The last Song [Nimue & Shio]

    • Kyle

      zuvor im Wagen

      Ihre Nähe war das Einzige was mir half, ruhig zu bleiben. Der Morgen war schon wirklich verrückt und anders als erwartet. Doch Grace hatte die Fähigkeit den Tiger in mir zu besänftigen, auch wenn ich heute kurz davor war dieser Barbie eins auszuwischen. Aber ich hielt mich zurück, für sie. Wäre sie nicht in mein Leben gestolpert, dann wäre das Ganze nicht so glimpflich ausgegangen.
      Ihre sanfte Berührung auf meinem Handrücken entspannte mich noch mehr und ich lehnte meinen Kopf ein wenig nach hinten und sah aus dem Fenster und blickte auf die Straßen von L.A. Als mein Name aus ihrem Mund kam, bereitete es mir eine Gänsehaut. Ich liebte es wie sie ihn aussprach. Es klangt einfach anders. Viel schöner als wenn ihn Tom oder die Jungs sagten.
      Es klang wie Musik in meinen Ohren. Ich drehte meinen Kopf ein wenig zu ihr und lächelte sie an. Sie wollte wissen was ich über sie am Anfang dachte und wie meine Sicht heute aussah. Ich brauchte nicht groß darüber nachzudenken, denn ich wusste die Antwort bereits. "Damals sahst du für mich aus wie eine ganz normale Frau, die sich nichts daraus machte wie sie aussah. Was an sich ja nicht schlimm ist. Doch für mich hast du einfach nicht ganz in das Bild von L.A. gepasst. Diese schwarze Strickjacke ist dein Markenzeichen geworden, das habe ich schnell festgestellt." Ich drehte meinen Kopf nun ganz zu ihr um und blickte sie an. "Aber auch schon damals konnte ich meinen Blick nicht von dir nehmen. Du bist die erste Frau in meinem Leben, die aus der Rolle tanzt. Die nicht mit dem Strom schwimmt und das hat mich einfach fasziniert." Sie war für mich von Anfang an so echt und authentisch, das mir das Ganze ein wenig Angst bereitet hat. Unsere Herzen schlugen nun den selben Takt und das sollte sich nie ändern. Meine Finger verschränkten sich noch mehr mit ihren und ich rückte noch ein wenig näher zu ihr. "Ich glaube das ein Teil von mir schon wusste, dass du gefährlich für mich wirst. Natürlich nicht negativ gemeint." Ein schiefes Lächeln huschte über mein Gesicht, bevor meine Gesichtszüge wieder sanfter wurden. "Und heute denke ich das ich noch nie jemanden getroffen habe, bei dem sich alles so verdammt leicht und gleichzeitig so intensiv anfühlt, wie mit dir." Mein Daumen strich über ihre Fingerknöchel und machte dort kleine kreisende Bewegungen. Ein raues Lachen drang aus meinem Mund. "Es ist schon verrückt wie schnell das alles ging, aber ich bereue nichts davon. Ich würde alles noch einmal genau so machen." Ich würde sie mit meinen Spielchen reizen, würde sie immer wieder provozieren, ihr Spitzen geben, nur damit sie sich wieder in mein Herz schleichen kann. Denn das hat sie ohne große Kunst einfach so geschafft. Weil sie einfach nur Grace war. Ich beugte mich ein Stück zu ihr. "Was unsere Zukunft betrifft sehe ich kein kitschiges Filmende, das würde nicht zu uns passen. Aber egal was auf uns zu kommt, ich werde nicht von deiner Seite weichen. Denn das erste Mal seit langem fühlte es sich wie nach Hause kommen an." Im Kopf malte ich mir unsere Zukunft aus. Sie wird hier und da chaotisch sein, wir werden sicherlich auch ab und zu mal diskutieren.. Aber wir finden immer wieder zusammen und genießen die schönen Momente, die uns das Leben schenkt. "Und wie siehst du das alles?" Mir war ihre Meinung ebenfalls sehr wichtig, denn es ging ja um uns.

      zurück im Diner

      Die Jungs bekamen die volle Breitseite ihres britischen Temperaments zu spüren und ich saß nur da und schmunzelte vor mich hin. Auch wenn mich das angebliche Gerücht rund um die Band nicht ganz kalt ließ. Phil und Vince sahen mich ebenfalls überrascht und fragend an. Ich schüttelte leicht mit den Kopf. "Das stimmt nicht. Wir drei bleiben schön zusammen. Das Gerücht geht rum, aber Tom wird der Sache auf den Grund gehen, falls er es nicht schon getan hat." Das besänftigte die Jungs ein wenig. Die Presse sucht jetzt viele Gründe, wegen unseren plötzlichen Verschwindens von der Bildfläche..
      Phil beugte sich ein Stück weit in Richtung Grace. "Entschuldige Grace, es ist nur so ungewohnt das du jetzt hier bist." Vince nickte ihm zu. "Ich denke es wird eine Weile dauern, euch jetzt im Doppelpack zu sehen."
      Für mich war es auch neu, mit jemanden an meiner Seite, bei den Jungs zu sitzen. Ich konnte mir trotzdem niemand anderen vorstellen als sie. "Wir werden uns alle daran gewöhnen. Es ist alles noch so frisch und ich möchte einfach jede freie Minute mit dir verbringen."
      Meine Augen funkelten förmlich bei den Gedanken daran, meinen Weg jetzt mit ihr zusammen zu gehen.
      Als sie von damals sprach, zuckten meine Mundwinkel. Ich war es, der den Blick nicht von ihr abwenden konnte, nicht die Frau auf dem Sofa. "Tja du hast mir damals die Tour versaut, aber heute bin ich dir dankbar dafür, das du mir so ein Kopfkino bereitet hast." Ich stupste sie leicht an.
      Wir gaben der Kellnerin die Bestellungen nach und nach auf. Ich entschied mich für einen Hamburger mit Fries und einem Schokoerdbeermilchshake. Phil entschied sich für einen doppelten Hamburger und einer Zero Cola und Vince nahm sich einen vegetarischen Burger und Wasser.
      Die Bestellung war nach ein paar Minuten an unserem Tisch angekommen. Ich musterte Grace ein wenig von der Seite und war etwas verblüfft das sie den Burger mit Waffeln, statt mit den Buns isst. Ihre Essgewohnheiten in allen Ehren, aber wenn es ihr so besser schmeckte, warum nicht. Vielleicht isst man Burger in England so. Ich verurteilte sie nicht dafür und auch die Jungs störte es nicht. Sie war wirklich einfach besonders. Meine wunderschöne britische Traumfrau.
      Ich biss genüsslich von meinem Burger ab und wir redeten nicht viel in der Zeit wo wir aßen, da ich wirklich Hunger hatte.
      Es war auch einfach Mal schön die Ruhe zu genießen und den Songs, die aus der Jukebox drangen, zuzuhören.
    • Grace

      Im Wagen beobachtete ich Kyle von der Seite, während das weiche Licht der vorbeiziehenden Stadt seine Züge umspielte. Aus rein fotografischer Sicht war es eigentlich eine Unverschämtheit, wie perfekt seine Gesichtskonturen waren. Wie das Licht an seinem Kiefer brach und seine Augen zum Leuchten brachte. Aber es war dieses eine, ganz spezielle Lächeln, das nichts mit Kameras oder Postern zu tun hatte, welches mein Herz jedes Mal aufs Neue direkt berührte. "Die meisten meiner Sachen sind eben Erinnerungsstücke", erklärte ich leise, während ich seinen Blick auffing. "Ich war vorher schon viel auf Reisen, aber so lange wie jetzt für meine Suche in Amerika war ich noch nie von daheim weg. Diese Jacke und auch ein paar andere Stücke verbinden mich mit meiner Heimat. Deshalb wollte ich sie auch so dringend wiederhaben ... und nicht, dass mir Tom irgendeine neue Designerjacke als Ersatz kauft." Ganz unbewusst, fast wie von einem Magneten gezogen, rückte ich näher an ihn heran, bis meine Schulter leicht an seiner lehnte. Sein Parfum hüllte mich ein, eine Mischung aus Abenteuer und Geborgenheit, und ich schloss für einen Moment die Augen, um diesen Duft mit einem tiefen Atemzug in mich aufzusaugen. Es fühlte sich einfach richtig an. Ich wollte jede Sekunde davon genießen und nicht einfach von Höhepunkt zu Höhenpunkt springen wie es die Menschen hier gerne machten. Dafür war mir mein Band mit Kyle viel zu wertvoll.
      Ich öffnete die Augen wieder und sah ihn frech an. "Ach? Warst du deshalb so sauer, als Tom mich damals auf den Flur gezogen hat? Ich hatte irgendwie das Gefühl, du warst noch gar nicht fertig mit mir gewesen." Ein verliebtes Lächeln stahl sich auf meine Lippen, während ich seine Nähe suchte, jede Sekunde dieser Zweisamkeit auskostete. Ich sah ihn an, während das Licht der vorbeiziehenden Straßenlaternen über sein Gesicht wanderte. "Wie ich das sehe?", wiederholte ich leise seine Frage. Ich suchte nach den richtigen Worten, während mein Herz in diesem seltsam neuen, aber wunderbar richtigen Takt schlug. "Ich sehe es ganz ähnlich. Ich hatte nie geplant, mein Herz an einen amerikanischen Rockstar zu verlieren, der sich mit mir über Zitronenbonbons streitet und meine Geduld auf die Probe stellt. Eigentlich ist es statistisch gesehen ein absolutes Desaster." Ein kleines, ehrliches Lächeln stahl sich auf meine Lippen. "Aber du hast recht. Es ist intensiv. Und ja, es ist verdammt schnell gegangen. Aber wenn ich in deiner Nähe bin, fühlt sich das Chaos in meinem Kopf – die Sorgen um meine Eltern, der Druck von Farrow, plötzlich so... leise an. Wenn du sagst, es fühlt sich an wie nach Hause kommen, dann ist das genau das, was ich auch empfinde. Ich brauche kein Filmende, Kyle. Ich will nur das nächste Kapitel mit dir."

