Connected Hearts [ Kaischiro & Minacat ]

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      Ineb Chevrier & Cabriel Valentine & Yuuto Kurai & Izarra

      "NAAA Endlich!!~ Ich Dachte ich muss noch länger in diesem Busch hocken!!"

      Plötzlich war es totenstill. Weder die Vögel zwitscherten noch gaben die WITCH-Mitglieder oder Yuuto auch nur einen Ton von sich. Wie hypnotisiert starrten sie auf das ominöse, muskulöse Wesen, das sich gerade als Harveys Bruder entpuppt hatte. Der Typ war ein verdammter Zwei-Meter-Riese. Ineb war so perplex, dass er seine eigene Hand vergaß und die Dose darin fast fallen ließ.
      Woher kannte so jemand bitteschön Wyatt? War der Typ nicht ... ein Ex-Knasti?! War der Schauspieler etwa so ein Typ, der bösen Männern aus dem Knast schrieb, um umgarnt zu werden?! Wyatt lieferte die Erklärung zwar prompt, doch Ineb kniff die Augen nur noch weiter zusammen, verdächtig. Ach, so war das also ... der Kerl hatte ihm einfach geschrieben? Wollte dieser ominöse Bruder Harvey wirklich nur überraschen, oder steckte mehr hinter diesem seltsamen Weg? Ineb war völlig hin- und hergerissen, wie er die Sache einschätzen sollte. Er wusste wie komisch Brüder sein könnten, deshalb brauchte er mehr Alkohol um diese Sache besser analysieren zu können.

      "Harvey, eh....deine Freunde sind....echt putzig."

      Yuuto spielte seine Überraschung geschickt. Er hatte sich schon fast gedacht, dass sie heute nicht zu sechst bleiben würden, schließlich war Harvey eine polarisierende Persönlichkeit – gleichermaßen geliebt und gehasst. Auch auf das baldige Erscheinen von Izarra hatte er sich mental längst eingestellt, mit Oscar hatte er nur nicht gerechnet. Aber ergab wohl Sinn, immerhin waren sie Brüder und Familie spielte in dieser Welt eine wichtige Rolle. Mit neugierigen Augen musterte er Oscar und stellte sofort den gravierenden Unterschied zu den Wächtern fest. Während die Light Heart-Witches gezeichnet wirkten, standen die Dark Heart-Witches kerngerade da. Es wirkte beinahe so, als ob dieser Traum für sie das reinste Zuckerschlecken wäre.
      Schweigend sah Yuuto zu, wie Oscar seinen kleinen Bruder aufzog – eine Geste, die durch und durch liebevoll wirkte. Harvey sollte diesen Moment mit Oscar einfach auskosten. Vielleicht spürte der Feuerwächter in diesem Augenblick endlich einen Hauch der brüderlichen Zuneigung, die er in seiner eigenen Kindheit so schmerzlich vermisst hatte.

      ...Wenn sie nur wüssten, dass sie bald auf Leben und Tod gegeneinander kämpfen mussten...



      "Power Ranger Pink...huh...?",
      schnaufte Ineb erdrückend aus.
      Obwohl Harvey absolut nichts dafür konnte, wurde Ineb plötzlich von einer eher unangenehmen Kindheitserinnerung heimgesucht. Oh ja, er hatte früher genug eigene Erfahrungen mit der Farbe Pink und diesem Kostüm gemacht. Ein bestimmter Freund hatte damals nämlich regelrecht darauf bestanden, dass Ineb dieses Power-Ranger-Kostüm trug, das er ihm allen Ernstes auch noch zum Geburtstag angedreht hatte. Ständig musste Ineb den pinken Ranger mimen, obwohl ihm die Serie völlig egal war. Mit fünf Jahren hatte er ohnehin viel lieber Disney-Serien oder Magical-Girl-Animes geschaut. Aber dieser Junge von damals ... der hätte sich wirklich blendend mit Harvey verstanden.

      "Das weckt Erinnerungen...", gab er murmelnd von sich und fragte sich ob auch Harvey darauf stehen würde, wenn jemand ihn in diesem Kostüm überraschen würde. Pink stand zwar Ineb hervorragend...aber vielleicht sollte das eher dann sein Girlfriend durchführen...



      Während die anderen Oscar jeder auf seine Art anstarrten, nahm Cabriel eine völlig andere Perspektive ein. Sein Blick blieb an Oscars Körperproportionen hängen, und plötzlich machte er eine geradezu erschreckende Entdeckung. Diese massiven Muskeln, die gesamte Statur ... das alles kam ihm extrem bekannt vor. Sogar dieser markante, runde Po begegnete ihm regelmäßig in jener virtuellen Welt, in der er sich am aller wohlsten fühlte. Sein bester Kumpel aus seinem Lieblings-Onlinespiel war exakt genauso blond, genauso laut und genauso zielsicher wie dieser Typ. Oh Mann ... warum verdammt sah Harveys Bruder aus wie Sir Rexington?



      Es fühlte sich an, als würde Cabriel auf etwas zutiefst Vertrautes treffen, obwohl er Oscar noch nie im Leben gesehen hatte und diese Ähnlichkeit reiner Zufall sein musste. Dennoch konnte er den Blick nicht abwenden und starrte ihn völlig perplex an. Schließlich vermittelte ihm Sir Rexington stets ein Gefühl von Geborgenheit und ... ganz ehrlich, er war auch einfach verdammt schön anzusehen. Der Typ hatte exakt die Muskeln und die Statur, von der Cabriel als schmächtiges Wesen nur träumen konnte. Für einen Moment bewunderte er einfach still und heimlich diesen Riesen, sein toter Blick durchstach ihn förmlich. Umso mehr begann er sein Online-Leben zu vermissen.



      "Ich meines es diesmal total ernst! Happy Birthday Harvey, ich wünsche dir von Herzen alles Gute."

      Obwohl Ineb Oscar gegenüber noch ziemlich misstrauisch auftrat und kaum auf dessen Blicke reagierte – weil er dachte, die seien gar nicht für ihn bestimmt –, verstand er nun, dass dieser Mann wirklich nur für seinen Bruder hier war. Sofort floss ein Gefühl wie warmer Honig in sein Herz und ihm wurde richtig warm. Ach ja, Ineb war zwar jemand, der alles und jeden verdächtigte ... besonders, wenn sie Kontakt zu Wyatt hatten ... aber dieser Kerl wollte seinem lieben Bruder wohl tatsächlich nur eine Überraschung bereiten. Eventuell hatte ihn der lange Knastaufenthalt ja weichgeklopft?

      "Ey, ich finde es wirklich stark das ihr mit Harvey zusammen wohnt, ich finde Wohngemeinschaften echt stark! Ich hoffe ihr passt immer gut auf ihn auf ja? Besonderes wenn es so gut aussehende Leute wie ihr seid! Jetzt echt mal, wie stellst du das an?"

      Dankend nahm Ineb das Kuchenstück entgegen und lachte amüsiert auf. Ja, jetzt verstand er. Dieser riesige Kerl war wirklich einfach nur ein Bruder, der sich um den Kleineren sorgte. Und das fand der Franzose insgeheim total niedlich!

      "Hehe, Harvey hat sogar sein alleiniges Reich erhalten, damit er immer genug Ruhe erhält!", sagte Ineb so überzeugt, als glaubte er tatsächlich selbst, dass es das einzige Argument war.
      "Ich verstehe deine Sorge total! Ich mache mir auch immer Sorge um meinen Bruder...kleinere Brüder können ja auch ziemlich viel Unfug anstellen. Deshalb ist es wohl die Pflicht des Größeren...ein wenig...die Bürden des Kleineren auf sich zu nehmen, wenn er 'nen Fehler begannen hatte und ihn in die richtige Richtung zu lenken...", schnatterte Ineb während er sich glücklich hintern Kopf strich. Manchmal vergaß er selbst, dass er der Größere war unter Louis und Elisabeth. Wenn er Oscar energische Art sah, wie er Harvey einfach happy machen wollte...fragte er sich, ob er vielleicht seinem Bruder zu wenig Zuneigung entgegen brachte...weshalb er sie auf eine sehr groteske Art anriss? Auch Cousins musste man wohl genug Beachtung schenken.... Es waren schon einige Wochen vergangen seit dem Kirchenvorfall und unglaublicher Weise...konnte Ineb spüren wie der Groll immer mehr und mehr verflog. Vielleicht hatten Brüder eine starke Verbindung zueinander, weshalb auch ein Ex-Knasti seinen Weg zu seinem Bruder wiederfand? Oh mann....da wurde dem Herzträger ganz melancholisch im Herzen! Bloß nicht heulen!


      Gerade, wo Yuuto Harvey antworten wollte, drang plötzlich ein schweres Schnaufen zu ihnen herüber. Zuerst klang es wie ein wilder Bär, doch für ein Raubtier war das Stöhnen eindeutig zu wehleidig. Allmählich schälte sich eine Gestalt aus der Ferne heraus, die sich buchstäblich zum Campingplatz hochkraxelte. Der Kerl war definitiv kein geübter Wanderer. Es grenzte schon fast an ein Wunder, dass er nicht noch öfter als diese gefühlten drei Male den Berg hinuntergerollt oder gar ganz die Klippe hinabgestürzt war. Diesem sicheren Tod nur knapp von der Schippe gesprungen, schleppten ihn seine zitternden Beine die letzten Meter zu Harvey und den anderen. Überglücklich schnaufte Izarra auf. Endlich am Ziel!

