sehr beflügeln...doch bevor es peinlich wurde räusperte er sich um ihn bloß nicht zu verlieren. Nicht das Stan Schaltkreis direkt zusammenbrach!

      "Hatte nicht gedacht, dass du süße Äffchen verschickst. Dachte du schreibst einfach Fehlerfrei ohne jegliche Smileys.", gab er offen zu und musste immer noch wegen diesem Affen kichern. Da fiel ihm ein, Stan war doch mit diesem Clubbesitzer befreundet. Oh vielleicht würde das ihm auch interessieren: "Achja, der Clubbesitzer von The Cage war ja einige Zeit im Krankenhaus. Ich und meine Freunde hatten solange den Club ein wenig auf Vordermann gebracht - der werte Mr. Simon Rose hat mir sogar finanziell geholfen, obwohl er solche Clubs gar nicht besucht. Hoffe Mal, dass er schleunigst wieder öffnet, sonst war die ganze Arbeit ja umsonst. Und--dich,,,", dabei deutete er mit dem Zeigefinger direkt auf Stans Brust. "Dich will ich endlich mal wieder spielen sehen. Deine Songs hatten immer was total beruhigendes...Irgendwie vermisse ich es, obwohl es eigentlich immer dieselben Lieder waren."



      The Cage war Francs Lieblingsclub, sozusagen für ihn...Gottes Segen! Dort konnte er trinken und Drogen einnehmen, ohne verdächtig zu wirken. Mit schönen Männern rummachen reden, ohne aufzufallen, wenn Raimondo mal keine Zeit für ihn hatte. Und das Beste: Er konnte sich raufen und prügeln, wie früher im Militär! Ein Blutbad war dort total in Ordnung, schlägst du jemanden die Zähne aus...war es eben sein Verlust! Ach, von dem Club konnte Franc den ganzen Tag schwärmen. Er ließ ihn seinen lausigen Alltag und die Probleme komplett vergessen.

      "Und jetzt sag schon!! Lass mich die ganze Zeit nicht alleine schwaddeln. Wie geht es dir und was verschlägt dir gerade so den Magen?", spornte Franc den Butler jetzt mehr an von sich selbst zu reden und gab ihn ein kleinen Stups an den Schultern. Er konnte ja nur hoffen, dass Stan mit etwas Gutem kam wie...die Neugierde seiner Sexualität oder so. Nicht, dass Franc auf ihn stand oder so...Er war Raimondo gegenüber eine treue Seele, er...war nur...ein wenig zu aufgeregt, weshalb sein Lipgloss vielleicht heute auch ein wenig mehr schimmerte und sein Parfüm auch ein wenig anzüglicher roch. Franc war eine Schönheit, dass wusste er dank den Rose, die ihn ohne sein perfektes Aussehen nicht aufgenommen hätten. Doch punkten...konnte er trotzdem nicht bei allen...Stan war dafür ein perfektes Beispiel und Raimondo hatte er ja auch nur so halb bei sich, die andere Hälfte lag öfters am Wochenende neben den Grab von Mrs. Valentine.
      S̶͙̽m̷͔̑ḭ̸̸̸̸̸̶̵̴̵̞͖̝͔̖̝͕͆̈́ͤ͛ͪ͊ͭ̒ͦͫ̊ͮ͆̚͢͜͢͝l̵̵͓͕̋ͮ͂ê̷̸̷̴̵̲̼̰̭̞ͤ̽ͧ̋ͦ͂ͫ̃ ̶̳̃l̴͇̇_̷̶̷̷̴̴̝͕̲̣̭̾ͩͥͤ̎ͧ͂ͧ̒̕͝ͅí̶̙_̷̴̵̷̷̴̖͎̱̲͉͐ͭ͌ͣͬ͋ͫ̕̚͢͝ͅk̵̸̴̷̸͉̜̠̙̮̍ͧ͛ͥ̔ͬͭ̋͠ě̴̷̷̸̷͍͎͇̲ͭͯ̓ͥ͑ͮ̀͜͠ ̸̳͐y̶̶̶̸̻͍̱͖ͦ̀̓ͪ̇͢͝o̴̴̶̶̵̸̵̶̧̡̦̠̝͔͕̎ͧͨ͐ͪ̈́ͧͮ͊ͩ̍ͭ̓͝͝ͅu̷̶̴̜̤̩̔ͮ̀ͭ͝ ̴̖̌ṁ̴̷̷͚͉͇ͧͤ̾͘_̸̟̈́ę̸̵̸̢̭́̋ͥ͊͢ȧ̵̴̖̝ͬ̍ṋ̸̵̸̶̢̙͍̂ͤͦ̃ͪ̀͝ ̶̥̉i̴̳͛t̴̴̶̛̪̬̖ͪ͛̍͢!̸̶̵̶̘͚̰̪̊ͯ̏ͥ̉̍͢

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    • Harvey Bell & Wyatt Carson Lyons & Tyler Wang-chi & Oscar Bell & Apollo Ellison

      Aufmerksam täuschte Oscar vor zuzuhören, wie diese kleinen Schwächlinge für seinen Bruder sogar ein Einzelzimmer bereitgestellt hatten.
      Ihm musste es wohl wirklich an nichts fehlen...
      "Ich verstehe deine Sorge total! Ich mache mir auch immer Sorgen um meinen Bruder...kleinere Brüder können ja auch ziemlich viel Unfug anstellen. Deshalb ist es wohl die Pflicht des Größeren...ein wenig...die Bürden des Kleineren auf sich zu nehmen, wenn er 'nen Fehler begangen hat und ihn in die richtige Richtung zu lenken..."



      "Ohja, als großer Bruder macht man sich immer die stärksten Sorgen.", stimmte Oscar lachend zu.



      "Ich musste Harvey auch immer wieder auf den richtigen Weg lenken.", erklärte der Blonde so stolz, was jedoch in Harvey nur die schlimmsten Erinnerungen zwischen ihnen wieder wachrief.
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      Es war an Harveys Geburtstag, als er die wahre schreckliche Natur seines Bruders kennenlernen musste.
      Sein Vater Rhys musste heute wieder spät bis in die Nacht arbeiten, aber Oscar hatte ihm sein Geburtstagsgeschenk überreicht.
      Es war ein weiches, braunes Katzen-Stofftier...
      Schon im ersten Augenblick hatte sich Harvey ganz in das samtige, wärmende Fell verliebt....!
      "Ohhh! Ist das wirklich für mich? Es ist sooo flauschig...Ich mag es total!"



      Heute hatte sein Bruder den ganzen Tag mit ihm verbracht. Sie hatten zusammen süßen Kuchen gegessen und jetzt überreichte er ihm dieses Stofftier, das so wohlig und beruhigend duftete, dass Harvey sein Gesicht am liebsten für immer darin vergraben wollte...
      Normalerweise war Oscar ihm gegenüber wie eine kalte, unnahbare Mauer. Doch heute, ausgerechnet an seinem Geburtstag, zeigte er eine unerwartete, fast schon wärmende Brüderlichkeit.
      Auch das Geschenk hatte er bestimmt gemeinsam mit Papa für ihn ausgesucht!
      "Hehe...Danke! Danke! Ich bin sooo glücklich! Das ist ab heute mein absolutes Lieblingsstofftier!"



      In solchen Momenten fühlte es sich an, als wäre sein Bruder wie ein rettender Anker für ihn da – liebevoll und fürsorglich.
      Dann schlichen sich immer wieder diese unschuldigen, hoffnungsvollen Gedanken in Harveys Kopf... Eigentlich war sein Bruder gar nicht so schlimm! Er war manchmal einfach nur grob...
      Aber tief in seinem Inneren schlug ein gutes Herz!
      Schließlich hatte er heute den ganzen Tag für ihn gelächelt und seinen Geburtstag so wunderschön gemacht!
      Eigentlich brauchte er gar nicht traurig darüber zu sein, dass Papa heute nicht da war, sein Bruder passte auf ihn auf!
      Sein Bruder war für ihn da und machte sich bestimmt nur Sorgen um ihn... Wenn es darauf ankam, konnte er blind auf ihn zählen!
      Sein Bruder----
      ....
      Tiefer grub Harvey sein Gesicht in das flauschige Stofftier, als sich die Atmosphäre im Raum schlagartig veränderte. Ein scharfer, beißender Alkoholduft wehte zu ihm herüber und zerstörte die behagliche Luft.
      Auch lag ein anderer süßlich-ätzender Gestank in der Luft, der schwer und stickig im Raum hing....
      Harvey hasste es abgrundtief, wenn Oscar diese Droge rauchte.
      Wie ein pechschwarzer Schatten legte sich die hochgewachsene Silhouette seines älteren Bruders über ihn. Die Temperatur schien förmlich zu sinken, als Oscar mit einer bedrohlich leisen Stimme raunte:
      "Bist du wirklich glücklich...kleiner Bruder?"
      Es war wieder da. Dieser dunkle, vibrierende Unterton in seiner Stimme, der Harvey augenblicklich eine eiskalte Gänsehaut über den Rücken jagte.
      "Ja...ich bin wirklich glücklich....", flüsterte Harvey zittrig.



      "Wegen eines...dummen Stofftiers? Häh? Denkst du, du wärst jetzt niedlich oder was?"
      Laut und zischend durchbrach das Geräusch der sich öffnenden Dose die angespannte Stille. Oscar nahm einen großen Schluck, während sich sein eiskalter, vernichtender Blick förmlich in seinen kleinen Bruder einbrannte.
      Seine liebevolle Brüderlichkeit von vorhin? Weggewischt. Eine grausame Illusion.
      Oscars Gesichtszüge verhärteten sich. Er zeigte wieder sein wahres Gesicht.
      "Hmpf, du mörderisches Monster solltest dich echt schämen, an dem Todestag meiner Mutter so glücklich zu sein."



      "Nicht mal ein winziges Fünkchen Reue in deinen beschissenen Glubschaugen! Deine Unschuldsnummer zieht bei mir nicht, ich weiß genau, was für ein abartiges Monster du bist."
      Ein kräftiger, unerwarteter Tritt in die Rippen stieß Harvey schmerzvoll zur Seite. Ihm blieb die Luft weg, doch es folgte direkt der nächste harte Schlag.
      "Glaubst du ernsthaft, ich spiele weiter den großen Bruder für dich, Mörder? Ich wollte nur sehen, wie lange du noch so tust, als wärst du ein kleiner schwächlicher Junge...Deine ekelhafte Unschuldsnummer kotzt mich an! ZEIG MIR GEFÄLLIGST DEIN WAHRES GESICHT!!!"
      Ein weiterer brutaler Tritt folgte, und panisch riss Harvey seine kleinen, zitternden Hände schützend vor sich:
      "N-nicht... bitte hör auf!"
      "HÄH? Was war das?! BETTELST du mich ernsthaft an?? Verdammter Wichser!! Wehr dich! SOFORT!!!"
      Mit voller Wucht traf ihn die halbvolle Dose am Kopf und der klebrige Inhalt verteilte sich auf Harveys kauerndem Körper. Er schluchzte hemmungslos, völlig überfordert davon, dass sein Bruder abermals so heftig ausrastete... Warum tat er das? Er verstand die Welt nicht mehr... Vor zwei Minuten war doch alles noch in bester Ordnung gewesen!?
      Doch jetzt schlug und demütigte er ihn wieder... wie ein tollwütiges Tier.
      Und Harvey wusste, er würde nicht aufhören....
      Oscar würde erst innehalten, wenn er das Klicken der Wohnungstür hörte, weil Papa nach Hause kam oder...
      ...er wirklich anfangen würde, sich zu wehren.
      Aber Harvey wollte nicht...Er verabscheute es, gewalttätig zu werden. Er war ohnehin so viel schwächer als sein riesiger Bruder, und ein Widerstand würde ihn nur noch brutaler zuschlagen lassen.
      "H-hör auf, Bruder...Bitte...!!"
      ..................
      .................................
      "Was ist denn hier passiert...?!"
      Als Rhys Stunden später nach Hause kam, starrte er in ein Schlachtfeld. Blankes Chaos hatte die Wohnung verwüstet.
      Harvey hörte die lauten Stimmen seines Vaters und Oscars nur noch wie ein dumpfes Rauschen....Aber er selbst?
      Er saß völlig in sich zusammengekauert in einer Ecke, zitterte wie Espenlaub und starrte mit leeren, verweinten Augen stumm auf das zerrissene, zerstörte Stofftier auf dem Boden.



      "Wenn du hier wärst, müsste ich mich nicht um dieses Monster kümmern!!", brüllte Oscar seinem Vater hasserfüllt entgegen.
      "Du kannst deinen kleinen Bruder nicht so behandeln!! Ich ....ich weiß wirklich nicht mehr weiter mit dir, Oscar!!"
      Ein bitteres, fast schon wahnsinniges Lachen dröhnte durch die Wohnung. Harvey vergrub sein Gesicht tief in seinen kleinen, blutverschmierten Händen, als er Oscars höhnisches Schnauben hörte:
      "Keine Sorge, DAD! Ich bringe an deiner Stelle Harvey auf den richtigen Weg. Er wird seine wahre Natur schon noch zeigen! Dieses Chaos hier war schließlich nicht allein mein Werk!"

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      Harvey senkte seinen Blick für einen Moment auf die Dose in seiner Hand.
      Er wusste gerade wirklich nicht....was er über Oscars Worte denken sollte. Er hoffte in diesem Moment einfach nur, dass er keinem der Anwesenden etwas antat....
      Das war im Moment sein einziger Wunsch...
      Hörbares Schnaufen lenkte aber schnell die Aufmerksamkeit auf jemand anderen.
      "Ich habe es also noch rechtzeitig geschafft! Dachte schon, ich kratze davor ab---"
      Izarra war tatsächlich auch gekommen!
      Harvey hatte überhaupt nicht daran gedacht, dass ihr Mentor ebenfalls kommen würde. Irgendwie wunderte es Harvey langsam selbst, warum er ständig Izarra vergaß...Dabei war er über seine Anwesenheit eigentlich ein wenig erleichtert.
      Doch schnell wurde klar, dass Wyatts Überraschung, seinen älteren Bruder einzuladen, auch Izarra überraschte.
      "H-hallo..."
      ....
      Tatsächlich hatte Oscar wirklich keinen Schimmer, wer der Kerl war, der jetzt noch dazu kam.
      Aber Oscars Geduld wurde langsam auf eine harte Probe gestellt....Harvey hatte sich echt einen Haufen von Waschlappen angelacht. Keiner seiner Freunde hier sah annähernd stark aus...Sein Bruder hatte echt nachgelassen in der Zeit, in der er im Knast war.
      Wirklich...Allein diese Fratze zu sehen, ließ Oscar innerlich würgen.
      "Heey!~"



      Was sollte dazu noch diese merkwürdige Kleidung dieses Typen??
      Es wurde echt Zeit, dass er Harvey von diesen Spinnern löste...Das war ja pure Beleidigung, wie sich dieser Kindergarten hier versammelte.
      Hätten sie keinen Alkohol hier gehabt, hätten sie am Ende gewiss noch wie bei einer Kindergeburtstagsparty Kakao getrunken!
      Zudem nervte ihn diese Fischfresse, die ihn die ganze Zeit angaffte....Was für ein Mist, den er sich hier gerade antun musste, nur damit Harvey dachte, dass ihm etwas an ihm liegt...
      "Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Harvey! Ich habe dir extra riesige Marshmallows besorgt, damit du sie anzünden kannst..."
      Etwas ratlos sah Harvey mit den anderen zu, wie Izarra seine Sachen in einem der Zelte versenkte und ihm eine große Packung Marshmallows überreichte.
      Die Zweideutigkeit dahinter war für den Feuerwächter nicht zu überhören, aber dennoch kapierte er nicht ganz, was Izarra eigentlich vorhatte...
      "Ähm! Cool...! Danke! Ehhh... ich hab gehört, der Kuchen ist auch mit von dir, ist echt toll geworden.", bedankte sich Harvey höflich.



      "Geil, Marshmallows?? Ich kümmere mich darum!", bot Oscar ungefragt an und nahm Harvey die Tüte ab. Sein Magen knurrte schon nach mehr Essbarem!
      Harvey war nur froh, dass Oscar kein Interesse hatte, Fragen darüber zu stellen, wer Izarra war. Er wusste nicht, ob ihm spontan eine schnelle Ausrede einfiele, wie Wyatt, der ihn immer als seinen Musiklehrer vorstellte.
      „Wow, zehn von zehn Punkten für das Zelt! Und der Kuchen ist sogar noch heil – alle Achtung, Jungs. Mit der Festung übersteht ihr hier oben sicher sogar einen Wolfsangriff“
      Gern nahm Tyler die lobenden Punkte entgegen, aber bei der Erwähnung eines Wolfsangriffes wurde er doch etwas aus der Bahn geworfen.
      Wie meinte Izarra DAS jetzt?!
      Ein...echter Wolf oder was?
      Oder wollte er IHM etwas damit sagen ???
      Als hätte Tyler gerade nicht schon genug Dinge, die ihn unruhig machten....



      Das Campen, Harveys riesiger Bruder, seltsame Nacktschnecken, abgedrehte Fotos, seltsame Wesen, die aus dem Boden kommen, und jetzt noch ein Wolfsangriff?!
      „Alles in Ordnung bei dir? Du siehst ein bisschen gestresst aus“
      ....
      Überrascht starrte Tyler zu Izarra....Ihm war es immer noch ein Rätsel, wie es der Typ schaffte, ihn so gut zu lesen...
      Er schien echt ein Gespür dafür zu haben, wenn es Tyler dreckig ging...
      Kurz empfand Tyler puren Respekt für Izarra.



      Auch, dass er so gedämpft mit ihm sprach...Er machte kein großes Theater darum, dass er negativ auffallen konnte vor den anderen!
      Seine dämlichen Eltern (abgesehen von Simon) hätten sicher einen Riesenradau darum gemacht, sodass die halbe Weltbevölkerung wüsste, dass es Tyler scheiße ging.
      Tatsächlich nahm er Izarra eher wenig ernst, seine Art war manchmal wie die eines Unglücksraben...Aber bisher verspürte er in Izarras Nähe selten Aggression oder Unwohlsein.
      Als wäre er ein wohlduftender Ruhepol....
      Genauso nahm Izarra seine Worte viel ernster als andere. Es gefiel ihm, wenn man ihm auch wirklich zuhörte.

      „Ich habe Insektenspray im Koffer, genug für alle ... falls das der Grund für deine schlechte Laune ist.“
      Doch mit einem Schlag wurden seine Gedanken von roher Lust überflutet. Im selben Atemzug sah er in Izarra aber auch ein kleines Spielzeug, mit dem er sich herzlich gerne amüsierte! Wie ein unzerstörbarer Kauknochen!
      Natürlich kapierte Tyler die Zweideutigkeit sofort!
      "Ha, Insektenspray, schon kapiert.", raunte Tyler grinsend zurück.



      Das war doch bestimmt ein Codewort dafür, dass Izarra sich gleich ordentlich um IHN kümmern würde im Zelt! Wie schamlos von Izarra direkt vor allen anderen. So lüstern hatte er ihren Mentor sich gar nicht vorgestellt!
      Sofort hob sich seine Laune...Sex war genau das, was er jetzt brauchte!
      So konnte er diese seltsamen Gedanken und Dinge, die er glaubte gesehen zu haben, schnell wieder vergessen!
      "Du kennst mich echt gut, ich hoffe doch, dass das Zelt den Wolfsangriff aushält!", betonte er noch mal mit starkem Zwinkern, damit Izarra wusste, er hatte die Andeutung natürlich kapiert!

      „Wyatt...wow...Du hast auch mal gute Ideen! Der Kuchen ist echt lecker und die Überraschung mit Oscar ... damit hast du Harvey voll erwischt. Hast du echt gut hingekriegt!“
      Überraschenderweise bekam Wyatt ernsthaft ein Kompliment von Ineb?
      Der Schauspieler horchte einen Moment auf, um irgendeine Art bissigen Unterton in seinen Worten zu hören. Aber vielleicht war es schon der Alkohol, der die Sinne beraubte und seine Wahrnehmung.
      "Natürlich! Ich bin der Meister der Überraschungen! Warte nur auf deinen Geburtstag~♥"


      Vielsagend zwinkerte Wyatt ihm zu, er würde sich da gewiss auch was Fabelhaftes einfallen lassen! Auch wenn er vor Ineb an der Reihe war. Seinen eigenen Geburtstag würde er natürlich auch zu etwas Unglaublichem machen.
      Obwohl er ein Einzelkind war, hatte Wyatt echt Ahnung von Familienzusammenführung! Vielleicht konnte er den anderen auch noch bei dem ein oder anderen helfen...
      Allerdings bemerkte Wyatt trotz seiner großen Freude, dass es Ineb echt übertrieb mit dem Trinken! Bald hatte er ja alles weggesoffen!!

      „Hey, willst du auch was? Bedien dich ruhig!“
      Ihm entging nicht der leicht stechende Blick von Oscar, als ihm der Kleinere das Glas vor seinen Augen leerte.
      "Ähm...Ineb? Schalt mal einen Gang runter...Wir haben noch genug Zeit zu trinken..."



      Der Grünhaarige war schon versucht, die restlichen Dosen in Sicherheit zu bringen. Im Notfall würde er sich mit Ineb darum zoffen! Auch wenn er hoffte, dass es nicht notwendig war und Ineb selbst merkte, dass sie auch alkoholfreie Getränke dabei hatten.

      „Beeindruckend, wie fit du wirkst, dafür dass du gerade erst aus dem Krankenhaus entlassen wurdest! Man sieht dir sofort an, dass du ein Sport-Typ bist. Wie oft pumpst du eigentlich?“
      Oscar knirschte etwas mit seinen Zähnen, der Typ erinnerte ihn gerade echt zu sehr an den Welpen Beni...
      Vielleicht verarschte ihn der Typ gerade auch?
      Aber...Was hatte der dann mit seinem Bruder zu tun und warum war er jetzt so winzig?
      Sie alle waren wirklich ein seltsamer Haufen.
      "Hm, ich trainiere jeden Tag...Wenn du Interesse hast, kann ich dich gern mal trainieren. Ich hab Harvey auch geholfen, stärker zu werden, als er noch kleiner war."



      Leider schien Harvey es mit dem Krafttraining aufgegeben zu haben, sonst hätte er deutlich mehr Muskeln vorzuweisen und wäre nicht zu so einer Pussy geworden....
      "Stimmt doch, oder Harvey?", wandte sich Oscar dem Geburtstagskind zu, das ihn einfach nur anstarrte.
      "Was ist los, kleiner Bruder? Du siehst irgendwie fertig aus...Hast du schlecht geschlafen?"
      Freundlich, warm lächelnd wandte sich Oscar ganz seinem Bruder zu.
      Als machte er sich wirklich ernsthafte Sorgen um ihn....
      "Vielleicht solltest du dich etwas ausruhen, schließlich hat deine Geburtstagsfeier gerade erst angefangen!"


      .....
      Egal, wie sehr sich Harvey in dem Moment auch bemühte. Je länger er Oscar anschaute, desto mehr wurde ihm seine fiese Maske bewusster und er musste fester schlucken.
      Es gab nichts, was Harvey mehr hasste, als Menschen, die einem etwas vorspielten und im Grundkern ihres Herzens... abscheulich waren.
      Konnte er wirklich an der Hoffnung festhalten, dass Oscar sich verändert hatte?
      Schließlich hatte er im Krankenhaus auch für Probleme gesorgt...Aber dann war er wieder hier...Beschenkte ihn, lächelte ihn an, als wäre er ein Mensch geworden, der seine Vergangenheit bereute. Harvey wollte daran glauben, wie seine Helden in seinen Comics...Aber doch, in letzter Zeit wurde Harvey immer wieder vom brutalen Gegenteil erwischt...
      Wer schlecht war...blieb für immer Böse...
      "Sieh dich doch an, du heulendes Elend. Ein einziger Windstoß und du zerbrichst. Du bist so erbärmlich weich, es widert mich einfach nur an."




      "Hör auf zu flennen! Deine verdammten Tränen ändern nichts daran, was für ein verweichlichtes Nichts du bist. Ein richtiger Mann würde zurückschlagen, aber du? Du kauerst nur da wie ein Ungeziefer!"

      "Du bist schwach. Schwach und weich. Eine verdammte Zielscheibe. Glaubst du wirklich, irgendjemand da draußen hat Mitleid mit so einem weinerlichen Häufchen Elend?"

      "Dein ständiges Gewimmer ist unerträglich. Du bist kein Junge, du bist eine feige Missgeburt, die bei der kleinsten Berührung in Tränen ausbricht."

      " Du bist ein wandelnder Witz, Harvey. Ein erbärmliches Monster, das niemals hätte geboren werden dürfen."

      "Dad lässt sich vielleicht von deinen riesigen Rehaugen täuschen, aber ich nicht. Ich sehe das Ungeheuer in dir, das uns alles genommen hat. Und ich werde dafür sorgen, dass es jeder sieht!"

      "Egal wie viele Plüschtiere du hortest, sie waschen deine Seele nicht rein. Du bist verdorben bis ins Mark. Ein Monster, das nichts anderes als Schmerz verdient hat."

      Egal, was Harvey versuchte, die alten Worte, die ihm Oscar immer wieder vorgeworfen hatte, um ihn zum Weinen zu bringen oder wütend zu machen....schallten immer wieder in seinem Kopf.
      Jetzt soll er nicht mehr diese Person sein...?
      Wann war der Moment, in dem ihm Oscar wieder diese Worte entgegenschmetterte....
      "Ich ähm...Alles gut, ich bin etwas wegen der Uni müde...", gab Harvey langsam zurück.



      "Es freut mich aber zu sehen, dass du weiter trainierst....Du hast deutlich mehr Muskeln als früher."
      Harvey versuchte zumindest für den Moment nichts Schlechtes darin zu sehen...Auch wenn sein Inneres vor Unruhe brodelte...
      „Ich bin nur kurz weg, um ein stilles Örtchen aufzusuchen. Bin gleich wieder zurück“
      Unerwartet schien Yuuto sich erleichtern zu müssen, sogleich überkam ihn ein ungutes Gefühl...Hatte er vielleicht an seinem Gesicht gesehen, dass er nicht so begeistert war, Oscar hier zu sehen? Oder fand er die Power Ranger Pink Story doch etwas zu peinlich?
      Den Kuchen hatte er auch nicht zu Ende gegessen.
      "Ähm klar!", gab Harvey zurück und stellte den Teller vorsichtig zur Seite, damit sich keine Ameisen darüber hermachten.



      Vielleicht aber sollte er---
      "D-...dürfte ich mitkommen?"
      Bevor Harvey einwenden konnte, dass er Yuuto begleiten könnte, war es Cabriel, der sich meldete...
      Urgh...Unpassender gings wirklich nicht.
      Harvey senkte sich wieder auf seinen Platz zurück und sah den beiden hinterher...
      Cabriel...war eigentlich wie sein Bruder...
      So leise, wie er klang...wirkte so unschuldig...Und dabei hat dieser Mistkerl mit einer echten Waffe auf Tyler gezielt...



      Aber Harvey hatte bei dem Windwächter echt Probleme zu erkennen, welche Person wirklich Cabriel war.
      War er dieser Typ von der Brücke oder war er jetzt dieser Cabriel, der nicht mal den Mut hatte, allein zu gehen....
      Seine Augen gingen zu Wyatt, der damit beschäftigt war, Ineb die Dosen abzunehmen. Er fragte sich ernsthaft, ob der Erdwächter überhaupt eine Ahnung hatte, wer Cabriel wirklich war und wie er damit leben konnte...Aber Wyatt freundete sich auch mit jemandem an wie Oscar...Eigentlich sollte ihn gar nichts mehr wundern.
      Vielleicht manipulierte der Luftwächter ihn...
      "Ja klar! Ist sowieso besser im Wald nicht alleine zu sein! Hier gibt es sooo viele Tieere!"

      Tylers Vorfreude auf Sex senkte sich langsam, er hatte mitbekommen, was dieser Yuuto noch gesagt hat...Harvey hat echt komischen Männergeschmack. Dieser Yuuto war total komisch...
      "Ähm Leute...Hier oben gibt es doch nicht wirklich wilde Tiere, oder? Ich hab keine Angst oder so....Hab echt keine Lust, dass irgendsoein dreckiges Vieh über uns herfällt."



      Harvey sah Tylers Besorgnis, aber er sah es als wichtig an, ehrlich mit ihm zu sein:
      "Also es gibt zwar keine Wölfe hier, aber Kojoten, aber die meiden Menschen für gewöhnlich! Das Gleiche gilt für Schwarzbären, Rotfüchse und Elche...Wir haben Glück, dass wir nicht im Herbst hier sind, da sind die Elche in der Paarungszeit. Wir werden höchstens vielleicht Besuch von Waschbären oder Stachelschweinen bekommen, die werden vom Duft des Essens angelockt. Das Einzige, wovor wir wirklich aufpassen müssen, sind Giftschlangen in den Bergen und Zecken, daher ist die Idee, schwimmen zu gehen, gar nicht so verkehrt...Wir sollten auch den Körper gründlich abchecken nach dem langen Wandern.", erklärte Harvey ernst und gewissenhaft.
      "Wow! Harvey, du kennst dich wirklich extrem gut aus!", staunte Wyatt beeindruckt, aber Tyler wirkte nur noch mehr angespannt:
      "Hahh...Das kann ich auch im Internet googlen....Verdammt, ich hasse Zecken...", grummelte Tyler, der jetzt schon unwohl an seiner Kleidung zupfte.
      "Ich brauch gleich eine richtig gründliche Untersuchung, Izarra!", murrte er drängender zu ihrem Mentor.
      Harvey lächelte etwas undeutbar und stand auf, als er mit seinem Kuchen fertig war:
      "Ich bin kurz rauchen, ich bin gleich wieder bei euch.", gab Harvey kurz von sich, als er sich sein Feuerzeug von Wyatt wieder schnappte und sich etwas vom Camp entfernte.



      Das Ganze stresste ihn doch mehr als gedacht....Eigentlich rauchte er nicht beim Wandern, aber wenn er nicht etwas runterkam....Er befürchtete am Ende würde er wirklich noch für einen Brand sorgen.
      Oscar sah seinem jüngeren Bruder nach und sein Blick fiel auf das Foto, das er von Yuuto bekommen hatte.
      Etwas verwundert nahm er es in die Hand.
      "Hm? Seit wann lässt sich Harvey fotografieren..?", stellte er verwirrt sich die Frage.



      Das war ja wirklich untypisch für seinen kleinen Bruder....Stand er wirklich auf diesen Typen, der so mädchenhaft aussah?
      Naja...Besser als dieses pinke Monster...Aber trotzdem seltsam. Auch hatte er das Gefühl, dass sein Versuch, den netten Bruder zu spielen, nicht so gut klappte wie erwartet. Irgendwie musste er ihn um seinen Finger wickeln...
      Sein Blick schweifte noch mal über diesen Kindergarten...Hach....Das war so kompliziert.
      Er wog das Bild nachdenklich in der Hand, vielleicht sollte er ihn...anders drankriegen.



      ....
      Apollo HASSTE es hier...
      Jede Sekunde....
      Jeder Atemzug....
      Es war einfach....
      "...Grauenhaft."



      Obwohl er als Fee die Natur liebte...Hier war es schrecklich. Es gab total fette Insekten...
      Auf dem Weg hierher hatte sich eine Zecke an ihm festgebissen, und anstatt dass sein Meister dieses Ding von ihm abtrennte, hatte er total fasziniert zugeschaut, wie sich das Ding mit seinem Blut vollsaugte.
      Gegen Ende hatte Apollo sich selbst darum gekümmert...
      Dann fanden sie einen großen Ameisenhaufen... Auch dieser wurde stundenlang studiert und am Ende bestand Anubis auch noch darauf, sie mitzunehmen....
      Einen Schwarzbären hatten sie auch gesehen. Während sich Apollo auf einen Baum gerettet hatte, fing sein Meister an, mit ihm zu kämpfen wie mit einem Tiger...Es hatte viel Überredungskunst gedauert, ihn zu überzeugen, ihn nicht zu zähmen und weiter zu verschenken...Dabei hatte sich Apollo wirklich auf den Strand gefreut.
      Aber das hier...?
      Eine fette Mücke surrte um seinen Kopf...Wenn er noch einen Tropfen Blut verlor, würde er sich freiwillig das Leben nehmen!!
      Und dann...Hörte er nerviges Rauschen in seinen Ohren. Was für ein fettes Insekt war denn das jetzt?!

      "Apollo...? Du hier?"

      Doch das war gar kein blutsaugendes Mistvieh!!
      "OH..Ah..eh--!! K-kiri!", entwich es dem Musikliebhaber überrascht. Mit allem hätte er hier gerechnet, aber nicht mit dem wundervollen Kiri! Das war wirklich eine schöne Überraschung....Das einzig Positive heute an diesem verdammten Tag!



      Jetzt, wo er ihn bemerkte, merkte er auch die entfernten Klänge...
      Oh....Heilige Butterblume! Waren das....Das waren doch die Instrumente der Feinde! Die Witch!!
      "Hach, hach...ich hatte doch das Gefühl, dass heute wirklich etwas schiefläuft."
      Jetzt musste er aufpassen, keinem der anderen über den Weg zu laufen...Sie würden sich noch wundern, was ihr Lehrer hier oben in den Bergen zu suchen hatte!
      Hier zu wandern zählte gewiss nicht zu seiner Tarnung oder seinem Ziel....
      "...Wir haben uns verlaufen...Aber Meister Anubis meint, wir wären richtig...", er seufzte genervt und scheuchte mit der Hand eine erneute Mücke davon.



      Er musste es dem glorreichen Kiri bestimmt nicht erklären, schließlich hatten sie ihre Pläne mitgeteilt...Aber seinen Meister hier wegzubekommen war ein Ding der Unmöglichkeit.
      Aber wenn er ihm vielleicht sagte, dass der Feind in der Nähe war...Vielleicht entschied er sich endlich dafür, hier wegzugehen?
      Bestimmt war Kiri hier, um den Feind weiter zu beobachten...
      Gestresst griff sich Apollo an den Kopf:
      "Argh...ich hätte meine Fähigkeit nicht mit Anubis' Gedanken verknüpfen dürfen...Er redet die ganze Zeit von seiner verdammten Forschung...Insekten, Leichen...Ich kann es nicht mehr hören...."
      Die Gedanken von Anubis sprudelten in seinen Kopf.
      Es war wie ein endloser Wasserfall...Wie konnte ein Mann, der kaum sprach, so viele Gedanken für ein einziges Insekt haben?! Oder diese Leichen...Hier soll irgendwie die Macht am besten funktionieren...Es INTERESSIERTE ihn nicht...!
      Aber er konnte sich nicht einfach von Anubis' Gedanken abkoppeln, er musste sich entfernen oder die Zeit musste ablaufen....
      "Ich bring mich um....", murmelte Apollo frustriert...Er konnte hoffen, es würde Anubis nicht auffallen...Dann rief er ihn vielleicht nicht direkt wieder.



      Wie kann man sich das hier freiwillig antun?!
      Es war wie die Hölle....Das Fegefeuer!
      Er konnte gar keine schönen Klänge hier hören, obwohl Tiere auch Seelen besaßen, aber er kam nicht mal dazu, sie zu genießen, es waren zu viele...Es war ein schreckliches Konzert von vielen kleinen Instrumenten, die keinem gleichmäßigen Song folgten....Alle spielten durcheinander....Und Anubis' Gefasel war nicht besser....Wenn er nicht so nerdische Gedanken hätte, würde er mitbekommen, dass der Feind hier ist! Selbst Kiris Rauschen hatte er viel zu spät bemerkt...So lästig....
      Mit seinen Gedanken versuchte er, mit seinem Meister zu kommunizieren, er versuchte ihm zu sagen, dass die Witch hier waren.
      "Na komm...schon...vergiss deine Experimente...", murmelte er gereizt. Er wollte hier weg....

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      Stan. L

      Auf die Sekunde genau betrat Stan die ruhige, alte Kneipe...
      Sein alter Genosse saß tatsächlich schon auf einem der abgenutzten Hocker und strahlte ihm entgegen, als wäre er es gewesen, der Stan heute eingeladen hatte.
      Auch nahm Stans analytischer Blick sofort wahr, dass Franc sich heute herausgeputzt hatte. Er konnte es sich nicht verkneifen, einen schwachen Blick über die Schulter zurückzuwerfen. Als erwartete der Butler, dass Franc heute auf jemand anderen gewartet hatte...Er begriff nicht wirklich, warum sich Franc so über sein Erscheinen freute. Vielleicht hatte Stan gerade auch nur einen sehr passenden Moment erwischt und Franc brauchte gerade selbst jemanden zum Reden oder einfach, um den Sorgen freien Lauf zu lassen...
      Tatsächlich erinnerte sich Stan, dass Franc früher in der Butlerschule viel genörgelt und gejammert hatte...Allerdings hatte Stan ihm nie wirklich seine volle Aufmerksamkeit geschenkt. Für ihn war diese Ausbildung sehr wichtig gewesen, um sich bei den Lyons weiter zu beweisen.
      Rückwirkend fragte sich Stan jedoch wirklich, ob er ihm nicht etwas mehr Gehör hätte schenken sollen. Dann würde es ihm vielleicht leichter fallen zu verstehen, was eigentlich an dem Dasein als Butler so schlecht war...Doch in der jetzigen Situation konnte Stan an nichts anderes denken als an seine Pflichten, und das war ziemlich ineffizient.
      "Mal was ganz Neues, dass du mich zum Trinken einlädst! Endlich hast du Mal die Initiative ergriffen, wurde auch Zeit."



      "Was verschafft mir denn die Ehre? Sag nicht, dass du deinen alten Genossen und Mitschüler vermisst hattest??"
      Vermisst?
      Stan nahm neben den anderen Platz...Streng genommen war es wirklich eine lange Zeit, dass sie einander nicht mehr gesehen haben...Durch diesen merkwürdigen Traum fühlte es sich für Stan beinahe an, als wären mehrere Jahre vergangen...Ein wenig hatte er den anderen Butler wirklich vermisst. Aber mit so etwas Absurdem konnte Stan ihre Konversation nicht beginnen.
      "Meine bisherige Zurückhaltung war eine simple Frage des Zeitmanagements, nichts Persönliches. Aber heute stand ein Treffen mit dir ganz oben auf meiner Liste. Ich habe da ein konkretes Thema, bei dem ich deinen Input brauche und ein alkoholisches Getränk, da ich weiß, dass du gerne trinkst, erschien mir als das Logischste."



      Er betrachtete Franc von der Seite, dessen Kichern und unverblümte Art war tatsächlich genau das, was Stan gerade brauchte...
      Sie waren nicht eng genug miteinander, dass Stan sich Gedanken darüber machen musste, dass sein Gedankengang vielleicht merkwürdig rüberkommen würde, und auch nicht so befremdet, dass er am Ende hier allein sitzen würde.
      "Hatte nicht gedacht, dass du süße Äffchen verschickst. Dachte du schreibst einfach fehlerfrei ohne jegliche Smileys."
      ...
      Kurz neigte Stan etwas seinen Kopf.
      War es so seltsam, dass er süße Äffchen verschickte?
      Irgendwie mochte Stan...Äffchen...Er wusste auch nicht warum, aber er hatte tatsächlich Sorge, dass seine Nachrichten unterkühlt rüberkommen könnten. Vielleicht war Wyatt schuld, der ihn immer mit unzähligen Stickern überhäufte. Manchmal bestanden seine Antworten aus reinen Stickern und Stan war bemüht, sie dann zu entschlüsseln...Doch von allen Tier-Stickern, die in dem Standard-Messenger vorhanden waren...sprachen ihn schlicht diese Äffchen am meisten an. Nie hatte er darüber nachgedacht, wie es wirken würde...Dazu schrieb er zu selten mit anderen.
      Doch jetzt, wo Stan darüber nachdachte...war es vielleicht doch ein wenig merkwürdig, dass er sich ausgerechnet für Äffchen entschieden hatte.
      Sie erinnerten ihn immer an seinen ersten Zoobesuch...Pinselohräffchen...Waren schon ziemlich putzig.
      "Achja, der Clubbesitzer von The Cage war ja einige Zeit im Krankenhaus....."
      Schnell jedoch kam jetzt Franc auf ein Thema, das Stan eigentlich heute Nacht am liebsten umgehen wollte....
      Der sonst eher kühle Ausdruck von Stan erlitt einen starken Schaden, als hätte er gerade etwas Bitteres probiert.
      "Mhm...", gab er bemüht knapp von sich, um Franc nicht zu zeigen, dass er in ein tiefes Fettnäpfchen getreten war.



      Also...Stimmte es doch, dass Liam im Krankenhaus war...Immer mehr schien die Story von Izarra und diesem Detektiv der Wahrheit zu entsprechen, aber....Wenn...Sie alle diesen Traum gehabt hatten...Urgh...Vielleicht waren es Drogen UND Hypnose? Also....Hypnose gab es ja wirklich...Vermutlich......
      Stan begann übel zu werden...Vielleicht war es doch ein Fehler, mit Franc zu reden und nicht direkt Liam aufzusuchen....
      Allerdings war es schön zu hören, dass sich Franc Mühe mit seinen Freunden gegeben hatte, um Liams Club wieder aufzubauen. Er war sich sicher, dass sich der Rothaarige darüber freuen würde. Es zeigte ihm, dass sein Club auch sein Ziel erreichte und Beliebtheit erlangte.
      Es wunderte ihn jedoch, dass Simon Rose sogar finanzielle Unterstützung geleistet hatte...
      Sein Bild von diesem Mann wurde wirklich total auf den Kopf gestellt.
      Matt Lyons ließ kein gutes Wort über die Familie Rose offen und auch Sophia hasste diese Familie.
      Aber wenn Stan darüber nachdachte...Matt hatte ihn niemals geldlich darin unterstützt.
      Vielleicht war Simon wirklich netter als er anfangs dachte...Auch zu ihm war er ausgesprochen geduldig und nachsichtig gewesen.
      Auch wenn er sich sein erstes Mal nicht derartig vorgestellt hatte....



      Der schlanke Finger von Franc deutete auf seine Brust und kurz bildete sich Stan ein....Wieder diese gewissenhaften, fähigen Hände des Roses auf seinem Körper zu spüren.
      Hach, Francs Worte brachten ihn wirklich auf sonderbare Gedanken...!
      "Vielleicht spiele ich bald wieder...Wenn der Clubbesitzer einverstanden ist.", erwiderte Stan kurz, auch wenn er wusste, dass Liam ihn oft dringend brauchte und es vermutlich unausweichlich sein würde. Aber Stan spielte auch gerne Gitarre, und wenn Franc einer derjenigen war, die ihn gern spielen hörten...
      "Und jetzt sag schon!! Lass mich die ganze Zeit nicht alleine schwaddeln. Wie geht es dir und was verschlägt dir gerade so den Magen?"
      Franc war wirklich gut darin, ein Gespräch allein am Laufen zu halten...Doch er hatte schon recht. Stan sollte etwas Wirkliches zu dem Gespräch beitragen. Aber so wirklich wusste er nicht, wie er anfangen sollte.
      "...Es ist einiges passiert.", begann Stan mit einem abwesenden Blick und sein Finger in dem schwarzen Handschuh strich etwas über den Rand des Glases seines Getränks, das er sich nebenbei bestellt hatte.
      Stan schwieg jedoch wieder, als wäre es beinahe alles, was er zu sagen hätte. Es war sonderbar, es so zu sagen, als hätte er eine zweite militärische Ausbildung hinter sich gehabt...



      Es gab so vieles, was er sagen könnte und zugleich war es kaum in Worte zu verpacken.
      Wie viel konnte er Franc und sich überhaupt zumuten?
      Wollte er überhaupt alles erzählen oder sich einfach nur den Kummer vom Herzen sprechen?
      Vielleicht wäre es einfach besser, Franc um seine Meinung zu fragen?
      Aber vielleicht brachte es ihn nur weiter durcheinander....
      "Ich denke...Ich habe mich verändert.", setzte Stan seine Worte bedacht fort. Er wusste selbst, dass Veränderung nichts Schlechtes bedeutete und für eine Entwicklung sprach.
      Doch beängstigte es ihn ein wenig...In welche Richtung sein Leben verlaufen würde.
      Stan beschloss für einen Moment, seinen logischen Verstand abzuschalten, nur ...für diesen Augenblick.
      "...Ich habe mich in jemanden verliebt."


      Ein schwaches Lächeln legte sich auf Stans Lippen. Es laut auszusprechen, gab ihm ein...beflügelndes Gefühl in der Brust.
      Er war noch nie in jemanden verliebt gewesen. Aber sobald er an Izarra dachte, spürte er diese Wärme um sein Herz....Vielleicht war es kein Verliebtsein und er fühlte sich nur bei ihm wohl...Aber er glaubte daran, dass Verliebtsein sicherlich dem nahekam.
      Doch mit dem schönen Gefühl kamen aber sofort die Zweifel auf...
      "...Nur ist es mit ihm kompliziert. ", sprach Stan leiser aus, und aus seinem Mund, dem eines Denkers, kam es sicherlich merkwürdig rüber.
      "Er spricht von Dingen, an die ich nicht glaube...und ich fühle starkes Misstrauen ihm gegenüber, obwohl ich ihm glauben möchte. Ich denke sogar, dass er mich in große Schwierigkeiten ziehen wird, aber trotzdem kann ich nicht aufhören, ihn...zu mögen."
      Stan senkte seinen Blick wieder auf sein Glas, das Lächeln nahm wieder etwas ab.
      "Wenn du dich verliebt hast, Franc....Denkst du da oft an die Konsequenzen oder...lässt du dich blind auf dieses Gefühl ein? Du hast schließlich auch deine Pflichten, an die du dich halten sollst..."
      Er versuchte die Frage etwas besser zu formulieren.
      "...Wenn die Person schlecht für die Familie Rose wäre, könntest du dieser Person noch vertrauen?"
      Zwar war Izarra keine direkte Bedrohung für die Familie Lyons...Aber wenn diese ganze Sekte, Drogen....Magie stimmte...Wie konnte er ihn länger in seiner oder der Nähe von Wyatt lassen?
      Er selbst wurde gerade in irgendetwas Sonderbares gezogen....Auf offener Straße angegriffen und in das Leben dieses Janons gerissen, der auch nur Ärger bedeutet....
      Es war eine unglaubliche Kettenreaktion, die Stan sicherlich nicht aufhalten konnte...
      Stan seufzte zurückhaltend und sah wieder zu Franc, hoffentlich hatte er ihm nicht die gute Stimmung verdorben.
      "Ich wollte dich einfach wohl um Rat fragen...oder deine Meinung. Wenn du über etwas anderes sprechen willst, ist das in Ordnung."
      Ein etwas ermüdetes Schmunzeln entglitt Stan:
      "Im Moment fällt es mir viel zu schwer zu erkennen, wo meine Prioritäten liegen. Seit....wir uns kennen, wollte ich immer nur der perfekte Butler für die Familie sein, die mich aufgenommen hat. Alles andere war wie eine Ablenkung, aber durch die Dinge in letzter Zeit habe ich angefangen, das zu hinterfragen. Wenn ich nur meinen Pflichten nachgehe...vernachlässige ich die Personen...die mir wirklich etwas bedeuten."
      Er musste kurz schlucken, an den Gedanken, wie er als Sophia einfach nur zugesehen hatte, wie ein Kind in die Dunkelheit gezogen wurde, wie er in Wyatts Körper steckte und er als Stan nirgendwo in seiner Nähe war, um ihm zu helfen....Diese Gedanken begannen Stan langsam schleichend zu zerfressen.
      Und wozu diese Pflicht?
      Einer Familie, die ihn----
      Nein, nein...Er wollte nicht schlecht über die Lyons denken....
      Dafür atmete und lebte er...
      Believe Me ~

    • Ineb Chevrier & Cabriel Valentine & Yuuto Kurai & Izarra

      "Ähm Leute...Hier oben gibt es doch nicht wirklich wilde Tiere, oder? Ich hab keine Angst oder so....Hab echt keine Lust, dass irgendsoein dreckiges Vieh über uns herfällt."

      Harvey hatte mit seinen Aussagen zwar teilweise recht – vermutlich hatte er das nur behauptet, um Tyler zu beruhigen –, doch Inebs Frustration wuchs mit jedem Wort, da es eben nur die halbe Wahrheit war. Er reagierte so heftig, dass er die Getränke losließ, die Wyatt ihm gerade abnehmen wollte; der Mann verlor das Gleichgewicht und fiel nach hinten. Ineb musste den Ärger einfach loswerden, sonst wäre an Schlaf nicht zu denken gewesen.

      „Eigentlich muss ich da mal kurz was einhaken, denn für die Wälder im Staat New York ist das faktisch nicht ganz korrekt.
      Erstens: Stimmt, Wölfe sind hier in New York seit dem späten 19. Jahrhundert ausgerottet. Was hier nachts heult ganz klar sind Östliche Kojoten. Es sind Coywolves – die tragen signifikant Wolfs- und Hunde-DNA in sich. Und ja, sie meiden uns... solange wir nicht unser Essen liegen lassen.
      Zweitens...wegen den Elchen. Da werfen wir nur Taxonomien durcheinander. Elk, also den Wapiti, gibt es in New York gar nicht mehr in freier Wildbahn. Was wir hier oben haben sind Moose, also Schaufelhirsche.
      Was das Essen angeht: Waschbären sind trivial. Und nordamerikanische Baumstachelschweine? Die knabbern dir höchstens nachts die salzigen, verschwitzten Griffe deiner Wanderstöcke an. Das wirkliche Problem sind Schwarzbären. Hier sind bärensichere Kanister – sogenannte Bear Canisters – sogar gesetzlich vorgeschrieben! Wer hier sein Essen nur an einen Ast hängt, provoziert quasi einen Bärenangriff!
      Zu den Schlangen: Wir reden hier spezifisch von der Wald-Klapperschlange, der Timber Rattlesnake und dem Kupferkopf. Die findest du eher auf warmen Felsen. Pass also auf, wo du deine Hände hinlegst.
      Aber die größte Unlogik ist die Idee, schwimmen zu gehen, um Zecken zu entkommen. Wir sind im Bundesstaat New York, quasi dem Ground Zero der Lyme-Borreliose! Die Ixodes scapularis – die Hirschzecke – sitzt im hohen Gras auf dem Weg zum See. Du sammelst sie dir also genau dann ein, wenn du im Badezeug durchs Unterholz stolzierst. Und im See selbst warten dann gewöhnliche Schnappschildkröten und Blutegel."




      "Ich brauch gleich eine richtig gründliche Untersuchung, Izarra!"

      Brr....Inebs Aussage beunruhigte sogar ihn. "Klar, ich kümmere mich um dich!", versicherte er Tyler, damit er ruhiger Atmen konnte. Der arme Kerl mochte wohl keine Tiere und Insekten, trotzdem schön von ihm, nur wegen Harvey hierherzukommen. Ein Glück hatte er in seinem magischen Koffer auch noch ein erste Hilfe-Set vorbereitet. Von weiten begann sich wieder Ineb mit Wyatt zu zanken. Ineb stürzte sich sogar auf ihn drauf, denn fiel ihn wieder sein Alkohol ein, den Wyatt ihn weggenommen hatte.

      "Du Spielverderber---! Gib mir das Trinken wieder! Bin ich ein Kind, den man es abnehmen muss? Oscar will sicher aus was!!! Du Egoist! Gib es heeeer!", knirschte er mit den Zehnen und versuchte mit all seiner Kraft, die Tasche von dem Schauspieler weg zu reißen. Aber das brachte einfach nichts, irgendwie war der Penner einfach stärker als er. Deswegen blieb ihn nichts anderes übrig, als an Wyatt zu ziehen, sodass er seine Kleidung lockerte. Fluchend nannte er ihn bei den schlimmsten, französischen Wörtern, die gerade durch sein Kopf kamen. Er sollte echt vielleicht mit diesem Oscar trainieren.

      "Hm? Seit wann lässt sich Harvey fotografieren..?"

      Fraglich wand sich Izarra zu Oscar. "Hatte er es früher nicht?", fragte gleich neugierig hinterher, den sprach Harvey nicht so offen über das was ihn störte, oder seine Vergangenheit. Die Zimmeraufteilung war ja ebenso schwierig. Vielleicht war es ganz gut...sich etwas mit Oscar zu unterhalten? Auch wenn er aufpassen musste was er sagte, nicht das er etwas vom Traum aussprach.

      "Warum...erzählst du nicht ein bisschen von dir, Oscar? Das würde bestimmt das Eis zwischen uns brechen. Erzähl uns doch mehr über dich und Harvey, er sprach nur wenig von dir.", fing er ein Gespräch an und musterte den Größeren. Der wirkte stark unberechenbar. Das hatte Izarra schon mit eignem Leib zu spüren bekommen.



      Eigentlich wäre es ihm auch lieber, wenn er schnell die Biege machte. Bevor etwas Schlimmes passierte. Doch, dass gerade etwas Furchtbares auf dem Weg war....damit hatte nicht einmal ein altes Wesen wie Izarra gerechnet.


      .....
      ....




      Nur wenige Meter vom Camp entfernt zerrissen unmenschliche Schreie die Stille, sodass aufgeschreckte Vögel aus ihren Nestern flogen. Als Harvey sich näherte, waren schwere Schritte und ein panisches Japsen unüberhörbar.

      Hinter den Bäumen verborgen sah er, dass der Boden von einer breiten Blutspur durchtränkt war, die sich wie ein düsterer Pfad durch das Unterholz zog. Er folgte ihr und stieß auf eine allzu bekannte Gestalt: Mitten in einer Blutlache stand Cabriel, den Rücken zu Harvey gewandt – völlig aufgelöst und starr vor Entsetzen. Was er in den Händen hielt, gehörte jedoch nicht ihm. Es war das vertraute Katzenplüschtier, das Yuuto sonst niemals hergab. Jetzt war es überbättert mit roten Flecken. Cabriels Blick war wie gebannt darauf gerichtet, bis er Harveys Schritte hörte und sich hastig umdrehte. Die Luft wurde schwer. Tränen kullerten über Cabriels Wangen, doch in seinen Augen lauerte purer Horror.

      "Ha...Har...vey?", wisperte Cabriel den Namen seines Freundes. Er verharrte mitten in der Bewegung, als wäre er eine Marionette, die sich nicht mehr rühren konnte. Das Blut tropfte schwer von dem Stofftier hinab auf den Boden. Eine unheimliche Stille umgab die beiden Männer – eine Stille, die regelrecht zu Eis gefror.



      Cabriels Unterkiefer bebte unkontrolliert. Die Luft zum Atmen ging ihm aus.... fast so als würde der süßliche Blutgeruch, der schwer über dem Unterholz lag, ihn ersticken. Panisch kreisten die Gedanken in seinem Kopf: Was sollte er tun? Die Szenerie sprach eine eindeutige Sprache, und das Wissen darum lähmte ihn vor Angst. Er wollte sprechen, die Wahrheit herausschreien und den Schrecken teilen, der ihn innerlich zerriss. Er hob den Kopf, die Lippen leicht geöffnet...
      Ein plötzlicher Kälteschock durchfuhr ihn, als sich eine Hand auf seine Schulter legte. Jede Faser seines Körpers fror ein. Sie raunte ihm mit gefährlicher Sanftheit direkt ins Ohr:

      „Glaubst du wirklich, Harvey hört dir zu? Wenn du jetzt redest, prügelt er dich krankenhausreif und liefert dich direkt bei den WITCH ab. Das wäre dein Ende, doch töten würde er dich trotzdem nicht. Gefangen und bewacht in einem finsteren Verlies... Obwohl, vielleicht kriegst du ja ein Baumhaus, genau wie Sam es dir eins schenkte? Wer weiß das schon... Vorbei wäre es jedenfalls mit deiner winzigen Freiheit, dann wärst du nur noch ein Lamm in Ketten...“



      Die Worte seiner Schwester ergaben in diesem Moment schmerzhaft viel Sinn. Harvey... hatte ihm noch nie vertraut. Warum sollte er einem Feigling wie ihm Glauben schenken, selbst wenn er die Wahrheit sagte? Für Harvey war Cabriel ein Niemand, ein reiner Problemmensch, der das Unglück magisch anzog. Sowie er das Stofftier von Yuuto fixierte, hatte er sich bereits ein eigenes Bild gemacht. Das Schlimmste war jedoch: Wenn Harvey ihm nicht glaubte, würden die anderen es danach auch nicht tun. Er könnte sie niemals warnen – und dabei rollte etwas unvorstellbar Gefährliches auf das Camp zu. Cabriel wusste nicht, wie viel Zeit ihnen noch blieb. Er musste Harvey irgendwie abwimmeln. Er musste zu Wyatt oder Izarra kommen, sie waren seine einzige Hoffnung, um dieses drohende Unheil abzuwenden.
      „Ver… verzeih…“, flüsterte er kaum hörbar. Doch im nächsten Sekundenbruchteil fuhr er herum – mit einer Schnelligkeit, die man ihm niemals zugetraut hätte. Im Weglaufen war er gut, solange das Adrenalin durch seine Adern schoss. Wie ein verängstigtes Tier, das vor einem Waldbrand flieht, stürmte er an Harvey vorbei ins Dickicht, das Katzenstofftier noch fest in der Hand. Äste peitschten gegen seine Jacke, rissen an seiner Kleidung und schrammten über seine Haut, doch er spürte es nicht einmal. Er musste ihn einfach abhängen.

      Doch das Unglück schien sich an diesem Tag voll und ganz auf Cabriel eingeschossen zu haben. Blind vor Panik bemerkte er nicht, dass er direkt auf einen Abgrund zusteuerte. Gehetzt blickte er sich um, doch er saß in der Falle; es gab keinen anderen Ausweg mehr. Keuchend kam er an der Klippe zum Stehen und starrte in die Tiefe. Unten schimmerte das Wasser des Sees, doch bei diesem tiefen Fall grenzte ein Sprung an Selbstmord. Ganz zu schweigen davon, dass Cabriel furchtbar feige war – und zudem ein Nichtschwimmer. Doch das Grausamste an dieser Situation war das Déjà-vu. Eine düstere Erinnerung stieg in ihm auf und ließ sein Herz so stark pochen, dass es wehtat.
      Mit weit aufgerissenen Augen wandte er sich um. Harvey kam bedrohlich nah. Was... was sollte er tun?In diesem Moment spürte er wieder die kalten Finger seiner Schwester, die nach ihm griffen. Ihre flüsternde Stimme war voller grausamer Klarheit:

      „Fragst du dich das wirklich noch? Du kennst das hier doch... Du hast genau dieses Szenario schon einmal erlebt. Komm schon. Lock ihn an... und stoß diesen Helden in die Tiefe! Wenn du es nicht tust, ist es für dich endgültig vorbei!“



      "Schubs ihn! Schubs ihn! Schubs ihn! Schubs ihn! Schubs ihn! Schubs ihn!"

      Die Stimme seiner Schwester wiederholte sich abermals in seinem Kopf. Doch das könnte er niemals, lieber würde er allein in den Abgrund springen.

      Wenn ihm schon keine andere Wahl blieb, dann würde Cabriel wenigstens versuchen, es ihm zu erklären - auch wenn er wenig Hoffnung daran schurrte. Harvey musste dann selbst entscheiden, wie er darauf reagierte. Doch wann immer Cabriel versuchte, den Mund zu öffnen, kam nur ein weinerliches, ersticktes Japsen heraus. Es quälte ihn innerlich, seine Lungen brannten vor Anstrengung. Die grausame Wahrheit war nämlich: Er wusste es ja selbst nicht einmal genau... Hatte er... hatte er wirklich jemanden ermordet?

      „Ich weiß... nicht...“, brachte Cabriel unter heftigem Schluchzen hervor. Die Tränen kullerten unaufhaltsam über sein Gesicht.
      „Ich weiß nicht... was...“
      Es war vergeblich. Egal, wie oft er ansetzte, er befand sich in einem völligen Nervenzusammenbruch. Die Welt um ihn herum verlor ihre Farbe, wurde zu einem tristen Schwarz-Weiß, und er war zu absolut nichts mehr fähig.



      Wie von einem puren Reflex gesteuert, wich Cabriel einen weiteren Schritt zurück. Die lose Erde am Rand der Klippe begann sofort unter seinem Gewicht nachzugeben. Völlig gefangen in seiner Panik und den Tränen, registrierte er erst viel zu spät, wie er das Gleichgewicht verlor und unaufhaltsam in den Abgrund kippte.

      .....
      ...


      "Argh...ich hätte meine Fähigkeit nicht mit Anubis' Gedanken verknüpfen dürfen...Er redet die ganze Zeit von seiner verdammten Forschung...Insekten, Leichen...Ich kann es nicht mehr hören...."

      Mit nachdenklichem Blick musterte er seine Umgebung, als aus der Ferne schrille Schreie an sein Ohr drangen. Das letzte bisschen Wärme schwand aus seinen Augen, sie wirkten plötzlich kalt und freudlos. Die Persönlichkeit von Yuuto war für den Moment komplett in ihm erloschen. Eine Wendung, mit der nicht einmal Kiri gerechnet hatte. Neue Schreie zerrissen die Luft, deutlich lauter diesmal. Kiri konnte sich lebhaft vorstellen, welchen grausamen Forschungen Anubis dort gerade nachging. Jetzt hieß es abwägen und einen Weg finden, wie er dieses Chaos für seine ganz eigenen Zwecke instrumentalisieren konnte. Eigentlich war ein ruhiger Tag geplant gewesen, doch das Schicksal hatte offensichtlich andere, weitaus spannendere Pläne.

      "Leichen, huh ? Hmm...Dabei war doch Cornelius an der Reihe sein Talent zu zeigen. Der Kerl wird sicher sehr aufgebraust sein, wenn er davon erfährt...", war sich Kiri ziemlich sicher, wie der Hexer reagieren würde. Zugegeben, er war jetzt auch nicht wirklich erfreut. Jedoch lag es eher an Anubis Unberechenbarkeit, die er deutlich in ihm erkannte. Obwohl er oft sehr gegen Korbos war und bei vielen Sachen lieber nicht mitmachte, hatte er eine ganz grausame Moral und Glauben, was nur aus Kemet sein konnte. Das er jedoch hier anfing ein Massaker zu gestalten...Mitten im Wald...Ohne die anderen Mitglieder davon zu benachrichtigen. Das war pure Dämlichkeit, weshalb er den Gedanken hegte, dass wohl auch Anubis gar kein Plan hat und es gar nicht für das Dark Heart tat. Es ging da wohl ganz klar um gewisse...Vorlieben...und seine frühere Liebe.



      "Huch...Wo ist...---?", stellte er plötzlich fest, dass ihn jemand aus der Hand gerutscht war. Normalerweise klebte er immer an Yuuto, auch wenn er sich gar nicht selbst bewegen konnte. Jedenfalls glaubte das Kiri so. Hatte er ihn auf den Weg verloren? Wie eigenartig. Bevor er ihn verlor, beschwor er eins seiner Quälgeister. Freudig schwebte er und drehte sich im Kreis, er wollte nützlich sein und seinem Meister dienen.

      "Such es... Es wäre schlecht ihn zu verlieren."



      Eifrig setzte sich der Quälgeist in Bewegung und Kiri seufzte leise. Er drehte sich zu Apollo, der ziemlich wehleidig aussah als würde er gleich zusammenbrechen. Bestimmt war es hart mit Anubis gedanklich gefesselt zu sein.

      „Ich kann mir bereits denken, was vorgefallen ist... So kann ich unmöglich zurück.“, analysierte Kiri mit kühler Logik. Die Schreie waren ein unmissverständliches Zeichen für einen Kampf – und der fand ausgerechnet auf seiner Route statt. Sein Quälgeist würde ihn zwar bald mit besseren Informationen versorgen, aber schon jetzt stand fest: An eine friedliche Rückkehr war nicht zu denken. Es war klüger, erst einmal abzuwarten, die Dinge sich entwickeln zu lassen und die gewonnene Zeit zu nutzen, um sich ein wenig herauszuputzen.

      "Weißt du wie viele Leichen er gerade in Besitz hat? Wenn er schon hier ist kann er das Training für die WITCH werden, was Izarra unbedingt wollte. Doch sollte er nicht übertreiben, bevor er die Medien anlockt und sie alle unser Gesicht LIVE übertragen. Dann werden wir immer verdächtigt, Lord Korbos wäre da bestimmt sehr erbost."

      Obwohl Kiri die Präsenz von Anubis deutlich wahrnahm, zögerte er. Anubis schien in einem Zustand purer... Erregung zu sein. Seine Magie entlud sich in gefährlichen, knisternden Funken, die man förmlich in der Luft spürte. Kiri war sich absolut nicht sicher, ob er sich wirklich in dieses Chaos stürzen wollte. Andererseits musste Anubis zwingend gestoppt werden, ehe er ihnen im Alleingang ein fatales 'Game over' einbrockte. Vor seinem inneren Auge sah Kiri bereits, wie der Kopf des Luftwächters blutig über den Boden rollte. Es wäre schlecht nur deswegen von Neu anfangen zu müssen.

      Er kam näher zu Apollo, ein erneutes Seufzen. Ihm blieb leider nichts übrig.

      "Apollo, ich habe eine Bitte. Zerreiße mir die Kleidung und zerzaus mir das Haar. Danach muss ich mir etwas Blut suchen, ich möchte mich ungern schlagen lassen. Wo ist denn dein Meister genau? Uns bleibt keine Wahl als zu ihm zu gehen.", sagte er etwas demotiviert, als hatte er genauso wenig Lust wie Apollo dazu.



      Eigentlich wäre es wohl auch am besten, wenn er sich für die perfekte 'Tarnung' oder 'Ausrede' von Apollo schlagen ließ, damit er so wirkte wie ein Opfer, was von einem Zombie beinahe gekillt wurde. Er durfte nämlich niemals seine Rolle des schwachen Yuutos vergessen. Vielleicht konnte er ja auch für Harvey noch ein heldenhaftes Szenario rausspringen lassen, wenn er ihn retten würde? Erstmal musste er sich 'frisch machen', ohne sich selbst zu verletzten. Denn lieber schmierte er sich irgendwelches Blut auf seine Kleidung hin, als Schmerzen zu kassieren - er war kein Masochist und mochte das Gefühl von Schmerz nicht.

      ______________________________________________________

      Franc Kwan


      "Meine bisherige Zurückhaltung war eine simple Frage des Zeitmanagements, nichts Persönliches. Aber heute stand ein Treffen mit dir ganz oben auf meiner Liste. ."

      Eine plötzliche Wärme stieg in Francs Wangen auf. Er war ganz oben auf seiner Liste? Er merkte, wie er leicht errötete, obwohl Stan ihm mit seiner gewohnten, eisigen Ruhe gegenübersaß. Hatte er das richtig verstanden? Stan hatte ausgerechnet ihn aufgesucht, weil er jemanden zum Reden brauchte? Ein schönes Gefühl der Schmeichelei durchströmte Franc und fast schon reflexartig begann er, sein Haar um den Zeigefinger zu wickeln.
      Hatte er Stans kühle Art in der Vergangenheit vielleicht völlig falsch gedeutet? ...Nein, wohl eher nicht. Der Typ war ein Roboter, dies erkannte jeder Idiot sofort. Doch für den Roboter stand Effizienz immer an erster Stelle; da blieb natürlich kein Raum, um soziale Bindungen zu pflegen. Aber jetzt... war das vielleicht Francs Chance ihre Bindung zu erhöhen? Möglicherweise dämmerte Stan langsam, dass Franc mehr war als nur ein hoffnungslos überforderter Butler. Dass er ein guter Kerl war und ne Menge gutes zu erzählen hatte!. Ein potenzieller Freund. Zumindest hatte Stan sich gemerkt, dass Franc ab und zu gerne ein Glas trank. Ein winziges Detail, das bewies: So unbedeutend konnte er für ihn nicht sein! Franc fühlte sich motivierter für den Abend!
      „Mhm... Ja, das ergibt Sinn.“, murmelte Franc, bemüht seine aufgewühlten Gedanken zu ordnen und einen kühlen Kopf zu bewahren. Er fragte sich wobei vor allem Franc ihn helfen konnte? Was mit der Arbeit konnte es jedenfalls nichts zu tuen haben...also etwas Soziales?



      Wenigstens gab Stan ihm Grund zur Hoffnung, dass sein nächster Auftritt im Club nicht völlig ausgeschlossen war. Alles andere wäre auch absurd gewesen – der Clubbesitzer musste ganz schön dämlich sein, wenn er ein solches Talent einfach ziehen ließ. Er musste sich unbedingt mit diesem Mr. Petrow anfreunden, um mehr die Auftritte der Bands oder Solo-Sänger mitentscheiden zu dürfen. Franc nahm sich fest vor, die Termine herauszufinden, wann Stan dann spielte. Dann könnte er ihn nach der Show vielleicht auf einen weiteren Drink einladen. Das hing natürlich ganz davon ab, wie ihr jetziges Gespräch verlaufen würde, aber Francs Zuversicht wuchs mit jeder Sekunde.
      Als Stan jedoch beiläufig fallen ließ, dass in letzter Zeit einiges passiert sei, war Francs Interesse endgültig geweckt. Nanu? Im Leben dieses arbeitsfokussierten Butlers gab es tatsächlich Ereignisse abseits seiner Schichten? Ein aufgeregtes Kribbeln machte sich in Franc breit. Er lehnte sich ein winziges Stück vor, spitzte neugierig die Ohren und griff erwartungsvoll nach seinem Glas.

      "Ich denke...Ich habe mich verändert."

      Prüfend musterte Franc sein Gegenüber von Kopf bis Fuß. Verändert? Inwiefern? Rein äußerlich war alles beim Alten geblieben; Stan sah noch exakt so aus wie vor ein paar Jahren. Hatte er plötzlich irgendeinen Selbsthilfe-Ratgeber gelesen? Davon sollte er besser die Finger lassen. Das war doch eh nur Geldmacherei von Leuten, die ohnehin schon reich waren – Francs eigene Depressionen hatten diese schlauen Bücher schließlich auch nicht heilen können. Nein, Stan wirkte wie immer: makellos sauber und auf seine ganz eigene, unaufdringliche Weise schlicht und elegant. Doch bevor Franc sich in weitere Spekulationen verstricken konnte, nahm Stan ihm das Raten bereits ab.

      "...Ich habe mich in jemanden verliebt."
      [i]"...Ich habe mich in jemanden verliebt."[/i]
      "...Ich habe mich in jemanden verliebt."[/i]

      Franc fielen beinahe die Augen aus dem Kopf. Ein plötzlicher Schock durchfuhr ihn und ließ jeden einzelnen seiner Muskeln anspannen. Moment – hatte er das gerade wirklich richtig gehört? Stan... hatte sich in jemanden verliebt? Ausgerechnet Stan? Der Roboter? Wie um alles in der Welt sollte das funktionieren? Franc war immer fest davon ausgegangen, dass Maschinen zu echten Gefühlen gar nicht fähig waren! Deshalb hatte er nie eine Chance gehabt, wenigstens ein bisschen mit ihm zu Flirten! Jetzt fand er heraus, dass er also einfach nicht sein Typ war?! Oder...hatte der Butler heimlich irgendein verrücktes Update aufgespielt bekommen, weswegen er erst seit kurzem in der Lage war sich zu verlieren?
      Franc starrte ihn an, völlig fassungslos, als hätte direkt neben ihm eine Bombe eingeschlagen. Er brauchte dringend etwas, um sich mental zu wappnen und nahm einen hastigen, großen Schluck aus seinem Glas. Das Brennen in seiner Kehle bestätigte es: Er träumte nicht. Die Realität hatte ihn eingeholt. Der stählerne Kerl neben ihm hatte sich ernsthaft verliebt. Schnell klappte Franc seinen vor Überraschung offen stehenden Mund zu – Stan sollte schließlich nicht das Gefühl bekommen, dass Franc ihn für völlig verrückt hielt, weil es einfach nicht zu ihm passte. Das meinte er also mit ....verändert, huh?!