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      Im Diner tat es mir fast ein bisschen leid, wie bestürzt Phil und Vince auf meinen kleinen Scherz über die Bandgerüchte reagierten. Die beiden sahen plötzlich so ernst aus, dass ich die Leichtigkeit schnell wieder herstellen wollte.
      "Keine Sorge, Jungs", warf ich beruhigend ein und schenkte ihnen mein herzlichstes Lächeln. "Ich habe genug Material auf meinen Speicherkarten, um die Presse endlich davon zu überzeugen, dass ihr schön brav und ausdauernd an neuen Songs arbeitet."
      Ich zwinkerte ihnen zu, während ich mit den Finger auf der Karte kreiselte. In meinem Kopf ging ich bereits die Aufnahmen der letzten Tage durch die ungestellten, ehrlichen Momente im Loft, die Kyle und die Band von einer Seite zeigten, die kein Paparazzo je einfangen würde. Es war wichtig, dass die Welt sah, dass sie noch eine Einheit waren. Aber gleichzeitig wusste ich: Wenn wir an den Abend gemeinsam auf der Magnolia Society auftauchten, hätten die Klatschblätter ohnehin bald ein ganz anderes, weitaus interessanteres Thema, über das sie sich die Köpfe heiß spekulieren konnten.
      Der Gedanke an den Wirbel, den Kyle und ich auslösen würden, ließ mein Herz kurz stolpern, aber der Blick in seine Augen gab mir die nötige Ruhe zurück. Solange wir uns einig waren, konnten sie schreiben, was sie wollten.
      Als Kyle dann jedoch davon anfing, dass ich ihm damals die `Tour versaut` hätte, schnappte ich theatralisch nach Luft. "Die Tour versaut? Na hör mal! Ich war so freundlich und habe euch machen lassen. Ich habe mir sogar Kopfhörer aufgesetzt und mich weggedreht. Beschwert hat sich im Nachhinein nur dein Bruder wegen der Designer-Couch." Ich tat gespielt empört und knifft ihn noch einmal sacht in die Seite. Doch bei dem Wort `Kopfkino` merkte ich, wie mir die Hitze in die Wangen stieg. "Als ob ich was dafür kann, dass du dich von meinem Heißhunger so ablenken und inspirieren lässt", murmelte ich und wurde doch ein wenig rot bei der Vorstellung, was genau in seinem Kopf vorgegangen sein mochte.
      Ich bemerkte Kyles verblüfften Blick auf meine Waffel-Burger-Kreation und hob nur herausfordernd eine Braue, bevor ich herzhaft zubiss. "Was? Ihr tourt doch nicht erst seit gestern durch Amerika und kennt diese Diner-Kombi aus süß und herzhaft nicht?" Ich lachte leise über ihre Gesichter. "Oh man... kaum zu glauben", murmelte ich kauend und ignorierte das amüsierte Kopfschütteln von Phil und Vince. Die Jukebox spielte einen alten Rock-Klassiker und für diesen Moment war alles perfekt. Keine Kameras, keine PR-Strategien, nur das klebrige Gefühl von Erdbeersirup, der Geschmack von Speck und Waffeln und die Gewissheit, dass ich genau hier sein wollte.
    • Kyle

      Die Stimmung im Diner war entspannt und lustig. Es tat gut sich diesen einen Moment der Ruhe und Freiheit zu nehmen, bevor der Tag der Gala immer näher rückte. Es wird eine große Herausforderung für uns alle sein. Nicht nur das ich und Tom im Mittelpunkt stehen, sondern auch Grace. Die Schlagzeilen konnte ich mir schon vor meinem geistigen Auge ausmalen und ich wusste das sich die Presse die Mäuler über uns zerreißen wird. Doch das war mir mehr als egal, denn für mich gab es nur sie an meiner Seite. Ich würde sie vor all dem beschützen. Sie soll wissen das ich zu ihr stehe, ganz egal was auf uns zu kommt. Ich werde keinen Rückzieher mehr machen, oder uns verstecken. Nein dafür bedeutet sie mir einfach zu viel. Mein Blick ruhte sanft auf ihr und ich fühlte mich glücklicher denn je.
      Diese Frau war alles was ich im Leben brauchte um alles zu überstehen. Und ich dankte dem Schicksal, das es uns zusammen gebracht hat.
      Phil und Vince konnten ebenfalls sehen wie ich mich verändert hatte. Ich sah es an ihren zufriedenen Gesichtern und an ihren Lächeln.
      Als Grace das mit der Waffel Kombi sagte, musste ich schmunzeln und schüttelte den Kopf. "Bei uns gab es bisher nur ausgewähltes Essen von verschiedenen Caterings. Da gibt es eher so etwas wie Kaviar, Austern und viele andere teure Sachen." Ich verzog mein Gesicht, denn ich mochte keines der genannten Dinge so wirklich. "Wir haben uns meistens immer heimlich Pizza bestellt, da ich das Zeug nicht ausstehen kann." Die beiden Jungs nickten mir zustimmend zu. "Wenn ich nur diese rohen Fischeier sehe, wird mir schon schlecht", sprach Phil. "Siehst du Kleine, auch wenn wir einen hohen Status haben, heißt es nicht gleich das wir auch dieses teure Essen würdigen. Ich gebe mich eher mit dem hier zufrieden", fügte Vince hinzu und machte eine Handbewegung über den Tisch. "Aber deine Kombi ist schon wirklich speziell", sprach er und lächelte sie an. Phil schlug ihm leicht auf den Arm. "Jetzt lass sie doch. Wenn es ihr so schmeckt. Kümmere dich lieber um dein fleischlosen Burger." Vince verdrehte die Augen und biss von seinem Burger ab.
      Ich schob mir eine Pommes nach der anderen in den Mund und blickte zwischen den Jungs hin und her. "Ich muss euch noch etwas erzählen." Die Jungs sahen mich beide erwartungsvoll an. "Ich habe einen neuen Song fertig." Mein Blick ging zurück zu Grace und ich musste automatisch lächeln. Diesen Abend am Klavier werde ich niemals vergessen. Hitze stieg in mir auf, als die Bilder in meinem Kopf schossen. Sie auf meinem Schoß, während wir uns eng umschlungen zum ersten Mal küssten und unseren Gefühlen freien Lauf ließen. Das war der bedeutungsvollste Abend in meinem ganzen Leben und ich konnte es kaum abwarten, noch mehr solcher schönen Momente mit ihr zu teilen. Phil tupfte sich mit einer Serviette den Mund ab. "Jetzt spann uns nicht auf die Folter wie heißt der Song und um was handelt er?" Ich nahm den Trinkhalm des Milchshakes zwischen meine Lippen und zog daran. "Der Song heißt ´Ash on the Keys´ und handelt von Sehnsucht, Liebe und Verlustängste. Ich habe ihm mit meinem Klavier begleitet und würde ihn euch gerne die nächsten Tage präsentieren." Die beiden Jungs grinsten förmlich. "Dann sind wir gespannt darauf", sprach Phil. "Er ist jedenfalls ganz anders als die Songs, die ich sonst geschrieben habe. Es zeigt eine ganz andere Seite von mir." "Hat dir unsere Gracielein dabei geholfen?" Vince wackelte mit den Augenbrauen. Ich schluckte und sah die beiden an. "Sie hat einen erheblichen Anteil zu dem Song beigetragen." Meine Hand ging zu ihr und ich strich ihr sanft über den Arm, bis ich zu ihrer Hand kam und wir unsere Finger miteinander verschränkten.
      "Süß", Phil schmunzelte. Es war die Wahrheit. In dem Song verarbeitete ich meine ganzen Gefühle die ich nicht zuordnen konnte und die Sehnsucht, die ich die ganze Zeit nach ihrer Nähe hatte. Wie oft ich kurz davor war sie einfach zu küssen.. und ich mir jedes Mal selber im Weg stand, weil mich meine Angst kontrollierte. Mein Herz zog mich immer wieder zu ihr hin und siegte schlussendlich über meinen Verstand. "Weiß dein Bruder eigentlich schon von euch?" Ich nickte und verstärkte den Druck meiner Finger. "Und wie hat er reagiert?"
      "Er wirkte relativ gefasst. Anscheinend hatte er seit Tagen einen leisen Verdacht geschöpft. Aber ich war froh das wir es ihm sagen konnten. Glaubt mir sonst wäre ich durchgedreht oder hätte mich für immer im Hinterhof des Lofts versteckt." Es war sowas von absurd gewesen, das ich davor abgehauen bin. Ich gab mich immer als der harte, starke Rockstar, doch an diesen Abend zerbrach meine Maske in tausend Stücke. "Es ist noch immer ungewohnt dieses Dauergrinsen in meinem Gesicht zu sehen, aber ich kann mir kein schöneres Gefühl vorstellen." Meine Augen suchte ihre und ich beugte mich zu ihr. Meine Nase kitzelte ihre Wange und ich hauchte ihr ins Ohr. "Und das habe ich nur dir zu verdanken." Meine Lippen streiften ihr Ohrläppchen und ich atmete den unwiderstehlichen Duft ihres Parfums ein. ´Ich will nur das nächste Kapitel mit dir..´ Ihre Worte von vorhin im Wagen gingen mir nicht mehr aus den Kopf. Ich will nicht nur ein weiteres Kapitel, ich möchte mit ihr ein ganzes Buch füllen. Unsere Geschichte schreiben, bis ans Ende unserer Tage. Ich konnte die Blicke der Jungs auf uns spüren.
      "Sollen wir euch vielleicht alleine lassen? Ich dachte wir sind hier um Burger zu essen und nicht um uns gegenseitig zu vernaschen", warf Phil ein. Ich kicherte an ihrem Ohr und löste mich wieder von ihr, nahm eine Pommes in die Hand und warf sie ihm entgegen. "Nur kein Neid okay?" Phil warf mir ebenfalls eine zurück. "Wir gönnen es euch, aber wir müssen uns auch daran gewöhnen euch jetzt öfters im Doppelplack zu sehen. Nicht nur auf Arbeit." Er lächelte uns an. Ja es ist eine große Veränderung, auch für mich, nicht mehr so oft alleine zu sein, oder irgendwo hin zu gehen. Auch mit den abendlichen Eskapaden war nun Schluss. Ich hatte kein Problem damit Grace mit in unseren Stammclub zu nehmen, aber ich würde dort nur noch Augen für sie haben. Doch dass stört mich absolut nicht, denn ich konnte mir keine bessere Frau an meiner Seite, vorstellen wie sie. Und das war das Wichtigste was zählt.
    • Grace