      "Aaahh....Ich habe vergessen wie hoch der Platz am Gipfel eigentlich war...Ich kann nicht mehr...", raunte Izarra mit einem verzweifelten Lächeln hinaus, sein Gesicht war übersät mit Kratzern und sein Haar war so durchwuschelt, als hatten ihn böse Wölfe gejagt. Glücklich sah er zu den Anderen entgegen: "Ich habe es also noch rechtzeitig geschafft! Dachte schon ich kratze davor aa---"





      Doch das freudige Lächeln gefror ihm regelrecht auf dem Gesicht, als er den Riesen neben Harvey entdeckte. Warte, was? Oscar?! Wie zu Stein erstarrt blieb er stehen. Mit ihm hatte er nun wirklich nicht gerechnet ... Dann fiel es Izarra wie Schuppen von den Augen. Verdammt, wie hatte er das vergessen können?! Klar, das war Harveys Bruder! Der Kerl, der ihn heftig mit einer Kokosnuss angegriffen hatte und... wohl zu Beni gehörte! Das Dilemma wurde ja nur noch schlimmer!
      Aber ... hatte er die anderen nicht extra gefragt, ob noch weiterer Besuch anstand? Wyatt hatte ihm zwar hoch und heilig eine "schöne Überraschung" versprochen, aber ... jetzt, wo er so darüber nachdachte, hatte der Schauspieler mit keinem Wort erwähnt, dass diese Überraschung menschlich sein könnte! Clever eingefädelt. So musste Wyatt nicht lügen und Izarra hatte ahnungslos ddas Falsche vermutet. Oh heiliger Stern. Dabei hatte er doch extra etwas ganz Spezielles für die WITCH vorbereitet. Und ob Oscars Anwesenheit jetzt eine so gute Sache war ...? Izarras geschockter Gesichtsausdruck verriet sofort, dass die beiden sich bereits bestens kannten.

      "H-hallo...", sagte er so perplex, als wusste er selbst nicht wie er ihn jetzt bitte gegenübertreten sollte. Eventuell erkannte er ihn ja gar nicht, Oscar hatte sich im Traum ja nicht wirklich für ihn gescherrt. Izarra sollte sich nicht sofort beirren lassen. Trotzdem war das Ganze echt...Mist...Yuuto war ja auch hier. Es war kein WITCH-ONLY-Birthday?



      Mit einer verdächtig auffälligen Bewegung pfefferte er seinen großen Koffer ins Zelt, es raschelte und irgendetwas klang auch wie ein schreiender Frosch. Darin steckten all seine Vorbereitungen für den perfekten Geburtstag. Er hatte als Geschenk nämlich eine spezielle Trainingseinheit für Harvey ausgetüftelt; als sein Lehrer sah er das schließlich als seine Pflicht an! Doch da er Yuuto und Oscar in seiner Planung komplett ausgeblendet hatte, löste sich das Ganze gerade in Luft auf. Warum zum Teufel hatte er Harveys Boyfriend überhaupt vergessen? Manchmal wirkte es fast so, als würde Yuuto es regelrecht darauf anlegen, vergessen zu werden. So ein Keks aber auch ... Gut, sie hätten abwarten können, bis Yuuto selig schlummerte und dann trainieren können. Aber nach allem, was er über Oscar wusste, tauchte dieser Kerl sowieso überall und nirgends auf...es wäre zu heikel!
      Eine einzige Tüte hielt Izarra noch fest, anstatt sie wie den Rest ins Zelt zu befördern. Mit einem professionell einstudierten Lächeln trat er auf Harvey zu. Dass er sich für diesen Tag herausgeputzt hatte, war offensichtlich, doch der Look erinnerte weniger an eine Feier als an ein Hochsicherheitslabor. Er trug nach wie vor seine Forscherbrille und die schwarzen Laborhandschuhe, die Feuer standhalten konnten. Das leichte Zucken in seinem Gesicht verriet den aufgestauten Frust, den er mühsam zu unterdrücken versuchte. Wann, verdammt noch mal, sollten sie unter diesen Bedingungen eigentlich ihr Training absolvieren?

      "Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Harvey! Ich habe dir extra riesige Marshmallows besorgt, damit du sie anzünden kannst..."
      , sagte er leicht enttäuscht und zweideutig. Er überreichte sie dem Feuerwächter leicht energielos. Tja, da konnte wohl Izarra nichts machen. Dann wird das Training doch noch warten müssen...hoffentlich wartet das Ende der Welt genauso lange. Oh bitte Lord Korbos Eternity, hab Gnade.


      Er nahm sich ein Stück von dem Kuchen, der ihn einst das Leben gekostet hatte – ein Akt der Kapitulation vor dem Schicksal. Er steuerte auf Tyler zu, der etwas abseits der anderen stand. Im Gegensatz zu Cabriel strahlte Tyler jedoch nicht diese Distanz aus, die deutlich machte, dass man ihn lieber in Ruhe lassen sollte.
      „Wow, zehn von zehn Punkten für das Zelt! Und der Kuchen ist sogar noch heil – alle Achtung, Jungs. Mit der Festung übersteht ihr hier oben sicher sogar einen Wolfsangriff“, lobte Izarra die Truppe zufrieden. Er hatte sie nicht umsonst an diesen abgelegenen Berg geschleppt: Hier oben tauchte schließlich keine Menschenseele auf.

      Mit gesenkter Stimme schlich er sich an Tyler heran. Izarra gab sich größte Mühe, wie ein normaler Gast zu wirken, der nur auf einen Sprung vorbeischaut, um Oscar nicht zu sehr aufzufallen. Doch dabei bemerkte er erst recht, dass Tyler völlig neben der Spur war.
      „Alles in Ordnung bei dir? Du siehst ein bisschen gestresst aus“, flüsterte er. War die Wanderung zu strapaziös für den Wasserwächter? Tyler legte so viel Wert auf Reinheit und Struktur – das hier draußen musste für ihn wie ein einziger Albtraum sein. „Ich habe Insektenspray im Koffer, genug für alle ... falls das der Grund für deine schlechte Laune ist.“




      Während er in der Mitte auf der Bank zwischen Harvey und Yuuto thronte, ließ sich Ineb den Kuchen schmecken. Dass er dabei sein Bier wie eine Tasse Tee trank, fand Yuuto eigentlich ziemlich widerlich – auch wenn er gerade zu sehr mit seinem eigenen Gebäck kämpfte, um etwas zu sagen. Ineb hingegen war bester Laune. Er sah zu Wyatt rüber und grinste: „Wyatt...wow...Du hast auch mal gute Ideen hast! Der Kuchen ist echt lecker und die Überraschung mit Oscar ... damit hast du Harvey voll erwischt. Hast du echt gut hingekriegt!“



      Er wandte sich Oscar zu und bot ihm mit einer einladenden Geste sein Getränk an: „Hey, willst du auch was? Bedien dich ruhig!“ Doch bevor Oscar antworten konnte, leerte Ineb sein Glas kurzerhand selbst. „Beeindruckend, wie fit du wirkst, dafür dass du gerade erst aus dem Krankenhaus entlassen wurdest! Man sieht dir sofort an, dass du ein Sport-Typ bist. Wie oft pumpst du eigentlich?“

      Während Ineb sich redlich bemühte, ein Gespräch mit Harveys großem Bruder in Gang zu bringen, legte Yuuto sein Stück Kuchen beiseite, was ziemlich untypisch wirkte. Er erhob sich und wandte sich Harvey zu: „Ich bin nur kurz weg, um ein stilles Örtchen aufzusuchen. Bin gleich wieder zurück“, sagte er mit einem sanften, freundlichen Lächeln. Er musterte Harvey etwas länger als üblich, so als blickte er durch ihm hindurch. Der Wind wehte durch Yuutos Haar, er wirkte nachdenklich und doch...spielte er die fröhliche Rolle ziemlich gut.



      "D-...dürfte ich mitkommen?", fragte Cabriel mit einer so leisen und unsicheren Stimme, sodass Yuuto ihn fast gar nicht wahrnahm. Er musste schon seit einer Weile, traute sich aber nicht alleine zu gehen. Der Wald war voller Tiere, die ihn nachjagen würden...Und seit Izarra sagte, dass hier auch Wölfe waren...war er ganz blass im Gesicht. Cabriel hatte jetzt schon Sorge vor der Dunkelheit, bestimmt würde er es nicht überleben.



      "Ja klar! Ist sowieso besser im Wald nicht alleine zu sein! Hier gibt es sooo viele Tieere!", sagte Yuuto zwar freundlich aber auf einer gleichen Weise ziemlich sadistisch, als wusste er genau, dass Cabriel Angst vor Tieren hatte, sodass der Luftwächter nur erzitterte.
      Nach einem kurzen Abstieg vom Berg fanden sie sich inmitten dichter Bäume wieder. Unterhalb des Abhangs, an dem sie standen, schlängelte sich ein Fluss entlang. Während Cabriel sich einen Platz suchte, um in Ruhe zu verschwinden, blieb Yuuto auf Distanz und tat nur so, als hätte er das gleiche Ziel sich zu erleichtern. Er war wegen etwas anderem gekommen. Die Magie hier war verdammt stark. Ein Teil des Dark Hearts...Izarra würde das sicher bald merken, auch wenn jemand versuchte, die Magie so weit wie möglich zu unterdrücken.
      Ohne Cabriel Bescheid zu geben ging er dichter in den Wald, der Magie entgegenkommend. Dann sah er jemanden, der sich an einem Baum lehnte, etwas erschöpft und wohl genauso zersaust wie Izarra. Er...kannte doch diese Person. Schnell ging er auf sie zu und ergriff sie am Schulterblatt. Yuuto staunte nicht schlecht, war das ein Zufall?