      Aber...umso geschmeichelter fühlte sich Franc im Herzen, dass er ausgerechnet Franc ausgesucht hatte, um mit ihm über das Thema Liebe zu sprechen. Franc liebte es zu Tratschen und bestimmt wusste das Stan ebenfalls noch! Er wollte unbedingt wissen, wie es dazu gekommen war und wichtiger: Wer war diese Person? Eine...Frau? Oder auch eine Machine?
      Sowie Stan aber weiter fortsetzte wirkte es jedoch nicht so, als wäre es eine wunderschöne Liebesgeschichte. Mehr wie eine schwierige Aufgabe, die sich der Butler jetzt stellen musste. Das lag wohl leider nicht in seiner Bedienungsanleitung.

      "Er spricht von Dingen, an die ich nicht glaube...und ich fühle starkes Misstrauen ihm gegenüber, obwohl ich ihm glauben möchte. Ich denke sogar, dass er mich in große Schwierigkeiten ziehen wird, aber trotzdem kann ich nicht aufhören, ihn...zu mögen."

      HAH! Franc verschluckte sich schwer an seinem Getränk. "Rede ruhig weiter, geht schon!", krächzte er heraus, damit der Butler bloß nicht unterbrach. Doch für Franc war es unglaublich, dass er sich hierbei wohl ernsthaft um einen Mann handelte?! Verdammt, Stan war schwul?! Woher kam dieses Upgrade und warum war es nicht schon vor einigen Jahren installiert gewesen!? Außerdem klang der Kerl ja wie so ein Bad Boy! Ein Mann, der ihn also in Schwierigkeiten steckte?! Jemand, der Kohle von ihm wollte oder bei ihm Drogen versteckte?! Und trotz allem liebte er ihn...Ein Mann, der nur Effizienz für seine Arbeit erbringen wollte?



      Kaum war die Bombe geplatzt, prasselten auch schon Stans Fragen auf ihn ein. Wie Franc sich verhalten hatte, als er verliebt war? Ob er in solchen Momenten überhaupt noch an die Familie Rose gedacht hatte? Die Fragen wurden wie von einem Maschinengewehr abgefeuert – Franc brauchte doch erst einmal Bedenkzeit, shit... Stan! Das hier war schließlich kein Multiple-Choice-Test, den er einfach mal eben so abarbeiten konnte. Doch verdammt, wie sehr dieser Kerl ihm heute schmeichelte! Die netten Worte zerliefen wie warmer Honig in seinem Mund, er durfte bloß jetzt nicht dahinschmelzen. So wertgeschätzt hatte sich Franc von Stan schon lange nicht mehr gefühlt. Der Roboter wollte allen Ernstes seinen Rat hören, und das war irgendwie... echt niedlich! Franc erkannte sofort, wie sehr diese neue, unbekannte Unsicherheit an dem sonst so fehlerfreien Butler nagte. Oh Mann, es war wirklich, als würde man ein wackeliges Rehkitz bei seinen ersten Schritten beobachten – oder ein Kind, das zum ersten Mal die Hand seines Elternteiles loslässt. Stan lernte eine völlig neue Welt kennen, in der Franc schon seit er Denken konnte eingenommen war!

      "Im Moment fällt es mir viel zu schwer zu erkennen, wo meine Prioritäten liegen. Seit....wir uns kennen, wollte ich immer nur der perfekte Butler für die Familie sein, die mich aufgenommen hat. Alles andere war wie eine Ablenkung, aber durch die Dinge in letzter Zeit habe ich angefangen, das zu hinterfragen. Wenn ich nur meinen Pflichten nachgehe...vernachlässige ich die Personen...die mir wirklich etwas bedeuten."

      Franc schnappte sich kurzerhand das Glas, das Stan ihm gerade gebracht hatte, und knallte es als stummen Appell so wuchtig vor dem Butler auf den Tisch, dass die Flüssigkeit gefährlich über den Rand schwappte. Plötzlich lag ein eiserner Ernst in Francs blassen Augen. Er schluckte den restlichen Schock einfach hinunter. Selbst wenn ihn diese Offenbarung heute Nacht garantiert um den Schlaf bringen würde – Stan hatte ihn nach seiner ehrlichen Meinung gefragt. Und Franc brauchte nicht lange zu überlegen, um ihm genau diese zu geben - er war ein recht offener Mensch, außer...bei den Rose. Vor allem, wenn er bedachte, wie stur der Butler an seinen Pflichten festhielt und alles andere fast schon abfällig als bloße Ablenkung abtat. Die Lyons hatten sich da wirklich den perfekten, gehorsamen Roboter herangezogen; absolut kein Wunder, dass Simon keine Gelegenheit ausließ, um über sie herzuziehen.

      "Das hat aber gedauert, Kumpel!...Endlich möchte der menschliche Stan auch Mal die Welt entdecken, anstatt nur seiner Arbeit nachzugehen.", sagte er ziemlich kühn - er meinte es total ernst, auch wenn es beinahe wie ein Scherz des anderen Butlers wirkte. Doch es war echt unglaublich, er musste den Kerl kennenlernen, der Stan aus seinem kalten Panzer herausgebracht hatte.



      „Ich kapier ja, dass du glaubst den Lyons eine Meeeenge schuldig zu sein, weil sie dich als Butler aufgenommen haben. Ich kann das sogar ein Stück weit nachvollziehen, immerhin hat mich die Familie Rose damals auch bei sich aufgenommen...Mit dem einzigen Unterschied, dass ich trotzdem mich selbst entdecken durfte - emotional gesehen. Aber was du bei der ganzen Sache völlig vergisst ist dir selbst eine Grenze zu setzen – eine klare Linie zwischen Arbeit und Privatleben, Stan. Zwischen deiner Funktion als Butler und dir als Person. Als Stan. Ich meine... du trittst doch auch ab und zu im Club auf. Ganz bestimmt nicht, weil irgendeiner von den Lyons dir das befohlen hat. Sondern weil du gemerkt hast, was für eine Gabe in dir steckt! Du darfst diese Grenze ruhig ein ganzes Stück lockern! Damit betrügst du bestimmt nicht deine Herrin. Vielleicht kannst du sogar dich irgendwann in sie hineinversetzen, wenn du mehr über deine Gefühle lernst!“, fasste Franc seine Gedanken unmissverständlich zusammen.
      Der Kerl ihm gegenüber kannte Konzepte wie Urlaub oder Freizeit wahrscheinlich immer noch nur aus dem Wörterbuch, selbst wenn er sich immerhin hin und wieder im Club ein wenig austobte. Er sah ihn von der Seite an, der Kerl hat bestimmt nicht einmal gemerkt, wie er gelächelt hat...als er sagte...er sei verliebt.

      "Was du aber bedenken solltest ist seine Situation, inwiefern ist er denn korrupt? Hast du dafür Beweise, oder spekulierst du nur? Natürlich solltest du dich lieber nicht mit einem Mörder treffen, egal wie stark er dir zuzwinkert. Doch...Wenn es sich um eine Art Glauben handelt, denn du nicht so ganz nachvollziehst...Kumpel, da hilft nur ihn weiter kennenzulernen. Was ich in meiner Beziehung gelernt habe ist, dass es nicht wichtig ist gemeinsame Interessen zu besitzen...auch kann die Moral ein kleines bisschen unterschiedlich sein...", versuchte Franc klarzumachen, dass er Stan jetzt nicht überreden wollte einen gefährlichen Typen sich zu angeln. Außer er stand extrem darauf, dann sollte er sich keinen Zwang antuen. Stan konnte immerhin kämpfen, er war keine Memme. Dennoch musste er direkt an seine eigene Beziehung denken... Mit Raimondo war nicht immer unter einem Nenner.



      "An der Liebe zu meinem festen Freund habe ich das erste Mal am Friedhof gezweifelt. Er grub da ernsthaft...ein Loch, direkt neben einem Grab...und legte sich dazu.", begann Franc seine Geschichte mittendrin, denn wollte er Stan nicht erzählen, dass Raimondo früher sein Lehrer war - zwar hatte er sich im Militär verplaudert, doch bezweifelte er, dass Stan ihn als junger Mann zuhörte.
      "Ich war erstmal komplett verstört. Stell dir vor, ein erwachsener Mann, der sich einfach in ein kaltes Erdloch hineinlegt. Ich habe gedacht, wenn ich mich auf ihn weiter einlasse...werde ich vielleicht auch bald in einem Loch enden! Ich habe ihn total misstraut...fürs Erste..."

      ...Er räusperte sich, von den Gedanken der Vergangenheit wurde er nur ganz melancholisch.

      "Obwohl...mein Misstrauen jedoch in mir wuchs...verblasste das Verliebtsein nicht, genauso wenig wie meine Neugier diesen Mann näher kennenzulernen. Da mich die Liebe ziemlich zerfraß riskierte ich es: Ich folgte ihm zum Friedhof und unterhielt mich mit ihm."

      Eigentlich eroberte ihn Franc eher wie eine Burg und haftete sich so stark an ihm, dass seinem Lehrer gar nichts anderes übrig blieb, als ihn mitzunehmen. Bestimmt war er früher ziemlich nervig...er wusste noch wie er ihn vollquatschte, weil er ihre gemeinsame Zeit miteinander genoss!



      "Daraufhin habe ich erfahren, dass er wirklich völlig verrückt war...aber auch unfassbar von Trauer versunken. Er legte sich nämlich immer neben den Grab zu seiner toten Exfreundin, er vermisste sie unheimlich sehr, weshalb er den Ort als sein Ruhepol sah, um ganz nah bei ihr zu sein. Daraufhin hatte er mir noch von weiteren schrecklichen Schicksalsschlägen erzählt und...obwohl diese Friedhofsrituale illegal und total kompliziert waren... stieg die Liebe nur noch weiter an, weil ich ihn endlich besser verstand!"

      Sanft lächelte Franc seinem Freund zu, bei den Gedanken seiner Vergangenheit strahlte er. Dieses Verliebtsein in Raimondo hielt ganz schön lange, Franc wusste schon gar nicht mehr wie sein Herz schlug, als er Raimondo noch nicht kannte. Doch obwohl bereits Jahre vergangen waren und Raimondo...noch immer seine Exfreundin bevorzugte als ihn und sich daran wohl nie etwas ändern würde, fand er es viel besser als ein Leben ohne ihn.

      "Liebe macht nun Mal blind! Doch sie kann dich auch umso effizienter machen - sogar auf der Arbeit, Liebe gibt einen umso bessere Laune! Anstatt also zu überlegen, wie derjenige deine Arbeit behindern könnte...Wie wärs, wenn du darüber nachdenkst, ihn ein wenig besser kennenzulernen? Vielleicht hat sein Glauben auch einen speziellen Grund? Manchmal kann man von den verrücktesten Dingen lernen, Stan!"



      Dann aber beugte sich Franc verschwörerisch zu ihm hinüber, ein aufgeregtes Funkeln blitzte in seinen Augen auf.

      „Okay, jetzt habe ich mir aber ein Foto verdient, oder? Hat der Typ Twitter? Hast doch sicher irgendein Bild von ihm gespeichert? Wie heißt er? Vielleicht kenne ich ihn ja sogar! Ich bin schließlich oft genug in der Stadt unterwegs, wenn die Rose-Familie mich gerade mal nicht einspannt!“

      Daraufhin hatte er beinahe eine Frage vergessen, schnell fügte er noch hinzu: "Ach und ob die Person schlecht wäre für deine Lyons? Musst du dir da echt einen Kopf machen? Wir sprechen hier von einer wohlhabenden Familie, die ganz sicher kaum interessiert wären an deinen Crush! Simon zum Beispiel lässt mich und mein Liebesleben komplett in Ruhe, ist doch auch meine Sache! Solange ich meinen Pflichten nachkomme, who cares? Dafür verrate ich Simons heimliche Techtelmechtel ebenso nicht weiter und bei Samuel...", daraufhin verzog sich sein Mundwinkel, als dachte er an etwas verstörendes. Plötzlich wurde seine Stimme leiser. "...Da würde ich lieber sterben, als irgendjemanden was davon zu verraten..."
      S̶͙̽m̷͔̑ḭ̸̸̸̸̸̶̵̴̵̞͖̝͔̖̝͕͆̈́ͤ͛ͪ͊ͭ̒ͦͫ̊ͮ͆̚͢͜͢͝l̵̵͓͕̋ͮ͂ê̷̸̷̴̵̲̼̰̭̞ͤ̽ͧ̋ͦ͂ͫ̃ ̶̳̃l̴͇̇_̷̶̷̷̴̴̝͕̲̣̭̾ͩͥͤ̎ͧ͂ͧ̒̕͝ͅí̶̙_̷̴̵̷̷̴̖͎̱̲͉͐ͭ͌ͣͬ͋ͫ̕̚͢͝ͅk̵̸̴̷̸͉̜̠̙̮̍ͧ͛ͥ̔ͬͭ̋͠ě̴̷̷̸̷͍͎͇̲ͭͯ̓ͥ͑ͮ̀͜͠ ̸̳͐y̶̶̶̸̻͍̱͖ͦ̀̓ͪ̇͢͝o̴̴̶̶̵̸̵̶̧̡̦̠̝͔͕̎ͧͨ͐ͪ̈́ͧͮ͊ͩ̍ͭ̓͝͝ͅu̷̶̴̜̤̩̔ͮ̀ͭ͝ ̴̖̌ṁ̴̷̷͚͉͇ͧͤ̾͘_̸̟̈́ę̸̵̸̢̭́̋ͥ͊͢ȧ̵̴̖̝ͬ̍ṋ̸̵̸̶̢̙͍̂ͤͦ̃ͪ̀͝ ̶̥̉i̴̳͛t̴̴̶̛̪̬̖ͪ͛̍͢!̸̶̵̶̘͚̰̪̊ͯ̏ͥ̉̍͢

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    • Harvey Bell & Wyatt Carson Lyons & Tyler Wang-chi & Oscar Bell & Apollo Ellison

      „Eigentlich muss ich da mal kurz was einhaken, denn für die Wälder im Staat New York ist das faktisch nicht ganz korrekt----"
      Obwohl Harveys Erklärung schon grenzwertig zu viel war für denn Schwimmer begann ihr Herzträger auf einmal in seinem Besserwisserischen Element das alles noch zu verschärfen. Wyatt war plötzlich beinahe nach hinten gestolpert als Ineb aufhörte an den Dosen zu ziehen die er ihm wegnehmen wollte.
      Der Schauspieler hörte ihn bei der hälfte schon gar nicht mehr zu....
      "...Die Ixodes scapularis – die Hirschzecke – sitzt im hohen Gras auf dem Weg zum See. Du sammelst sie dir also genau dann ein, wenn du im Badezeug durchs Unterholz stolzierst. Und im See selbst warten dann gewöhnliche Schnappschildkröten und Blutegel."
      ....
      An Tylers Stirn begann sich seine Zornader langsam wieder zu melden.
      Das beste was der Schwimmer gerade tun konnte war Ineb dafür nicht in das besagte hohe Gras zu schubsen, dafür das seine Sorgen gerade nur verstärkt hatte mit seinem Gelaber.....



      Zum Glück kümmerte sich Izarra später um ihn, vermutlich brauchte Tyler jetzt sogar NOCH MEHR zu Wendung jetzt wo einfach alles hier eine Gefahrenstufe war!
      Nur Oscar schien darüber tatsächlich etwas Lachen zu können, obwohl ihm das viele geschnatter des eingelaufenen Benis nicht weniger Interessierte.
      Er hatte schon so viel Mist in der freien Natur gebaut, Zecken bisse hinter sich und anderen Scheiß...Das hatte ihn jedoch nur noch stärker gegen die Natur gemacht. Diese kleinen Schwächlinge mussten wirklich etwas Taffer werden! Waren sie das erste mal Campen??
      Nachdem aber Ineb fertig war mit seinem Gastanker, ging das gezicke zwischen Wyatt und Ineb weiter...!
      Tyler konnte total verstehen warum sich Harvey jetzt verzog! Leider hatte nicht auch so eine gute Ausrede Rauche gehen zu müssen...Und wenn er Pinkel gehen wollte, würde wäre das scheiße wenn er später wirklich musste!
      "Du Spielverderber---! Gib mir das Trinken wieder! Bin ich ein Kind, den man es abnehmen muss? Oscar will sicher aus was!!! Du Egoist! Gib es heeeer!"
      Wyatt sah nicht ein, dem Anderen noch ein schluck Alkohol zu überlassen.
      "Scheinbar muss man doch ein Auge auf dich haben!", entgegnete Wyatt ohne Kompromisse.
      Doch bevor ihn Ineb noch Nackt auszog entschied sich Wyatt für seine Geheimwaffe. Mit gerötete Wangen zwinkerte Ineb zu:
      "Na schön, ich gebe dir das Trinken...Aber nur für ein Küsschen auf die Lippen~"


      Einladend hob er ihm seine gespitzten Lippen hin, dieser Einladung würde Ineb bestimmt nicht nach kommen.
      "Aber wenn du nicht willst, kann ich dich auch Küssen, bei jeden weiteren Versuch wie du sie mir aus meinen Fingern entreißen willst.", drohte Wyatt Charmant.
      Dieser Weg war Wyatt deutlich lieber als das er sich wirklich ernsthaft mit Ineb darum noch prügeln müsste! Er war schließlich gegen Gewalt!

      Derweil war Izarra die nachdenklichen Worte von Oscar nicht entgangen der immer noch nicht glauben konnte das dieses Foto mit seinem Bruder real war.
      "Hatte er es früher nicht?"
      Kurz schaute der Blonde zu dem dazu gekommenen Schwuchtel rüber, es schien so als würde Harvey nicht ganz offen mit seinen neuen Freunden sprechen.
      Ihm selbst war es mehr als klar warum sein kleiner Bruder Fotos meidet...
      Oscar legte das Foto beiseite, als er ernsthaft darüber nachdachte was er sagen könnte um dieses hübsche Paradies das sich Harvey begann aufzubauen zu zerschmettern...
      Aber er war nicht sonderlich Klug darin sich Märchen auszudenken...Vielleicht reichte es ja auch schon die Wahrheit zu sagen, nicht umsonst plauderte Harvey nicht frei darüber hinweg.

      "Warum...erzählst du nicht ein bisschen von dir, Oscar? Das würde bestimmt das Eis zwischen uns brechen. Erzähl uns doch mehr über dich und Harvey, er sprach nur wenig von dir."
      Ein sachtes Lächeln um schmiegte das Gesicht von Oscar, er musste wohl echt den total tollen Bruder raus hängen lassen um das Herz dieser Dummköpfe zu gewinnen!
      "Hach, ich kann verstehen das mein kleiner Bruder nicht gern von mir Spricht...Wir hatten nicht gerade eine einfache Kindheit, wisst ihr?"




      Der Große senkte betroffen sein Blick als sprach er von etwas so tief bewegendes, dass es ihn sogar heute noch extrem bekümmerte, es war ein merkwürdiger Kontrast zu seinen eben noch sonnigen gemüht das Tyler total irritiert zu ihm aufblickte. Tyler besaß nicht gerade das Talent einfühlsam zu sein, auf ihn hatte Harvey nie sonderlich gewirkt als wäre seine Kindheit irgendwie Problematisch gewesen.
      "Nach dem frühen Tod unserer Mutter, war unserer Vater kaum zu Hause...Anstatt für seine Söhne dazu sein hat dieser Herzlose Mann sein Kummer in Arbeit ertränkt und wenn er mal zu Hause war, schlief er die ganze Zeit oder nahm Medikamente die sich überhaupt nicht mit dem vielen Alkohol das er trank vertrug. Wisst ihr...Mein lieber kleiner Bruder Hasst eigentlich den Geruch von Alkohol, es erinnert ihn an diese grausame Zeit unseres Vaters der nie für seine Kinder da gewesen ist und nicht wusste wann Schluss war. Er muss euch wirklich sehr mögen, wenn er darüber hinweg sehen kann. Oder er schluckt es einfach hinunter....Er war noch nie gut darin seinen wahren schmerz äußerlich zu zeigen.", äußerte Oscar mit einer abwinkenden Gestik.
      "Uhh...Er Hasst den Geruch von Alkohol?", fragte Tyler etwas verwirrt nach.



      Davon hatte er überhaupt nichts mitbekommen, Harvey hatte doch in der Karaokebar auch fleißig mitgetrunken und nie wirklich gegenüber ihnen gezeigt das er sich unwohl fühlt...
      "Ohja...Früher hatte mein Vater sich nicht im griff er hat mein Bruder sogar mit Bierdosen beworfen, nur weil er ihn genervt hat nach der Arbeit und ihn seine Augen ihn an unsere Mutter erinnert haben!", log Oscar ohne zu zögern.
      "Aber ich, sein Großer Bruder war als einziger für ihn da...Ich habe mich um ihn gekümmert und ihn geholfen stärker zu werden aber..."
      Oscar schwieg ein Moment als er die richtigen Worte suchte:
      "Es war nie besonderes einfach mit ihm, er hat solche Aggression Probleme gehabt, er war genau wie unserer Vater aber ich hatte ihn immer sehr gut im Griff...Ich denke aber das er immer einen Schuldigen für seine Probleme gesucht hat, also war ich sein Sündenbock...Aber das ist schon okay...Für mein kleinen Bruder nehme gerne diese Vorurteile in denn Kauf solange er sich dabei besser fühlt."
      Er hob seine breiten Schulter an:
      "So war ich irgendwie immer für alles Schuld gewesen, wenn Ältere Schüler sich mit ihm angelegt haben war es meine Schuld, wenn ihn irgendwelche Drogendealer wegen Geld erpresst haben war es auch meine Schuld und wenn Andere von ihm Angst hatten, war es auch meine Schuld...Ihr seht unsere Beziehung war schon immer etwas Kompliziert aber ich hab ihn immer sehr, sehr gern gehabt..."



      Tyler musste etwas schniefen, wow...was für ein Toller großer Bruder!
      "Ich wünschte meine dumme große Schwester wäre so...", murmelte der Wasserwächter leise um Oscar nicht zu unterbrechen.
      "Jedenfalls...Unsere Mutter liebte es Fotos zu machen, es war ihr größte Leidenschaft...Aber sie kam nie dazu Harvey zu Fotografieren bevor sie starb und mein Vater hatte keine Zeit dafür. Für mich selbst war das auch zu schwer...Also kannte Harvey dieses Gefühl nie wenn man ein Familie Album öffnet und Bilder von sich sieht...Später als er Älter war schien er sogar eine Abneigung gegen Fotos und Viedos zu entwickeln...Und dann als er seine Rebellische Phase hatte verprügelte er sogar Leute dafür wenn sie ihn Fotografiert oder aufgenommen haben. Ich hab ihn natürlich gesagt das nicht richtig ist aber naja...Ich war ja der Böse große Bruder auf mich wollte er nicht hören. Weswegen es mich wirklich erstaunt..."
      Laut Oscar schien Harvey ja wirklich wie eine Tickende Zeitbombe zu sein...
      Tyler spannte etwas sein Körper an, hieß es also wenn man Harvey fotografiert könnte passieren das er sie alle verprügelt?!
      Harvey war ja noch argwöhnischer als es Tyler eingeschätzt hatte. Aber auch Wyatt stoppte ein Moment als er die Worte von Oscar hörte...Irgendwie...war das seltsam....
      Er hatte zwar gemerkt das Harvey es wohl nicht gefiel...Aber direkt jemand dafür zu verprügeln?
      "Ich gebe zu das ich etwas härter mit mein kleinen Bruder umgegangen bin aber das muss man bei ihn tatsächlich auch, sonst dreht der arme komplett durch...Aber naja er hat ja auch seine Guten Seite nicht wahr?", ließ er die Frage amüsiert durch die Runde fallen.
      "Er hatte das Leben besser im Griff als ich. Nachdem.. Ich an die Falschen Personen geriet musste ich ins Gefängnis aber zum glück nahm mein Bruder mich nicht als Vorbild. Ich--"

      Bevor Oscar weiter sprechen konnte erklang laute Schreie aus den Wäldern.
      Vögel flogen aufgeschreckt in die höhe und wirbelten Blätter auf.
      "Huch, war das denn??"



      Im nächsten Augenblick wurde es wieder Still...Aber Wyatt überkam auf einmal ein unwohles Gefühl, als wäre gerade die Bunte Seifenblase in der er gesteckt hatte geplatzt,
      Abgesehen davon das Oscar Erzählung irgendwie skeptisch gemacht hatte, überkam ihn ein flaues Gefühl im Magen.
      Die Anderen waren doch jetzt ziemlich lange weg...Oder?
      "Vielleicht....Sollten wir mal nach den Anderen sehen?", fragte er behutsam nach. Er begann sich sorgen um Cabriel zu machen, er hatte zwar Ahnung von Wäldern...Aber was wenn er auf ein Wildhasen getroffen ist oder ein anderes Tier? Zudem waren diese schreie bestimmt nicht irgendwelche Teenager die hier her gekommen waren um Blödsinn zu machen oder??

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      Die aufgeweckten Stimmen der Anderen entfernte sich immer mehr.
      Harvey brauchte Distanz. Abstand von der unbeschwerten Freude der geplanten Geburstagsparty, die sich für ihn plötzlich wie eine erstickende Maske anfühlte.
      Als er eine kleine Lichtung erreichte, wo der Wald den Blick auf die fernen, Berggipfel freigab, blieb er stehen. Seine Finger zitterten leicht, als er eine Zigarette hervorholte. Das kleine, mechanische Klick seines Feuerzeugs zerriss die Stille, gefolgt von einer kurzen, orangeroten Flamme, die sein nachdenkliches, in Schatten getauchtes Gesicht erhellte. Er nahm einen tiefen Zug, füllte seine Lungen mit dem brennenden Rauch, der sich wie ein vertrauter Schmerz in seiner Brust ausbreitete.



      Der Rauch, den Harvey langsam ausstieß, wand sich wie sein gefangener Geist in der kühlen Luft, bevor er sich im Dunkel der Bäume auflöste. Harvey starrte in die Ferne, seine Gedanken waren ein einziges, chaotisches Schlachtfeld.
      Wyatt hatte es gut gemeint... Eine Familienzusammenführung war bestimmt die Krönung jeder Geburtstagsparty. Aber Wyatt wusste nichts.... Er wusste nichts von der grausamen, kalten Kindheit, die Harvey mit seinem älteren Bruder Oscar verband. Er hatte auch kaum über ihn gesprochen, außer das dieser im Gefängnis war...Was wussten die Anderen auch schon was für eine toxische Beziehung zwischen den Bell Brüdern herrschte.
      Ein innerer Kampf tobte in ihm, grausam und kräftezehrend. Ein Teil von ihm wollte zurücklaufen, die glückliche Fassade zertrümmern und Oscar anschreien, all den aufgestauten Schmerz und Hass herausschleudern. Doch ein anderer, müderer Teil hielt ihn zurück. Er sah die strahlenden Gesichter seiner Freunde vor sich, die sich so viel Mühe gegeben hatten. Endlich hatten sie als Team zusammen gearbeitet...
      Yuuto war seine neue Liebe, dem er zeigen wollte das man sich auf ihn verlassen konnte und nicht wie damals von Rachel erst einmal gezähmt werden musste.
      Sein Bruder Oscar wirkte wirklich als hätte er sich zum Bessern verändert... Harvey durfte das nicht ruinieren, nur weil er sein Skeptischen Verstand nicht abschalten konnte.... Er durfte nicht die dunkle Wolke sein, die ihre Sonne verdeckte.
      Er nahm einen weiteren Zug, hielt den Rauch fest in sich, als könnte er so die aufwühlenden Gefühle ersticken.
      Aber wie konnte er die Gegenwart genießen, wenn die Vergangenheit ihn mit eisernen Klauen festhielt?
      Langsam bewegte sich Harvey wieder auf dem Weg zurück...
      Von der Zigaretten regnete funkelnde Glut wie winzige, sterbende Sterne auf den Boden.
      Dann erst bemerkte Harvey etwas...Ungewöhnliches.
      Kaum wie er sich darauf fokussieren konnte erklangen Schreie!
      Der beißende, kupferne Gestank von Blut schlug ihm entgegen als er sich Instinktiv in die richtung bewegte. Der schock wischte mit einem einzigen, brutalen Schlag alle Gedanken an Oscar und an seinen Kummer beiseite.
      Harveys Lungen weigerten sich plötzlich zu arbeiten. Sein Blick klebte an Cabriel und an dem zitternden, blutgetränkten Stofftier in dessen Händen. Yuutos Katze.





      Sein Verstand arbeitete erschreckend träge, die Gedanken drehten sich im Kreis wie ein kaputtes Zahnrad, das keinen Halt fand. Das durfte nicht real sein. Das war ein kranker, verdrehter Albtraum, ausgelöst durch den Stress der letzten Stunde...
      Sein Herz begann wild gegen seine Rippen zu hämmern, rasend schnell und schmerzhaft, als wäre es ein gefangener Vogel, der aus seiner Brust ausbrechen wollte.
      "Cabriel...", krächzte Harvey. Seine eigene Stimme klang fremd, rau und brüchig.
      Er zwang seine Beine, die sich plötzlich anfühlten, als bestünden sie aus massivem Blei, einen Schritt nach vorn zu machen. Jede Faser seines Körpers, jeder instinktive schrie ihn an, umzukehren, albtraumhafte Szenerie hinter sich zu lassen. Doch der Anblick des vertrauten Plüschtiers, das in Cabriels Händen lag wie ein grausiges, makabres Spielzeug, hielt ihn wie unsichtbare Ketten an Ort und Stelle fest.
      Was...
      Harvey schluckte hart gegen die aufsteigende Übelkeit an. Er versuchte verzweifelt, seinen Blick von dem dunkelroten Stoff zu lösen und Cabriel in die Augen zu sehen.
      Als könnte er daraus erkennen was zum Teufel hier gerade passiert war!
      Wo... wo ist Yuuto?

      „Ver… verzeih…“

      Doch anstelle einer Antwort, rannte Cabriel...Wie ein verurteilter, Flüchtling an ihm vorbei.
      Harvey war wie erstarrt, physisch unfähig, den gewaltigen Schock zu verarbeiten, der eisig durch seine Adern schoss. Cabriels fliehende, panische Schritte verklangen bereits im dichten Unterholz, doch Harvey stand nur da, starrte auf den blutgetränkten Waldboden und spürte, wie ihn eine erdrückende Welle der Erkenntnis in die Knie zwingen wollte.



      Er hatte einen Fehler gemacht. Einen unverzeihlichen, tödlichen Fehler....
      Wie hatte er Cabriel, diesen durchtriebenen, unberechenbaren Mistkerl auch nur eine verdammte Sekunde lang allein mit Yuuto lassen können?
      Er hatte es doch gewusst.
      Er kannte die Dunkelheit in Cabriel und doch war er so unfassbar leichtsinnig gewesen.
      Plötzlich flackerte eine Erinnerung vor seinem inneren Auge auf, so scharf und grausam, dass sie beinahe körperlich wehtat. Es war ihre letzte, ohrenbetäubende Auseinandersetzung auf der Brücke gewesen. Der eisige Wind von damals schien ihn jetzt erneut zu streifen, während Lämmchens hasserfüllte Stimme unerbittlich durch seinen Verstand peitschte:
      "Erzähle mir nichts von einer Strafe! Oder Vergebung! Ich habe dir die Chance gegeben... Über mich urteilen wirst du nicht mehr. Diesen Fehler wirst du noch bereuen. Ab dem Moment, wenn er sich einmischen wird... wirst du sehen, wie dumm du eigentlich warst."
      Harvey hatte sich immer wieder geschworen, aus seinen Fehlern zu lernen. Er hatte geglaubt, er hätte die Kontrolle. Doch in diesem winzigen, endlosen Augenblick verspürte er eine so tiefe, alles verschlingende Reue, dass sie seinen Verstand komplett vernebelte. Es war, als würde ihm die Luft zum Atmen geraubt.
      Sein leerer Blick glitt zurück zu der breiten, dunklen Blutspur im Moos. Er musste vom Schlimmsten ausgehen. Dieses Ausmaß an Blut... das zurück gelassene, beschmutzte Stofftier... Cabriel hatte es getan. Er hatte Yuuto ermordet.
      Und jetzt? Jetzt rannte dieser Feigling einfach davon!? Um was zu tun? Um vor den anderen am Lagerfeuer eine herzzerreißende Lüge zu spinnen? Um mit tränenerstickter Stimme zu behaupten, es sei ein schrecklicher Unfall gewesen?

      Dieser Bastard...

      Heißer, blinder Zorn loderte in Harveys Brust auf und zerschmetterte die Schockstarre. Das Blei in seinen Beinen löste sich auf und machte purem, animalischem Adrenalin Platz. Ohne weiter nachzudenken, stürmte er los. Er riss störende Zweige aus dem Weg und jagte gnadenlos in die Richtung Cabriel verschwunden war.
      Dieses mal....Dieses mal gab es keine Ausrede für sein Handeln und er würde ihn nicht erneut ungeschoren davon kommen lassen!!
      Ein Abgrund schnitt Cabriel das weiter rennen ab...
      Jetzt gab es kein Entkommen mehr.
      Aber anstatt in das Gesicht eines Mörders zu Blicken....



      Cabriel...Schluchzte und weinte.
      Wo war die überhebliche Gleichgültigkeit? Dieser weinende, gebrochene Anblick ließ Harveys rasenden Zorn nur noch heller auflodern, bis er beinahe blind davon wurde.
      Es war ein widerliches Déjà-vu.
      Plötzlich fühlte er sich wieder in exakt die unzähligen Situation zurückversetzt, in der er so oft landete: Harvey war der unberechenbare Monster.
      Cabriel verstand es meisterhaft, sich selbst als das bemitleidenswerte Opfer darzustellen... Es war eine so verdrehte, kranke Dynamik.
      Dabei war Cabriel hier der verdammte Mörder!
      Warum sah er Harvey an als hätte er gerade denn Mord begannen?!
      Als wäre es nicht Cabriels Schuld das eine unschuldiger wie Yuuto....---
      Die Ungerechtigkeit war so unerträglich, dass Harvey glaubte, daran zu ersticken. Sein Blick war hasserfüllt auf das weinende Gesicht seines Gegenübers geheftet, als er seine Hand unbewusst, aber mit brachialer Gewalt zu einer Faust ballte.



      Er hatte in seinem blinden Adrenalinrausch völlig verdrängt, dass sich die brennende Zigarette noch immer, vergessen zwischen seinen Fingern befand.
      Die rot glühende Spitze drückte sich tief in seine Handfläche, er drückte nur noch fester zu, zerquetschte die Zigarette als wäre es das letzte das ihn noch daran hinderte sich nicht sofort auf Cabriel zu stürzen.
      Doch seine Witch-Seite sprach mit scharfen, warnenden Ton mit ihm und lähmte seine Bewegung.
      Seine neue Form die sonst für die Gerechtigkeit notfalls auch über Leichen ging...Hielt ihn auf?!
      »Warte…«, raunte die dunkle Stimme in seinem Hinterkopf, so schneidend und gebieterisch, dass Harvey unwillkürlich innehalten musste.
      »Warte noch… erinnere dich.«


      "...Wenn es also niemanden mehr gibt, der in mir etwas Gutes sieht... bringst du mich also um?"
      Natürlich....Harvey konnte Yuutos Opfer noch nicht rechtfertigen und Cabriel büßen lassen....
      Harvey presste die Kiefer so fest aufeinander, dass seine Zähne knirschten.
      »Es gibt immer noch Menschen, die an Cabriel glauben. Wenn du ihn hier und jetzt verurteilst… wenn du dich jetzt zum Richter und Henker aufschwingst, wird am Ende niemand den wahren Schuldigen sehen. Sie werden nur dich sehen.«


      Die grausame Logik dieser Worte traf Harvey wie ein Schlag in die Magengrube. Vor seinem inneren Auge tauchte Wyatts ahnungsloses, gutmütiges Gesicht auf. Wenn Harvey jetzt zuschlug, würde Wyatt die Wahrheit niemals begreifen. Sein Mitbewohner würde Cabriel blindlings verteidigen. Er würde gewiss denken, dass Cabriel es nicht mit Absicht getan hatte, würde diesen Bastard unter Tränen in Schutz nehmen… und in Harvey nur noch das gnadenlose, unkontrollierbare Monster sehen...
      Er glaubte das hinterhältiges grinsen dieses Schurken förmlich hinter Cabriels widerliche Maske zu sehen....
      Auch ihr Mentor Izarra würde ihm bestimmt dafür verurteilen...Schließlich war Cabriel der Luftwächter, ein teil ihrer Gruppe...
      »Du darfst ihm diesen Triumph nicht gönnen«, flüsterte sein Witch-Seite erbarmungslos weiter, während Harvey auf den noch immer schluchzenden Cabriel hinabstarrte.
      »Wenn du ihn jetzt tötest, machst du ihn zum Märtyrer. Und dich selbst zum wahren Ungeheuer dieser Geschichte.«
      Cabriels Lippen bewegten sich als versuchte dieser Bastard ernsthaft sich zu rechtfertigen...
      „Ich weiß... nicht...“
      ....
      Er....wusste es nicht?
      Doch Harveys Verstand, der bis zum Zerreißen mit Adrenalin und purer Abscheu gefüllt war, weigerte sich schlichtweg, diese Realität zu akzeptieren.
      Je heftiger Cabriel schluchzte, je trister und farbloser die Welt für den weinenden Mann auf dem Boden wurde, desto schärfer und grausamer wurde das Bild in Harveys eigenem Kopf.
      Für ihn war dieses Weinen keine Reue. Es war keine Überforderung. Es war die reinste, abscheuliche Verhöhnung....
      In Harveys Vorstellung verschwand der weinende, hilflose Cabriel. Stattdessen erhob sich vor seinem inneren Auge eine Kreatur aus reiner, pechschwarzer Finsternis.
      Vor ihm zeichnete sich Cabriels wahres Gesicht:
      Eine albtraumhafte, schattenhafte Silhouette. Aus dieser Dunkelheit starrten Harvey zwei leere, grellweiß leuchtende Augen an, durchdrungen von nacktem Wahnsinn. Darunter zog sich ein monströses, übermenschlich breites Grinsen, das eine Reihe spitzer, raubtierhafter Zähne entblößte.
      Dieses dämonische Grinsen brannte sich in Harveys Verstand ein. In seinen Ohren verwandelte sich Cabriels erbärmliches Schluchzen in ein gackerndes, stummes Lachen, das direkt aus der Hölle zu kommen schien.



      „Ich weiß nicht... was...“
      Er lacht mich aus, schoss es Harvey durch den Kopf.
      War es das? War es genau das, was dieser Bastard von Anfang an gewollt hatte?
      Sobald Harvey in dieser Wahn verfiel...War...Jeder...Wirklich jeder in seinen Augen der Feind.
      Um seine geballte Faust begann die unkontrollierbaren Flammen aufzulodern.
      Egal...Verdammt...Es war ihm egal wenn er am Ende wieder das Monster war!!
      Diesmal...Ist Cabriel zu weit gegangen.
      Wenn er ihn jetzt nicht aufhielt...Wenn er ihn erneut damit durchkommen ließ.
      Er würde erneut...Jemand das Leben nehmen.
      Seine Wut vermischte sich mit einem brennenden schmerz...
      Wie...konntest...du das Yuuto...Antun....?!



      Er sprach die Worte nicht aus auch wenn er es ihm am liebsten ins Gesicht gebrüllt hätte...
      Harvey zweifelte daran das ihm Cabriel jemals eine wahrhafte Antwort geben würde, das Böse...Durfte man nicht vertrauen. Das Böse LÜGT immer.
      Und plötzlich rieht Cabriel ins Stolpern...!
      Der Moment dehnte sich aus, als wäre die Zeit zu einer zähen, undurchdringlichen Masse erstarrt. Harvey sah, wie Cabriel strauchelte, wie die Erde unter seinen Füßen nachgab und die Schwerkraft ihn unerbittlich in den Abgrund riss. Ein einziger, reflexartiger Ausfallschritt, ein schnell ausgestreckter Arm, das wäre alles gewesen, was er hätte tun müssen, um ihn vielleicht noch zu greifen.
      Doch Harveys Körper bewegte sich keinen Millimeter.
      Tief in seinem Unterbewusstsein meldete sich in diesem Sekunden Herzschlag seine erste Witch-Form.
      Er war ein Relikt aus einer Zeit, in der er noch Hoffnungen gehabt hatte, doch nun zeigte er sich kaum noch. Und wenn er es tat, dann nur als eine zynische Parodie seiner selbst: Gehüllt in das strenge, pechschwarze Gewand einer Nonne. Sein Gesicht war makellos, doch seine Augen waren eiskalt, leer und von einer desinteressierten Müdigkeit gezeichnet, die Harveys eigene Erschöpfung widerspiegelte.
      Er blickte auf das Bild des fallenden Cabriels hinab, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken. Keine Spur von dem drängenden, feurigen Heldenmut von früher war geblieben.
      >>Lass diesen Sünder sterben<<, raunte seine Stimme, so bitter, kühl und hallte unheilvoll durch Harveys Verstand.



      >>Rette ihn nicht.<<
      Harvey spürte, wie sich die Dunkelheit seiner Worte schlingend um seine Kehle zog. Die Witch-Form in der Nonnentracht neigte leicht den Kopf, betrachtete den Fall mit einer absoluten, fast schon gelangweilten Gleichgültigkeit während er seufzend der Rauch einer Zigarette aus atmete.
      Er sprach unerbittlich weiter.
      >>[i]Du bist nicht mehr dieser Held... Du bist nicht mehr der Narr, der jeden blindlings und ohne nachzudenken retten will. Nicht nach all dem, was man dir angetan hat.<<
      Die Worte waren wie ein giftiges Betäubungsmittel. Sie lähmten jeden letzten Überrest von Instinkt, der Harvey vielleicht noch dazu getrieben hätte, nach vorn zu stürzen.
      Ihn zu retten...
      Harvey wusste wohin dieser Fehler geführt hatte....
      Die innere Stimme verblasste zu einem schneidenden, endgültigen Befehl in seinem Kopf:
      >>Tu gar nichts. Steh einfach nur da... und sieh zu, wie er fällt.<<



      Doch bevor Harvey dem Karma endgültig nach gab meldete sich ihm eine Stimme die er...Ewig nicht mehr gehört hatte.

      >> ☆☆☆☆…<<
      Aus blutroten, leuchtenden Augen starrte die Gestalt Harvey in seinem Inneren an, die Lippen zu einem strich verzogen...Wer zur Hölle was das denn?!
      >>ℌ… ?<<, spottete die Stimme gnadenlos. Dann wurde sein Tonfall schlagartig tiefer, durchdringend und von einer rauen, schwere gezeichnet: >>,☆ ℌ ℌ, . ☆ ☆☆ . ℌ <<




      Die Stimme löste seine Starre so schnell das der Feuerwächter gar nicht begriff wieso er überhaupt inne gehalten hatte.
      Harveys Augen rissen sich weit auf. Ohne auch nur den Hauch eines weiteren Gedankens zu verschwenden, stieß er sich mit brutaler Kraft vom Rand ab. Er hechtete in den Abgrund in den Cabriel gefallen war und stürzte sich kopfüber mit im freien Fall die Hand ausstreckt hinunter.
      Seine Finger krallten sich in Cabriels Jacke. Mit einem schmerzhaften Ruck, der ihm fast die Schulter auskugelte, bremste er ihren Sturz ab. Seine andere Hand hatte blind in die zur Seite gegriffen und sich reflexartig um eine dicke, aus der Felswand ragende Kiefernwurzel gewickelt.
      Sie pendelten frei in der Luft. Tief unter ihnen schimmerte die pechschwarze, unheilvolle Oberfläche eines tiefen Bergsees.
      "Was soll das werden, Cabriel?!", knirschte Harvey durch zusammengebissene Zähne. Seine Muskeln zitterten unter der massiven Belastung, doch sein Griff war eisern. "So einfach lasse ich dich nicht entkommen!"
      Er wollte den Windwächter nach oben zerren, doch Harveys Emotionen spielten völlig verrückt. Der unbändige Zorn, das Adrenalin und die Todesangst brachten seine elementare Magie zum Überkochen. Unkontrolliert brach seine Feuerkraft aus ihm heraus.
      Seine Hände wurden glühend heiß. Die Hand, die sich in Cabriels Kragen gebohrt hatte, strahlte eine sengende Hitze aus und schlimmer noch: Die Hand, die ihr beider Überleben sicherte, brannte lichterloh. Die Flammen leckten gierig an der trockenen Wurzel.
      Harvey keuchte auf, kämpfte verzweifelt gegen seine eigene Natur an und versuchte krampfhaft, Cabriel hochzuziehen. Doch das Holz unter seinen Fingern verkohlte rasend schnell.
      Knack.
      Das widerwärtige Geräusch von brechendem Holz, drang zu ihnen durch....
      Der Halt riss ab. Für eine winzige Sekunde schienen sie schwerelos in der Luft zu hängen, bevor die Schwerkraft sie erbarmungslos in die Tiefe riss. Der See kam rasend schnell näher, die Wasseroberfläche würde aus dieser Höhe wie massiver Beton wirken.
      In diesem Sekundenbruchteil vor dem tödlichen Aufprall übernahm bei Harvey der reinste, tiefste Instinkt. Er vergaß den Mörder in Cabriel. Er vergaß Yuutos Blut. Mit einem gewaltigen Ruck zog er den fallenden Windwächter fest an seine Brust, riss ihn in eine verzweifelte Umarmung und drehte ihre Körper in der Luft herum.
      Als sie auf das Wasser zurasten, wandte Harvey der harten Oberfläche gnadenlos seinen eigenen Rücken zu, bereit den zerstörerischen Aufprall mit seinem eigenen Körper abzufangen.

      ...............................

      "Leichen, huh ? Hmm...Dabei war doch Cornelius an der Reihe sein Talent zu zeigen. Der Kerl wird sicher sehr aufgebraust sein, wenn er davon erfährt..."
      Als könnte die Lage nicht schon schlimmer werden...
      Ein aufgebrachter Hexer? Und dann noch ausgerechnet Cornelius?!
      "Argh....Ich sehe mich schon auf seinem Teller liegen...",grummelte der Lakai gestresst.


      Er hasste diesen Kannibalen...Eigentlich hatte er nichts dagegen wenn sich dieser Hexe aufregen würde aber bestimmt forderte er als Entschädigung irgendwas...Und gewiss würde ihn kein Geschenk seines Meister Anubis zufrieden stellen...Er sah doch schon in seinem Unterricht wie sich dieser Verdammte Hexer ihm verstohlene Blicke zu warf!
      Bestimmt erinnerte er ihn an denn Geschmack seiner Feen Mutter....
      Leider erreichte Apollos Gedanken seinen Meister nicht, der war total in Ektase.
      Nun erklang laute Musik klänge von leidenden Seelen...Apollo wusste wirklich nicht was er von diesem durcheinander halten sollte.

      "Weißt du wie viele Leichen er gerade in Besitz hat? Wenn er schon hier ist kann er das Training für die WITCH werden, was Izarra unbedingt wollte. Doch sollte er nicht übertreiben, bevor er die Medien anlockt und sie alle unser Gesicht LIVE übertragen. Dann werden wir immer verdächtigt, Lord Korbos wäre da bestimmt sehr erbost."
      Der Glorreiche Kiri analysierte die Lage perfekt!
      Für ihn wäre es auch von Nachteil wenn Lord Korbos wütend werden würde...Es war noch zu früh den Platz von Anubis an sich zu reißen! Er würde bestimmt dann nur einen neuen Meister bekommen...Ebenso wollte er diese tolle Identität verlieren die er durch Kiri bekommen hatte. Als Lehrer in der Theater AG, war wirklich toll!
      "Es sollten vier sein, wenn nicht gerade noch weitere hinzukommen.", antwortete Apollo nachdenklich.



      Es war irgendwie so ein Doppel Pärchen gewesen die hier gestorben sind...Aber wer wusste ob Anubis in seiner Gier nicht noch mehr gegraben hatte. Hier Oben starben tatsächlich viele Menschen. Hier konnte man schnell in ein Unfall verwickelt werden. Es war schon verwunderlich das die Tiere sie nicht vollständig verschlungen haben. Kein Wunder das sich Anubis so darüber freute...

      "Apollo, ich habe eine Bitte. Zerreiße mir die Kleidung und zerzaus mir das Haar. Danach muss ich mir etwas Blut suchen, ich möchte mich ungern schlagen lassen. Wo ist denn dein Meister genau? Uns bleibt keine Wahl als zu ihm zu gehen."
      ...
      Huh....?
      Prompt unterbrach Apollo jegliche Gedanken und schaute Kiri mit offenen Mund an.
      Zerreißen...?
      Zerzausen sein Haar...?
      Sein Idol?!
      Aber das ging doch nicht! Das war als würde man die Kunst des anderen verpfuschen...!



      Andererseits wäre es eine Beleidigung abzulehnen!
      Wenn er ihm eine bitte erfüllen konnte wäre das Farbenhaft! Auf einmal hob sich die Laune des Lakai ein wenig.
      Schade das er als Belohnung nur ein rauschen von Kiri hörte...Wie sich wohl eine Zufriedene Seele
      "O-oh selbstverständlich~! Und keine Sorge durch meine neuen Erfahrungen in der Theater AG und Meister Anubis neuen Arbeit, kenne ich mich ausgesprochen gut aus! Keine echten schramme muss deine Haut erleiden um auszusehen als wäre man aufs Brutalste Verg----EHM verletzt wurden! Sag mir einfach was genau deine Vorstellungen sind."
      Apollo lächelte stolz, er freute sich wenn er ihm nützlich sein könnte. Besonderes wenn das ganze noch denn Witch als Training zu gute kam...Bedeutet es doch irgendwo das sie diesem Hexer ein großen Schritt voraus waren! Zwar sah er sich ungern auf dessen Speiseplan aber das wäre es ihm am Ende Wert gewesen.
      Wenn er die große Ehere bekam Kiri---
      ....Seltsam warum war er überhaupt so begierig auf ihn ...?



      Wenn Apollo bedachte, diese Faszination kam bei ihm so plötzlich...Er kann sich gar nicht mehr erinnern wann das begonnen hatte.
      Aber vermutlich hatte jeder so jemand der ihn wie köstlicher Nektar anzog obwohl er gar nicht seinen Anderen Vorlieben entsprach!
      "Ich bring dich zu ihm, ich werde aufpassen das der Meister mit seiner Absonderlichen Wahn dich nicht mit reinzieht."
      Wenn du ein Erdklumpen auf dem Glorreichen Kiri landet würde er seinen Meister dafür büßen lassen!
      Außer natürlich Kiri wollte das...
      Vielleicht zahlte sich das ganze Leid heute doch noch aus, allein schon die Ehre jemand wie ihn berühren zu dürfen...Es kribbelte ihm in seinen Fingerspitzen, er musste wirklich aufpassen es nicht zu sehr zu genießen...~
      Doch zu erst sollten sie zu ihrem Meister, weswegen er für ihn vorlief...Während er sich schon Bildlich vorstellte wie er ihm die Kleidung zerfetzte....Irgendwie war das überraschend Erregend.
      Believe Me ~

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    • Stan. L

      Stan rechnete es seinem Genossen hoch an das er sich seinem Kummer bis zum Ende anhörte...
      Zwar verstand er nicht so ganz warum Franc so ergriffen wirkte, aber dieser hatte schon immer eine starke Empathische Resonanz.
      "Das hat aber gedauert, Kumpel!...Endlich möchte der menschliche Stan auch Mal die Welt entdecken, anstatt nur seiner Arbeit nachzugehen."
      Der Menschliche Stan....


      Nachdenklich schloss Stan seine Augen während er Franc weiter zuhörte.
      Irgendwie klang es in seinem Kopf seltsam...Bedeutete es sich Emotional auf jemand einzulassen, die Welt aus einer Anderen Blickwinkel zu sehen?
      Nie würde es ihm in Traum daran denken laut auszusprechen nicht seine Arbeit nachzugehen. Das klang wie ein verbotenes, schmutziges Satz...
      Allein diesen Satz durch sein Kopf ziehen zu lassen: Ich will die Welt entdecken anstatt meiner Arbeit nach zu gehen...Ließ sein Magen Sofort verkrampften.
      Aber er verstand den Grundkern hinter dieser Äußerung...Tatsächlich hatte Stan immer seine Arbeit im Hinterkopf.

      "Ich kapier ja, dass du glaubst den Lyons eine Meeeenge schuldig zu sein, weil sie dich als Butler aufgenommen haben. Ich kann das sogar ein Stück weit nachvollziehen, immerhin hat mich die Familie Rose damals auch bei sich aufgenommen...Mit dem einzigen Unterschied, dass ich trotzdem mich selbst entdecken durfte - emotional gesehen. "
      Tatsächlich war ihm Franc was das Schicksal als Butler zu arbeiten betraf ziemlich ähnlich...Doch sprach Franc ein sehr entscheiden unterschied an. Sich selbst zu entdecken war ein Luxus dem ihm nicht erlaubt war. Aber Stan hatte auch nicht viel für dieses Privileg gekämpft, er wusste nicht ob es Angst oder sorge war das ihn die Lyons dann Aufgeben würden...Die Erwartungen an ihm waren extrem groß gewesen. Es war ihm kein Geheimnis das er mit dem Butler des Roses Rivalisieren sollte. Eine beinahe schon amüsante Entwicklung das genau dieser zu seinem Kameraden wurde...
      Aber die Erwartungen an Stan waren nie etwas tieferes, er sollte Funktionieren...Perfekt Funktionieren. Das war alles was zählte.



      Er sah daher keine Schuld bei den Lyons, die ihn vielleicht diese Art der Freiheit nicht geben hatten...
      Es war schließlich sein eigenes Leben für das er sich am Ende entschieden hatte und auch formte.
      Dachte er zumindest...
      Stan spürte immer mehr eine innerliche Verwirrung.
      Aber war das diese Menschlichkeit von der Franc sprach?
      Tatsächlich hatte sich Stan immer als ein Art Werkzeug gesehen und Gefühlt. Ein Werkzeug fragte sich diese Dinge bestimmt nicht.

      "Aber was du bei der ganzen Sache völlig vergisst ist dir selbst eine Grenze zu setzen – eine klare Linie zwischen Arbeit und Privatleben, Stan."
      Eine Grenze zu setzten...?
      Über diese unerwartete Äußerung schaute Stan zu Franc neben sich der seine Gedanken klar äußerte.
      Tatsächlich hatte Stan, seine Arbeit immer auf sein Privatleben gezogen...
      Schließlich Lebte er förmlich für seine Arbeit!



      Aber Franc setzte eine deutliche Grenze, welche Stan tatsächlich vollkommend übersehen hatte.
      Das Musik spielen hatte Stan immer als ein Funktionelles Nebenhobby gesehen, es war schließlich Wissenschaftlich bewiesen das ein Logischer Verstand besser funktionierte, wenn man Nebenbei auch eine Aktivität durchführte die nichts damit zu tun hatte...
      So sah er Anfangs auch Teil Grund für ihr Gespräch, mit Franc verliefen Gespräche selten auf einer Intelligenten, logischen Ebene...
      Doch es eher so zusehen das es zu seinem Privatleben gehörte war Stan nicht in den Sinn gekommen. In Grunde hatte Franc recht mit der Annahme.
      Bis her hatte die Lyons Familie es auch nie Hinterfragt oder ihm verboten. Es hatte schließlich kein Einfluss auf sie gehabt.

      "Was du aber bedenken solltest ist seine Situation, inwiefern ist er denn korrupt? Hast du dafür Beweise, oder spekulierst du nur? "
      Zum Glück sprach Franc aber auch ein wichtigen Fakt an. Selbst wenn sich Stan diese Grenze setzte, war Izarra immer noch nicht vollkommend in einer weiße Weste gedeckt.
      Allerdings hatte er keine klaren Beweise und das war normalerweise untypisch für Stan.
      Er hielt sich an strenge Faktoren...
      Er hatte Janon niemals Oscar an den Hals gesetzt, wenn er nicht mit eigenen Augen gesehen hätte was für mieses Zeug dieser abzog.
      Aber bei Izarra...?



      Stan schwieg und schaute auf die Therese, es war nicht untypisch für ihn Fragen von Franc einfach im nichts verschwinden zu lassen.
      Er wollte nicht tiefer gerade auf das Thema eingehen...Er selbst war nicht Neutral genug um Franc diese Dinge von Magie und Drogen zu erklären. Die für ihn Zweifels ohne für eine korrupte Sekte sprach. Das würde seine Spekulationen nur weiter verschärften ohne das es wirklich Beweise für das alles gab.
      Eines aber konnte Stan klar sagen:
      "...Kein Mörder."
      Zumindest daran wollte Stan ohne Zweifel glauben. Aber Franc Meinung darüber das er ihn besser kennenlernen musste, ergab zwar Sinn...Aber wie konnte er das ? Wenn er das Gefühl hatte belogen zu werden?
      ".....Was ich in meiner Beziehung gelernt habe ist, dass es nicht wichtig ist gemeinsame Interessen zu besitzen...auch kann die Moral ein kleines bisschen unterschiedlich sein..."
      Stan glaubte auch das die Moral von ihnen beiden sehr unterschiedlich war...Erstaunlicherweise war Izarra über seine Worte gar nicht so abgeschreckt gewesen als er ihm sagte warum sein Gesang so wirkte.
      Wollte Izarra ihn eigentlich besser verstehen und kennenlernen?
      Im ersten Augenblick schien jedoch auch Izarra vor ihm Abgeschreckt gewesen zu sein...Eigentlich waren sie sich doch sehr Ähnlich.
      "An der Liebe zu meinem festen Freund habe ich das erste Mal am Friedhof gezweifelt. Er grub da ernsthaft...ein Loch, direkt neben einem Grab...und legte sich dazu."
      Francs Beispiel mit dessen festen Freund stieß Stan so heftig an denn Kopf das ihm beinahe sein Gleichgewicht verlassen hatte.
      "...??"
      Sprachlos starrte er Franc nun an...Friedhof?!



      Das Franc über dieses benehmen verstört war konnte Stan mehr als nur nachvollziehen!
      Hatte Izarra ihn mit auf ein Friedhof genommen und sich dann in eines fallen lassen, wäre seine Reaktion sicherlich auch ungewiss geblieben.
      Der misstrauen war vollkommend klar, dass war schließlich auch Kriminell und unethisch!
      Allerdings begriff Stan gerade erneut nicht wieso Franc nun auf so ein drastisches Beispiel kam. Musste er sich am Ende eher sorgen um Franc machen??
      "Obwohl...mein Misstrauen jedoch in mir wuchs...verblasste das Verliebtsein nicht, genauso wenig wie meine Neugier diesen Mann näher kennenzulernen. Da mich die Liebe ziemlich zerfraß riskierte ich es: Ich folgte ihm zum Friedhof und unterhielt mich mit ihm."
      ...Er tat was genau?
      Stan konnte gerade nicht beurteilen ob Franc handeln leichtsinnig war oder vollkommend verrückt!
      So ein Mann gehört doch Angezeigt oder brauchte Ärztliche Hilfe!



      Und trotzdem drängte ihn die Liebe dazu sich mit ihm...Zu Unterhalten?
      Noch dazu erfuhr Franc wohl eine sehr tieflegende Geschichte hinter dem ganzen. Vermutlich war Franc in diesem Punkt der Seelendoktor für diesen Mann gewesen. Aber Franc war bestimmt nicht Qualifiziert darin gewesen ihm zu helfen...Aber scheinbar wollte das Franc auch gar nicht. Er wollte ihn besser verstehen?
      Machte es diese Illegale Sache wirklich besser....?
      Stan hätte nun vermutlich selbst Ärztliche Hilfe angefordert, würde ihn Franc nicht so überglücklich anlächeln.

      "Liebe macht nun Mal blind! Doch sie kann dich auch umso effizienter machen - sogar auf der Arbeit, Liebe gibt einen umso bessere Laune! Anstatt also zu überlegen, wie derjenige deine Arbeit behindern könnte...Wie wärs, wenn du darüber nachdenkst, ihn ein wenig besser kennenzulernen? Vielleicht hat sein Glauben auch einen speziellen Grund? Manchmal kann man von den verrücktesten Dingen lernen, Stan!"
      ....
      Nachdenklich begann Stan seine Handschuhe enger zu ziehen.
      Er musste es wirklich etwas durch sein Verstand laufen lassen.
      So Blind vor Liebe wollte Stan wirklich nicht sein...Franc konnte von Glück sprechen nicht an ein kranken Serienmörder geraten zu sein der ihn kurzerhand ins Grab bringen würde.
      Solche Sorgen hatte bis jetzt gegenüber Izarra nicht aber...
      Sein Gerede über Magie in dieser Welt und das in Stan genau solche steckte...Von Schicksal bestimmt...



      Je mehr aber Stan über Izarras Worte nachdachte kam er ihm eher wie ein Hoffnungsloser Romantiker vor...
      Schließlich wollte Izarra auf ihn warten und für ihn da sein, selbst als er sein glauben an Magie kein Fünkchen an glauben geschenkt hatte.
      Franc war in dem Punkt wirklich etwas zu Positiv gestimmt...Trotzdem war er ihm über seine Ansicht dankbar.
      „Okay, jetzt habe ich mir aber ein Foto verdient, oder? Hat der Typ Twitter? Hast doch sicher irgendein Bild von ihm gespeichert? Wie heißt er? Vielleicht kenne ich ihn ja sogar! Ich bin schließlich oft genug in der Stadt unterwegs, wenn die Rose-Familie mich gerade mal nicht einspannt!“
      Darüber hatte Stan ebenfalls nicht nachgedacht...
      Izarra war schließlich kein unsichtbares Alien von einen Anderen Stern! Es gab gewiss noch Anderen Menschen in seinem Umkreis die ihn kannten...
      Abgesehen von Wyatt der von ihm sehr begeistert schien gab es sicherlich noch mehr Personen.
      Er würde ja Sophia fragen aber ihre Meinung über Izarra war ziemlich verbissen und würde ihre Laune nur ins Negative schlagen...



      Vielleicht aber half es Izarra besser zu verstehen, er sprach davon das er es gewöhnt war das man ihn nicht traute.
      Er wüsste jedoch gern die Gründe der Anderen Personen...War es wegen der Magie Sache oder eine vollkommend Andere Sache?
      Vielleicht kannte Franc ihn ? Die Stadt war schließlich sowieso kleiner als man glaubte...Es könnte ihm wirklich ein ganzes Stück weiter helfen.
      Stan könnte später eine Liste herstellen an Personen die Izarra vielleicht kennen könnte und dann herausfinden wie sein Bild von Anderen auf ihn waren. Sicher war es auf jedenfall, seine eigene Meinung war von dem Verliebt sein viel zu betrübt.

      "Ach und ob die Person schlecht wäre für deine Lyons? Musst du dir da echt einen Kopf machen? Wir sprechen hier von einer wohlhabenden Familie, die ganz sicher kaum interessiert wären an deinen Crush! Simon zum Beispiel lässt mich und mein Liebesleben komplett in Ruhe, ist doch auch meine Sache! Solange ich meinen Pflichten nachkomme, who cares? Dafür verrate ich Simons heimliche Techtelmechtel ebenso nicht weiter und bei Samuel..."
      Bedächtig strich sich Stan das Haar zurück, natürlich...Franc wusste ja nicht was das Andere Problem war.
      "Ich bedauere leider schon...Auf der Verlobungsfeier war er in Begleitung von Sophia Lyons Neffen Tyler Wang-Chi...Abgesehen davon das allein er schon ein Dorn in den Augen der Lyons Familie war...Schien sie die Person in die ich mich verliebt habe zu kennen. Mehr noch...So Wütend habe ich sie in den Jahren wie ich für sie arbeite noch nie erlebt, sie wollte sogar das ich ihn raus schmeiße....Ich hab es nicht getan."
      Der Gedanke an diese Situation beunruhigte ihn immer noch...
      Sophia war so unsagbar wütend auf ihn gewesen das er ihren Befehl verweigert hatte.
      "Ich hoffe bis jetzt immer noch das es eine Verwechslung war aber...Es aber zu versuchen zu verleugnen macht kein Sinn."



      Der Butler gab ein tiefen Seufzer von sich als er seine Hand wieder senkte. Bevor er ins Koma gefallen war hatte Stan eigentlich alles dafür getan um Sophia wieder gutzustimmen...Weswegen er sie auch ohne Widerworte zum Simon Rose begleitet hatte.
      Aber seit dem glaubte Stan hatte sich seine Gefühlswelt nur noch mehr in Kreis gedreht...
      "Ich danke dir aber für deine ehrliche Meinung...Auch wenn ich denke das du nicht auf Friedhöfen herumtreiben solltest.", setzte Stan streng hinzu.
      Nun aber hatte es sich Franc wohl wirklich verdient das Stan ihm mehr von Izarra zeigte...Etwas jedoch begann es Stan nervös zu machen. Es war das erste mal das er jemand die Person zeigte die ihm manchmal Nachdenklich zurück ließ.
      Wyatt wäre bestimmt sehr freut gewesen mit ihm über sowas zu reden da er ihn schon lange mit jeden auf der Welt verkuppeln wollte...
      Beherzt griff er nach seinen Smartphone, sein Gesicht fühlte sich warm an als er mit dem Daumen die Sperrung seines Smartphone löste, Entweder lag es an dem Alkohol oder er begann sich ernsthaft ein wenig zu schämen...
      "...Also...Ich selbst habe kein Twitter daher weiß ich nicht ob er auf Social Media aktiv ist und Fotos habe jetzt auch keine von ihm...Aber ich hab seine Kontaktdaten und sein Profilfoto..."



      Langsam schob er das Handy mit dem Display nach Oben zu Franc rüber damit er es sich anschauen konnte.
      Er öffnete ihm das Profil von Izarra, zu sehen das gerade Onlinen war versetzte ihm gerade ein stich ins Herz.
      Stan fragte sich in diesem Moment ob Izarra auf eine Nachricht auf ihn wartete...?
      Aber das war Egoistisch zu denken bestimmt schrieb Izarra einfach gerade mit Anderen und liest seine Nachrichten...Die Welt drehte sich schließlich nicht nur um sie beide.



      "Er heißt Izarra...Ich hab ihn kennengelernt als ich die WG von Wyatt Lyons besucht habe. Er ist scheinbar sein Musik Lehrer. Wobei ich von Mrs Lyons gehört habe das sie nie einen Musik Lehrer eingestellt hat...", erklärte Stan wobei er das letzte etwas leiser sprach.
      Sein Blick heftete sich an Franc. Er suchte sein Gesicht an eine deutliche Reaktion ab, ob er ihn vielleicht doch kannte? Vielleicht hatte er ihn mal flüchtig gesehen? Oder kannte ihn doch mehr ??
      "Ich...Will gerade nicht tiefer auf das eingehen was sein Misstrauen in mir geweckt hat aber...Ich hab das Gefühl das er mich Beschützten möchte. "



      Es war in Stan eher selten der Fall das es jemand gab der ihn, einen Mann der ausgebildet war und höchst Intelligent war in jemand den drang öffnete ihn beschützten zu wollen.
      Abgesehen von der ganzen Magie Zeug und den anderen dingen...Hatte Izarra eine hilfsbereite art die er wirklich sehr an ihm wertschätzte.
      "Er wollte sogar mit mir zusammen in The Cage auftreten als der Besitzer dringend Leute brauchte...Auch Wyatt ist total begeistert von ihm und es macht mich selbst ...Glücklich wenn ich ihn sehe...Er hat sogar mein Arm verarztet, er selbst hat wohl ein Kind...Und so viel Erfahrungen...Er beeindruckt mich immer wieder aus neue und darum tut es umso mehr weh, dass ich ihm so von mir gestoßen habe weil das Gefühl nicht los werde das er in irgendwas total Korrupten verwickelt ist...Aber du hast recht Franc es sind nur Spekulation, ich habe keine Handfesten Beweise....Erst wenn diese habe kann ich Entscheiden ob ich mich darauf einlasse!"
      Er spürte eine Welle von Entschlossenheit in sich aufkommen, Franc hatte ihm wirklich eine große Last genommen.
      Es war zu Früh gewesen sich von ihn abzuwenden, wenn er besser verstand....Dann würde es sicher auch einfacher werden ihn zu erreichen und aus dieser Sekte zu befreien!
      Stan war entschlossener als zuvor, Franc hatte ihn wirklich an etwas erinnert. Es war seine Sache!
      Wyatt ging auch sein eigenen Weg mit der WG und die Lyons waren davon nicht begeistert gewesen...Wie konnte er ein Guter Butler sein wenn ihn selbst Wyatt in längen voraus war?!
      Seine Hände landeten auf dem Thesen als er Franc entschieden ansah:
      "Du hast es auf dem Punkt getroffen...Es ist MEIN Privatleben! Niemand außer mir kann Entscheiden ob Izarra gut für mich ist oder nicht! Selbst wenn es gegen das Gesetzt verstößt!"
      Letzteres hätte er nicht so laut sagen sollen, er spürte kurz wie der Barkeeper in seine richtung schaute und Stan senkte sich etwas wieder mehr auf den Hocker zurück.
      Sein Blick fiel nachdenklich auf sein Glas:
      "...Langsam habe ich das Gefühl ich vertrag gar nicht so viel Alkohol, beim besuch vor ein paar Tagen bei Simon Rose war ich auch viel zu schnell berrauscht", sprach Stan gedämpfter während er die Farbe des Getränkes musterte.
      Aber zu seiner Verteidigung , er hatte kaum Zeit zu trinken und sein Körper war es wohl einfach nicht gewöhnt.
      Etwas erschöpft lehnte er seine Stirn auf seine verschränkten Arme auf der These ab.
      Gerade wollte er am liebsten Izarra schreiben...Doch nach ihrem letzten Abschied, fühlte es sich etwas....Zu Überstürzt an.
      "...Was denkst du...? Wann sollte ich ihm wieder schreiben? Er meinte ich kann jederzeit zu ihm kommen, wenn etwas verrücktes passiert...Aber gerade passiert nichts verrücktes..."
      Believe Me ~

    • Cabriel Valentine



      Cabriels Augen weiteten sich. Zum ersten Mal seit Langem durchfuhr ihn ein Gefühl, das er seit einem Jahr für tot geglaubt hatte: nackte Todesangst. Während der freie Fall ihn erbarmungslos in die Tiefe riss, begannen seine Gedanken zu rasen. Sollte es so enden? Wollte er nicht eigentlich aufgeben? In diesen Bruchteilen von Sekunden erkannte der Luftwächter seinen eigenen Egoismus. Ja, er sehnte sich nach dem Ende, aber nicht so. Nicht durch seine eigene Hand, nicht durch einen banalen Fehler. Sein Tod sollte einen Sinn ergeben, bevor er sich seiner Bestimmung beugte und endgültig zu Luft zerfiel.
      Plötzlich ruckte er hart zurück. Eine Hand packte ihn grob am Kragen und stoppte den grausamen Sturz. Starr vor Schreck riss Cabriel den Blick nach oben. Es war Harvey, der ihn mit aller Kraft zu sich zog. Die Erkenntnis traf Cabriel wie ein Schlag und ließ ihn das Unbegreifliche realisieren: Harvey, der ihn abgrundtief verabscheute, aus dem stets nur purer Hass sprach ... rettete ihm gerade das Leben?

      "N-nicht...Du..."