      Ich hatte den Waffel-Burger beinahe komplett verschlungen. Es war eine glorreiche, fettige Angelegenheit, die jede einzelne Kalorie wert war. Genüsslich leckte ich mir erst die Fingerspitzen ab, bevor ich zu dem Feuchttuch und der Serviette griff, um die Spuren meines kulinarischen Experiments gründlich zu beseitigen. Sauberkeit musste sein, auch wenn man gerade wie ein Scheunendrescher gegessen hatte. Nach einem kräftigen Zug an meinem Milchshake widmete ich mich schließlich mit neuer Energie den Chips ...oder wie diese verrückten Amerikaner sie nannten: Pommes fries, die noch golden und knusprig auf meinem Teller warteten. "Klingt ehrlich gesagt eher nach einem Kunstprojekt als nach Essen", bemerkte ich trocken, als Phil und Vince von Austern, Kaviar und winzigen Designerportionen erzählten. Fragend hob ich eine Augenbraue. "Und davon soll man satt werden?" Mein Blick glitt kurz zu Kyle. Es passte überhaupt nicht zu dem Bild, das ich von ihnen gehabt hatte. Rockstars, verschwitzte Clubs, laute Nächte, Chaos und stattdessen wurden ihnen kleine rohe Fischeier auf Silbertabletts serviert? Farrow hatte mir beigebracht die Wünsche der Kunden zu erkennen und ihnen zu entsprechen. Aber das passte einfach nicht zusammen. Dieses ganze High-Society-Gehabe wirkte bei den Jungs ungefähr so natürlich wie ein Smoking bei einem Motorradrennen. Als Kyle zugab, dass sie sich heimlich Pizza bestellt hatten, musste ich lachen. Mit einer Pommes stupste ich ihm gegen die Wange. "Ohhh... ihr seid also ganz böse Jungs. Solche vor denen mich meine Mum gewarnt hat, als ich 14 war."
      Vince bezeichnete mich kurz darauf als die Kleine, woraufhin ich ihn mit gespielter Empörung ansah. "Excuse me? Ich bin vielleicht kleiner als ihr wandelnden Kühlschränke, aber deshalb noch lange nicht harmlos." Phil verschluckte sich beinahe an seinem Getränk vor Lachen, während ich seelenruhig noch eine Pommes klaute. "Mein Burger ist vielleicht speziell", fügte ich hinzu und deutete auf die improvisierten Waffel-Buns, "aber er schmeckt unfassbar gut. Ihr seid einfach nur nicht kreativ genug." Die Stimmung zwischen ihnen war locker, laut und vollkommen ungefiltert. Ehrlich gesagt mochte ich das. Dieses ständige gegenseitige Aufziehen, die kleinen Seitenhiebe dahinter steckte so viel Vertrautheit, dass es beinahe ansteckend war. Es machte mich irgendwie glücklich zu sehen, dass Kyle solche Menschen in seinem Leben hatte. Menschen, bei denen er nicht permanent irgendeine Rolle spielen musste.
      Als Kyle schließlich seinen Song erwähnte, richtete ich mich automatisch etwas mehr auf. Ash on the Keys. Allein der Name ließ etwas warm in meiner Brust aufziehen. Doch kaum hatte Vince das Wort Gracielein ausgesprochen, blinzelte ich irritiert.
      Gracielein? Mein Gehirn brauchte einen Moment. Grace war ohnehin schon die Kurzform von Gracelyn... und jetzt verniedlichte er die Verniedlichung?
      Ich warf Vince einen langen Blick zu. "Okay, das klingt wie der Name einer Märchenfee mit Zuckergussproblem." Die Jungs lachten sofort wieder los, vielleicht ironisch wenn es von der Frau kam, die sich den Rest Hauch Sirup hemmungslos von den Fingern geschleckt hatte. Mein Blick wanderte längst zurück zu Kyle und dann spürte ich seine Berührung. Erst nur seine Finger an meinem Arm... langsam, warm, beinahe vorsichtig. Doch genau darin lag das Problem. Es fühlte sich viel zu vertraut an. Viel zu selbstverständlich. Seine Finger glitten weiter über meine Haut, bis sie meine Hand erreichten und sich mit meinen verschränkten. Fest und sicher. So natürlich wie an dem Abend am Klavier. Mein Herz machte einen viel zu heftigen Satz.
      Ich sah auf unsere Hände hinunter und spürte sofort wieder dieses gefährliche Ziehen tief in meiner Brust. Dieses Gefühl, als würde mein gesamter Körper automatisch auf ihn reagieren, ohne vorher meinen Verstand um Erlaubnis zu fragen.
      Und als er dann sagte, dass ich einen erheblichen Anteil an dem Song hatte, wurde mir plötzlich warm. Richtig warm. Nicht nur wegen seiner Worte, sondern wegen der Art, wie er mich dabei ansah. Dieses offene, ehrliche Leuchten in seinen Augen war inzwischen vermutlich meine größte Schwachstelle. "Na immerhin lebt Tom noch. Er hat sogar fast menschlich gewirkt für einen Moment. Fast.", murmelte ich trocken dazwischen, um mich irgendwie selbst wieder einzufangen. "Das werte ich als gutes Zeichen." Doch viel zu schnell verlor ich mich wieder in seinem Blick. Verdammt! .... Kyle... Diese blau-grauen Augen waren wirklich gefährlich. Nicht auf diese offensichtliche, arrogante Art, sondern schlimmer ...weil darin immer gleichzeitig Sehnsucht, Wärme und dieses unverschämt ehrliche Funkeln lag. Man hatte ständig das Gefühl, er würde einen ansehen, als wäre man gerade das Wichtigste auf der ganzen Welt. Und genau deshalb traf mich seine Nähe so hart. Als er sich vorbeugte und seine Nase meine Wange streifte, hielt mein Atem automatisch an. Diese zarte Berührung allein reichte schon aus, damit mein Puls wieder vollkommen aus dem Takt geriet. Doch als seine Lippen schließlich mein Ohrläppchen berührten, schoss die Hitze augenblicklich bis in mein Gesicht. Oh for God sake! Ich war dort viel zu empfindlich. Ich spürte sofort, wie meine Wangen heiß wurden, während mir ein leiser Schauer über den Rücken lief. Für Kyle war diese Art von Nähe vermutlich völlig normal er war es gewohnt, vor Freunden hemmungslos mit Frauen zu flirten, sie zu berühren, sie anzusehen, als gäbe es niemand anderen im Raum. Aber ich? Für mich waren Phil und Vince trotz allem fast Fremde. Nette Fremde, ja ... aber trotzdem Menschen, vor denen ich normalerweise niemals so offen geworden wäre. Und genau deshalb machte mich diese Situation gleichzeitig nervös und vollkommen schwach. "Kyle...", hauchte ich leise, halb mahnend, halb schutzlos, und versuchte, einen klaren Gedanken zu fassen, während sein unwiderstehlicher Duft mich völlig benebelte. Ich löste mich ganz sanft ein Stück von ihm, gerade so viel, dass ich wieder Sauerstoff bekam, aber ohne seine Hand loszulassen. Mit der freien Hand strich ihn ihn eine verutschte Locke aus den Gesicht. "Wir haben Publikum, Rockstar." Ich rettete mich in den Humor, um mein klopfendes Herz zu beruhigen. Ich versuchte, ihn tadelnd anzusehen, doch das funktionierte ungefähr drei Sekunden lang, bevor mein Blick wieder weich wurde. Trotzdem ließ ich seine Hand keine einzige Sekunde los.
    • Kyle

      Ich musste schmunzeln, als ich ihr ansehen konnte wie verrückt ich sie machte. "Glaub mir die Beiden haben schon andere Sachen gesehen." Die Röte auf ihren Wangen ließ sie noch schöner aussehen und ich verlor mich wieder in ihren haselnussbraunen Augen. I´m full of longing schoss es mir durch meinen Kopf, als ich sie ansah. Gott wenn das hier so weiter geht, dann brauche ich nachher noch eine Abkühlung, denn mein Körper fühlte sich selbst gerade so an als würde er verbrennen. Der kalte Milchshake half auch nicht wirklich dagegen. Ihr intensiver Blick durchbohrte mich förmlich und ich rutschte nervös auf meinem Stuhl hin und her. Wie viel konnte man nur für diese Frau hier empfinden? Mehr als ich es mir je erträumen konnte. Ich wandte meinen Blick von ihr ab um mich ein wenig zu beruhigen, um sie nicht gleich hinter die nächste Wand zu zerren. "Also was treibt ihr Jungs heute noch so?" Phil nippte an seiner Coke und überlegte. "Ich treffe mich tatsächlich mit der Frau aus dem Club." Ein Grinsen zog sich über mein Gesicht und ich gab ihn einen Faustschlag. "Na geht doch. Dann drücken wir dir die Daumen." Ich zwinkerte ihm zu. Denn ich wünschte mir nicht mehr als der Phil endlich wieder glücklich wird. Nach der Beziehung zu seiner Ex war er sehr traurig und zog sich zurück. Vince und ich haben immer wieder versucht ihn aufzumuntern und abzulenken. Es klappte mehr oder weniger gut. Daher freute es mich umso mehr, solche Neuigkeiten zu hören. Meine Augen wandern zu Vince, der sich gerade den Mund abtupfte. "Ich werde mich wieder in die Welt der Bücher verziehen. Also nichts spannendes und bei euch beiden?" "Nun für heute ist nichts weiter geplant. Ich werde jede freie Minute mit dieser wunderbaren Frau verbringen. Sofern sie das natürlich möchte." Und ich ihre Nähe die ganze Zeit aushalte ohne über sie herzufallen. Ich überlegte wirklich nachher noch in den Pool auf der Dachterrasse zu springen um meinen Kopf abzukühlen.
      Wir quatschten noch ein wenig und amüsierten uns, dann bezahlten wir unser Essen. Ich bezahlte für Grace ebenfalls mit, ich bestand darauf und duldete keine Widerrede von ihr. Daran muss sie sich von nun ab gewöhnen. Mit meinem Arm um sie geschlungen, traten wir vier aus dem Diner. James parkte schon davor und wir verabschiedeten uns von den Jungs. "War schön euch wiederzusehen. Ich texte euch dann bezüglich der Songprobe." Die Jungs umarmten mich und wünschten uns noch einen schönen restlichen Tag.
      Ich öffnete wieder die Tür für Grace und ließ sie einsteigen, bevor ich sie verschloss und auf der anderen Seite ein stieg. "Bringen sie uns zurück zum Loft James." Er nickte nur und tippte sich an seinen Hut. Der Wagen fuhr los und ich lehnte meinen Kopf auf ihre Schulter. "War doch gar nicht so schlimm oder?" ich küsste ihren Hals. Ich konnte einfach nicht genug von ihr bekommen und das machte das Ganze gefährlich für mich. "Ich habe es jedenfalls sehr genossen einfach mal abzuhängen und an nichts anderes zu denken. Und das schönste daran ist, das du dabei warst." James fuhr den Wagen wieder galant durch den Verkehr und ich ruhte noch ein wenig an ihrer Schulter, bis das Loft in greifbare Nähe kam. Tom war sicher den ganzen Tag im Büro und plante die restlichen Tage. Oder er musste sich von den Auftritt von Farrow Taylor auch erst einmal ablenken. Er wird es uns sicherlich nachher erzählen.
      Der Wagen hielt vor dem Loft an und James öffnete uns dieses Mal die Türen. Meine Hand wanderte automatisch zu ihrer und wir liefen zum Fahrstuhl um nach oben zu fahren. "Endlich alleine", hauchte ich ihr entgegen, während ich ihren zarten Körper mit meinem an die Wand drückte. Meine andere Hand legte ich sanft unter ihr Kinn und mein hungriger Blick durchbohrte dieses Mal ihre Augen. "Hör auf mich so anzusehen Grace.. du weißt nicht was du damit in mir auslöst." Ich schloss meine Augen und zog sie ein wenig näher zu mir. Unsere Lippen berührten sich und ich küsste sie leidenschaftlicher als je zuvor. Meine Zunge suchte ihre und wir verschmolzen miteinander. Das pling des Fahrstuhles störte uns nicht, denn jetzt konnte es uns egal sein erwischt zu werden. Denn jeder hier Im Loft wusste von uns. Meine Hand vergrub sich in ihren Haaren und ich zog sie näher an mich heran. Ich löste meine Lippen von ihrem Mund um ihr Gesicht zu küssen und an ihrem Hals zu knabbern. Mein Herzschlag verdoppelte sich und ich konnte einfach nicht genug von dieser Frau bekommen. Mein Atem war so heiß, dass er förmlich auf ihrer Haut brennen musste. "Wir müssen aufhören..", murmelte ich gegen ihre Lippen. Auch wenn ich gerne weiter gehen würde als jetzt, so möchte ich diesen einen Moment mit ihr vollkommen genießen. Ich küsste sie ein letztes Mal auf ihre Lippen und löste mich schwer atmend von ihr. Ich richtete meine Klamotten und legte meine Haare wieder ordentlich, denn die waren ebenfalls ein wenig in Mitleidenschaft gezogen. Wir traten aus dem Fahrstuhl und man konnte die Hitze deutlich von uns spüren. Ich drehte mich zu Grace um und sah sie liebevoll an. "Gib mir ein paar Minuten. Ich geh dann nachher auf die Dachterrasse, wenn du möchtest kannst du mitkommen." Ich strich ihr eine verirrte Haarsträhne aus dem Gesicht und drückte ihr einen Kuss auf die Stirn. Ich löste mich von ihr und ging nach oben. In meinem Zimmer angekommen atmete ich erst einmal tief durch und versuchte mich zusammen zu reißen.
    • Grace