      "Apollo...? Du hier?", fragte Yuuto sehr verwundernd. Nanu, hatte sein Meister nicht sie benachrichtigt, dass sie zum Strand wollten um an seinem Experiment weiterzuarbeiten, weil sie Meersalz bräuchten?



      Währenddessen war Cabriel fertig, bemerkte jedoch...dass er plötzlich mutterseelenallein war? Hm? Er sah sich verwundert um?
      "Y...Yuuto?", rief er so leise, dass nicht mal eine Spitzmaus ihn hören konnte. Kein Lebenszeichen von Harveys Freund. Cabriel erstarrte vor Schreck. Wie? Hatte er...Yuuto verloren? Seine Panik zeigte sich am Körper, er zitterte. Oh nein...Er konnte so nicht zu den anderen zurück. Yuuto musste hier irgendwo sein, wäre er zurück gegangen, hätte er es bemerkt, weil er an ihm vorbei musste. Was war, wenn er beim Pinkeln irgendwohin gefallen war? Harvey würde ihn umbringen. Er hörte schon wie seine Schwester ihn hinter einen der Bäume auslachte. Von weiten hörte er etwas Rascheln. War das vielleicht Yuuto?

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      Franc Kwan



      In der Nacht vor dem Camping der Witch, ereignete sich etwas mysteriöses, was nur selten auf der Erde eintrat. Es war so unglaublich, dass sich der 'Protagonist' dieser kleinen Geschichte um die drei Mal die Nummer checkte, denn könnte ihn ja auch einer seiner Freunde einen doofen Streich spielen. Sie liebten es ihn zu necken, also wäre es gar nicht unüblich gewesen! Doch...schwer atmend wurde ihm bewusst, dass er sich nicht irrte. Diese Nummer, die ihn gerade schrieb - mit einem fragwürdigen Affenemoji -, sie gehörte Stan. Seinem alten Freund, auch wenn der Butler wegen dem Beziehungsstatus sicher anderer Meinung war. Franc konnte sich noch zu gut daran erinnern, wie er früher sein aller bestes gab, um wenigstens von Stan gefriendzoned zu werden, denn hatte er diesen Roboter wirklich gern gehabt. Doch egal was er tat, er bekam einfach keine Chance! Im Militär war er für Stan nur ein 'Genosse', warum auch immer er ihn nicht Kamerad nannte...als wollte er verhindern, dass Franc an etwas falsches zwischen ihnen dachte! In der Butlerausbildung nannte er ihn einfach 'Mitschüler' und Hausaufgaben abschreiben durfte er bei ihm auch nicht, dabei war er grottenschlecht! Nach dem Abschluss...brach der Kontakt beinahe endgültig ab, ein heftigeren Korb hatte Franc noch nie bekommen. Er konnte von Glück reden ihn Mal beim Einkaufen zu treffen oder im Club an seiner Gitarre! Wären sie sich nicht bei der Verlobung von Judith und dem armen Würstchen begegnet, dann hätte ihn bestimmt Stan komplett aus seinem Gedächtnis gelöscht.



      Doch hier saß er nun. In einer älteren Kneipe, in dem nur alte Männer den Kummer und die Sorgen ertranken. Es war ziemlich friedlich, wenn man sich an die eintönige Musik gewöhnte und sie langsam ignorieren konnte. Schon die ganze Zeit machte er sich Gedanken wegen was ihn bitte der Butler rufen konnte? Derjenige, mit dem man nicht Mal über seine Crushes reden konnte. Stan hatte es einfach null gejuckt wie das Liebesleben oder überhaupt der Alltag bei Franc stattfand. Doch obwohl er so hart abgewiesen wurde, war es wohl genau das, was Franc sehr attraktiv fand. Eventuell, weil er es nicht anders kannte. Zu seiner Kindheitszeit war er bei den Rose, die ihm sogar eine Tagesmutter schenkten, da sein Ersatzvater einfach irgendwann verschwand - dieser Nichtsnutz! Hoffentlich schmorrte der Kerl in der Hölle, er hatte sein kleines Kindeherz durch sein Verschwinden am meisten beschädigt! Aber die 'reinblütigen' Rose... Sie waren alle eine ziemlich perfekte Familie, kaltblütig sein war hier ein Zeichen des Perfektionismus, gefolgt vom starken Sadismus, wovon Franc immer noch tiefe Narben trug. Der Therapeut meinte noch gestern zu ihm, dass er schwere Schäden wegen dieser Familie davontrug und aufhören sollte dort zu arbeiten. Aber...die Rose zu verlassen war wie zu versuchen aus der Höhle des Löwen zu verschwinden. Er wollte nicht wie die Leute aus der Scientology-Sekte irgendwo tot aufgefunden werden, immerhin gehörte er seit der Adaption ganz den Rose! Verflucht seien auch seine leiblichen Eltern, ihn bei solchen Piranhas verkauft zu haben! Laut den Rose waren die irgendwo in Korea, sollten sie dort von Riesenhornissen zerstochen werden!
      Hach...Wo war er eigentlich mit seinen Gedanken? Er blickte auf seine Armbanduhr, tja er war echt ein wenig zu aufgeregt gewesen, weshalb er eine ganze halbe Stunde zu früh an Ort und Stelle war. Bestimmt kam Stan pünktlich um 12 Uhr Mitternacht, wie verabredet - keine Sekunde zu früh oder zu spät-.

      "Ich besorge mir lieber etwas zum Vorglühen...Sonst trockne ich noch aus"
      , murmelte er sich selbst zu und bestellte sich einen kleinen Muntermacher. Denn verdammt, eigentlich musste er morgen wieder früh aufstehen. Sein Meister Samuel war in der letzten Zeit sehr gefragt gewesen, weshalb er ihn viel herumfuhr. Er konnte zwar selbst fahren und Sam liebte es auch selbstständig zu sein, jedoch bestand Simon darauf ihn ein wenig in Sicherheit zu wiegen, bevor er wie Mason irgendwann mit einem Van entführt wurde, auch wenn Sam dafür zu klug war. Franc dachte jedoch, dass es eher daran lag, dass Simons Lieblingssohn jetzt mit Tyler abhing. Keine Ahnung wieso, aber Franc war der Meinung, dass Simon Tyler so viel mehr verachtete als Franc es tat. Dabei hatte ihn dieser Gartenzwerg früher sein Leben zur Hölle gemacht, es war trotzdem schon fast Traurig, wenn dein eigener Vater dich so sehr verachtet.

      Schlag zwölf betrat Stan die Bar. Franc hob die Hand und winkte ihn direkt zu sich. Er hatte doch brav mit dem Trinken gewartet, immerhin wollte er heute Stan abfüllen und nicht umgekehrt. Kaum saßen sie nebeneinander am Tresen und die erste Runde war bestellt, ertappte Franc sich dabei, wie er Stan geradezu anstrahlte.Es war fast schon erschreckend, wie glücklich es ihn machte, einfach nur bei ihm zu sein. Woher kam diese unbändige Freude? Vermutlich war Raimondo der Grund. In letzter Zeit war er kaum greifbar, wirkte wieder zunehmend fragil und verlor sich ständig in Gesprächen über Diana und Dina. Dann war er plötzlich auf einer Insel verschwunden um angeblich ihn zu rechen, Franc verstand daraufhin nichts mehr, außer...dass er ohne Raimondo ins Bett gehen musste. Es fühlte sich an, als wolle er Franc immer wieder schmerzhaft vor Augen führen, dass sie trotz all der gemeinsamen JAHRE nur eine offene Beziehung führten! Ob er...überlegte mit ihm Schluss zu machen? Hatte er etwa...diese Blondine doch gefunden?! Franc schüttelte den Kopf, um die Gedanken zu vertreiben. Die vertrauten Sorgen wollten ihn schon wieder verschlingen, doch das ließ er heute nicht zu. Nicht mit ihm! Stan wollte hier und jetzt Zeit mit ihm verbringen – und genau das würde er jetzt genießen.

      "Mal was ganz Neues, dass du mich zum Trinken einlädst! Endlich hast du Mal die Initiative ergriffen, wurde auch Zeit.",
      gab Franc ziemlich vorlaut von sich, als hatte er damit schon gerechnet, dass irgendwann Stan schon zu ihm angekrochen käme. Aber...das stimmte nicht, er wusste ja wie der Butler war. Genau deswegen...war das hier eine große Ehre. Er musste eigentlich Raimondo davon erzählen, aber...eventuell ließ er das doch lieber sein, bevor sein Freund ganz verkehrt dachte! Vor allem wenn er sie wie herausgeputzt er sich hatte, selbst seine Harre hatte er offen gelassen!



      "Was verschafft mir denn die Ehre? Sag nicht, dass du deinen alten Genossen und Mitschüler vermisst hattest??", lachte er etwas beinahe wehleidig, als wünschte er sich, dass Stan ja sagte. Das würde sein Herz sehr beflügeln...doch bevor es peinlich wurde räusperte er sich um ihn bloß nicht zu verlieren. Nicht das Stan Schaltkreis direkt zusammenbrach!

      "Hatte nicht gedacht, dass du süße Äffchen verschickst. Dachte du schreibst einfach Fehlerfrei ohne jegliche Smileys.", gab er offen zu und musste immer noch wegen diesem Affen kichern. Da fiel ihm ein, Stan war doch mit diesem Clubbesitzer befreundet. Oh vielleicht würde das ihm auch interessieren: "Achja, der Clubbesitzer von The Cage war ja einige Zeit im Krankenhaus. Ich und meine Freunde hatten solange den Club ein wenig auf Vordermann gebracht - der werte Mr. Simon Rose hat mir sogar finanziell geholfen, obwohl er solche Clubs gar nicht besucht. Hoffe Mal, dass er schleunigst wieder öffnet, sonst war die ganze Arbeit ja umsonst. Und--dich,,,", dabei deutete er mit dem Zeigefinger direkt auf Stans Brust. "Dich will ich endlich mal wieder spielen sehen. Deine Songs hatten immer was total beruhigendes...Irgendwie vermisse ich es, obwohl es eigentlich immer dieselben Lieder waren."