      Du fällst doch noch mit mir?!...Cabriel beendete nicht seinen Satz, denn wurde das Horrorszenario nur gefährlicher. Genau über ihnen thronte seine Schwester, starrte sie von unten an. Cabriel konnte ihr Gesicht nicht erkennen; es lag in tiefer Dunkelheit verborgen. Nur ihre Augen leuchteten ihnen mit einer geradezu mörderischen Intensität entgegen, die Pupillen geweitet wie bei einem Raubtier kurz vor dem Sprung. Jeremy erkannte ihre Chance – eine Gelegenheit, die sie niemals ungenutzt verstreichen lassen würde. Sie hob die Hand. Obwohl es eigentlich unmöglich sein sollte, beschwor sie jene Kräfte herauf, die von Natur aus Cabriel gehörten...laut Izarra. Doch diese Magie fühlte sich kalt und fremd an.Während Harveys Hände vor Anstrengung aber auch wegen seiner Feuerkräften lichterloh brannten, erkannte Cabriel den wahren Grund, warum ihr Halt so plötzlich nachgab: Es war Jeremy. Jeremy? Mit einer blitzsauberen Windklinge durchtrennte sie die Wurzel, an der sie hingen. Es existierte kein Halt mehr.Während sie in den Abgrund stürzten, blickte Cabriel zu ihr hinauf. War es Einbildung? Er suchte in ihren Zügen nach einem Lächeln, nach Wut, nach irgendeiner menschlichen Regung in dieser Grausamkeit.
      „̴E̷r̵t̶r̸i̸n̴k̷t̸ ̴i̶m̸ ̶W̷a̸s̸s̵e̵r̶…̵“̸, krächzte Jeremys Stimme von oben herab.



      Diese Worte sollten für lange Zeit das Letzte sein, was er von ihr hörte, während der Wind an ihm riss. Der freie Fall selbst machte Cabriel keine Angst; er hatte solche Höhen bereits überlebt. Was sein Blut in den Adern gefrieren ließ, war der dunkle See tief unter ihnen. Er durfte noch nicht sterben. Doch in all dem Chaos tat Harvey etwas absolut Verrücktes: Er riss Cabriel fest an sich und nutzte seinen eigenen Körper wie einen Schild, um jeden brutalen Aufprall gegen die Bergwand abzufangen. Konnte er... nichts ausrichten?
      Harveys plötzliche Aufopferung erschütterte ihn. Noch kurz zuvor hatte dieser ihn töten wollen – dessen war sich Cabriel sicher gewesen. Er konnte nicht zulassen, dass er sich einfach hilflos an ihm festklammerte, während Harvey seinen Körper an den Felsen ruinierte. Er musste handeln. Aus purem Instinkt tat er es seiner Schwester gleich, doch er lenkte seine Windkräfte so, dass sie ihn und Harvey beschützten. Es erinnerte ihn an jenen Tag, als Harvey die Kontrolle verloren hatte – ein Moment, der ihm inzwischen ewig her vorkam. Manchmal vergaß Cabriel fast, wozu er eigentlich fähig war, denn diese Macht erwachte meist nur in Situationen purer Verzweiflung. Er wusste nicht einmal, wie genau er sie rief oder ob er dazu seine Hände bewegen musste. Ohne weiter zu zögern, erwiderte er Harveys Umklammerung, kniff die Augen zusammen und fokussierte sich voll und ganz auf die Magie in seinem Inneren.Eine fast unsichtbare Barriere aus Luft hüllte die beiden Männer ein und federte jeden weiteren Stoß ab. Der Schild hielt dem brutalen Sturz stand, selbst als sie krachend auf der Wasseroberfläche aufschlugen. Für den Bruchteil einer Sekunde fanden sich Cabriel und Harvey in einer schützenden Luftblase unter Wasser wieder, in der sie atmen konnten. Doch dann zogen sich feine Risse durch die Barriere. Wie zerspringendes Glas gab der Schild nach. Die Wassermassen brachen wie eine ohrenbetäubende Sturzflut über sie herein, rissen sie in die eisige Tiefe des Sees, und Cabriel verlor das Bewusstsein...

      Mitten in der endlosen Schwärze flammte plötzlich eine Erinnerung auf. Wie ein pochendes Summen verlangte sie nach Einlass in das Bewusstsein von Cabriels lebloser Hülle. Doch es war nicht Cabriel, der ihr die Tore öffnete. Gehör fand sie bei jemand ganz anderem – bei jener flammenden Seele, die nun tief in Cabriel steckte:


      ꒷꒦︶꒷꒦︶ ๋ ࣭ ⭑꒷꒦꒷꒦︶꒷꒦︶ ๋ ࣭ ⭑꒷꒦꒷꒦︶꒷꒦︶ ๋ ࣭ ⭑꒷꒦꒷꒦︶꒷꒦︶ ๋ ࣭ ⭑꒷꒦꒷꒦︶꒷꒦︶ ๋ ࣭ ⭑꒷꒦

      "Wo ist er nur hin...? Er hat sich doch nicht so schnell verlaufen...Was mach ich nur?",
      sprach Cabriel erschöpft mit sich selbst und seufzte schwach. Er war total am Ende. Natürlich passierte es ihm. Er hatte Yuuto aus den Augen verloren, er war spurlos verschwunden. Da Yuuto auf keinen Fall zurück geschritten war blieb dem Luftwächter gar nichts anderes übrig, als tiefer in den Wald zu gehen und zu hoffen, dass er sich ein wenig den Weg merken konnte. Niemals würde alleine zurückgehen, sie machten Schaschlik aus ihm. Yuuto hatte einen hohen Stellenwert in der Gruppe, da er der Lover eines Alphatieres war. Cabriel hingegen...sollte nur Verantwortung gegenüber höher angesehen Leuten darstellen. Keiner würde ihn glauben, dass Yuuto einfach abgehauen war ohne sich abzumelden. Schuldig schleifte er also über den Waldboden und seufzte wiederholt. Von weiten hörte er es wieder rascheln, er wollte gar nicht wissen, was sich alles unter den Gebüsch, auf den Bäumen oder unter der Erde versteckte. Für einige Minuten ging er nur gerade aus, rief immer weiter Yuutos Namen...doch...er antwortete einfach nicht. Der Zweifel in Cabriel steig rapide in die Höhe.




      "Aa...gH...Ga..h"

      Wie von einer Tarantel gestochen, zuckte Cabriel zurück und blickte sich hastig um. Was... war das gerade gewesen? Es klang wie ein Mensch, der seit Tagen keinen Tropfen Wasser mehr getrunken hatte. Ein nasses Röcheln, voll von purer Qual. D... das war doch nicht Yuuto, oder?! Nein, Scheiße. Er musste hier weg. Unbedingt zurück. Schnell wieder zum rettenden Camp und am liebsten so tuen, als hätte er nichts gesehen. Doch seine Beine fühlten sich an, als wären sie mit den dicken Wurzeln am Boden verwachsen. Sein Blick wurde unweigerlich angezogen und fand die Kreatur, aus der dieses furchtbare Geräusch drang.Es war ein junger Mann. Seine Haut war leichenblass, übersät von dunklen Blutergüssen und Flecken – Blutflecken. Sein halbes Gesicht war scharlachrot verschmiert, während er hastig etwas in sich hineinschlang. Ohne es zu wollen, starrte Cabriel genauer hin, und der Magen drehte sich ihm um: Der Mann fraß die rohen Gedärme eines toten Tieres.Dann übernahm sein Körper die Kontrolle. Anstatt wegzurennen, krümmte Cabriel sich und übergab sich heftig. Er konnte den Anblick dieses ganzen Blutes nicht ertragen, geschweige denn so einem Horrorszenario standhalten. Kraftlos sank er auf die Knie. Das Geräusch ließ die Kreatur innehalten. Sie wurde auf ihn aufmerksam und drehte langsam den Kopf in seine Richtung. Ihre Augen waren fast vollständig von einer unnatürlichen Schwärze erfüllt. Ein widerliches Krächzen drang aus ihrer Kehle – es schien beinahe so, als besäße sie gar keine Zunge mehr.


      Die Augen der Kreatur weiteten sich unnatürlich, bevor sie den blutverschmierten Mund zu einem ohrenbetäubenden Schrei aufriss. Urplötzlich fühlte Cabriel sich an einen ihrer früheren WITCH-Angriffe erinnert. An jenen Tag, als ein zombieartiges Wesen die Schule attackiert und einen ganzen Teil des Gebäudes in die Luft gejagt hatte.Schwerfällig und unkontrolliert zuckend erhob sich das Monster. Panisch wich Cabriel rückwärts aus, stieß sich mit den Händen über den Boden ab, um Distanz zwischen sie zu bringen. Ein heftiges Zittern durchfuhr ihn. Die Augen der Kreatur starrten ihn an – aufgerissen und völlig tot. Sie wollte ihn nicht nur töten. Sie wollte ihn abschlachten.Ohne jede weitere Vorwarnung explodierte die Kreatur in Bewegung und stürmte mit rasender Geschwindigkeit auf Cabriel zu.

      Er...würde...sterben....




      Es entbehrte nicht einer gewissen Ironie, dass dies sein Ende sein sollte. Obwohl er sich so oft gewünscht hatte, von dieser Welt zu verschwinden, wollte er nicht abtreten, ohne etwas Besonderes auf seine letzte Reise mitzunehmen. Von einem Monster einfach in Stücke gerissen zu werden und lautlos zu verblassen... Erst in diesem Bruchteil einer Sekunde realisierte Cabriel, wie sehr sich alles in ihm dagegen sträubte. Er wollte nicht. Er wollte so verdammt noch mal nicht sterben! So fühlte er sich nicht für seine Sünden bestraft! Doch der Kreatur war das völlig gleichgültig, sie folgte nur dem Instink. Sie fiel über ihn her, packte ihn am Ärmel und drückte ihn gnadenlos zu Boden. Heiße, blutige Spucke klatschte in Cabriels Gesicht, als ein schriller, unmenschlicher Schrei aus der Kehle der Bestie brach. Cabriel blickte dem Tod direkt in die leeren Augen. War das jetzt wirklich das Ende? Er merkte in diesem Moment, dass er doch niemals ein echter Wächter sein konnte. Tyler konnte sich in solch' Horrorszenario verwandeln. Und er? Nichts...Er war nicht im Stande, er hatte das Gefühl es nicht zu schaffen. In nur wenigen Sekunden würde die Kreatur die Haut seines Gesichtes abreißen und ihn verspeisen.
      Plötzlich...blickte er jedoch hinter der Kreatur, es war ihm erst aufgefallen als er auf dem Boden lag. Neben den toten Tier...lag doch...ein...Katzenplüschtier?



      Noch bevor sein Verstand endgültig aufgeben konnte, übernahm sein Körper die Kontrolle. In seinem langen Ärmel hatte er heimlich eine Waffe verborgen, nachdem die Jungs ihm verboten hatten, noch einmal eine Pistole in seinen Rucksack zu stopfen. Ohne Bewaffnung hatte er sich nackt gefühlt. Sam hatte ihm immer wieder eingetrichtert: Trag immer ein Messer oder eine Waffe bei dir, sonst bist du so gut wie tot. Enttäusch mich nicht, ich brauch dich noch.
      Und er konnte von verdammtem Glück reden, dass dieser Instinkt nun erwachte. Ohne nachzudenken riss er das Messer hervor und rammte die Klinge tief in den weichen Hals der Kreatur. In seinem Kopf rauschte es nur, wie bei einem alten Fernseher. Er zwang sich, sie in diesem Moment nicht als Mensch zu sehen, sondern als ein wildes Tier, das er abschlachten musste – genau so, wie Sam es gewollt hätte. Der Wald half ihn dieser Fantasie nachzugeben. Ein namenloses Tier, das niemand vermissen würde. Sadistisch ausgeblutet, damit es sich die Rose es danach essen konnten und ihr Fell nutzten. Dunkles, unerwartet warmes Blut spritzte ihm in Fontänen aus der Halswunde entgegen. Es war ein absolutes Massaker.

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      S̶͙̽m̷͔̑ḭ̸̸̸̸̸̶̵̴̵̞͖̝͔̖̝͕͆̈́ͤ͛ͪ͊ͭ̒ͦͫ̊ͮ͆̚͢͜͢͝l̵̵͓͕̋ͮ͂ê̷̸̷̴̵̲̼̰̭̞ͤ̽ͧ̋ͦ͂ͫ̃ ̶̳̃l̴͇̇_̷̶̷̷̴̴̝͕̲̣̭̾ͩͥͤ̎ͧ͂ͧ̒̕͝ͅí̶̙_̷̴̵̷̷̴̖͎̱̲͉͐ͭ͌ͣͬ͋ͫ̕̚͢͝ͅk̵̸̴̷̸͉̜̠̙̮̍ͧ͛ͥ̔ͬͭ̋͠ě̴̷̷̸̷͍͎͇̲ͭͯ̓ͥ͑ͮ̀͜͠ ̸̳͐y̶̶̶̸̻͍̱͖ͦ̀̓ͪ̇͢͝o̴̴̶̶̵̸̵̶̧̡̦̠̝͔͕̎ͧͨ͐ͪ̈́ͧͮ͊ͩ̍ͭ̓͝͝ͅu̷̶̴̜̤̩̔ͮ̀ͭ͝ ̴̖̌ṁ̴̷̷͚͉͇ͧͤ̾͘_̸̟̈́ę̸̵̸̢̭́̋ͥ͊͢ȧ̵̴̖̝ͬ̍ṋ̸̵̸̶̢̙͍̂ͤͦ̃ͪ̀͝ ̶̥̉i̴̳͛t̴̴̶̛̪̬̖ͪ͛̍͢!̸̶̵̶̘͚̰̪̊ͯ̏ͥ̉̍͢

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    • Harvey Bell

      Strafende schmerzen trafen auf Harveys Rücken, es waren die Felsspitzen die ihn schleiften auf dem Fall hinunter.
      Doch Harvey dachte nicht daran Cabriel schutzlos los zu lassen...
      Allerdings die Realisation, hierbei zu sterben...Kam ihn erst als der Fall Abrupt verlangsam wurde.
      Im ersten Augenblick verstand er nicht was gerade passierte, er hatte sein Kopf komplett ausgeschaltet aber jetzt kehrte sein Denkprozess zurück.
      Hatte er gerade...?
      Er spürte wie sich auch Cabriel an ihn klammerte und er konnte es kaum glauben...!
      Unter dem Wasser waren sie in einer Luftblase...Er konnte atmen, hatte Cabriel gerade ernsthaft sie beide gerettet...Wie konnte...das sein??
      Jedoch hielt der Schutz nicht lange...Bald brach das Wasser hinein und umschloss sie in eine Welle aus stechende, nasser Kälte



      Krampfhaft versuchte Harvey noch gegen die starke Strömung zu schwimmen, die entstand aber auch ihn Rieß es ihn die tiefe...Er verlor das Bewusstsein.
      Wäre das jetzt das Ende...?
      Harvey umschloss ein bitteres Gefühl...War das...Seine Strafe?



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      Nur wenige Tage nach denn Emotionalen Ereignissen ging die Witch Gruppe wieder zur Uni.
      Es war gerade Pause und Harvey beobachtete aus der ferne mit einer besorgten Mischung Wyatt der munter mit seinem Schauspiel Kollegen Dylan unterhielt als hätte er nicht noch immer Kopfschmerzen von dem Unfall...
      Seit dem Intensiven Traum schien Wyatt gegenüber des Herzwächters ziemlich viel Distanz zu halten.
      Harvey selbst brauchte noch etwas über die Dinge im Traum richtig zu verarbeiten, aber das konnte er am besten wenn er sich auf die Uni fokussierte...
      Sein Blick fiel auf Tyler der ziemlich munter wirkte, seit ein paar Tagen kam dieser Janon nicht mehr zu Uni und es schien für Tyler jetzt wohl gerade wohl so als könnte ihn gerade nicht aufhalten...Auch das ließ Harvey Alarmglocken schlagen.
      "...Tyler? Was machst du da?", fragte er direkt heraus als er sah wie Tyler in seinem Rucksack kramte und sich nicht gerade unauffällig umschaute.



      "Na was wohl? Es wird Zeit das ich dem Lämmchen endlich die versprechende eine Lektion erteile! Der Meinung bist du doch auch?", entgegnete Tyler sofort als wäre es doch offensichtlich.
      Was Tyler raus holte...War das ernsthaft eine Halsband? Ein Stachelhalsband...Mit Leine??
      "Gott...Tyler was hast du vor?!"
      "Ich mach gar nichts, ich ärger ihn nur etwas...Keine Sorge, dass bringt ihn schon nicht um.", verteidigte sich der Wasserwächter mit erhobender Hand.
      Was war schon dabei?
      Tyler sah das Problem nicht und sah sich erneut um.
      "Nur versteckt sich der Mistkerl ständig vor mir...In der Uni finde ich ihn nicht und zu Hause versteckt er sich!", beschwerte sich Tyler und verengte seine Augen, auf der suche nach diesem Kerl.
      Harvey hatte tatsächlich Cabriel vorhin gesehen...
      Er wusste wo sich der Luftwächter versteckte aber...
      "Du hast dich nicht für uns sondern nur für dich entschieden... Erbärmlich - obwohl du doch etwas ändern wolltest. Feigling."



      Es fühlte sich falsch an Cabriel zu verraten obwohl er selbst ziemlich damit zu Kämpfen hatte ihm gegenüber Neutral zu bleiben.
      Ihre Momentane Dynamik war sowieso....Sehr Komplitziert.
      Außerdem hatte er Wyatt etwas versprochen....
      "Und kannst du Cabriel nicht zu heftig verletzten? Ich weiß er hat euch gerade an euren schlimmsten Nerv getroffen aber er ist nicht unserer Feind. Bitte versprich mir das du ihm nicht nur als Lämmchen siehst, wenn du der Held bist an denn ich glaube wirst du dich zurückhalten wenn es ernster wird. Versprochen?"



      "Ähm...Ja, ich verspreche es."
      "Versprich es mir."
      "Ich verspreche es dir Wyatt."
      Wyatt war es wirklich wichtig das Cabriel nicht Verletzt wurde...Und als Team sollten sie auch aufhören sich gegenseitig ein Bein zustellen oder es sich gegenseitig heimzahlen zu wollen.
      "Sag mal...Wie läuft es eigentlich mit dir und Ineb im Zimmer?", harkte Harvey prompt nach und um Tyler auf andere Gedanken zu bringen.
      Tyler grinste sofort munter von einem Ohr zum Anderen.
      "Ohhh Super! Er hört brav darauf was ich sage und wir verstehen uns echt gut...Auch wenn seine seltsam Kosmetik Gelaber ein wenig nervt."



      "Ich denke wir beiden verstehen uns jetzt noch besser als vorher!", prahlte Tyler stolz.
      Harvey nickte leicht als er aber ernster sprach:
      "Das ist gut aber...Denkst du mit Wyatt wird alles gut sein? Er war ja am Anfang dagegen und dann das mit seinen Kopf."
      Harvey machte sich einfach Gedanken um den Grünhaarigen, nicht das sie bald wieder Ineb suchen durften...Oder schlimmeres...
      Tyler seufzte tief und hob seiner Schultern:
      "Mann, heute bist du wirklich mit dem Falschen Fuß aufgestanden oder? Wir reden hier von Wyatt! Ich kenne ihn, der hat die ganze Sache längst vergessen...Der ist nicht nachtragend."



      Tyler schüttelte sein Kopf, Harvey hatte echt keine Ahnung wie der Schauspieler funktionierte. Das war doch das schöne an Wyatt! Der Typ war wie eine Zuckerwolke, er nahm es einem nicht krumm wenn man ein teil von ihm abiss!
      Doch Harvey wirkte davon nicht er überzeugt, er zog sein Rucksack höher, die Bücher darin waren echt schwer...
      "Meinst du? Ich hab eher denn Gegenteiligen Eindruck...Außerdem sollten wir vielleicht darüber sprechen was das mit der Wasserpfütze sollte Tyler. Wolltest du wirklich das Wyatt stürzt?", fragte Harvey leiser und sah Tyler direkt an. Sein Lächeln verschwand nicht sofort, aber es wirkte künstlicher als Tyler ein wenig sein Kopf neigte:
      "Was? Reitest du immer noch darauf rum weil dieses Lämmchen es gesehen hat? Darf ich daran erinnern das DU ihn geschubst hast? Wir geben uns doch jetzt nicht etwas irgend jemand die Schuld an den ganzen...Oder Harvey? Das war ein Unfall...Schon vergessen?"
      Nun verschwand Tylers Lächeln als er Harvey entrüstet ansah.
      "Wir geben uns doch keine Schuld, nicht unter Freunden...Oder?"



      "Wir funktionieren doch gerade echt gut als Team! Ineb ist bestimmt der gleichen Meinung...Was ist denn heute los mit dir Harvey?? Sag bloß...Das ist das schlechte gewissen wegen der...Kirche, huh? "
      Die Erwähnung der Kirche ließ Harveys Körper anspannen...Verdammter Wichser...Warum kam Tyler ausgerechnet jetzt damit?!
      "Haaa....Nein, ich gebe doch niemand die Schuld Tyler! Ich weiß das ich an dem ganze nicht unschuldig bin.", lachte Harvey etwas unbeholfen um das ganze abzuschwächen.
      "Was ich damit nur sagen will...Du solltest vielleicht, naja...Cabriel nicht bestrafen? Lass ihn doch einfach in Ruhe...Wir können doch als Gruppe das ganze klären!"



      Warum war es so verdammt schwer Tyler davon abzuhalten??
      Tyler hatte bestimmt schon jeden in der WG total erschüttert sein zerstörten Teddybären gezeigt denn Izarra netterweise wieder zusammen genäht hatte!
      Aber trotzdem vergab Tyler es dem Luftwächter nicht....
      Bevor sie das Gespräch aber weiter führen konnte ertönte eine Andere, viel zu vertraute Stimme....

      "Harveylein~♥ Wie schön dich mal ohne diesen Yuuto zu sehen! Heeey~!"



      Mit grüßenden Schritten kam Harvey Ex Freundin auf ihn zu und strahlte übers ganze Gesicht. Harvey war sehr bemüht äußerlich nicht zu zeigen wie unpassend jetzt Rachels Anwesenheit gerade war.
      "Oh...Hey Rachel...", gab Harvey kurz zurück aber mit einer Begrüßung blieb es nicht.
      "Was haben meine entzückenden Ohren gerade gehört...? Bestrafen?", fragte sie unschuldig, bestimmt hatte sie die beiden schon viel länger belauscht!
      "Ähm...Also...."
      Verdammt...Was sagte er denn jetzt?
      Rachel merkte doch wenn er Lügte....
      Wie viel hatte denn mitgehört...??



      "Lämmchen Cabriel der Mistkerl hat mein Eigentum zerstört und jetzt will ich ihn dafür ein Streich spielen!", antwortete Tyler ohne zu zögern.
      "Alter Tyler...", raunte Harvey genervt zu dem Sportler der total hinter seinem Motiv stand, als wäre Cabriel schmutzig und er MUSSTE ihn jetzt unbedingt säubern.
      "Uhh...Ein streich spielen?", wiederholte Rachel und hob sich nachdenklich ein Finger an die Unterlippe.
      "Das erinnert mich an etwas...", setzte sie an und tat so als würde sich wirklich nachdenken. Ihr Zeigefinger wickelte sich um eine ihre langen Rosahaarsträhnen.
      "War das damals nicht auch so, Harveylein? Mit deinem besten Freund ...Matteo?"



      Sofort spannte sich in Harveys Körper jeder Muskeln an. Verdammt, warum muss Rachel jetzt damit kommen?!
      Irrtiert sah Tyler zwischen denn beiden hin und her:
      "Wer?", fragte er sogleich. Tyler hatte keine Ahnung wovon Dick-Titti da sprach.
      "S...schon gut---"
      "Huuh? Sag bloß Harvey hat dir davon nichts erzählt?? Ich dachte ihr wärt Freunde~", gab Rachel verwundert von sich.
      Langsam wurde es unschön...
      Harvey verstand nicht genau worauf Rachel gerade aufzielte aber Tyler würde es bestimmt in den Falschen Hals bekommen und es denn Anderen erzählen....
      Er musste....
      ....Verflucht...
      Er musste um jeden Preis verhindern das irgend jemand davon wusste...



      Selbst wenn er...Dafür jemand Opfer musste.
      "HAh...Warte mal, Tyler! Ich erinnere mich gerade...Ich hab Cabriel vorhin bei den Treppen zum Dach gesehen, berstimmt ist er dort...! Da ist diese Abstellkammer direkt da neben, da übersieht man ihn schnell."
      Sofort richtete sich Tyler begeistert auf: "Was echt? Warum fällt dir das erst so spät ein?! Die Pause ist fast um...!"
      Zufrieden schulterte seinen Rucksack wo er die kleine Überraschung für Cabriel drin hatte.
      "Na siehst du Harvey! Wir arbeiten doch super zusammen! Bis später!"



      Tyler winkte beiden kurz und eilte dann zügig los. Dieses mal würde ihm dieses verdammte Lämmchen nicht entkommen!
      Harvey sah ihm nach, mit einem mulmigen Gefühl...Naja...Tyler würde bestimmt nichts zu schlimmes mit Cabriel anstellen. In Grunde hatte es dieser Schurke auch irgendwo verdient...
      Nun aber wendete er sich Rachel zu und zog sie etwas beiseite.
      "....Jetzt sag mir Rachel, was dass soll...Warum sprichst du auf einmal von Matteo? Willst du mich erpressen...?"
      Die Rauchige Stimme von Harvey wurde deutlich rauer als er seine Ex-Freundin an sah.



      Sie war wirklich das aller letzte wenn sie jetzt damit anfing....
      Doch Rachel schien sich keinerlei Schuld bewusst:
      "Dich Erpressen? Harvey! Das würde ich niemals machen, du weißt doch das ich dich aus tiefster Seele liebe!"
      Sie verschränkte ihre Arme vor ihrer Brust und sah Harvey direkt in die Augen.
      "Viel mehr mache mir sorgen...Das du sichtlich angespannt wirkst! Hast du es deinen neuen Freunden etwas nicht gesagt?
      Hast du etwa angst...? Das sie herausfinden das du ein Mörder bist?"




      "M-mörder? Was sagst du da ich bin ni---"
      "Schon gut Harveylein, du musst dich vor mir nicht verstecken...Du weißt doch das ich die so akzeptiere wie du wirklich bist! Aber...Werden das deine neuen Freunde auch? Oder dieser Yuuto? Ich mache mir doch nur sorgen um dich Harvey...."
      Ihr Ausdruck war mit ehrlicher Besorgnis erfüllt und sie griff nach Harvey Arm, mit keinen schmerzhaften druck aber soweit spürbar das er merkte das sie ihn deutlich unter Kontrolle hielt.
      "Ich finde es nicht richtig wenn du dich verstecken musst, wir beide haben so hart daran gearbeitet das du jetzt...So bist wie du bist! Du hast Freunde gefunden, die Leute um dich herum...Akzeptieren dich ohne zu denken das du sie verprügeln willst oder grausameres! Du bist dank mir jetzt so viel besser als früher. Aber ich befürchtete wenn du mich immer weiter aus dein Leben drängst wirst du wie früher werden...Du traust dich ja nicht mal denn Anderen von Matteo zu erzählen..."



      Bestimmend zog sie sich enger an ihn und ihre weichen Brüste drückten an Harvey Schulter.
      Liebevoll lächelte sie Harvey an als sie die Unsicherheit in seinen Augen ablesen konnte.
      "Sie verstehen dich einfach nicht so gut, nicht so gut wie ich es tue! Du musst bedenken, irgendwann werden sie es erfahren...Aber ich! Egal was du schreckliches tun wirst oder getan hast....Ich würde dich immer, bis an alle Ewigkeit Lieben."



      Für einen Augenblick spürte Harvey wieder ihre festen Ketten die sich an ihm klammerten. Ihm die Luft nahmen, verpackt in einem süßlichen gefährlichen Duft....
      Traurigerweise glaubte er ihr...Er konnte sich nicht vorstellen das irgend jemand außer Rachel so akzeptieren könnte. Selbst vor Yuutos Reaktion hatte er schreckliche Angst...
      Er schluckte schwer und Rachel kam ihm immer näher...
      Irgendwann...Würden die Anderen davon erfahren...Selbst sein eigener Vater hatte ihm nicht geglaubt.
      Etwas in Harvey Ausstrahlung Änderte sich...Sein Blick war Kälter.
      "...Rachel..."




      "....Verschwinde jetzt sofort aus meinem Leben oder ich bring dich um."
      Es war keine Drohung...Sondern ein dunkles versprechen.
      Das warf selbst Rachel kurz aus der Bahn, noch bevor sie was sagen konnte rieß sich Harvey von ihr los.
      "Ein Wort zu denn Anderen und du wirst das Monster in mir wirklich kennenlernen."



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      Anstelle von endgültiger Schwärze durchfuhr Harvey plötzlich eine Erinnerung.
      Sie war so...Stark das er das Gefühl hatte es selbst erlebt zu haben.
      "Wo ist er nur hin...? Er hat sich doch nicht so schnell verlaufen...Was mach ich nur?"
      Cabriels unverkennbare Stimme...
      Harvey begriff schnell das es einige Minuten zuvor gewesen musste...Bevor er Cabriel, entdeckte...Gebeugt über denn Resten von Yuutos Leiche...
      ....
      ...........
      ......................
      Aber dort war nirgendwo Yuuto zu sehen?!
      Schlimmer noch....Cabriel wurde angegriffen von einem Zombie?!?
      Es war erschreckender als die Tatsache das Cabriel ein Messer bei sich trug...!
      Doch in dem Moment, als Cabriel immer wieder auf dieses Beutetier einstach...Es fühlte sich für Harvey nicht an als wäre er Zuschauer dieser Erinnerung. Er...War selbst an der Stelle. Er konnte den griff des Messers zwischen seinen zitternden Händen spüren die er vor Anstrengung feste zusammen drückte.



      Das Gefühl wie das Messer immer wieder in denn Toten Körper trat und das dunkle Blut das überall verteilte...
      Er konnte nicht aufhören, es ging um sein Überleben...
      Im nächsten Augenblick spürte Harvey eine seltsame Schwerelosigkeit...
      Er hatte das Gefühl zu schweben und gleichzeitig endlos zu fallen...
      Was geschah....Mit ihm?
      Starb er gerade wirklich?
      Was sollten diese Erinnerungen...?
      Warum fühlte sich sein Körper auf einmal so zerbrechlich an...?



      Er konnte nicht atmen, die Welt um ihn tauchte sich in Blaue, Roter wirre Farben....
      Sein Kopf pochte schmerzhaft, fühlte sich so der Tod an?
      Ein zerreißendes, gemischtes Gefühl durch zog alles in ihm...Gedanken, Erinnerung...Gefühle...Alles schien sich in einem heftigen Strudel zu mischen.
      Aber da war etwas Fremdes...
      Da war ein Teil, der nicht ihm gehörte...
      Wer...war das...?



      War das Cabriel?
      Warum hatte er auf einmal so ein vertrautes inniges Gefühl....
      Es fühlte sich an als würde jemand seine Hand feste halten, im ersten Augenblick fühlte es sich wie ein sichere Wahrnehmung an. Doch bald war es wie ein eisernern Griff...Schmerzhaft...Es gab kein Entkommen.

      Harvey Bell

      Mit einem heftigen husten erwachte Harvey auf dem Bauch, sein Gesicht lag auf dem feuchten Waldboden....
      Er spuckte Wasser aus und richtete sich benommen auf. Sein Körper fühlte sich schwer an, vermutlich weil seine Kleidung klitschnass war.
      Verwirrt und Ortierunglos sah sich Harvey um...
      Er musste wohl ans Ufer geschwemmt wurden sein...
      Kaum wie er erleichtert sein konnte zu atmen und wieder unter denn Lebenden zu sein, fiel ihm direkt Cabriel ein.
      Verdammt, wo ist er...?!
      Doch zum Glück, nicht weit von ihm, halb im Wasser und halb am Ufer lag jemand!
      Sofort eilte er zu ihm, bevor er noch ertrinkt oder wieder tiefer in den See ruschte.
      Heuprig stolperte in die richtung aber dann...
      ...Blieb er Ruckartig stehen.
      ........
      Was zur Hölle...??!




      Entsetzt starrte auf die Gestalt am Boden...
      Das...Das...war doch er selbst!!
      Verdammt, war er...Etwa doch Tod?!
      Harvey glaubte nicht an solchen scheiß wie Geister aber...Wie konnte er hier stehen wenn sein Körper gerade dort lag!?
      Nach dem ersten schreck ging er zu ihm...Er zog ihn vorsichtig mehr aus dem See heraus.
      Aber es kostete ihn unsagbar fiel Kraft, dass es ihm nur gelang ihn auf den Rücken zu drehen.



      Sein...Körper war auch klitschnass aber, er atmete...Er Lebte!!
      Aber ...Wieso....?
      Langsam sah Harvey an sich runter, er war nicht durchsichtig oder erfüllte Andere Klitsches eines Geistes.
      Viel mehr...Merkte er das er gar nicht seine Kleidung trug...Das....Gehörte doch Cabriel?
      Er sah verwirrt auf seine zitternden Hände, er konnte in der kleidung noch restliches eingetrocknetes Blut sehen das von dem Wasser nicht rausgewaschen wurde.
      "W...was...Äh...??"



      Sogleich griff sich Cabriel an seine Kehle, seine Stimme....Was zur Hölle passierte hier gerade?!
      Sein Herz hämmerte ungewöhnlich schnell das ihm Schwindling wurde...Kurz schwankte er davon sogar. Verflucht, verlor er gleich das Bewusstsein wieder?!
      Ihm war zum kotzen zu mute, sein Magen fühlte sich an als würde er sofort auf die Panik die in ihm aufstieg rebellieren.
      Es brauchte noch etwas bis Harvey es kapierte...
      "Ich...steck in Cabriels Körper...?!"
      Würde er es nicht mit eigenen Augen sehen und spüren, würde er es nicht glauben...Wie war das möglich und warum?
      Hatte es mit dem Sturz zu tun?
      Er musste tief durch atmen, ihm wurde schon leicht schwarz vor Augen und er stützte sich verzweifelt von Boden ab bevor er das Gefühl bekam nie wieder aufstehen zu können.
      Langsam sah er das sich etwas bei Harveys Körper regte....
      Unsicher zog Harvey an der viel zu großen Kleidung von Cabriel, sie rutschte ihm ständig runter als er versuchte sich zu bewegen.
      "Hey...eh...Bist...du Wach?", fragte er heiser.



      Es war so merkwürdig die Stimme von Cabriel zu hören wenn er sprach.
      "Bist...äh... bist du das Cabriel?", fragte er nach. Es war der logische Schlussfolgerung, wenn er in Cabriels Körper steckte wird das wohl in seinen Körper Cabriel sein oder?
      Plötzlich spürte Harvey etwas schweres den Taschen von Cabriel...
      Es war das Messer.
      Die Klinge war noch Blutig als er drauf starrte...Dann...War diese Erinnerung die er gehabt hatte echt..?
      Hatte Cabriel also Yuuto nicht ermordet...?
      Er konnte sich immer noch nicht ganz sicher sein....
      "Wer nimmt so ein Messer mit zum Campen...?",murmelte er Kopfschüttelnd aber das war jetzt das kleinste Problem.
      Erst mussten sie wissen wo sie waren und dann...Musste sie das hier wieder Rückgängig machen, was auch immer es dazu kam das er in Cabriels Körper steckte. Er wüsste nicht das er oder Cabriel solche Fähigkeiten besitzen würden.
      Er sah sich um, die hohen Felsen waren einschüchternd und warfen dunkle Schatten auf sie beide...
      "Wie müssen ein weg wieder rauf finden...",stellte Harvey nachdenklich fest und senkte sein Blick wieder zu Cabriel...Der es hoffentlich war der in sein Körper steckte und nicht irgend ein verrückter Feind. Wobei er auch nicht sonderlich scharf darauf war das dieser Schurke Cabriel sein Körper beanspruchte...
      "K..Kannst du aufstehen oder bist du verletzt...?", fragte er behutsam nach.
      Believe Me ~

    • Ineb Chevrier & Izarra

      "Na schön, ich gebe dir das Trinken...Aber nur für ein Küsschen auf die Lippen~"

      Eine eisige Kälte durchfuhr Inebs Körper, die das Verlangen nach Alkohol augenblicklich verpuffen ließ. Er stieß sich von Wyatt ab, als wäre er in puren Dreck getreten. Dieser widerwärtige Perversling ... es war ja klar, dass er die erstbeste Gelegenheit nutzen würde, um ihm auf die Pelle zu rücken.

      Urgh. Da würde ich echt lieber krepieren! Merde!“, stieß Ineb mit gespieltem Würgereiz hervor. Der Schauspieler sollte genau sehen, wie abstoßend er ihn fand - so ein Angebot konnte ja nur von ihm kommen! Ineb glaubte ihn auch sofort, dass er es ernst meinte! Sobald er sich an eine Dose vergriff...würde er die ekelhaft-weichen Lippen des Schauspielers auf seinen spüren! Was für ein furchtbarer Sadist Wyatt doch war! Bevor das Pulverfass zwischen den beiden jedoch hochgehen konnte, ergriff zum Glück Oscar das Wort und entschärfte die Lage unbewusst.

      "Hach, ich kann verstehen das mein kleiner Bruder nicht gern von mir Spricht...Wir hatten nicht gerade eine einfache Kindheit, wisst ihr?"

      In Oscars Stimme schwang eine tiefe Bitterkeit mit, als er aus der Vergangenheit mit seinem Bruder erzählte. Ineb spürte förmlich, wie viel Überwindung ihn diese Worte kosteten. Kurzerhand wandte er sich komplett von Wyatt ab, um Oscar seine volle Aufmerksamkeit zu schenken. Es war eine seltene Gelegenheit, mehr über das zerrüttete Verhältnis der Bell-Brüder zu erfahren – eine Bruderschaft, die auf eine völlig andere Weise kompliziert war als seine eigene mit Louis. Als Oscar schließlich den Mut fand, von ihrem trinkenden Vater zu berichten, bildete sich in Inebs Kopf sofort das Bild eines unberechenbaren, gewalttätigen Tyrannen, der bei jeder Ablehnung Feuer spuckte. War Harvey deshalb immer so kratzbürstig? Für den Herzträger ergab das plötzlich erschreckend viel Sinn.

      "...Mein lieber kleiner Bruder Hasst eigentlich den Geruch von Alkohol..."

      Erschrocken japste Ineb auf, als erzählte Oscar ihnen gerade eine Horrorstory. Er tat was?! Mon Dieu! Ineb schaute nach hinten, da wo er die ganzen leeren Dosen hinter der Bank stapelte. Dann machte er mit seiner Handfläche einen kurzen Atemcheck. Er hasste...es?! Sofort überlegte Ineb, ob Harvey heute etwas abweisend ihn gegenüber war. Nein, eigentlich war er wie immer. Mist, wollte er etwa nicht unhöflich gegen seinen alkoholliebenden Freund sein und hatte ihn - obwohl er so ein schweres Trauma hatte - nicht weggestoßen?! Der Herzträger bekam direkt ein schlechtes Gewissen. Hatte...Harvey das je erwähnt? Er konnte sich nicht daran erinnern. Bestimmt wog die Erinnerung so schwer in seinem Herzen, dass er einfach Inebs Alkoholfahne aushielt. AH, was war Ineb nur für ein schlechter Freund, dass ihm das nie auffiel? Dabei dachte er, dass es einfach mehr Spaß machen würde, wenn alle einfach zusammen tranken. Zwang sich etwa Harvey dazu? Weil er wusste wie sehr Ineb den Alkohol brauchte?



      Oscars Erzählung über ihren tatsächlich gewalttätigen Vater ließ ihn nur wimmernder werden. Wie konnte sein eigener Vater ihn nur Mobben, weil er schöne bläuliche Augen besaß wie seine Mama! Ah...Das wäre bei den Chevrier nie der Fall gewesen, sie waren was die Beziehung angeht ziemlich normal. Probleme spricht man lieber offen an, anstatt Gewalt anzuwenden! Kommunikation war doch alles, war Harveys Vater nicht ein Arzt? Warum...war er dann nur so herzlos gegenüber seinem Sohn?

      "So war ich irgendwie immer für alles Schuld gewesen...."

      Oscar trug wirklich eine schwere Last auf seinen Schultern. Er hatte Harvey immer nur beschützen wollen und war dafür zur Zielscheibe für die ganze Aggression und den Frust seines kleinen Bruders geworden. Bei dieser Erkenntnis musste Ineb leise schniefen. Es stimmte wohl: Große Brüder verspürten immer diesen unbändigen Drang, die jüngeren zu beschützen, ganz gleich, was diese auch anstellten. Es war ein fast schon schmerzhafter, aber zutiefst natürlicher Instinkt, den Oscar ihm hier gerade live vor Augen führte. Obwohl Harvey ihm so oft die Schuld in die Schuhe schob, liebte Oscar ihn bedingungslos.

      Das ist wahre Brüderschaft, dachte Ineb und wischte sich gerührt eine Träne aus dem Augenwinkel.



      "Jedenfalls...Unsere Mutter liebte es Fotos zu machen, es war ihr größte Leidenschaft..."

      Während Ineb leise und heimlich Wyatts Jacke als Taschentuch missbrauchte, um sich tränennass und betrunken die Nase zu putzen, wurde Izarra von der schlimmsten Migräne seit Langem geplagt. Der Schmerz übertraf selbst den Moment, als ihm eine Kokosnuss an den Kopf geknallt war. Und dann war der Kokosnusstäter dieselbe Person, die auch jetzt ihm schreckliche Schmerzen verursachte. In seinem Schädel braute sich ein gefährliches Gewitter zusammen. Und das alles nur, weil Oscar dabei war, die Wahrheit geschickt unter einem Berg aus Lügen zu begraben. Jedes Wort fühlte sich für Izarra wie ein schmerzhafter Stromschlag an. Er musste all seine Beherrschung aufbringen, um den Mann nicht einfach anzubrüllen, dass er endlich stoppen sollte. Nicht jedes Wort war gelogen – die Geschichte über seine Mutter und das Fotografieren entsprach wohl der Wahrheit. Doch je länger Oscar sprach, desto mehr verließen Izarra die Kräfte, überhaupt noch zuzuhören. Jegliches Vertrauen in Oscar löste sich in Luft auf. Dieser Typ war definitiv nicht hier, um Harvey alles Gute zu wünschen. Dieser große Bruder war brandgefährlich ... Es war die Pflicht des Lehrers seine Schüler vor eine Katastrophe zu beschützen, solange er noch konnte.




      Plötzlich zerriss ein markerschütternder Schrei aus dem Wald die Stille. Ineb schreckte hoch und hechtete panisch hinter Wyatts Rücken. Sein Herz schlug ihm bis zum Hals, während er wild blinzelnd die Umgebung absuchte. Die Blicke der gesamten Gruppe richteten sich auf die Baumkronen, aus denen ein riesiger Schwarm Vögel in panischer Flucht aufstieg. Trotz seiner rasenden Kopfschmerzen waren Izarras Sinne schlagartig geschärft. Sämtliche Alarmglocken in ihm läuteten. Dieser Schrei ... er war weder menschlich, noch stammte er von einem Tier.

      "Vielleicht....Sollten wir mal nach den Anderen sehen?"

      "S-sollten...wir? Ah...Ja...Schon...", wisperte Ineb verängstigt und wurde zu Wyatts Schatten. Wer wusste schon was es für eine Schrei war? Vielleicht eine ganzen Menschenmenge, die bestimmte Opfer suchte? Der Herzträger erhielt Gänsehaut.
      Bevor er aber etwas den Mut wieder aufschnappen konnte, hörten die Jungs wieder ein lautes Geräusch, direkt neben ihnen!
      Oscar fiel zu Boden, über ihn rieselten helle Sternchen, die sich langsam auflösten. Nebendran war Izarra, der sich direkt zu ihm kniete, um sein Atem zu überprüfen.
      "W-was?", fragte Ineb entgeistert und verstand die Welt nicht mehr. Doch Izarra seufzte auf, als der große Mann begann laut zu schnarchen. Oscar schlummerte friedlich und war durch sein Schnarchen fast lauter, als die Vögel selbst.



      Izarra holte rasch seinen Koffer, um von dort aus Werkzeuge zu holen, um Oscar gleich hochzutransportieren. Er konnte ihn ja nicht auf der kalten Erde lassen, egal wie verbittert er doch log und was für ein schweres Leben er ihnen wahrscheinlich machen wollte. Doch bevor er begann sah er zu den Jungs schuldig auf, unbeholfen griff er sich am Nacken.

      "...Wir müssen uns darauf einstellen, dass der Schrei im Wald nach einem Kampf für die WITCH klingt. Wir brauchen da...keine Zuschauer, weshalb ich ihn ein wenig schlummern lasse. Außerdem...sollten wir ihn nicht alles glauben, der Kerl erzählt viele Lügen...Am besten fragen wir später auch Harvey nach seiner Perspektive..."



      Durch eine magische Aura, die aus einer Flasche kam, die Izarra öffnete wurde Oscar plötzlich hochgehoben. Wie von einer Wattewolke wurde er in das nächste Zelt gebraucht, zur Sicherheit schließt Izarra nochmal das Zelt. Oscar war ein Problem für später.

      "... Zuerst müssen wir Harvey, Cabriel und Yuuto unbedingt finden!"

      ....
      ________________________________________________________________________

      Cabriel Valentine




      Hustend und röchelnd verzog Cabriel das Gesicht– es fühlte sich an, als würde er ertrinken, als stünde ihm das Wasser tief in den Lungen. Doch die Bilder der Vision ließen ihn einfach nicht los. Sie brannten sich in seinen Geist, noch bevor sich sein Atem beruhigen konnte. War das ein Traum? Nein, dafür war es viel zu real...auch wenn die Träume ebenfalls lebensecht waren. Das Erschreckendste aber war: Er war nicht er selbst gewesen. Er hatte alles durch Harveys Augen gesehen. Er war ein Moment gewesen, wo er selbst nicht dabei war. Wenige Tage nach den Vorfällen aus Inebs Traum. Minuten vor dem, was in der Abstellkammer mit Tyler und ihm selbst geschehen war. Cabriels Gedanken überschlugen sich, versanken in einem tosenden Meer aus Chaos und Zerstörung. Und die leider vertrauten Stimmen hallten unerbittlich in seinem Schädel nach.

      "Wir geben uns doch keine Schuld, nicht unter Freunden...Oder?"

      Das Teamwork von Harvey und Tyler, dass durch Wyatts 'Unfall' nur noch stärker wuchs. Wie ein Klebstoff, der sich nicht mehr lösen schien. Es begann in seinem Traum und nur Cabriel verstand als einziger von den WITCH wie gefährlich die zwei Männer sein konnten. Um seine eigene Haut zu schützen taten sie alles.

      "HAh...Warte mal, Tyler! Ich erinnere mich gerade...Ich hab Cabriel vorhin bei den Treppen zum Dach gesehen, berstimmt ist er dort...! Da ist diese Abstellkammer direkt da neben, da übersieht man ihn schnell."

      Doch obwohl Cabriel sowieso schon schlecht über den Feuerwächter dachte, zog sich sein Magen bei diesem...Verrat innerlich zusammen. Es war wie ein Verkauf für den Schutz von Harveys eigenen Geheimnis. Jetzt verstand er wieso ihn Tyler an so einem Ort fand. Nicht einmal Samuel hatte ihn verraten, er wusste wie grob Tyler werden konnte. Und er war grob. Eigentlich sah es Cabriel als seine eigene Strafe an, doch mit dem neuen Wissen sammelte sich nicht nur die Akzeptanz in ihm auf. Es war...Wut...Sie hatten Wyatt nie die Wahrheit erzählt, hatten ihn weiterhin als schusselig behandelt, nur weil er freundlich zu ihnen war. Nutzen seine Gutherzigkeit einfach aus. Vor allem Harvey...spielte den Helden, der zwar tat als rettete er jeden, doch eigentlichschafften es nur die auserwählten Menschen als Einziges in sein Schiff. Alle anderen sollten für ihn untergehen. Er war...der typische Held der Welt.

      "War das damals nicht auch so, Harveylein? Mit deinem besten Freund ...Matteo?"

      Doch auch eine neue Seite wurde ihm offenbar, die erst sogar Cabriel für unmöglich hielt, obwohl er nur schlecht über den Bell dachte. Doch seine Exfreundin sprach es so kalt über ihre Lippen, dass sogar der Luftwächter spürte wie kalt es in der Erinnerung wurde.

      "...Hast du etwa angst...? Das sie herausfinden das du ein Mörder bist?"

      Ein Mörder? Ein eisiger Schauer jagte über Cabriels Rücken. Matteos Mörder. Der Mörder seines eigenen... besten Freundes. Sein Magen zog sich krampfhaft zusammen und ihm bekam das Gefühl als wurde ihm speiübel. Schon der bloße Name ließ den alten Schmerz in ihm hochkochen, doch er musste sich zwingen, keine voreiligen Schlüsse zu ziehen. Das musste ein Zufall sein. Ein grausamer, unmöglicher Zufall, der den Luftwächter jeglichen Glauben nehmen würde. Den Glauben Harvey irgendwann als wirklichen Feuerwächter zuerkennen... Cabriel klammerte sich verzweifelt an die Hoffnung, dass Rachel von einem anderen Matteo sprach. Sein Matteo war tot, zu früh aus dem Leben gerissen. Aber die Gedanken ließen sich nicht stoppen: Harvey war im gleichen Alter. Er war auf dieselbe Schule gegangen, auf die auch einst Matteo gegangen war. Die Wahrheit schnürte Cabriel die Kehle zu. Harvey war der Mörder? Matteos Mörder?
      Zu voreilig, Cabriel! Wenn du falsch verurteilst...wirst du niemals ihre wahren Fehler kennen...

      "Hey...eh...Bist...du Wach?"

      Panisch riss Cabriel die Augen auf. Kalte Wassertropfen rannen sein Gesicht hinunter. Hatte er da soeben seine eigene Stimme gehört? War das wieder einer von Jeremys kranken Streichen oder verlor er nun völlig den Verstand? Sein Blick wanderte nach oben zu einem Himmel, der sich bedrohlich verdunkelte – ein perfektes Spiegelbild des Sturms, der in seiner eigenen Brust tobte.

      "Ah...", krächzte er mit einer rauen Stimme hinaus, die ihn selbst nochmal ein unheimlichen Schrecken verpasste. Wie ein Wolf, der die Kreide gefressen hatte, es aber einen gegenteiligen Effekt auslöste. Seine Stimme klang...tiefer.



      Langsam, fast zögerlich, drehte er den Kopf zur Seite. Der Atem stockte ihm. Er erstarrte vor Schreck. Da drüben stand ... er selbst. Sein eigener Körper, der ungeschickt an den Ärmeln herumzupfte, als wäre ihm die Kleidung plötzlich zu groß. Sein Verstand brauchte quälende Sekunden, um diese Absurdität als Realität zu akzeptieren. Erst als er an sich selbst herabblickte, traf ihn die grausame Wahrheit. Er steckte nicht in seinem Körper. Die Kleidung, die er trug ... das waren Harveys Sachen.

      "K..Kannst du aufstehen oder bist du verletzt...?"

      Zuerst reagierte Cabriel nicht auf seine eigene Visage, er brauchte einen längeren Moment um nicht sofort wegzurennen. War er in einem Horrorszenario gefangen? Er kroch näher zur Wasserfläche um sich selbst zu begutachten, ohne Harvey jegliche Beachtung zu schenken, denn war es verdammt nochmal gruselig. Im Wasser...spiegelte sich nicht sein Gesicht wieder, sondern das des Feuerwächters. Ungläubig tastete er sein Gesicht ab, berührte sein nasses, verwuscheltes Haar...seine leichten Muskeln am Oberarm... und die großen Wangen, die dem Feuerwächter ein Babyface gaben, dazu noch diese kugelrunden Augen. Er...Er war...Harvey geworden?
      Sofort stieß in ihm eine Erinnerung auf. Die Erinnerung eines Körpertausch, dass Ineb mit Beni widerfahren war. Es war so ein absurdes Thema, dass sie nie wieder darüber sprachen - später stellten sie sowieso fest, dass Beni und Ineb irgendwie...eigentlich eine Person waren. Beziehungsweise wusste Cabriel nicht einmal, ob es die anderen WITCH überhaupt realisiert hatten in dem Traum, oder ob sie es einfach ignorierten. Sie hatten nicht einmal Wyatt alles erklärt, was im Traum geschah.
      Doch...genauso magisch und völlig zufällig wie es bei Ineb war...geschah es bei den zwei Wächtern. Sie tauschten die Körper ohne zu wissen wieso. Cabriel steckte in dem Körper eines...Hel...d..e...n..

      "....Verschwinde jetzt sofort aus meinem Leben oder ich bring dich um."

      Eines...

      "Ein Wort zu denn Anderen und du wirst das Monster in mir wirklich kennenlernen."

      Eines 几ѕтⓡѕ.

      "Tut mir Leid, ich brauchte gerade einen Moment...um nicht...den Verstand zu verlieren.", gab Cabriel leise zu - seine Stimme war dabei so leise, wie man es früher nur von Harveys Anfangsphase gewohnt war. Langsam stand er auf, doch drehte er sich nicht sofort zu Harvey um. Seine Augen blickten zum See, während der Wind seine Jacke nach hinten wehte. Es war so...als blieb die Zeit in diesem Moment fest. Cabriel...machte einen kleinen Entschluss mit sich selbst aus. Er nahm es...als Schicksal auf. Das Schicksal wollte, dass sie Körper tauschten. Weil nur...Cabriel dazu in der Lage war Harvey und sich selbst gut genug zu bestrafen. Er wusste auch sofort wie er es angehen würde. Mit dieser Wut in seinem Herzen, die er noch nie so stark in seinem Herzen empfand. Er verstand wieso Harvey so schnell einen Waldbrand hervorrufen konnte. Cabriel...verstand so einiges.



      Ganz langsam, mit einer fast schon erschreckenden Ruhe, wandte er sich Harvey zu. Dieser starrte ihn an – mit dem erbärmlichsten, hässlichsten Gesicht, das Cabriel sich vorstellen konnte. Es war sein eigenes. Ein tiefer Selbsthass stieg in ihm auf und schnürte ihm den Magen zu. Und doch mischte sich eine verdrehte Genugtuung in seine Übelkeit. Diese schwache, jämmerliche Hülle war für diesen Moment nicht sein Problem. Gerade konnte er sich von der Cabriel-Rolle lösen. Von Lämmchen. Und als Sahnehäubchen obendrauf? Er hatte das unbezwingbare Monster Harvey in ein Gefängnis aus zerbrechlichem Porzellan gesperrt. Mit Cabriels Körper konnte Harvey rein gar nichts anfangen. Die Stimme war brüchig, die Muskeln schwach, der Körper völlig talentlos. Wenn er noch im Verstand gebrochen wird und seine Persönlichkeit genauso erbärmlich wie die eines Tieres sein würde...wäre er nichts weiter als wertloser Dreck. Doch die wahre Folter stand Harvey erst noch bevor, wenn der kranke Geist anfing zu rebellieren. Denn mit einem Schlag wurde Cabriel etwas bewusst: Jeremy war verschwunden. Auch seine Mutter versteckte sich nicht hinter einen der Bäume. Keine Katzen die ihn verfolgten. Cabriel war in diesem Moment froh, dass Tyler die Tabletten weggeschmissen hatten, als sie das Auto entladenen, weil er sie...für nicht nötig hielt.

      "Hmm? Was meinst du?", fragte er so monoton und langsam, während er ihn immer näher und näher kam. Der Größenunterschied machte sich erkenntlich, für das erste Mal wusste er wie es sich anfühlte einer der Größeren zu sein. Er hielt Harvey an den Schultern, packte ihn fest und sofort wurde ihn seine neue Stärke bewusst.
      "Hast du...etwa deine Tabletten vergessen? Schon gut, ich werde auf dich aufpassen...Mir sind ja meine Kameraden sehr wichtig, auch wenn du in letzter Zeit für viel Ärger gesorgt hattest........C-A-b-R-i-E-L.~"



      Bevor Harvey auch noch sprechen konnte, schloss Cabriel ihn mit seiner Handfläche den Mund. "Psst...Ruhig....", wich seine Stimme so leise, als glich sie dem eines Sensenmannes. Mit den nebelblauen Augen sah er genau in seine grässlichen, die entweder blau oder grün wirkten. Er sagte seine Drohung so leise, als ahnte er schon, dass sie bald Gesellschaft haben könnten:

      "Du verstehst die Lage bestimmt, du bist kein Idiot...Deshalb jagt dir Tyler mit wedelnden Schwanz hinterher... und Ineb lässt sich sogar von missbrauchen, obwohl er davon ein Trauma erlebt hatte...Dir wird schnell verziehen und misstrauen tuen nur die Menschen, die hinter deine Fassade blicken, dein wahres Gesicht...das eines...Mörders..."

      Er hatte schon einmal Harvey die Fakten auf den Tisch gehauen, aber er musste es gerade einfach nochmal tuen. Denn...konnte er es mit einer viel ernst zunehmenderen Stimme machen, Harveys eigenen. Er fühlte sich zum Ersten Mal, so viel furchteinflößender...so wie er gerne sein wollte. Geheimnisvoll setzte er weiter an, während er Harvey umkreiste, wie ein Jäger der seine Beute endlich gefangen hatte.

      "Was glaubst du wie viel Zeit ich wohl brauche, um hier alles mit MEINEN Kräften in Schutt und Asche zu fegen, wenn du mich...wütend machst? Ich war schon seit meiner Mittelschule ziemlich...unzähmbar, Matteo konnte es bestimmt bestätigen."

      Natürlich bluffte er da, wer wusste schon ob seine erbärmliche Seele dazu überhaupt in der Lage war ein kleines Feuerchen zu machen. Aber genau mit der Ungewissheit spielte Cabriel, damit Harveys Herz nur höher schlug. Es sollte ihn aus der Brust fallen. Am besten sollte er in seinem Körper gleich unter gehen, aber diesen Gedanken verstrich er...fürs Erste. Wichtiger war die Strafe. Er musterte Harvey, bis er ihn dann leise über den Kopf streichelte, da er ihn aussprechen ließ. Leise und behutsam - fast liebevoll- strich er über seinen eigenen Kopf, sowie es immer Sam machte...oder Tyler...wer wusste das schon.

      "Du begreifst, richtig? Ja...das ist ein braves Lämmchen. Wenn du auch nur bei den Anderen unsere Namen vertauschst...werde ich erst dein Geheimnis herausplaudern und sie dann alle außer dich...in Flammen setze...bis ich mir dann nach meinen weiteren Morden die Zunge abbeißen werde...Damit du für immer...das Leben eines Schurken führen darfst.", demonstrativ streckte er leicht seine Zunge aus, seine Augen wirkten kalt und ohne jegliches Gefühl. Was meinte er nur ernst? Was war gespielt? Wollte Harvey es herausfinden? Harvey hatte keine andere Wahl als auf ihr Spiel sich einzulassen, wenn er weiterhin der Held der Geschichte sein wollte.



      Kurz fügte er noch etwas ein, was diesmal etwas fachlicher klang. Beinahe so als könnte es auch eine Art Experiment werden.

      "Eventuell hilft es uns...mehr unser Handeln zu begreifen. Wir müssen als Team zusammenarbeiten...Auch mir sind die WITCH für mein eigenes Ziel wichtig. Ob du mir nun vertraust oder nicht hängt von dir ab... Ich verspreche auch für unsere Freunde da zu sein, sowie du es auch sein würdest...Und du...musst nichts anderes tuen, als... Lämmchen zu sein. Einfach, oder? Eventuell erkennst du so etwas neues in mir...und ich in dir? Wer weiß... Sobald ich zufrieden bin...werde ich einen Weg finden mit dir zu tauschen...Nicht einmal ich bin so ein herzloser Mensch, dass ich jemanden mein Leben schenken würde...Es sei denn du...provozierst mich..."



      "Heeeeeeeey---! Ich sehe sie!! Alloooo!! Allooo!! Die sind da unteeeeeen!", rief plötzlich eine sehr hysterisch aber auch ziemlich müde Stimme von oben. Es war ganz klar Ineb, der ihnen von oben auch zuwinkte.



      "Ah...Cabriel, unsere Rettung ist da!", spielte Cabriel sofort mit ein und winkte Ineb direkt zu. Alle waren da, bis auf Harveys Bruder. Perfekt, der hätte Cabriel tatsächlich gefehlt, er verstand ihre brüderliche Bindung noch nicht ganz.



      Sofort halfen die Witch wie auch Izarra die zwei armen Jungs wieder nach oben. "Was ist nur passiert? Ihr seid ja ganz nass!", fragte Ineb als er beide so anblickte - sind sie planschen gegagnen?!
      Izarra wischte sich den Schweiß von der Stirn. Puh, also ein Fehlalarm.

      "Also habt ihr so geschrien, als ihr ins Wasser planschen gegangen seid? Männer und ihr Extremsport...Haha, hättet uns doch vorher bescheid geben können.", lachte Izarra auf als akzeptierte er direkt diese Realität als die richtige. Ach wie schön! Kein Angriff! Keine Toten! Keine Magie, die er bereits seit einiger Zeit deutlich wahrnahm, die nicht zu den WITCH gehörte.



      "Nein.", unterbrach Harvey sofort, sodass Izarras Lachen fraglich verstummte. Der Ernst war in Harveys Augen klar zu erkennen. Erst dann bemerkte Ineb, dass Harvey beim hochklettern nie die Augen von Cabriel gelassen hatte. Sogar jetzt noch...hielt er ihn an seinem Arm fest. Wie ein Polizist, der einen Verdächtigten verhaftete. Beim genauen Abchecken erschrack Ineb daraufhin. "Ca-abri--iel...ist das etwa..."

      "...Blut. Genau das ist es...Die Wahrheit ist...Das wir nicht planschen gegangen waren. Ich bin Cabriel nämlich hinterher, er war gerade dabei von einem... Mord zu fliehen.", raunte Cabriel fest aus und zog dabei Harvey fest zu sich. "Ich habe ihn blutverschmiert neben einer Leiche gefunden...Ich...ging sofort aus...", die nächsten Worte fielen Cabriel sehr schwer, denn stimmte es auch. "...das er Yuuto ermodet hatte...den lag sein Stofftier genau in der Blutlache."



      Izarra erschrak, denn entsprach alles der feinen aber schrecklichen Wahrheit. Auch Cabriel war sich nicht sicher, ob...er nicht aus Halluzinationen sich nur einen Zombie vorstellte und es tatsächlich Yuuto war, den er er umbrachte. Vor solch einem Szenario hatte der Luftwächter immer Angst. Das er irgendwann...sich selbst...erneut... nicht mehr beherrschen konnte... Er musste jeden Tag mit Angst leben sein eigenes SELBST zu verlieren. Zu jemand werden, den er am meisten verabscheute. Fest biss sich Harvey in die Unterlippe, er braucht einen Moment um weiter zu sprechen.

      Geschockt riss Ineb den Mund auf. Er sah fassungslos zu Cabriel, das Blut war definitiv da und Izarra hätte ihnen schon erzählt, wenn er lügen würde. "A-a-a-aber.....Aber...", begann Ineb zu stottern, seit seinem Traum war es ihm nur wichtiger geworden ,dass sie ein Team werden. "B-bist du dir auch ganz sicher...?", fragte er so naiv nach als versuchte er sich selbst davon abzubringen den Luftwächter direkt in eine Schublade zu stecken. Noch dazu...wäre es ein Schock, wenn Yuuto tatsächlich tot war.



      "Eventuell...War es nur ein Missverständnis?", fügte Izarra hinzu, der auf keinen Fall aus den WITCH schlecht denken wollte. Er brauchte nur zu Cabriel aufzusehen und zu wissen, das ser doch niemals jemanden töten konnte. Doch kein Luftwächter!

      "Ich weiß es nicht. Ehrlich, ich bin total fertig...", gab Cabriel ermüdet von sich und blickte leicht zu Boden. Da war wieder diese eiskalter Blick, den er nicht verbergen konnte. "Bitte...könnt ihr mir helfen Yuuto zu finden? Ich möchte an Cabriels Unschuld nicht zweifeln, jeder hat.......eine Chance verdient.", dabei sah er kurz zu Harvey auf, er wirkte noch nie so finster wie jetzt als wollte er ihn damit etwas sagen.



      "Dennoch könnte es sein, dass Cabriel ihn getötet hat. Es fehlen die konkreten Beweise, anders kann ich es nicht beurteilen. Deswegen habe ich einen Plan ausgedacht. Wir bilden zwei Suchgruppen: Ineb, Wyatt und Izarra suchen in der nähe vom Camp, damit ihr immer wieder Zuflucht habt. Tyler, Cabriel und ich suchen weiter weg...in der Nähe des Abgrundes.", schlug Cabriel einen Plan war, den Ineb nur zum Schlucken brachte. Er konnte es nicht fassen, dass dieser Horror gerade Wirklichkeit wurde und sie sogar einen Suchtrupp bildeten.

      "Das...Klingt nach einer guten Idee, Harvey."
      , dabei sah er zu 'Cabriel' mit einem leichten Lächeln, als wollte er ihn aufmuntern. "Keine Sorge. Wir alle glauben daran, dass du unschuldig bist und es Yuuto gut geht! Im Nu haben wir ihn gefunden!"

      Izarra versuchte es wirklich noch positiv auszudrücken. Er wollte nicht in Hysterie verfallen, auch wenn es das Blut nicht erklärte. Schon allein für Harvey wollte er die Ruhe bewahren, denn wusste er wie viel ihn Yuuto bedeutete. Er konnte zwischen ihnen wahre Liebe spüren, Eros wäre sicher ganz vernarrt wegen ihnen!

      "Ähm ja! Wir geben unser bestes! Zeit unser...Teamwork zu zeigen..! Alle für einen und alle für...alle! Ist doch klar! Komm schon Wyatt, du musst mir beim Laufen helfen! Arme Mädchen wie Yuuto darf keiner so lange alleine lassen!"



      Es dauerte nicht lange bis die drei Männer eilig zurück zum Camp marschierten. Das Einzige was Cabriel ausließ waren die Zombies, denn wusste er nicht, ob er sie einbildete oder nicht. Er zweifelte an seinem eigenen Verstand, deshalb schluckte er diese Warnung hinunter, weshalb er eigentlich als Erstes von Harvey davongerannt war.

      In dem Bruchteil einer Sekunde, als die Männer verschwunden waren, fiel Cabriels Maske. Schluss mit der Schonfrist. Harvey würde niemals begreifen, durch welche Hölle Cabriel all die Zeit gegangen war, wenn er ihm nicht unmissverständlich zeigte, was es bedeutete, in diesem Körper zu stecken. Mit einem brutalen Ruck griff er in seine eigenen, einst vertrauten Haare und riss Harvey gewaltsam zu Boden.
      „Bleib.“, zischte er wie ein Dompteur, der einen räudiges Schaf abrichtete. Dann wandte er sich ab, um sich voll und ganz auf Tyler zu konzentrieren. Izarra war weg, der Weg für seine Lügen war endlich frei.
      „Wir beide sind die Einzigen, die begreifen, wozu so ein ... dreckiges Tier fähig ist.“, säuselte er Tyler verschwörerisch zu. „Ich vertraue dir, Tyler...wir sind die Einzigen, die überhaupt etwas drauf haben . Die anderen sind viel zu weich... Wenn wir nicht aufpassen, werden sie wegen dieses Abschaums da alle noch draufgehen...“Obwohl du ihn schon einmal bestraft hast...bleibt er immer noch so unerzogen. Ob er Yuuto getötet hat oder nicht...Er verdient schon jetzt eine Strafe, meinst du nicht?"



      Dann wurde er für extra lauter, damit auch Harvey alles mitbekam. Alles, damit er seiner Rolle bewusst war.

      "Auch ich wollte Cabriel vor einigen Tagen bestrafen, doch...hatte er mich angefleht es nicht zu tun. Aus Angst...tischte er mir eine Lüge nach der anderen auf, in der du eine große Rolle gespielt hast, Tyler. Weißt du was er mir sagte?"

      Wie eine Puppe neigte Cabriel sein Kopf weiter zu Harvey, obwohl er das Feuer war...wirkte er so kalt wie Eis.

      "Er erzählte mir, dass du dich damals als Samuel ausgeben hast...Ihn mit einer Wolfsmaske hinterher bist...und ihn öfters missbraucht hast. Das sein erbärmlicher Zustand...nur dir und Sam zu verdanken war. Er wollte dich als Sündenbock aufstapeln und erzählte mir eine Lüge, damit ich...Mitleid bekomme. Doch ich...vertraue keinem Schurken."
      S̶͙̽m̷͔̑ḭ̸̸̸̸̸̶̵̴̵̞͖̝͔̖̝͕͆̈́ͤ͛ͪ͊ͭ̒ͦͫ̊ͮ͆̚͢͜͢͝l̵̵͓͕̋ͮ͂ê̷̸̷̴̵̲̼̰̭̞ͤ̽ͧ̋ͦ͂ͫ̃ ̶̳̃l̴͇̇_̷̶̷̷̴̴̝͕̲̣̭̾ͩͥͤ̎ͧ͂ͧ̒̕͝ͅí̶̙_̷̴̵̷̷̴̖͎̱̲͉͐ͭ͌ͣͬ͋ͫ̕̚͢͝ͅk̵̸̴̷̸͉̜̠̙̮̍ͧ͛ͥ̔ͬͭ̋͠ě̴̷̷̸̷͍͎͇̲ͭͯ̓ͥ͑ͮ̀͜͠ ̸̳͐y̶̶̶̸̻͍̱͖ͦ̀̓ͪ̇͢͝o̴̴̶̶̵̸̵̶̧̡̦̠̝͔͕̎ͧͨ͐ͪ̈́ͧͮ͊ͩ̍ͭ̓͝͝ͅu̷̶̴̜̤̩̔ͮ̀ͭ͝ ̴̖̌ṁ̴̷̷͚͉͇ͧͤ̾͘_̸̟̈́ę̸̵̸̢̭́̋ͥ͊͢ȧ̵̴̖̝ͬ̍ṋ̸̵̸̶̢̙͍̂ͤͦ̃ͪ̀͝ ̶̥̉i̴̳͛t̴̴̶̛̪̬̖ͪ͛̍͢!̸̶̵̶̘͚̰̪̊ͯ̏ͥ̉̍͢

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    • Harvey Bell & Tyler Wang-chi & Wyatt Carson Lyons

      "Tut mir Leid, ich brauchte gerade einen Moment...um nicht...den Verstand zu verlieren."
      Harvey nahm respektvoll etwas abstand...Stimmt, diese ganze Sache war bestimmt für Cabriel auch nicht ganz ohne zu verarbeiten!
      Er wusste nicht einmal ob er nicht sich entschuldigen sollte das sie nun hier hinunter gestürzt waren...Aber es hatte viel zu eindeutig ausgesehen! Wie konnte er da bitte ruhig bleiben?!
      Er nahm ein tiefen Atemzug und beobachtete Cabriel dabei wie er für einen Moment einfach nur dort stand.
      Es war wirklich merkwürdig sich selbst so zu sehen...Irgendwie fand Harvey schon das er ziemlich cool aussah dafür das sie gerade beide in den Tod gestürzt waren! Vielleicht wurden sie ja doch langsam zu wahren Wächtern...Und waren abgehärteter.
      Allerdings...So wie sich Cabriel sich langsam zu ihm umdrehte, sein Herz schlug sofort schneller...Es lag bestimmt an Cabriel das seine Haltung so unheimlich, einschüchternd wirkte oder...? So sah er doch nicht für Andere aus....Oder?
      Doch statt das sich Cabriel nach der kleinen Pause ihrer Situation in klaren wurde fragte er ihm ernsthaft was er meinte...!?
      "Häh...?"
      Als wäre es nicht noch bizarr genug packte ihn sein Ebenbild nicht gerade sanft an denn Schultern.
      "Hast du...etwa deine Tabletten vergessen? Schon gut, ich werde auf dich aufpassen...Mir sind ja meine Kameraden sehr wichtig, auch wenn du in letzter Zeit für viel Ärger gesorgt hattest........C-A-b-R-i-E-L.~"
      ....
      Was zum Fuck...?



      Entgeistert starrte Harvey denn größeren an. Was laberte er denn da gerade für ein scheiß?!
      Doch bevor Harvey auf diese ziemlich bescheuerte, unpassenden Rollenspielchen etwas erwidern konnte brachte ihm sein eigene Hand zum schweigen.
      Viel zu fest presste sich die Hand auf seine Lippen, was stimmte mit Cabriel nicht?!