      Ich musste unweigerlich lachen, als Kyle so trocken meinte, dass Phil und Vince schon ganz andere Sachen gesehen hätten. Das Diner fühlte sich plötzlich viel zu klein und viel zu gut beheizt an. "Wie beruhigend", murmelte ich mit hochgezogener Augenbraue. "Das nimmt einem als Frau natürlich sofort jede Restwürde. Aber ich habe eigentlich nicht vor, Teil ihrer Best-of-Sammlung zu werden." Trotz meines Kommentars konnte ich nicht verhindern, dass meine Augen wieder an ihm hängen blieb. Ich bemerkte seinen nervösen Blick, dieses fast schon greifbare Knistern, das von ihm ausging, während er auf seinem Stuhl herumrutschte. Aus fotografischer Sicht war dieses Spiel aus Verlangen und Beherrschung in seinen Augen ein absolutes Meisterwerk, doch als Frau fühlte ich mich eher wie eine kleine englische Gartenblume, die gerade versucht, einem kalifornischen Waldbrand standzuhalten.
      Kyle war gefährlich. Nicht nur wegen seines Aussehens... obwohl dieser Mann vermutlich selbst in einem Kartoffelsack noch absurd attraktiv gewesen wäre, sondern wegen der Art wie er Nähe schenkte. So selbstverständlich, so intensiv. Als hätte Berührung für ihn dieselbe Bedeutung wie Sprache für andere Menschen. Und plötzlich verstand ich etwas: Das hier war seine Sprache. Die flüchtigen Küsse, seine Finger an meiner Taille, die Art wie er ständig meine Hand suchte, als müsste er überprüfen, ob ich wirklich noch da war. Dieses rastlose Bedürfnis nach Nähe war keine oberflächliche Flirterei. Es war vermutlich die ehrlichste Version von Liebe, die Kyle überhaupt zeigen konnte.
      Und genau das machte ihn so gefährlich für Frauen. Mindestens jede dritte Frau in Los Angeles... vermutlich auch in den angrenzenden Bundesstaaten, würde unter diesen Blicken und Berührungen komplett dahinschmelzen wie heißes Wachs. Kein Wunder, dass er geübt darin war. Das Tragische daran war nur: Ich verstand inzwischen absolut, warum. Selbst jetzt, während er neben mir saß und versuchte, halbwegs ruhig zu wirken, reichte schon sein Blick aus, damit mein Herz einen kleinen Kurzschluss bekam.
      Und trotzdem wollte ich nicht, dass uns das alles zu schnell entglitt. Vielleicht lag es daran, dass ich Augenblicke viel zu sehr wertschätze ... sie wirklich liebte. Ich wollte das hier auskosten, anstatt es in der bloßen Geschwindigkeit des Verlangens verpuffen zu lassen. Deshalb genoss ich auch einfach nur den Rest des Nachmittags mit ihnen. Phil erzählte von seiner Verabredung und ich grinste sofort breit. "Oh? Dann ist das hier also offiziell ein emotionaler Durchbruch am Tisch. Einer verliebt, einer datet wieder..." Mein Blick wanderte zu Vince. "Und du flüchtest freiwillig in Bücher. Sehr britisch von dir. Gefällt mir." Als Kyle dann meinte, er wolle jede freie Minute mit mir verbringen, schob ich ihm gespielt skeptisch eine Pommes zu. "Nun... ich denke, ich könnte meinen überaus wichtigen Terminplan eventuell umstrukturieren. Aber nur eventuell." Natürlich bestand er darauf, zu bezahlen. Gegen einen sturen amerikanischen Rockstar zu argumentieren, war vermutlich in diesen Moment genauso aussichtslos wie der Versuch, die Themse mit einem Teelöffel umzuleiten. Ich verdrehte zwar theatralisch die Augen, ließ ihn am Ende aber gewähren. "Du bist wirklich unerträglich gentlemanlike geworden", stellte ich trocken fest, während wir das Diner verließen. "Der Anzug hat dich nachhaltig verdorben." Wobei ich mir echt nicht sicher war, ob das wirklich nur an den Kleidungsstück lag.
      Die Verabschiedung mit Phil und Vince fühlte sich erstaunlich leicht an. Fast vertraut. Vielleicht weil sie Kyle ehrlich gernhatten. Vielleicht weil sie mich nie das Gefühl gaben, nicht dazuzugehören. Hinter all dem Image waren sie einfach nur Freunde, die sich umeinander sorgten, und ich war froh, dass Kyle diese Anker hatte.
      Im Wagen zurück zum Loft rückte Kyle sofort wieder näher zu mir. Sein Kopf sank gegen meine Schulter, sein Atem streifte meinen Hals und ich musste lächelnd die Augen schließen. "Nein", antwortete ich leise auf seine Frage. "War gar nicht schlimm." Meine Finger glitten durch seine weichen Locken. "Deine Freunde sind tatsächlich überraschend charmant. Ich hatte ehrlich gesagt mit mehr Rockstar-Katastrophe gerechnet. Es war fast schon zivilisiert, Panorama-Prinz. Abgesehen von deinem Drang, mich vor versammelter Mannschaft als Dessert zu betrachten", neckte ich ihn leise, während ich tief einatmete. Sein Kuss an meinem Hals ließ dennoch wieder diese Wärme durch meinen Körper ziehen. Gefährlich. Wirklich gefährlich. Ich schwor mir innerlich mittlerweile ungefähr alle zehn Minuten, etwas vernünftiger zu werden... nur damit Kyle mich einmal ansah und mein Gehirn freiwillig die Kündigung einreichte.
      Als wir schließlich das Loft erreichten und den Fahrstuhl betraten, spürte ich sofort diese Veränderung in ihm. Diese gespannte Energie. Dieses kaum noch kontrollierte Verlangen. Und kaum glitten die Türen zu, drückte er mich bereits gegen die Wand.
      Mein Atem stockte augenblicklich. "Kyle-" ,versuchte ich uns noch zu ermahnen aber weiter kam ich nicht. Sein Blick traf mich mit voller Wucht und allein die Art, wie seine Hand mein Kinn hielt, ließ meinen Puls vollkommen außer Kontrolle geraten. Du weißt nicht, was du damit in mir auslöst. Oh doch. Langsam bekam ich eine ziemlich konkrete Vorstellung davon.
      Sein Kuss war intensiver und hungriger, als alle zuvor. Und ich hasste ein kleines bisschen, wie sofort jede Vernunft in meinem Kopf zu schmolzen begann. Meine Hände fanden wie von selbst seinen Nacken, während ich seinen Herzschlag beinahe gegen meinen eigenen spüren konnte. Es war verrückt, wie schnell ich mich in ihm verlor. Der Duft nach Leder und seinem Parfum hing zwischen uns. Seine Finger glitten in mein Haar. Seine Lippen an meinem Hals ließen mich erschüttert aufatmen und für einen gefährlichen Moment wollte ich tatsächlich nichts anderes mehr, als einfach dort mit ihm stehen zu bleiben und die Welt draußen komplett zu vergessen. Das war vermutlich das Problem mit Kyle Miller. Er schaffte es, dass sich selbst völliger Kontrollverlust irgendwie wunderschön anfühlte.
      Als seine Lippen meinen Hals streiften, krallten sich meine Finger fester in sein Muskelshirt. "Du legst es wirklich gerne drauf an, was?", hauchte ich atemlos. Doch meine Stimme klang längst nicht mehr wie eine Warnung. Eher wie eine Kapitulation.
      Das leise Pling des Fahrstuhls ignorierte ich vollständig. In diesem Moment hätte vermutlich selbst Tom mit einer kompletten Blaskapelle vor uns stehen können und ich hätte ihn kaum registriert. Erst als Kyle sich schwer atmend von mir löste, schaffte ich es langsam wieder zu begreifen, wo oben und unten war. Als er gegen meine Lippen murmelte, dass wir aufhören müssten, musste ich atemlos lachen. "Endlich mal ein vernünftiger Gedanke von dir", hauchte ich zurück. Ich strich seine vollkommen zerzausten Haare zurück. "Du siehst aus, als hätte dich ein Hurrikan mit sehr romantischen Absichten erwischt." Schlussendlich ließ ich ihn sein Erscheinungsbild allerdings selbst richten. Als wir aus dem Fahrstuhl traten, brauchte ich einige Sekunden, um wieder zu realisieren, wo oben und unten war. Ich lächelte weich, als er mir die Haarsträhne aus dem Gesicht strich. "Dachterrasse klingt gut", antwortete ich leise. "Aber spring bitte nicht komplett angezogen in den Pool. Ich möchte ungern erklären müssen, warum der Rockstar des Hauses plötzlich wie ein ertrunkener Golden Retriever aussieht." Mit einem letzten kurzen Streichen über seinen Arm ließ ich ihn schließlich gehen und musste danach erst einmal selbst tief durchatmen. Er war wirklich gefährlich für meinen Seelenfrieden... aber ich hätte mir keinen schöneren Untergang vorstellen können.
      Nachdem Kyle nach oben verschwunden war, brauchte ich noch einen Moment, um mein klopfendes Herz wieder auf Normalgeschwindigkeit zu drosseln. So sehr ich die Hitze zwischen uns genoss, so sehr erinnerte mich die kühle Luft des Lofts daran, dass ich auch aus einem ganz anderen Grund hier war. Ich setzte mich in mein Zimmer und klappte das MacBook auf. Die Social-Media-Accounts der Band warteten nicht, und die Gerüchteküche brodelte heftiger als ein englischer Teekessel. Es war Zeit für Schadensbegrenzung. Ich ging die Aufnahmen der letzten Tage durch und wählte schließlich ein Schwarz-Weiß-Foto aus, das Kyle am Klavier in einem unbewachten, fast schon verletzlichen Moment zeigte. Dazu schnitt ich einen winzigen Clip von Kyles neuem Song zusammen nur ein paar Sekunden der melancholischen Klaviermelodie von "Ash on the Keys" um es mit einen mysteriösen Ankündigung in die Story zu laden. Es war perfekt. Es gab der Presse genau das Futter, das sie brauchten: Beweise für Produktivität und Einigkeit. Die wilden Spekulationen über eine Trennung würden damit hoffentlich erst einmal im Keim erstickt werden. Ein letzter Klick, und die Story ging live. Job erledigt. Danach gönnte ich mir einen Moment für mich selbst. Ich schlüpfte aus meinen Sachen und zog meinen Bikini unter das lockere Boho-Kleid von gestern, ein bisschen Heimatgefühl in Form von Stoff. Bevor ich mich zu Kyle auf die Dachterrasse wagte, zog es mich jedoch erst einmal in die Küche. Der Duft von frischen Kräutern und hausgemachtem Essen war immer noch der beste Hafen. Dort traf ich auf Martha, die gute Seele des Hauses. Gemeinsam machten wir uns daran, Zitronenlimonade anzusetzen. Das Schneiden der Zitronen und das Rühren des Zuckers hatten fast etwas Meditatives. Wir unterhielten uns locker über unsere Familien; ich erzählte ihr ein wenig von meinen Eltern in England, während sie mir von ihren Enkeln berichtete.
      Doch die Stimmung änderte sich subtil, als das Gespräch auf den Vormittag kam. Martha brauchte nicht viele Worte, um ihren Standpunkt klarzumachen. Während sie eine Zitrone mit beachtlichem Druck auspresste, warf sie mir einen vielsagenden Blick zu.
      "Diese Frau...", murmelte sie und schüttelte den Kopf, wobei sie den Namen 'Farrow Taylor[i]' [/i] fast wie eine Beleidigung klingen ließ. "Sie mag vielleicht glauben, dass sie hier die Fäden zieht, aber sie sieht nicht, was dieses Haus und diese Jungs wirklich brauchen. Ein bisschen mehr Herz und ein bisschen weniger... Strategie." Ich schmunzelte und rührte die Limonade um. "Sie ist sehr... effizient", versuchte ich es diplomatisch, doch Martha schnaubte nur kurz. Martha schien Kyle und die Jungs wie ihre eigenen Söhne zu beschützen, und es gab mir ein warmes Gefühl, dass sie mich in diesen inneren Kreis der 'Verbündeten' aufzunehmen schien. Auch wenn sie der Eiskönigin von L.A. wirklich Unrecht tat. "Hier, nehmen SIe das mit nach oben", sagte sie schließlich und drückte mir die Karaffe mit der eiskalten Limonade in die Hand. "Und sagen Sie Mr. Miller Junior, er soll genug trinken. Die Hitze heute ist nicht ohne... in jeder Hinsicht." Sie zwinkerte mir wissend zu, was mich schon wieder leicht erröten ließ. Mit der Limonade und meinem Handtuch bewaffnet machte ich mich schließlich auf den Weg nach oben zur Dachterrasse.
    • Kyle