      The Cage war Francs Lieblingsclub, sozusagen für ihn...Gottes Segen! Dort konnte er trinken und Drogen einnehmen, ohne verdächtig zu wirken. Mit schönen Männern rummachen reden, ohne aufzufallen, wenn Raimondo mal keine Zeit für ihn hatte. Und das Beste: Er konnte sich raufen und prügeln, wie früher im Militär! Ein Blutbad war dort total in Ordnung, schlägst du jemanden die Zähne aus...war es eben sein Verlust! Ach, von dem Club konnte Franc den ganzen Tag schwärmen. Er ließ ihn seinen lausigen Alltag und die Probleme komplett vergessen.

      "Und jetzt sag schon!! Lass mich die ganze Zeit nicht alleine schwaddeln. Wie geht es dir und was verschlägt dir gerade so den Magen?", spornte Franc den Butler jetzt mehr an von sich selbst zu reden und gab ihn ein kleinen Stups an den Schultern. Er konnte ja nur hoffen, dass Stan mit etwas Gutem kam wie...die Neugierde seiner Sexualität oder so. Nicht, dass Franc auf ihn stand oder so...Er war Raimondo gegenüber eine treue Seele, er...war nur...ein wenig zu aufgeregt, weshalb sein Lipgloss vielleicht heute auch ein wenig mehr schimmerte und sein Parfüm auch ein wenig anzüglicher roch. Franc war eine Schönheit, dass wusste er dank den Rose, die ihn ohne sein perfektes Aussehen nicht aufgenommen hätten. Doch punkten...konnte er trotzdem nicht bei allen...Stan war dafür ein perfektes Beispiel und Raimondo hatte er ja auch nur so halb bei sich, die andere Hälfte lag öfters am Wochenende neben den Grab von Mrs. Valentine.
      S̶͙̽m̷͔̑ḭ̸̸̸̸̸̶̵̴̵̞͖̝͔̖̝͕͆̈́ͤ͛ͪ͊ͭ̒ͦͫ̊ͮ͆̚͢͜͢͝l̵̵͓͕̋ͮ͂ê̷̸̷̴̵̲̼̰̭̞ͤ̽ͧ̋ͦ͂ͫ̃ ̶̳̃l̴͇̇_̷̶̷̷̴̴̝͕̲̣̭̾ͩͥͤ̎ͧ͂ͧ̒̕͝ͅí̶̙_̷̴̵̷̷̴̖͎̱̲͉͐ͭ͌ͣͬ͋ͫ̕̚͢͝ͅk̵̸̴̷̸͉̜̠̙̮̍ͧ͛ͥ̔ͬͭ̋͠ě̴̷̷̸̷͍͎͇̲ͭͯ̓ͥ͑ͮ̀͜͠ ̸̳͐y̶̶̶̸̻͍̱͖ͦ̀̓ͪ̇͢͝o̴̴̶̶̵̸̵̶̧̡̦̠̝͔͕̎ͧͨ͐ͪ̈́ͧͮ͊ͩ̍ͭ̓͝͝ͅu̷̶̴̜̤̩̔ͮ̀ͭ͝ ̴̖̌ṁ̴̷̷͚͉͇ͧͤ̾͘_̸̟̈́ę̸̵̸̢̭́̋ͥ͊͢ȧ̵̴̖̝ͬ̍ṋ̸̵̸̶̢̙͍̂ͤͦ̃ͪ̀͝ ̶̥̉i̴̳͛t̴̴̶̛̪̬̖ͪ͛̍͢!̸̶̵̶̘͚̰̪̊ͯ̏ͥ̉̍͢

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      Harvey Bell & Wyatt Carson Lyons & Tyler Wang-chi & Oscar Bell & Apollo Ellison

      Aufmerksam täuschte Oscar vor zuzuhören, wie diese kleinen Schwächlinge für seinen Bruder sogar ein Einzelzimmer bereitgestellt hatten.
      Ihm musste es wohl wirklich an nichts fehlen...
      "Ich verstehe deine Sorge total! Ich mache mir auch immer Sorgen um meinen Bruder...kleinere Brüder können ja auch ziemlich viel Unfug anstellen. Deshalb ist es wohl die Pflicht des Größeren...ein wenig...die Bürden des Kleineren auf sich zu nehmen, wenn er 'nen Fehler begangen hat und ihn in die richtige Richtung zu lenken..."



      "Ohja, als großer Bruder macht man sich immer die stärksten Sorgen.", stimmte Oscar lachend zu.



      "Ich musste Harvey auch immer wieder auf den richtigen Weg lenken.", erklärte der Blonde so stolz, was jedoch in Harvey nur die schlimmsten Erinnerungen zwischen ihnen wieder wachrief.
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      Es war an Harveys Geburtstag, als er die wahre schreckliche Natur seines Bruders kennenlernen musste.
      Sein Vater Rhys musste heute wieder spät bis in die Nacht arbeiten, aber Oscar hatte ihm sein Geburtstagsgeschenk überreicht.
      Es war ein weiches, braunes Katzen-Stofftier...
      Schon im ersten Augenblick hatte sich Harvey ganz in das samtige, wärmende Fell verliebt....!
      "Ohhh! Ist das wirklich für mich? Es ist sooo flauschig...Ich mag es total!"



      Heute hatte sein Bruder den ganzen Tag mit ihm verbracht. Sie hatten zusammen süßen Kuchen gegessen und jetzt überreichte er ihm dieses Stofftier, das so wohlig und beruhigend duftete, dass Harvey sein Gesicht am liebsten für immer darin vergraben wollte...
      Normalerweise war Oscar ihm gegenüber wie eine kalte, unnahbare Mauer. Doch heute, ausgerechnet an seinem Geburtstag, zeigte er eine unerwartete, fast schon wärmende Brüderlichkeit.
      Auch das Geschenk hatte er bestimmt gemeinsam mit Papa für ihn ausgesucht!
      "Hehe...Danke! Danke! Ich bin sooo glücklich! Das ist ab heute mein absolutes Lieblingsstofftier!"



      In solchen Momenten fühlte es sich an, als wäre sein Bruder wie ein rettender Anker für ihn da – liebevoll und fürsorglich.
      Dann schlichen sich immer wieder diese unschuldigen, hoffnungsvollen Gedanken in Harveys Kopf... Eigentlich war sein Bruder gar nicht so schlimm! Er war manchmal einfach nur grob...
      Aber tief in seinem Inneren schlug ein gutes Herz!
      Schließlich hatte er heute den ganzen Tag für ihn gelächelt und seinen Geburtstag so wunderschön gemacht!
      Eigentlich brauchte er gar nicht traurig darüber zu sein, dass Papa heute nicht da war, sein Bruder passte auf ihn auf!
      Sein Bruder war für ihn da und machte sich bestimmt nur Sorgen um ihn... Wenn es darauf ankam, konnte er blind auf ihn zählen!
      Sein Bruder----
      ....
      Tiefer grub Harvey sein Gesicht in das flauschige Stofftier, als sich die Atmosphäre im Raum schlagartig veränderte. Ein scharfer, beißender Alkoholduft wehte zu ihm herüber und zerstörte die behagliche Luft.
      Auch lag ein anderer süßlich-ätzender Gestank in der Luft, der schwer und stickig im Raum hing....
      Harvey hasste es abgrundtief, wenn Oscar diese Droge rauchte.
      Wie ein pechschwarzer Schatten legte sich die hochgewachsene Silhouette seines älteren Bruders über ihn. Die Temperatur schien förmlich zu sinken, als Oscar mit einer bedrohlich leisen Stimme raunte:
      "Bist du wirklich glücklich...kleiner Bruder?"
      Es war wieder da. Dieser dunkle, vibrierende Unterton in seiner Stimme, der Harvey augenblicklich eine eiskalte Gänsehaut über den Rücken jagte.
      "Ja...ich bin wirklich glücklich....", flüsterte Harvey zittrig.



      "Wegen eines...dummen Stofftiers? Häh? Denkst du, du wärst jetzt niedlich oder was?"
      Laut und zischend durchbrach das Geräusch der sich öffnenden Dose die angespannte Stille. Oscar nahm einen großen Schluck, während sich sein eiskalter, vernichtender Blick förmlich in seinen kleinen Bruder einbrannte.
      Seine liebevolle Brüderlichkeit von vorhin? Weggewischt. Eine grausame Illusion.
      Oscars Gesichtszüge verhärteten sich. Er zeigte wieder sein wahres Gesicht.
      "Hmpf, du mörderisches Monster solltest dich echt schämen, an dem Todestag meiner Mutter so glücklich zu sein."