      "Du verstehst die Lage bestimmt, du bist kein Idiot...Deshalb jagt dir Tyler mit wedelnden Schwanz hinterher... und Ineb lässt sich sogar von missbrauchen, obwohl er davon ein Trauma erlebt hatte...Dir wird schnell verziehen und misstrauen tuen nur die Menschen, die hinter deine Fassade blicken, dein wahres Gesicht...das eines...Mörders..."
      Langsam begann es Harvey zu dämmern...
      Ein Eiskalter Schauder überlief ihn...
      Fuck...
      Er hatte Cabriel erneut wieder vollkommend falsch eingeschätzt.
      Wollte dieser verfluchte Schurke diese Situation jetzt ernsthaft ausnutzten?!



      Anstatt das sie vernünftig mit dieser Situation umgingen, hatte Cabriel nichts besseres zu tun als ihm jetzt diese Worte entgegen zu drücken!
      Cabriel war doch hier der Mörder auf der Flucht!! Nicht er---
      "Was glaubst du wie viel Zeit ich wohl brauche, um hier alles mit MEINEN Kräften in Schutt und Asche zu fegen, wenn du mich...wütend machst? Ich war schon seit meiner Mittelschule ziemlich...unzähmbar, Matteo konnte es bestimmt bestätigen."
      Der viel zu zerbrechliche Körper in Harvey drin steckte begann unkontrollierbar zu zittern...
      Das ganze verlief nun in eine vollkommend schockierenden richtung...
      Er hatte gar nicht an ihre Kräfte Gedacht!
      Harvey selbst hatte doch seine Probleme sie zu kontrollieren, sie war gefährlich...Was würde jemand wie Cabriel damit anstellen?!
      Hatte Cabriel überhaupt die Kontrolle über seine Emotionen? Zugeben er wirkte immer sehr monoton....Da war das Risiko vielleicht geringer aber wenn er jetzt schon damit drohte?!
      Dazu noch...Woher kannte er denn Namen von Matteo??
      Hat...Er auch ein teil seiner Erinnerungen bekommen??



      Schwer musste Harvey schlucken, die Lage begann ihn zu überfordern...Er musste ein klaren Gedanken finden, damit durfte Cabriel nicht durchkommen!
      Beinahe zu zärtlich legte sich die Hand seines eigentlich Körper auf sein Kopf...Was zum Henker soll das denn jetzt???
      In ersten Moment drohte er ihn und in nächsten Moment das hier?!
      Irgendwie aber fühlte sich die Gestik zu erschreckend gut an...Beinahe vertraut wie ein altes Ritual.
      "Du begreifst, richtig? Ja...das ist ein braves Lämmchen. Wenn du auch nur bei den Anderen unsere Namen vertauschst...werde ich erst dein Geheimnis herausplaudern und sie dann alle außer dich...in Flammen setze...bis ich mir dann nach meinen weiteren Morden die Zunge abbeißen werde...Damit du für immer...das Leben eines Schurken führen darfst."
      Doch die liebevolle Geste passte nicht zu denn Worten die von Cabriel kommen...Sie waren sogar abartig makaber als würde dieser Mistkerl gerade zum ersten mal sein wahres Gesicht zeigen!!
      Oder Provozierte er ihn gerade nur?!
      Harvey spürte wie ihm erneut Schwindling wurde...Am liebsten hätte er ihn dafür geschlagen!


      "D..das...kannst du n---", versuchte er zu sprechen aber irgendwie fühlte sich jedes Wort wie ein Körperlicher Act an. Als müsste er jede Silbe hinaus würgen, ein bitteres Geschmack breitete sich in seinem Mundraum aus...
      Warum hörte sein Körper nicht auf zu zittern?!
      Auch sein Herzschlag ging ungebremst weiter als wollte es von innen seine Rippen brechen!!
      Er wollte und sollte bei diesem kranken Schauspiel mitmachen...Aber warum hatte er dieses ungutes Gefühl das Cabriel seine Worte wahr werde ließ??
      Selbst wenn er nicht in der Lage war alles und jeden zu verbrennen...
      Sein...Geheimnis zu verraten oder sich selbst zu verstümmeln war kein Hexenwerk...
      Leider hatte er auch das Gefühl das Cabriel nicht viel von seinem eigenen Körper etwas hielt...Er konnte ihn schlecht mit der gleichen Drohung kommen...
      Es war ein komplettes Desaster...!

      "Eventuell hilft es uns...mehr unser Handeln zu begreifen...."
      Harvey hörte ihm nicht mehr wirklich zu...
      Sein Herzschlag dröhnte ihm in seinen Ohren und mit unterdrückten Wut blickte er zur Seite.
      Er sollte...ernsthaft so tun als wäre er Cabriel??
      Dieser verdammte Arschloch, wichser...Mistkerl....Er wollte ihm alles an denn Kopf werfen!!



      Aber er durfte nicht riskieren ihn wütend zu machen, was machte Cabriel überhaupt wütend??
      Bis her schien ihn nur seine Heldentaten ihm gegen denn Strich zu gehen...Vermutlich sollte er nichts riskantes versuchen.
      Es war besser zur sicherheit der Anderen...
      Kaum zu glauben das die Erscheinung von Beni in Inebs Körper wesentlich weniger Probleme gemacht hatte als Cabriel innerhalb weniger sekunden.
      Er glaubte nicht daran das Cabriel mit ihm ein Weg finden würde diesen Körpertausch rückgängig zu machen. Er musste es selbst herausfinden...Leider erinnerte er sich nicht wie es damals mit Ineb und Beni war....Aber vielleicht was dies hier auch was vollkommend anderes....

      Doch wie eine Erlösung die viel zu früh kam, ertönte die Stimme von Ineb. Die Anderen!
      Eigentlich würde sich Harvey darüber freuen wäre da nicht....--
      "Ah...Cabriel, unsere Rettung ist da!"
      Verdammt....
      Cabriel stieg sofort in die Rolle ein, sein Körper zitterte noch immer und seine Kehle war wie fest geschnürt. Er befürchtete sogar wenn er die Worte hinaus zwang das er sich übergeben muss...
      Aber vielleicht hatte er glück...Die Anderen könnten vielleicht erkennen das etwas nicht stimmt!
      Dann konnte Cabriel seine sadtischen Plan schnell wieder vergessen!!

      Wenig später schafften sie es nach Oben zurück und obwohl sie ziemlich mitgenommen aussahen, schien keiner die Bedrohung zu bemerken!!
      "Also habt ihr so geschrien, als ihr ins Wasser planschen gegangen seid? Männer und ihr Extremsport...Haha, hättet uns doch vorher bescheid geben können."
      Verdammt Izarra!!!
      Bist du total bescheuert?! Sehen wir aus als hätten wie spaß gehabt?!
      Unwohl presste Harvey seine Lippen aufeinander, es war zu viel das sagen wollte, er musste genau überlegen was er tat...
      Sein Blick ging unsicher in die besorgten Gesichter in der Gruppe.
      Verflucht, wo war sein Bruder? Noch im Camp? Vielleicht wäre ihm etwas an ihm aufgefallen...
      Doch er sah nur wie Tyler sich mehr mal über die Lippen leckte während er die beiden von Kopf bis Fuß musterte. Irgendwie wurde ihm Übel bei seinen Blick. Sein Blick fiel dabei flüchtig zu Tylers Hose, da bildete sich ernsthaft eine Beule ab....
      Harvey bemühte sich nichts darauf zu erwidern.
      Er sah wie Wyatt sie beide total mit diesen Mitfühlenden Funkel Blick anschaute...Aber bei ihm erwartete er auch keine Klarheit, bestimmt sah er gerade sowieso alles durch seine Zuckerwatten Regenbogen Wolke...
      Er scharfe Ton von Cabriel ließ etwas zusammen zucken und auf den Boden starren. Erst jetzt wurde denn Anderen die Lage bewusster.
      "Ca-abri--iel...ist das etwa..."
      Verdammt...Das Blut...

      Der Gedanke...Das es vielleicht doch Yuutos Blut sein könnte machte ihn Krank.
      Warum fühlte sich die Blicke der Anderen von ihm plötzlich so erdrückend an?
      Es fiel ihm immer schwerer denn Kopf aufrecht zu halten..Er wollte irgendwas sagen aber....Nein, er musste erst einmal...Cabriel das reden überlassen.
      Verdammt...Verdammt...Verdammt...Leute!! Merkt doch...Irgendjemand von euch?!
      Cabriel konnte ihn doch nicht so Perfekt Imitieren...!!
      "...Blut. Genau das ist es...Die Wahrheit ist...Das wir nicht planschen gegangen waren. Ich bin Cabriel nämlich hinterher, er war gerade dabei von einem... Mord zu fliehen."
      Die Worte die Cabriel von sich gab schockierte gewiss alle...
      Ein Mord?!
      Auch Wyatt war vollkommend sprachlos, zu war entwickelte sich diese Geburstagsüberraschung gerade...?
      Er zweifelt jedoch sofort an der Aussage....
      Es stimmte zwar das Cabriel in der Vergangenheit von den Orten wo etwas passierte verschwand aber bestimmt nicht um zu fliehen!



      Es hatte sicher einen Grund...!
      Vielleicht hatte er wieder etwas gesehen....?
      Der Schauspieler sah zu seinem Freund, als Harvey ihn fester an sich drückte wie ein Schuldigen auf der Anklagebank.
      "...das er Yuuto ermodet hatte...den lag sein Stofftier genau in der Blutlache."
      Panisch sah Wyatt zu Izarra der deutlich machte das nichts gelogen war, es war kein makaber scherz...
      "Wir haben Yuuto bis jetzt nicht gesehen...", entwich es Wyatt sorgenvoll und er fragte sich was um Himmels willen denn hier passiert war??
      Es MUSSTE einfach ein Angriff von außerhalb gewesen sein....
      "Eventuell...War es nur ein Missverständnis?"
      Zustimmend nickte Wyatt eifrig, dass musste einer sein!
      Er hoffte das es die Anderen auch so sahen!! Cabriel zitterte sichtbar und hatte noch kein Ton gesagt! Bestimmt stand er selbst noch ganz unter schock!
      "Bitte...könnt ihr mir helfen Yuuto zu finden? Ich möchte an Cabriels Unschuld nicht zweifeln, jeder hat.......eine Chance verdient."
      Die Worte von einer Chance, waren wie ein weiteres unsichtbarer Stich für Harvey...
      Schweigend starrte er weiter zu Boden, wie sich die Tropfen ihrer Kleidung am Boden zu einer Pfütze sammelten.
      Alle...waren total schockiert. Aber niemand sagte klar...Das Cabriel nicht der Mörder sein könnte.
      Bestimmt glaubten sie insgeheime doch das Cabriel der Mörder sein könnte.
      Tolle Freunde....

      "Dennoch könnte es sein, dass Cabriel ihn getötet hat. Es fehlen die konkreten Beweise, anders kann ich es nicht beurteilen. Deswegen habe ich einen Plan ausgedacht. Wir bilden zwei Suchgruppen: Ineb, Wyatt und Izarra suchen in der nähe vom Camp, damit ihr immer wieder Zuflucht habt. Tyler, Cabriel und ich suchen weiter weg...in der Nähe des Abgrundes."
      Auch wenn Harvey nicht mit dem ganzen einverstanden war, er musste selbst sicher sein was mit Yuuto war...Er konnte die Chance nicht riskieren das sie ihn doch noch fande, Vielleicht lag er irgendwo verletzt im Wald???
      "Natürlich helfe ich bei der suche!!", prahlte Tyler total stolz.
      Er war richtig glücklich darüber mit zwei klitschnassen Jungs in ihren Kleidern durch die Gegen zu laufen! Da wurde er richtig Geil...!

      ...
      Oh und natürlich würde er seine Augen nach diesem Yuuto Ausschau halten.
      Zwar begriff er nicht warum Harvey die beiden Streithähne Wyatt und Ineb zusammen steckte aber vermutlich war Izarra dabei war! Sein Kauknochen hatte ein Talent dafür streit zu schlichten, er würde die beiden schon zurechtweisen!
      Vielleicht wurden die drei zufällig auch Nass bei ihrer suche? Hach, dann würde sich ein Lebensraum von ihm erfüllen~♥

      "Das...Klingt nach einer guten Idee, Harvey."
      ....
      Sie waren wirklich alle einverstanden von der Idee...Am liebsten wäre Harvey in der Andere Gruppe gewesen, dann wäre dieses Theater bestimmt aufgeflogen...
      "Keine Sorge. Wir alle glauben daran, dass du unschuldig bist und es Yuuto gut geht! Im Nu haben wir ihn gefunden!"
      Zögerlich hob Harvey seinen Blick...
      Irgendwie munterten ihn die Worte von Izarra nicht wirklich auf...
      So Positiv...Zu jemand der Blut an sich kleben hatte...Warum erzählt Cabriel nichts von diesen Zombies?!
      Sie musste verdammt noch mal vorsichtig sein...



      "Ähm ja! Wir geben unser bestes! Zeit unser...Teamwork zu zeigen..! Alle für einen und alle für...alle! Ist doch klar! Komm schon Wyatt, du musst mir beim Laufen helfen! Arme Mädchen wie Yuuto darf keiner so lange alleine lassen!"
      Sie gingen wirklich auf Cabriel Vorschlag ein und hinterfragten es nicht...
      Mühsam zog Harvey die lange Jacke über die Schulter hoch...Jetzt wäre es vielleicht seine letzte Gelegenheit das ganze aufzulösen.
      Aber....
      "Ja...das ist ein braves Lämmchen.
      Wenn du auch nur bei den Anderen unsere Namen vertauschst...werde ich erst dein Geheimnis herausplaudern und sie dann alle außer dich...in Flammen setze..."


      Allein die Vorstellung, wie es das letzte sein würde was die Anderen über ihn denken...Das er ein Mörder wäre...
      Er ertrug denn Gedanken nicht...Ihm war zum weinen zu mute aber seine Augen brannten nur schmerzhaft und lösen in ihm Kopfschmerzen aus. Als hätte er keine Flüssigkeit mehr in sich...Als wäre er vollkommend ausgetrocknet.
      War das vielleicht die Nebenwirkungen von Cabriel Medikamente?
      Er begriff kaum was eigentlich mit ihm los war...Was war sein verdammts Ziel?
      Rache? Genugtun?? Wollte er überhaupt Yuuto finden?!

      Doch kaum wie sich Cabriel halbwegs mit denn Gedanken abfinden konnte---
      „Bleib.“



      Aus dem nichts brachte ihn Cabriel brutal zu Boden. Er kam kaum dazu ein laut von sich zu geben.
      Verflucht...Was sollte das denn jetzt?!
      Warum war sein Körper auch plötzlich wie gelähmt als hätte ein Hundetrainer in eine Pfeife gepfiffen?!

      Auch Tyler der gerade los gehen wollte blieb überrascht stehen und sah irritiert zu denn beiden.
      Man, Cabriel muss ja Harvey echt wütend gemacht haben das er ihn sogar Körperlich zu Boden bringt!

      „Wir beide sind die Einzigen, die begreifen, wozu so ein ... dreckiges Tier fähig ist.“
      Huch? Es war das erste mal das Harvey zu diesem Lämmchen dreckiges Tier sagte!



      Hatte er jetzt endlich kapiert das Cabriel echt verlogen war??
      Es wurde aber auch mal Zeit!
      „Ich vertraue dir, Tyler...wir sind die Einzigen, die überhaupt etwas drauf haben . Die anderen sind viel zu weich... Wenn wir nicht aufpassen, werden sie wegen dieses Abschaums da alle noch draufgehen...Obwohl du ihn schon einmal bestraft hast...bleibt er immer noch so unerzogen. Ob er Yuuto getötet hat oder nicht...Er verdient schon jetzt eine Strafe, meinst du nicht?"
      Obwohl Tyler dachte es könnte gerade nicht besser laufen, sagte Harvey echt die besten Dinge!
      "Ich vertraue dir, Tyler...wir sind die Einzigen, die überhaupt etwas drauf haben "
      Hahh...!
      Er vertraute ihm?!
      Tyler konnte sich ein breites grinsen nicht verkneifen. Fühlte er sich so an endlich Freunde zu finden die einen voll und ganz akzeptieren!?



      Am liebsten hätte er jetzt gerne Sam angerufen und ihn total stolz davon erzählt!
      Zwar hatte sein Gott nichts davon wenn Tyler Freunde fand aber diesen Title Wir sind die einzigen, die überhaupt etwas drauf haben!
      Bor, dass würde er ihm so gern unter die Nase reiben! Hatte Sam überhaupt solche Freunde die sowas sagen würden? Bestimmt nicht! Keiner sagte sowas zu ihm...Aber zu Tyler! Ha! Er war was besonderes! Ob ihn das eifersüchtig machen würde! Hoffentlich...~
      "Bin voll deiner Meinung!"
      Doch gerade als es so schien zu laufen schien, kam etwas anderes zur sprache...

      "Auch ich wollte Cabriel vor einigen Tagen bestrafen, doch...hatte er mich angefleht es nicht zu tun. Aus Angst...tischte er mir eine Lüge nach der anderen auf, in der du eine große Rolle gespielt hast, Tyler. Weißt du was er mir sagte?"
      ...Eine Lüge...?
      Sogleich verkrampfte sich das Gesicht von Tyler...
      Was für ein scheiß redete das Lämmchen über ihn? Wollte er ihm jetzt total in den Rücken fallen...?!



      "Er erzählte mir, dass du dich damals als Samuel ausgeben hast...Ihn mit einer Wolfsmaske hinterher bist...und ihn öfters missbraucht hast. Das sein erbärmlicher Zustand...nur dir und Sam zu verdanken war. Er wollte dich als Sündenbock aufstapeln und erzählte mir eine Lüge, damit ich...Mitleid bekomme. Doch ich...vertraue keinem Schurken."



      . . . .
      Für einen Moment schien die Welt einzufrieren.
      Harvey öffnete seine Lippen, schockiert und ungläubig über Cabriels Worte.
      Woher kam er jetzt plötzlich mit diesen Lügengeschichte?!
      Bestimmt war Tyler darüber verärgert---
      Doch als Harvey aufblickte sah er ein...Erschreckenden Anblick.



      Keine Regung schien sich mehr in Tylers Gesicht zu zeigen. Jeder Andere wäre doch schockiert....Oder empört über eine solche Anschuldigung.
      Doch wirkte Tylers Ausdruck viel mehr wie jemand...Der nicht Fassen konnte das er...
      ...Verraten wurde...?
      Das konnte doch unmöglich....Der Wahrheit entsprechen?
      Unverfälschte Panik spiegelte sich im Gesicht von Harvey als er zu Tyler aufblickte. Der Wasserwächter war schon immer etwas schwierig aber jemand misshandeln und auf so einer Weise?!
      Unsinn....
      ....
      Das war doch....Man hätte es Tyler doch angesehen!!
      Man hätte es einem widerwärtigen Vergewaltiger doch angesehen wenn er jemand so behandelt hätte!
      Vor allem...Wann sollte das gewesen sein?!
      Harvey spürte denn Anflug einer Panikattacke tief in seinen Knochen.
      Er wollte was sagen aber Tyler durschnitt jede Möglichkeit:
      "Ha...Ha, natürlich...Ist das gelogen.", kam es mit einem humorlosen lachen von Tyler, sein Körper war sichtlich angespannt.
      ₴ü₦ĐɆⱤ....
      ....
      Bevor Harvey sich weiter auf Tyler konzentrieren konnte vernahm er eine Andere Stimme.
      Sofort huschte sein Blick in die richtung und er erstarrte.
      Eine...Gestalt, leicht Schattenartig lehnte an einen der Bäume...
      Ihre glühenden Augen durchbohrten ihn förmlich...War das ein Monster...?!



      ₴ü₦ĐɆⱤ....
      Erneut hörte er ihre Stimme raunen...Warte...das war doch...Dieses Verrückte Mädchen von der Uni!!?
      Was...Machte sie hier ?!
      Gott...Warum sah sie so Creepy aus...?!
      ₴ü₦ĐɆⱤ!
      Ihre Stimme wurde immer lauter dass Harvey voller Angst versuchte zurück zu weichen und am Boden sich windete.
      "D..da...da hinten!"



      ₴ü₦ĐɆⱤ
      Am liebsten hätte sich Harvey die Ohren zu gehalten. Was stimmte mit dieser Verrückten nicht?! War sie extra ihnen hier her gefolgt!!
      Aber diesmal waren die Anderen hier...Auch wenn die Situation mehr als unangenehme war und Tyler so wirkte als wollte er ihm den Hals umdrehen, würden sie ihn doch bestimmt nicht dieser Geistesgestörten überlassen! Wobei...Warum starrte sie ihn an?! Und nicht...Cabriel...??
      Sofort sah Tyler angespannt in die richtung wohin Harvey starrte, es wäre unschön wenn jemand anderes von ihrem Gespräch mitbekommen.
      "Mist...", murmelte Tyler...Gerade lief doch alles so gut für ihn! Izarra würde ihn bestimmt nicht belohnen wenn er diese hört was Cabriel sagte!!
      "...Wo??", fragte er angespannt und sah auf die Stelle auf die Cabriel so panisch deutete.



      "S-Siehst du sie nicht?! Wie kannst du sie nicht sehen , sie nicht zu übersehen!!", wurde Harvey doch etwas lauter, wollte er ihn für dumm verkaufen?!
      Doch obwohl Tyler genau in die richtung dieser unheimlichen jungen Frau sah zeigte sich überhaupt keine Regung bei Tyler, warum sah er sie denn nicht?!
      Langsam drehte Tyler sein Kopf wieder zu dem kleineren um, sein Ausdruck machte deutlich das jetzt wirklich angepisst war.
      "...Aha. Jetzt kapier ichs du lenkst ab. Du bist wirklich ein ungezogendes dreckiges Lämmchen...."



      Dieser Mistkerl, erst verrät er Harvey einfach diese Sache zwischen ihnen, redete schlecht von Sam und ließ ihn auch noch als Sündenbock dastehen... Und jetzt machte er sich über ihn lustig!
      "Gut das du ihm nicht geglaubt hast Harvey, er Lügt am laufenden Band", raunte Tyler deutlich tiefer und ging auf denn am Boden kauernden Jungen zu.
      Sie waren allein...Niemand war hier der diesem ungezogenen Tier in Schutz nehmen würde!
      "N-nein. ich meine es ernst!! Sie ist dort---Ich...H-hab nichts..Ich weiß nicht wovon....C---H...Harvey redet----URGH!""
      Bevor Harvey weiter sprechen konnte Boxte ihm Tyler mit voller Wucht in dem Magen nach dem er ihn am Nacken gepackt und hoch gezerrt hatte.
      "Schnauze jetzt!!! Ich will deine dummen Horrormärchen nicht hören!", knurrte Tyler ihn wütend an.



      "Harvey, lass uns ihn das Maul stopfen und für seine gemeinen Lügen bestrafen! Er hat dir dein Geburtstags echt ruiniert, an deiner Stelle wäre ich total angepisst!! "
      Tyler musste sich wirklich zügeln ihn nicht auf der Stelle dafür Bluten zu lassen!!
      Aber er hatte echt kein Bock darauf das ihm später ein Tadel erwartet...Harvey aber schien diesmal voll dabei zu sein? Das bedeutet doch er machte nichts falsches...Wenn selbst Harvey der große Held, meinte sie sollten ihn bestrafen!
      Grob schüttelte er das Lämmchen:
      "Du kannst so Froh sein das ich die Leine heute nicht dabei habe!! Ich hätte dich gleich hier an diesem blöden Baum hochgezogen!!"
      Er räusperte sich gleich danach wieder, er wusste nicht wie weit er es mit Harvey gehen konnte.
      "Natürlich nur um ihn Angst zu machen, dass die beste Strafe für solche Lügen-Tiere!!"

      .......................................................................................

      Währenddessen....
      "Ähm Moment mal Leute, waren wir hier nicht gerade schon...?", wandte Wyatt ein als er zur der großen Tanne aufblickte wo sich ein Nest befand. Genau das gleiche das vor ein paar Minuten noch bewundert hatte...
      Eigentlich wollten sie zurück richtung Camp aber so langsam bekam Wyatt das Gefühl das sie sich...Verlaufen hatten!



      Er hatte es gar nicht wirklich bemerkt, er hatte Ineb gelegentlich gestützt damit er nicht stolperte oder umkippte...
      Gedanklich war er die ganze Zeit bei Cabriel und der ganzen schrecklichen Geschichte. Es fiel ihm schwer darin etwas Positives zu sehen....
      Doch nun...Wo waren sie ?
      Hier sah irgendwie alles sehr gleich aus....
      Aber wenn sie schon einen längeren Umweg machten, gab es vielleicht eine größere Chance hinweise zu Yuutos verschwinden zu finden...
      Und dann war noch etwas Anderes was Wyatt doch schon ziemlich unruhig machte.
      "Ähm...Sagt mal fandet ihr nicht auch das Harvey etwas merkwürdig vorhin war?"
      Natürlich verstand er das ziemlich unter schock stand, sie alle nahm das alles ziemlich mit aber...
      "Er hat vorhin...Nicht einmal nach seinem Bruder Oscar gefragt? Ich meine...Er ist im Camp in sicherheit...Aber ist es nicht normal nach sowas sich um seinen Bruder zu sorgen?"



      "Außerdem...Cabriel kann nicht schwimmen. Warum sollte er bei seiner Flucht riskieren zu ertrinken?? Ich finde die ganze Sache wirklich merkwürdig....Mich wundert auch total das Harvey nicht sonst immer diesen selbstlosen Helden raus hängen ließ, egal in welcher Situation wir bis her waren wollte er es immer allein auf eigener Faust machen. Weil Angst hat das uns etwas passiert..."
      Ironischerweise hatten sie sich ja jetzt verlaufen....
      Wyatt rieb sich etwas seinen Nacken und versuchte aufzuhören darüber nachzudenken aber irgendwie ließ ihn das ganze nicht wirklich in Ruhe...
      Er verstand auch nicht was es zu bedeuteten hatte das sich Harvey ganz merkwürdig benommen hatte...
      "Und Cabriel hat nicht ein Wort gesagt! Normalerweise Entschuldigt er sich doch für alles...", redete Wyatt weiter um seine Sorge mit denn Anderen zu teilen.



      "Aber ich hatte auch nicht das Gefühl das Harvey lügen würde...Trotzdem, vielleicht hätten wir nicht einfach so dem Plan zustimmen sollen...."
      Sobald sie denn Weg wieder gefunden hatten sollten sie vielleicht besser nach denn Anderen sehen??
      "Ich weiß ja auch nicht...Ich möchte ja das wir uns alle Bild vertrauen können aber...Ineb du weißt was beim letzten mal war als Harvey und Tyler mit Cabriel allein gewesen sind...Was ist wenn Cabriel sie wieder provoziert mit einer Aussage? Die Lage ist schon jetzt ziemlich angespannt...Vielleicht braucht es nur ein kleiner funke und irgend jemand explodiert!"
      Über dramatisch hob Wyatt seine Arme in die Luft.
      Plötzlich hörte er ein lautes Knurren.
      Irritiert sah er zu denn beiden.
      Erneut ein lautes Knurren und dann sah er vorwerfend zu Ineb:
      "Man, Zimtschnecke du hast doch genug Kuchen gefuttert warum hast du jetzt Hunger?!"
      Auf einmal regte sich etwas hinter einem Baum und dann war klar woher das geknurren kam.
      "OHHHhhh Leute schaut doch mal!", rief Wyatt freudig und hob seine Hand als würde ein alten Freund begrüßen.



      Ein großer Schwarzbär kam knurrend auf die drei zu, er wirkte nicht gerade erfreut die drei zu sehen.
      "Ein süßes Bärchen!♥"
      Believe Me ~

    • Cabriel Valentine

      "Ha...Ha, natürlich...Ist das gelogen."

      Nüchtern beobachtete Cabriel die Reaktion von Tyler. Obwohl es durch seine Körperreaktion so offensichtlich war...würde ihn der Feuerwächter bestimmt noch immer vertrauen. Aber das konnte er ihm kaum übel nehmen. Vertrauen hatte etwas mit Bindung zu tuen. Die zwei Alpha profitierten voneinander, Tyler wusste auch wenn er verletzten durfte und wen nicht, um Harveys positive Aufmerksamkeit zu ergattern. Dreckige Tiere hingegen, warum sollte es irgendjemanden auf der Welt interessieren, was mit ihnen geschah? Cabriel verstand wie die Welt tickt und er hatte sich schon lange damit abgefunden. Er hatte auch nie vor die Vergangenheit mit ihm und Tyler irgendjemanden zu erzählen. Wenn nicht der Körpertausch wäre...hätte er es wohl in sein Grab genommen. Doch Verrat war für Tyler eins der höchsten Sünden und er wollte ihn unbedingt auf 180 bringen. Es brachte nichts jemanden von seinem Schmerz zu erzählen, doch konnte Harvey diese Tragödie gleich in einer fremden Haut selbst spüren. Er wollte von Harvey kein Mitleid, er pfiff drauf...denn hatte niemand Mitleid mit Tieren, der Kerl würde ihn nie verstehen. Cabriel wollte eins...Rache. Er wollte Harvey beweisen...wie schrecklich er sein konnte. Auch wenn es hieß ihn mit Mitteln anzugreifen, die er tagtäglich an sich ergehen musste. Doch für einen Helden, den solche Demütigungen völlig fremd waren...vielleicht würde es ihn ja brechen? Er wollte...diesen verdammten Helden untergehen sehen. Cabriel würde ihn aus dieser Heldenrolle retten, ihn beweisen...dass diese Welt...nur schlechtes von sich trug.

      "D..da...da hinten!"

      Flüchtig sah auch Cabriel zu diesem Fleck, worauf Harvey verängstigt deutete. Sofort wurde ihm klar, dass er alles Schlimme von ihn eingefangen hatte. Ha, er sah also tatsächlich die Halluzinationen, die plagten? Verblüfft erhob er eine Augenbraue. Faszinierend...Er hatte gedacht, dass er diese Sünden auch nach seinem Tod erblicken würde. Auf Ewig seine Strafe bis er in der Hölle verbrannte. Doch...hatte der Arzt wohl recht. Es war eine reine...psychische Erkrankung, aufgrund seiner Traumata. Selbst beruhigte ihn der aufgebrachte Harvey. Nicht nur, weil er Schadenfreude empfand... eher lag es daran, dass er gerade vollkommen friedlich ein Gedanken fassen konnte. Diese Ruhe...Es war so befremdlich und zugleich total schön. Dabei hatte ihn die Vergangenheit gelehrt immer wachsam zu sein, es gab kaum einen Zeitpunkt, indem Cabriel keine Angst hatte. Aber hier...in diesem Körper, der eine lodernde Flamme in seinem Herzen trug...
      ...Er fragte sich ernsthaft...
      ...Warum sollte er in diesen verbitterten Körper zurück?

      "...Aha. Jetzt kapier ichs du lenkst ab. Du bist wirklich ein ungezogendes dreckiges Lämmchen...."




      ...Der noch nie Respekt erfuhr. Noch nie eine wichtige Entscheidung für sich selbst machen durfte. Nicht fliehen durfte. Jedes einzelne Wort von ihm durchleuchtet wurde. Seit Geburt an beurteilt wurde.
      Eigentlich wäre es Cabriel egal gewesen in welchen Körper er eines Tages stirbt, denn war seine Seele auch in Harveys Körper in Schwärze gefüllt. Nur, weil er jetzt der Feuerwächter war, hieß es nicht, dass er den Tag voller Freude genießen wollte. Das war ihm total egal. Es ging ihm nur um eines.
      Er wollte...auch stark sein. Er wollte Respekt erhalten...Er wollte...genauso gefürchtet werden wie Harvey mit seinen Flammen. Er wollte...eine Naturkatastrophe sein, damit er nur leichter die Welt eines Tages zerstören konnte. Diese kindische Wunsch, der so absurd klang...wäre doch in so einem Körper wie von Harvey vielleicht machbar? Mit diesem Körper könnte vielleicht auch selbst Vater überzeugen sich zu beeilen oder eventuell auch...sich Vater stellen? Wenn er in Harveys Körper trainieren würde...eventuell könnte er ihn dann überlisten und sein Schloss einnehmen? Und dann...erklimmt er sich dieses Meridian und bereitete einen Krieg vor, den die Erde niemals erwartet hatte.

      "Gut das du ihm nicht geglaubt hast Harvey, er Lügt am laufenden Band"

      Oh...Er schweifte ab...Beinahe hätte er sich selbst verloren, peinlich berührt kratzte er sich am Kopf. Er durfte nicht so still sein, dass würde nur für Verdacht sorgen. So jemand wie Harvey musste öfters sein Senf dazugeben. Doch der Gedanke davor ließ ihn...einfach nicht los. Seine Hände zitterten vor Aufregung, was war das nur für ein Gefühl in ihm? Hatte er...etwa Glückseligkeit verspürt? Es war wie ein Feuer, was sich immer weiter wärmend um ihn verbreitete. Ihm wurde...so unheimlich warm? Harveys Körper war ihn so viel vertrauter, als sein eigener. Warum war es nur so? Warum fühlte sich...jeder Atemzug, den er tat so richtig an? In seinem Körper fühlte er die Derealisation. Die Umgebung war ihm fremd, alles wirkte wie ein Traum, der nicht enden wollte.
      Aber jetzt...War er endlich in der Realität angekommen. Er war...aufgewacht.

      "Harvey, lass uns ihn das Maul stopfen und für seine gemeinen Lügen bestrafen! Er hat dir dein Geburtstags echt ruiniert, an deiner Stelle wäre ich total angepisst!! "

      Stumm blickte er auf Tylers zitternde Faust, die kurz davor war das Lämmchen ein blaues Auge zu verpassen. Dabei zitterte Lämmchen ebenfalls wie Espenlaub, er sollte ihn aufhalten, bevor er den Luftwächter komplett umbrachte. Aber, wenn ihn so einfiel, was er alle sin der letzten Zeit gemacht hatte, schmeckte es in seinem Mund nur giftiger. Wegen ihn...hatte er nicht nur ein eigenartigen Geburtstag....Er...

      "Wegen ihm ist Yuuto verschwunden....", murmelte der Feuerwächter leise und kam auf die beiden Männer zu. "Ihm nur Angst zu machen reicht nicht. Er hat nicht auf meinen Freund aufgepasst - obwohl er ein Wächter ist - und ist so ein böses Tier. Es frisst mich innerlich so sehr auf...diese Ungewissheit, dass dieser Mistkerl hier vielleicht ein Mörder sein könnte."

      Langsam zog er eine Zigarette aus der Tasche und entzündete sie. Er hatte nicht vor, einen Zug zu nehmen, obwohl das Bedürfnis in ihm brannte. Nein, die glimmende Glut erfüllte einen anderen Zweck. Sie war für das Lämmchen bestimmt, das seine Lektion einfach nicht lernen wollte. Ein eisiger Blick reichte aus, um Tyler zu signalisieren, Cabriel weiterhin zu fixieren, doch auch etwas zur Seite zu treten. Lautlos baute sich der Feuerwächter hinter dem Lämmchen auf und packte es unbarmherzig am Ohr.

      „Vergieß nur eine einzige Träne und Tyler rammt dir die Faust noch tiefer in den Magen.“ Seine Stimme war bei dieser Drohung völlig leer.



      Er warf Tyler ein knappes Nicken zu, das jeden Widerstand im Keim erstickte.
      „Sei ein braves Lämmchen und bedank dich danach. Wir sind doch alle Freunde … und du hast auf uns zu hören, Drecksvieh.“
      Ohne jede Vorwarnung presste er die glimmende Zigarette genau an die Stelle von Cabriels Ohrläppchen, die noch unversehrt war. Die Haut zischte auf, doch der Feuerwächter kannte keine Gnade. Im Gegenteil … eine plötzliche Erinnerung stieg in ihm auf und ließ ihn noch unerbittlicher zudrücken. Er drehte die Glut erbarmungslos in das Fleisch, geradezu besessen von dem Wunsch, das Lämmchen endlich schreien zu hören.

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      ...


      Damals...Wie ein fernes Echo hallte die verschwommene Erinnerung in Lämmchen wider. Das Erste, was Cabriel spürte, war die heiße Zunge des anderen Jungen, die drängend in seinen Mund eindrang. Es war neu, irgendwie beängstigend und doch auf eine seltsame Art vertraut. Seit dem Tod seiner Mutter war die Einsamkeit sein ständiger Begleiter gewesen. Er sehnte sich so sehr nach ihrer Wärme. Sams Wärme war völlig anders, aber … sie lud ihn ein, sich fallen zu lassen. Selbst dann, wenn die Wolfsmaske auf Sams Gesicht ihm Schauer über den Rücken jagte. Mit der Maske schien Sam zu einem anderen Menschen zu mutieren, unberechenbar und voller Adrenalin. Und doch blitzte gerade dann manchmal eine sanfte Seite auf, fast so, als würde Sam ihn hinter dieser Fassade viel tiefer wahrnehmen.Cabriel versuchte, dem Kuss zu folgen und sich zu entspannen, bis … ein greller Schmerz ihn in die Realität zurückriss. Ein brutaler Nadelstich, der sein Ohr durchbohrte. Er zuckte heftig zusammen und presste die Hand an das pochende Fleisch. Dieser stechende Schmerz … er würde sich bis ins Erwachsenenalter in sein Gedächtnis brennen.

      "Das war echt tolles...Wo bleibt dein Danke Lämmchen? Das zeigt noch mehr das du zu mir gehörst, ohne das du dich dafür anstrengen brauchst....Andere bekommen sowas erst viel später."

      "Danke...", schluchzte Cabriel gequält, nicht wagend sein gerötetes Ohr anzufassen, aus Angst vor Keimen. Er verstand fürs Erste gar nicht, was Sam in ihn hineingeschossen hatte. Alles was er verstand war der Schmerz, für den er sich bedanken sollte.



      Sams Hand war öfters an seinem Spielzeug, was ihn als Tier vollständig machen sollte. Doch dieses brannte so oft in ihm, er wollte ein gutes Tier sein...aber in diesem Moment wusste er nicht, wie viel er aushielt. Ihm fiel es schwer nicht zu weinen. Er war schon immer nah am Wasser gebaut und seit dem Tod seiner Mutter, konnte er die Trauer noch nicht verarbeiten. Eine schwere Last drückte sich immer weiter auf sein Herz, es fiel ihn immer schwerer zu atmen...

      "Aber dann hörst du endlich mit dem geheule auf...Dadurch lässt du andere sich nut schlecht fühlen."

      Es belastete ihn genauso kein gutes Tier für Sam sein zu können. Er wollte nicht, dass Samuel sich wegen ihm schlecht fühlen musste. Er sollte froh sein, dass er überhaupt seine kostbare Zeit mit ihm verbrachte. Sam war so ein beliebter Junge, er brauchte eigentlich so ein Tier wie Lämmchen nicht.

      " Wenn die Mundwinkel nicht wirklich nach Oben wollen werde nach Helfen müssen... ~"

      Bei jeder Drohung wirkte Sams Wolfsmaske unheimlicher, wenn Cabriel den Magen nur weiter aus Angst anspannte, drückte auch weiter das Spielzeug gewaltsam in ihm. Er bekam Angst, dass sein Besitzer ihn mit dieser Nadelwaffe seine Mundwinkel anpinnen würde, weswegen er sich zu einem eigenen Lächeln bemühte. Er bemühte sich so sehr für seinen Besitzer...das zu werden...was er wollte. Doch es war. Sams Laune war wechselbar.



      "Du warst heute so Brav, du darfst dir ausnahmsweise aussuchen was es sein soll..."

      An diesem Tag belohnte er ihn, er durfte sogar entscheiden, was wirklich selten war. Er zwang ihn nicht mehr weiter von der Milch aus dem Näpfchen zu trinken, die er zum Teil verschüttet hatte. Cabriel durfte entscheiden, welche Art von Schmerz er haben wollte. Sam ging darauf ein, aber auch seine Geduld hatte ein Ende.

      "B-bitte...Saaa...mm....Bitte....langsamer...."

      "Jetzt sei endlich still..."

      Er durfte sich Sams Willen nicht widersetzen. Sams Wort war Gesetz, sein Handeln war immer richtig. Durch Schmerz konnte Cabriel lernen. Er würde es zwar niemals schaffen ein Mensch zu werden, dafür war er zu unfähig. Doch...ein gutes Tier...Dafür würde er sich bemühen.

      "Du möchtest dich wieder so fühlen wie zu Weihnachten, oder?"

      Um Samuel noch näher zu kommen. Um für diese Welt...von wert zu sein.

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      Teilnahmslos warf der Feuerwächter die glimmende Zigarette beiseite und begutachtete das frische Brandmal.

      „Wie gefällt dir das, Tyler?“, fragte er in den Raum hinein, ohne auch nur eine Antwort hören zu wollen. Seine Augen waren erfüllt von purer Gleichgültigkeit. Er wollte diese Erinnerungen abschütteln, alles auslöschen, was auch nur im Entferntesten mit … Cabriel zu tun hatte. Selbst der Täter in solch einer Situation sein half nicht, er fühlte sich dadurch nicht mächtiger oder besser.
      Dabei wollte er nur eines: in Harveys Körper stecken und es auskosten, menschlich zu sein. Auch wenn sich Harvey als Monster bezeichnete, das nahm er genauso dankend an. Er würde Harvey diese Hülle nur über seine eigene Leiche zurückgeben … Ein Held wie Harvey hatte dafür sicher Verständnis. Jetzt sah Harvey bestimmt ein, dass es vergebens war, für Cabriel weiterzukämpfen. Eigentlich wollte er nicht grausam sein oder Harvey im Inneren dieses Körpers verrotten lassen, doch er kam nicht umhin, es zu genießen: Harveys Haut passte ihm so viel besser als seine eigene. Wie maßgeschneidert. Dass die düsteren Erinnerungen des Lämmchens nun seine Stimmung drückten, ärgerte ihn. Er wusste genau, dass das Lämmchen in diesem Moment denselben Geist in der Vergangenheit jagte. Langsam fixierte er es wieder.

      „Wir sind noch lange nicht fertig. Das war bloß mein Teil der Lektion. Tyler hat noch nicht mal angefangen … und ich werde ihm als Freund dabei helfen.“




      Sein stechender Blick durchbohrte Tyler. Jeder Glanz war aus seinen Augen verschwunden. Das einstige Nebelblau verdunkelte sich zusehends, ganz so, als hätte Cabriels schwarze Seele endlich ein Zuhause gefunden und würde sich tief in ihm einnisten. Wie ein Virus, was nicht mehr ausgelöscht werden wollte. Eine schwarze Masse, die sich an jeder Wand festklebte. In diesem Körper … konnte er endlich all die dunklen Gedanken laut aussprechen, die ihm in den Sinn kamen. Er konnte sich...an alle rächen und das schreckliche Wesen, was in ihm schlummert freien Lauf lassen. Genau das werden, wofür er gezähmt wurde...Doch jetzt wird es niemanden mehr geben, der ihn Befehle gab.

      "Du wolltest ihn würgen? Ich werde das für dich übernehmen.", sagte er wie eine beschlossene Sache und begann seine Jacke auszuziehen. Er nahm den Jackenärmel und legte ihn um Cabriels Halsbeuge, wickelte sie leicht um ihn herum. Kreativität war manchmal etwas ganz furchtbares.

      "Wurdest du je gewürgt? Du musst dich entspannen, sonst passiert ein schlimmer Unfall."



      Er blieb hinter dem Luftwächter, seine Augen folgten wieder denen von Tyler. Ohne Warnung zog er einfach an seiner Jackenärmel, was Cabriel den Hals zuschnürte. Er reagierte nicht darauf, auf kein quälendes Geräusch von Lämmchen. Sein Blick war nur auf Tyler gerichtet, mit einer furchtbaren Stille, bis er das Eis brach.

      "Du wolltest ihn das Maul stopfen. In welcher Position willst du sein? Hintern oder Maul?", fragte er ihn, während er nur weiter Cabriel die Luft zum Atmen nahm. Dabei lockerte er immer wieder den Griff, bis er erneut ihn zu sich zog, damit die Jacke sich weiter an seinem Hals anspannte. Das Nebelblau vergrub sich in die gelben Augen, er wollte wissen wie weit Tyler gehen wollte. Dabei würde er es auch in Kauf nehmen in dieses widerwärtige Tier selbst tiefer hineinzudrängen.
      _______________________________

      Ineb Chevrier & Izarra

      "Ähm Moment mal Leute, waren wir hier nicht gerade schon...?"

      Währenddessen erlebten die anderen Jungs eine verdammte Tragödie. Izarra schlug auf sein Kompass ein, doch es brachte nichts. Das Ding war wohl schon zu beginn an kaputt gewesen. Ah, Sachen vom Trödelmarkt waren eben nicht immer die besten, aber dafür am Preisgünstigsten! Ineb verspürte einen unfassbar großen Durst, doch natürlich hatten sie nichts zu trinken dabei. Kein Alkohol, rein gar nichts. Alles dank Wyatt, ganz klar! Fies beleidigte er ihn mit einer französischen Wörtern in seinem Kopf, die er fürs Erste nicht aussprach, da er ihn ja noch immer stützte. Nicht, dass Wyatt ihn...irgendwohin schubste, wo Stacheln waren!

      "Ähm...Sagt mal fandet ihr nicht auch das Harvey etwas merkwürdig vorhin war?"

      Fraglich sah Izarra zu Wyatt, während Ineb das Gesicht verzog. Während der Herzträger so gar nicht verstand auf was Wyatt hinauswollte, grübelte der Lehrer, ob Wyatt vielleicht recht haben könnte. Es stimmte, er fragte nicht nach dem Aufenthalt seines Bruders aber vielleicht war er es auch einfach gewohnt, dass er blieb und ging wohin er wollte? Für Ineb sah dieser Kerl aus wie ein richtiger Ausreißer. Außerdem konnte er es ein wenig verstehen. Bei Louis hatte er auch nie eine Ahnung, wo dieser sein könnte! Mit diesem Jungen wollte keiner verstecken spielen, er kannte die besten Löcher, um sich dort hineinzudrücken und kein Mucks von sich zu geben!
      Doch wegen Cabriel hob Ineb die Augenbrauen.

      "Er kann nicht schwimmen? Hah, aber wollten wir nicht bald zusammen ins Schwimmbad? Vielleicht hatte er ja heimlich geübt, ohne dir etwas zu sagen. So wie er gerade gezittert hatte glaube ich, dass er einfach voll panisch war und irgendwohin fliehen wollte. Ganz der klügste war unser Cabriel ja nicht, richtig?", scherzte Ineb etwas, für den der Luftwächter immer etwas eigen vorkam. Nichts, was ihn total störte, seine Merkwürdigkeit konnte man im Gegensatz zu Wyatt hervorragend ignorieren. Irgendwann würde der Herzträger auch den Luftwächter begreifen und ihn ein wenig mehr motivieren etwas für die WITCH zu machen. Der Kerl war eben ein totaler Stubenhocker, manchmal schaltete Ineb extra das Internet aus, damit Cabriel aus dem Zimmer kam. Nur um den Luftwächter zu helfen sich weiter mit ihnen anzufreunden.

      "Und Cabriel hat nicht ein Wort gesagt! Normalerweise Entschuldigt er sich doch für alles..."

      Ineb seufzte leicht, doch verdrehte er nicht die Augen. Er verstand ja auf was Wyatt hinaus wollte. Die Situation war heikel, aber wirklich so schlimm? Irgendwie fühlte sich Ineb leichter als alle anderen in Gruppe, seitdem er den Traum hatte? Es war einfach das positive...der Optimismus, der ihn weiter bestärkte. Er glaubte an die WITCH, weshalb solch ein Vorfall für sie nur ein Zuckerschlecken sein würde. Yuuto ging es gut, er hatte sich beim Pinkeln bestimmt nur verlaufen. Und das Blut...war eventuell ja nur das eines toten Tieres. Musste man wirklich dne Teufel an die Wand malen? Wenn das sogar jemand wie Ineb hinbekam positiv zu sehen, der eigentlich sehr paranoid war und Leuten immer Vorwürfe machte. Er versuchte Wyatt wieder auf den richtigen Weg zu weisen:

      "Das stimmt zwar aber...Ich glaube du begreifst die Situation nicht ganz. Da es Yuuto traf ist es ja kein Wunder, dass Harvey jetzt nicht alleine handeln möchte. Alleine würde er ihn eben nicht so schnell finden. Und Cabriel hat bestimmt so ein starkes Gewissen, dass er Angst hat seinen Mund zu öffnen. Er und Harvey werden sich schon verstehen. Wenn Cabriel seinen Freund findet, wird sich Harvey bestimmt dafür entschuldigen Cabriel verdächtigt zu haben und dann ist alles gut. Tyler hatte durch seinen Traum doch gelernt und Cabriel hatte doch soweit ich weiß auch ein Gespräch mit Harvey gehabt, weshalb er nicht mehr provozieren wollte? Mensch, Wyatt...Süß, dass du dir Sorgen machst aber vertrau doch einmal unserer Gruppe."



      Izarra hingegen, sah es genauso bedrückend wie Wyatt. Ihm fiel zwar die Charakterveränderung nicht sofort auf, doch konnte er dem Erdwächter nur recht geben. Irgendetwas stimmte nicht, er machte sich Sorgen. Bevor aber Izarra auch etwas einwenden konnte und Wyatts Idee eigentlich zustimmen wollte, dass sie doch lieber zurückgehen sollten...wurden sie von etwas anderem überrascht.

      "Man, Zimtschnecke du hast doch genug Kuchen gefuttert warum hast du jetzt Hunger?!"

      Izarras Augen weiteten sich, während Ineb beleidigt gegen Wyatts Aussage protestierte. Beinahe hätte der Lehrer es vergessen, sie befanden sich im Wald. Ein bereits gefährlicher Ort, auch ohne Magie. Mit den gefährlichsten Kreaturen, die man sich vorstellen konnte.

      "Ein süßes Bärchen!♥"

      Das war definitiv kein süßes Bärchen. Das war ein ausgewachsene Bärenmama, so feindselig wie sie zu ihnen her stampfte. Bestimmt waren in der nähe ihre Jungen, weshalb sie bereits so wild war und brüllte. Diese Mama sah die drei Männer als Bedrohung. Izarras Herz raste viel zu schnell, er musste...schnell handeln, bevor sie zum Bärenfraß wurden.

      "Nicht...bewegen...", flüsterte er leise Wyatt und Ineb zu, während er selbst zu einer Steinstatue wurde. Er hatte schon einige Begegnungen mit Bären überlebt...und nicht überlebt. Er wusste, was sie aggressiv machte, da er früher gerne mit ihnen unter einer Höhle schlief, um sich die Miete zu sparen.

      "Ein Schwarzbär...Wir müssen ihm jetzt...Dominanz zeigen...Rückt ganz dich an mich heran und...holt eure tiefste Männerstimme aus euch heraus. Ihr dürft nur nicht--"





      Bevor er aber seine nächste Lektion mitteilen konnte, war es bereits zu spät. Ineb übrekam die pure Panik und er tat natürlich alles, was man bei einer Bärenbegegnung nicht tuen durfte.

      "AAAAAAAAAH!!! DAS IST EIN GRIZZLY!! EIN BRAUNBÄR - KEIN SCHWARZBÄR!!! DIE SIND AGGRESIV UND HASSEN ES, WENN JEMAND SCHREIT!!!",
      schrie Ineb im höchsten Ton, sodass der Bär nur weiter brüllte. Was machte ein Braunbär in New York?! Das war für Ineb total unlogisch?! Brachte der aus dem Zoo aus?!


      Doch dann passierte es. Der Bär rannte gezielt zu, sodass Ineb die zweite Regel einfach brach, die Izarra eigentlich sagen wollte, auch wenn er sich beim Bären geirrt hatte. Er rannte weg, ergriff dabei unbewusst Wyatt am Arm und rannte so schnell wie von der Tarantel gestochen. "RENN SCHNELLER! RENN SCHNELLER!!", wiederholte er sich schwer atmend, während ihn schwere Tränen vom Gesicht liefen. Ah, an was erinnerte ihn nur das Szenario. Er bekam zu heulen und zu schluchzen. "UWÄÄÄHH....WYATT...WIR WERDEN STERBEN!!"

      Izarra hatte Ineb nicht mitgenommen, stattdessen rannte ihn der Braunbär einfach um, sodass sich Izarra am Ende auf seinem Rücken befand. Verzweifelt krallte er sich an sein Fell und ließ sich nicht abschütteln.

      "IHR-IHR MÜSST EUCH TOT STELLEN!! SONST VERPRÜGELT ER EUCH NOCH!!", brüllte Izarra ebenfalls verheult, während er alle Äste abbekam, die es hier im Wald so gab. Ihm wurde ganz schwindelig. "ZEIGT IHM NICHT EUREN RÜCKEN!!"



      Doch Ineb war es total egal, was Izarra jetzt vor sich hinschwaffelte. Seine Waden brannte und er heulet so laut, dass er sowieso nichts mehr sah. "Hab ich dir je gesagt, dass es mir Leid tut wie ich dich manchmal behandele. Du bist zwar ein Perversling, aber mein Perversling, Wyatt. Also lass dich nicht fresseeeeeeeeeeen....!", fing Ineb schon wieder an sein Testament zu schreiben, um nicht schlecht mit Wyatt auseinander zu gehen. Was sollten sie nur machen? Von der Klippe springen? Ins Wasser gehen? Bevor Ineb überhaupt nachdachte was man bei Grizzlys nicht tuen durfte, stolperte der Herzträger wegen einer Wurzel und knallte genau mit seinem Gesicht auf den Boden, sodass selbst der Bär anhielt und Izarra vom Bären weggeschleudert wurde.
      S̶͙̽m̷͔̑ḭ̸̸̸̸̸̶̵̴̵̞͖̝͔̖̝͕͆̈́ͤ͛ͪ͊ͭ̒ͦͫ̊ͮ͆̚͢͜͢͝l̵̵͓͕̋ͮ͂ê̷̸̷̴̵̲̼̰̭̞ͤ̽ͧ̋ͦ͂ͫ̃ ̶̳̃l̴͇̇_̷̶̷̷̴̴̝͕̲̣̭̾ͩͥͤ̎ͧ͂ͧ̒̕͝ͅí̶̙_̷̴̵̷̷̴̖͎̱̲͉͐ͭ͌ͣͬ͋ͫ̕̚͢͝ͅk̵̸̴̷̸͉̜̠̙̮̍ͧ͛ͥ̔ͬͭ̋͠ě̴̷̷̸̷͍͎͇̲ͭͯ̓ͥ͑ͮ̀͜͠ ̸̳͐y̶̶̶̸̻͍̱͖ͦ̀̓ͪ̇͢͝o̴̴̶̶̵̸̵̶̧̡̦̠̝͔͕̎ͧͨ͐ͪ̈́ͧͮ͊ͩ̍ͭ̓͝͝ͅu̷̶̴̜̤̩̔ͮ̀ͭ͝ ̴̖̌ṁ̴̷̷͚͉͇ͧͤ̾͘_̸̟̈́ę̸̵̸̢̭́̋ͥ͊͢ȧ̵̴̖̝ͬ̍ṋ̸̵̸̶̢̙͍̂ͤͦ̃ͪ̀͝ ̶̥̉i̴̳͛t̴̴̶̛̪̬̖ͪ͛̍͢!̸̶̵̶̘͚̰̪̊ͯ̏ͥ̉̍͢
    • Yuuto Kurai & Anubis

      "Ich bring dich zu ihm, ich werde aufpassen das der Meister mit seiner Absonderlichen Wahn dich nicht mit reinzieht."

      Auch wenn Apollo damit ziemlich zuversichtlich war, glaubte Kiri nicht daran, dass sie von diesem Wahn entkommen konnten. Anubis war ein eigenartiger Mann, er musste sich vom schlimmsten ausgehen. Sie brauchten einige Zeit bis sie zu einem Bach gelangten, ein Glück war es nicht in der Nähe von den WITCH - das wäre ja eine schöne Überraschung. Der Bach sah ziemlich...zugerichtet aus. Die Pflanzen wurden mit einem tiefen Rot bespritzt, es sah hier aus als hätte jemand ein Ritual durchgeführt. Es war definitiv das Blut eines Menschen. Und Kiri konnte sich schon denken von wem.
      Sie standen vor einem Eingang, der von Pflanzen verdeckt wurde. Mühsam zogen die beiden Männer die Pflanzen auseinander, die Stärksten waren sie ja nicht gerade gewesen. Dann gelangten sie hinein und...Kiri hätte sich gewünscht sofort umzukehren. Was er sah konnte er nicht Mal vergessen, wenn er seine Augen mit Seife waschen würde.

      "Und ich hatte schon gedacht, dass du es bist der diese Triebe heraussprüht, Apollo. Dabei...war es die ganze Zeit der lustvolle Geruch deines Meisters.", klang es beinahe von Kiri wie eine Entschuldigung den Musiker als Perversen abgestempelt zu haben, der ihm an die Wäsche wollte. Er fühlte sich direkt unwohl. Wer hatte denn gedacht, dass sie in eine Zombie-Orgie hineinkrachen?



      Für Kiri war es fast schon obszön, das in Worte zu fassen. Doch eines wusste er: Es war gut, dass Anubis nun in der Pornobranche arbeitete. Durch seine Kreativität würde er immer genug Rollen mit Wyatt bekommen und bestimmt schnell beliebt werden, da er den ganzen ab 18 Stuff darstellte.



      Kiri räusperte, unglaublich was er da gerade beobachten musste. Anubis hatte sich zwei Zombiemänner geschnappt und mit ihnen experimentiert. So wie es aussah, hatte er sein eigenes Blut und auch seine Magieessenz verwendet, um Insekten zu manipulieren und die Zombies durch diese Viecher zum Bewegen zu bringen. Ziemlich suizidgefährdet, da in vielen Dingen Anubis noch ein Anfänger war und niemals so viel Magieessenz hatte, um so viele Zombies auf einmal zu kontrollieren. Auch die Insekten, selbst Kiri bekam einen halben schrecken, wie mutiert sie doch aussahen. Sie wirkten nicht mehr wie von dieser Welt. Sie krochen in die Körper von den Zombies hinein und verschmolzen so mit ihnen.



      Wenn Kiri so die Zombies begutachtete, die gerade ihre Körper hin und her bewegten wie Kaninchen...Manche Körperteile hatte Anubis wohl selbst an ihnen zusammengenäht. Das hatte er alles in der kurzen Zeit geschafft? Durch das Blut des Kriegsgottes wirkten die Zombies ziemlich lebendig, auch wenn Kiri glaubte, dass es sich nur um Minuten handeln könnte, bis sie wieder auseinanderfielen.
      Kiri wäre am liebsten noch ein paar Minuten später hergekommen, doch natürlich hatten sie das Timing total verschissen. Anubis war wohl gerade dabei gewesen, ein wenig für sich selbst zu 'pumpen' – oder er hatte eventuell aus Versehen ihre Hormone zu stark aktiviert, wer wusste das schon. Beni würde zu diesem Fall wohl sagen, dass er 'untervögelt' war und ziemlich einsam, weshalb ihn wohl... die Zombies anturnten? Jedenfalls hatten die zwei Zombies Anubis auf einmal ziemlich hart rangenommen, sodass er zwischen ihnen fast wie eine leblose, gedankenleere Puppe wirkte, sie hoben ihn sogar hoch, während die Hände des Ex-Prinzen einfach auf den Boden schleiften.

      "Ich glaube er wird sterben.", stellte Kiri fest, da Anubis wohl nicht einmal seine offenen Wunden versorgt hatte. Es war eine schlechte Idee von Apollo gewesen ihn alleine zu lassen, andererseits wäre Kiri wahrscheinlich auch geflüchtet. Er fragte sich ob das Apollos Plan war, Anubis durch einen endlosen Höhepunkt zu verlieren? Es dauerte ein wenig, bis Anubis Mund befreit war und er die zwei Männer bemerkte. Es war etwas schwer den Ausdruck von Anubis zu lesen, der gerade in der Hülle von Ramses steckte. Für Kiri wirkte er erregt und genervt zugleich.

      "Hören die Zombies nicht auf dich?", fragte er so ernst wie möglich nach, Kiri hielt schön Abstand um keine eigenartigen Flüssigkeiten abzubekommen. Anubis versuchte seinen Mund zu öffnen, der ziemlich stark brannte. Seine Augen waren mit Tränen gefüllt, doch er versuchte sich zusammenzureissen.

      "........Hi...lfe...", kam es fast flehend von Anubis, der seinen eigenen Fehler selbst realisierte. Noch ein Schritt weiter und er würde draufgehen. Es gab zwar schlimmere Tode, doch...hatte er Ramses noch nicht geholfen.



      Lächelnd willigte Kiri ein, egal wie absurd die Situation war. Mit einem Schnippen beschwor er ein paar Tentakel, die diese Kreaturen umschlangen und erstmal zur Seite drängten. Diese krächzten zwar und wollten sich losreißen, doch kamen sie nicht gegen die Kraft des Tentakels an. Anubis knallte auf den Boden und konnte endlich ausatmen. Ah, das war zwar eine...interessante Erfahrung aber natürlich nicht das, was er eigentlich wollte. Er hatte wohl ein wenig sich beim Experiment vertan, irgendwo die falsche Dosis hineingeschmissen...
      In der Nähe von diesem Vorfall stand der wahre Ramses - oder besser gesagt, seine wahre Hülle. Auch aus ihnen krochen die Insekten heraus, aus dem Mund, aus den Augenhöhlen. Aber anders als die Anderen bewegte er sich nur kaum. Kiri konnte sich schon denken, dass er eigentlich es für dieses Wesen getestet hatte und alles versuchte um ihn mehr Leben einzuführen. Doch Ramses....stank immer noch gewaltig nach Verwesung. Es war ein Wunder, dass Anubis ihn noch nicht ganz an die Maden verloren hatte - eventuell lag es an seinen Anzug, der ihn sozusagen mumifizierte.



      Nach einem Weilchen konnte Anubis wieder sitzen, nachdem er zwei bis dreimal ohnmächtig geworden war. Kiri wartete einfach brav und mischte sich nicht ein. Irgendwann ließ er auch die Zombies wieder los, als diese ruhiger worden. Sogleich gingen diese sofort zu Anubis, doch diesmal waren sie sehr behutsam. Sie halfen ihm sich aufzusetzen, streichelten ihn sogar. Anubis hatte sie wohl wieder ein wenig unter Kontrolle, da seine Magieessenz sich langsam wieder auflud. So monoton wie er eigentlich öfters war zog er sich an und setzte sich zu Kiri und Apollo, während die Zombies ihn weiterhin streichelten, wie es einst Ramses getan hatte.

      "Danke für die Rettung. Um meine Situation genauer zu erklären...Ich habe ein ziemlich seltenes Insekt gefunden, was eigentlich gar nicht von der Erde stammt, er sieht aus wie ein kleiner Nachtfalter...und wie das Glück so wollte fand ich und Apollo danach ein Pärchen, was wohl frisch einen Doppelsuizid hinter sich hatte. Ich wollte die Gelegenheit unbedingt ausnutzen und hatte begonnen meine Forschung hier im Wald auszuführen..."




      Wenn Kiri dem Prinzen so zuhörte klang es nach einem Chemielehrer, der einfach ihn nur erklären wollte, dass sein Handeln nur an der Sehnsucht zur Wissenschaft galt. Doch die Flüssigkeiten aus seinem Mund ließ Kiri daran stark zweifeln. Sie konnten wirklich vom Glück reden, dass keiner der WITCH sie erwischt hatte. Wenigstens hatte sich Anubis in Ramses verwandelt, doch Apollo wäre sofort aufgeflogen. In einer lockeren Haltung hörte er Anubis Rechtfertigung weiter zu, auch wenn Anubis ziemlich abschweifte...Er hielt viel zu lange an der Faszination von Insekten und Leichen fest. Schon kapiert, er war ja sowas wie ein Nekromant. Anubis mochte das, was Kiri eher als Müll ansah.

      "Und woher kam die dritte Leiche? Eine von ihnen griff die WITCH an?", fragte Kiri neugierig nach, da Anubis dieses Thema gar nicht einbrachte. Durch seinen Quälgeist wusste er bereits, dass die WITCH in Gefahr waren. Durch das Auge des Quälgeistes wusste er ebenfalls, dass sein Boyfriend ganz schön am Arsch war. Heute passierten wirklich die eigenartigsten Dinge, er merkte wie sich schon wieder jemand in seine Geschichte einmischte. Eine Seite von ihm passte es nicht, dass Harvey so viel mentale Schäden hinterlassen wurde. Als würde...jemand absichtlich Situationen herbeirufen, um ihn zu schikanieren. Weil ihn ein gewisser jemand nicht ausstehen konnte.



      "...Die schwamm im Fluss. Ich habe ihn Rüdiger getauft, das stand zumindest in seinem Ausweis. Er sollte Feuerholz besorgen, ich glaube aber...er hatte den Befehl nicht so ganz verstanden. Zugegeben, ich hatte auch kaum Blut für ihn übrig...er ist bestimmt ziemlich hungrig."

      Kiri verzog das Gesicht, gut...die Situation war nicht verloren. Sie konnten etwas mit dem Chaos, was Anubis verursachte machen. Aber gerade war es für Kiri ziemlich schwierig in vielen Situationen auf einmal zu agieren. Jemand musste auf Anubis und Apollo achten, während die Zombies ihr Unwesen nur für einen gewissen Teil treiben durften. Die WITCH waren auch noch gesplittet und seine Mutter war...ziemlich nutzlos. Er wollte die vollste Kontrolle, doch bei dem Chaos erwies es sich als schwierig. Allein schon, dass auch Oscar hier war. In seinem Kopf rauschte es ziemlich, er musste...genau darüber nachdenken, was sein nächster Schachzug war, um sich immer von der höchsten Position zu zeigen. Die Karten hielt er in der Hand, das was im Traum von Ineb passierte...würde sich so schnell nicht wiederholen.

      Wir sollten...Harvey einfach in Ruhe lassen. Der braucht unser Support nicht! Das ist nicht unser Problem.
      Das sehe ich aber anders, außerdem geht es nicht nur um Harvey, sondern was danach geschehen könnte.
      Wichtig sind die Mistviecher hier, sie müssen in den Griff gebracht werden und für Korbos Wohl eingesetzt werden.
      Du denkst zu pragmatisch.
      Und du viel zu leichtsinnig! Denk an unser Ziel! Unser Happy End! Wehe du riskierst es!!!
      Haha...Dabei lieben wir es Risiken einzugehen!

      Während Anubis weitersprach und über seine Fehler im Experiment nachdachte, passierte mit Yuuto etwas merkwürdiges. Anubis verschlug es die Sprache, er starrte fragwürdig seinen Verbündeten an. "Was....ist...das?", fragte er vorsichtig nach und kam Kiri ein Stück näher, doch es war nur ein schmerzhafter Fehler. Plötzlich ertönte ein lautes Geräusch, eine hohe Frequenz, die dem Rauschen von Kiri eine hohe Konkurrenz einbrachte.
      Anubis presste sich die Hände auf die Ohren und sank vor Schmerz auf die Knie. Auch die Zombies brachen in ein ohrenbetäubendes Kreischen aus – es war so unerträglich laut, dass die Erde zu beben schien. Währenddessen sickerte aus Kiris Augenhöhlen eine schimmernde, violette Flüssigkeit. Tropfen für Tropfen fiel sie herab und bildete auf dem Boden eine Lache, die zusehends zähflüssiger und schleimiger wurde. Unaufhaltsam rann sie weiter, und für einen Moment wirkte Kiri völlig entrückt. Leer. Beinahe tot.



      Die Menge der Flüssigkeit nahm unaufhaltsam zu. Aus Sorge, dass Kiri jeden Moment zusammenbrechen könnte, griff Anubis ein und hielt ihn fest. Als er den immer dicker werdenden Schleim am Boden anstarrte, stieg plötzlich eine Erinnerung in ihm auf. Er kannte das doch irgendwoher. Die seltsame Substanz begann sich zu verformen und wurde vor seinen Augen zu etwas Lebendigem. Moment ... war das nicht eines der Souvenirs, die ihm einst dieser Eros – der Bote – überbracht hatte?



      Die schleimige Substanz wand und verformte sich unaufhörlich weiter, bis sie die Gestalt jenes Parasiten annahm, den Anubis von damals kannte – nur mit dem Unterschied, dass das Gebiss diesmal etwas kleiner ausfiel. Die Kreatur hatte leuchtend helle Augen und schien ein ganz eigenes, berechnendes Bewusstsein zu besitzen. In genau diesem Moment verließen Kiri endgültig die Kräfte. Er sackte völlig erschlafft in Anubis' Arme, als wäre nun er an der Reihe, der Schwächere zu sein. Anubis verstand überhaupt nicht, was hier gerade vor sich ging. Er sah nur, wie das Wesen ihn und Apollo durchdringend anstarrte, bevor es wie ein Blitz davon in die Schatten der Bäume schoss und spurlos verschwand.



      Genau in dem Augenblick, als der Parasit in den Schatten verschwunden war, schlug Kiri die Augen wieder auf. Sie glänzten feucht, und für einen Moment wirkte er völlig desorientiert. Die beiden Zombies schlurften wieder auf sie zu, hielten jedoch zögerlich Abstand. Es schien fast, als fürchteten sie sich vor einem weiteren ohrenbetäubenden Rauschen, das Kiri jederzeit wieder entfesseln könnte. Kiri blinzelte mehrmals angestrengt zu den beiden hinauf. Sein Blick glitt langsam von Anubis hinüber zu Apollo, während er sichtlich versuchte, die Situation zu begreifen.

      "Wow...!", war das erste Wort, was aus Kiris Lippen kam.



      Ziemlich energiegeladen rappelte er sich dann auf, als hätte er ein kleines Powernap gemacht. Er drehte sich mehrmals verspielt im Kreis und lächelte ganz aufgeregt. Das...ER mal an der Reihe war, die Hauptkontrolle von ihnen zu erhalten. Nur weil sich die zwei Streithähne nicht ertragen konnte und Micah lieber ausgelöscht werden würde, als ihn diesen Moment zu schenken. Schön!

      "Mr. Gill! Es ist jaaa soooo laaange heer, dass ich mich mit dir unterhalten konnte. Obwohl...naja...eigentlich haben wir viel gesprochen! Aber...ich begreife so einige Sachen noch nicht!", spornte Kiri so heraus und drehte sich noch einmal, Anubis gleich mit, weil er ihn natürlich nicht losließ, sodass Anubis ziemlich schlecht wurde, bis der arme Kerl wie ein Propeller losgelassen wurde und er in seine Zombies knallte.



      Schnell nutzte Kiri die Situation aus und drückte Apollo in eine herzliche Umarmung. Eigentlich...sollte sich Apollo gar nicht mehr an diese Seele erinnern, keiner tat es mehr. Aber eventuell durfte er als sein Mörder ja doch eine kleine Erinnerung bei sich behalten? Kiri war wenigstens froh für diese kleine Chance, auch Mal am höheren Hebel zu sitzen. Er hielt Apollo ziemlich lange fest, er vermisste so sehr Körperkontakt, dass er sich vorkam innerlich total ausgetrocknet zu sein. Er drückte ihn so fest, als wollte er dem Musiker die Seele aus dem Leib herausquetschten. Ja, die anderen hatten ja keine Ahnung wie gut es sich anfühlte!

      "Jetzt kann ich auch Mal Dinge fragen, die mich brennend interessieren."

      Natürlich ließ er dabei Apollo nicht los, mehr hielt er mit ihm einfach weiter Händchen.

      "Wie läuft es mit dir und Dax? Habt ihr bereits einen dritten Partner gefunden? Er ist ziemlich groß, hat aber eine reine Seele - deswegen sind wir nicht wirklich an ihm interessiert...aber ich persönlich freue mich ja so für dich. Meinst du, du kannst mir ein wenig über euer Liebesleben erzählen? Ich bin seeehr neugierig!"