      Ich brauchte einige Zeit um mich herunter zu fahren, denn es war nicht leicht für mich, meinen Verstand endgültig bei ihr zu verlieren. Noch immer konnte ich unseren Kuss deutlich auf meinen Lippen spüren, ihre Hände in meinen Haaren..
      Die Hitze die von ihr ausging, sprach Bände. Ich fuhr mir mit der Hand über mein Gesicht und spritzte mir anschließend kaltes Wasser darauf. Mit einem Handtuch trocknete ich mich ein wenig ab und zog mir meine Klamotten aus. Die Badehose kramte ich aus meinem Kleiderschrank und stülpte sie mir über. Ein lockeres Shirt zog ich ebenfalls an. Ebenso schlüpfte ich in meine Flip Flops. Auf meiner Kommode lag meine schwarze verdunkelte Sonnenbrille, die ich mir auf den Kopf setzte. Aus dem Badezimmer nahm ich mir noch ein Handtuch und mein Sonnenöl. Schließlich will ich noch ein wenig Farbe bekommen vor der Gala. Mit gemischten Gefühlen trat ich aus dem Zimmer heraus und schloss meine Tür hinter mir. Mein Blick ging zur halb angelehnten Bürotür von Tom. Ich gab mir einen Ruck und klopfte an. "Herein." Seine Stimme klang ruhiger als gedacht. Ich trat hinein und sofort zogen sich seine Mundwinkel nach oben. "Oh du bist zurück. Hattet ihr einen schönen Tag?" Ich nickte und schloss die Distanz zwischen uns. Meine Augen wanderten über seinen Schreibtisch. Überall lagen Zettel, Akten und eine halb leere Whiskeyflasche. "Harter Tag hm?" Tom lehnte sich an seinen Bürostuhl zurück. "Einer muss ja alles am Laufen halten." Touché
      Er musterte mich von Kopf bis Fuß und grinste mich an. Ich hob eine Augenbraue nach oben. "Was ist denn?" Er schüttelte den Kopf. "Nichts. Ich freue mich nur dich so glücklich zu sehen." Mein Herz machte einen kleinen Sprung. "Du bist schon der dritte der das heute zu mir sagte.. Die Jungs vorhin auch schon." "Es steht dir wirklich gut." Eine leichte Röte schlich sich in mein Gesicht und ich nickte ihm dankend zu. "Genieß den restlichen Tag, Kyle. Ich muss noch ein paar Dinge erledigen." Ich lächelte ihm aufmunternd zu und verließ das Büro wieder.
      Mein Weg führte mich nach oben auf die Dachterrasse. Als ich die Glastür öffnete, drang die warme Luft von L.A. mir entgegen. Ich ging ein paar Schritte zum Pool und legte mein Handtuch auf einer Liege ab. Mein Handy wanderte auf den kleinen Beistelltisch und ich schaltete über Bluetooth die Musikbox an. Das Bräunungsöl stellte ich neben mein Handy. Ich zog mir mein Shirt über den Kopf und legte es an das Kopfende der liege. Mit meinen Flip Flops ging ich zur Außendusche und duschte meinen Körper ab. Ich konnte es nicht ausstehen, wenn jemand dreckig in den Pool geht. Die Musik war das einzige was hier oben, neben dem Verkehr zu hören war. Ich lief zum Pool und zog die Flip Flops aus. Ich dehnte mich ein wenig und machte einen Köpfer in das Wasser. Das kühle Wasser war genau das was ich gerade brauchte um meine eigene Hitze, die in mir herrschte, zu besänftigen. Ich tauchte fast bis zur anderen Seite und kam wieder nach oben. Ich schüttelte meinen Kopf, sodass meine Locken hin und her wippten. Mit einem Satz, drehte ich mich auf den Rücken und schwamm rückwärts. Die Sonne brannte förmlich auf meinem Körper, aber es tat unglaublich gut jetzt hier zu sein. Ich stützte mich auf den Poolrand und mein Blick ging zur Glastür. Ob Grace wirklich hier auftauchen würde.. oder vielleicht kam doch etwas dazwischen. ich konnte spüren das ich deutlich nervöser wurde. Als ich meinen Blick gerade abwenden wollte, öffnete sich die Tür und meine Augen blieben an ihr hängen. Fuck
      Sie trug dieses verdammte Kleid, wie beim Klavier. Sie will mir wirklich noch meinen letzten Funken Verstand rauben. In ihren Händen hielt sie Limonade. Zitronenlimonade wohlgemerkt... Martha liebt mich wirklich.. nicht..
      Doch so sehr ich versuchte mich mit anderen Gedanken abzulenken, gelang es mir immer weniger. Sie zog mich in ihren Bann, mit jedem Schritt den sie ging. Ich bekam meine Stimme wieder und hoffte das sie nicht so zittrig klang. "Ich dachte schon du kneifst." Meine Mundwinkel zuckten, doch ich ließ sie keinen Moment aus den Augen.
    • Grace