      "Nicht mal ein winziges Fünkchen Reue in deinen beschissenen Glubschaugen! Deine Unschuldsnummer zieht bei mir nicht, ich weiß genau, was für ein abartiges Monster du bist."
      Ein kräftiger, unerwarteter Tritt in die Rippen stieß Harvey schmerzvoll zur Seite. Ihm blieb die Luft weg, doch es folgte direkt der nächste harte Schlag.
      "Glaubst du ernsthaft, ich spiele weiter den großen Bruder für dich, Mörder? Ich wollte nur sehen, wie lange du noch so tust, als wärst du ein kleiner schwächlicher Junge...Deine ekelhafte Unschuldsnummer kotzt mich an! ZEIG MIR GEFÄLLIGST DEIN WAHRES GESICHT!!!"
      Ein weiterer brutaler Tritt folgte, und panisch riss Harvey seine kleinen, zitternden Hände schützend vor sich:
      "N-nicht... bitte hör auf!"
      "HÄH? Was war das?! BETTELST du mich ernsthaft an?? Verdammter Wichser!! Wehr dich! SOFORT!!!"
      Mit voller Wucht traf ihn die halbvolle Dose am Kopf und der klebrige Inhalt verteilte sich auf Harveys kauerndem Körper. Er schluchzte hemmungslos, völlig überfordert davon, dass sein Bruder abermals so heftig ausrastete... Warum tat er das? Er verstand die Welt nicht mehr... Vor zwei Minuten war doch alles noch in bester Ordnung gewesen!?
      Doch jetzt schlug und demütigte er ihn wieder... wie ein tollwütiges Tier.
      Und Harvey wusste, er würde nicht aufhören....
      Oscar würde erst innehalten, wenn er das Klicken der Wohnungstür hörte, weil Papa nach Hause kam oder...
      ...er wirklich anfangen würde, sich zu wehren.
      Aber Harvey wollte nicht...Er verabscheute es, gewalttätig zu werden. Er war ohnehin so viel schwächer als sein riesiger Bruder, und ein Widerstand würde ihn nur noch brutaler zuschlagen lassen.
      "H-hör auf, Bruder...Bitte...!!"
      ..................
      .................................
      "Was ist denn hier passiert...?!"
      Als Rhys Stunden später nach Hause kam, starrte er in ein Schlachtfeld. Blankes Chaos hatte die Wohnung verwüstet.
      Harvey hörte die lauten Stimmen seines Vaters und Oscars nur noch wie ein dumpfes Rauschen....Aber er selbst?
      Er saß völlig in sich zusammengekauert in einer Ecke, zitterte wie Espenlaub und starrte mit leeren, verweinten Augen stumm auf das zerrissene, zerstörte Stofftier auf dem Boden.



      "Wenn du hier wärst, müsste ich mich nicht um dieses Monster kümmern!!", brüllte Oscar seinem Vater hasserfüllt entgegen.
      "Du kannst deinen kleinen Bruder nicht so behandeln!! Ich ....ich weiß wirklich nicht mehr weiter mit dir, Oscar!!"
      Ein bitteres, fast schon wahnsinniges Lachen dröhnte durch die Wohnung. Harvey vergrub sein Gesicht tief in seinen kleinen, blutverschmierten Händen, als er Oscars höhnisches Schnauben hörte:
      "Keine Sorge, DAD! Ich bringe an deiner Stelle Harvey auf den richtigen Weg. Er wird seine wahre Natur schon noch zeigen! Dieses Chaos hier war schließlich nicht allein mein Werk!"

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      Harvey senkte seinen Blick für einen Moment auf die Dose in seiner Hand.
      Er wusste gerade wirklich nicht....was er über Oscars Worte denken sollte. Er hoffte in diesem Moment einfach nur, dass er keinem der Anwesenden etwas antat....
      Das war im Moment sein einziger Wunsch...
      Hörbares Schnaufen lenkte aber schnell die Aufmerksamkeit auf jemand anderen.
      "Ich habe es also noch rechtzeitig geschafft! Dachte schon, ich kratze davor ab---"
      Izarra war tatsächlich auch gekommen!
      Harvey hatte überhaupt nicht daran gedacht, dass ihr Mentor ebenfalls kommen würde. Irgendwie wunderte es Harvey langsam selbst, warum er ständig Izarra vergaß...Dabei war er über seine Anwesenheit eigentlich ein wenig erleichtert.
      Doch schnell wurde klar, dass Wyatts Überraschung, seinen älteren Bruder einzuladen, auch Izarra überraschte.
      "H-hallo..."
      ....
      Tatsächlich hatte Oscar wirklich keinen Schimmer, wer der Kerl war, der jetzt noch dazu kam.
      Aber Oscars Geduld wurde langsam auf eine harte Probe gestellt....Harvey hatte sich echt einen Haufen von Waschlappen angelacht. Keiner seiner Freunde hier sah annähernd stark aus...Sein Bruder hatte echt nachgelassen in der Zeit, in der er im Knast war.
      Wirklich...Allein diese Fratze zu sehen, ließ Oscar innerlich würgen.
      "Heey!~"



      Was sollte dazu noch diese merkwürdige Kleidung dieses Typen??
      Es wurde echt Zeit, dass er Harvey von diesen Spinnern löste...Das war ja pure Beleidigung, wie sich dieser Kindergarten hier versammelte.
      Hätten sie keinen Alkohol hier gehabt, hätten sie am Ende gewiss noch wie bei einer Kindergeburtstagsparty Kakao getrunken!
      Zudem nervte ihn diese Fischfresse, die ihn die ganze Zeit angaffte....Was für ein Mist, den er sich hier gerade antun musste, nur damit Harvey dachte, dass ihm etwas an ihm liegt...
      "Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Harvey! Ich habe dir extra riesige Marshmallows besorgt, damit du sie anzünden kannst..."
      Etwas ratlos sah Harvey mit den anderen zu, wie Izarra seine Sachen in einem der Zelte versenkte und ihm eine große Packung Marshmallows überreichte.
      Die Zweideutigkeit dahinter war für den Feuerwächter nicht zu überhören, aber dennoch kapierte er nicht ganz, was Izarra eigentlich vorhatte...
      "Ähm! Cool...! Danke! Ehhh... ich hab gehört, der Kuchen ist auch mit von dir, ist echt toll geworden.", bedankte sich Harvey höflich.



      "Geil, Marshmallows?? Ich kümmere mich darum!", bot Oscar ungefragt an und nahm Harvey die Tüte ab. Sein Magen knurrte schon nach mehr Essbarem!
      Harvey war nur froh, dass Oscar kein Interesse hatte, Fragen darüber zu stellen, wer Izarra war. Er wusste nicht, ob ihm spontan eine schnelle Ausrede einfiele, wie Wyatt, der ihn immer als seinen Musiklehrer vorstellte.
      „Wow, zehn von zehn Punkten für das Zelt! Und der Kuchen ist sogar noch heil – alle Achtung, Jungs. Mit der Festung übersteht ihr hier oben sicher sogar einen Wolfsangriff“
      Gern nahm Tyler die lobenden Punkte entgegen, aber bei der Erwähnung eines Wolfsangriffes wurde er doch etwas aus der Bahn geworfen.
      Wie meinte Izarra DAS jetzt?!
      Ein...echter Wolf oder was?
      Oder wollte er IHM etwas damit sagen ???
      Als hätte Tyler gerade nicht schon genug Dinge, die ihn unruhig machten....



      Das Campen, Harveys riesiger Bruder, seltsame Nacktschnecken, abgedrehte Fotos, seltsame Wesen, die aus dem Boden kommen, und jetzt noch ein Wolfsangriff?!
      „Alles in Ordnung bei dir? Du siehst ein bisschen gestresst aus“
      ....
      Überrascht starrte Tyler zu Izarra....Ihm war es immer noch ein Rätsel, wie es der Typ schaffte, ihn so gut zu lesen...
      Er schien echt ein Gespür dafür zu haben, wenn es Tyler dreckig ging...
      Kurz empfand Tyler puren Respekt für Izarra.



      Auch, dass er so gedämpft mit ihm sprach...Er machte kein großes Theater darum, dass er negativ auffallen konnte vor den anderen!
      Seine dämlichen Eltern (abgesehen von Simon) hätten sicher einen Riesenradau darum gemacht, sodass die halbe Weltbevölkerung wüsste, dass es Tyler scheiße ging.
      Tatsächlich nahm er Izarra eher wenig ernst, seine Art war manchmal wie die eines Unglücksraben...Aber bisher verspürte er in Izarras Nähe selten Aggression oder Unwohlsein.
      Als wäre er ein wohlduftender Ruhepol....
      Genauso nahm Izarra seine Worte viel ernster als andere. Es gefiel ihm, wenn man ihm auch wirklich zuhörte.

      „Ich habe Insektenspray im Koffer, genug für alle ... falls das der Grund für deine schlechte Laune ist.“
      Doch mit einem Schlag wurden seine Gedanken von roher Lust überflutet. Im selben Atemzug sah er in Izarra aber auch ein kleines Spielzeug, mit dem er sich herzlich gerne amüsierte! Wie ein unzerstörbarer Kauknochen!
      Natürlich kapierte Tyler die Zweideutigkeit sofort!
      "Ha, Insektenspray, schon kapiert.", raunte Tyler grinsend zurück.



      Das war doch bestimmt ein Codewort dafür, dass Izarra sich gleich ordentlich um IHN kümmern würde im Zelt! Wie schamlos von Izarra direkt vor allen anderen. So lüstern hatte er ihren Mentor sich gar nicht vorgestellt!
      Sofort hob sich seine Laune...Sex war genau das, was er jetzt brauchte!
      So konnte er diese seltsamen Gedanken und Dinge, die er glaubte gesehen zu haben, schnell wieder vergessen!
      "Du kennst mich echt gut, ich hoffe doch, dass das Zelt den Wolfsangriff aushält!", betonte er noch mal mit starkem Zwinkern, damit Izarra wusste, er hatte die Andeutung natürlich kapiert!