      Anubis kratzte sich nur verwirrt am Kopf. Naja, die zwei Herren schienen ja beschäftigt zu sein. "Ich...kümmere mich dann um den Angriff der WITCH.", sagte Anubis etwas unbeholfen und schleifte sich zu Ramses, der noch immer wie ein Toter am Baum abhing. Anubis seufzte traurig und hob ihn zugleich hoch, aufgrund seiner vielen fehlenden Organe und Knochen war er gerade ziemlich leicht. "...Heute hatte ich kaum Erfolg...Du darfst dich wieder ausruhen, meine Liebe."



      Mit diesen Worten setzte Anubis seine Magie ein, um Ramses wieder zurück in seine Kette hineinzuzaubern. Natürlich war Anubis ziemlich traurig deswegen, denn war es heute gar nicht sein Ziel Korbos zu helfen, sondern seinem Liebsten. Doch, vernachlässigte er seine Pflichten trotzdem nicht, weshalb er sich ans Werk setzte die Zombies für einen Angriff vorzubereiten und seinen Verschwunden zugleich zu finden.

      Bevor Kiri auch nur weitersprechen konnte, ertönte schon wieder ein hohes Rauschen, woraufhin sich Kiri quälend den Kopf hielt. Ah, das war wohl auch schon das Zeitlimit für seine Freiheit. "Schade...Aber es wäre wohl am besten sich auf die Arbeit zu konzentrieren.", gab Kiri enttäuscht von sich. Sie hatten etwas wichtiges zu erledigen und Yuuto musste endlich wieder zurück zu seiner Crew, bevor es nur schlimmer wurde.

      "Apollo, es muss schnell gehen. Gib mir einen Look als wäre ich von Zombies angegriffen worden.", sagte er etwas weicher als sonst und zog ein wenig an seinem Hemd, sodass sich seine Knöpfe am Kragen lösten.



      "Beeilung, wir haben nicht viel Zeit."
      S̶͙̽m̷͔̑ḭ̸̸̸̸̸̶̵̴̵̞͖̝͔̖̝͕͆̈́ͤ͛ͪ͊ͭ̒ͦͫ̊ͮ͆̚͢͜͢͝l̵̵͓͕̋ͮ͂ê̷̸̷̴̵̲̼̰̭̞ͤ̽ͧ̋ͦ͂ͫ̃ ̶̳̃l̴͇̇_̷̶̷̷̴̴̝͕̲̣̭̾ͩͥͤ̎ͧ͂ͧ̒̕͝ͅí̶̙_̷̴̵̷̷̴̖͎̱̲͉͐ͭ͌ͣͬ͋ͫ̕̚͢͝ͅk̵̸̴̷̸͉̜̠̙̮̍ͧ͛ͥ̔ͬͭ̋͠ě̴̷̷̸̷͍͎͇̲ͭͯ̓ͥ͑ͮ̀͜͠ ̸̳͐y̶̶̶̸̻͍̱͖ͦ̀̓ͪ̇͢͝o̴̴̶̶̵̸̵̶̧̡̦̠̝͔͕̎ͧͨ͐ͪ̈́ͧͮ͊ͩ̍ͭ̓͝͝ͅu̷̶̴̜̤̩̔ͮ̀ͭ͝ ̴̖̌ṁ̴̷̷͚͉͇ͧͤ̾͘_̸̟̈́ę̸̵̸̢̭́̋ͥ͊͢ȧ̵̴̖̝ͬ̍ṋ̸̵̸̶̢̙͍̂ͤͦ̃ͪ̀͝ ̶̥̉i̴̳͛t̴̴̶̛̪̬̖ͪ͛̍͢!̸̶̵̶̘͚̰̪̊ͯ̏ͥ̉̍͢
    • Harvey Bell & Tyler Wang-chi

      "Wegen ihm ist Yuuto verschwunden...."
      Tyler schaute zu dem Feuerwächter...Ihn so zu sehen erinnerte ihn irgendwie an ein Raubtier, dass sich noch still verhielt bevor es zuschnappte...
      Es er erinnerte ihn an diese Blöden Schlangen von Mason...Erst starren sie einen an und plötzlich schnellen die auf einmal zu um einen zu Beißen! Oder langsam unbemerkt zu würgen....
      "Ihm nur Angst zu machen reicht nicht. Er hat nicht auf meinen Freund aufgepasst - obwohl er ein Wächter ist - und ist so ein böses Tier. Es frisst mich innerlich so sehr auf...diese Ungewissheit, dass dieser Mistkerl hier vielleicht ein Mörder sein könnte."
      Der Wasserwächter wurde immer angespannter, Harvey war wohl echt total Wütend und aufgelöst...Ob das bei dem Feuerwächter so gut war?
      Es verunsicherte Tyler plötzlich ein wenig...Vielleicht war das ein Test? Umzusehen ob Tyler artig war?



      Aber Harvey warf ihm ein so eisigen bestimmenden Blick zu, wie damals in Traum von Cabriel als er ihm die Erlaubnis gab ihn zu erschießen.
      Tyler war total verwirrt...Irgendwie fühlte er sich wie diese blöden Hunde denen man verboten hat das Leckerchen zu fressen aber jetzt wurde es ihm direkt vor die Nase gehalten...
      D...Durfte er ?
      Oder war das Falsch...Oder war es jetzt richtig?!
      Trotzdem hielt er das Lämmchen ohne das man ihn das sagen musste fest, der kleinere zappelte ungewöhnlich stärker als sonst...
      „Vergieß nur eine einzige Träne und Tyler rammt dir die Faust noch tiefer in den Magen.“
      Mit aufmerksamen Augen sah Tyler wie der Feuerwächter ernsthaft eine Zigarette raus holte...Automatisch konnte sich Tyler diesen schmerz schon förmlich vorstellen, instinktiv hielt er den Luftwächter noch gewaltsamer fest, er wollte nicht versehentlich etwas abgekommen...

      „Sei ein braves Lämmchen und bedank dich danach. Wir sind doch alle Freunde … und du hast auf uns zu hören, Drecksvieh.“

      Der eigentliche Feuerwächter, hatte noch Probleme mit denn schmerzen in seinen Magen...Normalerweise steckte er Schläge viel besser weg aber dies hier war auch nicht sein Körper....
      Schockierenderweise kannte Cabriel keine Gnade...
      Das erste mal in Harveys Leben wusste er wie es sich anfühlte, wenn das eigene Fleisch sich verbrannte...Es tat Höllisch weh, in selben Moment fühlte er sich von seinem Element grausam verraten.
      Krampfhaft biss er die Zähne zusammen und zuckte unkontrolliert...
      Er wollte nicht erneut die Faust von Tyler in seinen Körper spüren aber er wusste nicht...Ob er fähig war die Tränen noch länger zurückzuhalten...
      "Arghnnng....!!!"



      Von dem Schmerz und Panik, begann ihm wieder unangenehm schwindlig zu werden. Ihm wurde sogar schwarz vor Augen...Verlor er das Bewusstsein?!
      Doch anstatt bleibende schwärze, durchzog ihn eine weitere Erinnerung von Cabriel...
      Und was er sah und glaubte zu spüren....
      War...Diese Lüge....Etwa die Wahrheit?!
      Aber zur Hölle...Wie alt war der Junge hinter der Maske...?!
      War....Das jetzt Samuel...?
      Aber....Was wenn das Tyler war?
      In Harveys Kopf drehte sich alles, die Erinnerung an denn pochenden schmerz in seinem Ohr....Er spürte es ganz deutlich, stärker als das Feuer an seinem Anderen Ohr. Die schmerzen vermixten sich in einem erschreckenden Cocktail.
      Warum passierte das....?!
      Harvey innerlichere Geist tobte ....
      Wie konnte sowas unverzeihliches wahr sein?!
      Was war das für ein Grausames Spiel...?
      Nein das war kein verdammtes Spiel....Das war Cabriels Vergangenheit...Und obwohl er die Erinnerung anfühlte wie seine eigene und aus nächster Hautnah spürte...Wollte er nicht daran glauben.
      Das konnte nicht Real sein!
      Das----

      Mit einem weiteren so heftigen Faust hieb in seinen Magen als wollte ihm Tyler sein schon so zerbrechlichen Körper durchbrechen wurde er aus der Erinnerung gerießen.
      Er hatte gar nicht mitbekommen wie die Tränen ihm unkontrolliert über das Gesicht liefen.
      "Unartige Tiere werden bestraft, Lämmchen.", raunte Tyler und Harvey röchelte verzweifelt...
      Jeder Atemzug schmerzte höllisch aber....



      Er konnte nicht diesen Moment aus der Erinnerung vergessen.
      Doch egal wie er Tyler ansah, er...sah immer noch Tyler und das begann Harvey gerade am meisten Angst einzujagen. Er sah kein Schurken oder Monster....Es war...Tyler.
      Dessen unmenschliche Art war viel beunruhigender....Und auch Cabriel war nicht gerade Anderes, seine Grausamkeit spürte er noch immer auf seiner Haut.

      „Wie gefällt dir das, Tyler?“

      Tyler fixierte das Lämmchen als Harvey das fragte...Eigentlich spürte Tyler immer eine genugtun sobald Cabriel ein schmerzlaut von sich zeigte und aufhörte so zu tun etwas BESSERES als er zu sein!
      Heute aber war Cabriel echt weinerlich und sah so panisch, schockiert aus....
      Es wäre gelogen wenn ihm das nicht gefallen würde, ganz im Gegenteil...Er fragte sich gerade wie mehr Lämmchen heute Wimmer würde! Lag es an dem Feuerwächter das er nun doch kleinbei gab?
      "Hmpf, er hat sich noch nicht bedankt...", grummelte Tyler, er war sich sicher bei Sam hätte sich das dumme Nutzvieh bestimmt mehrfacht bedankt.
      "Na los, was bist du heute so unartig....Du machst mich echt sauer."



      Aber verdammt seine nasse Kleidung fühlte sich verdammt gut auf seiner Hand an....
      Er hätte nicht erwartet das ihn das Lämmchen mal auf so eine Art erregen würde.
      Auch wie er ihn anschaute, als wäre echt eingeschüchtert! Fast schon putzig aber er durfte sich davon nicht um den Finger wickeln lassen!
      Zögerlich sah Tyler aber auch immer wieder zu Harvey um abzulesen ob er auch nichts missverstand...Leider aber wirkte Harvey nicht so begeistert.
      Mit seinem Göttlichen Sam zusammen hätte das bestimmt mehr Spaß gemacht.....
      Aber das Cabriel wie ein kleines Baby schluchzte, gleichte die Sache auch wieder aus.
      „Wir sind noch lange nicht fertig. Das war bloß mein Teil der Lektion. Tyler hat noch nicht mal angefangen … und ich werde ihm als Freund dabei helfen.“
      Tyler durchfröstelte eine Gänsehaut...
      Ein Großteil in Tyler freute sich wirklich das Harvey es offiziell betitelt hatte, er wollte ihm als Freund helfen! Was gab es schöneres als wenn man in seiner Rache unterstützt wurde?
      Aber uff...Er kapierte nicht warum Harveys Augen so kalt waren...War das alles wegen Yuutos verschwinden?
      Wäre Tyler auch so drauf wenn Sam plötzlich weg war und Cabriel schuld daran hätte?
      Es fiel Tyler zu schwer es sich vorzustellen weil sowas niemals passieren würde....Dafür war sein Gott viel zu Mächtig. Dieser Yuuto war eben zu schwach....
      Aber wenn Harvey keine Freude zeigte...Verwirrte es Tyler. Dann bekam der Wasserwächter das Gefühl das er auch nicht Glücklich darüber sein sollte....

      "Du wolltest ihn würgen? Ich werde das für dich übernehmen."
      Jetzt übernahm Harvey das mit dem Würgen auf eine ziemlich kreative Lösung...
      Aber Tyler konnte nur daran denken das er schiss bekam...Was wenn Harvey mal wütend auf ihn wird?
      Er wusste nicht das er der Typ war....Der sowas auch machte....



      Das musste ein Test sein....
      Oder? Und wenn es kein Test war? Dann verpasste er denn ganzen Spaß!!
      Wann sah er schon Lämmchen total verzweifeltes Gesicht? Diese Lektion würde dem Mistvieh ewig in Gedächtnis bleiben und dann wollte er auch mitbeteiligt sein! Denn Ruhm allein wollte er Harvey nicht geben!

      "Wurdest du je gewürgt? Du musst dich entspannen, sonst passiert ein schlimmer Unfall."

      Sofort gab das Lämmchen ein heftiges wimmern von sich als Harvey mit seiner Jacke, denn dürren Hals mit seinem Jackenärmel würgte.
      Zur Tylers Verwirrung kam ein erregender Schauder, irgendwo war es auch beeindruckend....Und es war verdammt scharf zu sehen wenn Harvey so durchgreifend war und Cabriel nur ein elendes häuflein!
      Aber erneut sah er nicht das Harvey spaß daran zu haben schien stattdessen sah er ihn an, asl kümmerte ihn seine Meinung am meisten an der Sache.
      "Du wolltest ihn das Maul stopfen. In welcher Position willst du sein? Hintern oder Maul?"

      In Harveys Ohren rauschte das Blut, seine Kehle war so zusammen gedrückt....Er konnte sich nicht erinnern ob er jemals gewürgt wurde. Vielleicht...Bei einen seiner Kämpfe auf den Schulhof vielleicht....Aber...Gerade war sein Geist viel zu durcheinander um überhaupt etwas zu ordnen. Seine Augen zitterten als er zu denn beiden sah...Allein schon Tylers unheilvolles zucken an seinem Mundwinkel zu sehen verriet ihm weitere schmerzen....Er fühlte sich vollkommend Hilflos....
      Vielleicht...musste er wirklich die Rolle das Lämmchen spielen um hier...Lebend rauszukommen.
      Das letzte mal als er sich so Hiflos gefühlt hatte war nicht einmal die verrückte die ihn als Sünder bestraft hatte....Es war der letzte Tag an dem er Matteo gesehen hatte.



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      Heute...Würde Harvey nicht mehr länger zuschauen.
      Der Himmel war an diesem Tag von Grauenregenwolken bedeckt als er mit entschlossenen Schritten zu dem Ort ging an dem er diese elenden Mistkerle zu einen Kampf herausgefordert hatte.
      Normalerweise...Forderte Harvey nie anderen auf, oft nahm er nur die lästigen Herausforderung der Anderen Kerle an die sich unbedingt Prügeln wollten.
      Diejenigen die sich nicht von seinem Eiskalten Blick einschüchtern ließen....
      Aber dieser abartigen Schurken haben sich trotz seiner Warnung...Weiter auf jemand schwächeren gestürzt.



      Harvey war an diesem Tag, so von Wut zerfressen. Jeder der sich ihm blöd in dem Weg stellte wurde von ihm beiseite gestoßen.
      Er würde keine Gnade mehr zeigen...Ein Held würde auch nicht weiter zu sehen wie sein bester Freund jeden Tag litt...
      Diese Mobber hatten denn Tisch von Matteo mit gemeinen Sprüchen beschmiert. Obwohl Matteo immer wieder sagte...Alles wäre gut und Harvey bräuchte sich keine sorgen machen....Dieses mal konnte er es nicht vor ihm verstecken.
      Das grausamste für ihn war es...Das niemand anderes in der Klasse Matteo geholfen hat...



      Das hasste Harvey so sehr an denn Menschen...
      In solchen Momenten vergass Harvey für wenn er überhaupt ein Held werden wollte.
      Diese Welt war voller widerlichen Schurken und Monster, die sich hinter einem falschen Lächeln versteckten.
      Am liebsten würde er alles und jeden niederbrennen...
      Aber selbst dabei erfüllte es sein Herz nicht...
      Das einzige aber das er wusste, war es das zu Beschützten das sich nicht gegen diese brutale Welt retten konnte.
      Matteo hatte nicht so einem Bruder gehabt der einen auf das schlimmste in dieser Welt vorbereitete....
      Matteo...war viel zu gut...Für die Welt.
      "Keine Sorge....Bald wird deine Welt wieder in Ordnung sein...."



      Das Gute würde Siegen....
      Matteo sah schließlich als einziger das er nie aus eigenen willen sich mit allen anlegte.
      Er schlug sich nicht blutig mit denn Anderen Schülern und kassierte ein Verweis von der Schule...
      Anderes als sein Vater sah ihn Matteo nie mit enttäuschten Augen an....
      Anderes als sein Bruder behandelte er ihn nicht wie jemand der ein Mörder wäre und auf dieser Welt nichts zu suchen hatte.
      Matteo war sein bester Freund und für ihn würde er alles tun! Nur damit er wieder...Lächeln konnte.

      "S-stop!! Bitte hör auf!!"
      "Es ...Es tut mir Leid! Hör auf...Argh!!!"
      "Wir...Fassen ihn nie wieder an...S--stop bitte...!"
      "H...Hilfer---URGH..."
      Gnadenlos schlug die Faust von Harvey immer wieder ins Gesicht einer dieser widerwärtigen Mobber.
      Seine Hand war mittlerweile schon ganz taub aber das hielt ihn nicht davon ab...Diese Bastarde Bluten zu lassen.
      Knochen knackten...Zähne lagen in Blutlachen um ihn herum...Die Anderen wimmerten unter schmerzen am Boden.
      Aber Harvey hatte kein Mitleid mit ihnen....
      Sie haben Matteo weh getan....
      Sie haben auf ein schwächeren herum getreten als wäre er ein Andere Spezies....
      Er Hasste....Er HASSTE sie alle...!



      Er konnte nur noch rot sehen als er erneut zuschlug und der Kopf dieses widerlichen Mobbers nach hinten kippte.
      Um ihn sammelten sich wieder diese Meute...Er konnte spüren wie sie wieder ihre Handykameras auf ihn richteten...Aber es war ihm Egal. Er zeigte keine Gnade mehr, einmal hatte er schon nachgeben und das Mobbing von Matteo wurde nur schlimmer...Diesesmal...Würde er---
      "Harvey hör auf!!! Du....Du bist...."



      Als Harvey mit dem Kopf herum fuhr sah er nicht in das Gesicht...Seines besten Freundes. Es war...Vollkommend wirr....
      Im ersten Augenblick sah er aus wie ein weiterer dieser elenden Mobber. Im letzten Moment konnte er sich zurückhalten nciht auch im ins Gesicht zu schlagen.
      Was...Sollte das?
      Matteo war doch...Der einzige der ihn ansah als wäre er kein---
      "Monster....!! Harvey....Du bist ein Monster!"
      Was...Was redete er denn da...?!
      Harvey stieg die Tränen in die Augen und er konnte für ein Moment einfach nur dort stehen.
      Er....Er hatte doch...Für ihn....Er hatte ihn doch nur...Beschützten wollen...Warum....Sah er ihn jetzt an als wäre er....Das Monster hier??



      In ihm kochte alles über...Matteo....Er war nicht Anderes als die Anderen.
      Es reichte ihm....Es REICHTE IHM!
      Diese Mistkerle....Diese verdammten Wichser....Sie wollten unbedingt ein Monster?!
      Dann....Würde er ihm dieses Monster geben.
      "Lauf....", raunte Harvey so dunkel wie noch nie und er sah wie Matteo zurück zuckte.
      Der Andere sollte so schnell laufen wie er konnte...Er würde ihm zeigen was für ein Monster er war!!
      .....
      .............
      .............................
      Doch kaum wie Matteo los lief, überkam Harvey ein bitteres Gefühl....Was hatte er gerade getan...?
      Scheiße....Er hatte überreagiert und Harvey schluckte die letzte Wut hinunter.
      Er musste sich entschuldigen...Er wollte Matteo doch gar nicht so anfahren.
      Aber als der Moment kam...
      Konnte Harvey nur noch am Straßenrand stehen...
      Er konnte nichts tun, nichts sagen oder sich Bewegen....

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      Harvey ragte verzweifelt nach Luft...
      Er fühlte sich wie ein Opferlamm auf der Schlachtbank über das geurteilt wurde wie sie es am besten hinrichten wurde.
      In dem Moment fragte sich Harvey ob sich Matteo auch so Gefühlt haben musste...
      Oder Cabriel....
      Wie schafften sie es in dieser Situation zu überleben....?



      Er hatte immer gedacht...Das sie nur auf einen Retter waren mussten, der sie aus dieser Lage befreien würde. Aber...Niemand würde kommen. Dem war sich Harvey mehr als Bewusst. Also...Hieß es das Schicksal zu akzetieren?
      Harvey war ein Kämpfer, es fühlte sich Gottlos falsch an....
      Aber was tat man wenn alle Anderen so viel höhere über ihn standen?
      Sein Blick fiel auf Tyler der ihn nachdenklich anschaute.
      Er konnte immer noch nicht fassen das Tyler hinter einer Wolfmaske stecken konnte...
      Mühsam versuchte Harvey weitere Tränen zu verkneifen, er sah schon wie Tyler seine Faust erneut zusammen drückte.



      "Hmmm, selbstverständlich nehme ich ihn von hinten!", kam Tyler mit gut gelaunter Stimme, überhaupt nicht zu denn Erinnerungen passend die Harvey gerade durch denn Kopf gegangen waren. Tyler hatte wohl echt kein blassen Schimmer was hier eigentlich los war....
      "Ich will nicht riskieren, sein schmutzigen Speichel abzubekommen! Ist ja total widerlich...!"
      Harvey konnte nicht glauben was er da hörte....
      Als würde Tyler von etwas hier vollkommend normalen sprechen.
      "Also von mir aus kannst du ihn von vorne nehmen, du solltest dich wirklich mal verwöhnen lassen! Du siehst echt aus als hättest du es echt mal nötig. Dafür sind doch Tiere auch da~"





      So langsam kapierte Tyler, der gute Harvey war noch ein totaler Frischling was der Umgang von Tiere wie Lämmchen betraf.
      Zwar zählte eine gute Strafe dazu aber er hatte durch Sam gelernt wie man diese widerlichen Tieren auch für etwas gutes nutzten kann.
      "Lämmchen ist schließlich nicht nur ein Stressball oder ein Ungezogen Mistvieh das man bestrafen muss, sonst wäre er total Nutzlos, verstehst du? Und nutzlose Tiere behält man für gewöhnlich nicht solange am Leben."
      Tyler versuchte den Erfahrenden raus hängen zu lassen, er musste...Sonst litt er gleich noch an Minderwertskomplexen!
      Schließlich war ER doch gut darin Lämmchen zu erziehen aber Harvey machte das so gut...Leider zu GUT! Er bekam ja selbst bei zusehen weiche Knie.
      "Ich verstehe natürlich das du wegen Yuuto gerade nicht...Ehm Emotional drauf eingestellt bist aber ich finde es schon sehr beachtlich wie gut du dich im Griff hast!
      Du bist so Wütend und trotzdem steht hier alles nicht im Flammen, scheint als hättest du es endlich geschafft deine Fähigkeiten anständig zu kontrollieren. Das sollte wirklich gelobt werden!"




      Tyler musste sich unbedingt sicher sein das Harvey nicht gleich doch noch wie eine Bombe Explodierte...!
      Er wollte wirklich das Lämmchen eine ordentliche Lektion erteilen und das ganze was ziemlich anregend....
      Auch weil der Luftwächter ziemlich in einer miese Lage steckte war es für Tyler wirklich eine Wohltat...Dieser mieser kleine Verräter..-Zum Glück glaubte ihn niemand!
      Selbst Wyatt wird ihm sicherlich nicht glauben und Ineb hatte er sowieso für sich gewonnen...Und nun war auch Harvey ganz auf seiner Seite.
      "Suchen wir uns ein sauberes Fleckchen und bringen ihn dazu jede seine Taten zu bereuen."

      Der echte Harvey biss sich schmerzhaft auf die Unterlippe.
      Noch immer hörte er die höhende Stimme dieser Verrückten, aber keiner der beiden ging darauf ein...
      Schlimmer noch musste Tyler ernsthaft sagen das Cabriel in seinem Körper nun diese verdammten Feuerkraft im griff hatte?!
      Vielleicht musste er auch nur richtig wütend werden um zu begreifen wie es sich Anfühlte so unkontrolliert zu sein aber gewiss kam ihn das noch entgegen...
      Noch dazu...Diese Erinnerungen aus Cabriels Leben machte ihn wirklich fertig.
      Er wollte kein Mitleid für einen Schurken empfinden aber es war auch nicht richtig was passiert war.
      Überhaupt nicht...



      Es wurde...Zu viel.
      Sobald als sich der Griff um sein Hals wieder soweit lockerte, das er Luft kosten durfte merkte wie ihm leicht Speichel am Mundwinkel runter lief.
      Das er sich nicht übergeben musste war schon ein großes Wunder.
      Aber Harvey konnte etwas Anderes nicht weiter unterdrücken, es...Machte ihn Wahnsinnig. Er hatte es selbst schon gemerkt aber jetzt....
      Eigentlich wäre es gut wenn er es schaffen würde sich mit Tyler zu verbünden...Mit seiner Wasserkraft könnten sie Cabriel in Notfall aufhalten!
      Doch obwohl er in einem Anderen Körper steckte, brannte die Wut immer noch tief in...Seiner Seele.
      "Kriech... ihm... ruhig weiter in den Arsch, Tyler...“
      ...
      Tyler Gelben Augen durchbohrten Harvey sofort als hätte er sich gerade derartig verhört.
      "...D..Du hast nur Angst in meiner Position zu ....l..landen aber dein Schwanz wedeln wird dich nicht...Ewig beschützen..."



      In diesen Augenblick war das Lämmchen wie ein beschädigtes Objekt, dass es wagte ihn zu kritisieren! Es verdrehte komplett seine Welt an die er fest glaubte und existierte.
      Als würde ihm jemand direkt ins Gesicht sagen der Himmel wäre eigentlich unten...
      Tylers Gesicht, das Harvey soeben noch mit seinen gelben Augen durchbohrt hatte, gefriert. Es ist kein Schock, der Angst zeigt, sondern pure Entrüstung, die sofort in tiefe, Abscheu umschlägt.
      Seine Augen verengen sich zu verächtlichen Schlitzen, die Brauen ziehen sich über der Nasenwurzel hoch, und seine Nasenflügel beben leicht, als hätte er gerade etwas Widerliches, Fäulnisartiges riechen müssen. Die Oberlippe kräuselt sich nach oben, ein Ausdruck von tiefer Verachtung.
      Als wäre gerade ein zum Schachten verurteiltes Tier Freiwillig in den Tod gesprungen....



      Wie wagt es dieses Tier, dieses klägliche Nutztier, das Harvey gerade zurichtet, ihn zu analysieren?
      Die Wahrheit in Lämmchens Worten trifft ihn, aber sein Verstand weigert sich, sie als Bedrohung anzunehmen. Stattdessen verwandelt es sich sofort in eisige, distanzierte Wut. Er fühlt sich von Lämmchens krächzender Stimme und der schieren Unverschämtheit beschmutzt, da hätte er ihm auch gleich ins Gesicht spucken können!!
      Es ist, als hätte ein Tier versucht mit seinem unverständlichen lauten, mit ihm zu sprechen... Als wäre er AUCH ein Tier.
      Er tritt einen halben Schritt zurück, als müsste er sich vor Lämmchens Worte schützen, die Lippen immer noch zu der angewiderten Grimasse verzogen.
      "Du....Kleines... Widerwärtiges Tier...."
      Seine Augen fixierten ihn wie ein Schandfleck.
      "...Heute hast du es echt übertrieben , Harvey hat recht, Angst allein wird nicht wohl nicht genug zähmen. Ich war viel zu Nachsichtig mit dir, ich kapier schon...Bei Sam hättest du sowas bestimmt niemals gewagt. Für dich werde mir nicht mal mehr die mühe machen, es sauber zu halten..."
      Sein Blick ging zu Cabriel:
      "Zieh wir ihn aus, Tiere tragen gar keine Kleidung. Ich werde ihn Tage lang Bluten lassen damit es endlich in sein Schädel rein geht, wer er ist und wie er mit anderen zu sprechen hat!"
      In dem Augenblick durch zog Harvey erneut schlimmere Panik, er hätte Tyler nicht Provozieren sollen....
      Hektisch begann er sich zu winden, obwohl er keine Chance hatte gegen die beiden anzukommen.
      "N-nicht...es ...Tt-tut mir leid!", würgte Harvey die Worte instinktiv heraus aber das wurde ihn nicht mehr aus der Schlinge befreien.
      Grob packte nun auch Tyler ihm am Kopf als wollte er sein Schädel wie eien Wassermelone zerdrücken.
      "Du hälst jetzt die Schnauze!"

      _______________________________


      Wyatt Carson Lyons

      "...Vielleicht hatte er ja heimlich geübt, ohne dir etwas zu sagen. So wie er gerade gezittert hatte glaube ich, dass er einfach voll panisch war und irgendwohin fliehen wollte. Ganz der klügste war unser Cabriel ja nicht, richtig?"
      Obwohl Wyatt wenigstes ein wenig von Inebs Skeptik gewünscht hätte, wirkte der Lichtwächter erneut wieder so überzeugt davon zu sein das alles seine Richtigkeit hatte...Manchmal fragte sich Wyatt ob Ineb das mit Absicht tat, so wie Wyatt es gut gelang die Wahrheit unter ein bunten Schleier zu verstecken.
      "...Mensch, Wyatt...Süß, dass du dir Sorgen machst aber vertrau doch einmal unserer Gruppe."
      Doch Wyatt Wunsch der Gruppe zu vertrauen, war genau so groß wie seine Sorge...
      Vielleicht hatte Ineb nicht ganz unrecht und er sollte damit umgehen das sich Menschen verändern konnten, je nach Situation und Zeit...
      Aber Cab, hätte ruhig etwas sagen können wenn er das schwimmen gelernt hat...Dann hätten sie vielleicht ein Date am Strand verbringen können?
      Nun aber galt seine Aufmerksamkeit diesen putzigen Bären, der aber ziemlich grummelig wirkte...Ob er auch schlechte Laune und Kopfschmerzen hatte?

      "Nicht...bewegen..."



      Verwundert sah Wyatt zu Izarra, der Anderes als er überhaupt nicht begeistert schien...Seine Haltung zeigte auch deutlich das sie in...Gefahr schwebten?
      Oh nein...War das etwa wie mit diesen Hasen aus Cabriels Traum?!
      Warum waren die Tiere in letzter Zeit so unsagbar Gefährlich?! Musste er sich jetzt wirklich bei jedem Tier zweimal überlegen ob er nicht lieber direkt die Flucht ergriff??
      Izarra schien jedoch Ahnung von Bären zu haben, doch bevor dieser zu Ende erklären konnte:

      "AAAAAAAAAH!!! DAS IST EIN GRIZZLY!! EIN BRAUNBÄR - KEIN SCHWARZBÄR!!! DIE SIND AGGRESIV UND HASSEN ES, WENN JEMAND SCHREIT!!!"
      Wyatt erstarrte nun selbst und sah schockiert zu Ineb.
      Warum zur Butterblume Schrie dieser Dummkopf dann soooo?!?!
      "AAAAHHHHHH.....?!?!

      Vorschreckt Schrie Wyatt Automatisch mit!
      Der Bär rannte allen ernstes jetzt auf sie zu!!
      Die Panik überflutete denn Schauspieler, was sollten sie jetzt machen?!
      "RENN SCHNELLER! RENN SCHNELLER!!"
      Ohne das es Wyatt richtig realisieren konnte packte ihn Ineb und zog Wyatt mit sich.
      "W-w-w-waaas...RENNEN?!"



      Er hatte kaum Zeit über Izarra nachzudenken der zurück blieb und rannte ebenfalls wie gestochen los.
      "IHR-IHR MÜSST EUCH TOT STELLEN!! SONST VERPRÜGELT ER EUCH NOCH!! ZEIGT IHM NICHT EUREN RÜCKEN!!"
      Mit Tränen in denn Augen vor Angst sah er über die Schulte rund bereute fast, ritt ihr Mentor gerade denn Grizzlybären?!
      Sie sollten sich Tod stellen...?!
      Aber er spürte wie ihn Ineb immer noch mit sich zog, an auf den Boden zu werfen war gar nicht zu denken.
      "WÄHHH ICH WILL NICHT VERPRÜGELT WERDEN!!!", jaulte Wyatt auf. Er war doch Gegengewalt!
      "Hab ich dir je gesagt, dass es mir Leid tut wie ich dich manchmal behandele. Du bist zwar ein Perversling, aber mein Perversling, Wyatt. Also lass dich nicht fresseeeeeeeeeeen....!"
      Die Worte von Ineb ließ Wyatt erneut aufschluchzen.
      "Tut mir auch Leid, ich hab dich mit Absicht provoziert! Wehe du wagst es langsamer zu werden!"
      Am liebsten wäre er Ineb in die Arme gefallen, warum musste er sich auch ständig mit dem Blödmann streiten!?
      Doch plötzlich stolperte Ineb und Izarra wurde in hohen Bogen--- Über die Klippe geschleudert?!
      "AHHH OH GOTT!?"



      Sein Herz hämmerte wie verrückt als er nun als einziger darstand.
      Izarra irgendwo im nirgendwo...Bestimmt hatte er sich was gebrochen!
      Und vor ihm lag Ineb! Aber er konnte ihm nicht aufhelfen weil direkt hinter ihm dieser riesigen nicht-braun-Bär Stand.
      ...
      Was....Sollte er jetzt machen??
      Wegrennen und...Ineb einfach zurück lassen?
      Aber so wie Ineb dort lag zeigte er ihm sein Rücken...Und Izarra sagte doch das sollten sie nicht...Ineb war geliefert.



      Seine Finger zitterten als er sah wie der Bär wieder knurrte und auf Ineb zu stampfte.
      Er hob zögerlich seine Hand um Ineb hoch zu ziehen aber kaum wie er sich bewegte wurde das Bestialische knurren lauter.
      Aus dem Augenwinkel sah er ein Ast...Vielleicht wenn sie sich wehren? Aber...Er wollte dem Bär nicht weh tun!
      Wyatt nahm ein tiefen Atemzug....
      "Du...Du hattest recht Ineb!", sagte Wyatt auf einmal mit bemüht entschlossener Stimme.
      Es war Zeit sich zu verändern...!
      "S---Schluss mit Weglaufen! W-wir sind die Witch! U-und keine v-verängstigten Kinder die sich nicht...W-wehren können!"



      Obwohl Wyattt so entschlossen klang zitterte er nervös...Dier Bär baute sich auf seine hinter Pfoten auf und hob seine dicken Krallen zum Angriff!!
      Grünes Licht umhüllte Wyatt als er sich durch seine Entschlossenheit verwandelte...
      Bereit es mit dem schlecht gelaunten Bären auf zu nehmen.
      "Erde....", raunte Wyatt und rieb sich mit dem Daumen über die Lippen.
      "Keine Sorge, Zimtschnecke, ich lass nicht zu das der Bär uns Verprügelt!"



      Unerwartet jedoch hatte Wyatt sich nicht in seine normale Witch-Form verwandelt sondern, in seine Frauen Form die er bis her nur in Wyatt Traum aufgetaucht war.
      Kurz war Wyatt etwas verwirrt aber das spielte jetzt keine Rolle...Seine Entschlossenheit blieb bestehen als er über Ineb hinweg stieg und sich dem Bären entschlossen entgegen stellte.
      "HÖR zu du böser, Grizzlybär!! Ich mag es gar nicht wenn man meine Freunde so anknurrt!! Hast du gar keine Manieren!? "
      Der Bär hielt erneut irritiert inne und schnupperte verwirrt zu der Großen Frau mit extrem Männlicher Stimme.
      "Wenn du nicht ganz schnell wieder verschwindest werde ich dir eine Lektion erteilen müssen und die wird nicht Nett sein! Also HAU AB! GEH ZURÜCK!"




      So wie sich sie sich aufbaute war Wyatt beinahe halb so groß wie der Bär der deutlich eingeschüchtert wirkte.
      Mit einem knurrenden Jaulen trat der Bär zurück und stolperte beinahe selbst.
      Als Wyatt dann auch noch die Muskeln anspannte, rannte der Bär panisch los als wäre ein Ungeheuer oder Jäger hinter ihm her!



      Zufrieden sah Wyatt dem flüchtenden Bären nach und stemmte die großen, kräftigen Hände an seine Hüften.
      "Gut so, mach mich bloß nicht Sauer!"
      Dann drehte sich Wyatt zu Ineb zu und halb ihn sofort wieder auf die Beine.
      Vorsichtig klopfte ihm etwas Dreck von der Kleidung aber als er die Erde in dessen Gesicht sah zog er besorgt die Augenbrauen zusammen.
      "Ohje...Hast du dich verletzt? Mist ich habe keine Taschentücher dabei...", murmelte er während er sein Maidkleid nach Taschen absuchte.
      Dann aber zuckte er als ihm Izarra einfiel und er kaum Zeit hatte sich um Inebs Wohl ergehen zu sorgen.
      Hastig heilte er zum Rand der Klippe und sah sich hektisch um:
      "Izarra...? IZARRA?? ", rief er laut und suchte alle richtung nach ihm ab.
      Plötzlich ertönte ein hoher laut denn Wald udn Wyatt hielt sich die Ohren zu, noch mehr Tiere flogen aufgeschreckt aus den Boden und irgendwo hörte man den Bären lauter aufbrüllen.
      "Hnng...Meine Lieblichen Ohren...Was ...War das?", hauchte Wyatt überfordert und er hatte das Gefühl seine Ohren würden beinahe bluten, so sehr hatte es geschmerzt...
      Irgendwas stimmte mit diesem Wald überhaupt nicht....
      Believe Me ~

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    • Apollo Ellison

      "Und ich hatte schon gedacht, dass du es bist der diese Triebe heraussprüht, Apollo. Dabei...war es die ganze Zeit der lustvolle Geruch deines Meisters.
      Apollo räusperte sich dezent und schloss gewissenhaft seine Augen, leider schütze es ihn nicht von dem Anblick der sich schon längst in sein Kopfgebrannt hatte...Er sollte wohl in der nächsten Zeit darauf nicht das Zeitliche zu Segnen...Er kann doch der großen Lordschaft mit diesen Erinnerungen quälen! Andererseits hoffte er sehr das damit sein Meister in ein noch schlechteres Licht rückte...
      "Ehm, keine Sorge....Seit wir hier sind, wurden meine Triebe gemildert..."



      ...Ja, an Paarung war gar nicht zu denken! Nicht mit diesen ekelhaften Insekten...Zombies und...Seinem Meister der ihn wirklich auf höchsterste auf die Nerven ging.
      Eine Fee wie er brauchte ein ruhigen Ort...Am meisten voller Blumen und weeeit weg von so einer solch Bizarren Szene.

      "Ich glaube er wird sterben."
      . . . . .
      "Hach, wirklich...? Ich denke Meister Anubis ist stark genug...", murmelte Apollo monoton.
      Leider starb dieser Anubis nicht schnell genug...Als hätte er einen Schutzengel der peinlichst genau darauf achtete das er lang genug Lebte.
      Allein dieses Szenario zu beobachten...
      Hach, sein Meister hatte echt keine Ahnung wie dieser Ramses...Sowas wirklich anging.
      Leider erinnerte sich...
      Apollo...Ganz genau....
      Wie sowas aussah...Das hier...War einfach nur ....



      "........Hi...lfe..."
      ...
      "Hm...Ihr habt recht werter Kiri...", gab Apollo leise zu, tja...Sein Meister hätte wohl wirklich ins Gras gebissen wären sie später gekommen. Schade....
      Doch zum Glück half nun Kiri in der Situation, Apollo hätte wirklich ungern helfen müssen...Am Ende wäre er noch mit reingezogen wurden!
      Zwar gewann er heute nicht den besten Orden als Lakai aber da Anubis selbst sich diese ganze Situation eingebrockt hatte, sah er es nur als gerecht sich rauszuhalten.

      Nachdem sich alles vorerst wieder beruhigt hatte erklärte sein Meister die Lage...
      "Danke für die Rettung. Um meine Situation genauer zu erklären..."
      Tatsächlich fragte sich Apollo während Anubis die Lage erklärte wie dieses Insekt hier herkommen war...Vielleicht durch das Portal?
      Er hielt es schon eine weile für Fraglich ob es so gut war das es die ganze Zeit offen blieb...Aber vielleicht gab es mittlerweile auch wo Anderes Portale die sich geöffnet haben...
      Zumindest hatte Apollo hier und dort...Spuren von Magie gespürt und fragte sich ob es wirklich Teil dieser Welt war oder diese aus ihrer Welt stammten...Oder einer Anderer?



      Es wäre Egoistisch zu denken das Medrian das einzige Reich war das einen Weg in diese Welt gefunden hatte...
      "Und woher kam die dritte Leiche? Eine von ihnen griff die WITCH an?"
      Schwer atmete Apollo aus, ungewollt waren sie nun durch Anubis Zombie-Orgie nun im Kampf gegen die Witch...
      So ohne Plan kam ihn das ziemlich Riskant vor, sie hatten ja schon kurze Einblicke gehabt zu was die Gruppe schon Fähig war.
      Einer von ihnen konnte ein Baum bewegen und sie waren mitten im Wald!
      Sie befanden sich nicht gerade in einer Vorteilhaften Position...Er konnte nur hoffen das Anubis diese Zombies und Insekte ins Herz geschlossen hatte, es war das beste sie zu Opfern....

      "Was....ist...das?"

      Plötzlich aber änderte sich die Lage, etwas schien mit Kiri nicht zu stimmen!
      Beinahe hätte er Anubis beiseite geschubst als sich dieser ihm näherte, sicherlich machte Anubis das nur schlimmer!
      Auch wenn er nicht wusste was---
      Auf einmal erklang ein lautes Geräusch das viel zu viel für seine Empfindlichen Ohren war.
      Schlagartig war Apollo wie betäubt.
      "Uurrrghnn...."



      Der Klang wiederholte sich in seinem Schädel, wie eine Rückkopplung zwischen Mikrofon und Lautsprecher.
      Für einen Moment konnte Apollo weder denken oder sprechen....
      Er war vollkommend wie versteinert....
      Das Ohrenbetäubende Geräusch ließ langsam nach aber Apollos Kopf schwankte noch immer wie ein wirrer Tonspursalat.
      Sein Blick ging starr zu Boden...Nur schleichend kehrte sein Verstand zurück...



      Es war erschreckend und beeindruckend zu gleich zu war Kiri alles fähig war...Mühsam blinzelte Apollo und sah den Wesen nach das davon flitzte...
      Hach, in diesem Moment wünsche sich Apollo erneut das sein Meister Kiri wäre...Dann wüsste bestimmt deutlich mehr über ihn. Vielleicht sollte er sich wieder mit Zeth treffen und ein wenig darüber sprechen...
      "Wow...!"
      Nachdem schreck Moment und Apollo langsam wieder das Gefühl bekam sich Bewegen zu können wirkte, Kiri so als wäre gerade selbst aus eine Art Schlaf aufgewacht oder eher...Erwacht?
      Als hätte Kiri nach dem ganze ein Ordentlich Energyschub gebraucht war er auf einmal viel aufgeweckter!
      "Mr. Gill! Es ist jaaa soooo laaange heer, dass ich mich mit dir unterhalten konnte. Obwohl...naja...eigentlich haben wir viel gesprochen! Aber...ich begreife so einige Sachen noch nicht!"

      Auf einmal nannte ihn Kiri bei seinen Tarnnamen und tänzelte mit seinem Meister im Kreis...Ohje war das ganze ZU VIEL für den Ehrenvollen Kiri gewesen?!
      Dabei musste er doch schon die wildesten Situation erlebt haben!
      Es wäre höchst traurig wenn sein Meister schuld daran hatte das Kiri nun eine Sicherung durchgeknallt ist....!
      Aber sein Rauschen war für ein Moment sonderbar leiser geworden.



      Nun wurde Apollo auch noch von Kiri umarmt!
      Kurz glaubte Apollo er hatte selbst sein Verstand verloren...Vielleicht lag er gerade Bewusstlos hier am Boden und die Zombies begann schon über ihn herzufallen!
      Niemals nie glaubte er jemals das Kiri ihn solch angenehmen Körperkontakt schenken würde!
      Apollo schmolz regelrecht dahin...Auch wenn der Griff ein wenig zu fest war!

      "Wie läuft es mit dir und Dax? Habt ihr bereits einen dritten Partner gefunden? Er ist ziemlich groß, hat aber eine reine Seele - deswegen sind wir nicht wirklich an ihm interessiert...aber ich persönlich freue mich ja so für dich. Meinst du, du kannst mir ein wenig über euer Liebesleben erzählen? Ich bin seeehr neugierig!"

      Na sowas...Jetzt war Kiri an sein Liebesleben intressiert?
      Auch wenn er einige Dinge nicht ganz verstand wovon Kiri sprach....
      "Ohhh selbstverständlich ich liebe es über mein Liebesleben zu erzählen.", ging er direkt darauf ein.



      Irgendwie steckte ihn Kiri ganz mit seiner Art an als würde er ein alten Freund wieder sehen dem sie einiges zu erzählen hatte. Das ließ ihn beinahe schon die Gesamt Situation vergessen...Sogar Anubis!
      "Ich...kümmere mich dann um den Angriff der WITCH."
      Kurz konnte sich Apollo ein grinsen nicht verkneifen...Am liebsten würde er es dem Liebeskranken unter die Nase halten.
      Wie gut sein Liebesleben war...
      Aber dann überkam Apollo doch ein anderes Gefühl...Ob er sich in Zukunft doch sorgen um seine Liebe mit Dax machen musste?
      "...Es ist Fabelhaft, der Lakai des Hexers ist ein sehr Attraktiver Feen Alpha...Ich habe schon ewig keine andere Fee mehr gesehen, ich hab mich ehrlich gesagt etwas einsam gefühlt...Aber er hat kein Interesse an Dax gezeigt, vermutlich schüchtert ihn seine Größe ein aber...."



      "...Dax ist mir das wichtigste auf der Welt. Ihn Glücklich zu sehen, macht meine Liebe zu ihm aus...Der Klang seiner Glücklichen Seele. Ich würde am liebsten mit ihm verschmelzen damit er ewig bei mir sein kann. Aber ich weiß das ich ihn nicht allein Glücklich machen kann und wenn die andere Person ihn nicht Akzeptieren kann, muss ich auch ablehnen, selbst wenn ich damit eine Chance verwerfe etwas gegen diese Einsamkeit zu tun."

      Erneut erklang das Rauschen aus Kiri und kurz befürchtete Apollo schon das gleich wieder lautere Töne folgten, Instinktiv zuckte er ein wenig aber es blieb zum Glück bei dem Rauschen aber ihre Liebesleben Unterhaltung würde wohl warten müssen.
      "Schade...Aber es wäre wohl am besten sich auf die Arbeit zu konzentrieren."
      Damit hatte Kiri jedoch recht, auch wenn Apollo nichts dagegen hatte wenn Anubis ganz allein für sein Fehler das alles ausbügeln musste...Sie steckten auch damit drin. Auch hatte Kiri zuvor schon eine gewisse Bitte an ihn gehabt...
      "Apollo, es muss schnell gehen. Gib mir einen Look als wäre ich von Zombies angegriffen worden."
      .....

      .............
      Für ein Atemzug konnte Apollo nicht leugnen das seine Triebe wohl gerade wieder erwacht waren.
      Allein zu sehen wie sich Kiri seine Knöpfe löste....Und er dürfte ihn also gleich ordentlich zurichten?
      "Ä-ähm klar...Schnell...ich bin gut in schnell wirklich!"
      Seine Wangen begann zu glühen...Hach, wenn er nicht bald sich mit jemand Körperlich vergnügte würde er noch später, gezwungen über Anubis herfallen müssen...



      Aber da wusste das Kiri wohl kein Interesse an Dax zu haben schien, machte sich Apollo keine falsche Hoffnungen das zwischen ihnen mal mehr passieren könnte...Auch wenn der Gedanke sehr verlockend war.
      Kurz trat Apollo zurück um noch mal ein ganz Blick über Kiri zu werfen und nickte dann entschlossen.
      "Das muss absolut chaotisch aussehen. Ein Zombie geht nicht zimperlich vor.", murmelte Apollo und leckte sich unbemerkt über die Lippen.



      Ohne Vorwarnung packte er grob den Ärmel des anderen und Rieß den Stoff heraus.
      Der Stoff riss aus, die Fäden hingen unregelmäßig herab, genau wie bei einem echten Kampf auf Leben und Tod. Um das Bild abzurunden, griff er nach einer Handvoll feuchtem Schmutz vom Boden und rieb ihn in das zerrissene Hemd und die freiliegende Haut. Wer um sein Leben kämpfte, blieb schließlich nicht sauber....
      Jedoch wurde Apollo etwas Anderes Bewusst...Es war viel zu Riskant in seiner Tarnung hier weiter herum zu laufen wenn die Witch in der Nähe waren.
      Mit einem einen geübten Finger schnipsen löste er den Tarnzauber auf und zupfte eine Pflanze von Boden auf.
      Es war eine Violette Glockenblume.
      "Weil ich ja weiß das du keine Schmerzen magst und wir keine Kunstschminke hier haben, werden wir jetzt eben Kreativ~"



      Mit ruhigen, geübten Fingern zerrieb er die zarten Blütenblätter, bis der dicke, fast bläulich-violette Pflanzensaft an seinen Fingerkuppen klebte.
      Apollo nahm er ein Stück weiches Moos und tupfte den violetten Saft ungleichmäßig auf die unversehrte Haut. Um das leuchtende Lila abzustumpfen und den echten, fies verfärbten Ton eines schmerzhaften Hämatoms zu treffen, rieb er etwas feinen, grauen Staub vom Boden darüber. Mit den Fingern verblendete er die Ränder sanft nach außen, bis die künstlichen blauen Flecken aussahen...
      "Und keine sorge, der Pflanzensaft wirkt wie eine natürliche Tinte, die tief in die oberste Hautschicht einzieht und dieses alte Zombieblut ist viel zu zäh, um sich einfach mit Wasser abwaschen zu lassen, dass hier sogar schon besser als Kunstschminke."



      Er verteilte anschließend das Blut am Boden auf dem zerreißenden Hemd und Haut, so das Kiri wirklich aussah als wäre gerade aus einem tödlichen Angriff entkommen.
      Believe Me ~

    • Cabriel Valentine

      "Danke...."

      Ein leises, gebrochenes »Danke« drang über Harveys Lippen – sehr zu Tylers Zufriedenheit. Für ihn war es die endgültige Bestätigung, dass er alles richtig gemacht hatte. Kaltschnäuzig reinigte der Wasserwächter nur sich selbst; an das kleine Lämmchen verschwendete er keinen Gedanken. Wie ein Spielzeug, mit dem er nun fertig war und keinen Spaß mehr machte. Harvey konnte sich gar nicht rühren, der Feuerwächter konnte genau sehen wie seine Muskeln zuckten. Cabriel war gerade dabei, sich in selbst aller Ruhe wieder anzuziehen und diesen...Akt...zu verarbeiten, als Harvey plötzlich zu würgen begann und sich erbrach. Stumm trat Cabriel einen Schritt zurück, sichtlich überrascht. Harvey war tatsächlich noch bei Bewusstsein und weigerte sich offenbar hartnäckig, aufzugeben. Völliger Schwachsinn. Er sollte verdammt noch mal froh sein, dass es vorbei war, und die Ohnmacht nutzen, um sich zu erholen. Aber wie es schien, war Harvey noch immer nicht völlig gebrochen. Unglaublich, obwohl er in so einem mickrigen Körper war, tat er noch immer auf so stark.

      "Haha scheinbar schmeckt du ihm nicht Harvey~ Aber er wenigstens hat er wieder gelernt danke zu sagen."

      "Er hat seine Lektion wohl gelernt.", stimmte Cabriel zu, während er auf das Elend hinuntersah. Er wirkte wie ein Lamm, dessen Hirte ihm alle Beinchen gebrochen hatte. So zittrig...in seinem eigenen Erbrochenen. Doch...Cabriel sollte sich nicht beirren lassen, zum Ersten Mal war er Schuld, dass jemand solche Schmerzen erlitt. Er war ein Mittäter geworden, bereuen wollte er es aber nicht. Es war bitter nötig, lieber sollte er dem Schicksal danken eine Chance erhalten zu haben.
      Plötzlich japste Cabriel überrascht auf und ging zwei Schritte zur Seite, als hätte er einen Geist gesehen. "...Was...", flüsterte er komplett beunruhigt und drückte seine Finger fest zusammen. Seine Augen wurden größer, ehe er angespannt zu Tyler hinübersah.

      "Scheisse, Tyler...Ich glaube da hat sich gerade etwas bewegt..."

      Vorsichtig deutete auf den Baum, an den Harvey schon davor einen Geist gesehen hatte. Er wirkte komplett angespannt, als könnten sie gleich für ihre Taten büßen. "...Izarra...Bist...du...das?", fragte er nach und versuchte seitlich vom Stamm einen Blick zu erhaschen.
      "Wir können nicht zulassen, dass Izarra uns entkommt...Er wird das Ganze missverstehen...Am besten Schleichen wir uns von verschiedenen Seiten an ihn ran.", schlug Cabriel im Flüsterton vor, in seiner Stimme war eine hohe Zuversicht drin, dass der Musiklehrer es schon verstehen wird, sobald sie ihm alles genau erklären. "Mir hat Izarra schon einmal verziehen, aber nur weil ich davor mit ihm...geredet habe...verstehst du? Schnappen wir uns ihn, schnell."





      Auf welcher Art Harvey es meinte, als er andeutete, er habe mit Izarra schon einmal »geredet«, verstand nur Tyler. Er sprach zu ihm, als wären sie auf Ewig die Komplizen, wenn es um Missbrauch ging. Doch sein Blick sprach Bände: Wenn sie ihn nicht schnappten, würden die anderen es niemals begreifen, was wirklich passierte. Für alle Anderen sah es doch nur aus wie...ein Missbrauch, anstatt Rache...Oder, Tyler? Geräuschlos, ohne dass auch nur ein einziger Zweig unter seinen Füßen knackte, begann Cabriel sich von der Flanke her anzuschleichen. Tyler tat es ihm gleich – ein falscher Schritt und sie wären geliefert.
      Als Tyler hinter einem Baum in Deckung ging, sah Cabriel seine Chance und hob lautlos einen dicken Ast vom Waldboden auf.
      "Siehst du ihn?", raunte Cabriel kaum hörbar, während er sich dicht hinter Tyler schob. Aus den Augenwinkeln warf er Harvey, der noch immer am Boden lag, einen flüchtigen Blick zu. Eine stumme, eiskalte Drohung: Wenn du mich jetzt verrätst, bist du tot.
      Im nächsten Moment schwang Cabriel den Ast und ließ ihn mit voller Wucht gegen Tylers Kopf krachen. Das Holz zersplitterte, und Tyler sackte augenblicklich zu Boden.



      Cabriel zitterte am ganzen Körper. Obwohl der Schlag bereits ausgeführt war, hallte die enorme Wucht noch immer in seinen Knochen nach. Seine Muskeln vibrierten förmlich. Wahnsinn ... Eine solche Kraft hätte er mit seinem eigenen Körper niemals aufbringen können. Er blickte auf Tyler hinab, der reglos mit dem Gesicht im Dreck lag. Mit diesem Körper ... wäre er sogar Wölfen ebenbürtig.Ein kaltes Lächeln stahl sich auf seine Lippen, als er das Blut bemerkte, das aus Tylers Kopf sickerte.
      "
      Dieselbe Stelle ...", murmelte er hochzufrieden zu sich selbst, während seine ohnehin schon rauchige Stimme plötzlich unnatürlich tief klang.
      Rasch kniete er sich neben ihn und presste Harveys Jacke auf die Wunde, um die Blutung zu stoppen. Aus dem Stoff knotete er zielsicher einen Druckverband, egal wie verblödet Tyler dadurch wirkte. Der Wasserwächter sollte schließlich nicht sterben, aber Cabriel sah auch nicht ein, dass Tyler als Einziger heute ungeschoren davonkommen sollte. Die Wut darüber, was sie Wyatt angetan hatten, fraß ihn noch immer auf. Ihn quälte die Sorge Wyatt schon bald wieder blutend auf dem Boden zu finden, nur weil Tyler seine eigenen Leute wie Dreck behandelte. Für Harvey gehörte Wyatt ebenfalls nicht gerettet, er hatte sich nicht einmal richtig bei dem Schauspieler entschuldigt...Dann arbeiteten auch noch beide Alphas zusammen und Cabriel dachte sich: Was, wenn Tyler auch in Wyatt bald nur noch ein niederes Tier sah? Für ein so zartes Wesen wäre das der sichere Untergang, er driftete doch schon jetzt von der Realität völlig ab. Bevor es so weit kam, machte sich Cabriel lieber selbst die Hände mit Blut schmutzig. Ab sofort musste er jeden noch so kleinen Vorteil gnadenlos für sich ausnutzen, um Wyatt zu helfen. Anders...würden sie niemals ihr gemeinsames Ende erleben. Cabriel hatte noch vor ihn die wahre Qual der Welt zu zeigen...Dieser Erdwächter war ihm sehr wichtig.

      Cabriel kam ins Straucheln und wischte sich den kalten Schweiß von der Stirn. Das Blut an seinen Händen ignorierte er. Für einen Moment verharrte er völlig reglos und starrte in den Himmel, während er Tyler einfach achtlos neben dem Baum liegen ließ. Als er den Kopf schließlich wieder Harvey zuwandte, war ihm die innere Anspannung deutlich anzusehen. Tyler derart brutal niederzustrecken, ging nicht spurlos an ihm vorbei; die Tat ließ ihn alles andere als kalt. Dennoch klangen seine nächsten Worte unverschämt frech:

      "Hah...Da bin ich wohl ausgerutscht...Der Boden ist noch so....nass...Was für eine Sauerei...Keine Sorge, ich werde den Sanitätern schon alles erklären, falls welche hierher kommen. Obwohl...eventuell kann ihn ja Wyatt wieder heil machen..."


      Einen Moment lang zögerte er, ließ sich dann aber noch einmal neben dem bewusstlosen Tyler auf die Knie sinken. Er kramte die Feuchttücher aus dessen Tasche und streifte ihm kurzerhand die Jacke ab. Mit langsamen, schweren Schritten näherte er sich Harvey, sein rauer Atem durchbrach deutlich die Stille.

      "Ich kann mir vorstellen, was für Schmerzen du hast. Vielleicht kapiert so ein ... Held wie du den Ernst der Lage erst, wenn ... er es am eigenen Leib erfährt." Cabriel baute sich direkt vor ihm auf. Ein dunkler Schatten fiel über sein Gesicht und ließ ihn aus Harveys Perspektive wie ein monströses Ungeheuer wirken.

      "Es war schrecklich, nicht wahr? ... Zum Glück ... traf es nur ein Tier, nur meinen Körper ... Doch ... dank eurer großartigen Teamarbeit bin ich mir sicher, dass Ineb und Wyatt schon bald genauso geschändet werden wie ich heute. Und es wird ganz allein eure Schuld sein ... Dass die WITCH endgültig in Stücke bricht. Weil ihr ... verfluchte Egoisten seid, die keine Sekunde über die Konsequenzen ihres Handelns nachdenken."



      "Du hast so furchtbare Angst vor dir...Vor deinem Monster...Dabei merkst du gar nicht, dass in uns jedem ein...ungezähmtes Wesen steckt, was aufgehalten werden muss. Wenn ich...deine Stärke hätte...Dein Element...ich hätte alles bei uns geändert...Und solange ich >du< bin werde ich es auch mir zur nutze machen, kein Lämmchen sein zu müssen. Durch dich...erfahre ich zum ersten Mal wie sich glühende Wut wirklich anfühlt."

      Mit grenzenloser, tiefer Verachtung sprach er von oben herab auf Harvey ein. Sein kalter Blick durchbohrte diese wimmernden Augen – die Augen eines Versagers, der in seinem Leben noch rein gar nichts erreicht hatte. Niemand wollte ihn ein Ende setzen, er sollte weiter existieren, bis er vollkommen aufgebraucht war. Immer nur im Hintergrund bleiben, bloß nichts anstellen...sonst war wie immer alles seine eigene Schuld. Wenn es tatsächlich einen Gott gab ... wieso konnte er ihn dann nicht für immer in diesem Körper verweilen lassen? Es fühlte sich richtig Harvey Bell zu sein. Es stand ihm...so viel mehr. Er würde in nur einem Tag so viel mehr als dieser ehemalige Feuerwächter erreichen können und...dabei seinem Ziel näher kommen. Mit jeder verstreichenden Minute wuchs in ihm die panische Angst, schon bald in seine alte Erbärmlichkeit zurückkehren zu müssen. In seiner Gestalt als schwaches Lämmchen konnte er rein gar nichts verändern; niemand schenkte ihm auch nur ein offenes Ohr. Doch in der Haut eines angeblichen Helden sah das anders aus ... Tyler wäre mit Sicherheit nicht der Einzige, den dieser neue »Harvey« für sich gewinnen könnte.

      Er bückte sich, um seine eigene Hose vom Boden aufzuheben. Die Unterwäsche war zerrissen und von seiner Jacke fehlte jede Spur, wahrscheinlich hatte er sie ein wenig zu weit weggeschleudert. Aus einer der Taschen kramte er eine Salbe hervor – ein klarer Beweis dafür, dass Cabriel auf solche Situationen stets vorbereitet war. Wenn so etwas passierte, kam es meist völlig unverhofft. Er musste im Grunde jederzeit damit rechnen, überfallen zu werden und schwere Wunden davonzutragen.
      Langsam ließ er sich wieder neben Harvey auf die Knie sinken und zog ihn ein Stück näher an sich heran. Er spreizte Harveys Beine und blickte auf ihn hinab, während ein schwacher Glanz in seine Augen zurückkehrte.
      „Tut mir leid, das wird gleich brennen.“
      , raunte er, um ihn auf den bevorstehenden Schmerz einzustellen – als ob man jemanden tatsächlich auf so etwas vorbereiten könnte. Ob Cabriel das alles tat, um diesen Körper zu verarzten, bevor er in seine eigene Gestalt zurückkehren musste und das Risiko einer schweren Entzündung seine Arbeit durchkreuzte und nur Ärger mit Sam bedeutete … oder ob es reines Mitleid mit Harvey war, blieb sein Geheimnis. Er verlor während der gesamten Prozedur kein einziges Wort. Zuerst reinigte er Harvey gründlich mit Tylers entwendeten Feuchttüchern, bis keine Spuren mehr zu sehen waren, obwohl das Blut ziemlich stark war, wahrscheinlich war er irgendwo gerissen. Dann gab er etwas von der Salbe auf seine Fingerspitzen und führte sie in Harvey hinein. Vorsichtig, sachte und langsam...Er spürte das heftige Aufzucken des Mannes, doch da gab es jetzt kein Zurück mehr. Erst als er fertig war und Harvey beim Anziehen zu helfen, ihn sogar Tylers Jacke anzuziehen...begann er wieder zu Sprechen:

      "Ich möchte Tyler in unserer Gruppe ein wenig einschränken. Doch...hatte ich nie Verbündete, um das zu ermöglichen. Mir würde keiner glauben, wenn ich von meiner Erfahrung mit ihm erzählen würde....Bestimmt bestraft er mich später noch ein paar Mal, weil ich ihn verraten habe."
      , sagte er ehrlich, während er die Hose von Harvey zuknöpfte. Schlaff wirkten plötzlich seine Schulter, als konnte er die Machtlosigkeit wieder an sich spüren. Doch sein Blick blieb eisern auf Harvey.

      "Spielst du für mich das Opferlamm? Ich will Wyatt, Ineb und Izarra so schnell wie möglich von ihrer Trance wecken und ihnen demonstrieren, was für ein Wolf Tyler sein kann. Damit jeder versteht...das jedes Tier eine Leine braucht."




      Cabriels Stimme klang zwar leise, ließ jedoch keinen Zweifel an seiner unerbittlichen Hartnäckigkeit. Sollte Harvey ablehnen, würde die Sache böse enden – dennoch wollte er ihm diesen Ausweg anbieten. Andernfalls ... hätte er keine andere Wahl, als ihn bis zur Ohnmacht zu würgen und seinen wehrlosen Zustand schamlos auszunutzen.
      "Mit diesem entstellten Gesicht ... mit diesem zerstörten Körper ... begreift vielleicht endlich jeder, worauf wir in Zukunft achten müssen. Versteh mich nicht falsch – ich will Tyler nicht aus der Gruppe verstoßen, er bleibt Teil der WITCH.. Aber ... er muss gezähmt werden, damit wir ein Team werden können. Von all jenen, die stark genug sind, ihm die Stirn zu bieten."
      Er verabscheute Tyler nicht einmal. Zu seinem tiefsten Entsetzen brannte in ihm noch immer diese seltsame Liebe für ihn, fast so intensiv wie jene zu Sam. Es war absolut verrückt, doch ganz egal, was Tyler ihm auch antat, sein Verstand redete es sich am Ende doch wieder schön. Wie es für den Feuerwächter typisch war, reichte er Harvey die Hand, um ihm auf die Beine zu helfen.

      "Hilf mir, Tylers wahres Gesicht zu enthüllen, bevor unsere Freunde noch weiter auf ihn hereinfallen. Lass mich den edlen Helden spielen, der dich vor diesem Missbrauch bewahrt hat, indem er Tyler kurzerhand niedergeschlagen hat. Ob du mich danach verrätst ist mir egal. FALLS wir in unsere Körper wiederfinden kannst du dich wegen mir rächen, ich werde nicht weglaufen. "


      Geduldig wartete er auf Harveys Reaktion. Tyler würde ohnehin so schnell nicht wieder zu sich kommen. Fürs Erste konnte er den Bewusstlosen einfach hier im Gebüsch zurücklassen – Cabriel besaß einen guten Orientierungssinn und würde die Stelle problemlos wiederfinden.„Ähm ... Und ... lass mich dich huckepack nehmen ...“, murmelte er plötzlich mit leiser Stimme. Ein Anflug von Scham überkam ihn, und er kratzte sich verlegen am Nacken. So etwas hatte er in seinem ganzen Leben noch nie angeboten. In seiner wahren Gestalt war er für so eine Anstrengung einfach viel zu schwach gewesen. Unendlich viel zu schwach.

      "Langweilig...Das geht doch noch besser."

      Plötzlich drang eine Stimme an Harveys Ohr, die anscheinend nur für ihn bestimmt war. Sie besaß einen unheimlichen, jenseitigen Klang – ein giftiges Zischen, begleitet von einem tiefen, hallenden Echo. Die Stimme lachte bitter und frustriert, während sich die Präsenz direkt hinter Cabriel aufbaute und die beiden aus eiskalten Augen fixierte.
      In ihrer rechten Hand hielt sie ein Kuscheltier, dass einst einmal Matteo gehörte. Ihr Gesicht war von einem Schatten übersehen, als verschluckte sie die Dunkelheit komplett. Doch ihr Kichern war Finster, gruselig.
      "Und ich möchte, dass eine ganz bestimmte Sache nicht in Vergessenheit gerät: Matteo. Ich glaube, ihr zwei habt euch noch eine ganze Menge zu sagen ... Also tu mir doch den Gefallen, Harvey und hilf unserem Gedächtnis auf die Sprünge. Diese Erinnerung, sie war zu schwach? Wiederhol sie... Erinnere dich ... ganz schnell an sein Gesicht, Mörder."



      "Was hast du mit Matteo angestellt? Du lügst doch...Du hast ihn geschubst...Wie sah sein Gesicht dabei aus? Wie kannst du...es einfach hinunterschlucken und damit weiterleben? So...Tiere wie du sollten sich...umbringen...DU verdrehst Tatsachen. DU willst nur gut dastehen...DU und ER sind euch...doch so ähnlich...Ihr dreckigen Mörder..."


      Die Stimme war ganz nah an seinem Ohr, sie griff an den zarten Schultern des Lämmchens. Sie wiederholte sich, zynisch...und zugleich voller Schadenfreude, als wollte sie Harvey verrückt machen.
      "Gestehe heute doch alles...Du verdienst es gehasst zu werden...Du verdienst es erniedrigt zu werden...Du verdienst es in die Hölle zu fahren. Warum dich also nicht bei einem anderen Mörder verraten? Gesteht eure Sünden ein und fahrt beide...endlich zur Hölle."
      _____________________________

      Ineb Chevrier & Izarra & Yuuto Kurai

      Mit aufgerissenen Augen musste Ineb mitansehen, wie Izarra über den Abgrund geschleudert wurde. Sein gellender Schrei verhallte in der Tiefe, bis nur noch das Aufklatschen im Wasser zu hören war. Verdammt, er war bestimmt tot! Doch dem Bären war das Schicksal des Musikers völlig gleichgültig. Die Bestie wollte einzig und allein ihr Revier verteidigen – und hatte Ineb und Wyatt bereits als nächste Ziele ins Visier genommen. Ineb versuchte verzweifelt, sich aufzurappeln, doch die blanke Panik lähmte ihn; er schien förmlich am Boden festzukleben. Merde, auf so eine Situation war er absolut nicht vorbereitet! So helft uns doch, irgendwer!


      "S---Schluss mit Weglaufen! W-wir sind die Witch! U-und keine v-verängstigten Kinder die sich nicht...W-wehren können!"

      Völlig überrascht sah Ineb zu Wyatt hinauf, seine Augen begannen augenblicklich zu leuchten.
      "Du willst ..." Er begriff sofort. Wyatt hatte seine Furcht abgeschüttelt und riskierte tatsächlich die Verwandlung. Es war wohl eines der ersten Male überhaupt, dass Ineb echten Stolz auf ihn empfand! Ein mutiger Schritt, den er selbst nüchtern niemals in Erwägung gezogen hätte – wäre er vorhin nicht gestolpert, wäre er jetzt wahrscheinlich längst auf den nächsten Baum geklettert, um sich in Sicherheit zu bringen. "Go, Wyatt! Go!", feuerte er Wyatt vom Boden an und spürte wie schwindelig ihn durch diese Ekstase wurde.



      Wie gebannt starrte er Wyatt bei dessen Verwandlung an ... bis ihm buchstäblich der Mund offen stehen blieb.

      "G-go...Hä?", fraglich überschlug sich seine Stimme und er musste mehrmals blinzeln, da er nicht ganz kapierte, was er sah. Moment, war das seine WITCH-Form? Nein, er war doch...viel zierlicher? Selbst in der Kirche...behielt er seine zierliche Modelfigur. Aber gerade...Selbst seine Stimme veränderte sich in einen echten...Mann.

      "Keine Sorge, Zimtschnecke, ich lass nicht zu das der Bär uns Verprügelt!"

      Ineb starrte Wyatt nun noch viel verstörter an als den Grizzlybären – und er war sich sicher, dass es dem Tier in diesem Moment ganz genauso ging. Er hatte ja keine Ahnung gehabt, dass so etwas überhaupt möglich war ... Doch dieser verdammte Schauspieler verwandelte sich doch tatsächlich in jenes riesige Mannsweib, von dem Ineb inständig gehofft hatte, dass es auf ewig in Wyatts Albträumen verbannt bleiben würde. Das ... das war ernsthaft eine WITCH-Form?! Oh, gütiger Himmel. Ineb vergaß völlig zu blinzeln, bis ihm die Augen brannten! Ineb blieb die Spucke weg, plötzlich verspürte er den Drang doch noch von hier fort zu kriechen. Mit so einem Kerl fühlte er sich natürlich NULL sicher.



      Doch Wyatt bewies ihm augenblicklich das Gegenteil und zeigte, dass der Erdwächter ein waschechter Held war – völlig egal, in welcher Gestalt. Mit einer geradezu femininen Eleganz jagte Wyatt den Grizzly in die Flucht. Dummerweise positionierte sich die riesige Frauengestalt am Ende so, dass ihr Schritt direkt über Inebs Gesicht schwebte. Ineb fing vor lauter Schock an, Blut zu spucken. Verdammte Scheiße, er konnte alles sehen – Wyatt trug da doch nicht allen Ernstes Spitzenunterwäsche?! Ihm kam fast der Alkohol von vorhin wieder hoch.
      "Du ... bist eine Frau?!", fragte er fassungslos, als hätte er es nicht längst mit eigenen Augen gesehen. In ihm brach eine komplette Welt zusammen. SO SAH DOCH VERDAMMT NOCH MAL KEINE FRAU AUS! Er musste sich unbedingt die Augen mit SEIFE waschen!!! Aaah!