      Ich blieb noch einen kurzen Moment vor meiner Zimmertür stehen und atmete bewusst langsam aus. Erfolglos. Mein Puls benahm sich weiterhin wie ein übermotivierter Schlagzeuger auf Koffein. Pretty brilliant. Mit einer Mischung aus Selbstironie und gespielter Würde schlüpfte ich schließlich in mein Zimmer, griff nach meiner Tasche und kontrollierte halbherzig ihren Inhalt. Kamera, Lippenpflege, Notizbuch, Sonnenbrille. Dinge, die mir normalerweise das beruhigende Gefühl gaben, organisiert und professionell zu sein.
      Heute wirkten sie eher wie dekorative Requisiten einer Frau, die gerade hoffnungslos dabei war, sich in einen Rockstar zu verlieben.
      Ich strich mir eine lose Strähne hinter das Ohr, hob die Zitronenlimonade vom Tisch auf und machte mich schließlich auf den Weg zur Dachterrasse.
      Schon beim Öffnen der Glastür schlug mir die warme Luft von Los Angeles entgegen. Sonnenhitze. Chlorwasser. Musik. Dieses träge, goldene Flimmern eines Nachmittags, der zu schön war, um vernünftig zu bleiben. Und dann sah ich ihn. Kyle trieb halb im Wasser, die Arme locker am Beckenrand abgestützt, während Sonnenlicht über seine Haut glitt und sich in den Wassertropfen auf seinen Schultern brach. Seine nassen Locken fielen ihm leicht in die Stirn, sein Brustkorb hob und senkte sich ruhig vom Schwimmen, und für einen vollkommen unfairen Moment erinnerte er mich wieder genau an das, woran ich schon auf der Dachterrasse beim Training hatte denken müssen: An diese absurd perfekten Helden- und Götterstatuen zwischen den Tempeln der Akropolis. Zu schöne Linien. Zu perfekte Proportionen. Zu viel verdammte Ausstrahlung für einen einzigen Menschen. Ein moderner griechischer Halbgott nur leider mit Tattoos, Schlafzimmerblick und einem Talent dafür, meine Selbstbeherrschung systematisch zu ruinieren.
      Ich stellte die Limonade und meine Tasche auf der Liege ab, zwang mich dazu, mich wenigstens für drei Sekunden wie ein funktionierender Erwachsener zu benehmen, ehe ich langsam näher an den Pool trat. Der warme Stein unter meinen nackten Füßen speicherte noch immer die Sonne des Tages. Als ich mich schließlich an den Rand setzte, kroch die Wärme sofort durch meine Haut. Oder vielleicht wurde mir schlicht aus vollkommen anderen Gründen heiß.
      Kyle ließ mich keine Sekunde aus den Augen. Seine Mundwinkel zuckten bei seiner Aussage so minimal, dass es beinahe schlimmer war als ein richtiges Grinsen. Ich hob schmunzelnd eine Augenbraue. "Bitte", erwiderte ich trocken. "Ich bin Britin. Wir überleben freiwillig Regen, schlechte Küche und emotionale Unterdrückung seit Jahrhunderten." Mein Blick glitt demonstrativ über ihn ...langsam genug, um ihn ein klein wenig leiden zu lassen. "Ein oberkörperfreier Rockstar im Pool wird mich wohl kaum in die Knie zwingen." Die Stille danach war gefährlich. Vor allem, weil ich selbst spürte, wie wenig glaubwürdig meine eigene Aussage inzwischen geworden war.
      Ich lehnte mich ein kleines Stück näher zu ihm. Vielleicht absichtlich. Vielleicht auch vollkommen instinktiv. Inzwischen hatte ich aufgehört, jede Bewegung zwischen uns zu analysieren. Ich wusste nur, dass ich diese Wärme mochte. Diese seltsame Art, wie seine Nähe sich inzwischen nicht mehr fremd anfühlte, sondern vertraut. Als würden unsere Körper längst automatisch den Weg zueinander finden. Meine Fingerspitzen strichen gedankenverloren durch das Wasser. "Wie geht’s dir?", fragte ich schließlich leiser und musterte ihn aufmerksam. "Und bevor du mit irgendeinem heldenhaften Mir geht’s bestens antwortest ...ich kenne inzwischen dein Talent für dramatische Selbstdarstellung." Ein kleines Schmunzeln zog an meinen Lippen. "Außerdem wollte ich fragen, ob es dich langsam eigentlich anstrengt, dauerhaft so treudoof verliebt auszusehen." Ich versuchte, es trocken klingen zu lassen. Wirklich.
      Aber mein Herz verriet mich längst, vor allem als er mich wieder so ansah. Dieser Blick sollte verboten werden. Oder wenigstens für den Kontakt mit anständigen Engländerinen meldepflichtig.
      Ich verlor mich einen Moment vollkommen in seinen Augen, bemerkte plötzlich wieder jede einzelne Kleinigkeit gleichzeitig, das Wasser das langsam über seinen Hals lief, die Wärme der Sonne auf meiner Haut, meinen eigenen Herzschlag irgendwo viel zu weit oben in meiner Brust. Und da war plötzlich wieder dieses Gefühl. Dieses überwältigende, stille Glück. Es war für andere Menschen wahrscheinlich nicht direkt nachzuvollziehen aber... zu wissen dass es in der amerikanischen Ferne einen Menschen gab zu dem ich gehörte war, für eine gefühlt wurzellose Frau wie mich einfach Glück. Langsam erschien ein weiches, beinahe ehrfürchtiges Lächeln auf meinen Lippen. "Kyle? … Danke." Mehr sagte ich zunächst nicht, musste ich auch nicht. Denn die Art, wie ich ihn ansah, verriet vermutlich längst alles, wofür mir gerade die Worte fehlten. Die Dankbarkeit. Die Zuneigung und auch... die Sehnsucht. Dieses beinahe schmerzhafte Staunen darüber, dass ausgerechnet dieser Mann es geschafft hatte, mein Leben innerhalb weniger Wochen vollkommen auf den Kopf zu stellen. So wie Kyle mich gerade ansah, wusste er vermutlich gar nicht, wie glücklich er mich in diesem Moment machte.
    • Kyle

      Ich konnte meinen Blick keine einzige Sekunde von ihr nehmen. Sie war wunderschön und ich war froh das ich gerade im kühlen Wasser war, denn ich schmolz förmlich bei ihrem Anblick dahin. Ich Aussage ließ mich wieder Schmunzeln und mein Herz machte einen Sprung. Ich fuhr mir mit der Hand durch meine nassen Haare. "Klingt fast wie eine kleine Herausforderung." Was sie nicht wusste, ist die Tatsache das meine Knie schon längst unter ihrem Blick schwach wurden. Ihre Nähe machte es nicht besser und mir fiel es schwer mich zusammen zu reißen und sie nicht gleich mit samt ihrer Kleidung in den Pool zu ziehen. Mein Verstand hatte sich schon längst von mir verabschiedet und ich sehnte mich nach ihr. Ihre Frage holte mich aus meinen Gedanken zurück und ich legte meinen Kopf etwas schief. Sie wollte das ich ehrlich zu ihr war, das ich ihr sage wie es mir wirklich geht. Let´s do this
      Ich legte meinen Kopf auf meine Hände, die auf dem Poolrand lagen. "Na schön. Was soll ich sagen ich bin gerade mehr als glücklich." Es war die Wahrheit, denn ich fühlte mich in ihrer Nähe stärker als sonst. Trotz meiner Diagnose oder meinen Alpträumen. Sie half mir das alles zu vergessen und mich davon abzulenken. Ich richtete mich wieder auf und verlor mich wieder in ihre Augen. Als sie meinen Namen aussprach und mich dabei ansah, als wäre ich ihre ganze Welt, schluckte ich kurz und grinste sie dann an.
      Meine Hand griff nach ihrer und hielt sie fest. "Du musst dich nicht bedanken.. Du hast mein Leben besser gemacht. Du hast die dunklen Wolken vertrieben und die Sonne strahlen lassen. Deshalb sollte ich mich bei dir bedanken, Grace. Du hast mich verändert. Und ja an diesen Blick, wenn ich dich sehe musst du dich wohl oder übel gewöhnen müssen. Denn ich kann einfach nicht anders als dich so anzusehen." Ich war sowas von verliebt in diese Frau und das wollte ich ihr immer wieder zeigen.
      "Und nun schwing deinen süßen Po hier rein." Meine Augen verfolgten sie, als sie wieder aufstand und sich ihren Kleid entledigte. Mir wurde plötzlich noch wärmer, als ich sie in ihrem Bikini sah. Mein Blick glitt langsam über ihren perfekten Körper. Fuck ich war verloren
      Das ist das erste Mal, das ich sie so halbnackt vor mir sehe und ihr Anblick löste wieder diese Sehnsucht in mir aus.
      Ich tauchte für einen Moment unter Wasser um meinen Kopf abzukühlen, doch als ich wieder auftauchte stand sie direkt vor mir. Mein Blick sprach Bände und ich grinste nur vor mich hin. "Darf ich bitten?" Ich griff nach ihrer Hand. Ohne auf eine Antwort zu warten, zog ich sie mit mir in den Pool. Aus meinem Mund drang ein herzliches Lachen. Ich hielt sie an ihrer Taille fest und ließ sie vorerst nicht los.
    • Grace