      „Wyatt...wow...Du hast auch mal gute Ideen! Der Kuchen ist echt lecker und die Überraschung mit Oscar ... damit hast du Harvey voll erwischt. Hast du echt gut hingekriegt!“
      Überraschenderweise bekam Wyatt ernsthaft ein Kompliment von Ineb?
      Der Schauspieler horchte einen Moment auf, um irgendeine Art bissigen Unterton in seinen Worten zu hören. Aber vielleicht war es schon der Alkohol, der die Sinne beraubte und seine Wahrnehmung.
      "Natürlich! Ich bin der Meister der Überraschungen! Warte nur auf deinen Geburtstag~♥"


      Vielsagend zwinkerte Wyatt ihm zu, er würde sich da gewiss auch was Fabelhaftes einfallen lassen! Auch wenn er vor Ineb an der Reihe war. Seinen eigenen Geburtstag würde er natürlich auch zu etwas Unglaublichem machen.
      Obwohl er ein Einzelkind war, hatte Wyatt echt Ahnung von Familienzusammenführung! Vielleicht konnte er den anderen auch noch bei dem ein oder anderen helfen...
      Allerdings bemerkte Wyatt trotz seiner großen Freude, dass es Ineb echt übertrieb mit dem Trinken! Bald hatte er ja alles weggesoffen!!

      „Hey, willst du auch was? Bedien dich ruhig!“
      Ihm entging nicht der leicht stechende Blick von Oscar, als ihm der Kleinere das Glas vor seinen Augen leerte.
      "Ähm...Ineb? Schalt mal einen Gang runter...Wir haben noch genug Zeit zu trinken..."



      Der Grünhaarige war schon versucht, die restlichen Dosen in Sicherheit zu bringen. Im Notfall würde er sich mit Ineb darum zoffen! Auch wenn er hoffte, dass es nicht notwendig war und Ineb selbst merkte, dass sie auch alkoholfreie Getränke dabei hatten.

      „Beeindruckend, wie fit du wirkst, dafür dass du gerade erst aus dem Krankenhaus entlassen wurdest! Man sieht dir sofort an, dass du ein Sport-Typ bist. Wie oft pumpst du eigentlich?“
      Oscar knirschte etwas mit seinen Zähnen, der Typ erinnerte ihn gerade echt zu sehr an den Welpen Beni...
      Vielleicht verarschte ihn der Typ gerade auch?
      Aber...Was hatte der dann mit seinem Bruder zu tun und warum war er jetzt so winzig?
      Sie alle waren wirklich ein seltsamer Haufen.
      "Hm, ich trainiere jeden Tag...Wenn du Interesse hast, kann ich dich gern mal trainieren. Ich hab Harvey auch geholfen, stärker zu werden, als er noch kleiner war."



      Leider schien Harvey es mit dem Krafttraining aufgegeben zu haben, sonst hätte er deutlich mehr Muskeln vorzuweisen und wäre nicht zu so einer Pussy geworden....
      "Stimmt doch, oder Harvey?", wandte sich Oscar dem Geburtstagskind zu, das ihn einfach nur anstarrte.
      "Was ist los, kleiner Bruder? Du siehst irgendwie fertig aus...Hast du schlecht geschlafen?"
      Freundlich, warm lächelnd wandte sich Oscar ganz seinem Bruder zu.
      Als machte er sich wirklich ernsthafte Sorgen um ihn....
      "Vielleicht solltest du dich etwas ausruhen, schließlich hat deine Geburtstagsfeier gerade erst angefangen!"


      .....
      Egal, wie sehr sich Harvey in dem Moment auch bemühte. Je länger er Oscar anschaute, desto mehr wurde ihm seine fiese Maske bewusster und er musste fester schlucken.
      Es gab nichts, was Harvey mehr hasste, als Menschen, die einem etwas vorspielten und im Grundkern ihres Herzens... abscheulich waren.
      Konnte er wirklich an der Hoffnung festhalten, dass Oscar sich verändert hatte?
      Schließlich hatte er im Krankenhaus auch für Probleme gesorgt...Aber dann war er wieder hier...Beschenkte ihn, lächelte ihn an, als wäre er ein Mensch geworden, der seine Vergangenheit bereute. Harvey wollte daran glauben, wie seine Helden in seinen Comics...Aber doch, in letzter Zeit wurde Harvey immer wieder vom brutalen Gegenteil erwischt...
      Wer schlecht war...blieb für immer Böse...
      "Sieh dich doch an, du heulendes Elend. Ein einziger Windstoß und du zerbrichst. Du bist so erbärmlich weich, es widert mich einfach nur an."




      "Hör auf zu flennen! Deine verdammten Tränen ändern nichts daran, was für ein verweichlichtes Nichts du bist. Ein richtiger Mann würde zurückschlagen, aber du? Du kauerst nur da wie ein Ungeziefer!"

      "Du bist schwach. Schwach und weich. Eine verdammte Zielscheibe. Glaubst du wirklich, irgendjemand da draußen hat Mitleid mit so einem weinerlichen Häufchen Elend?"

      "Dein ständiges Gewimmer ist unerträglich. Du bist kein Junge, du bist eine feige Missgeburt, die bei der kleinsten Berührung in Tränen ausbricht."

      " Du bist ein wandelnder Witz, Harvey. Ein erbärmliches Monster, das niemals hätte geboren werden dürfen."

      "Dad lässt sich vielleicht von deinen riesigen Rehaugen täuschen, aber ich nicht. Ich sehe das Ungeheuer in dir, das uns alles genommen hat. Und ich werde dafür sorgen, dass es jeder sieht!"

      "Egal wie viele Plüschtiere du hortest, sie waschen deine Seele nicht rein. Du bist verdorben bis ins Mark. Ein Monster, das nichts anderes als Schmerz verdient hat."

      Egal, was Harvey versuchte, die alten Worte, die ihm Oscar immer wieder vorgeworfen hatte, um ihn zum Weinen zu bringen oder wütend zu machen....schallten immer wieder in seinem Kopf.
      Jetzt soll er nicht mehr diese Person sein...?
      Wann war der Moment, in dem ihm Oscar wieder diese Worte entgegenschmetterte....
      "Ich ähm...Alles gut, ich bin etwas wegen der Uni müde...", gab Harvey langsam zurück.



      "Es freut mich aber zu sehen, dass du weiter trainierst....Du hast deutlich mehr Muskeln als früher."
      Harvey versuchte zumindest für den Moment nichts Schlechtes darin zu sehen...Auch wenn sein Inneres vor Unruhe brodelte...
      „Ich bin nur kurz weg, um ein stilles Örtchen aufzusuchen. Bin gleich wieder zurück“
      Unerwartet schien Yuuto sich erleichtern zu müssen, sogleich überkam ihn ein ungutes Gefühl...Hatte er vielleicht an seinem Gesicht gesehen, dass er nicht so begeistert war, Oscar hier zu sehen? Oder fand er die Power Ranger Pink Story doch etwas zu peinlich?
      Den Kuchen hatte er auch nicht zu Ende gegessen.
      "Ähm klar!", gab Harvey zurück und stellte den Teller vorsichtig zur Seite, damit sich keine Ameisen darüber hermachten.



      Vielleicht aber sollte er---
      "D-...dürfte ich mitkommen?"
      Bevor Harvey einwenden konnte, dass er Yuuto begleiten könnte, war es Cabriel, der sich meldete...
      Urgh...Unpassender gings wirklich nicht.
      Harvey senkte sich wieder auf seinen Platz zurück und sah den beiden hinterher...
      Cabriel...war eigentlich wie sein Bruder...
      So leise, wie er klang...wirkte so unschuldig...Und dabei hat dieser Mistkerl mit einer echten Waffe auf Tyler gezielt...



      Aber Harvey hatte bei dem Windwächter echt Probleme zu erkennen, welche Person wirklich Cabriel war.
      War er dieser Typ von der Brücke oder war er jetzt dieser Cabriel, der nicht mal den Mut hatte, allein zu gehen....
      Seine Augen gingen zu Wyatt, der damit beschäftigt war, Ineb die Dosen abzunehmen. Er fragte sich ernsthaft, ob der Erdwächter überhaupt eine Ahnung hatte, wer Cabriel wirklich war und wie er damit leben konnte...Aber Wyatt freundete sich auch mit jemandem an wie Oscar...Eigentlich sollte ihn gar nichts mehr wundern.
      Vielleicht manipulierte der Luftwächter ihn...
      "Ja klar! Ist sowieso besser im Wald nicht alleine zu sein! Hier gibt es sooo viele Tieere!"

      Tylers Vorfreude auf Sex senkte sich langsam, er hatte mitbekommen, was dieser Yuuto noch gesagt hat...Harvey hat echt komischen Männergeschmack. Dieser Yuuto war total komisch...
      "Ähm Leute...Hier oben gibt es doch nicht wirklich wilde Tiere, oder? Ich hab keine Angst oder so....Hab echt keine Lust, dass irgendsoein dreckiges Vieh über uns herfällt."