      Wyatt half ihm auf die Beine. Ineb traute sich schon kaum noch, überhaupt den Mund aufzumachen, und brachte nur ein zaghaftes "Danke ..." heraus. Wenn Wyatt ihm in dieser Gestalt eine verpasste, würde er hundertprozentig fliegen lernen! Doch zum Glück blieb keine Zeit, sich darüber weiter den Kopf zu zerbrechen; sie mussten unbedingt herausfinden, was mit Izarra geschehen war. Außerdem ertönte schon wieder ein verflucht lautes und verstörendes Geräusch. War der Wald...irgendwie verflucht?! Hätte er es gewusst, hätte er davor mit seinem Onkel darüber gesprochen...Er kannte sich mit Flüchen eigentlich gut aus! Vorsichtig traten die beiden an den Abgrund und spähten hinab. Es ging unzählige Meter steil in die Tiefe. Schwer schluckte er.
      "Da ... können wir wohl nur beten, dass Izarra wirklich unsterblich ist ...", murmelte Ineb nervös. Hoffentlich hatte der Lehrer bei seiner Prahlerei nicht einfach nur geblufft. Sie hatten Izarra ja noch nie sterben gesehen, angeblich kratzte er Mal in Harveys Zimmer ab, aber dafür gab es keine Zeugen.
      "Am besten suchen wir uns einen Weg nach unten und ----" Ein lautes Knacken im Unterholz schnitt ihm das Wort ab. Mit einem unterdrückten Quietschen sprang Ineb Wyatt direkt in die Arme, während ihm die Haare förmlich zu Berge standen.
      "Was war das?!", kreischte er panisch und sah sich fahrig um. Nicht schon wieder ein Bär?!

      ...
      ...

      Yuuto musste sich gewaltsam ein Kichern verkneifen. Er saß im Gebüsch und wartete nur auf seinen Moment. Ah, dieses Versteckspiel machte einfach unglaublich viel Spaß! Dennoch durfte er den Ernst der Lage nicht aus den Augen verlieren. Apollo hatte ihn extra für diesen Moment so kunstvoll geschminkt und sich wirklich mit jedem Zentimeter seines Körpers unglaubliche Mühe gegeben! Außerdem warteten sie auf den Zombieüberfall, Yuuto musste ihnen nur ein Zeichen geben! Sie hatten sich ein Codewort dafür ausgedacht. Dafür konnte er sich leider kaum mit Apollo unterhalten, seine Liebesbeziehung mit ihm und Dax war richtig putzig. Aber...zurück zur Mission...Hmm... Trotzdem fiel es ihm wahnsinnig schwer, so nah an einem Fluss vorbeizulaufen, ohne einfach mit einem Satz hineinzuspringen und sich einfach von der Strömung gleiten zu lassen. Doch zum Glück war er nicht mehr allein. Niemals wieder. Er hatte genug Seelen, die vernünftiger waren als er. Besonders Noir, der ihn für diese Situation am liebsten auslöschen würde. In seinem neuen ICH als Kiri ... wusste er ganz genau, was er als Nächstes zu tun hatte.



      Als wäre der leibhaftige Teufel hinter ihm her, brach er schnaufend und völlig außer Atem aus dem Gebüsch. Er rannte geradewegs auf die beiden Jungs zu.
      "Bitte ... helft mir doch ... irgendjemand ... Ich kann einfach nicht mehr ...Harveyy...", schluchzte er herzzerreißend und schwer keuchend. Kiri war heute genug gelaufen, er war erschöpft! Er wirkte völlig desorientiert, als würde er einfach nur blindlings fliehen – Hauptsache weg von der Gefahr. Erst im nächsten Moment schien er Ineb und Wyatt überhaupt wahrzunehmen, was Ineb ordentlich erschreckte.
      "Oh ... Lio! Gott sei Dank ... Ich dachte schon, ich würde niemanden von euch mehr finden", rief er grenzenlos erleichtert. Ohne Vorwarnung stürzte er sich in Inebs Arme, um sich an seiner Schulter auszuweinen. Ineb war im ersten Moment überrumpelt, spürte dann aber pure Erleichterung. Yuuto ging es gut, auch wenn er einen furchtbar verstörten Eindruck machte. Das arme Mädchen brauchte jetzt einfach etwas Geborgenheit. Beschützend erwiderte Ineb die Umarmung und strich ihm sanft über den zitternden Rücken.
      "Schon gut ... Jetzt ist alles gut ... Wir sind ja bei dir ...Ich und...Ehm" Ineb zögerte, fast hätte er Wyatt verraten. "Waffle.", erfand er ihm einen sehr unkreativen Namen und Yuuto nickte nur, denn akzeptierte er wohl selbst in diesem Schock ein riesiges Mannweib, was einfach random in ihre Gruppe spawnte!
      Doch Yuuto schluchzte weiter, als er sich von Ineb löste. Seine Kleidung war komplett zerrissen, er hatte überall blaue Flecken am Körper.
      "Wurdest du etwa auch von einem wilden Tier angegriffen?", fragte Ineb vorsichtig nach, vielleicht waren sie ja in einem Ort, wo fast nur Bären wohnen!? Doch Yuuto schluchzte nur bitterer und versuchte seine Situation stotternd zu erklären:

      "N-nein...Das war kein Tier...Ich weiß nicht so recht...Es wirkte wie ein Mensch, aber es sah komplett gruselig aus und...machte so komisch, kreischende Geräusche...Es griff nach mir und wollte mich beißen...Ich konnte gerade noch so fliehen...aber ich glaube es...ist mir hinterher..."



      Verängstigt sah er erst den Herzwächter und dann den Erdwächter an, ihn fiel es furchtbar schwer dieses Monster beim Namen zu nennen. Doch wiederum war es auch das Codewort, um den Kampf beginnen zu lassen.

      "Es war ein...."


      Erste schwere Tropfen fielen herab und zeichneten dunkle Flecken auf den Boden. Ein kalter Schauer zog auf. Der Wind frischte unheilvoll auf und brachte eine beißende Kälte mit sich. Da war er wieder – dieser raue, kehlige Laut, der unmöglich aus der Kehle eines Menschen stammen konnte. Ineb Herz blieb stehen, während er genau den Lippen von Yuuto folgte.

      "...Zombie!"
      S̶͙̽m̷͔̑ḭ̸̸̸̸̸̶̵̴̵̞͖̝͔̖̝͕͆̈́ͤ͛ͪ͊ͭ̒ͦͫ̊ͮ͆̚͢͜͢͝l̵̵͓͕̋ͮ͂ê̷̸̷̴̵̲̼̰̭̞ͤ̽ͧ̋ͦ͂ͫ̃ ̶̳̃l̴͇̇_̷̶̷̷̴̴̝͕̲̣̭̾ͩͥͤ̎ͧ͂ͧ̒̕͝ͅí̶̙_̷̴̵̷̷̴̖͎̱̲͉͐ͭ͌ͣͬ͋ͫ̕̚͢͝ͅk̵̸̴̷̸͉̜̠̙̮̍ͧ͛ͥ̔ͬͭ̋͠ě̴̷̷̸̷͍͎͇̲ͭͯ̓ͥ͑ͮ̀͜͠ ̸̳͐y̶̶̶̸̻͍̱͖ͦ̀̓ͪ̇͢͝o̴̴̶̶̵̸̵̶̧̡̦̠̝͔͕̎ͧͨ͐ͪ̈́ͧͮ͊ͩ̍ͭ̓͝͝ͅu̷̶̴̜̤̩̔ͮ̀ͭ͝ ̴̖̌ṁ̴̷̷͚͉͇ͧͤ̾͘_̸̟̈́ę̸̵̸̢̭́̋ͥ͊͢ȧ̵̴̖̝ͬ̍ṋ̸̵̸̶̢̙͍̂ͤͦ̃ͪ̀͝ ̶̥̉i̴̳͛t̴̴̶̛̪̬̖ͪ͛̍͢!̸̶̵̶̘͚̰̪̊ͯ̏ͥ̉̍͢
    • Harvey Bell & Tyler Wang-chi

      Tyler verzog nach seinem anfänglichen Belustigung darüber das Lämmchen so kotzen musste nun doch sein Gesicht...Übertrieb der kleine nicht etwas? Warum konnte sich das Nutztier nicht darüber freuen so großzügig gefüttert wurden zu sein...?!
      Aber Harvey stimmte ihm zu, der miese Verräter hatte seine Lektion vorerst gelernt, in dem gebrochenen zustand würde er bestimmt nicht mehr so vorlaut sein!
      Doch plötzlich änderte sich die Lage...Im ersten Moment kapierte Tyler überhaupt nichts und schaute verwirrt zum Feuerwächter da so aussah als würde er nun auch wie das bekloppte Lämmchen halluzinieren.

      "Scheisse, Tyler...Ich glaube da hat sich gerade etwas bewegt..."



      Doch Anderes als dem Lügen-Lamm glaubte der natürlich Harveys Instinkten.
      Verdammt, waren sie etwas nicht mehr Allein?!
      "Was, Shit....Echt...?!"
      Wer auch immer das war...Vielleicht ein Tier??
      Hoffentlich...Einem Waldtier mussten sie diese Situation bestimmt nicht erklären!
      Aber die Anspannung von Harvey...Gefiel ihm überhaupt nicht...Hatten sie...Was Falsches gemacht?

      "...Izarra...Bist...du...das?"



      Was, ernsthaft Izarra...?!
      Sofort schrillten in Tyler alle Alarmglocken. Warum war ihr Mentor hier? Unmöglich das Harvey ihn gerade mit einem Tier verwechselte, denn Izarra war schließlich kaum zu übersehen!
      Nun spannte sich auch in Tyler alles an...Verflucht nicht sein neuer Lieblings Kauknochen! Was wenn er jetzt enttäuscht war...?!
      Izarra war einer der wenigen Erwachsenen welcher ihn wirklich ernst nahm, er wollte es sich mit ihm tatsächlich nicht verscherzen...
      Was wenn er...Ihm jetzt nicht mehr Unterstützte oder....Lobte? Das wäre total scheiße...!
      Schlimmer noch wenn er kein Sex mehr mit ihm wollte, weil er seine Freunde nicht richtig behandelte!
      Das war schlecht, total schlecht...Er war doch sein Ruhepol geworden...Sonst war er gezwungen doch immer wieder zu Sam zu rennen...Und das war doch total Uncool...!
      Sam wird sicher denken...Er wäre total Armselig und total von ihm abhängig...
      Aber gerade war doch Tyler dabei zu beweisen das sich seine Welt nicht allein um seinen Gott dreht, in einem Sonnensystem war genug Platz!
      Wie....Klärte er das denn jetzt?!



      "Wir können nicht zulassen, dass Izarra uns entkommt...Er wird das Ganze missverstehen...Am besten Schleichen wir uns von verschiedenen Seiten an ihn ran."
      Obwohl Tyler schon damit abgeschrieben hatte schien Harvey ernsthaft ein Plan zu haben!
      So viel Zuversicht in seiner Stimme...Für ein Moment merkte Tyler selbst das schon mit dem schlimmsten gerechnet hatte...Aber der Feuerwächter schien immer irgendwie ein Plan zu haben...Dieser Überzeugungskraft hätte Tyler selbst gerne. Doch etwas an dem Plan ließ ihn ganz unruhig werden...Anschleichen, werden sie Izarra....



      "Mir hat Izarra schon einmal verziehen, aber nur weil ich davor mit ihm...geredet habe...verstehst du? Schnappen wir uns ihn, schnell."
      Harvey also...Auch?
      Die Worte gaben Tyler ein gemischtes Gefühl, irgendwie hatte Tyler gedacht er wäre der Einzige mit dem Izarra so vertraut redet...
      Aber sich gerade besonderes zu fühlen war nicht Rang-Wichtig....
      Bedeutet es also das Izarra ihnen vergeben würde wenn sie ihn schnappen und mit ihn direkt reden?
      Harvey MUSS es schließlich am besten wissen, seine Führungskraft in diesen Moment zu widersprechen war Unsinn...
      "Ja, du hast recht...", flüstere Tyler angespannt zurück und folgte dessen Plan.



      Sie musste einfach nur ihm reden...Vielleicht reichte es ja auch schon aus, wenn sie zu zweit auf ihn einreden...Genau, es war noch nicht alles ruiniert!
      Mit Harvey konnte er die Sache noch rette, es war doch oft so das die Mehrheit gewann, so funktionierte es bestimmt!
      Tyler konzentrierte sich kein laut von sich zu geben während er sich von der Anderen Seite anschlich. Izarra wird es bestimmt verstehen...
      Aber die Anspannung in Tyler stieg als er niemand sehen konnte...
      Die Zahlen in seinem Kopf drohten wieder zu flackern, was wenn...Izarra nicht mit sich reden ließ? Dann müssen sie ihn zwingen....
      Verfluchter Izarra warum musste er denn alles so komplitziert machen?!

      "Siehst du ihn?"

      Von der Distanz beobachtete Harvey die Situation, kurz hatte er überlegt nach Hilfe zu rufen aber seine Stimme war total hinüber und auch seine Kraft...Er hätte höchstens ein weiteres klägliches wimmern von sich geben können, das höchsten nur Cabriel und Tyler gehört hätten.
      Dann wäre Harvey schneller zum schweigen gebracht wurden als wie er überhaupt nach Luft holen konnte.
      Das einzige was Harvey nur gerade hoffen konnte war das Izarra die Anderen warnte und vielleicht---
      ...
      Was zum Fuck machte Cabriel da?
      Er konnte von seiner Position genau sehen wie sein eigentlicher Körper gerade nach dicken Ast griff...
      Bevor er denn Verdacht bekam das dieser auf den armen Izarra los gehen würde erkannte er die Falle dahinter...
      Er wollte ernsthaft...Tyler Attackieren?!



      Auch wenn Harvey am Ende seiner Kraft war und wie ein jämmerlicher Wurm am Boden lag...Genug Kraft hätte er um Tyler zu warnen oder ein Geräusch zu machen.
      Doch sein Körper war wie gelähmt in dem Augenblick. Verflucht...Verflucht, er bekam plötzlich so viel Panik...Er konnte doch nicht einfach nur zusehen--
      Aber der drohende Blick war unmissverständlich!
      Seine Überlebenschancen war zu gering....
      Wer wusste schon was danach passierte....Vielleicht reichte es dann Cabriel aus danach ohne halt ein Inferno oder Massenmord zu beginnen?!

      Tyler selbst bekam überhaupt nichts mit, viel mehr war er verärgert...Wo zur Hölle war Izarra? War so schnell abgehauen?? Unmöglich...Das hätte man bestimmt gehört, bei denn vielen Ästen und Büschen...
      "Hmpf...Nein, ich sehen ihn nicht...!", gab Tyler gestresst zurück.
      Was wenn Harvey nun auch Dinge sah die nicht da war? Oder wollte er ihm Ende nur verarschen?
      Aber kaum wie Tyler denn Gedanken aufgeben wollte Izarra zu Entdecken nahm er eine plötzliche Bewegung wahr.



      Die Wucht, des Schlages knipste für Tyler nach dem höllischen schmerz jegliche Lichter aus und er sackte Bewusstlos auf den Waldboden.
      Vollkommend schockiert beobachtete Harvey die Szene von weiten...Ihm entging nicht dieses kalte lächeln auf denn Gesicht von Cabriel...!
      Es fühlte sich an als wäre gerade Zeuge eines Mords geworden...Heilige Scheiße!
      "Dieselbe Stelle ..."
      Wie konnte Cabriel so zufrieden mit dem Werk sein das er dort eben angerichtet hatte??
      Der Körper von Harvey begann unkontrolliert zu zittern, egal wie sich jede Muskel dafür mit zusätzlichen schmerzen bedankte.



      Mehr oder weniger zu Tylers Glück behandelte, Cabriel die blutende Wunde notdürftig ...Ausgerechnet mit seiner Jacke!
      Nach der ganzen Sache brauchte er eine neue Jacke...Was zur Hölle Cabriel, er machte sich wirklich Gedanken um denn eigentlichen Luftwächter.
      Auch wenn er tiefe Wut gegenüber Tyler verspürte, er würde ihn nicht gleich Bewusstlos schlagen aber...Je länger das ganze beobachtete und besonderes im Körper von ihm steckte....Begann er eine gewisse Art von Verständnis zu empfinden.
      Zwar fand er es nicht in Ordnung aber er begriff denn Hintergrund...Leider viel zu sehr...Und ihn so zu beobachten fühlte sich an als würde er immer mehr in Cabriel Verstand sein ohne das dieser ein Wort sprach....Es war eine merkwürdige Verbundenheit.

      "Hah...Da bin ich wohl ausgerutscht...Der Boden ist noch so....nass...Was für eine Sauerei...Keine Sorge, ich werde den Sanitätern schon alles erklären, falls welche hierher kommen. Obwohl...eventuell kann ihn ja Wyatt wieder heil machen..."

      Die Erwähnung von Wyatt und dem angeblich nassen Boden...
      Bezog sich das alle auf denn Konflikt mit Wyatt?
      Harvey hatte ehrlicherweise nicht das Gefühlt gehabt das es Cabriel so sehr mitnahm. Doch jetzt? Wirkte er wie ein dunkler Rächer der jeden schmerz denn Wyatt erlitten hatte gleich tat....Sie wussten noch nicht genug über Wyatt Heilfähigkeiten es....Wäre Riskant zu denken das Wyatt in der Lage war auch Andere Wunden so einfach zu heilen....
      Allerdings fühlte es sich mit den Sanitätern um so bittrer an....Als würde ihn Cabriel ein Spiegel vorhalten....Als ob Harvey in dieser Situation nicht anderes gehandelt hätte...



      Doch gerade...In Körper von Cabriel, wusste Harvey ernsthaft nicht mehr was er selbst tun würde oder denken...
      Je länger er Cabriel war, desto mehr verzweifelte er an sich selbst...Es war erschreckend und Harvey versuchte nicht zu vergessen, wer er wirklich wahr...!
      Irgendwie hatte Harvey zwar den Drang sich noch mal für diese Situation zu erklären aber sein schmerzender Hals erinnerte ihn beinahe strafend daran nichts falsches zu sagen.

      "Ich kann mir vorstellen, was für Schmerzen du hast. Vielleicht kapiert so ein ... Held wie du den Ernst der Lage erst, wenn ... er es am eigenen Leib erfährt."
      Der dunkle Schatten der sich über ihn legte begann Harvey einzuschüchtern...Gleichzeitig waren seine Worte so durchdringend das selbst als Harvey denn Blick senkte, er sein Blick auf sich spüren konnte...
      Leider hatte Cabriel aber recht...Er hatte Tylers zuvor nicht so Ernst genommen wie in diesen Augenblick.



      "Es war schrecklich, nicht wahr? ... Zum Glück ... traf es nur ein Tier, nur meinen Körper ... Doch ... dank eurer großartigen Teamarbeit bin ich mir sicher, dass Ineb und Wyatt schon bald genauso geschändet werden wie ich heute. Und es wird ganz allein eure Schuld sein ... Dass die WITCH endgültig in Stücke bricht. Weil ihr ... verfluchte Egoisten seid, die keine Sekunde über die Konsequenzen ihres Handelns nachdenken."
      Eine brennende Schuld brannte sich in Harvey innerliche Brust...Er versuchte sich selbst zu Reflektieren, war er wirklich so Egoistisch?
      Er hatte versucht größere Ärger und Probleme zu vermeiden...Aber je mehr er sich das durch denn Kopf gehen ließ, merkte er wie er seine eigene Wertvollstellung immer mehr betrogen hatte...
      War er nicht einst der Meinung gewesen das der leichte Weg der falsche Weg?
      Doch bei einem konnte er Cabriel leider nur zustimmen...
      Es war wirklich schrecklich....




      Diese Hilflosigkeit, schmerz und auch Unterwerfung...
      Diese ganze Tier-Sachen aber störte Harvey immer noch extrem...Sie waren doch alle Menschen.
      Es war immer noch ein Fakt denn er nicht Akzeptieren wollte, auch wenn es Cabriels Welt war und er sie nun auch mit eigenen Augen zu sehen bekam.
      Harvey wünschte niemand dieses Schicksal, von Glück war in seiner Ansicht keines Falls zu sprechen. Er wollte die Anderen nicht in diese Gefahr bringen, aber so wie die Lage gerade sich entwickelte hatte, schien er sie nicht davor beschützt sondern es sogar mehr hervor gerufen.

      "Du hast so furchtbare Angst vor dir...Vor deinem Monster...Dabei merkst du gar nicht, dass in uns jedem ein...ungezähmtes Wesen steckt, was aufgehalten werden muss. Wenn ich...deine Stärke hätte...Dein Element...ich hätte alles bei uns geändert...Und solange ich >du< bin werde ich es auch mir zur nutze machen, kein Lämmchen sein zu müssen. Durch dich...erfahre ich zum ersten Mal wie sich glühende Wut wirklich anfühlt."

      Die nächsten Worte von Cabriel waren so vernichtend...Das es sich für Harvey einen Augenblick so anfühlte als hätte vollkommend verloren.
      Als hätte es überhaupt keinen Sinn darüber nachzudenken, dass sie ihre Körper wieder tauschen. Denn auch wenn Harvey einiges besser über Cabriel kennenlernen konnte, galt das gleiche auch für Cabriel...Und es schien ihn nur weiter in ein schlechteres Licht zu rücken.
      Harvey...Fühlte sich in den Moment wirklich wie der größte Egoist, er dachte immer er musste allein mit diesem Monster in sich kämpfen aber....Das es denn Anderen ähnlich oder sogar genau so erging hatte nie beachtet...
      Wäre....er vielleicht besser...nie der Feuerwächter geworden...?
      War...Er am Ende doch....Der größte Fehler in der ganzen Geschichte?



      Für ein langen Moment schien die Welt für Harvey einfach nur in absoluter Dunkelheit abzutauchen...
      Sein Körper fühlte sich erschreckend Taub an und auch seine Gefühle schien merkwürdig abzustumpfen...Er erwischte sich mit dem Flüchtigen Gedanken:
      Egal...Das ist es halt jetzt so....
      Was konnte er denn jetzt schon groß dagegen ausrichten oder tun?
      Es war ein schon verlorener Kampf...
      Er bekam gar nicht mehr mit wie sich Cabriel um ihn kümmerte, ihn die Jacke von Tyler überzog und dessen Finger ihn berührten als wäre es seine Tägliche Routine diesen Körper mit der Salbe zu behandeln....

      "Ich möchte Tyler in unserer Gruppe ein wenig einschränken. Doch...hatte ich nie Verbündete, um das zu ermöglichen. Mir würde keiner glauben, wenn ich von meiner Erfahrung mit ihm erzählen würde....Bestimmt bestraft er mich später noch ein paar Mal, weil ich ihn verraten habe."

      Auf einmal fühlte sich Harvey ziemlich Müde...Er schloss seine Augen um sich überhaupt auf Cabriels Worte sich konzentrieren zu können.
      Es war eigentlich eine gute Entscheidung von Cabriel das Tyler eingeschränkt wird...So wie es jetzt war, schien es wirklich zu Gefährlich zu sein,
      Glauben würde Cabriel vermutlich wirklich niemand, auch Wyatt hatte man kaum zugehört...
      Der Fakt das Cabriel keine Lügen erzählt hatte sondern die Wahrheit über Tyler...Machte es wirklich umso schrecklicher.



      "Spielst du für mich das Opferlamm? Ich will Wyatt, Ineb und Izarra so schnell wie möglich von ihrer Trance wecken und ihnen demonstrieren, was für ein Wolf Tyler sein kann. Damit jeder versteht...das jedes Tier eine Leine braucht."
      ....
      Das Opferlamm spielen?
      Erwartete Cabriel immer noch das mit ihm auf einer Seite stand...?
      Harvey merkte aber schnell das er denn Anderen genau dieser Art des Verständnis ersparen wollte.
      Sie konnten sich schließlich nicht alle in der Kirchen von einer verrückten Sekte gefangen nehmen lassen damit sie alle nachvollziehen konnte wie sich zum Beispiel Ineb gefühlt hatte.
      Er begriff Cabriels harten Weg...Er hatte keine Andere Möglichkeit gefunden. Doch sollte es wirklich bei dieser einen Sache bleiben...Wenn er dafür weiter dieses Lämmchen spielen musste...Musste Harvey dieses Option leider ergreifen.
      Jedoch der Fakt mit der Leine erinnerte ihn an sein eigenes Leben.
      Rachel hatte ihn damals mit dieser Leine aus dem Leben gezogen wo er jeden Angegriffen hatte...




      Er hatte es immer als schrecklich empfunden aber was ist...Wenn sie ihn und Andere damit wirklich gerettet hatte?
      Harvey hatte keine Prügeleien mehr gehabt, er hatte sich nicht mehr auf Andere eingelassen oder sich auf die Probleme Andere fokussiert. Für ihn hatte nur Rachel geben die genau wusste wie sie mit ihm umgehen musste.
      Vielleicht war es doch nicht ganz Negativ gewesen, gefangen an einer Leine zu sein...Auch wenn Harvey sich am Ende los gerrießen hatte.
      Aber genau das gab Harvey wieder zu bedenken, es war bestimmt klug Tyler vielleicht auf ähnlicher weise zu halten aber...Was wenn er auch sofort anfing sich dagegen zu wehren?
      Cabriel sprach von zähmen...Aber wer von ihnen aus der Gruppe war in der Lage dazu?
      Er konnte nicht sagen das irgendjemand von ihnen die Erfahrung darin besaß jemand kontrolliert an der Leine zu halten. Wie lernte man das Überhaupt? Brauchte man Erfahrung darin oder lag schlicht an jemand selbst tun zu können??
      Er selbst glaubte nicht daran das gut darin war jemand zu zähmen, er kam mit sich selbst kaum klar....
      Ineb hatte leider das Talent eher in Fettnäpfchen von Anderen zu treten und er hatte auch mehr dein Eindruck als würde Tyler ihn stark beinflussen.
      Bei Wyatt war er sich nie sicher...Er schien Tyler zumindest besser zu kennen aber da der Schauspieler eher von friedlicher Natur war würde Tyler sicherlich unbeschwert weiter das tun was er konnte.
      Izarra war ein guter Mentor, jedoch fiel sicher nicht nur Harvey seine Unsicherheit und Überforderung manchmal auf...Und auch das würde Tyler sicher als gute Gelegenheit sehen weiter seine Freiheiten zu genießen.
      Und Cabriel...War in der Sache wirklich das größte Opfer...In nachhinein war es bestimmt nicht gut gewesen Tyler allein mit Cabriel an dem Karaoke Abend zu lassen. Auch wenn es äußerlich gewirkt hatte als wären die beiden Freunde geworden und sich näher gekommen....

      "Hilf mir, Tylers wahres Gesicht zu enthüllen, bevor unsere Freunde noch weiter auf ihn hereinfallen. Lass mich den edlen Helden spielen, der dich vor diesem Missbrauch bewahrt hat, indem er Tyler kurzerhand niedergeschlagen hat. Ob du mich danach verrätst ist mir egal. FALLS wir in unsere Körper wiederfinden kannst du dich wegen mir rächen, ich werde nicht weglaufen. "

      Schwach ergriff Harvey die ausgestreckte Hand, zum ersten mal spürte er wie es sich anfühlte...Diese Hilfe die eigentlich gar keine war.
      Harvey schaute schweigend zu Boden...
      Cabriel half ihm jetzt auch wohl nur damit er ihm bei seinen Plan weiter helfen konnte.
      Alles fühlte sich so unsagbar Falsch an...Der edle Held der ihr gerettet hatte?



      Er war doch überhaupt der Typ der ihn in das ganze gezogen hatte...Um ihn sein schmerz zeigen zu können.
      Obwohl Harvey unsagbare Wut verspürte, kam sie nicht heraus...Auf einer sehr traurigerweise war es...Ein wenig erholsam.
      Ihm fehlte einfach die Kraft und Energie die brodelnde Wut raus zu lassen.
      Er konnte sich schlicht schlecht fühlen ohne sich dumm oder blöd krümmen zu müssen. Ihm konnte gerade ...Wirklich alles egal sein.
      Er war kein Held...Diese Last konnte er Cabriel überlassen. Schon lange war das Held sein kein Traum mehr von ihm...Was sollte er denn überhaupt noch beschützten oder Retten?
      Wenn einer der eigenen Freunde ein hungriger Wolf war der alle und jeden verschlingen würde....
      Er verspürte kein drang nach Rache...
      Das alles hatte doch verdient...
      Er war....Egoistisch und ungezogen gewesen.
      Weswegen Harveys einzige Reaktion ein kurzes nicken war, nicht mehr und nicht weniger...



      Warum sollte er auch dagegen angehen?
      Cabriel hatte nicht unrecht...Tyler war immer noch Teil der Witch aber unberechenbar.
      Und gerade...Hatte Cabriel alles viel besser in griff als er.
      „Ähm ... Und ... lass mich dich huckepack nehmen ...“
      ....
      Die Einladung kam unerwartet weswegen Harvey kurz sein Kopf etwas neigte und sein Ebenbild kurz genauer mussterte.
      Dabei jedoch kehrte ein schwacher funke in seinen Müden Blick zurück als ihm damit etwas Anderes klar wurde....
      Cabriel wollte...Also gerne er sein?
      Ohne zu zögern nahm die Einladung an und ließ sich von Cabriel Huckepack tragen. Doch als sich an ihm fest hielt glitten seine Lippen an den Nacken des Anderen.
      Sein Atem streifte die empfindsame Haut, wohl wissend das Harvey wusste das er besonderes dort sehr empfindlich und Sensibel war.
      "Ich...Bin mir sicher das außer meiner glühende Wut noch einiges mehr gibt....Das du durch mich erleben darfst...."



      Seine Stimme war noch immer überreizt aber diese Worte konnte er mit einer genugtun aussprechen die sein Herz etwas erleichterte.
      Denn auch wenn sein Leben sich durch seine neue starke weit ins Positive entwickelt hatte...
      Harvey war sich sicher, dass Cabriel sich damit überschätzte...
      Er atmete schwer aus, bevor er seine Wange an ihn lehnte um gleichgültig zur Seite zu sehen. Die Wälder wirkte auf ihn so viel bedeutungsloser als zuvor...
      Endlich schien die Dinge klarer zu sehen, selbst wenn es aussah als würde sich aus jedem Schatten eine unheimliche Gestalt bewegen.
      Doch war kümmerte es ihn?
      Pah, er war doch sowieso viel zu schwach für den Bullshit...
      Soll doch der große neue Held Cabriel die volle Verantwortung für alles tragen....



      Soll er doch mit den Trieben eines Monsters zurecht kommen und die Wut spüren...
      Bestimmt kam Cabriel damit viel besser klar, als so jemand wie er...Das in allem so unsagbar versagt hatte.
      Ein Mörder wie Harvey hatte wohl verdient in dem Körper eines Schurken zu stecken dessen Leben ein grausames Desaster war.
      Vielleicht war das hier...Die einzige richtige Helden tat die er in seinem ganzen Leben vollbracht hatte.
      "....Von mir aus....Kannst du für immer....Harvey Bell bleiben...."
      Er musste niemand mehr etwas Beweisen...
      Er hatte ein Lebenslang doch immer nur alle und jeden enttäuscht...
      Er war kein Guter Sohn.
      Er war kein Guter kleiner Bruder.
      Er war kein Guter Freund.
      Er war kein Guter Liebhaber....
      Er war kein Guter Held...
      Vielleicht war das Leben das er geführt hatte nie das gewesen was er führen sollte.
      Doch als Harvey sich komplett glaubte vergessen zu können erklang eine neue Stimme, anderes als die Andere und gefolgt eines Lachens das ihm bis ins innere verkrampfen ließ.
      Warum empfand er überhaupt noch...Angst wenn ihm gerade auf einmal alles so egal schien?

      "Langweilig...Das geht doch noch besser."



      Harvey drehte denn Blick zu der unheimlich kichernden Gestalt....Wer war das...?



      Obwohl sie so völlig Fremd schien verspürte Harvey in selben Atemzug eine unheimliche Vertrautheit.
      Kannte er sie doch...?
      Aber Cabriel reagierte gar nicht auf sie....Konnte wieder nur er sie hören und sehen?
      Doch etwas ganz Anderes ließ ihn mehr erschaudern. Beinahe hatte er...Dieses Stofftier das sie so Herzlos in ihrer Hand hielt vergessen.
      Das gehörte doch Matteo---
      "Und ich möchte, dass eine ganz bestimmte Sache nicht in Vergessenheit gerät: Matteo. Ich glaube, ihr zwei habt euch noch eine ganze Menge zu sagen ... Also tu mir doch den Gefallen, Harvey und hilf unserem Gedächtnis auf die Sprünge. Diese Erinnerung, sie war zu schwach? Wiederhol sie... Erinnere dich ... ganz schnell an sein Gesicht, Mörder."
      Wie gelähmt starrte Harvey in das dunkel Gehüllte Gesicht.
      Obwohl er versuchte das Leben zu verfluchen und alles zu vergessen...Warum brachten ihre Worte ihn so um den Verstand?!
      ...Nein...nein....Er...war....kein.....M...Mörder....


      "Was hast du mit Matteo angestellt? Du lügst doch...Du hast ihn geschubst...Wie sah sein Gesicht dabei aus? Wie kannst du...es einfach hinunterschlucken und damit weiterleben? So...Tiere wie du sollten sich...umbringen...DU verdrehst Tatsachen. DU willst nur gut dastehen...DU und ER sind euch...doch so ähnlich...Ihr dreckigen Mörder..."



      Was...Redete sie da...?
      Wo....Wo waren sie beide sich noch ähnlich?
      Er hatte ihn...Nicht geschubst....Niemals würde er....er....
      War er sich wirklich sicher?
      Vielleicht hatte er ihn doch geschubst....
      Es ging alles viel zu schnell...
      In seiner Wut---
      Nein, nein....Er hatte sich wieder beruhigt gehabt, er wollte sich doch bei Matteo entschuldigen!
      Aber die unheimliche Gestalt ließ nicht locker...Sie holte noch das bisschen Verstand aus ihm raus das Harvey glaubte endgültig weggeschlossen zu haben.
      Dieses mal spürte er ihre kalten Hände sogar an seiner Schulter...Verflucht....Sein Herz schlug so heftig...
      Seine Finger krallten sich unbewusst fester in die Haut von Cabriel, seine Atmung ging unregelmäßig als ihm immer kälter werden zu schien.
      Wie---Wie...konnte er damit weiter Leben?! Wie konnte...Er auf einmal glauben alles hätte eine Rolle endgültig verloren...?!
      Er spürte wie starker Wind an seinen Ohren vorbei rauschte....
      "Gestehe heute doch alles...Du verdienst es gehasst zu werden...Du verdienst es erniedrigt zu werden...Du verdienst es in die Hölle zu fahren. Warum dich also nicht bei einem anderen Mörder verraten? Gesteht eure Sünden ein und fahrt beide...endlich zur Hölle."
      ...Er....War ein Sünder...der in die Hölle gehörte...
      Wie....Konnte er es wirklich wagen...Weiter Leben zu wollen...Bei dem was er...Getan hatte...?!
      ...................
      ..............................
      ...................................................
      Damals als die Polizei ihn nach dem Unfall befragt hatten.

      "Ein kleiner Schubs im Affekt. Man streitet sich, man schubst zurück... so etwas passiert. Aber wenn du jetzt weiter lügst und den Unschuldigen spielst, machst du alles nur noch viel schlimmer für dich."
      .....
      "Ich ...Habe ihn nicht geschubst...."
      Warum glaubt mir niemand...?
      "Er ist gestolpert? Warum hast du dann nicht versucht, ihn festzuhalten, als er fiel? Deine Hände waren laut Zeugen ausgestreckt..."
      "I-ich stand...unter schock..."
      Warum...Glaubt mir niemand das ich Angst hatte?



      Doch selbst als Harvey denn Frage der Polizei entkommen konnte...
      In der Schule ging das ganze grauen weiter.
      "Hey Harvey... was ist denn nun wirklich passiert? Man redet auf den Fluren über echt krasse Sachen..."
      "Ich hab gehört, ihr hattet Stress. Aber deswegen schubst man doch niemanden einfach auf die Straße! Bist du völlig verrückt geworden?!"
      "...Ich hab ihn nicht geschubst..."
      Ganz genau weiß ich das gar nicht mehr...


      "Wir wissen doch alle, dass du manchmal austickst. Gib's doch einfach zu, anstatt hier so ein Drama abzuziehen."
      "Matteo war vollkommend wehrlos, der Anblick seiner Leiche war so Grausam das seine Familie ihm kein Sarg gekauft haben und du stehst hier, als wäre nichts. Du bist wirklich krank, weißt du das?"
      "..Ich...konnte ihn nicht...Retten."
      Konnte ich das wirklich nicht...?
      Und selbst zu Hause....Wurde Harvey weiter zur Verantwortung gezogen, besonderes nachdem sein Älterer Bruder Oscar im Gefängnis gekommen war. Schien sein Vater in Harvey genau das selbe zusehen. Einen Lügner und vielleicht sogar auch einen...Mörder.
      "Ich dachte wirklich, wenigstens auf dich könnte ich mich verlassen. Dass du aus Oscars Fehlern gelernt hättest und uns weiteren Ärger ersparst. War das zu viel verlangt?"
      "Sieh mich an, wenn ich mit dir rede! Ich bin dein Vater, und ich habe ein Recht auf die Wahrheit, bevor die Polizei das nächste Mal mit einem Durchsuchungsbeschluss vor unserer Tür steht."

      "...Ich....Ich habe ihn....Nicht Geschubst..."
      Ich bin...Mir unsicher...




      "Lüg mich nicht an, Harvey. Bitte... Ich bin dein Vater, sei ehrlich und stehe für deine Fehler ein. Ich halte das nicht noch einmal durch....Habe ich als eurer Vater wirklich so sehr versagt?!"
      "Glaubst du wirklich es war richtig, deinen...Eigenen Freund dem Tod zu überlassen?? Was ist wirklich passiert?"
      "....I..Ich Lüge nicht...Ich wollte ihn nicht sterben lassen...."
      Vielleicht ist das nicht die Wahrheit....
      Immer wieder...
      Ging Harvey diesem Moment durch seinem Kopf.
      Was davon war wirklich passiert und was hatte er begonnen sich einzubilden?
      Wann hatte er begonnen....
      ....Matteos letzten Gesichtsausdruck zu verdrängen und zu vergessen.



      I̵̛͖̬͔̎̍͘͞c̴̛̯̠̎̅̅͘h̛̘̹͗̋̉͟ h̵̴͓̠͒̎a̵͚̣̗͗̑̑̉ḅ̛̫͗̋̄̚̕͟ i̸̷̞̹̹͒͑̑͜ẖ̵̣̺͗̋̎͠͞n̶̮̥̥̋͟͢͠͞ n̺̝̩̄̌̉̉͢͢i̵̴̳̬͔̐̚͜͜ĉ̷͕̘̍̋̄̉̕h̸̘̮͚̎͗̅͞t̅˘̫̻̋͘͜͜͠ g̴̴̛̠̠̅̂͗ȇ̷̴͖̳̺̍̕s̸̴͚̠͒͌͌c̵̶͓̩̐̑̌̿h̗̯̜̎̄̅͘͜͝u̷̳̹̫̅̿͘b̵̵̴̙̫̻̐͗̅͜sˇ̩̳̞͟͟͠͝tˇ̶̶̤̗̂͘
      I̵̛͖̬͔̎̍͘͞c̴̛̯̠̎̅̅͘h̛̘̹͗̋̉͟ h̵̴͓̠͒̎a̵͚̣̗͗̑̑̉ḅ̛̫͗̋̄̚̕͟ i̸̷̞̹̹͒͑̑͜ẖ̵̣̺͗̋̎͠͞n̶̮̥̥̋͟͢͠͞ n̺̝̩̄̌̉̉͢͢i̵̴̳̬͔̐̚͜͜ĉ̷͕̘̍̋̄̉̕h̸̘̮͚̎͗̅͞t̅˘̫̻̋͘͜͜͠ g̴̴̛̠̠̅̂͗ȇ̷̴͖̳̺̍̕s̸̴͚̠͒͌͌c̵̶͓̩̐̑̌̿h̗̯̜̎̄̅͘͜͝u̷̳̹̫̅̿͘b̵̵̴̙̫̻̐͗̅͜sˇ̩̳̞͟͟͠͝tˇ̶̶̤̗̂͘
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      .............................
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      Der Wind wurde immer stärker....
      Mehr legte Harvey seine Arme fester um Cabriel.
      Noch nie war die Erinnerungen in seinem Kopf so schlimm gewesen wie dieser endloser Loop...Mit der unheimliche Stimme in seinen Ohren.
      "...I...Ich...hab ihn...geschubst...",hauchte er gebrochen.



      "Ich habe...Meinen Freund Matteo umgebracht....Und ihn...Nicht gerettet...."
      So...Muss es gewesen sein. So war es wirklich passiert, er hatte sich nur selbst belogen....Ein Held war schließlich kein Mörder.
      Aber...Aber als ein Tier, war das....Egal?
      Er konnte für die Sünden büßen ...Einem Tier verzeiht man doch...Sowas...Sagte doch Cabriel selbst einmal....
      Sein Mundwinkle zuckte kurz verzweifelt...Er drohte gerade wirklich sein Verstand zu verlieren.
      "Ha...Was rede ich denn da...", murmelte er.
      "Du....Bist ja jetzt Harvey Bell....Du hast ihn umgebracht nicht ich!"
      Das heißt....Er war diese Sünde endlich los....
      Das war doch nicht mehr sein Leben.

      _______________________________


      Wyatt Carson Lyons

      Obwohl sich Wyatt dem Bären so Mutig in denn Weg gestellt hatte war Inebs Reaktion auf ihn nicht gerade von der höflichen Sorte!
      "Du ... bist eine Frau?!"
      HUH?!
      Was meint er denn damit?
      Er war doch wohl ganz offensichtlich, eine Bildhübsche Frau!


      Empört und breit Beinig stand Wyatt dort aber er versuchte es Ineb nicht übel zu nehmen.
      Vielleicht bezog sich seine irritierte Aussage auch nur darauf das er nicht seine Übliche Witch Form hatte!
      Tatsächlich verstand Wyatt aber auch nicht warum es jetzt dieser Gestalt war...Aber vielleicht war es auch besser so...In der Anderen Gestalt war er immer auf Autopilot...Aber jetzt? Tatsächlich fühlte er sich als diese große Frau mehr wie sich selbst und deutlich Mutiger!
      Leider war das einzige unerfreuliche an der Sache das Izarra irgendwo dort unten im tiefen Abgrund gelandet war...
      "Da ... können wir wohl nur beten, dass Izarra wirklich unsterblich ist ..."
      Traurig zog Wyatt die Augenbrauen zusammen, er hoffte auch das Izarra wirklich unsterblich war und keine schmerzen hatte...
      Sie sollten zumindest auch nach ihm suchen, nicht das er dort irgendwo schwerverletzt lag!
      Doch bevor er diesen Vorschlag machen konnte, das sie nachsehen sollten erklang ein neues Geräusch...Ein weiterer Bär?
      Vielleicht zeigte sich die ganze Bären Familie??
      Doch statt einem Bär kehrte der Andere verschollene zurück!
      "Bitte ... helft mir doch ... irgendjemand ... Ich kann einfach nicht mehr ...Harveyy..."
      Der Anblick brach Wyatt das Herz!
      Yuuto sah vollkommend mitgenommen aus, der arme musste eine Hölle erlebt haben.
      Er war sich jedoch sicher das Harvey mehr als erleichtert sein würde das sein fester Freund es überlebt hatte.
      "Schon gut ... Jetzt ist alles gut ... Wir sind ja bei dir ...Ich und...Ehm"
      Beinahe hätte Wyatt selbst vergessen das er gerade nicht wie der Grünhaarige Schauspieler aussah...!
      "Waffle."
      . . . .
      Doch bei Inebs aus dem Ärmel geschüttelten Fake Namen konnte Wyatt sich gerade noch so zusammenreißen nicht empört laut aufzuschnaufen.
      Es gab sooo schöne Namen...Und er nannte ihn Waffle...
      Allerdings wurde es von Yuuto abgeknickt, zum Glück war das kleine Kerlchen leicht reinzulegen.
      "Ähm ja...Ich b--bin Oscars Girlfriend!", log Wyatt schlecht dazu um ein Grund zu haben hier zu sein...
      "Wurdest du etwa auch von einem wilden Tier angegriffen?"
      Aber das wichtigste war raus zu finden was mit Yuuto passiert war, er war plötzlich ja verschwunden und das ganze hatte wie eine Mordszene ausgesehen....Wyatt hoffte so schnell wie möglich den armen Cabriel sagen zu können das er unschuldig war und der Vorwurf gegen ihn Yuuto etwas angetan zu haben sich hiermit widersprach.
      "N-nein...Das war kein Tier...Ich weiß nicht so recht...Es wirkte wie ein Mensch, aber es sah komplett gruselig aus und...machte so komisch, kreischende Geräusche...Es griff nach mir und wollte mich beißen...Ich konnte gerade noch so fliehen...aber ich glaube es...ist mir hinterher..."
      Prompt erschauderte Wyatt...
      Kein Tier?
      Ein...Gruseliges Ding das einem Menschen ähnelte....Das klang total unheimlich!!
      "E--Ehhh....ehhh....D-dir hinter....her...?!"



      Der Mut welche Wyatt in der Verwandlung gespürt hatte drohte bei jeden weitern Wort zu verpuffen...!
      "Es war ein...."
      ...Oh Wyatt wollte es gar nicht hören! Er ahnte es bereits schon und es fühlte sich wieder in seine Kindheits versetzte wo es total Verboten war über solche Dinge zu sprechen!
      Seine Mutter sagte immer, dass es nicht gut für Wyatt war sich mit gruseligen Dingen zu befassen, weil seine Fantasie zu stark war!
      Aber so wie Yuuto schaute und so wie er es beschrieb das konnte doch nur ein....ein....
      "...Zombie!"
      "WAHHHHHhhhhahhhh?!", kreischte Wyatt sofort auf und drückte sein Maidkleid runter, als der Wind plötztlich so heftig wurde.



      Panisch umklammerte er die beiden Jungs und presste sie an sich als er in die richtung starrte, es bewegte sich eindeutig dort etwas!!
      Zombies, es waren wirklich Zombies! Oh Gott...Er hatte kaum Zombie Filme gesehen, was half denn gegen diese Unheimlichen Monster??
      Vielleicht sollten sie ganz schnell weglaufen aber...
      Wyatt erinnerte sich wieder an den Abgrund hinter ihnen...Sie saßen in der Falle...Es war bestimmt nicht einfach diesem Zombie einfach so zu entkommen!
      Mühsam schluckte Wyatt hart....Das einzige das ihm in den Sinn kam diese Zombies aufzuhalten bis Ineb und der verletzte Yuuto in sicherheit waren.
      "S-schon gut ihr....Süßen! Ich...Eh...Waffle k-kümmer mich um diese....Z-zombies! Ha-ha!"



      Er positionierte sich gezwungen selbstbewusst vor ihnen.
      " Rennt...in Sicherheit...Und ich halte...Die Zombies mit meiner...Eh Muskel-Kraft auf! Z-zombies sind d-doch nichts weiter als Stinkende Menschen....Mit denen kann ich es aufnehmen!"
      Als der erste Zombie grollend auf sie zu schwankte, zitterte Wyatt noch stärker....Diese Zombies sahen total Unheimlich aus!!
      Er konnte richtig sehen wie sich ihre gelenke total unmenschlich in die falsche richtung bogen...!
      "I-ineb bitte....Bring Yuuto in sicherheit."
      Wyatt trat zögerlich auf die Zombies zu und spannte seine Muskeln an. In die Flucht zu jagen wie denn Bären würde wohl nicht klappen aber vielleicht konnte er sie trotzdem solange aufhalten bis die Anderen weit genug waren, dass sie wegen denn Zombies nichts zu befürchten hatten.

      _______________________________

      ??? & ???

      Währenddessen, in tieferen Abgrund des Waldes...
      Zwei massige, bedrohliche Gestalten stehen am Bachufer, ihre Silhouetten verschmelzen mit der Dunkelheit....
      Die linke Gestalt ist ein Riese, wie aus Fels gehaucht, schwer gepanzert, wie ein unbezwingbarer Turm aus dunklem, geschwärztem Eisen, mit unzähligen, gefährlich aussehenden Stacheln. In seiner massigen Faust hält er einen riesigen, furchterregenden Morgenstern, bereit, alles zu zerschmettern. Seine Aura ist dumpf, gewalttätig, wie ein schwerer Felsbrocken, der auf der Brust liegt. Er atmet schwer, ein dumpfes Schnauben...



      Die rechte Gestalt ist schlanker, aber nicht weniger furchteinflößend, dorniger gepanzert.
      Sein Helm wird von einem langen, peitschenden Haarzopf überragt, der wie ein Skorpionenschwanz im Wind tanzt. Eine klaueartige Hand, unnatürlich groß und gierig, ist nach vorne gestreckt.
      "Gefunden..."
      Brummte die linke Gestalt.
      "Hm... gefunden.", knurrte die Andere großen Gestalt zu.
      "Tot."
      "Nass."
      ....
      Die Andere Gestalt klang angewiedert.
      "Tief im Wasser..."
      Die dornige Gestalt blickt zur schwer gepanzerten.
      "Wasser. Du... zu schwer. Rüstung. Du sinkst."
      Die Andere Gestalt nickt, ein dumpfes Metallgeräusch: "Ja. Du... flink. Hol ihn."
      .....
      Nach einem Moment verwandelte sich die rechte Gestalt....Wurde kleiner und die Rüstung verschwand.
      "Ekliges...Wasser...", knurrte er erneut.



      Er nähert sich dem tiefen Bach. Er greift den nassen, leblosen Körper von Izarra. Zum Glück war es egal ob sie ihn Lebend oder Tod mitbringen...
      Ein angewidertes Aufstöhnen, erklang als er den Körper über seine Schulter warf.
      "Alles nass..... eklig! Los! Zügig!"



      Er hasste es Nass zu werden! Aber in dem Augenblick hatten sie keine Andere Wahl. Diese Welt war so merkwürdig....Aber sie hatten einen Auftrag zu erfüllen und sie durften den großen Herrscher nicht enttäuschen. Sonst würde er ihre Heimat vernichten, so viel stand fest!
      "Übertreibst...", brummte die Andere Gestalt und stampfte ihm langsam nach.
      "Du...Nicht Nass!", knurrte er beleidigt zurück.
      Die beiden Gestalten verschwanden zügig aus der Richtung von der sie gekommen waren, das einzige das zurück blieb waren die tiefen Abdrücke im Waldboden.
      Believe Me ~

    • Cabriel Valentine

      Die eisigen Lippen seines einstigen Körpers – einer Hülle, die nun von einer anderen Seele bewohnt wurde – strichen dicht an seinem starken Nacken vorbei. Ein kalter Schauer jagte über seinen Rücken. Es widerstrebte ihm zutiefst, seinem alten Ich so unnatürlich nah zu sein, doch er durfte Harvey in diesem Chaos auf keinen Fall im Stich lassen. Er hatte noch einiges vor mit ihm, er war eine wichtige Schachfigur für sein nächstes Ziel. Tyler eine Mauer zu erschaffen. Als Harvey...war er ziemlich siegessicher. Dennoch schnürte ihm das Unbehagen fast die Kehle zu. Jeder einzelne Muskel in ihm verkrampfte sich, sein Atem stockte. In genau dieser erstarrten Sekunde stieg ihm plötzlich ein rauchiger Geruch in die Nase...Er musste sich unbedingt zusammenreissen, sonst würde er bald zu verstehen lernen, warum der Feuerwächter so schnell entflammbar war.

      "Ich...Bin mir sicher das außer meiner [i]glühende Wut noch einiges mehr gibt....Das du durch mich erleben darfst...."[/i]

      Mit irritierter Miene wandte er den Kopf minimal nach links, um Harvey zumindest am Rande wahrzunehmen. Ein Warnversuch? Glaubte er ernsthaft, ihn damit aus der Fassung zu bringen? Als notorischer Pessimist machte Cabriel sich ohnehin keine Illusionen; es stand außer Frage, dass er mit manchen Eigenheiten von Harveys fremdem Körper hart zu kämpfen haben würde. Seine Seele...war dennoch schwach und würde lange brauchen um so einen Helden jemals füllen zu können. Doch zu seiner Überraschung war die Welt durch diese neuen Augen keineswegs in absolute Dunkelheit getaucht. Ein faszinierender Gedanke blitzte auf: Konnte er durch Harveys Augen womöglich jene Farben sehen, von denen Wyatt so oft schwärmte? Er sah...zum ersten Mal ein Ziel, was er unbedingt verfolgen wollte. In diesem Zustand war er dem Schauspieler eine Hilfe...auch den Wächtern...ebenfalls Sam...ohne so erbärmlich zu sein.

      "....Von mir aus....Kannst du für immer....Harvey Bell bleiben...."

      Ein Leuchten trat in Cabriels Augen, beinahe so, als hätte Harvey ihm soeben seine Liebe gestanden. Sein Herz hämmerte wild gegen die Rippen, ein warmes Kribbeln machte sich in seinem Bauch breit. Doch warum ... warum traf Harvey so plötzlich diese Wahl? Es gab für ihn nur eine Erklärung: Sein abgewrackter Körper musste ihn dazu getrieben haben. Cabriels alte Hülle war so von Dunkelheit zerfressen, dass sie sich wie ein schweres Leichentuch über Harvey legen musste. Er würde darin unweigerlich ersticken. War es unter diesen Umständen wirklich vertretbar, seine Verzweiflung einfach so auszunutzen?

      "Wenn du...es nicht ernst meintest, werde ich dir niemals verzeihen..."
      , nuschelte Cabriel und seine Schritte wurden größer. In diesem Moment fühlte er sich so gut, so...erleichtert. Er hatte keine Ahnung, was ihn dazu zwang wieder in seine alte Hülle zu kommen. Doch...wenn beide Männer damit einverstanden waren auf Ewig die andere Person zu spielen...könnten sie es nicht einfach darauf belassen? Für eine Weile genoss er diesen Traum, endlich Stille in seinem Kopf zu genießen.



      Doch diese Stille hielt nicht für Lange. Ruhe war nie für Cabriel aber auch nicht für Harvey bestimmt. Das würde der Luftwächter erst...nach einiger Zeit verstehen lernen. Denn auch der Feuerwächter hatte seine bösen Geister, die ihn verfolgten.
      In dem Moment, als der Regen einsetzte, krallte sich Harvey urplötzlich an ihm fest – ganz so, als fürchtete er, in die Tiefe zu stürzen. Der Wind frischte derart auf, dass Cabriel sich mit ganzer Kraft dagegenstemmen musste.
      „Hey ...? Was ist los?“, fragte er fahrig. Harvey schwieg. Nur ein unkontrolliertes Zittern übertrug sich von seinem Körper auf Cabriel. „Harvey ...! Hey, drifte mir nicht ab!“, rief er ungehalten, nur um sich im nächsten Atemzug zu fragen: Halluzinierte Cabriel am Ende schon wieder? Er wollte ihn gerade zu Boden gleiten lassen, als ein stechender Schmerz seinen eigenen Schädel durchzuckte. Eine Flut von Bildern stürzte auf ihn ein, lief wie ein rasender Film vor seinem inneren Auge ab. Ein weiteres Fragment aus Harveys Vergangenheit brannte sich völlig schonungslos in Cabriels Verstand.

      "Ich ...Habe ihn nicht geschubst...."

      Das Buch von Harveys dunkelsten Geheimnissen klappte unaufhaltsam auf – das Schloss war endgültig zerbrochen. Schonungslos wurde Cabriel in die erdrückenden Bilder und in Harveys damalige Panik hineingesogen. Er erlebte den Moment bei den Polizisten, die ihn ins Verhör nahmen und von der ersten Sekunde an gegen ihn voreingenommen waren. Cabriel spürte Harveys rasenden Puls in der eigenen Brust, das unkontrollierte Zittern seiner Hände und die flachen, gehetzten Atemzüge. Eine überwältigende, lähmende Unsicherheit ergriff nun auch von ihm Besitz.



      Weder seine Klassenkameraden noch sein eigener Vater schenkten ihm Glauben. Alle zeigten mit dem Finger auf ihn und forderten nur dieses eine: Er sollte seine Schuld eingestehen und sich endlich als Mörder bekennen. Sie hatten keine festen Beweise, jedoch waren sich alle wegen Harvey sicher. Doch Harvey brach nicht ein. Dafür stieß Cabriel auf ein Gefühl, das er um jeden Preis hätte meiden wollen: Tief in seinem Inneren wusste Harvey selbst nicht mit absoluter Gewissheit, ob er die Tat begangen hatte. Er war verzweifelt. Diese Erkenntnis raubte Cabriel den Verstand. Er wollte das nicht wissen! Er hatte gehofft, Harvey genauso wie der Rest der Welt einfach als kaltblütigen Mörder abstempeln zu können. Er wollte genauso mit den Finger auf ihn zeigen wie alle anderen Menschen, für die er ein Held sein wollte! Diese zermürbende Unsicherheit zu spüren, riss ihm den Boden unter den Füßen weg – vor allem, weil ihm genau dieses Gefühl auf eine geradezu krankhafte Weise vertraut war. Er kannte es...so verdammt gut.

      "....I..Ich Lüge nicht...Ich wollte ihn nicht sterben lassen...."

      Als er schließlich den tiefsten Grund dieser Erinnerung erreichte, zerbrach etwas in ihm. Der Schock lähmte seine Seele derart, dass er in der Realität wie zu einer unbeweglichen Statue erstarrte, während der prasselnde Regen unerbittlich auf die beiden Männer niederging. Er blinzelte nicht einmal. Wie auf einem gestochen scharfen Porträt brannte sich das Gesicht des Opfers in seinen Geist. Matteo.
      „Matteo ...“, hauchte Cabriel so leise in den Wind, als wäre es das Flüstern eines Geistes. Sein Herz raste unkontrolliert weiter, ein kaltes Rauschen erfüllte seine Ohren und sein Kreislauf drohte jeden Moment wegzusacken. Das Gesicht dieses Jungen hier zu sehen ... es war ein absoluter Albtraum. Denn er kannte ihn. Es war absolut kein Zufall, dass Harvey damals ausgerechnet diesen Jungen getötet hatte.

      "...I...Ich...hab ihn...geschubst..."



      Wie vor einem unsichtbaren Tribunal kapitulierte Harvey und gestand. Es wirkte, als würden erneut unzählige Finger anklagend auf ihn deuten und diesmal zerbrach er einfach unter ihrer Last. Seine Stimme war so leblos, als wäre genau in diesem Moment ein wesentlicher Teil seiner Seele gestorben. Die grausame Gewissheit, ein wahrhaftiger Mörder zu sein, tötete offenbar selbst in einem strahlenden Helden das letzte Licht.Cabriel jedoch musste hart darum kämpfen, die Fassung zu bewahren. Harveys Worte brachten ihm nicht den erhofften Triumph – stattdessen kroch eine lähmende, eisige Angst in ihm hoch. Denn Harvey schonte ihn nicht. Zeitgleich mit seinem zermürbenden Geständnis hob er unvermittelt die Hand und richtete einen imaginären, aber unmissverständlichen Finger direkt auf Cabriel.

      "[i]Du....Bist ja jetzt Harvey Bell....Du hast ihn umgebracht nicht ich!"[/i]


      ...
      ....

      "...Ich...habe...Matteo....umgebracht?"



      Plötzlich wurde ihm klar, warum Harvey ihm seinen Körper ohne Weiteres überlassen wollte. Er wollte – genau wie er selbst – seine Last einfach abwälzen. Sie waren sich verdammt ähnlich, was ihn bitter aufstoßen ließ. Doch auch wenn Cabriel selbst nicht besser war, machte ihn diese Erkenntnis wütend. Cabriel war sich seiner Feigheit wenigstens immer bewusst gewesen, während Harvey sich selbst bis heute etwas vorgemacht hatte. Und in dem Moment, als er endlich realisierte, was für ein Dreck er war, hatte er diese Last einfach auf ihn übertragen. Cabriels Finger gruben sich fest in Harveys Schenkel, an denen er ihn noch immer hielt.

      „Ich … Ich …“, stotterte Cabriel leise, doch seine Stimme versagte. Er konnte das Bild von Matteo nicht verdrängen, wie er damals vom Lkw erfasst worden war. Noch bevor er weitersprechen konnte, ließ er Harvey einfach los. Sein Begleiter krachte hart auf den Waldboden – direkt in den tiefen Dreck.



      Beängstigend drehte er sich zu Harvey um. Er stand fest auf seinem Platz, doch seine Hand ballte sich zu einer Faust, die so stark zitterte, dass die Adern hervortraten. Eine frustrierende Wut brachte ihn zum Überlaufen.
      „Ich verstehe es endlich ...“, sagte Cabriel kühl und mit einer tiefen Enttäuschung in der Stimme, während er auf Harvey hinabblickte. Er drückte die Fingernägel so hart in seine eigene Handfläche, dass die Haut nachgab und es zu bluten begann.
      „Was du ... einmal sagtest, Harvey ... Du bist nicht besser als ich. Wir sind uns ähnlich. Du bist ... das gleiche Stück Abschaum wie ich, das es nicht verdient hat zu leben.“

      Cabriel packte ihn so heftig am Kragen, dass der Stoff unter seinem Griff spannte. Er riss Harvey ein Stück in die Höhe, doch der Blick von Cabriel blieb leer, fast schon resigniert. Der rauchige Geruch war nun beißend; er hing in der feuchten Luft wie ein Vorbote dessen, was Cabriel gerade aussprach.
      „Ich sollte dich und mich ... in Flammen setzen.“, zischte Cabriel, wobei seine Stimme vor unterdrückter Gewalt bebte.
      „... bis auf die Knochen verkohlen lassen!“



      Die Drohung hing wie eine dunkle Vorahnung über ihnen. Der Regen prasselte unerbittlich auf sie nieder, doch er konnte den Geruch von Brand und Asche nicht fortwaschen – er schien direkt aus Cabriels Innerem zu kommen, als würde das, was in ihm brannte, die Realität um sie herum langsam in Brand stecken. Er hielt Harvey wie eine leblose Puppe in seinen Händen, das Blut saugte sich in Harveys -- eher Tylers Jacke. Die Wut und der Selbsthass drohten jeden Moment in eine blinde Zerstörungswut umzuschlagen.
      Doch bevor er seine Tat wirklich wahr machte, zeigte sich ein anderer Ausdruck in Cabriels Gesicht. Seine Augenbrauen verengten sich, er drückte die Lippen fest zusammen und atmete schwer, bis er sie frustriert wieder öffnete:

      "Ich hasse...diese beschissene Welt...Wir gehören alle...ausgerottet! Dieses...beschissene Schicksal...Arrgh! Das ist...die Hölle!"

      Cabriels Stimme überschlug sich, ein unkontrolliertes Beben, das irgendwo zwischen mörderischem Zorn und dem ersten, schmerzhaften Schluchzen feststeckte.
      „Scheiße, nein!“, stöhnte er auf, krallte die Hände in sein eigenes Haar und ließ Harvey abrupt los, als hätte er sich an ihm verbrannt. Er taumelte zurück, die Welt um ihn herum verschwamm zu einem grauen Schleier aus Regen und Schmerz.
      Er wollte das nicht. Er wollte nicht, dass die Dämme brachen. Jede Faser seines Seins wehrte sich gegen das, was Harvey in ihm freilegte, doch es war bereits zu spät. Es war keine Flut mehr, es war eine alles verschlingende Welle, die mit brutaler Gewalt gegen seine mentalen Mauern schlug, bis sie zerbarsten.
      Da war er. Sein Gesicht. Sein Lächeln. Der Freund, der ihn niemals als Tier betrachtet hatte – nicht, als die Welt ihn ausstieß, nicht, als die Angst ihn in die Enge trieb. Egal in welcher Rolle er steckte, sein Freund hatte es akzeptiert. Die Erinnerung traf Cabriel wie ein physischer Schlag in den Magen. Es war nicht einfach nur ein Bild; es war das Gefühl von Wärme, von Akzeptanz, von einer Nähe, die er seit einer Ewigkeit verlernt hatte. Und genau das machte den Schmerz der heutigen Realität nur noch unerträglicher. Harvey drückte ihm diese kostbare, reine Erinnerung auf, als wäre sie ein brennendes Eisen, das er tief in Cabriels verwundbare Seele presste. Es war alles seine Schuld!!! Er wollte nicht, dass Harvey diesen Teil von ihm sah – er wollte diesen Teil von sich selbst nicht einmal mehr besitzen, da es ihn schmerzte.

      "Urghhh...Wie kannst du nur so gut in Street Fighter sein, Cabriel?! Dabei habe ich dir doch das Zocken nahegelegt...Ich bin doch dein Meister!"

      "...Tut mir...Leid..."


      "Jetzt entschuldige dich doch nicht, das frustriert mich ja nur noch mehr! Zeig mir lieber nochmal diese starke Kombo, ich werde dich noch überlisten können - mein hübsches Mädchen besiegt nämlich jeden Kerl allein mit ihrem süßen Katzenohren!"

      "...Leider gibt es hier keine passiven Bonusse für ihr Outfit, sie ist zwar süß aber total schwach...Mit ihr erreichst du nie einen guten Rang."

      "....Hah-- mit der Macht der Liebe und Katzen ist alles möglich! Ich werd's dir noch zeigen!!"



      Ohne es zu wollen, erinnerte sich Cabriel an längst vergangene Ereignisse, die er Harvey gar nicht zeigen wollte. Doch wusste er nicht wie er sich gegen die Erinnerung wehren konnte, wie stoppte er diese Übertragung?
      Es waren Momente, die ihm früher die Schwärze nahmen. Ein Freund, der ihn mit seiner Positivität und seiner herzlichen Ausstrahlung aus dem Loch gezerrt hatte. In diesen Jahren fühlte er sich am lebendigsten und das, obwohl er Samuel nur in der Schule sah...und laut Cabriel sie sich immer weiter voneinander distanzierten.
      Das Leben bei Raimondo, Matteo und Mirella – er hatte nie vorgehabt, so lange zu bleiben. Eigentlich wollte Sam er nur mit Raimondo spielen -er war auf der Suche nach seinem wahren Vater-, doch er verstand sich so gut mit ihnen, dass Matteos Vater ihm ein Zuhause anbot, worauf Samuel nur freundlich zustimmte...ohne seine Hintergedanken zu benennen.
      Es war ziemlich ungewohnt für Cabriel, denn er wurde hier nicht wie ein Tier behandelt. Es war so als hätte ihn Sam von der Leine gelassen und ihm die Freiheit geschenkt. Vor allem Matteo erkannte in ihm einen Freund und zeigte ihm einen seiner größten Schätze: das Zocken! Hätte er gewusst, dass Cabriel ihn so schnell beim Shooten schlagen würde, hätte er vielleicht einen Gang runtergeschaltet ... Doch sie hatten unglaublich viel Spaß, und Cabriel fühlte sich in diesen kurzen Jahren wie in einer ganz normalen Familie. Auch wenn sie keine Geschwister waren, da er mit Raimondo in einer ganz "eigenen" Beziehung stand.

      Doch Cabriel begriff schnell den wahren Grund für die ständige Positivität der Familie: Sie sprachen einfach nie über ihre Probleme. Jeder fraß seinen Kummer stumm in sich hinein. Sie waren ganz anders als Sam, der immer direkt und ehrlich war. Zwar trugen die Rose ebenfalls eine Maske, doch bei den Mounts wirkte es mehr wie eine Mauer. Jeder blieb an seiner Grenze, da es schon genug Vorfälle gab, die diese Familie beinahe zertrümmert hätte. Deshalb dauerte es auch eine ganze Weile, bis Matteo sich ihm wirklich öffnete. Dabei wusste Matteo längst über Cabriels Situation Bescheid – über das schlechte Gewissen wegen seiner verstorbenen Mutter ... und über die schrecklichen Aufgaben, die er für Sam erledigen musste. Er wusste auch, dass Cabriel in der Schule schikaniert wurde, weil er als „Lämmchen“ nicht lügen konnte. Selbst wieso er seine Haare für Raimondo blond färbte, was Samuels Idee war. Das erste Mal...sprach er mit jemand anderes über Sam und das nicht nur durch ein positives Licht. Noch nie hatte er Samuels Aufgaben hinterfragt, doch Matteo half ihm dabei.
      Doch erst, als Cabriel die blauen Flecken an Matteos Arm auffielen, sprach dieser Junge etwas aus, das Cabriel im Nachhinein unfassbar gruselig fand. Er hatte niemals gedacht, dass in diesem unschuldigen Jungen ein so verbitterter Mensch steckte.

      "Hast du...je überlegt...zu sterben?"

      "Ah--?"

      Cabriel erinnerte sich noch genau daran, wie ihm der Mund offenstand, als Matteo ihm diese Frage mit eiskalter Stimme stellte. Der Junge drückte sein Katzen-Stofftier fester an sich und sah Cabriel tief in die Augen. In seinen Augen funkelte kaum Licht, er meinte es vollkommen ernst. Cabriel schluckte schwer, noch nie hatte er sich neben Matteo so beklemmt gefühlt. Doch noch ehe er etwas erwidern konnte, ergriff Matteo wieder das Wort:

      „Glaubst du nicht auch ... dass diese Welt eigentlich unsere Strafe ist? Vielleicht sind wir nur hier, weil es unsere Aufgabe ist... sie niederzureißen ... für ein Game Over zu sorgen...Vielleicht werden wir deshalb so schikaniert, damit wir uns endlich wehren. Aber ... ich glaube nicht, dass wir dieses Spiel gewinnen können. Nicht in diesem Leben. Es ist ein ziemlich unfaires Spiel...Vielleicht waren wir in unserem letzten Leben böse Schurken.“



      Matteo verglich die Welt mit eins seiner Videospielen, für ihn gab es nur schwarz und weiß. Er sah zu sich herunter, beobachtete seine Flecken und seufzte traurig. Cabriels Herz begann zu rasen, er...wusste nicht genau was er sagen sollte. Konnte denn das stimmen, was Matteo meinte? War das...ihre Strafe?

      "Ich habe Träume...sie sind nicht weltbewegend...Ich möchte mit meinen Freunden Zeit verbringen und ganz viele Videospiele spielen. Ich möchte mit meine Familie wieder vereinen, auch mit Mama...und meine Brüder...wieder zusammen essen! Ich möchte dem Jungen näher kommen, in dem ich schon seit Jahren verliebt bin. Ich möchte für ihn irgendwann...in einer Arztpraxis arbeiten, um seinen Supporter zu spielen. Und irgendwann...möchte ich mich trauen meine Liebe für ihn zu gestehen...um nichts zu bereuen"




      Matteo hob leicht seinen Arm in die Höhe. Cabriel konnte die blauen Flecken gar nicht alle zählen – es waren einfach zu viele. Seine Hände begannen heftig zu zittern. Am liebsten wäre Cabriel in diesem Moment von dem Gebäude gesprungen, auf dessen Dach sie saßen. Noch nie war er in einer solchen Situation gewesen, doch er spürte Matteos stummen Hilfeschrei mit jeder Faser seines Körpers. War er in der Lage zu helfen? Er...ein Lämmchen? Gleichzeitig wusste Matteo wohl ebenso gut wie er selbst, dass Cabriel ihm nicht helfen konnte. Vielleicht zeigte er genau deshalb seine offene Seite. Doch Matteo lächelte nur. Er blickte Cabriel direkt in die Augen und lächelte einfach weiter an, sodass die Ruhe Cabriel erdrückte.
      Dann griff er nach Cabriels Arm und schob den Ärmel nach oben. Auch darunter kamen unzählige Verletzungen zum Vorschein. Für einen kurzen Moment hatte Cabriel das Gefühl, als würde dieser Anblick Matteo seltsam beruhigen.
      „Aber ... für Schurken wie uns kommt jede Hilfe zu spät. Wäre es da nicht besser, einfach von diesem Dach zu springen? Zusammen? Du hast es ja zumindest schon einmal versucht ...“
      Cabriel erstarrte vor Schock. Matteo wirkte heute wie ausgewechselt. Ein sonst so fröhlicher Mensch, der das Wort „Tod“ noch nie freiwillig in den Mund genommen hatte – und genau dieser Mensch schlug ihm gerade vor, gemeinsam in die Tiefe zu springen? Die Luft um sie herum schien schlagartig kälter zu werden, hier oben, ganz nah am freien Himmel.
      „Matteo ... ich weiß nicht, ob ---“
      Doch noch bevor Cabriel seinen Satz beenden konnte, fing Matteo plötzlich an zu lachen. Es war ein herzliches, warmes Lachen – fast so, als hätte er Cabriel die ganze Zeit über nur auf die Probe stellen wollen.