      Ich hörte ihm zu, wirklich zu, und mit jedem einzelnen Wort wurde es gefährlicher. Vielleicht lag es daran, dass Kyle Musiker war. Dass es buchstäblich sein Beruf war, Gefühle in Worte zu verwandeln, bis sie Menschen mitten ins Herz trafen. Es war beinahe unfair, wie mühelos er das konnte. Die meisten Menschen stolperten um Emotionen herum wie um ein Minenfeld. Kyle dagegen sah mich an und sprach Dinge aus, die direkt unter meine Haut gingen. Und das Schlimmste daran? Nichts davon klang wie eine hübsche Promi-Lüge, es klang nach Wahrheit. Die ganze Wahrheit und Nichts weiter.
      Mein Herz zog sich weich zusammen, während er meine Hand hielt und mich mit diesem Blick ansah, als wäre ich tatsächlich etwas Besonderes. Als er dann allerdings meinte, ich solle meinen 'süßen Po' gefälligst in den Pool bewegen, hob ich langsam eine Augenbraue.
      "Oh." Ich neigte leicht den Kopf und sah ihn mit gespielter Erkenntnis an. "Darum geht es dir also." Mein Blick wanderte demonstrativ zur Liege, dann wieder zu ihm ins Wasser. "Gut zu wissen. Und ich dachte schon, hier würde gerade eine tiefgründige emotionale Verbindung stattfinden." Das leichte Grinsen auf meinen Lippen verriet allerdings sofort, dass ich ihn kein bisschen ernst nahm. Oder eher: dass ich ihn viel zu ernst nahm. Menschen tun nun einmal dumme Sachen wenn sie verliebt waren und ... for God sake... ich war verknallt in diesen amerikanischen Dickschädels.
      Ich stand schließlich doch auf und ging langsam zur Liege zurück. Meine Finger glitten zum Saum meines Kleides. Für einen winzigen Moment zögerte ich. Nicht aus Scham. Sondern weil mir plötzlich schmerzhaft bewusst wurde, dass ich gleich halbnackt zu einem Mann in den Pool steigen würde, der mich ansah, als wäre ich seine persönliche Version des Himmels. Und leider war das Gefühl inzwischen absolut gegenseitig. Auch wenn ich es als unterkühlte Britin nach außen hin ganz gut verbergen konnte.
      Ich zog das Kleid langsam über den Kopf und legte es ordentlich auf die Liege. Die warme Luft strich sofort über meine nackte Haut und ließ mich frösteln... oder vielleicht war das auch nur sein Blick auf mir. Wahrscheinlich sein Blick, in der Nacht vor den Kühlschrank war es immerhin ähnlich gewesen. "Benimm dich", murmelte ich trocken in seine Richtung, während ich zur Außendusche ging. "Du siehst aus, als würdest du gerade aktiv schlechte Entscheidungen planen."
      Das kühle Wasser der Dusche perlte über meine Schultern und brachte für einen Moment zumindest etwas Ordnung in meinen völlig überforderten Herzschlag. Zumindest bis ich wieder zum Pool sah. Und Kyle plötzlich verschwunden war. Sofort zog sich etwas in mir zusammen. "...Kyle?" Meine Stimme klang alarmierter, als sie sollte, während mein Blick hektisch über die Wasseroberfläche glitt. Für einen winzigen, schrecklichen Moment raste mein Kopf sofort in die falsche Richtung. Krankenhausflure, Zusammenbrüche in einer Hinterhofgasse und atemlose Nächte voller Sorgen. Doch noch bevor ich wirklich reagieren konnte, schoss er direkt vor mir aus dem Wasser nach oben. Ich erschrak so heftig, dass ich ein halb empörtes, halb erleichtertes Keuchen von mir gab. "Bloody hell-!"
      Und genau diesen Moment nutzte dieser absolut unmögliche Mann aus.
      Ich spürte den plötzlichen Ruck an meiner Hand, und bevor mein Verstand überhaupt das Wort 'protestieren' formen konnte, verlor ich auch schon den Halt auf dem warmen Stein. Mit einem verdammt uneleganten Quieken und einem gewaltigen Platschen verabschiedete ich mich von der trockenen Zivilisation und tauchte kopfüber in das kühle Nass des Pools ein.
      Das Wasser schloss sich über meinem Kopf, erfrischend, prickelnd und absolut rücksichtslos, und als ich Sekunden später prustend und nach Luft schnappend wieder an die Oberfläche kam, war das Erste, was ich hörte, sein herzliches, unverschämtes Lachen, dieses helle, echte, ungefilterte Lachen traf mich fast härter als der Fall ins Wasser. Vielleicht weil ich inzwischen wusste, wie selten es war. Wie viel Dunkelheit normalerweise hinter seinem Grinsen lauerte. Aber hier... jetzt lang er leicht. Frei. Glücklich. Und Gott. Ich liebte dieses Geräusch. Vielleicht sogar ein kleines bisschen zu sehr. Meine Haare klebten mir in nassen Strähnen im Gesicht, und ich blinzelte das Chlorwasser aus den Augen, während ich versuchte, einen halbwegs empörten Gesichtsausdruck zustande zu bringen. Kyle hielt mich bereits fest an der Taille, und die Hitze seiner Hände auf meiner nassen Haut bildete einen fast schon sündhaften Kontrast zu dem kühlen Wasser um uns herum. Reflexartig klammerte ich mich an das Einzige, das Halt bot. Kyle. Meine Arme schlangen sich sofort um seinen Nacken, meine Beine streiften seine unter Wasser.
      Das Wasser trieb uns automatisch näher zusammen, bis praktisch kein Abstand mehr zwischen uns blieb. Zum ersten Mal spürte ich seine bloße Haut direkt an meiner. Warm trotz des kühlen Wassers. Seine Hände an meiner Taille. Meine Finger in seinen nassen Locken, die ich einmal mehr viel zu hinreißend fand. Mein Herz machte einen gigantischen Sprung. Es war erschreckend, wie richtig sich das anfühlte. Unsere Herzschläge waren beide viel zu schnell. Ich spürte seinen gegen meine Brust schlagen, spürte meinen eigenen Puls irgendwo zwischen Panik und völliger Hingabe taumeln. Und plötzlich wurde mir klar, dass ich mich nicht mehr nur zu ihm hingezogen fühlte. "Du bist wirklich unmöglich", murmelte ich atemlos und schob mir die nassen Haare aus dem Gesicht. "Ich hoffe, dir ist bewusst, dass das beinahe ein diplomatischer Zwischenfall zwischen Großbritannien und Amerika geworden wäre." Meine Hände glitten trotzdem keinen Zentimeter von ihm weg. Im Gegenteil. Fast unbewusst rückte ich sogar noch näher. "Und nur damit das klar ist", fuhr ich trocken fort und musterte ihn von unten mit diesem typisch britischen Ausdruck gespielter Empörung, "wenn du mich noch einmal so erschreckst, werde ich dich höchstpersönlich unter Wasser drücken."
    • Kyle

      Es sah lustig aus wie sie untertauchte und anschließend wieder nach oben kam und sich ihre nassen Haare aus dem Gesicht wischte. Ihr Gesichtsausdruck war noch amüsanter und ich musste wirklich in mich halten nicht vollkommen los zu prusten. Ihre Nähe ließ mein Herz automatisch wieder höher schlagen und ich spürte ihren halbnackten Körper unter meinen Fingern. Ich hielt sie sanft fest und genoss es wie sie mit ihrer Hand durch meine nassen Locken fuhr. Ein schiefes Grinsen huschte über meine Lippen, obwohl ich spüren konnte wie mein Puls völlig außer Kontrolle bei ihr geriet. "Dann habe ich ja noch einmal Glück gehabt. Das es nicht zu diesem Zwischenfall kam." Ich zwinkerte ihr zu und meine Finger ruhten noch immer auf ihrer Taille. Ich konnte sie immer noch loslassen, aber unsere Körper zogen sich immer weiter zueinander hin, trotz der Bewegung des Wassers. Ich lachte auf und blickte sie an. "Du willst mich unter Wasser drücken?" Ein wenig beugte ich mich zu ihr vor und grinste sie an. "Prinzessin, du hältst dich gerade an mir fest, als würdest du Angst davor haben unterzugehen wenn du mich los lässt." Meine Augen glitten für einen Moment zu ihren Lippen, bis ich mich wieder dazu zwang ihr in die Augen zu schauen. "Ich hätte dich am liebsten schon vorhin hier hineingezerrt, aber so gemein wollte ich nun auch nicht sein."
      Es fiel mir schwer klare Gedanken zu fassen, denn ihre Nähe machte es mir beinahe unmöglich.
      Die Hitze in meinem Körper breitete sich wieder aus, obwohl das kühle Wasser genau das verhindern sollte. Es lag einfach an ihr und an dem geringen Abstand unserer beiden Körper. Die Wasseroberfläche bewegte sich sanft um uns herum, sodass kleine Wellen an unsere Körper schlugen. Die Welt um uns herum schien für einen Augenblick leiser zu werden. Ich zog sie näher an mich heran, damit sie ihre Beine um mich schlingen konnte. Eine Hand löste ich von ihrer Taille und legte sich behutsam unter ihren Po. Mit der anderen Hand strich ihr eine nasse Haarsträhne hinter ihr Ohr, bis ich sie ebenfalls wieder nach unten nahm und sie stützte. "Nun gibt es kein Entkommen mehr. Der Tiger hat dich gefangen." Meine Stimme wirkte nun etwas rauer, denn nun waren wir vollkommen miteinander verschlungen. Ein kleines Funkeln war in meinen Augen zu sehen und ich lief ein paar Schritte mit ihr durch das Becken. Ihr Rücken stieß sachte an den kühlen Poolfliesen an. Langsam beugte ich mich vor und lehnte meine Stirn an ihre. Meine Augen schloss ich sanft und atmete ihren Geruch von Zitronengras vermischt mit Chlor ein. Meine Lippen suchten automatisch ihre. Ich neckte sie ein wenig, indem ich mit meinen Lippen sanft über ihre strich. Dann versanken wir in einen Kuss der erst vorsichtig begann, aber immer intensiver wurde. Ich drückte sie gegen das Poolbecken und ließ meinen Gefühlen freien Lauf. Sie machte mich wahnsinnig und ich war drauf und dran mich an ihr zu verbrennen. Meine Finger krallten sich an ihrem Po fest und ich löste mich kurz von ihren Lippen um Luft zu holen, bevor sie wieder aufeinander knallten. Alles um uns herum schien in den Hintergrund zu rücken. Es gab nur noch sie und mich.
    • Grace