      Harvey sah Tylers Besorgnis, aber er sah es als wichtig an, ehrlich mit ihm zu sein:
      "Also es gibt zwar keine Wölfe hier, aber Kojoten, aber die meiden Menschen für gewöhnlich! Das Gleiche gilt für Schwarzbären, Rotfüchse und Elche...Wir haben Glück, dass wir nicht im Herbst hier sind, da sind die Elche in der Paarungszeit. Wir werden höchstens vielleicht Besuch von Waschbären oder Stachelschweinen bekommen, die werden vom Duft des Essens angelockt. Das Einzige, wovor wir wirklich aufpassen müssen, sind Giftschlangen in den Bergen und Zecken, daher ist die Idee, schwimmen zu gehen, gar nicht so verkehrt...Wir sollten auch den Körper gründlich abchecken nach dem langen Wandern.", erklärte Harvey ernst und gewissenhaft.
      "Wow! Harvey, du kennst dich wirklich extrem gut aus!", staunte Wyatt beeindruckt, aber Tyler wirkte nur noch mehr angespannt:
      "Hahh...Das kann ich auch im Internet googlen....Verdammt, ich hasse Zecken...", grummelte Tyler, der jetzt schon unwohl an seiner Kleidung zupfte.
      "Ich brauch gleich eine richtig gründliche Untersuchung, Izarra!", murrte er drängender zu ihrem Mentor.
      Harvey lächelte etwas undeutbar und stand auf, als er mit seinem Kuchen fertig war:
      "Ich bin kurz rauchen, ich bin gleich wieder bei euch.", gab Harvey kurz von sich, als er sich sein Feuerzeug von Wyatt wieder schnappte und sich etwas vom Camp entfernte.



      Das Ganze stresste ihn doch mehr als gedacht....Eigentlich rauchte er nicht beim Wandern, aber wenn er nicht etwas runterkam....Er befürchtete am Ende würde er wirklich noch für einen Brand sorgen.
      Oscar sah seinem jüngeren Bruder nach und sein Blick fiel auf das Foto, das er von Yuuto bekommen hatte.
      Etwas verwundert nahm er es in die Hand.
      "Hm? Seit wann lässt sich Harvey fotografieren..?", stellte er verwirrt sich die Frage.



      Das war ja wirklich untypisch für seinen kleinen Bruder....Stand er wirklich auf diesen Typen, der so mädchenhaft aussah?
      Naja...Besser als dieses pinke Monster...Aber trotzdem seltsam. Auch hatte er das Gefühl, dass sein Versuch, den netten Bruder zu spielen, nicht so gut klappte wie erwartet. Irgendwie musste er ihn um seinen Finger wickeln...
      Sein Blick schweifte noch mal über diesen Kindergarten...Hach....Das war so kompliziert.
      Er wog das Bild nachdenklich in der Hand, vielleicht sollte er ihn...anders drankriegen.



      ....
      Apollo HASSTE es hier...
      Jede Sekunde....
      Jeder Atemzug....
      Es war einfach....
      "...Grauenhaft."



      Obwohl er als Fee die Natur liebte...Hier war es schrecklich. Es gab total fette Insekten...
      Auf dem Weg hierher hatte sich eine Zecke an ihm festgebissen, und anstatt dass sein Meister dieses Ding von ihm abtrennte, hatte er total fasziniert zugeschaut, wie sich das Ding mit seinem Blut vollsaugte.
      Gegen Ende hatte Apollo sich selbst darum gekümmert...
      Dann fanden sie einen großen Ameisenhaufen... Auch dieser wurde stundenlang studiert und am Ende bestand Anubis auch noch darauf, sie mitzunehmen....
      Einen Schwarzbären hatten sie auch gesehen. Während sich Apollo auf einen Baum gerettet hatte, fing sein Meister an, mit ihm zu kämpfen wie mit einem Tiger...Es hatte viel Überredungskunst gedauert, ihn zu überzeugen, ihn nicht zu zähmen und weiter zu verschenken...Dabei hatte sich Apollo wirklich auf den Strand gefreut.
      Aber das hier...?
      Eine fette Mücke surrte um seinen Kopf...Wenn er noch einen Tropfen Blut verlor, würde er sich freiwillig das Leben nehmen!!
      Und dann...Hörte er nerviges Rauschen in seinen Ohren. Was für ein fettes Insekt war denn das jetzt?!

      "Apollo...? Du hier?"

      Doch das war gar kein blutsaugendes Mistvieh!!
      "OH..Ah..eh--!! K-kiri!", entwich es dem Musikliebhaber überrascht. Mit allem hätte er hier gerechnet, aber nicht mit dem wundervollen Kiri! Das war wirklich eine schöne Überraschung....Das einzig Positive heute an diesem verdammten Tag!



      Jetzt, wo er ihn bemerkte, merkte er auch die entfernten Klänge...
      Oh....Heilige Butterblume! Waren das....Das waren doch die Instrumente der Feinde! Die Witch!!
      "Hach, hach...ich hatte doch das Gefühl, dass heute wirklich etwas schiefläuft."
      Jetzt musste er aufpassen, keinem der anderen über den Weg zu laufen...Sie würden sich noch wundern, was ihr Lehrer hier oben in den Bergen zu suchen hatte!
      Hier zu wandern zählte gewiss nicht zu seiner Tarnung oder seinem Ziel....
      "...Wir haben uns verlaufen...Aber Meister Anubis meint, wir wären richtig...", er seufzte genervt und scheuchte mit der Hand eine erneute Mücke davon.



      Er musste es dem glorreichen Kiri bestimmt nicht erklären, schließlich hatten sie ihre Pläne mitgeteilt...Aber seinen Meister hier wegzubekommen war ein Ding der Unmöglichkeit.
      Aber wenn er ihm vielleicht sagte, dass der Feind in der Nähe war...Vielleicht entschied er sich endlich dafür, hier wegzugehen?
      Bestimmt war Kiri hier, um den Feind weiter zu beobachten...
      Gestresst griff sich Apollo an den Kopf:
      "Argh...ich hätte meine Fähigkeit nicht mit Anubis' Gedanken verknüpfen dürfen...Er redet die ganze Zeit von seiner verdammten Forschung...Insekten, Leichen...Ich kann es nicht mehr hören...."
      Die Gedanken von Anubis sprudelten in seinen Kopf.
      Es war wie ein endloser Wasserfall...Wie konnte ein Mann, der kaum sprach, so viele Gedanken für ein einziges Insekt haben?! Oder diese Leichen...Hier soll irgendwie die Macht am besten funktionieren...Es INTERESSIERTE ihn nicht...!
      Aber er konnte sich nicht einfach von Anubis' Gedanken abkoppeln, er musste sich entfernen oder die Zeit musste ablaufen....
      "Ich bring mich um....", murmelte Apollo frustriert...Er konnte hoffen, es würde Anubis nicht auffallen...Dann rief er ihn vielleicht nicht direkt wieder.



      Wie kann man sich das hier freiwillig antun?!
      Es war wie die Hölle....Das Fegefeuer!
      Er konnte gar keine schönen Klänge hier hören, obwohl Tiere auch Seelen besaßen, aber er kam nicht mal dazu, sie zu genießen, es waren zu viele...Es war ein schreckliches Konzert von vielen kleinen Instrumenten, die keinem gleichmäßigen Song folgten....Alle spielten durcheinander....Und Anubis' Gefasel war nicht besser....Wenn er nicht so nerdische Gedanken hätte, würde er mitbekommen, dass der Feind hier ist! Selbst Kiris Rauschen hatte er viel zu spät bemerkt...So lästig....
      Mit seinen Gedanken versuchte er, mit seinem Meister zu kommunizieren, er versuchte ihm zu sagen, dass die Witch hier waren.
      "Na komm...schon...vergiss deine Experimente...", murmelte er gereizt. Er wollte hier weg....

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      Stan. L

      Auf die Sekunde genau betrat Stan die ruhige, alte Kneipe...
      Sein alter Genosse saß tatsächlich schon auf einem der abgenutzten Hocker und strahlte ihm entgegen, als wäre er es gewesen, der Stan heute eingeladen hatte.
      Auch nahm Stans analytischer Blick sofort wahr, dass Franc sich heute herausgeputzt hatte. Er konnte es sich nicht verkneifen, einen schwachen Blick über die Schulter zurückzuwerfen. Als erwartete der Butler, dass Franc heute auf jemand anderen gewartet hatte...Er begriff nicht wirklich, warum sich Franc so über sein Erscheinen freute. Vielleicht hatte Stan gerade auch nur einen sehr passenden Moment erwischt und Franc brauchte gerade selbst jemanden zum Reden oder einfach, um den Sorgen freien Lauf zu lassen...
      Tatsächlich erinnerte sich Stan, dass Franc früher in der Butlerschule viel genörgelt und gejammert hatte...Allerdings hatte Stan ihm nie wirklich seine volle Aufmerksamkeit geschenkt. Für ihn war diese Ausbildung sehr wichtig gewesen, um sich bei den Lyons weiter zu beweisen.
      Rückwirkend fragte sich Stan jedoch wirklich, ob er ihm nicht etwas mehr Gehör hätte schenken sollen. Dann würde es ihm vielleicht leichter fallen zu verstehen, was eigentlich an dem Dasein als Butler so schlecht war...Doch in der jetzigen Situation konnte Stan an nichts anderes denken als an seine Pflichten, und das war ziemlich ineffizient.
      "Mal was ganz Neues, dass du mich zum Trinken einlädst! Endlich hast du Mal die Initiative ergriffen, wurde auch Zeit."



      "Was verschafft mir denn die Ehre? Sag nicht, dass du deinen alten Genossen und Mitschüler vermisst hattest??"
      Vermisst?
      Stan nahm neben den anderen Platz...Streng genommen war es wirklich eine lange Zeit, dass sie einander nicht mehr gesehen haben...Durch diesen merkwürdigen Traum fühlte es sich für Stan beinahe an, als wären mehrere Jahre vergangen...Ein wenig hatte er den anderen Butler wirklich vermisst. Aber mit so etwas Absurdem konnte Stan ihre Konversation nicht beginnen.
      "Meine bisherige Zurückhaltung war eine simple Frage des Zeitmanagements, nichts Persönliches. Aber heute stand ein Treffen mit dir ganz oben auf meiner Liste. Ich habe da ein konkretes Thema, bei dem ich deinen Input brauche und ein alkoholisches Getränk, da ich weiß, dass du gerne trinkst, erschien mir als das Logischste."