      "Ich scherze doch nur, Mensch! Cabriel! Verzieh doch nicht so dein Gesicht! Hast du mir das ernsthaft geglaubt? Hahaha! Ich bin nur hart erledigt von der Schule heute und geschlafen habe ich auch kaum! Da hilft nur eins um mich wieder aufzutanken, ein süßes Katzencafe. Lass uns dahin gehen, Papa hat sicher nichts dagegen."

      Mit nur einem Wimpernschlag wischte Matteo die Schwärze weg und verwandelte sie in bunte Gedanken. Er strahlte wieder und genau das verstörte Cabriel, der jedoch hilflos Matteos Angebot annahm, obwohl ihn Katzen Angst machten. Danach verlief der Tag wieder seinen üblichen Gang... doch Matteos Worte konnte er nicht vergessen. Nie wieder.
      Nur einige Tage später geschah es dann. Matteo wurde von einem LKW umfasst und laut Gerüchten hatte ihn einer seiner Mobber vor das Fahrzeug geschubst. Er traute sich nicht zu seiner Beerdigung, nach Matteos Tod ließ er sich nie wieder in der Wohnung der Mounts blicken. Denn...fühlte er sich wegen dem Unfall schuldig.

      Hätte ich...ihm helfen können?
      Wäre alles anders gekommen, wenn ich ihn an dem Tag aufgemuntert hätte?
      Hätte ich ihm sagen sollen...dass ich für ihn da bin?
      Oder...Hat er durch mich erkannt, dass es keinen Ausweg ab?
      Habe ich ihn Unglück verbreitet?
      Wollte er...nicht wie ich enden?
      Wollte er...sich dagegen wehren für immer im Unglück zu versinken - ein Spielzeug für andere sein?


      Nach Matteos Tod verstand Cabriel mit jedem vergehenden Tag mehr, warum er damals auf dem Dach geschwiegen hatte. Der Grund war so simpel wie erschütternd: Seine Seele hatte Matteo insgeheim zugestimmt. Schon lange vor ihm hatte sie sich für den Tod entschieden, für die kalte Umarmung des ewigen Nichts, bis ihn seine Pflichten wieder zurück ins Leben holten. Seine Strafe war es am Leben zu bleiben und daran versuchte er sich auch zu halten. Das unaufhaltsame Unglück, das sich über die Mounts ausbreitete ... Cabriel war fest davon überzeugt, dass all das nie geschehen wäre, hätte er niemals den Fuß über ihre Türschwelle gesetzt. Vielleicht hätte Matteo sich dann jemand anderem anvertraut – jemandem, der ihn hätte retten und den Helden für ihn hätte spielen können. Doch diesen Held gab es nicht...Cabriel glaubte nicht daran, dass wahre Helden tatsächlich auf der Erde existierten.
      Doch es war genau so, wie Matteo es gesagt hatte: Sie waren nur Feiglinge, Spielzeuge...die zerbrochen gehörten. Sie waren Schurken. Und durch ihn hatte Cabriel eine bittere Wahrheit erkannt: Sobald er aufhörte, das unschuldige Lämmchen zu spielen, brachte er nichts als Unheil in die Welt.

      Obwohl er noch so jung war, hatte er bereits für mehr als genug schlimme Ereignisse gesorgt. Und gerade weil er Harvey diese Bilder unter keinen Umständen zeigen wollte, wehrte er sich mit allem, was er hatte. Er spannte jeden einzelnen Muskel seines Körpers an und begann sich derart heftig gegen den eigenen Schädel zu schlagen, dass er blutete. Doch es nützte nichts: Die Erinnerungen durchbrachen seine Barrieren und strömten wie flackernde Kurzclips unaufhaltsam in ihn hinein.

      "Frau Lehrerin, er soll aus der Schule verwiesen werden!!! Er hat mich gezwungen eine Katze abzustechen! Das ist ein Verrückter!"

      Sie wagte es nicht auf Samuel zu zeigen, deshalb traf ihr Zeigefinger Cabriel. Seine einstige Freundin. Alle anderen Mitschüler sahen ihn mit entsetzten an, Samuel drehte sich nur weg, während das Schluchzen des verstörten Mädchens den Raum einnahm.

      "Er...hat mir gedroht...MICH ZU ERSTECHEN, wenn ich davon erzähle!!!"

      Hilflos sah er zu Samuel, der genauso in der Situation dabei war. Doch dieser schenkte ihm nur einen kalten Blick, der soviel bedeute wie "Sieh zu, dass du aus deiner Strafe lernst, Cabriel! Lämmchen hätte sich längst entschuldigt.". Deswegen...schluckte Cabriel die Wahrheit hinunter und machte die Lüge zu dem einzigen, richtigen Fakt. Es war egal was wirklich passiert war. Ein Tier...hatte sich gegen einen Menschen aufgelehnt.



      Unaufhaltsam schlug Cabriel weiter gegen seinen eigenen Schädel. Es war ihm in diesem Moment völlig egal, ob er damit auch Harvey verletzte. Er wollte einfach keine weiteren Erinnerungen mehr ertragen. Sie waren schlimmer als die Geister, die ihn täglich verfolgten. Ein verzweifeltes Wimmern entwich seiner Kehle, während er versuchte, die Bilder zu vertreiben. Doch es war zwecklos. Die Dunkelheit saugte ihn unbarmherzig in sich auf – ganz gleich, in welchem Körper er gerade steckte.

      Die nächste Erinnerung traf ihn wie ein Hammerschlag. Er sah, wie Samuel neben der Leiche seiner Mutter kniete. Sam überprüfte ihren Puls und seufzte bloß, während Cabriel sich zitternd unter dem Küchentisch verkroch.
      „Mach dir keine Sorgen, Lämmchen. Normalerweise würden Tiere für so eine Tat eingeschläfert ... aber ich werde dich wegen so etwas nicht im Stich lassen.“
      Wegen so etwas ... Samuel sprach es so eiskalt aus, als ginge es hier nicht um Cabriels eigene Mutter, sondern um ein Spielzeug. Cabriel wusste noch genau, wie heftig er damals geschluchzt hatte. Er starrte auf das Blut, für das er eigentlich gar nicht verantwortlich war. Kleinlaut wehrte er sich gegen Sams Worte, er bekam kaum Luft.
      „Sie ... Sie ist ... verblutet.“
      Plötzlich fixierte Sam ihn wie ein Jäger seine Beute, woraufhin Cabriel vor Schreck fast mit dem Kopf gegen die Tischplatte knallte.
      „Das hast du bei Angel auch schon gesagt. Cabriel ... Verstehst du es immer noch nicht? Diese Dinge passieren nur, weil du den Cabriel aus dir herauslässt, anstatt einfach das brave Lämmchen zu spielen.“
      Samuel nahm kein Blatt vor den Mund. Er kam näher und zerrte Cabriel erbarmungslos unter dem Tisch hervor. Ohne dass Cabriel sich wehren konnte, drückte Sam ihn gnadenlos in die Blutlache, bis sein Gesicht direkt vor dem seiner toten Mutter lag.

      „Ich war genau dabei. Du hast ihr die Luft abgedrückt ... Ja, es stimmt. Sie war verletzt, aber Cabriel hat die Chance genutzt, sich endlich an ihr zu rächen. Lämmchen ... hätte so eine grausame Tat niemals begangen. Denn du wusstest, wie sehr meine eigene Mama deine Mutter geliebt hat. Aber ... Cabriel, er ist ein schlechter Mensch. Du hast sie umgebracht, obwohl du den Notruf hättest wählen können. Du bist ... ein widerlicher Mensch...der nichts außer Hass kennt. Wenn du Cabriel bist, wird sich alles nur verschlimmern...“



      Und es tat es auch. Es dauerte nicht lange bis Cabriel die harten Worte hinter Samuels Aussage verstand. Wenn er aufhörte ein Lämmchen zu sein war er unberechenbar. Sein Hass war dabei so groß, dass er...alle Menschen in seiner Nähe mit in die Hölle ziehen wollte. Egal wie freundlich sie zu ihm waren. Egal wie unschuldig. Gegen Ende wurden sie alle von Cabriels Unglück verschluckt.

      "Glaubst du ernsthaft, dass eine Entschuldigung etwas bringt?! Wegen dir...hat sich mein Vater das Leben genommen. Du hast meine Familie ruiniert...Niemals kannst du so etwas wieder gutmachen! Du bist...ein verdammter Teufel!"


      Von purem Schmerz getrieben, begann Cabriel, seinen Kopf immer wieder gegen den Boden zu hämmern, bis seine Stirn blutig aufgeschürft war.
      „Jetzt hört schon auf!“ Eine Erinnerung jagte die nächste. Die Szenen prasselten so unerbittlich auf ihn ein, dass er seine Lippen so fest zusammenbiss, bis sie bluteten. Er weinte hemmungslos, als stünde er physisch neben all seinen vergangenen Verbrechen – und Harvey war der stumme Zuschauer, ein Mittäter.
      „Es tut mir leid ...“, begann er leise zu flüstern, und wiederholte diesen einen Satz immer und immer wieder wie ein gebrochenes Mantra. Obwohl er von den Geistern befreit war, fühlte es sich an, als wäre seine Seele noch immer dem Untergang geweiht. Ganz gleich, ob er nun Harvey war oder nicht.

      Doch die letzte Szene zerbrach ihn endgültig.Es war auf einem Berggipfel, mitten im tiefsten Winter. Eine Frau, die Cabriel bis aufs Haar glich, stand dicht am Rande des Abgrunds. Ihre Ausstrahlung war eiskalt und ihre Augen vollkommen in undurchdringliche Schwärze getaucht.
      „Ich halte es nicht länger aus ... mir den Platz mit dir zu teilen. Wir brauchen dich nicht. Ich kann genauso gut das Lämmchen spielen und Cabriel ... der gehört schon lange auf den Grund des Meeres. Also tu mir den Gefallen und fall. Stürz dich in den Abgrund! Du redest doch immer davon, dass du sterben willst. Warum bist du also noch am Leben, wenn du doch so ein abscheulicher Mensch bist? Ganz einfach: Weil du ein elender Feigling bist! Genauso wie...dein beschissener Freund Matteo!“



      Zum Glück prasselte der Regen mittlerweile immer heftiger hernieder, sonst hätte das nächste Ereignis in einer absoluten Katastrophe geendet. Völlig übermannt von den schlagartigen Erinnerungen hatte Cabriel jegliche Kontrolle über sich verloren. Mit einem einzigen Schlag begriff er, wie es für Harvey sein musste, wenn die Emotionen unaufhaltsam in einem hochkrochen. Denn ohne dass er auch nur das Geringste dagegen tun konnte, entflammten plötzlich seine Hände. Loderndes Feuer schlug empor, dessen Flammen im nassen Regen zischten.
      Schmerzerfüllt hechelnd rang Cabriel nach Luft; an ruhiges Atmen war nicht mehr zu denken. Die Erinnerungen hatten ihm unmissverständlich bewiesen: Das harmlose Lämmchen existierte in diesem Körper nicht. Als Tier hatte er sich unter Kontrolle gehabt. Doch als Mensch? Hier war er wild und ungezähmt.
      „Kngh! Ich habe ... keine Kontrolle ...geh weg von mir!“, presste er mühsam hervor. Krampfhaft ballte er die Hände zu Fäusten, doch das fachte das Feuer nur noch weiter an. Wie ... wie lange würde dieser Zustand andauern? Sein Puls raste unaufhaltsam. Bahnte sich hier bereits das nächste Unglück an und er würde einen ganzen Waldbrand verursachen? Dabei...wollte er eigentlich das Richtige tun und die Wächter näher zusammenbringen. Doch...konnte es sein, dass Cabriel dazu gar nicht in er Lage war? Egal in welchen Körper er steckte?! Die Flammen brannten zwar nicht an seiner Haut, doch fühlte er sich so als hätte er zu viele Tabletten auf einmal geschluckt.


      Ihm war alles zu viel. Die Erinnerungen...die wegen Harvey herausströmend. Nur weil er...Matteo genauso in den Abgrund gestürzt hatte. Wahrscheinlich auch...ihn umbrachte.
      "Du und ich...wir sind nichts als ungezähmte Menschen...Wenn uns keiner an der Leine hält...dann werden wir nur...alles töten, was uns im Weg ist!", sagte Cabriel selbstsicher, während die Tränen ihm vom Gesicht liefen. Er hatte schon lange sich nicht wütend und traurig zugleich gefühlt. Die Emotion war so stark, dass er die nässe an seiner Kleidung gar nicht mehr wahrnahm. Würde er...gleich in Flammen aufgehen? Wie...beruhigte er sich?! Er bekam furchtbare Angst.



      Cabriel sah keinen Ausweg mehr. Er würde wahrscheinlich in Harveys Körper stecken, da er mit Macht gespielt hatte, die gar nicht seine war. Das war die Strafe dafür, dass er den Titel 'Lämmchen' ablegen musste. Samuel hatte ihn davor gewarnt und war jahrelang sein schützendes Licht. Doch nun...musste er mitsamt dem Helden seine Strafe annehmen.




      "...Möchtest du schon aufgeben ein Held zu werden, obwohl du gerade erst ein Leben als Wächter angenommen hast...Feuerwächter?"

      Plötzlich schien sich die Welt für Harvey langsamer zu drehen. Zumindest in seiner Wahrnehmung fielen die Regentropfen nur noch in Zeitlupe vom Himmel. Auch Cabriel, der vollständig von Flammen umhüllt war, bewegte sich auf einmal viel leichter, und selbst das Zischen des verdampfenden Regens klang nur noch wie ein sanftes Hauchen.
      Geräuschlos landete ein Wesen auf dem Boden – eine Gestalt, der Harvey bereits einmal in einem Traum begegnet war. Jemand, der ganz in Weiß gekleidet war, wobei ein tiefroter Lippenstift das markante Aussehen nur noch verstärkte. Ein leichtes, fast schon amüsiertes Lächeln spielte auf seinen Lippen, während er die Szenerie genauestens musterte. Was für ein tragisches Dilemma. Wer war nur dafür verantwortlich? Wer mochte das Extreme bloß so sehr?

      "Ihr Wächter erhaltet auch keine einzige Pause geschenkt...Diese bösen Schurken lieben es in eure Köpfe einzudringen.~"



      Mit einem leicht verspielten Unterton wandte sich Micah an Harvey. Es wirkte, als hätte er ihre Erinnerungen selbst miterlebt; sein Blick war so eindringlich, als könnte er den Aufruhr in ihrem Inneren bis ins kleinste Detail verstehen.
      „Es ist nicht einfach, der Gute zu sein ... Ständig wird man für sein Handeln bewertet. Sobald etwas auch nur ein wenig schlecht aussieht, wird ein Mensch sofort abgestempelt. So war es auch bei dir, als Matteo starb, richtig? Keiner hat an deine Unschuld geglaubt, obwohl die Möglichkeit gar nicht so gering war. Menschen lieben einfach Sündenböcke...“
      Micahs Stimme war sanft, fast als würde er die Geschehnisse sezieren. Er erinnerte sich noch genau daran, wie Harvey in ihren gemeinsamen Träumen auf ihn reagiert hatte – an jede Antwort, jede Bewegung. Er kniete sich vor Harvey nieder.
      „Die Sünde wiegt schwer in deinem Herzen. Selbst wenn du Matteo nicht getötet hast – du warst vor Angst so gelähmt, dass du ihm nicht gehalten hast. Du wolltest helfen und es nahm so einen üblen Weg... Obwohl die meisten Menschen wohl nicht einmal ihre Hand nach ihm ausgestreckt hätten, hast du dich wohl an diesem Tag am meisten verteufelt.“
      Micahs Worte waren hart, fast als wäre er nur hierhergekommen, um Harvey noch weiter zu zermürben. Er sah ihm direkt in die Augen, und seine roten Iris leuchteten heute deutlich intensiver als sonst.
      „Doch ... warum musst du dich so fest an die Schuld klammern? Glaubst du, dass du dazu verpflichtet bist? Du hast eine wirklich enge Sichtweise was Schurken und Helden angeht! Ich finde, ein Held kann durchaus aus seinen Fehlern lernen, um solche Dinge in der Zukunft zu vermeiden. Wenn du dich aber in dieses Gefühl hineinfrisst, dann ...“
      Er wandte seinen Blick langsam zu Cabriel, der sich noch immer gegen die Realität wehrte.
      „... verlierst du dich in deiner eigenen Dunkelheit. Du kannst nicht in dieser Schuld ersticken, Harvey. Denn auch wenn du es gerade nicht glaubst ... du kannst sehr wohl noch der Held werden, der du so gerne sein möchtest. Ihr alle könntet es noch schaffen ein gutes Team zu sein, auch wenn der Weg holprig und anstrengend wird!



      Er strich Harvey sanft über die Wange – eine fast schon zärtliche Berührung. „Solange es Menschen gibt, die an das Gute in dir glauben, solltest du dich nicht entmutigen lassen. Du bist stärker, als deine Dunkelheit es jemals sein könnte ... Sonst wärst du niemals meine erste Liebe geworden!“

      ____________

      Ineb Chevrier & Yuuto Kurai

      Ineb kreischte laut auf wie ein Mädchen, denn waren die Kreaturen vor ihnen mehr als nur ekelhaft. Es waren waschechte Zombies, die sie angreifen wollten! Boah, der kalte Angstschweiß triefte seinen Gesicht hinunter, während er das Zittern des Light Hearts genau spürte. Es war komplett am Ausflippen und bewegte sich unter seinem Shirt so stark hin und her, dass er es festhalten musste, bevor Yuuto davon etwas merkte. Doch der war genauso verstört von den zwei Zombies, die ihren Weg zu ihnen machten.

      "S-schon gut ihr....Süßen! Ich...Eh...Waffle k-kümmer mich um diese....Z-zombies! Ha-ha!"

      Wie ein waschechter Held beschützte Waffle die beiden Jungs mit ihrem starken Rücken. Ineb schniefte vor dem Mut von Wyatt. Dabei sah er genau wie seine Knie ebenfalls schloddern! Er würde bestimmt auch gerne abhauen, doch...hatte er ernsthaft vor sie zu retten. Eine dicke Träne floß Ineb die Wange herunter, noch nie war er so stolz auf Wyatt gewesen.

      " Rennt...in Sicherheit...Und ich halte...Die Zombies mit meiner...Eh Muskel-Kraft auf! Z-zombies sind d-doch nichts weiter als Stinkende Menschen....Mit denen kann ich es aufnehmen!"


      Er wollte, dass er Yuuto in Sicherheit brachte. Obwohl seine Zähne so klapperten und seine Augen ganz nass waren. Der Regen begann anzusetzen während der Wind genauso stärker wurde. Was für ein reines Chaos. Verzweifelt blickte er zu Yuuto und dann nach hinten. Er könnte Yuuto schnell an der Hand packen und wegrennen. Aber...würde es Wyatt alleine schaffen? Klar in dieser Form sah er Bärenstark aus, aber hatte er kaum Kampferfahrung. Schwer versuchte er sich eine gute Entscheidung zu überlegen.

      "Knnnnnnnghhhh..."

      Verwirrt sah er zu Ineb, der beim Nachdenken so rot wurde wie eine Tomate, als würde sein Kopf gleich vorm Nachdenken platzen. Hätten sie...vielleicht nur ein Zombie hierherschicken sollen? Vielleicht waren zwei noch zu viel für diese unerfahrenen Spieler. Wie ein Nichtschwimmer, der einfach in ein Meer geworfen wurde. Yuuto hatte etwas Mitleid mit ihnen. Doch im nächsten Moment zeigte der Lichtwächter, dass er sich gar keine Sorgen um sie machen musste. Kreischend streckte er seinen Finger hoch und zeigte zu einem der Baumkronen, als hätte er einen weiteren Zombie aufgespührt, der wohl klettern konnte!

      "Da- da, Sieh nur!"

      Verängstigt sah Yuuto zu der Baumkrone und japste schwer nach Luft. "W-wo?", fragt er nervös. Ohne Vorwarnung wurde er dann von Ineb in den nächsten Busch geschubst, sodass er in den Blättern 'ertrank'
      "Iiiek...!", krächzte Yuuto auf, der sich in den Zweigen mit seiner Kleidung verfing. Er kam nur schwer aus dem Busch raus und wehrte sich gegen die Pflanze.

      "Sorg dafür...dass er da noch etwas feststeckt!", flüsterte Ineb den Erdwächte zu, der Pflanzen gut kontrollieren konnte. Nur die Beine von Yuuto sah man aus dem Busch heraus, die panisch herumzappelten.
      Es war keine Zeit zu verlieren. Ineb nutzt so schnell wie möglich die Gelegenheit aus.

      "Herz!"

      Ein heller Lichtstrahl umgab Ineb und veränderte ihn grundlegend. Er wollte für Wyatt da sein, ein Team mit ihm bilden, um gemeinsam gegen das Böse zu bestehen. Seine Gedanken waren ganz darauf fokussiert, ihn und Yuuto zu beschützen; das Licht musste siegen. Er rief die volle „Frauenpower“ ab, um den Kampf aufzunehmen, und fühlte sich bereit, für die Gerechtigkeit einzustehen.

      "Keine Sorge, Ladies! Die beste Freundin von Waffel und Ex-Freundin von Harvey ist hier, um gegen die bösen Zombies zu helfen! Bubbles!", überspitzte Ineb total unbewusst seine Bindung zu den Personen als sei das total nötig gewesen! Verwandelt fühlte sich Ineb so viel besser!
      Sie trat genau zu Waffle und lächelte sie selbstsicher an.

      "Eine Dame brauchte keine Angst vor solchen Pervesen Zombies zu haben - schau...ihr Hosenstahl ist noch offen! Die wollen bestimmt das ein oder andere mit uns anstellen, Waffle...wenn wir nicht vorsichtig sind...Mhm.."

      Beinahe klang es so als würde Ineb ein Kopfkino davon haben, worauf sie aber nur höhnisch lachte. Sie ballte ihre Hände zu Fäusten, bereit für einen Kampf. Für ein paar Ohrfeigen!

      "Komm schon, Waffle. Lasst uns wahre Frauenpower zeigen. Zusammen sind wir...die Bubblewaffle, die ihnen den Tag versüßen wird!"



      Total kitschig schwafelte Ineb vor sich hin, doch stampfte sie auch mit ihren Stöckelschuhen direkt in den Boden hinein. Aus ihrer Hand erleuchtete ein helles Licht, was sich zu einer langen Etwas formte. Erst wirkte es wie ein lüsternes, perverses...Spielzeug. Doch das Licht formte eine helle Lichtpeitsche, die Ineb in ihren Händen hielt, plötzlich wirkte das Lächeln der Dame etwas sadistisch.

      "Attaque.", rief sie laut und schritt direkt auf die Zombies zu, während sie ihre Peitsche ausholte. Yuuto könnte schwören während er so im Busch gefangen war, dass er ein leises Schluchzen hinter den Bäumen war nahm. Ohje, war das etwa Anubis, der bittere Tränen wegen den Zombies vergoss?
      S̶͙̽m̷͔̑ḭ̸̸̸̸̸̶̵̴̵̞͖̝͔̖̝͕͆̈́ͤ͛ͪ͊ͭ̒ͦͫ̊ͮ͆̚͢͜͢͝l̵̵͓͕̋ͮ͂ê̷̸̷̴̵̲̼̰̭̞ͤ̽ͧ̋ͦ͂ͫ̃ ̶̳̃l̴͇̇_̷̶̷̷̴̴̝͕̲̣̭̾ͩͥͤ̎ͧ͂ͧ̒̕͝ͅí̶̙_̷̴̵̷̷̴̖͎̱̲͉͐ͭ͌ͣͬ͋ͫ̕̚͢͝ͅk̵̸̴̷̸͉̜̠̙̮̍ͧ͛ͥ̔ͬͭ̋͠ě̴̷̷̸̷͍͎͇̲ͭͯ̓ͥ͑ͮ̀͜͠ ̸̳͐y̶̶̶̸̻͍̱͖ͦ̀̓ͪ̇͢͝o̴̴̶̶̵̸̵̶̧̡̦̠̝͔͕̎ͧͨ͐ͪ̈́ͧͮ͊ͩ̍ͭ̓͝͝ͅu̷̶̴̜̤̩̔ͮ̀ͭ͝ ̴̖̌ṁ̴̷̷͚͉͇ͧͤ̾͘_̸̟̈́ę̸̵̸̢̭́̋ͥ͊͢ȧ̵̴̖̝ͬ̍ṋ̸̵̸̶̢̙͍̂ͤͦ̃ͪ̀͝ ̶̥̉i̴̳͛t̴̴̶̛̪̬̖ͪ͛̍͢!̸̶̵̶̘͚̰̪̊ͯ̏ͥ̉̍͢

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    • Harvey Bell

      "...Ich...habe...Matteo....umgebracht?"

      Mit dem Worten, mit dem Harvey schlussendlich alles Aufgabe wogegen er so lange Ankämpfte erwischte er Cabriel wohl tiefer als wie es Harvey in ersten Moment gedacht hätte...
      Er fiel auf den Waldboden, ein stechender schmerz durchzog sein geschunden Körper aber das war in dem Augenblick gleichgültig. Er konnte es deutlich spüren...Die Wut und starke Emotionale Ausbruch der sich in Cabriel zusammen zog, wie ein Vulkan...



      „Ich verstehe es endlich ...“
      Erkannte Cabriel nun in ihm das wahre Monster...?
      Die tiefe Enttäuschung, brennte stärker als Feuer auf seiner Haut...
      Hahh...Wie lange hatte er sich eigentlich selbst belogen?
      „Was du ... einmal sagtest, Harvey ... Du bist nicht besser als ich. Wir sind uns ähnlich. Du bist ... das gleiche Stück Abschaum wie ich, das es nicht verdient hat zu leben.“
      Sie beide waren....Wirklich Abschaum.
      Harvey spürte wie der Wind sich mit der Hitze die in Cabriel stieg paarte...Ein Gefährlicher Cocktail zwischen zwei Elemente die nicht Co-Existierten sollten.
      Selbst als ihn Cabriel grob packte und hoch rieß blieb diese Leere in Harvey Herzen bestehen...
      „Ich sollte dich und mich ... in Flammen setzen... bis auf die Knochen verkohlen lassen!"
      Die Lippen von Harvey öffneten sich doch kein Ton kam über seine Lippen...
      Er fühlte sich wie ein Lebloser Gegenstand, er schon lange Kaputt war und längst...Zusammen mit dem restlichen Müll entsorgt werden müsste....



      Selbst zu sehen wie sich Cabriel gerade vor Wut selbst verletzte, seinen eigentlich Körper löste in ihm kein Gefühlsregung mehr aus.
      Er fühlte sich wie eine Flamme die jeden Moment endgültig erlosch...Der Regen verhinderte wohl Notgedrungen das Cabriel sofort aufflammte...
      "Ich hasse...diese beschissene Welt...Wir gehören alle...ausgerottet! Dieses...beschissene Schicksal...Arrgh! Das ist...die Hölle!"
      Erneut fiel Harvey zu Boden, der Regen hatte den Waldboden zu einer maschigen Masse werden lassen...
      Es fühlte sich für Harvey ein Augenblick an als würde der Boden ihn in die tiefe zerren...
      Was jedoch Harvey gerade zu erschrecken begann war das wirklich...Immer mehr Ähnlichkeiten zwischen sich und Cabriel erkannte.
      Er erinnerte sich an seine eigenen Worte damals, die er sich immer wieder einredete...
      "Ich bin...wohl wirklich nichts besonderes...Nur ein Monster, wie jeder Andere verdorbene Mensch auf dieser Welt..."
      Sie waren alle verdorben...
      Aber mit der Erkenntnis durch flutete Harvey auf einmal neue Erinnerungen von Cabriel...Der sich dieses mal sichtlich dagegen wehrte...
      ...Was hatte das zu bedeuten?
      Obwohl Harvey für ein Moment pure leere gespürt hatte...Versetzte ihn ein dermaßen schmerzhaftes Gefühl wieder in Panik...



      Und dann passierte das Unfassbare...
      Matteo.
      Wie als hätte diese grässliche Gestalt es gewusst und mit Absicht ihn so verrückt gemacht.
      Cabriel...Kannte auch Matteo und war eng mit ihm befreundet gewesen.
      "....Hah-- mit der Macht der Liebe und Katzen ist alles möglich! Ich werd's dir noch zeigen!!"
      Dieses Gesicht....
      Seine Stimme....
      Die Erinnerung an Matteo...Was bei ihm selbst so brüchig geworden das er diese schönen Momente mit ihm vollkommend vergessen hatte...
      Aber da war er, ganz Lebendig...Wie es ein Junge in seinem Alter sein sollte...
      Durch denn Einblick jedoch...Sah er ein Teil von Cabriel, er vollkommend Frei zu sein schien.
      Nicht das Lämmchen...Er wurde von Matteo so akzeptiert wie er war.
      Er konnte dieses Positive Gefühl in seiner Brust greifbar spüren....Und zugleich die große Angst alles...Zu Verlieren.

      "Hast du...je überlegt...zu sterben?"

      Doch wie das erwachen aus einem Traum...Schlug die Realität zu.
      Zum ersten mal sah Harvey, einen Ausdruck bei Matteo denn er ihm nie geben hatte....
      Er wusste nicht das Matteo jemals solche Gedanke gehabt hatte...Besonderes über diese Welt.

      " Aber ... ich glaube nicht, dass wir dieses Spiel gewinnen können. Nicht in diesem Leben. Es ist ein ziemlich unfaires Spiel...Vielleicht waren wir in unserem letzten Leben böse Schurken.“
      Die Worte von Matteo lösten Unbehagen in Harvey aus, es schien als hätte sein damaliger bester Freund schon lange Aufgeben in dieser Welt zu Kämpfen.
      Obwohl er so voller Zukunft wünsche war...
      ".... Und irgendwann...möchte ich mich trauen meine Liebe für ihn zu gestehen...um nichts zu bereuen"
      Die blauen Flecken an seinem Arm....Hatte Matteo vor ihm immer so gut versteckt aber vor Cabriel traute er sich denn Schritt sie ihm zu zeigen...Er teilte seine tiefsten Träume mit ihm und....
      „Aber ... für Schurken wie uns kommt jede Hilfe zu spät. Wäre es da nicht besser, einfach von diesem Dach zu springen? Zusammen? Du hast es ja zumindest schon einmal versucht ...“
      ....
      Matteo wollte...Was?
      Schockiert verharrte Harvey während die Erinnerung unaufhaltsam sein inneres überschwämmten.
      Nein, nein....Das konnte nicht sein...Wie konnte Matteo dabei noch so Lächeln?
      Warum bezeichnete er sich selbst als einen Schurken...Das....Das hatte er nicht verdient....!!



      „Matteo ... ich weiß nicht, ob ---“
      Doch auch Cabriel war für denn Moment überfordert gewesen. Harvey hätte wohl an seiner Stelle ähnlich reagiert...Zumindest glaubte er das....
      Die Kälte war so intensiv das Harvey nicht wusste ob es von dem Regen kam oder von dieser eisigen Erinnerung...

      "Ich scherze doch nur, Mensch! Cabriel! Verzieh doch nicht so dein Gesicht! Hast du mir das ernsthaft geglaubt? Hahaha!----"
      Leider kannte Harvey diesen Ausdruck von Matteo viel zu gut...
      Er scherzte nicht....
      Es war ernst gemeint, jede Silbe aus seinen Mund...
      Ein wenig erinnerte ihn das Verhalten an Wyatt, diese krampfte umschalten von der Dunkelheit in was viel hellerem.
      Es war eine Eigenschaft die Harvey früher an Matteo bewundert hatte, er schien seine Gefühle und Emotionen viel besser im Griff zu haben als er....Doch nur fragte er sich ernsthaft...Ob Matteo die ganze Zeit es nur überspielt hatte und innerlich daran gelitten hatte.
      Doch das Cabriel...Die selbe Person kannte, dass Schicksal war wirklich...Ein Mieses Stück Dreck.



      Er konnte es hören, jeden Schuld Gedanken von Cabriel und sie prahlten auf seine eigenen....
      Hätte ich...ihm helfen können?
      Wenn...Ich ihm damals...bloß...nicht geholfen hätte....

      Wäre alles anders gekommen, wenn ich ihn an dem Tag aufgemuntert hätte?
      Wenn...ich ihn bloß nicht angesprochen ...hätte...




      Hätte ich ihm sagen sollen...dass ich für ihn da bin?
      Wenn ich...Bloß einfach weiter gegangen wäre....

      Oder...Hat er durch mich erkannt, dass es keinen Ausweg ab?
      Wenn...ich in diesem Moment...bloß...meine Klappe gehalten hätte...

      Was wäre passiert wenn er ihm damals die Hand entgegen gestreckt hätte...In dem Moment der absoluten Panik.



      Doch als wäre diese schmerzhafte Erinnerung an Matteo nicht genug, schlug von Cabriel weitere Erinnerung ihm entgegen als wollte ihn dieser nur noch weiter in die Dunkelheit reißen aus die Cabriel selbst nicht mehr heraus kam. Wie ein ertrinkender, zog er ihn schonungslos tiefer...Und zeigte ihm die Grausame Welt in der er Existieren musste.
      "Frau Lehrerin, er soll aus der Schule verwiesen werden!!!"
      Der Vorwurf und das schluchzen das Mädchens....Niemand war bei ihm und ihn zu Unterstützten oder glaubte an ihn.
      Alle...Sogar Samuel stand ihm nicht bei. Eine...Strafe...?
      Als wollte man aus ihm jeglichen Lebenswillen endgültig töten....Ihn zum Perfekten Lämmchen erziehen.
      „Mach dir keine Sorgen, Lämmchen. Normalerweise würden Tiere für so eine Tat eingeschläfert ... aber ich werde dich wegen so etwas nicht im Stich lassen.“
      Die Kälte....In der Stimme von Samuel, ließ Harvey beinahe würgen....Er war die Art von rettende Hand die Harvey am liebsten wegschlagen würde...Aber er verstand Cabriels gebrochenen, verseuchten Welt...Wenn anderes hatte er noch? Außer Sam....
      „Das hast du bei Angel auch schon gesagt. Cabriel ... Verstehst du es immer noch nicht? Diese Dinge passieren nur, weil du den Cabriel aus dir herauslässt, anstatt einfach das brave Lämmchen zu spielen.“
      War...Es von Angel wirklich seine Schuld gewesen?
      Harvey hoffte zu tiefst das er nicht noch mehr von dem Moment aus Cabriels Erinnerung sehen musste, er zerieß ihn weiter das Herz...Doch schien es nur Fair, weil er sehen musste aus Harveys Augen wie Matteo----
      "Aber ... Cabriel, er ist ein schlechter Mensch. Du hast sie umgebracht, obwohl du den Notruf hättest wählen können. Du bist ... ein widerlicher Mensch...der nichts außer Hass kennt. Wenn du Cabriel bist, wird sich alles nur verschlimmern...“
      Es war wie eine endlos Kettenreaktion....
      Musste Cabriel wirklich ein Teil von sich endgültig ersticken damit in dieser Welt weiter existieren durfte?
      Dabei waren sie doch alle....



      "Schon gut! Es ist auch mal schön jemanden kennenzulernen, der nicht von mir gehört hat."
      ....Elende, widerliche Menschen.
      Er bereute jedes seiner Worte bei Samuels Begegnung....
      "Aber es beruhigt mich das Cabriel jemand wie dich hat Sam..."
      ....
      Cabriel wäre viel besser ohne ihn drang gewesen....
      Und er hätte Rachels Worten dazu nicht glauben sollen...
      "Ja Harvey, macht dir keine sorgen...Cabriel scheint viele Personen zu habe, die ihr davor beschützten Belästigt zu werden."
      ...Sie war am Ende nicht anderes Manipulativ wie es Sam war...Auch wenn ihr Weg ein Anderer war.
      Doch Cabriels Erinnerungen nahmen kein Ende, als müsste ihn Cabriel beweisen das alles was Samuel sagte der Wahrheit entsprach.
      "....Du hast meine Familie ruiniert...Niemals kannst du so etwas wieder gutmachen!"
      Leben hatte er zerstört...Familien auseinander gerießen....Für das alles gab er sich die Schuld.

      „Jetzt hört schon auf!“
      Obwohl Cabriel jetzt in seiner Haut steckte, nahm ihn die Erinnerung so heftig mit als passierten sie gerade erneut.
      Zum ersten mal realisierte dadurch Harvey etwas tiefgreifendes verletzliches...Es spielte gar nicht mal eine Rolle in welchen Körper man steckte.
      Diese...Sünden brannten sich viel tiefer in einen hinein. In etwas woran Harvey eigentlich gar nicht glauben wollte.
      Die nächste Erinnerung jagte durch sein Kopf, dieses mal....Erkannte er jedoch dieses Mädchen sofort.
      Es musste die Schwester sein von der Cabriel gesprochen hatte und er Moment...Bevor...

      "... Du redest doch immer davon, dass du sterben willst. Warum bist du also noch am Leben, wenn du doch so ein abscheulicher Mensch bist? Ganz einfach: Weil du ein elender Feigling bist! Genauso wie...dein beschissener Freund Matteo!“
      Der Regen wurde stärker und mit ihn brachen die Erinnerungen mehr in sich zusammen...
      Doch Harvey verspürte ein so starke Emotionales durcheinander, dabei wollte ihm doch alles egal sein....
      Eigentlich....Hatte es doch Cabriel jetzt verdient in dieser Position zu sein...Unkontrolliert...Das war es doch was er gewollt hatte...
      Eine Strafe....Für seine Gier.
      „Kngh! Ich habe ... keine Kontrolle ...geh weg von mir!“
      Doch Harvey blieb an der Stelle verharren...Er war wieder wie gelähmt...Unfähig zu Handeln oder zu denken....
      Das einzige was er wahrnehmen konnte war unsagbaren schmerz.
      "Du und ich...wir sind nichts als ungezähmte Menschen...Wenn uns keiner an der Leine hält...dann werden wir nur...alles töten, was uns im Weg ist!"
      In denn Augenblick spürte er genau was Cabriel gerade dachte.
      Das war die Strafe und er hätte auf Samuel hören sollen...Aber es machte ihn selbst unsagbar Wütend in diesen Augenblick.
      Aber dazu war wohl zu spät....
      "Du hast dich nicht für uns sondern nur für dich entschieden... Erbärmlich - obwohl du doch etwas ändern wolltest. Feigling."
      Die Worte von Cabriel brannten sich weiter in sein Kopf, er hatte so recht gehabt...Er war ein Feigling....Und nun wäre es nur verdient durch diese Flammen hier und jetzt zu sterben....

      "...Möchtest du schon aufgeben ein Held zu werden, obwohl du gerade erst ein Leben als Wächter angenommen hast...Feuerwächter?"
      Plötzlich jedoch veränderte sich etwas...
      Die Welt schien langsamer zu verlaufen und diese Stimme...
      Harvey erkannte sie sofort, begriff jedoch im ersten Moment nicht wie es dazu kommt das er hier war??
      Normalerweise sah er in nur in Traum...Wann war das letzte mal als er ihn gesehen hatte?
      "Du...?"
      Obwohl diese Lage so schrecklich war, hatte er wieder dieses amüsierte Lächeln auf denn Lippen.
      Noch immer kreisten die Gedanken in Harvey aber sobald er ihn sah kehrte eine leere in ihm zurück die sich jedoch wie...Der Ruheort in einem Videospiel anfühlte von dem Micah früher gesprochen hatte...Als hätte man kurz die Pause Taste gedrückt...
      Aber wie kam es das Micah sofort verstand das er Harvey war...?
      Er war...einfach nur Sprachlos über dieses Übernatürliche Wesen.



      „Es ist nicht einfach, der Gute zu sein ... Ständig wird man für sein Handeln bewertet. Sobald etwas auch nur ein wenig schlecht aussieht, wird ein Mensch sofort abgestempelt. So war es auch bei dir, als Matteo starb, richtig? Keiner hat an deine Unschuld geglaubt, obwohl die Möglichkeit gar nicht so gering war. Menschen lieben einfach Sündenböcke...“
      Als würde ein Engel gerade neben ihn landen, kniete sich Micah zu ihm hin...
      Vielleicht war Harvey schon Tod...Wer wusste schon wie extrem Cabriel Ausbruch gerade gewesen ist...
      Er versuchte sich auf die roten Lippen von Micah zu konzentrieren....Seine Worte waren wie immer unglaublich verständlich, als würde er Harvey wirklich verstehen.



      "....Wenn ein Held einmal etwas schlechtes macht...Wird ihm das Niemals vergeben. Dafür verachte ich die Menschheit."
      Harvey hatte es immer gehasst, wie die Menschheit tickte....In dieser Welt gab weder platz für Helden oder Schurken...
      Es erinnerte ihn wieder daran...Wozu Kämpfte überhaupt noch? Wozu wollte er noch ein Held sein?
      Wozu überhaupt es noch versuchen...Es schien ihm alles so bedeutungslos...Und nervte ihn unaufhaltsam...
      Und am Ende...Fühlte er sich für alles verantwortlich und schuldig...



      „Die Sünde wiegt schwer in deinem Herzen..."
      Die harten Worte von Micah taten ihren Rest...Harvey schwieg weiter, vermutlich war es noch die letzte Verdiente Strafe für ihn als Sündiger. Die kalte Realität...So tief wie ein Dolch stich ins Herz.
      Er verteufelte sich bis in alle Ewigkeit.
      „Doch ... warum musst du dich so fest an die Schuld klammern? Glaubst du, dass du dazu verpflichtet bist? Du hast eine wirklich enge Sichtweise was Schurken und Helden angeht! Ich finde, ein Held kann durchaus aus seinen Fehlern lernen, um solche Dinge in der Zukunft zu vermeiden. Wenn du dich aber in dieses Gefühl hineinfrisst, dann ...“



      „... verlierst du dich in deiner eigenen Dunkelheit. Du kannst nicht in dieser Schuld ersticken, Harvey. Denn auch wenn du es gerade nicht glaubst ... du kannst sehr wohl noch der Held werden, der du so gerne sein möchtest. Ihr alle könntet es noch schaffen ein gutes Team zu sein, auch wenn der Weg holprig und anstrengend wird!
      Mit einer so Positiv gewählten Worte hatte Harvey nicht gerechnet...
      Als war bizarr als würde ihm der Schönling gerade ein Märchen erzählen, ihm einem großen Skeptiker...
      Und trotzdem wollte ein kleiner Teil in Harvey ihm einfach glauben...
      ...Aber konnten sie es wirklich schaffen?
      Er hatte doch schon aufgeben....Aber vielleicht....



      Je mehr Harvey nun die Zeit hatte darüber nachdachte, hatte ihm Cabriel gerade genau vor Augen geführt warum er eigentlich ein Held sein wollte.
      Nur hatte er es so weit verdrängt, dass es ihm jetzt so unerwartet traf wie ein weiterer Faust hieb von Tyler nur deutlich stärker.
      Doch war es für diese Einsicht nicht schon zu spät?
      Konnte er wirklich so Positiv eingestellt sein wie sein Support ?
      Oder klammerte er sich damit an eine falsche Hoffnung?
      Er war doch eine absoluter schlechter Mensch...
      Sah er es wirklich zu verbissen...?

      „Solange es Menschen gibt, die an das Gute in dir glauben, solltest du dich nicht entmutigen lassen. Du bist stärker, als deine Dunkelheit es jemals sein könnte ... Sonst wärst du niemals meine erste Liebe geworden!“

      Die Hand die über Harveys Wange strich gab ihn ein warmes, wohliges Gefühl...Nach dem ganzen schmerz war es eine so gute Abwechslung , dass Harvey sich ein aufkeuchen unterdrücken musste. Es fühlte sich so real an, dass es ihn total überwältigte...Doch noch mehr überwältigten ihn seine Worte.
      Seine....Erste ...LIEBE?!



      Das Gesicht von Harvey wurde knallrot, er war sich unsicher ob Cabriel jemals so rot geworden war wie er jetzt in diesen Augenblick.
      Er wollte sich für IMMER an diesen Satz erinnern und es in seinem Herzen tragen. Schöner hätte es sich Harvey niemals träumen lassen.
      Glaubte etwa auch an das Gute in ihm?? Er soll stärker als die Dunkelheit sein?!
      Er musste sich wirklich zusammen nehmen um nicht japsend darum zu betteln das Micah es noch mal sagte!
      Sogleich erinnerte er sich an das Spiel das sie einst in seinem Traum gespielt hatten...
      Schon dort hatte ihm der Andere deutlich seine Meinung zu seinen Sünden gesagt...

      "Wärst du nun gekränkt, wenn ich behaupten würde, dass ich es mir auch bei einem Helden wie dir vorstellen könnte? Wenn die Emotionen außer Kontrolle sind handeln die Menschen oft unkontrolliert- du wirkst für mich wie einer... was ich durchaus sympathisch finde. Ich mag es, wenn Menschen ihr Ärgernis freien Lauf lassen, das zeigt einen wahren Charakter.--- "

      Er hatte ihn nicht wirklich verurteilt, sondern es sogar als etwas gutes empfunden...
      Ein wahrer Charakter.
      Ein schwach schnauben entglitt Harvey als er behutsam eine Hand an sein Handgelenk legen.
      "....Wie schaffst du es nur mich allein mit Worten wieder auf denn richtigen Weg zu führen?"



      Ein schwaches lächeln überkam Harvey, er...Hatte tatsächlich etwas Hoffnung zurück gewonnen, innerhalb eines so kurzen Momentes...
      Dabei hatte der Andere nichts großes Vollbracht. Aber allein seine Anwesenheit....
      Vielleicht bildete er sich ihn gerade auch nur ein, doch das spielte keine Rolle...Er hatte wieder etwas Kraft zurück gewonnen. Ob es Funktionieren würde oder nicht konnte er nicht sagen aber...Er würde sich für diesen Riskanten Weg entscheiden.
      "Jeder verliert mal die Kontrolle...oder?"




      Sein Blick fiel auf die langsam fallenden Regentropfen und erinnerte sich wieder an seine eigenen Worte, fast als wäre ihm wieder bewusst geworden.
      Wer...Er eigentlich war.
      "Wer denn einfachen Weg wählt, hat nur zu viel Angst vor dem scheitern!"
      Seine Augen fokussierten Cabriel, wie er sich krampfhaft versuchte gegen die Flammen zu wehren während er sich vollkommend der Verzweiflung hin gab.
      "....Behalt dieses Gefühl, was du für mich hast fest im Herzen. Ich möchte zwar nicht unbedingt von dir umgebracht werden...Es wäre schön, wenn es Wyatt wäre - dadurch würde er vielleicht endlich von seiner Fantasie aufwachen und solchen schrecklichen Menschen wie mir den Rücken zukehren.---"
      Doch auch Cabriel schien in denn Augenblick vollkommend vergessen zu haben wer er war...
      Durch die überreizten Emotionen vergaß Cabriel das es noch ein großes Ziel in seinem Leben gab
      "--... Aber wäre ein Tod durch einen Held wohl...etwas, was ich verdient hätte. Wenn du mich fragst...Verdient ein Mörder keine einzige Chance...Vor allem so einer, der noch immer...so jämmerlich an seine Unschuld glaubt..."
      Es war wirklich erschreckend, wie sehr sie sich ähnelten und Harvey immer mehr seine Worte bewusster wahr nahm...Anfangs war es nur eine Vermutung aber sie beide schien trotz ihrer unterschiedliches Leben, erschreckend gleiche Gedanken zu besitzen.

      "Aber unter uns... Wenn ich irgendwann die Chance bekomme höher hinaufzusteigen...Den Mut finde etwas gegen das zu tun, was ich hasse...Werde ich mich niemals mehr aufhalten lassen. Deswegen...brauch ich dich und Tyler, die mich immer wieder auf den kalten Boden der Tatsache schmeißen und zeigen, wohin jemand wie ich gehört....Ich möchte auch das dieses WITCH-Team funktioniert, auch wenn ich mich wohl am meisten dagegen sträube. "


      "Vielleicht ändere ich ja auch meine Meinung gegenüber dir, wenn du ihn besser behandelst. Ich habe auch gar kein Problem dir zu helfen, falls du wütend wirst. Du kannst gerne zu mir, wann immer dich was frustet..."
      Auch wenn Cabriel die Worte damals mit einer bitteren Note gemeint hatte und sich als Objekt ihm anbot...Nun war es an Harvey für ihn da zu sein.
      Vielleicht würde er ihn gleich wirklich bis auf die Knochen verbrennen...Aber Harvey hatte den Entschluss gefasst. In diesen Moment, konnte nur er als Feuerwächter und als sein WITCH-Team Kollege Helfen....Und vielleicht, ganz leise ausgesprochen als sein Freund.
      "Aber vielleicht habe ich irgendwann die Chance das Leben in deinen Augen zu erleben. Eventuell spüre ich dann, wie hart es ist ein...Held zu sein. Ich würde dir nämlich zu gerne zeigen...wie viele Chancen ich wirklich von der Welt erhalten habe ein ...guter Mensch zu sein."
      Langsam kehrte in Harvey das Gefühl in seinen Gelenken zurück und er sah kurz noch mal zu Micah.
      Er würde sich gern länger mit ihm Unterhalten...Doch in denn Augenblick spürte er das nicht mehr lange zögern durfte. Als hätte Cabriel diesen Moment herbei beschworen...Er musste ihn zeigen was es bedeutet ein Held zu sein. Ein wirklicher Held.
      "...Entschuldige, dass ich so schlecht über deine Aussage gehetzt habe...Eventuell hast du recht und solche schlechten Menschen wie ich haben viele Chancen, während Helden wie du...nichts bekommen. Ich kenne leider das Leben auf der guten Seite nicht..."
      Entschlossen ging Harvey auf Cabriel zu, sich wohl bewusst das den Regen ihn nicht vollkommend Schützen würde.
      "Ich weiß was zu tun ist...", sprach er leiser. "...Tut mir Leid, dass es gedauert hat bis ich es begriffen habe."
      Er war wirklich Blind gewesen....Aber jetzt hatte er das Gefühl Cabriel und auch sich selbst deutlich besser zu verstehen.
      "....Wegen solchen angeblichen Helden EXISTIEREN überhaupt erst Schurken!!! Weil ihr die Welt in GUT und BÖSE aufgeteilt habt!!!"
      .....
      Das Herz von Harvey begann wieder schneller zu schlagen, er hatte...Wirklich Angst...Er war Nervös...Und alles in ihm sträubte sich davor...Doch es war der einzige Weg um Cabriel für diesen Moment zu beruhigen. Ihm deutlich zu machen....Wie die Realität aussah vor der er sich selbst lange versteckt hatte.
      Als er nah genug war, konzentrierte er sich...Cabriel sollte genau die richtigen Erinnerung und Gefühle bekommen.
      Dazu würde er sich ihm vollkommend öffnen....
      "Cabriel, ich habe gelogen...Es tut mir Leid."



      Seine Stimme durchdrang sein schmerzende Kehle...Aber er würde jedes Wort schreien wenn es sein musste.
      "Um ehrlich zu sein, erinnere mich nicht mehr genau an die Situation auf der Straße mit Matteo...Doch so oft wie ich diesen Moment durch meinen Kopf durchgehe...Egal wie oft ich versuche sie zu verändern...Jetzt durch deine Erinnerungen wird mir eines Bewusst.
      Selbst wenn ich in diesem Moment wirklich meine Hand nach ihm ausgestreckt hätte...Ich bin mir sehr sicher....Das Matteo seine Hand von mir zurück gezogen hätte."




      "Matteo hatte nie meine Hilfe in diesen Augenblick gewollt. Egal wie oft wir uns Vorwürfe machen und unsere eigenen Taten hinterfragen. Am Ende...Hatte sich Matteo selbst für diesen Weg entschieden....Es wird Zeit das wir das endlich Akzeptieren. Wie du selbst sagtest...Wir sind Abschaum. Es liegt nicht in unserer Macht einen Menschen vollkommend umzustimmen oder zu manipulieren. Matteo hatte sich dafür Entschieden aber ich war zu Stur...Um es zu akzeptieren. Ich konnte es nicht sagen, dass er keinen Glanz mehr in seinen Augen hatte und gab mir die alleinige Schuld dafür..."
      Er war sich sicher...Er hatte Matteo nicht geschubst. Aber es waren seine Worte die diese Situation hervor gerufen hatten...
      Harvey würde nie sagen können ob Matteo seine Hand ergriffen hätte oder nicht...Das konnte nur Matteo selbst.
      Niemand anderes....
      Ein schwaches, müdes Lächeln legte sich auf Harvey Lippen.
      "Es tut mir Leid, dass ich dir nur schlechte Erinnerung geben habe Cabriel...Dabei hattest du noch gar nicht die Chance gehabt die Welt aus meinen Augen zu sehen...Aber ich weiß was dich vielleicht beruhigen könnte. Ich nehme dich mit in mein Gedankenpalast...."



      "Ich werde dir denn echten Helden Harvey zeigen. Du bist der erste, dem ich so tief in mich hinein Blicken lassen werde...Ich selbst habe große Angst davor aber ich glaube mit dir zusammen werde ich mich trauen."
      Harvey verschloss seine Gefühle und Gedanken, sehr tief in sein innerstes Das begonnen hatte oft selbst Dialoge zu führen. Doch nie hatte es den eigenen Mut aufgebracht sich von seiner echten Seite zu zeigen...
      Nicht vor seiner Familie...
      Nicht vor Rachel...
      Nicht vor seinen Freunden...
      Und auch nicht vor Yuuto...
      Sein innerstes selbst das er vor sich selbst verborgen hielt das er manchmal selbst vergaß das es ihn gab.



      Und Harvey spürte genau, dass es genau das war was sich Cabriel Wünschte. Die wahren Fehler zu sehen...Hinter der Maske zu Blicken.
      Er wusste nicht ob es normal war sich in einem solch tiefen Gedankenpalast zu vergraben...Normalerweise verschloss man dort Gedanken oder Erinnerungen. Aber eine ganz eigene Person?
      Doch Harvey hatte jetzt keine Zeit sich darüber Gedanken zu machen...
      Er ließ seine Gedanken tiefer sinken...
      Es gab keinen physischen Schritt, kein Portal....
      Es fühlte sich an, als würde man gemeinsam durch die spiegelglatte Oberfläche eines tiefen, dunklen Sees sinken. Die Geräusche der Außenwelt verstummten augenblicklich, wurden stumpf und schwer, bis sie völlig im Nichts verdampften.
      Er hatte nie jemand gesagt das er sowas besaß, vielleicht würde er sagen das eine zu gute Fantasie besaß...Obwohl er sagen musste das er bestimmt nicht so Fantasievoll war wie Wyatt. Doch es war sein einziger halt gewesen...Immer wenn die Außenwelt für ihn zu viel wurde. Verzog er sich Gedanklich in diesen Raum zurück...Früher war er hier allein gewesen. Doch seit sie begonnen hatte sich als Wächter zu verwandeln waren hier auch seine Andere Witch-Formen.
      In der Mitte stand ein massiver Eichentisch.



      Es herrschte Stille, es war meistens sehr ruhig hier...Denn Harvey hasste zu viel Lärm.
      Hier waren viele Regale wo Harvey seine Fotografisches Gedächtnis entlastete, er konnte sich schnell Dinge Sekunden schnell merken...Eine seiner Stärken die er eher ungern betonte und ihn auch oft überflutete mit zu vielen Erinnerungen. Hier irgendwo hatte er immer noch Izarras Handy Nummer vermerkt obwohl er ihn längst eingespeichert hatte.
      Manchmal war es einfach zu viel um alles lange im Gedächtnis zu behalten. Zu viele unnötige Details die er gerade nicht brauchte.
      Aber um diesen Bereich ging es jetzt nicht...
      Seine Gedanken führten Cabriel weiter zu seiner Witch Form die sich schon länger nicht mehr Blicken ließ.



      Ohne das es sich Harvey wirklich Bewusst war oder es verstand war genau diese Form ein so wichtiger Bestandteil seiner Seele. Doch nach den letzten Ereignissen, blieb dieser lieber tief verankert in seinem Gedächnisparlast, als hätte er insgeheime Angst komplett Vergessen zu werden oder den Glanz des Helden das anstrebte zu verblassen.
      Zwar war seine Andere Form auch eine Gestalt in der sich der Feuerwächter wohl fühlte doch strebte diese ein weit aus engstirnigen Sinn von Gerechtigkeit an. Es war ein Weg denn der Rothaarige zwar auch bestritt, jedoch waren seine Vorstellungen war ein Held betraf eine ganz Andere.
      Mit entschlossener Bewegung zog sich dieser ein Schlüssel von Hals, diesen trug er immer bei sich...Um sein wahres selbst verschlossen zu halten.
      "Ich werde dir den wahren Harvey Bell zeigen...Freiwillig. Ohne das uns Träume oder eine Andere höhere Mächte dazu zwingt. Ich will es dir zeigen, damit du auch mich etwas besser verstehst..."



      Er setzte den golden Schlüssel an.
      Das Einrasten war kein mechanisches Klicken. Es war ein tiefes, grollendes Geräusch, das durch den Boden vibrierte, wie das tiefe knurren einer Monsters. Er drehte den Schlüssel und das Metall gab unter dem Widerstand nach.
      Als die schwere Tür langsam aufschwang, erwartete ihn kein Licht. Es gab keine weitere Halle, kein weiteres Zimmer.
      Dahinter öffnete sich ein Abgrund, aus dunklen Treppen...
      Er stand an der Schwelle zu seinem wahren Selbst, ein Ort, der so lange unter tausend Schichten von anderen Persönlichkeiten vergraben lag, dass er fast vergessen hatte, wie seine eigene Stimme in dieser Stille klingen würde...



      Ohne das Cabriel eine Wahl hatten, führten seine Erinnerungen und Gedanken sie die Treppe hinunter.
      Harvey konzentrierte sich genau an das Gefühl als er das letzte mal so tief in sich gegangen war.
      "Wir müssen, tiefer...Noch viel viel tiefer....", raunte Harvey entschlossen.
      Während seine Gedanken an seine eigentliche Persönlichkeit wanderte, überlegte er was ihn in solchen heftigen Moment der Emotionen immer beruhigt hatte. Es war nicht immer die grässliche Brille gewesen die ihm Racheln aufgezwungen hatte.
      Eine rauchige ruhige, Monoton Stimme erklang und sprach direkt zu Cabriel:
      Die dunkle Ruhe...Ist sehr beruhigend für mich. Ein Ort wo ich ganz allein sein kein und niemand mich stört....
      Ich mag es nicht wenn Leute auf mich einreden....
      Ich mag Musik um meine Gedanken schweifen zu lassen...Ich mag meine Comichefte, in denn Zeilen in eine Andere Welt...Auch ich liebe es Videogames zu spielen, es gibt mir mehr das Gefühl von Freiheit als in einer Welt wo ich mich immer zurückhalten muss...




      Was mich aber manchmal am meisten beruhigt ist der Anblick von, glänzenden Seifenblasen.....
      Ich weiß nicht warum....
      Es ist irgendwie....Tief....In mir Verankert.
      Vielleicht ist es ihre Form...Ihr Glanz...




      M̵̴̡͖̗̬͋͐̓̀́ͧi̳̳̝͊ͮͫ̈́̂͂̃͜ͅ_̯̠͕̝̔r̷͔̦̩͓̔̌̃ͬ̓̑̏ͧͤ̑ͦͅ_̘̉ͯ is̶̡̜͈̻̹̊ͩͮ̃̆̎̀̅͠t̢̢̺̙̦̲͔̯͔̪̲̗̥ͯ̾̒̃ͩ̊ͩ̋ͮ̀͆ l̮̳̆̈́̈ͥͮā̳̾ǹ̵̵̢͕̼̜͉͙̟͚̆͗́̀̾̇͊̄͘͠͝ͅg_̵̳͎͎̩̗ͦ͌͂̌̃̏͢ẅ̫̗́̃ȩ̵̨̛̯̻̖̳̙̖̬̻̉̐̌̒ͤ͊̒̅̎̓̅͗̆ͫͩ̆ͭ͠͝͡í̴̛͈͓̪̘̪̳͈̦̝̠͇͊͐̆ͮ̔̒ͣ̑̍͊͛̕͜l̷̶̶͔͔̥̲̥͉̄ͨ̎ͭͯͪ̓̐ͬͦ̽ͭ̈́ͤ̐̕ͅį̛̦̯̮̦̤̲̹̰̺͍̬̯̮̜̎͐ͭ̾̿ͬ̓ͬͬ̽ͯ̑̔̒̄ͨ̍ͯ͜ģ̶̶̨̨̛̗̙̮͈̺̣͚̥̜͇͖̇̉̋̈́̊̅͒ͨ̐̎̒̇ͪ͋̂̇͆̂ͥ̿̾̒͡͡.̸̨͍͕̪̙̥̳̰̳̟̩͇͎̳͖̱̱̩͉͕̪͓̗̒ͭ̂ͦ̄̎́ͧ̓̅͐ͭ́͐̌̆̈́͊́͠͝͞ͅ.͔̜̰̗̪͈̺̩͙̭̓ͭ̾̒̏͐̽̂ͤ̏ͦ̎͝.̵̢̨̛̛͈̻̙̤̟̭̟͍̘̟̭̝̖͇̘̞̂̀̌͋̑̋̀̂̒͐ͯ̓͊̋͒̀̔͆̀̌͘͢͟͠͡͞.̢͚_̶̨͔̝͓̝̺͈͛̔̒ͭ́̕


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      Vielleicht sind es schlicht die bunten Farben in Sonnenlicht, warum die Seifenblasen mich beruhigen...Ich werde wohl nie wirklich verstehe...
      Was ist es was dich beruhigt Cabriel?
      Gab es für dich in deinem Leben einen Moment...Wo du einfach du selbst sein konntest?
      An nichts denken oder fühlen musstest?



      Auch wenn ich viele deiner Erinnerung hatte kann nicht sagen was dich wirklich Beruhigt.
      Es ist schwer zu sagen wer du gerade wirklich sein willst.
      Cabriel? Lämmchen? Ein Schurke?
      Ich werde dir nicht das aufzwängen was mich beruhigt...Du musst selbst das finden was dein innerstes Beruhigt, nur so wirst du die Flammen bändigen können...Wenn du das überhaupt noch willst.
      Aber jetzt lass dir meine Erinnerungen zeigen...Die eines wahrhaftigen Heldens...
      Ich hatte früher sehr Gute Freunde, wir hatten ähnliche Interessen und vor ihnen war es mir nie Peinlich meinen Traum ein Held zu werden zu offenbaren.
      Hattest du jemals Freunde mit denen so Herzhaft und unbekümmert lachen konntest?
      Es ist tatsächlich wirklich sehr befreiend...



      Du bekommst das Gefühl die Welt würde heller leuchten, die Zeit verfliegt in einem unregelmäßigen Rhythmus...
      Gerade war es Frühling und im nächsten Augenblick fallen die Herbstblätter vom Himmel.
      Ein Held zu sein bedeutete für mich, eine stützte für Andere zu sein...
      Anderen im zu Helfen mit Dingen die ihnen zu schwierig waren selbst zu zu meistern.
      "Kein Problem ich Helfe dir!"



      Egal ob in der Schule ohne auch im Alltag. Dort wo ich eine helfende Hand reichen konnte war ich Glücklich. Das Gefühl gebraucht zu werden...Ich denke du kennst das Gefühl. Man fühlt sich Nützlich, man hat einen Wert in dieser Welt und auch waren deine Freunde und die Menschen in der Umgebung dir dankbar.
      "Das packe ich doch gerne mit an!"




      Es ist ein unglaublich tolles Gefühl, wenn Personen direkt auf dich zukommen um nach deiner Hilfe oder Unterstützung zu fragen. Doch am liebsten half ich von mir selbst aus, ich wollte dann zur Stelle sein, wann immer ein Held gebraucht wurde.
      Hauptsache, niemand sah den schlechten Menschen oder das Monster in mir...
      "Gib mir ein paar Minuten und das ist gleich wieder wie Neu!"



      Es ist ein unglaublich schönes Gefühl, wenn man etwas in der Welt etwas bewegen konnte. Die erleichtern Gesichter, die Dankbarkeit und auch die Freundlichkeit die einem entgegen gebracht wird.
      Zu Beschützen oder zu Retten das man sehr gerne hat...War ein Kostbares Wohlgefühl das mein Herz höherschlagen lässt.
      "Keine Angst, ich bring dich in sicherheit!"



      Das ist natürlich das Traumbild eines Helden das ich früher immer hatte...Aber wir wissen beide das es Bullshit ist oder?
      Ich wäre gerne dieser Liebevolle Held aus der Nachbarschaft, aber die Welt in der wir Leben ist nicht so...Sie ist gefüllt mit schlechten und auch Dunkelheit. In so einer Welt geht ein solcher Held unter...Je älter ich wurde desto bewusster wurde mir das selbst. Mein anfänglich reiner Gedanke, wurde immer verseuchter...
      Und dann gab es in mir auch immer wieder eine Stimme, die sich furchtbar über alles aufregte...
      Warum musst du jetzt unbedingt ein Buch aus der obersten Regal holen, nimm dir eine gottverdammte Leiter!
      Warum bist du nur zu Blöd und überschätzt dich mit denn tragen der vielen Taschen?
      Bin ich ein Handwerker?? Reparier dein beschießendes Fahrrad selbst!
      Warum müssen alle gaffen? Anstatt selbst zu helfen??
      Ich...habe eine sehr schroffe Art die eigentlich überhaupt nicht zu einem Helden passt...
      Und eigentlich wurde nie ein Held, aus dem puren reinen Gedanken anderen zu helfen.



      Wie ich schon sagte inspirierte mich wohl mein eigener Bruder am meisten ein Held werden zu wollen.
      Was ich abgrundtief hasste waren Menschen die dein Leben glaubten Bestimmen zu können, weil es für das Gute war...Doch oft verbiegt sich dahinter eine egoistischer oder boshafter Gedanke. Es sind die Falschen Helden dieser Welt die ich finden will und sie zur Rechenschaft zu ziehen. Ich will sie Bluten und leiden lassen...
      Die Mobber die Matteo fertig machen konnten ohne das sie in Rechenschafft gezogen werden konnten. Weil sie dann immer eine Maske aufsetzten...Die Maske der Gesellschaft...Die sie davon rettet die Konsequenz zu tragen.
      Doch wenn ich diesem wahren Trieb nach ging...Wurde nicht mehr als Held gesehen. In der Augen Anderer war ich ein Monster...Der Preis war mir einfach zu hoch das mich diese Welt ganz verstoßen wollte...Es so viel einfacher sich dieser Welt anzupassen.
      Ich bin leider ein ziemlicher Feigling...Ich kann niemand zeigen wie ich wirklich drauf bin. Jeder Zynische Kommentar aus meinem Mund, würde jeden abschrecken oder verletzten....
      .....
      ...........
      Verstehe mich nicht Falsch.
      Ich habe nichts dagegen der leichtfertige Held zu sein. Es ist und bleibt ein gutes Gefühl...Doch bezweifle ich das Andere mit meinem wahren Verhalten zurecht kommen werden.
      Sie sehen meine großen Augen und erwarten einen führsorglichen, netten Kerl...
      In den Augen vieler spielt man viele verschiedene Rollen und ich hab mich viel zu sehr daran gewöhnt...
      Ich hab vergessen wann ich Anfing die Welt nur noch in Schwarz und Weiß zu sehen...



      Ich schätzte das wir beide niemals wirkliche Freunde werden können Cabriel.
      Auch wenn ich denke, wenn wir uns zu einer Anderen Zeit kennengelernt hätten oder vielleicht das Schicksal nicht gewollt hätte das wir Wächter sind...
      Ich glaube wir wären Freunde geworden.
      Denn obwohl ich dich verabscheue und ich weiß das es auf Gegenseitigkeit beruht, teilen wir ein ähnliches Weltenbild...




      Ich will von dir auch gar nicht gemocht werden...Es tut sogar gut jemand zu haben der einen Aufregt und einen auf seine Fehler hinweist. Ein enger Feind, kann manchmal ehrlicher sein als ein guter Freund. Ich hab dich wirklich besser verstehen gelernt und du hast mich wieder daran erinnert warum ich überhaupt ein Held werden wollte. Es hat leider nur gedauert bis ich das wirklich kapiert habe...Ich werde in Zukunft noch viel mehr Fehler machen. Ich bin kein Perfekter Held aber ich gebe meinen Traum nicht auf...Gemeinsam müssen wir unserer Team stärken damit wir noch viel weiter an unsere Ziele gelangen. Auch du musst dich richtig anstreng, kapiert?
      Sonst wirst du am Ende doch noch durch die Hand eines Helden sterben...
      .............
      .........................
      .......................................
      Langsam kehrte das Licht zurück als sie Harveys Gedankenpalast verließen...
      Er war mittlerweile noch näher an Cabriel heran getreten und lächelte ihn entgegen, beinahe als wollte ihn noch einmal provozieren wiederholte er seine Worte:
      "Ich habe auch gar kein Problem dir zu helfen, falls du wütend oder Traurig wirst. Du kannst gerne zu mir, wann immer dich was frustet..."



      Aber er legte unbekümmert vor denn Flammen seine Arme um ihn.
      "Aber ich habe keine Angst mehr davor das du mich verletzten könntest...Das Risiko gehe ich ein, wenn es sein muss werde ich dich nur noch tiefer in mein inneres zerren damit du dich wieder beruhigst. Egal ob Cabriel bist der alle ins Unglück stürzt oder wenn du wieder Lämmchen wirst..."
      Believe Me ~

    • Wyatt Carson Lyons

      "Da- da, Sieh nur!"
      Auch Wyatt hatte verwundert in die richtung geschaut als Ineb die Ablenkung gestartet hatte.
      Doch dann schubste Ineb, ernsthaft den armen Yuuto in einem Busch!
      "Huh?!"
      Irritiert sah sie dann wieder zu Ineb der sichtlich ein Plan zu haben schien. Etwas erleichtert konzentrierte sich Wyatt darauf das die Äste des Busches sich noch mehr an Yuuto Körper verfingen damit er nicht heraus kommen konnte.
      Dabei hörte man leise wie die Kleidung des armen Jungen weiter auseinander gerießen wurde...Aber jetzt zählte es ihn vor den Zombies zu beschützten!
      "Herz!"
      Mit großer Begeisterung sah Wyatt das auch Ineb sich verwandelte, sie musste also nicht allein gegen die Unheimliche Zombies kämpfen ein Glück!



      Auch wenn Wyatt nicht damit gerechnet hatte nun auch Inebs weibliche Form hier zu sehen!
      Wahnsinn, scheinbar hatten sie wirklich eine neue Witch-Form freigeschaltet!
      Die Anderen Jungs werden bestimmt begeistert sein wenn sie davon berichten!!
      "Keine Sorge, Ladies! Die beste Freundin von Waffel und Ex-Freundin von Harvey ist hier, um gegen die bösen Zombies zu helfen! Bubbles!"
      Doch wurden Inebs Ausgedachte Namen nicht besser...
      "Bubbles?!"
      Wyatt sah entgeistert in das selbstbewusster Lächeln von Ineb...Sie war ja wirklich...Außergewöhnlich! Und wo kam Ineb auf einmal mit der Story mit Harvey Ex-Freundin? Ausgerechnet vor Yuuto...Am Ende musste Harvey dann noch ein paar Dinge erklären...!
      Aber das schlimmste kam erst....
      "Eine Dame brauchte keine Angst vor solchen Pervesen Zombies zu haben - schau...ihr Hosenstahl ist noch offen! Die wollen bestimmt das ein oder andere mit uns anstellen, Waffle...wenn wir nicht vorsichtig sind...Mhm.."
      So pervers hatte Wyatt ganz sicher NICHT gedacht als sie die Zombies angesehen hatte...Aber oh gott....
      "...Der Hosenstahl ist ja wirklich offen?!", fipste sie mit einer viel zu hohen Tonlage zu der sonst so tiefen Bass stimme.