      Er betrachtete Franc von der Seite, dessen Kichern und unverblümte Art war tatsächlich genau das, was Stan gerade brauchte...
      Sie waren nicht eng genug miteinander, dass Stan sich Gedanken darüber machen musste, dass sein Gedankengang vielleicht merkwürdig rüberkommen würde, und auch nicht so befremdet, dass er am Ende hier allein sitzen würde.
      "Hatte nicht gedacht, dass du süße Äffchen verschickst. Dachte du schreibst einfach fehlerfrei ohne jegliche Smileys."
      ...
      Kurz neigte Stan etwas seinen Kopf.
      War es so seltsam, dass er süße Äffchen verschickte?
      Irgendwie mochte Stan...Äffchen...Er wusste auch nicht warum, aber er hatte tatsächlich Sorge, dass seine Nachrichten unterkühlt rüberkommen könnten. Vielleicht war Wyatt schuld, der ihn immer mit unzähligen Stickern überhäufte. Manchmal bestanden seine Antworten aus reinen Stickern und Stan war bemüht, sie dann zu entschlüsseln...Doch von allen Tier-Stickern, die in dem Standard-Messenger vorhanden waren...sprachen ihn schlicht diese Äffchen am meisten an. Nie hatte er darüber nachgedacht, wie es wirken würde...Dazu schrieb er zu selten mit anderen.
      Doch jetzt, wo Stan darüber nachdachte...war es vielleicht doch ein wenig merkwürdig, dass er sich ausgerechnet für Äffchen entschieden hatte.
      Sie erinnerten ihn immer an seinen ersten Zoobesuch...Pinselohräffchen...Waren schon ziemlich putzig.
      "Achja, der Clubbesitzer von The Cage war ja einige Zeit im Krankenhaus....."
      Schnell jedoch kam jetzt Franc auf ein Thema, das Stan eigentlich heute Nacht am liebsten umgehen wollte....
      Der sonst eher kühle Ausdruck von Stan erlitt einen starken Schaden, als hätte er gerade etwas Bitteres probiert.
      "Mhm...", gab er bemüht knapp von sich, um Franc nicht zu zeigen, dass er in ein tiefes Fettnäpfchen getreten war.



      Also...Stimmte es doch, dass Liam im Krankenhaus war...Immer mehr schien die Story von Izarra und diesem Detektiv der Wahrheit zu entsprechen, aber....Wenn...Sie alle diesen Traum gehabt hatten...Urgh...Vielleicht waren es Drogen UND Hypnose? Also....Hypnose gab es ja wirklich...Vermutlich......
      Stan begann übel zu werden...Vielleicht war es doch ein Fehler, mit Franc zu reden und nicht direkt Liam aufzusuchen....
      Allerdings war es schön zu hören, dass sich Franc Mühe mit seinen Freunden gegeben hatte, um Liams Club wieder aufzubauen. Er war sich sicher, dass sich der Rothaarige darüber freuen würde. Es zeigte ihm, dass sein Club auch sein Ziel erreichte und Beliebtheit erlangte.
      Es wunderte ihn jedoch, dass Simon Rose sogar finanzielle Unterstützung geleistet hatte...
      Sein Bild von diesem Mann wurde wirklich total auf den Kopf gestellt.
      Matt Lyons ließ kein gutes Wort über die Familie Rose offen und auch Sophia hasste diese Familie.
      Aber wenn Stan darüber nachdachte...Matt hatte ihn niemals geldlich darin unterstützt.
      Vielleicht war Simon wirklich netter als er anfangs dachte...Auch zu ihm war er ausgesprochen geduldig und nachsichtig gewesen.
      Auch wenn er sich sein erstes Mal nicht derartig vorgestellt hatte....



      Der schlanke Finger von Franc deutete auf seine Brust und kurz bildete sich Stan ein....Wieder diese gewissenhaften, fähigen Hände des Roses auf seinem Körper zu spüren.
      Hach, Francs Worte brachten ihn wirklich auf sonderbare Gedanken...!
      "Vielleicht spiele ich bald wieder...Wenn der Clubbesitzer einverstanden ist.", erwiderte Stan kurz, auch wenn er wusste, dass Liam ihn oft dringend brauchte und es vermutlich unausweichlich sein würde. Aber Stan spielte auch gerne Gitarre, und wenn Franc einer derjenigen war, die ihn gern spielen hörten...
      "Und jetzt sag schon!! Lass mich die ganze Zeit nicht alleine schwaddeln. Wie geht es dir und was verschlägt dir gerade so den Magen?"
      Franc war wirklich gut darin, ein Gespräch allein am Laufen zu halten...Doch er hatte schon recht. Stan sollte etwas Wirkliches zu dem Gespräch beitragen. Aber so wirklich wusste er nicht, wie er anfangen sollte.
      "...Es ist einiges passiert.", begann Stan mit einem abwesenden Blick und sein Finger in dem schwarzen Handschuh strich etwas über den Rand des Glases seines Getränks, das er sich nebenbei bestellt hatte.
      Stan schwieg jedoch wieder, als wäre es beinahe alles, was er zu sagen hätte. Es war sonderbar, es so zu sagen, als hätte er eine zweite militärische Ausbildung hinter sich gehabt...



      Es gab so vieles, was er sagen könnte und zugleich war es kaum in Worte zu verpacken.
      Wie viel konnte er Franc und sich überhaupt zumuten?
      Wollte er überhaupt alles erzählen oder sich einfach nur den Kummer vom Herzen sprechen?
      Vielleicht wäre es einfach besser, Franc um seine Meinung zu fragen?
      Aber vielleicht brachte es ihn nur weiter durcheinander....
      "Ich denke...Ich habe mich verändert.", setzte Stan seine Worte bedacht fort. Er wusste selbst, dass Veränderung nichts Schlechtes bedeutete und für eine Entwicklung sprach.
      Doch beängstigte es ihn ein wenig...In welche Richtung sein Leben verlaufen würde.
      Stan beschloss für einen Moment, seinen logischen Verstand abzuschalten, nur ...für diesen Augenblick.
      "...Ich habe mich in jemanden verliebt."


      Ein schwaches Lächeln legte sich auf Stans Lippen. Es laut auszusprechen, gab ihm ein...beflügelndes Gefühl in der Brust.
      Er war noch nie in jemanden verliebt gewesen. Aber sobald er an Izarra dachte, spürte er diese Wärme um sein Herz....Vielleicht war es kein Verliebtsein und er fühlte sich nur bei ihm wohl...Aber er glaubte daran, dass Verliebtsein sicherlich dem nahekam.
      Doch mit dem schönen Gefühl kamen aber sofort die Zweifel auf...
      "...Nur ist es mit ihm kompliziert. ", sprach Stan leiser aus, und aus seinem Mund, dem eines Denkers, kam es sicherlich merkwürdig rüber.
      "Er spricht von Dingen, an die ich nicht glaube...und ich fühle starkes Misstrauen ihm gegenüber, obwohl ich ihm glauben möchte. Ich denke sogar, dass er mich in große Schwierigkeiten ziehen wird, aber trotzdem kann ich nicht aufhören, ihn...zu mögen."
      Stan senkte seinen Blick wieder auf sein Glas, das Lächeln nahm wieder etwas ab.
      "Wenn du dich verliebt hast, Franc....Denkst du da oft an die Konsequenzen oder...lässt du dich blind auf dieses Gefühl ein? Du hast schließlich auch deine Pflichten, an die du dich halten sollst..."
      Er versuchte die Frage etwas besser zu formulieren.
      "...Wenn die Person schlecht für die Familie Rose wäre, könntest du dieser Person noch vertrauen?"
      Zwar war Izarra keine direkte Bedrohung für die Familie Lyons...Aber wenn diese ganze Sekte, Drogen....Magie stimmte...Wie konnte er ihn länger in seiner oder der Nähe von Wyatt lassen?
      Er selbst wurde gerade in irgendetwas Sonderbares gezogen....Auf offener Straße angegriffen und in das Leben dieses Janons gerissen, der auch nur Ärger bedeutet....
      Es war eine unglaubliche Kettenreaktion, die Stan sicherlich nicht aufhalten konnte...
      Stan seufzte zurückhaltend und sah wieder zu Franc, hoffentlich hatte er ihm nicht die gute Stimmung verdorben.
      "Ich wollte dich einfach wohl um Rat fragen...oder deine Meinung. Wenn du über etwas anderes sprechen willst, ist das in Ordnung."
      Ein etwas ermüdetes Schmunzeln entglitt Stan:
      "Im Moment fällt es mir viel zu schwer zu erkennen, wo meine Prioritäten liegen. Seit....wir uns kennen, wollte ich immer nur der perfekte Butler für die Familie sein, die mich aufgenommen hat. Alles andere war wie eine Ablenkung, aber durch die Dinge in letzter Zeit habe ich angefangen, das zu hinterfragen. Wenn ich nur meinen Pflichten nachgehe...vernachlässige ich die Personen...die mir wirklich etwas bedeuten."
      Er musste kurz schlucken, an den Gedanken, wie er als Sophia einfach nur zugesehen hatte, wie ein Kind in die Dunkelheit gezogen wurde, wie er in Wyatts Körper steckte und er als Stan nirgendwo in seiner Nähe war, um ihm zu helfen....Diese Gedanken begannen Stan langsam schleichend zu zerfressen.
      Und wozu diese Pflicht?
      Einer Familie, die ihn----
      Nein, nein...Er wollte nicht schlecht über die Lyons denken....
      Dafür atmete und lebte er...
      Believe Me ~