      "Komm schon, Waffle. Lasst uns wahre Frauenpower zeigen. Zusammen sind wir...die Bubblewaffle, die ihnen den Tag versüßen wird!"
      Abgesehen von der viel zu Zweideutigen Andeutung, war Ineb auftreten zum Glück wirklich sehr selbstbewusst so das Wyatt wieder mehr Mut verspürte. Zwar glaubte er nicht das diese Zombies vor hatten ihnen an die Wäsche zu gehen aber sie sollten wohl extra vorsichtig sein!
      Aber zu ihren Hübschen aussehen kam sogar noch dazu das Ineb eine...Waffe beschwören konnte!
      Unglaublich! Sie waren tatsächlich besser dran als sonst, schien als würde das ein wirklich ernster Kampf werden!
      Wyatt versuchte gar nicht erst mit einer Waffe, er blieb lieber bei ihren geballten Fäusten! Auch wenn sie gegen Gewalt war, ein oder zwei Schellen würde sie verteilen damit der Zombie lernt das sie sich von ihnen fern halten sollten!
      "Ja, zeigen wir es ihm Bubble!!", ging Wyatt motiviert auf denn Spruch mit ein.



      Mit einem entschlossenen Blick stürzte sich die hochgewachsene Frau mitten ins Gefecht. Ohne auch nur eine Sekunde zu zögern, packte sie den vordersten Zombie am Bein. Ihre behandschuhten Finger schlossen sich wie ein Schraubstock um das morsche Gelenk. Mit einer einzigen, unbändigen Bewegung schwang sie den massiven Körper des Untoten über ihren Kopf, riss ihn kreisförmig durch die Luft und fegte mit ihm wie mit einer lebenden Keule die herannahenden anderen Zombie beiseite der von Inebs Peitsche zurück geschreckt war. Das Reißen von Stoff und das Splittern von Holz hallten durch den Wald, als der Zombie im weiten Bogen davongeschleudert wurde.



      Ein weiterer Untoter schlich sich aus dem toten Winkel heran, die fauligen Klauen direkt nach Ineb ausgestreckt.
      "Vorsichtig Bubbels!!"
      Mit überdramatischer, heldenhafter Entschlossenheit warf sich die Wyatt dazwischen.
      In diesem Moment der ultimativen Anspannung zog sich der Himmel endgültig zusammen. Ein tiefes Grollen rollte durch die Baumkronen, und die ersten, schweren Regentropfen klatschten auf den Waldboden.
      Der Wind frischte stürmisch auf. Mit einem leisen Nachgeben löste sich das strenge Band, das ihr Haar zusammengehalten hatte. Sekundenbruchteile später fiel ihre lange, smaragdgrüne Mähne in schweren Wellen herab. Nass vom einsetzenden, unbarmherzigen Platzregen klebten die Strähnen an ihren Wangen und umrahmten ihr eiskaltes, fokussiertes Gesicht.
      "Uff...Scheint als hat es angefangen zu Regnen, hoffentlich verschmiert unserer Make up nicht!"



      Aber es schien als hielt durch ihre Magische Verwandlung sogar das bomben Fest! Unglaublich...
      Allerdings begann Wyatt Kleidung immer Nasser zu werden und an ihrer Haut zu kleben.
      Angespannt bis sie die Zähne zusammen als sie sah das die Zombies die sie eben noch weggeschleudert hatte wieder zurück gehumpelt kamen.
      "Was machen wir jetzt Bubbels? Es scheint als würden diese Untoten immer wieder kommen egal wie feste wir sie verdreschen!"
      Believe Me ~

    • Cabriel Valentine & Micah

      "....Wie schaffst du es nur mich allein mit Worten wieder auf denn richtigen Weg zu führen?"

      Ein Lächeln trat auf Harveys Lippen, Micah konnte das Leben wieder in ihm erkennen. Er hatte seinen Kampfgeist im Handumdrehen zurückerobert. Offensichtlich hielt Harvey viel von ihm, andernfalls hätte er sich seine Worte kaum derart zu Herzen genommen. Welch ein Glück – sonst hätte Micah nachhelfen und ihn manipulieren müssen, um das drohende Ende abzuwenden.Micah lächelte erleichtert; auch dieses Szenario hatte er erfolgreich zu seinen Gunsten gelenkt. Ein Held, der kurz vor dem Untergang stand und sich nun aus eigener Kraft zurück an die Spitze kämpfte. Wahrlich ... ein kleiner Schritt hin zu genau dem Grauton, den Micah eigentlich sehen wollte.Er war sich sicher, dass Harvey von nun an Großes vollbringen würde. Sollten die Zweifel zurückkehren, müsste er ihn eben öfter 'besuchen'. Wenigstens war er dieses Mal rechtzeitig zur Stelle gewesen, noch bevor sie versuchen konnte, Harveys bzw. Cabriels Körper an sich zu reißen. Micah wusste nicht einmal mit Sicherheit, ob diese schwarzen Erinnerungen wirklich ihr Werk waren, doch ihre Gier war unbestreitbar. Aber Harvey würde es durchstehen. Das hier war der ultimative Beweis für Noir, wie viel Stärke tatsächlich in dem Feuerwächter schlummerte. Lord Korbos allein würde doch Kiri nicht sättigen... Doch Micah glaubte langsam daran, dass sie beide perfekt in ihn hineinpassten...Harvey war aber der leckere Nachtisch, für den er gerne alle anderen Gänge übersprang.
      „Es gibt niemanden, der mehr an dich glaubt als ich.~“, sagte er leise.Und es stimmte. Er glaubte daran, dass Harvey zu einem echten Helden heranwachsen würde. Eines Tages würde er sich wie ein Phönix voller Tatendrang in die Lüfte erheben – ein leuchtendes Symbol der Gerechtigkeit sein.Bis genau diese Gerechtigkeit ihm eines Tages die Flügel stutzen und ihn gnadenlos zu Asche verbrennen würde.
      Aber genau in diesem Moment...
      ...wäre Micah wieder da...
      ...näher als je zuvor. <3



      Micah wusste jedoch, wann es an der Zeit war, sich zurückzuziehen. Es barg ein gewaltiges Risiko, Morpheus' Hülle für längere Zeit zu verlassen – einen solchen Schritt hatte er noch nie zuvor gewagt. Jede Seele, die er sich einverleibt hatte, war von entscheidender Bedeutung, denn sie ersetzte eine fehlende Scherbe des Ganzen. Wenn er zu lange verschwand ... wer konnte schon sagen, ob die Hülle dann nicht einfach in sich zusammenbrach? Er war noch nicht vollständig und musste zwingend zurückkehren. Schließlich bildete er den innersten Kern dieser Persönlichkeit. So machte er sich auf den Rückweg, im festen Vertrauen darauf, dass Harvey den restlichen Weg allein bestreiten würde.

      "Cabriel, ich habe gelogen...Es tut mir Leid."

      Die Anspannung knisterte förmlich, als Cabriel zu Harvey aufblickte. Jeder Atemzug brannte in seiner Kehle; er fühlte sich wie ein Drache kurz davor, die Kontrolle über sein eigenes Feuer zu verlieren. Sein Körper glühte, doch obwohl Harvey die tödliche Gefahr spüren musste, wich er keinen Millimeter zurück. Stattdessen murmelte er eine Entschuldigung, deren Sinn Cabriel völlig entging. Warum brachte er sich nicht in Sicherheit? Nahm er ihn denn gar nicht ernst? Unterschätzte Harvey ihn so sehr, dass er glaubte, Cabriels Flammen ließen sich wie ein Teelicht auspusten? Nein, das konnte nicht sein. Unter dieser brodelnden Oberfläche war Cabriel noch immer nur ein unfähiger Junge, ein wandelndes Inferno, das nichts als Unheil brachte. Vielleicht suchte Harvey genau deshalb seine Nähe. Womöglich trieb ihn pure Rachsucht an – der Wunsch, Cabriel leiden zu sehen und ihm eine Narbe einzubrennen, die ihn für immer zeichnete. Eine ewige Mahnung, nie wieder sein Glück herauszufordern.

      "Was...?", schnaubte Cabriel schwer, die Hände fest zu Fäusten geballt. Wollte er doch seinen Körper wieder haben? Hatte er nur auf diesen armseligen Moment gewartet? Er würde ihn...niemals freiwillig übergeben. Selbst, wenn dadurch komplett in Flammen aufging.



      "Um ehrlich zu sein, erinnere mich nicht mehr genau an die Situation auf der Straße mit Matteo..."

      Doch anstatt zurückzuweichen, riss Harvey das Thema um Matteo wieder auf. Ein unsichtbarer Griff legte sich um Cabriels Herz und drückte es erbarmungslos zusammen. Er wollte nicht ... er konnte diese grausamen Bilder nicht schon wieder durchleben. Er hielt die Schuldgefühle nicht aus. Die Erinnerung daran, wie Matteo aus dem Leben geschieden war – und all das nur, weil Cabriel ein einziger Unglücksbringer für seine Freunde war...und Harvey...nichts außer sich selbst im Kopf hatte... Wäre in jenem Moment doch nur jemand anderes dort gewesen. Jemand, der genau gewusst hätte, welche Worte er hätte wählen müssen.

      "Selbst wenn ich in diesem Moment wirklich meine Hand nach ihm ausgestreckt hätte...Ich bin mir sehr sicher....Das Matteo seine Hand von mir zurück gezogen hätte."

      Sprachlos starrte er Harvey an. Fassungslosigkeit lähmte ihn. Glaubte Harvey ernsthaft, Matteo wäre von Anfang an dem Tod geweiht gewesen? Dabei hatte er ihn doch erst in diese verdammte Lage gebracht! Er, die Mobber und auch Harvey. Das, was Harvey da von sich gab, war eine pure Täter-Opfer-Umkehr. Wollte er damit andeuten, dass Matteo ohnehin zu kaputt gewesen war und insgeheim sterben wollte? Cabriel musste all seine Kraft aufbringen, um nicht die Beherrschung zu verlieren. Schwer pumpte sein Atem. Heißer Schweiß rann ihm über die Stirn und vermischte sich mit dem prasselnden Regen, der sich kalt durch seine Kleidung fraß. Wenn er jetzt aussprechen würde, was in ihm vorging, würde er Harvey auf der Stelle umbringen ... denn in Wahrheit waren sie beide für Matteos Untergang verantwortlich. Nichts weiter!
      Wie konnte er es wagen seinen Fehler einfach zu überspielen!?
      Dieser widerliche Feigling!



      "Matteo hatte nie meine Hilfe in diesen Augenblick gewollt. Egal wie oft wir uns Vorwürfe machen und unsere eigenen Taten hinterfragen. Am Ende...Hatte sich Matteo selbst für diesen Weg entschieden....Es wird Zeit das wir das endlich Akzeptieren. Wie du selbst sagtest...Wir sind Abschaum. Es liegt nicht in unserer Macht einen Menschen vollkommend umzustimmen oder zu manipulieren. Matteo hatte sich dafür Entschieden aber ich war zu Stur...Um es zu akzeptieren. Ich konnte es nicht sagen, dass er keinen Glanz mehr in seinen Augen hatte und gab mir die alleinige Schuld dafür..."

      Cabriels Lippen zitterten heftig – und es lag nicht an der Kälte. Harveys Erklärung versetzte ihm einen Schlag in den Magen, der ihm den Atem raubte. Harvey behauptete ernsthaft, Matteo habe sich diesen Weg allein ausgesucht. Es war grausam, doch noch grausamer war, dass Cabriel insgeheim verstand, worauf Harvey hinauswollte. Ja, sie waren Abschaum, zwei Existenzen, die kaum etwas gegen das große Ganze ausrichten konnten. Aber untertrieb Harvey da nicht? Wollte er damit etwa sagen, dass sie Matteo einfach hätten sterben lassen sollen – nur weil er das so wollte? Ohne ihn versuchen aufzuhalten?
      Plötzlich musste Cabriel an jenen Moment denken, in dem ihn ein idiotischer Held gerettet hatte, obwohl er selbst sein Leben hatte beenden wollen. Hätte Matteo ihnen das genauso wenig verziehen, wenn sie ihn gerettet hätten? Würde er jetzt genauso wie Cabriel einen ewigen Groll gegen die Welt hegen? Vor allem Cabriel müsste doch verstehen, wie es ist, sterben zu wollen – vielleicht war Matteo dort, wo er jetzt war, tatsächlich besser aufgehoben. Doch tief in seinem Herzen fühlte es sich falsch an. Er hätte so gerne mehr für Matteo getan, ihn gerächt. Aber wenn Harvey recht hatte und sie nichts mehr ändern konnten ... konnte Cabriel dann wirklich loslassen, so wie der Feuerwächter? Der Gedanke war grausam. Er konnte...nicht einfach...loslassen...Sein Herz zerbrach immer weiter...Er konnte seine Gedanken gar nicht mehr richtig ordnen.



      "Es tut mir Leid, dass ich dir nur schlechte Erinnerung geben habe Cabriel...Dabei hattest du noch gar nicht die Chance gehabt die Welt aus meinen Augen zu sehen...Aber ich weiß was dich vielleicht beruhigen könnte. Ich nehme dich mit in mein Gedankenpalast...."

      „Gedanken ... palast...?“, krächzte Cabriel, wobei seine Stimme vor Schmerz fast versagte. Er beobachtete Harvey dabei, wie dieser seinem eigenen Körper ein sanftes Lächeln entlockte. Es war so leicht, so erschöpft, dass Cabriel unwillkürlich die Tränen in die Augen traten. Es fühlte sich an, als würde Harvey ihn in etwas hineinziehen, das er niemals wieder vergessen würde – etwas, das ihn vielleicht sogar fürs Erste aus seinen grausamen Gedanken erlösen könnte.



      "Ich werde dir denn echten Helden Harvey zeigen. Du bist der erste, dem ich so tief in mich hinein Blicken lassen werde...Ich selbst habe große Angst davor aber ich glaube mit dir zusammen werde ich mich trauen."

      Plötzlich begann Cabriels Wahrnehmung zu schwinden. Selbst das Geräusch des Regens, das eben noch nah an seinem Ohr gepeitscht hatte, verstummte beinahe. Es war, als würden seine Sinne komplett abgeschaltet werden. Er blickte in einen tiefen, dunklen See, der einen Ort enthüllte, der seinem Körper seltsam vertraut war: vollkommen ruhig, still und tiefschwarz.
      Er sah Harvey nicht nur in seiner vertrauten Form, sondern auch in jener Witch-Form, die er einst in der Kirche gesehen hatte...und auch als Lämmchen. Doch weiter entfernt, tief in den Gedankenströmen von Harvey, entdeckte Cabriel etwas anderes: Seine eigene erste Witch-Form. Harvey nahm eine Kette ab, an der ein goldener Schlüssel hing. Cabriel starrte nur fassungslos auf das glänzende Metall.

      "Ich werde dir den wahren Harvey Bell zeigen...Freiwillig. Ohne das uns Träume oder eine Andere höhere Mächte dazu zwingt. Ich will es dir zeigen, damit du auch mich etwas besser verstehst..."

      Der Feuerwächter schob die Tür auf und gab den Blick auf eine Treppe frei, die in ewige Finsternis führte. Wollte er Cabriel nun sein tiefstes Inneres offenbaren? Die Schwärze in die es hinabging war so erdrückend, dass sie augenblicklich Erinnerungen an den Käfig weckte, in dem Wyatts tiefste Persönlichkeit gefangen gehalten wurde. Doch Cabriel hatte keine Wahl; ein unsichtbarer Sog zog ihn immer weiter hinab. Am Fuße der Treppe angekommen, vernahm er plötzlich eine Stimme – sie war wesentlich leiser, als er es von Harvey gewohnt war und doch so durchdringend, dass sie ihm direkt unter die Haut fuhr.

      Er offenbarte ihn wie sehr er die ruhe schätzte. Musik, sowie auch Videospielen waren für ihn wohl genauso wichtig wie für Cabriel. Sein Verstand wollte es nicht ganz begreifen, dass dieser Kerl vor ihm ebenfalls Harvey darstellen sollte. Er war nicht so strahlend, wie man sich einen eigentlichen Helden vorstellte. Für das, was sich Harvey stets ausgab. Er erzählte weiter über Dinge, die ihn beruhigten und der Luftwächter vergaß beinahe dadurch das wahre Risiko in der Realität. Doch wie ernst dieser Harvey über seine Liebe zu Seifenblasen sprach, er glaubte ihn sofort, dass es eine enorme Wichtigkeit für ihn hatte.



      Was ist es was dich beruhigt Cabriel?

      Langsam verstand er was Harvey erreichen wollte, er brauchte aufgrund der starken Reizüberflutung deutlich länger um seine Situation zu verstehen. Er wollte einen Weg finden ihn zu beruhigen, damit die Flammen sich aufhörten zu überschlagen.

      Gab es für dich in deinem Leben einen Moment...Wo du einfach du selbst sein konntest?

      Er...selbst?

      Es ist schwer zu sagen wer du gerade wirklich sein willst.

      Stumm hörte er Harvey weiter zu, denn wusste er es selbst nicht. Was bedeutete überhaupt einfach man selbst zu sein? Wann war man einfach...man selbst? Was wollte er denn selbst sein? Hatte er da überhaupt eine Wahl? Bestimmen nicht Andere und das Umfeld über dich selbst? Er hatte keine Ahnung, denn was ihn beruhigte waren Tabletten. So wurde er nicht manisch oder musste sich irgendwelche Gedanken über aufkeimende Emotionen machen. Eigentlich...war es auch nichts weltbewegendes, wenn Cabriel Mal aufgebracht war. Wie ein Lamm, was im Stall die Kontrolle verlor, bis der Hirte es auspeitschte. Doch war er auch nie...gefährlich gewesen. Das Feuer...würde nicht darauf warten, bis die Tabletten Wirkung zeigten.

      Hattest du jemals Freunde mit denen so Herzhaft und unbekümmert lachen konntest?
      Es ist tatsächlich wirklich sehr befreiend...

      Mit diesen Worten überkamen Cabriel neue Erinnerungen von Harvey – Bilder, die sich so viel befreiender anfühlten als alles, was er bisher gesehen hatte. Er spürte, wie sein Körper darauf reagierte; er genoss diese alten Szenarien förmlich. Cabriel betrachtete genau das, was Harvey so sehr schätzte: seine Freunde und die Aufrichtigkeit eines Helden.
      Er zeigte sich bei seinen Freunden von der besten Seite, er unterstützte sie tatkräftig. Cabriels Inneres seufzte schwer. Sein Leben war ja zum Teil wie aus einem Comicheft, so wuchsen wohl Helden auf. Er liebte das gebraucht werden und der Luftwächter konnte sich damit auch etwas hineinfühlen, nur auf eine andere Art und Weise. Nicht als Held.
      Das Traumbild des Helden verblasste jedoch, durch die dunklen Gedanken von Harvey.

      Aber wir wissen beide das es Bullshit ist oder?

      Cabriel konnte nur erschwert zustimmen. Nichts davon hat ihn wirklich irgendwie geholfen...Mehr fühlte er sich dank dieses Blümchenakts noch so viel schlechter. Da Harvey einfach fröhlich weiterlebte, egal wie viele Fehler er begann, weil er sie übersah, sie wegkickte.

      In so einer Welt geht ein solcher Held unter...Je älter ich wurde desto bewusster wurde mir das selbst. Mein anfänglich reiner Gedanke, wurde immer verseuchter...Und dann gab es in mir auch immer wieder eine Stimme, die sich furchtbar über alles aufregte...

      Nun konnte Cabriel ein wenig mehr in Harvey hineinfühlen – zumindest in jene Seite, die das Bild des strahlenden Helden über den Haufen warf. Ja, solche Helden, die aus reiner Güte handelten, existierten nicht. Und jene, die so taten, waren nichts weiter als Heuchler: die wahren Schurken, die sich aufplusterten, als wären sie die Gerechtigkeit selbst.
      Er fand, dass Matteos Peiniger – und er schloss sich selbst und Harvey in diesen Kreis mit ein – eine grausame Strafe verdient hätten, doch er wusste auch, dass sie diese niemals erhalten würden. Und anstatt dass Harvey seinem Zorn folgte und sie zur Rechenschaft zog, verkroch er sich lieber in seinem Loch und gab sich der Feigheit hin. Genauso wie er selbst. Sie waren beide, in seinen Augen, vollkommener Abschaum. Harvey blieb lieber in der Rolle des Helden gefangen, während Cabriel weiter als das Tier existierte.

      Was ich abgrundtief hasste waren Menschen die dein Leben glaubten Bestimmen zu können, weil es für das Gute war...Doch oft verbiegt sich dahinter eine egoistischer oder boshafter Gedanke.

      Doch genauso drehte sich die Welt. Für Cabriel existierte sie nur so: Entweder du hattest die Kontrolle, oder du wurdest kontrolliert. Manche versuchten ihre Rolle nicht zu akzeptieren, so wie Tyler, doch es hatte keinen Sinn. Gegen Ende war man ohnehin nur die Beute des Stärkeren.
      Harvey wollte weiter der leichtfertige Held spielen, um anderen Menschen zu gefallen. Er wollte nicht...ausgestoßen werden. Es wunderte Cabriel nicht, wenn er kein Feigling wäre...hätte er schon längst sein wahres Gesicht gezeigt. Doch da war er wie er. Er hatte Angst vor der Reaktion der Menschen um ihn herum.

      Ich schätzte das wir beide niemals wirkliche Freunde werden können Cabriel.
      Auch wenn ich denke, wenn wir uns zu einer Anderen Zeit kennengelernt hätten oder vielleicht das Schicksal nicht gewollt hätte das wir Wächter sind...
      Ich glaube wir wären Freunde geworden.

      Denn obwohl ich dich verabscheue und ich weiß das es auf Gegenseitigkeit beruht, teilen wir ein ähnliches Weltenbild...

      Die wirkliche Freundschaft zweifelte er stark an, jemand wie Harvey würde niemals mit ihm befreundet sein. Dafür...kehrte er ihn zur stark den Rücken zu, wenn er sich gerade als Held präsentierte. Harvey mochte Menschen, die ihn schätzten und brauchten. Cabriel würde ihn jedoch auf den Boden der Tatsachen hinunterwerfen. Doch eine Sache, aus diesen Erinnerungen würde er tief in sich aufnehmen. Der wahre Harvey, der wie Wyatt einfach in einem Raum verbannt war. Weil er...nicht zu der Umwelt passte. Nicht zur Gesellschaft. Nicht zu den Erwartungen.
      Mit diesem Harvey...hätte er eventuell wirklich eine wahre Freundschaft geschlossen. Wenn sie nur ehrlicher zueinander wären, dann hätte er eventuell jemanden kennengelernt, mit den er über seine innersten Gefühle sprechen konnte. Doch...ja...sie waren Abschaum.
      Doch für Cabriel zählte nur die oberflächliche Freundschaft, sie reichte schon komplett aus für die WITCH. Harvey hatte recht, sie mussten alle als Team stärker werden und noch so viel mehr leisten als zuvor.

      "Ich habe auch gar kein Problem dir zu helfen, falls du wütend oder Traurig wirst. Du kannst gerne zu mir, wann immer dich was frustet..."

      In der Realität wieder angekommen erwartete ihn ein strahlendes Lächeln, was ihn den Magen nur umdrehte. Wollte er ihn vielleicht doch in Flammen aufgehen sehen, anstatt ihm zu helfen? Er kam ihn ernsthaft näher, Cabriel wollte sofort zurückweichen, doch Harvey blieb an seiner Seite. Er legte seine Arme um ihn, sodass Cabriel erstarrte. Sein Herz pochte wieder schwer.

      "Lass...dass...bitte....", klagte er unsicher entgegen, er versuchte seine Hände möglichst weit weg von seinem Körper zu bringen. Seine Flammen waren noch immer da, doch Harvey kümmerte es nicht. Wollte er...ihn nur provozieren? Oder für ihn da sein? Sein Pessimismus zweifelte stark an das Letztere. Jedoch reichte eine Überlegung an den Gedankenpalast, um ihn ein wenig umzustimmen. Ein Ort, den nie jemand außer er gesehen hatte. Er hätte nicht so weit gehen müssen.
      Deswegen versuchte Cabriel auf Harveys Vorschlag einzugehen. Er sollte sich an etwas zurückerinnern, was ihn beruhigte. Es war schwer etwas zu finden, denn fraßen ihn die Sorgen immer weiter auf. Die Realität war einfach so dunkel...so klagend...Selbst wenn er sich an die guten Sachen mit Samuel oder mit Matteo erinnerte, kamen die schlimmen Erinnerungen wieder hoch. Krampfhaft zwang er sich seine Augen zu schließen. Gab es je für eine Erinnerung, die nicht durch eine schlimme Erinnerung zerstört wurde.

      "Ah..."

      Wie ein Blitzschlag traf es ihn.
      Doch.
      Da gab es eine.
      Es war sogar eine Person, mit der er noch nie schlechte Erinnerungen sammelte.
      Vielleicht lag es daran, dass sie sich in der Realität nie begegnet waren.
      Doch leise hatte er immer die Hoffnung gesammelt, dass sie sich auch auf der verdorbenen Erde gut verstehen würden.
      Sie unterhielten sich immer so lange über Headset miteinander, dass Cabriel oft die Zeit total vergaß.
      Wann immer er frei hatte, loggte er sich sofort ins Spiel und das lag nicht nur daran, weil er bestimmte tägliche Quest erfüllen musste.
      Es lag hauptsächlich an ihm, dass er es manchmal sogar riskierte für sein stundenlanges Zocken getadelt zu werden.
      Sir Rexington und er....
      Wie oft saßen sie zusammen auf einem Berg und hatten einfach über ihren Alltag unterhalten?
      Normalerweise waren solche Slice Of Life-Gespräche tabu beim Zocken. Keiner wollte sich an die Realität erinnern.
      Doch bei Sir Rexington konnte er es, ohne sich sofort schlecht zu fühlen.
      Bei ihm konnte er seine wahren Gefühle äußern, die tief in ihm vergraben waren.
      Er konnte sich über die Arbeit beschweren.
      Er konnte über die Männer herziehen, die ihn immer so demütigten.
      Er konnte einfach über das Leid klagen und sagen wie er alles ungerecht fand.
      In diesem Spielcharakter erkannte er sich selbst, der wer er am liebsten sein wollte...
      Er durfte hier das Leben genießen...In einer Welt, wo er die wesentliche Kontrolle hatte und er bewusst Leute ins Unglück stürzte.
      Er hatte hier die Macht...zusammen mit seinem Freund.
      Doch die schönsten Momente mit ihm zusammen war, wenn sie sich versuchten aufzuheitern. Sir Rexington war ziemlich fröhlich, doch wenn ihn etwas aufregte zeigt er es nur noch stärker als Cabriel je konnte. Doch Cabriel konnte ihn gut lesen, er war sich bei ihm immer sehr sicher. Ein Freund, mit dem er durch dick und dünn gehen wollte und jeden Moment genießen wollte, bis auch das in dunkle Erinnerung getränkt werden würde.

      "In der nächsten Zeit sind wir beide wohl sehr beschäftigt. Vielleicht sollten wir beim Nächsten Mal......Nummern tauschen? Ich würde es ziemlich vermissen...wenn der Kontakt zwischen uns abbricht..."



      Sie hatten sich bis jetzt nur über das Spiel geschrieben, das reichte früher aus. Doch je älter man wurde, desto mehr Verpflichtungen trafen ein. Normalerweise ließ Cabriel einen Kontakt einfach verblassen, doch bei ihm wollte er es nicht. Auch wenn vielleicht irgendwann die Zeit käme, indem er ihn auch in der Realität begegnen würde. Er hatte...ein kleines Bedürfnis entwickelt seinen Freund irgendwann auch in der echten Welt zu sehen. Selbst, wenn es schlecht ausgehen könnte. Wie Harvey sagte...Wirkliche Freunde können befreiend sein. Eventuell dachte so der Cabriel, der er gerne sein wollte....der sich in diesem Computerspiel versteckte.

      So schloss er sich in dieser schönen Erinnerung ein und tat etwas, das er vielleicht schon viel früher hätte tun sollen: Er erwiderte Harveys Umarmung und hielt ihn fest an sich. In diesem Moment spürte er das Feuer nicht mehr, das gerade noch von ihm ausging. Er hielt an seinem Feind fest – an jemandem, der genauso viel Abschaum in sich trug wie er selbst. Doch in diesem Augenblick fühlte es sich gut an. Es war, als durfte er den echten Harvey als Einziger erleben und er schwor sich, ihm irgendwann auch den wahren Cabriel zu offenbaren.
      „Wenn ich mich selbst besser verstehe ... werde ich dir demonstrieren, wer ich wirklich bin.“, flüsterte er leise an Harveys Ohr, während der Regen weiterhin die Geräuschkulisse einnahm. Noch verstand er sich selbst zu schlecht. Aber durch Harvey ergriff er eins: Mut. Mut und Selbstvertrauen. Um weiter an sein Ziel zu kommen musste er über seinen Schatten springen. Selbst, wenn der Feuerwächter diesen Moment irgendwann bereuen würde, denn glaubte Cabriel kaum, dass sein wahrer Kern ein GUTER war.
      Doch als er die Augen öffnete, traf ihn die Realität wie ein Schlag. Er fühlte sich plötzlich klein, fast geschrumpft. Ein stechender Schmerz raste durch seinen Magen und bis in seinen Rücken. Er verstand sofort: Er war nicht kleiner geworden – er war einfach nur wieder in seinem eigenen, erbärmlichen Körper gefangen.

      "Wir....sind....wieder in normal...", sagte er mit einem traurigen Unterton und fing an sich langsam von Harvey zu lösen. Nur noch mit seinen Fingerspitzen hielt er Harvey an seinem durchnässten Shirt fest, er sah ihm intensiv in seine nebelblauen Augen.
      "Bist du...froh wieder du zu sein?...Ich hätte dir...gerne noch mehr von meinem Leben gezeigt...Ich glaube, dass es das ein oder andere noch gegeben hätte...was ich du als 'ich' erleben solltest. Aber..."
      Der Luftwächter seufzte schwach, in seinem Körper fühlte er sich wieder dreckig. Bald würde er anfangen Dinge zu sehen und aus heiterem Himmel müde zu werden.

      "...Auch wenn wir uns dadurch nur noch mehr weiter distanzieren und du mich jetzt stärker verabscheust..."

      Ohne Vorwarnung griff er nach seiner Hand, die gerade noch gebrannt hatte. Sie war warm, die Haut fühlte sich noch immer so vertraut an. Als gehörte sie immer noch Cabriel. Er wollte sie zurück aber, er wusste, dass es nicht funktionieren würde. Außerdem löste es auch sein Problem nicht. Seine Seele blieb immer noch so wie es einst war...

      "Ich habe dadurch verstanden, dass ich so einen Helden wie dich brauche. Ich möchte...mich noch weiter kennenlernen...Ich will wissen, wie weit ich gehen möchte...was ich schaffen könnte. Du bist mein Vorbild...Denn du bist so ekelhafter Abschaum und trotz allem..."


      Er sagte gerade raus was er dachte, die Bilder vom Gedankenpalast waren noch in seinem Kopf vertreten. Dieser eine Harvey im Keller, ob es je eine Möglichkeit geben würde ihn herauszubekommen.

      "...strahlst du dennoch so schön wie ein Kaminfeuer in der Nacht. Es macht dich attraktiv, ich möchte es auch. Ich will dich übertreffen, sodass nur du der Feigling von uns bist...Wenn du dich aber ändern willst - mehr der Held sein möchtest, vor dem du dich fürchtest-...werde auch ich dir helfen. Ich möchte, dass wir uns den Fehlern stellen und sie als Stärke erkennen..."



      Noch immer wirkte sein Gesichtsausdruck bedrückt, doch hatte er auch durch den Akt mit den Zwei Männern heftige Schmerzen. Für Cabriel blieben immer die negativen Erinnerungen als erstes in seinem Kopf haften, aber jetzt versuchte er sich ebenfalls am Positiven. Er musste beginnen...mehr für sich zu Kämpfen, für seine Ziele. Ein Abschaum konnte weitaus mehr erreichen. Solange Samuel ihn noch von der Leine ließ sollte er die Chance nutzen. Vielleicht sollte er anfangen wie Harvey zu denken und jeden seiner Verluste damit erklären, dass er doch gar nichts dafür konnte. Ob er ein Zwischending erreichen konnte ein Wächter und zugleich ein Schurke zu werden. Er glaubte auch nicht, dass er je kein Tier sein konnte - er war so erzogen worden...doch konnte er vielleicht etwas Anderes werden? Kurz dachte er an Wyatt...hatte er ihn nicht als sein Täubchen betitelt? Vielleicht konnte ihn Wyatt umerziehen, ihn...ein bisschen Selbstbewusster machen, damit er irgendwann erreichen konnte die Welt zu einem besseren Ort zu machen...nur nicht für Menschen.

      "Ja, ich werde ab jetzt zu dir kommen, wenn ich ein Problem habe...Oder, wenn ich mich vor Tyler verstecken muss, außer du willst mich deswegen verraten, was ich auch verstehen kann...Ich habe sogar eine erste Bitte, die mir sehr wichtig ist und ich nur mit dir machen kann..."

      Endlich verstand Cabriel, warum ihn diese Last so tief in die Bedrückung drückte. Es lag nicht an den körperlichen Schmerzen, die er verspürte, und auch nur zum Teil daran, dass er den Körper mit Harvey teilen musste. Was ihn in Wahrheit quälte, war die Erinnerung an Matteo. Sein erster wahrer Freund. Auch wenn Matteo diesen Weg für sich gewählt hatte – die Schuld würde ewig an ihm haften. Doch tun konnten sie nichts mehr, außer an ihn zu denken.
      Ein trauriges, aber weiches Lächeln legte sich auf seine Lippen. Seine Augen füllten sich mit Tränen, doch diesmal waren sie nicht von Verzweiflung getrübt, sondern von einer stillen, aufrichtigen Gutmütigkeit.

      „Würdest du mit mir Matteos Grab besuchen?“
      , fragte er leise.



      „Ich habe mich ... nie wirklich von ihm verabschiedet. Ich war ein Feigling, der nicht einmal bei seiner Beerdigung war, obwohl er mir so viel bedeutete. Wenigstens das möchte ich ändern, denn er war ... mein wahrer Freund. Auch wenn wir nichts mehr an seinem Tod ändern können ... und ich meine Reue niemals ganz ablegen werde, möchte ich ihn wenigstens fröhlich in meinem Herzen bewahren und ihm mit munteren Gedanken Blumen auf sein Grab legen.“

      Geduldig wartete Cabriel auf eine Antwort des Feuerwächters, er wusste nicht ob er Matteo für ein abgeschlossenes Kapitel hielt. Doch dann fiel ihm noch etwas ein, was er beinahe vergessen hatte.

      "Ah. Die Katze von Matteo--...!"

      Flink ließ er die Hand von Harvey los und sprintete zum Baum, wo sie die Katze abgelegt hatten. Obwohl...lag sie nicht noch neben Tyler, der ein paar Meter weiter weg war? Cabriel hatte gar keine Erinnerung daran sie an dem Baum abgelegt zu haben und doch war er sich direkt sicher, dass sie dort verweilte und mitgenommen werden wollte. Dieses Stofftier starrte einem tief in die Seele mit seinem pechschwarzen Augen, so als würde dort eine echte Seele verweilen.



      Cabriel hob die Katze auf. Sie war vom Regen völlig durchnässt und fühlte sich überraschend schwer an. Sein ganzer Körper protestierte bei dieser schnellen Bewegung, und er lehnte sich erschöpft gegen einen Baum. Es kam ihm vor, als müsste er gleich Blut spucken – doch das hatte er wohl verdient. Er wusste, dass Tyler hart im Nehmen war, doch mehr als zu hoffen, dass Harvey sich an ihren Plan hielt, konnte er nicht tun. Wenn nicht … würde es bald auch Wyatt und Ineb so ergehen wie ihm.
      Doch als er die nasse Katze fest an seine Brust drückte, fiel ihm etwas Merkwürdiges auf. Ja, Matteo hatte immer dieses Stofftier dabei gehabt – diese schwarzen Augen würde Cabriel niemals vergessen. Aber … war dieses Stofftier überhaupt Matteos gewesen?
      „… Yuuto …“, flüsterte er leise und runzelte die Stirn. „Das … war ja Yuutos Stofftier … Komisch … war es die gleiche Marke?“
      Jetzt, wo er darüber nachdachte – wenn er an Yuuto dachte, an seine Gesichtszüge, an sein Auftreten … wirkte er nicht manchmal wie Matteo? Er sah fragend zu Harvey auf, doch er glaubte kaum, dass dieser es jemals bemerkt hatte. Vielleicht war es nur ein grober Zufall und Harvey hatte einfach einen Typ. Es war suspekt aber er glaubte kaum, dass diese Wahrheit für ihn bestimmt war, sondern mehr für Harvey.
      „Du kannst gerne vorausgehen und nach Yuuto suchen“, brachte er mühsam hervor.

      „Ich glaube kaum, dass ich noch rennen kann. Keine Ahnung wieso … aber ich habe das Gefühl, dass es ihm gut geht. Vielleicht, weil ich mir jetzt ziemlich sicher bin, dass ich von einem Zombie angegriffen wurde und mich nur verteidigt habe. Yuuto war gar nicht in der Nähe.“

      Genau in diesem Moment spürten sie eine steigende Macht in sich. Sie vibrierte so stark, wie ein Hilferuf von den anderen Wächtern. Ohne dass sie es wollten begannen sie sich zu verwandeln.

      "...Vielleicht irre ich mich auch..."




      Seine Flügelchen schlossen direkt seine Augen, um ihn vor dem Regen zu schützen. Er hatte...keine Ahnung wieso er ausgerechnet diese Form wurde, mit ihr war er viel größer als sein Original und er fühlte sich so viel selbstsicherer. Doch konnte er sich schon denken wieso sie verwandelt wurden. IDie Zombies griffen wohl an, konnten sie eventuell durch die Magieaura des Herz von Kandrakar sie schnell aufspüren? Wenigstens wirkte Cabriel von äußeren nicht mehr so zerstört, auch wenn es ihm innerlich immer noch miserabel ging.
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      Ineb Chevrier & Yuuto Kurai & Anubis

      Ineb und Wyatt kämpften Seite an Seite durch dick und dünn. Sie wateten durch vermoderndes Fleisch und zwischen zerberstenden Knochen hindurch. Die Zombies hatten keine Chance gegen sie – zumindest nicht, wenn Wyatt mit so viel Elan seine Fäuste hob, während Ineb ihre Peitsche schwang, als wüsste diese Lady ganz genau, was sie tat. Und dank ihrer Magie wusste sie das auch: Jeder Hieb saß, jede Fesselung war präzise. Doch das einzige Problem war: Diese Zombies standen immer wieder auf, egal wie oft Wyatt sie vermöbelte oder Ineb sie mit der Peitsche zurechtwies. Angespannt ging Ineb auf Abstand, die Peitsche fest in der linken Hand.

      „Ja ... In den Filmen ist es auch immer so. Zombies sind ja ... unsterblich!!!“



      Es war dennoch kein Grund zum Aufgeben für die Girls. Sie konnten hiermit beweisen, dass Licht und Erde sehr wohl miteinander agieren konnten und das Böse auch gegen sie keine Chance hatte.

      "Aber...NO PROBLEM! Wyatt...Du und ich wissen beide genau, was gegen das Böse hilft! Ja, richtig! Die Liebe und Hoffnung! Ich konnte das früher nie testen, weil Harvey sich oft vorgedrängelt hat aber Louis---eh--meine Großmutter sagte immer...dass meine eigentliche Bestimmung war...Die Bösen in das Gute Licht zu führen!"

      Optimistisch streckte Ineb ihre Hand den beiden Zombies entgegen, als wüsste sie genau, was sie tat. Es war immerhin ihre Bestimmung als Hüterin des Herzens, alles Böse wieder zum Licht zu führen. Die Peitsche in ihrer rechten Hand löste sich in Nichts auf. Stattdessen begann ihre linke Hand zu leuchten und das Licht wurde mit jedem Augenblick stärker und reiner. Er forderte Wyatt auf direkt neben ihn zu stehen, als brauchte sie ihre helle Aura für diese Magie.

      „Mit der Macht des Herzens von Kandrakar werden die W.I.T.C.H. euch wieder auf den rechten Weg führen!“, rief sie mit fester Stimme.



      „Erinnert euch daran, wer ihr einst wart, bevor ihr als Zombies missbraucht wurdet, um den Menschen zu schaden. Lasst die Liebe in euren Herzen wieder aufblühen und lasst uns euch erlösen!“

      Verblüfft summte Yuuto im Busch auf, obwohl die Magie ihn nicht traff konnte er ganz genau den Schmerz an seinen Beinen spüren, die ein wenig angestrahlt wurden. Klar, das Herz sah auch jegliches "Böse" als sein Feind an und es war auch ziemlich Hungrig. Das Böse so zu verschlingen brauchte er unbedingt, denn geschah es nicht alle Tage, dass die WITCH ohne zu streiten gegen jemanden kämpften. Gerade herrschte nur Teamwork, was Yuuto ein wenig erfreute. Sie kamen ihren Ziel immer näher.
      Der Lichtstrahl zielte genau auf die Zombies, sodass sie erleuchteten. Sie krächzten und jaulten, ihre Arme hoben sie hoch in die Lüfte. Doch so wie sie sich vor den WITCH hinknieten...wirkte es fast so als wurden sie tatsächlich erlöst. Sie strauchelten nur kurz, wehrten sich nur durch Geschrei...bis sie dann friedlich sich auflösten, wie feiner Staub.
      Ermüdet wischte sich Ineb den Schweiß von der Stirn. Das...hatte ja super geklappt!

      "Ah, mit den anderen WITCH an unserer Seite wäre es glaube ich nicht so kräftezerrend aber schau Mal, was wir geleistet haben!",
      sagte Ineb stolz und hob seinen Hand um Wyatt ein High Five zu geben. Sie jubelte so laut und umarmte Wyatt, sodass sie beinahe Yuuto im Busch vergaß. Die Gefahr war gebannt...jedenfalls dachten die zwei es.

      ...

      "Zeit...etwas zu gestehen..."

      Ein paar Bäume weiter weg versteckte sich Anubis mit seinem Lakaien, um das Szenario genausten zu beobachten. Anubis wimmernde andauernd, doch liefen ihn keine Tränen hinunter. Obwohl sein Gesichtsausdruck so kalt wirkte, zerriss bei dem Anblick das Herz.

      "Du...weißt es vermutlich schon, weil du mit mir verbunden warst."

      Anubis saß direkt auf Apollos Schoß, benutzte ihn als Kuschelsofa gegen seine Trauer und es tat wirklich gut. Gerade war er ziemlich bedürftig, doch hatte er keinen Tiger zum Kuscheln oder einen Liebespartner. Deswegen war sein Lakai die beste Alternative. Auch wenn er kein Sklave war und ihn Anubis sehr stark schätzte, wusste er...dass er die ein oder anderen Bedürfnisse für ihn erfüllen konnte. Wärme spenden zum Beispiel. Jedoch hörte er das Gestampfe bereits seit einiger Zeit, weswegen er und Apollo sich langsam aufmachen sollte. Schwer stand er auf und reichte Apollo die Hand um aufzustehen, dabei merkte er wie dreckig die Hose der Fee war. Jedoch war dies gerade ihr geringstes Problem. Sie mussten gehen bevor die richtige Party begann. Leise flüsterte er Apollo zu.

      "Ich habe...noch ein paar weitere Leichen aufgefunden. Nein...besser gesagt haben meine Experimente...ein paar weitere erschaffen, in dem sie diese angriffen...Ich glaube Rüdiger hatte sich sehr bemüht...und den Zauber weiter verbreitet, die Insekten haben sich wahrscheinlich gleich mit vermehrt. Wie ein Infekt."



      Es war eine riesige Zombieinvasion. Von weiten sah Anubis schon wie mindestens zehn Zombies zu Wyatt und Ineb rannten, wie Motten waren sie angezogen von der Lichtmagie.

      "Sie folgen nur ihren Instinkten, irgendwann schaffe ich es schon mehr aus ihnen zu machen als Zombies.", fügte Anubis hinzu als wäre ihr nicht vorhandenes Bewusstsein das eigentliche Problem der Geschichte. Ein Schrei von Ineb ertönte, als sie die Meute sah, die direkt auf sie zu rannte. "WYATT! WYATT! DA SIND NOCH MEEEEEEEEHR!!!!"

      Anubis wurde bitterkalt, was er gar nicht mochte. Er griff nach Apollos Hand und zog ihn näher zu sich.
      "Die WITCH sollten damit klar kommen. Ich möchte nicht mehr zusehen wie meine Experimente vernichtet werden...Lass uns lieber zurück nach Hause und uns aufwärmen. Unsere Arbeit ist erledigt..."

      Mit diesen Worten zog er Apollo mit sich, dabei schniefte er ein paar Mal aufgrund der Kälte. Natürlich ging er direkt in die falsche Richtung, aber das würde er wohl nie lernen. Ein letztes Mal sah er zu seinem Werken, traurig senkte er die Schultern. Irgendwann...würde er es schaffen...Tode lebendiger als Menschen zu machen. Egal wie viel er von sich aufgeben musste. Ramses würde bald zurückkommen, er war fest entschlossen. Er hatte sich genug Gedanken gemacht und war nun noch viel zuversichtlicher. Dann fiel ihn aber noch etwas ein, was er Apollo lieber persönlich verkündete:

      "...Und noch etwas...Ich habe mich doch dafür entschieden mit Dax einmal zu sprechen. Es lässt mir keine Ruhe, weshalb...du mich da auch nicht aufhalten kannst. Aber falls ich ihm weh tue, kannst du mich danach hinrichten. Das verspreche ich dir als ehemaliger Thronfolger von Kemet."
      S̶͙̽m̷͔̑ḭ̸̸̸̸̸̶̵̴̵̞͖̝͔̖̝͕͆̈́ͤ͛ͪ͊ͭ̒ͦͫ̊ͮ͆̚͢͜͢͝l̵̵͓͕̋ͮ͂ê̷̸̷̴̵̲̼̰̭̞ͤ̽ͧ̋ͦ͂ͫ̃ ̶̳̃l̴͇̇_̷̶̷̷̴̴̝͕̲̣̭̾ͩͥͤ̎ͧ͂ͧ̒̕͝ͅí̶̙_̷̴̵̷̷̴̖͎̱̲͉͐ͭ͌ͣͬ͋ͫ̕̚͢͝ͅk̵̸̴̷̸͉̜̠̙̮̍ͧ͛ͥ̔ͬͭ̋͠ě̴̷̷̸̷͍͎͇̲ͭͯ̓ͥ͑ͮ̀͜͠ ̸̳͐y̶̶̶̸̻͍̱͖ͦ̀̓ͪ̇͢͝o̴̴̶̶̵̸̵̶̧̡̦̠̝͔͕̎ͧͨ͐ͪ̈́ͧͮ͊ͩ̍ͭ̓͝͝ͅu̷̶̴̜̤̩̔ͮ̀ͭ͝ ̴̖̌ṁ̴̷̷͚͉͇ͧͤ̾͘_̸̟̈́ę̸̵̸̢̭́̋ͥ͊͢ȧ̵̴̖̝ͬ̍ṋ̸̵̸̶̢̙͍̂ͤͦ̃ͪ̀͝ ̶̥̉i̴̳͛t̴̴̶̛̪̬̖ͪ͛̍͢!̸̶̵̶̘͚̰̪̊ͯ̏ͥ̉̍͢
    • Franc Kwan

      Franc spürte Erleichterung, nachdem Stan ihm versichert hatte, dass von seinem Crush keine tödliche Gefahr ausging. Kein Mörder also - ein gutes Zeichen! Solange der Kerl nicht anfing in extreme Abgründe abzudriften war alles gut. Mehr brauchte der Butler nicht zu wissen. Es wurde ohnehin Zeit, dass er die Arbeit hinter sich ließ und sich seinen eigenen Bedürfnissen zuwandte. Der Liebe zum Beispiel. Er war schließlich nicht mehr der Jüngste und würde es sonst wohl den Rest seines Lebens bereuen. Selbst ein Roboter wie Stan war nicht sicher, wenn die Midlifecrisis deine Tür aufreißt!

      "..Auf der Verlobungsfeier war er in Begleitung von Sophia Lyons Neffen Tyler Wang-Chi..."

      Nachdenklich ließ er die Fingerkuppe immer wieder um den Rand seines Glases kreisen. Mrs. Lyons war also wegen ihm wütend gewesen? Ausgerechnet sie, wo solche Leute doch alles tun würden, um die perfekte Fassade zu wahren? Das war höchst merkwürdig. Kannten sie sich etwa beruflich? Nein, wäre er Journalist hätte Stan das sofort durchschaut. Ein heimliches, kompromittierendes Foto schied als Grund also aus. Was blieb dann noch?

      „Vielleicht hatten die zwei einfach einen verdammt schlechten One-Night-Stand?“
      , Franc zuckte mit den Schultern. Das war doch viel wahrscheinlicher. Reiche Frauen wie Mrs. Lyons, deren drohende Scheidung ohnehin durch alle Klatschblätter ging, trösteten sich doch liebend gern mit hübschen Betthäschen. Womöglich waren sie erwischt worden und sie wollte ihn nun um jeden Preis meiden, damit die Medien nicht noch weitertratschten. In Francs Kopf ergab dieses Puzzleteil ein perfektes Bild.

      "Ich hoffe bis jetzt immer noch das es eine Verwechslung war aber...Es aber zu versuchen zu verleugnen macht kein Sinn."

      Franc summte nur zustimmend. Da konnte auch er nur Behauptungen stellen. Er kannte die Person nicht, weshalb er nicht wusste wie zurechnungsfähig er war.
      "Am besten fragst du ihn demnächst persönlich, er wird dir bestimmt die Wahrheit sagen.", schlug er vor und hielt es als die einzige Lösung, die Stans Gedankenkarussell wenigstens ein wenig aufhalten konnte. Der Mann machte sich bestimmt zu viele Sorgen wegen nichts. Warum grübeln, wenn er einfach mit dem Kerl da connecten konnte? Stan versuchte immer alles so kristallklar zu analysieren, obwohl die Kommunikation eigentlich der Schlüssel für seine Misere war!
      Sein Kommentar, dass er sich nicht auf Friedhöfen aufhalten sollte, ignorierte er gekonnt. Es war ja nicht so, dass er dort gerne seine Zeit verbrachte. Zugegeben, er hatte es dort noch nie gruselig gefunden und ruhig war es auch. Doch machte er es einzig allein für seinen Schatz. Natürlich verstand es der perfekte Butler neben ihm nicht. Derjenige, der so ungern Regeln brach...Stan hätte seinen Crush eher bei der Polizei angezeigt, anstatt ihn dabei zu unterstützen.

      "Er heißt Izarra...Ich hab ihn kennengelernt als ich die WG von Wyatt Lyons besucht habe. Er ist scheinbar sein Musik Lehrer. Wobei ich von Mrs Lyons gehört habe das sie nie einen Musik Lehrer eingestellt hat..."

      Gierig nahm Franc das Smartphon von Stan zur Hand, um den besten Blick auf das Profilbild zu haben. Erstaunt pfiff er los. Das war also Stans Typ? Ein ziemlich auffallender Kerl mit einem sehr putzigen Gesicht. Und der machte so viele Probleme? Stan erklärte ihn, dass er der Musiklehrer von Stans Lieblingsjungen war, doch die Lyons hatten ihn jedoch nie eingestellt.

      "Der ist ja goldig, ein interessanter Fang! Der hat sich wohl echt viel Mühe bei dem Bild gegeben, sehr kreativ. Also ich würde es ihm abkaufen, dass er ein Musiklehrer ist.", gab Franc direkt seinen Senf dazu und lachte dabei etwas. Er versuchte sich diesen Izarra mit Stan vorzustellen, er wirkte wie das Gegenteil von ihm. Schade, an so ein süßes Kerlchen hätte er sich doch erinnert...andererseits war er absolut nicht sein Fall.



      "Gegensätze ziehen sich wohl an, haha!"

      Er konnte Stan leider nicht helfen, aber vielleicht war es auch besser so. Die Meinungen anderer würde ihn vielleicht zu stark beeinflussen, obwohl Franc gerne ein paar gute Worte für diesen Izarra gesucht hätte. Er wollte unbedingt, dass Stan einen Liebespartner bekommt. "Falls ihr zusammenkommt, gehen wir auf ein Double-Date!", versicherte er Stan direkt, da konnte er sich gar nicht rausreden und Raimondo würde er auch noch überreden.

      "Ich...Will gerade nicht tiefer auf das eingehen was sein Misstrauen in mir geweckt hat aber...Ich hab das Gefühl das er mich Beschützten möchte. "



      Die geröteten Wangen von Stan verschaffte Franc ein ziemliches Herzklopfen. Huch, der Junge sorgte dafür, dass der Roboter so reagierte?! Was war er--ein Magier?! Franc dankte dem Schicksal heute mit dem Butler in der Bar sitzen zu können, die Mimik war gold wert! Wie lange wollte er von ihm, dass er mal etwas verlegen ihn ansah? Er brauchte das Double-Date unbedingt. Wer wusste schon was dieser Izarra aus ihm noch raushauen konnte, wenn er in der Nähe war?

      Stan fing an Dinge aufzuzählen, die ihn wohl positiv an Izarra überraschten. Für Franc bewies es, dass es so viel mehr Positives gab als Negatives. "Naja, wenn Wyatt ihn auch mag, dann macht er sein Musiklehrerzeug wohl richtig. Und wenn dir es nichts ausmacht, dass er bereits Vater ist...ist es doch auch cool. Da könnt ihr gemeinsam Mal einen Familienausflug machen!"
      Franc gab ihn den besten Rat, den auch ihn geholfen hatte. Immerhin hatte Raimondo auch ein paar Kinder. Erst...vor kurzem hatte er seinen älteren Sohn wiedergefunden! Das Leben dieses Lehrers war spannender als jeglicher Actionfilm und ziemlich tragisch. Doch würde Stan bestimmt sich genauso gut wie Franc fühlen, wenn er ein Teil seiner Familie sein konnte. Solange...keine Mutter noch da war, die ihn ersetzen wollte...anders würde ihn Stan sehr leid tuen. Aber auch da konnte er sich an seiner Schulter ausweinen, denn teilte er dann dasselbe Leid.

      "Du hast es auf dem Punkt getroffen...Es ist MEIN Privatleben! Niemand außer mir kann Entscheiden ob Izarra gut für mich ist oder nicht! Selbst wenn es gegen das Gesetzt verstößt!"

      Erschrocken hielt Franc das Glas fest, denn knallte Stan einfach seine Handfläche auf den Tresen. Moment, war er etwa betrunken? Hielt er so wenig aus? Aber wenigstens erkannte er im benebelten Zustand, was das richtige war.
      "Gut so! Schnapp ihn dir, Tiger!", feuerte er ihn bei seinem Geschwätz an und klatschte dabei in die Hände, als er das Getränke abstellte. Er wollte am liebsten bei der Liebeserklärung dabei sein, das würde Franc mehr feiern als irgendwelches K-Drama!

      "...Langsam habe ich das Gefühl ich vertrag gar nicht so viel Alkohol, beim besuch vor ein paar Tagen bei Simon Rose war ich auch viel zu schnell berrauscht"

      "Ja, das glaube ich---...Warte, was hast du gesagt?"



      Beinahe hatte der Ex-Soldat seine eigene Zunge verschluckt. Hatte...Stan gerade Simon Rose erwähnt. Wegen was war er denn bei dem Casanova zu Besuch? Die Lyons waren doch mit den Rose verfeindet? Was machte er dann dort? Analysierend verengte er seine Augen und starrte Stan von oben bis unten an.

      "...Was denkst du...? Wann sollte ich ihm wieder schreiben? Er meinte ich kann jederzeit zu ihm kommen, wenn etwas verrücktes passiert...Aber gerade passiert nichts verrücktes..."

      Franc räusperte sich, er wollte Stan auf keinen Fall in seinem Liebesrausch unterbrechen. Doch zu gern würde er verstehen, was der Butler der Lyons dort verloren hatte. Simon hatte ihn gar nichts gesagt, also war es ein Tage, an dem er frei hatte? Wie....unfair war das denn?! Doch er durfte das Thema nicht aus den Augen verlieren, auch wenn er doch ganz schön neugierig war. Wann er Izarra schreiben sollte?

      "Am besten, wenn du wieder nüchtern bist.", gab er trocken von sich und schlürfte weiter an seinem Glas. "Dann solltest du auch sein Angebot annehmen, das ist doch ganz klar eine Einladung zu ihm! Er MÖCHTE, dass du ihn anschreibst und ihn brauchst. Ich wette er checkt öfters Mal seine Nachrichten ab, um zu checken ob du ein Lebenszeichen von dir gegen hast."

      Dieser Izarra klang ebenfalls ziemlich verschossen in Stan, wenn sich der perfekte Bulter nicht so anstellen würde, dann wären sie bestimmt schon seit einigen Tagen zusammen. Franc liebte es der Erfahrene unter ihnen zu sein, der mittlerweile gut die Bedürfnisse von Liebesbedürftigen ablesen konnte! Gelassen legte er einen Arm um Stan und wirkte in dem Moment wie ein Lehrer, der ihn etwas beibringen wollte.

      "So niedliche Kerle wie dieser Izarra würden nie den ersten Schritt machen, glaub mir. Er wartet bestimmt darauf, dass du den Stock aus dem Arsch nimmst und die romantische Zone zwischen euch eröffnest! Du darfst nicht zu stark in die Freundeszone rutschen, sonst bleibst du da für immer gefangen, Kumpel! Am besten sagst du ihm gleich was du von ihm willst. Sag ihm direkt, dass du kein Problem hast mit ihm gemeinsam sein Kind großzuziehen und das du nicht von seiner früheren Frau ersetzt werden willst, wenn sie zurückkommt!"

      Ein bisschen knüpfte Franc an sein eigenes Leben an, er bereute es so sehr nie für seine Rolle gekämpft zu haben. Jetzt saß er auf ewig auf den Boden eines Versagers, während die Exfrau von Raimondo - ohne etwas dafür zu machen - immer auf dem Thron beharren durfte. Es war scheiße die zweite Geige zu sein. Es war scheiße ersetzbar zu sein! Deswegen sollte es Stan nicht auch so widerfahren, er sollte direkt die Fäuste auf den Tisch hauen und sagen, was er von Izarra verlangte!

      "Schreib ihn doch gleich morgen an und frag, ob er sich mit dir Treffen möchte? Dann suchst du das beste Lokal aus und ziehst dich mega schick an, lass bitte dabei dein Butlerfummel aus! Zeig ein wenig von deiner Brust oder so, oder trag diese sehr eng anliegen Handschuhe, die stehen dir super gut! Ich werde heimlich mit im Lokal sitzen und dir per Kopfhörer Signale geben, wenn du dich nicht traust!"

      Ein wenig zu aufgeregt erzählte Franc seinen Plan weiter, den er sich sehr gut vorstellen konnte. Am besten machte er an dem Abend heimlich Aufnahmen, um Stan damit irgendwann necken zu können, wie verlegen er doch an dem Tag war! Izarra würde es bestimmt rühren, Franc war immerhin ein Männerversteher!

      "Und vergiss auf keinen Fall Rosen oder was auch immer der Kerl mag! Aber übertreib nicht beim Geschenk, teurer Schmuck beim ersten Date ist unerwünscht. Ach, sag ihm auch nichts wegen einem Date - überrasch ihn damit! Erst wenn du für ihn den Stuhl zurückrückst, damit er sich hinsetzen kannst, klärst du ihn auf! Das wird sein Herz garantiert zum Klopfen bringen! Und dann wird es an der Zeit ihn noch besser kennenzulernen. Ihr sprecht über eure Liebeserfahrungen, werdet herzlich dabei lachen und immer schön den Augenkontakt aufeinander haben! Dabei nimmst du irgendwann seine Hand und streichelst sie bedacht!"

      Mhm, die Vorstellung gefiel ihn so gut, dass er Stan näher an sich dran drückte. Gut, dass die Jungfrau zu ihm kam.

      "Oh- Achja und erwähn' lieber erst, wenn es wirklich zur Sache geht, dass du Jungfrau bist und noch nie eine Beziehung geführt hast. Besonders Homosexuelle toben sich eigentlich ziemlich früh aus und manche finden es echt langweilig, wenn der Andere gar keine Erfahrung hat. Deswegen häufst du erst deine Plus-Punkte bei ihm auf, damit du da nicht abgewiesen wirst!"

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      Beni Darkwood

      Zusammen mit Dax hatten sie es endlich geschafft zu diesem großen Waldstück zu gelangen. Nova hatte ihn nämlich verraten, dass er genau die Koordinationen aller Wächter des Dark Hearts wusste. Natürlich wollte Beni sie direkt ausfindig machen! Besonders diesen Oscar! Leider wollte Nova nicht mitkommen, er hatte es seltsamer Weise ziemlich eilig, nachdem sie aus dem Portal rausgekommen waren. So als hätte er den Backofen zu Hause vergessen auszuschalten. Vielleicht musste er auch dringend aufs Klo. Beni hatte nicht einmal eine Ahnung wie sie ihn zukünftig erreichen sollten, der Kerl hinterließ nicht einmal eine Nummer. Aber wenn Nova sie aufspüren konnte, wollte er wohl entscheiden wann ihr nächstes Wiedersehen war. Schade, dabei dachte Beni, dass sie direkt eine süße Gruppenversammlung anschlagen konnten. Er wollte für Lord Korbos fleißig sein und alle Wächter zusammentrommeln.
      Obwohl das Wetter ziemlich miserabel aussah und Beni erst vor kurzem eine Erkältung hinter sich hatte, suchten sie den ganzen Wald ab. Durch einen Kompass von Nova konnten sie den Lagerplatz von Oscar ausfindig machen, auch wenn Beni ihn gar nicht wirklich lesen konnte. Dafür hatte er ja Dax! Erst als sie am Lager waren machte sich auch das Dark Heart bemerkbar, also konnte das auch die BITCH finden. Es zeigte mit der unteren Spitze direkt auf einen der Zelte.
      "Ah, da müsste er sein! Er versteckt sich bestimmt vor dem schlimmen Sturm!", rief Beni aufgeregt und rannte direkt auf das Zelt zu. Hastig öffnete er es und blickte hinein. Sein Grinsen wurde so breit, als hätte er sein Lieblingsspielzeug gefunden.

      "Daxxy, das ist er! Mein großbusgier Freund! Ossi!", sagte er begeistert und wuschelte dem schlafenden Mann durch die Haare. Obwohl er ihn so wild berührte, öffnete Oscar aber nicht seine Augen. Verwundert blinzelte ihn Beni an.
      "Oh, macht er wohl einen Schönheitsschlaf? Naja, macht nichts. Wir können ihn ja auch so mitnehmen. Am besten suchen wir uns gleich mit ihm einen Unterschlupf!", zuckte Beni mit der Schulter und ging wieder aus dem Zelt raus, um es zu schließen. Dann riss er aber die Nägel aus dem Boden heraus, damit das Zelt in sich zusammenfiel. Mit einem Fuß stellte er sich genau auf die Laken und berührte somit Oscars schlafenden Körper.

      "Schlaf ruhig weiter, Hübscher. Daxxy wird sich solange um dich kümmern!"



      Er bat seine heiße Krankenschwester darum Oscar zu tragen, während er den Kompass in die Hand nahm. Selbst war er damit beschäftigt sich so einzumurmeln, damit ihn nicht noch kälter wurde. Er zitterte am ganzen Körper, weswegen sie unbedingt eine Höhle oder ähnliches brauchten. Dabei war er gerade in Boscos Körper und obwohl der Kerl immer viel anhatte, als wäre das eine Anti-Sex-Kleidung, war ihm trotzdem bitterkalt.

      "Vorsichtig mit ihm, Daxxy. Ich glaub er mag es nicht so getragen zu werden. Ich glaub' er sieht sich nicht so als Prinzessin Dornröschen, sondern eher als die böse Hexe."

      Es dauerte einige Zeit bis sie Unterschlupf fanden. Der Regen war sehr stark und überall hörte er quälende Geräusche, selbst Schreie waren nicht zu überhören. Verwirrt sah er sich um. Beni war schon oft im Wald aber hier fand sogar er es ein wenig unheimlich. Wenigstens musste er sich keine Sorgen machen erkannt zu werden in der Form eines Toten. Er hatte sich nur als Bosco verwandeln, weil Nova es ihm empfahl. Er hatte ihn als 'unterbelichtet' beleidigt, weil er in seiner wahren Gestalt herumlief. Wahrscheinlich, weil sein anderes Ich wohl ziemlich bekannt war, vor allem nach der Kirchenaktion, weswegen er noch ziemlich neidisch auf Ineb war.
      Die Höhle war stockfinster. Beni untersuchte sofort, ob irgendein Bär oder ein anderes Tier sein Unwesen herumtrieb. Doch sie war erstmals leer. Gut für sie!



      Behutsam lag Dax Oscar mitsamt Zelt auf den Boden. Beni machte keinen Halt um den Stoff direkt zu zerreißen, er hatte keine Lust den Reißverschluss zu suchen. Er öffnete das Zelt wie ein Weihnachtsgeschenk, auf das er ziemlich lange gewartet hatte. Glücklich sah er zum schlafenden Oscar, was für ein hardcore Nickerchen!

      "Das reicht jetzt aber. Zeit zum Aufstehen, Ossi!", rief er ermunternd auf und erhob seine Hand. Mit viel Schwung holte er aus und schlug Oscar knallhart auf seine linke Wange. Dann auf die rechte, sodass ein klatschendes Echo ertönte. Er wiederholte es, seine Schläge waren dabei ohne Gnade, während er fröhlich vor sich hin grinste.
      Erst als Oscars Wangen feuerroten waren, öffneten sich die Augen des Blondhaarigen. Beni strahlte ihn direkt an und begrüßte ihn wieder in der Realität angekommen zu sein.

      "Gut geschlafen, Ossi? Ich dachte ich beende mal deinen regnerischen Camping-Trip und entführe dich!"

      Dabei hatte er beinahe vergessen, dass ihn Oscar so gar nicht erkennen konnte. Jetzt, wenn er so darüber nachdachte war es auch noch ganz schön witzig. Denn erinnerte ihn Bosco ziemlich stark an Oscar. So als wären sie Zwillinge!

      "Ah, ich bin es! Beni! Wir haben zusammen in einem Traum gevögelt! Wunder dich nicht, das ist nur meine Tarnung! Nenn' mich also auch am besten Bosco, okay?"



      Er saß sich direkt neben ihn, sein Oberkörper schwang sich hin und her. Er zeigte auch Dax, dass er sich neben ihn hinsetzen sollte, damit er seinen Kopf auf den Schoß der Krankenschwester legen konnte. In der Position sprach er dann weiter:

      "Das ist im übrigens Daxxy! Meine heiße Krankenschwester, er gehört zu uns und kann richtig krass heilen. Das würde dir voll gefallen. Er hat mir beim Suchen geholfen, was machste hier eigentlich im Wald? Gibt es hier Oger oder so mit denen du Spaß haben wolltest?"

      Beni schüttete Oscar mit Informationen zu, während er seine nassen Haare an Dax Oberschenkel einkuschelte. Ah, er war immer so schön warm. Wie eine Bärenmutter.

      "Ich habe ja gesagt, dass ich euch in der echten Welt aufsuchen werde. Und tja, da bin ich. Du bist der Erste, den ich finden wollte, du hast mir nämlich am besten gefallen. Außerdem hattest du auch im Traum deine Feuerkräfte---eh oder Blitzkräfte---oder--eh---naja du hast deine Kraft gezeigt! Das war richtig cool!"

      Er lobte Oscar ziemlich ehrlich, der Mann besaß total viel Talent. Er wollte ja nicht angeben aber glaubte er, dass seine Männer so viel besser in ihrer Magie waren als die Jungs von Ineb. Tja, da sollte er bloß nicht neidisch werden. Aber gegen sie werden sie keine Chance haben.

      "Ich habe schon einen guten Plan, Ossi. Wir werden Liams Club als Unterschlupf nehmen, bestimmt hat er nichts dagegen. Deswegen hebe ich mir ihn auch zum Schluss auf. Mein Plan ist es euch alle erst Mal dorthin zu bringen und dann erkläre ich euch euer wichtiges Zeug. Denn ihr habt mega Glück mit eurem Schicksal, ihr habt eine unglaubliche Macht bekommen, um einen richtig heißen und starken Mann zu dienen. Aber flirten dürft ihr nicht mit ihm, sonst muss ich euch leider eliminieren. Auch Beleidigungen sind vollkommen Fehl am Platz. Ihn angucken und dienen, das dürft ihr. Sex haben könnt ihr ja mit mir, das reicht aus!"

      Er drehte sich zu Oscar um, damit er ihn genau angucken kann. Breit lächelte er ihn an. Wenn er alle BITCH zusammengetrommelt hatte musste er unbedingt Lord Korbos zu sich herbeirufen oder was auch immer sein Geschenk bewirkte. Dann würde er ihn bestimmt glücklich belohnen, weil er sich soooo sehr bemüht hatte! Er war ein braves Kerlchen!

      "Du freust dich doch bestimmt ein Feuerwächter geworden zu sein, oder? Ich habe sogar einen Lehrer für uns gefunden, der mit uns ein wenig die Kräfte trainieren wird. Ich habe nämlich noch immer noch so den Plan wie ich mich genau verwandle, ist schwieriger als ich dachte aber...ich glaube wir werden das schon hinbekommen!"
      S̶͙̽m̷͔̑ḭ̸̸̸̸̸̶̵̴̵̞͖̝͔̖̝͕͆̈́ͤ͛ͪ͊ͭ̒ͦͫ̊ͮ͆̚͢͜͢͝l̵̵͓͕̋ͮ͂ê̷̸̷̴̵̲̼̰̭̞ͤ̽ͧ̋ͦ͂ͫ̃ ̶̳̃l̴͇̇_̷̶̷̷̴̴̝͕̲̣̭̾ͩͥͤ̎ͧ͂ͧ̒̕͝ͅí̶̙_̷̴̵̷̷̴̖͎̱̲͉͐ͭ͌ͣͬ͋ͫ̕̚͢͝ͅk̵̸̴̷̸͉̜̠̙̮̍ͧ͛ͥ̔ͬͭ̋͠ě̴̷̷̸̷͍͎͇̲ͭͯ̓ͥ͑ͮ̀͜͠ ̸̳͐y̶̶̶̸̻͍̱͖ͦ̀̓ͪ̇͢͝o̴̴̶̶̵̸̵̶̧̡̦̠̝͔͕̎ͧͨ͐ͪ̈́ͧͮ͊ͩ̍ͭ̓͝͝ͅu̷̶̴̜̤̩̔ͮ̀ͭ͝ ̴̖̌ṁ̴̷̷͚͉͇ͧͤ̾͘_̸̟̈́ę̸̵̸̢̭́̋ͥ͊͢ȧ̵̴̖̝ͬ̍ṋ̸̵̸̶̢̙͍̂ͤͦ̃ͪ̀͝ ̶̥̉i̴̳͛t̴̴̶̛̪̬̖ͪ͛̍͢!̸̶̵̶̘͚̰̪̊ͯ̏ͥ̉̍͢