      Ich verdrehte schmunzelnd die Augen, als Kyle mich so treffend darauf hinwies, dass ich mich wie eine Ertrinkende an ihm festklammerte. "Das ist reine Taktik, Kyle. Wenn ich untergehe, nehme ich dich als Ballast mit nach unten", konterte ich atemlos mit meinem besten, trockensten Alltags-Sarkasmus, doch das triumphierende Funkeln in seinen Augen zeigte mir längst, dass er mein Ablenkungsmanöver durchschaut hatte. Als er sich dann vorbeugte und mich mit diesem unverschämten Grinsen als "Prinzessin" betitelte, war die nächste Augenbewegung meinerseits vorprogrammiert. "Prinzessin?", wiederholte ich trocken mit hochgezogener Augenbraue. "Das ist schon deshalb eine gewagte Theorie, weil ich vermutlich die erste Majestät der Weltgeschichte wäre, die ihrem Forschprinz regelmäßig Widerworte gibt." Meine Lippen zuckten, aber ich unterdrückte das verräterische Grinsen, wenn auch nur etwas mühsam. "Außerdem bist du eindeutig derjenige, der Menschen herumkommandiert. Ich bin hier und treffe lediglich fragwürdige Entscheidungen." Der letzte Satz verlor allerdings erheblich an Glaubwürdigkeit, als mir bewusst wurde, dass meine Arme noch immer um seinen nassen Nacken lagen und ich nicht die geringste Anstrengung unternahm, diesen Zustand zu ändern, während das Wasser sanft gegen uns schwappte. Ich versuchte krampfhaft, meine gewohnte Schlagfertigkeit aufrechtzuerhalten, doch mein eigener Körper verriet mich auf geradezu peinliche Weise. Die Wärme seiner Hände an meiner Taille, die nackte Nähe seiner Brust, sein Atem auf meinem Gesicht alles schien plötzlich viel präsenter zu sein als die untergehende Sonne, die Musik oder die Millionenstadt unter uns. Jede Faser meiner Haut war direkt auf seine gepresst, und ich fühlte mich von meiner eigenen Anatomie regelrecht überrumpelt. Ich hasste ein bisschen, wie deutlich, weich und fordernd ich auf ihn reagierte. Oder vielleicht hasste ich es nicht einmal wirklich. Vielleicht machte mir nur die Erkenntnis Angst.
      Denn eigentlich war ich nicht der Typ Mensch, der sich so leicht aus dem Konzept bringen ließ. Ich war vernünftig, kontrolliert - die Frau mit dem Plan. Und dennoch genügte inzwischen manchmal ein einziger Blick seiner grau-blauen Augen, um sämtliche inneren Ordnungssysteme in einen kollektiven Streik zu schicken. Es war, als würde mein Körper längst eine Sprache sprechen, die mein Verstand erst noch lernen musste. Das Schlimmste daran? Ich war mir dessen vollkommen bewusst. Ich spürte, wie mein Herz schneller schlug, sobald er näher kam, wie mein Atem unregelmäßiger wurde und wie ich seine Nähe nicht nur duldete, sondern aktiv suchte. Und das passte so überhaupt nicht zu Gracelyn Penelope Wilson. Zumindest nicht zu der Version von mir, die ich mein ganzes Leben lang gekannt hatte. Als seine Stirn gegen meine sank, schloss ich für einen Augenblick die Augen, während ich mich aktiv daran erinnern musste, wie man überhaupt noch logisch dachte. Das wirklich Gefährliche daran war allerdings etwas anderes. Diese Art von Neckereien kannte ich bereits; die Machtspielchen, die herausfordernden Blicke, die kleinen Provokationen. Kyle hatte das schon früher getan. Damals jedoch hatte immer etwas rein Spielerisches dahintergelegen. Ein Kräftemessen. Jetzt war es anders. Sein Blick hatte sich verändert, seine Motive ebenfalls und meine Reaktion darauf vielleicht am meisten. Denn inzwischen wusste ich, was sich hinter seinen Augen verbarg: Zuneigung, Sehnsucht und eine entwaffnende Ehrlichkeit. Genau deshalb trafen mich seine Berührungen heute auf eine völlig neue, tiefere Weise. "Du genießt das viel zu sehr, oder?", murmelte ich leise. Mein Blick fiel kurz auf seine Lippen. Ein absoluter Fehler, denn mein Herz reagierte sofort darauf. Ich hob den Kopf wieder und begegnete seinem Blick, in dem dieses gefährliche Funkeln noch immer lauerte. Anstatt mich zurückzuziehen, erlaubte ich mir eine winzige Gegenoffensive, um das Raubtier ein wenig zurückzuärgern. Meine Finger glitten spielerisch durch seine nassen Locken, von denen ich einfach nicht genug bekommen konnte. "Weißt du...", sagte ich langsam und schmunzelte sanft, "für einen großen, furchteinflößenden Tiger wirkst du gerade erstaunlich zufrieden mit dir selbst. Fast schon etwas anhänglich." Die Reaktion in seinen Augen war sofort sichtbar. Ich hob leicht das Kinn und erwiderte sein Funkeln mit einem ganz eigenen. "Der Tiger hat mich gefangen?", konnte mir ein leises Kichern jedoch nicht verkneifen. "Das klingt beeindruckender, als es tatsächlich war." Meine Fingerspitzen glitten über seinen nassen Nacken, während er mich sachte an den kühlen Poolfliesen absetzte. Die Kälte der Wand im Kontrast zu der puren, heißen Energie seines Körpers war berauschend. "Wenn wir ehrlich sind, Kyle, dann warst du derjenige, der seit Tagen hoffnungslos um mich herumstreicht." Für einen Augenblick ließ ich meinen Blick bewusst über sein Gesicht wandern. Langsam. Gerade lang genug, damit er bemerkte, dass ich es tat, und spürte, wie sehr er mich aus der Reserve lockte. Sein Herzschlag beschleunigte sich gegen meine Rippen... oder vielleicht war es auch meiner. Mittlerweile konnte ich den Unterschied kaum noch erkennen. Sein Blick verdunkelte sich ein wenig, wurde hungriger, und oh my goodness... dieser Mann machte es einem wirklich nicht leicht. Als er sich noch weiter vorbeugte und seine Stirn wieder an meine lehnte, wusste ich ganz genau, dass ich tatsächlich hoffnungslos verloren war. "Wenn du mich weiterhin so ansiehst, werden wir beide noch vergessen, dass wir theoretisch erwachsene Menschen sind", raunte ich. "Und glaub mir, ich bin gerade erschreckend versucht, dich dabei zu unterstützen erschreckend unvernünftig zu sein." Die nackte Ehrlichkeit dieser Worte ließ mich selbst kurz schlucken. Seine Lippen suchten die meinen, erst neckend, federleicht und grausam langsam, bevor das vorsichtige Tasten in einer Explosion aus reinem Verlangen verpuffte. Der Kuss wurde augenblicklich intensiv, tief und atemberaubend. Kyle drückte mich fester gegen das Poolbecken, seine Finger krallten sich an meinem Po fest, und ich gab mich dem Gefühl für einige Sekunden völlig hin. Ich vertiefte den Kuss, verleitete ihn absichtlich und genoss für einen gefährlichen Moment die absolute Nähe, die Sicherheit und die Vertrautheit.
      Als er sich für einen winzigen Sekundenbruchteil von mir löste, um keuchend Luft zu holen, meldete sich irgendwo hinter all den flatternden, heißen Gefühlen schließlich doch meine Vernunft zurück. Etwas verspätet, aber immerhin. Bevor ich mich völlig in der hitzigen Versuchung verlor, löste ich unseren zweiten Kuss, indem ich ihm erst sanft in die Unterlippe biss, ehe ich meinen Zeigefinger sacht, aber bestimmt gegen seine Lippen legte. Nicht abweisend, vielmehr liebevoll. Fast zärtlich. Mit einem kleinen Schmunzeln schob ich ihn wenige Zentimeter von mir weg. "Easy there, Panoramaprinz", hauchte ich. Meine Stimme war leise geworden, warm und ein wenig belegt, während mein Blick seinen festhielt. Ich strich ihm eine nasse Locke aus der Stirn, und meine Finger verweilten einen Moment länger als nötig auf seiner Haut. Kyle machte mich schwach. Auf eine Weise, die ich nie erwartet hätte. Aber gerade deshalb wollte ich nichts überstürzen. Ich strich mit dem Daumen sanft über seine Wange und schenkte ihm ein kleines, liebevolles Lächeln. "Ich laufe nirgendwo hin. Und du auch nicht." Für einen Augenblick betrachtete ich einfach nur sein Gesicht, das inzwischen so viel Bedeutung für mich hatte. Dann neigte ich leicht den Kopf. "Also müssen wir nicht so tun, als hätten wir nur diese eine Gelegenheit... nicht hier, nicht heute." Mein Lächeln wurde weicher, inniger. "Nicht, weil ich es nicht möchte." Die Wahrheit lag offen und unverstellt zwischen uns im warmen Wind von L.A. "Sondern weil mir das hier zu wichtig geworden ist, um es zu überstürzen." Auch wenn ein riesiger Teil von mir am liebsten sofort jede Kontrolle aufgegeben hätte, brauchte ich einfach noch ein kleines bisschen Zeit. Ich wollte diesen kostbaren Moment beschützen. Das schlagfertige Schmunzeln kehrte auf meine Lippen zurück. "Ich habe verdammt lange gebraucht, um zuzugeben, was du mir bedeutest. Da wirst du wohl noch ein kleines bisschen Geduld aufbringen müssen." Ich neigte den Kopf leicht schief. "Betrachte es als Charakterschulung." Dann beugte ich mich kurz vor und berührte mit meiner Stirn seine. Nur für einen intimen Augenblick. "Außerdem", murmelte ich gegen sein Lächeln, "macht es dir offensichtlich viel zu viel Spaß, auf die Folter gespannt zu werden." Und leider wusste ich inzwischen ganz genau, dass das mit der Folter auf uns beide zutraf.
    • Kyle

      Ein leises, raues Lachen verließ meine Lippen. Obwohl jeder vernünftige Gedanke, den ich noch in meinem Kopf besaß gerade damit beschäftigt war, sich von mir verabschieden. Ich schüttelte vorsichtig meinen Kopf, während meine Stirn immer noch an ihrer lag. Die paar Zentimeter Abstand, die sie zwischen uns gebracht hatte, fühlten sich wie eine kleine persönliche Beleidigung an. "Du weißt genau das das hier gerade reinste Folter für mich ist?" Meine Augen wanderten über ihr Gesicht und ihr schien es überhaupt nicht bewusst zu sein wie gefährlich diese Aussage von ihr eben war. Sie gab mir Hoffnung. Und ich war verdammt nochmal längst verloren. Meine Hand glitt wieder sanft und vorsichtig an ihre Hüfte. Mein Körper war inzwischen genau so anhängig von ihrer Nähe, wie mein Herz. Ich seufzte und blickte sie wieder an. "Du hast Recht. Ich gehe nirgendwohin und du auch nicht. Und ja ich werde warten. Auch wenn es mich reinste Beherrschung und Selbstkontrolle kosten wird und du es mir sicherlich nicht leicht machen wirst." Ich grinste sie schief an, denn sie war eine Frau und sie brauchte nicht viel dafür tun, damit mein Verstand aussetzte. Mein Daumen zog kleine Kreise auf ihrer Haut an ihrer Hüfte. Ich atmete tief ein und aus. "Aber ich werde warten. Weil das, was hier zwischen uns ist mir sehr wichtig geworden ist. Und ich möchte es nicht kaputt machen." Meine Ehrlichkeit überraschte mich selbst ein wenig, aber es war die Wahrheit. Ich schloss meine Augen und drückte einen Kuss auf ihre Stirn. Ich verharrte dort eine Weile, löste meine Lippen wieder und blickte Grace nun völlig unverfroren an. "Außerdem finde ich es ziemlich unfair, das du mich erst so verrückt machst und dann soll ich mich wie ein Gentleman verhalten." Ich strich ihr eine nasse Haarsträhne aus dem Gesicht. "Du weißt das das nicht funktionieren wird, wenn du so unverschämt gut aussiehst und mich mit diesen Blick ansiehst." Ich löste mich nun von ihr und lachte auf, ehe ich kurz unter Wasser tauchte um mich abzukühlen. Ich tauchte wenige Sekunden wieder vor ihr auf. "Ach und noch was. Panoramaprinz hin oder her. Ich fordere irgendwann eine Entschädigung für diese Folter ein." Ich grinste sie frech an, spritze ihr Wasser ins Gesicht und ließ mich kurz auf den Rücken treiben. Bis ich mich doch dazu entschloss noch ein paar Runden zu schwimmen. Sie wollte also auf den perfekten Moment warten. Es wird mir sehr schwer fallen mich zusammen zu reißen, aber zur Not gab es immer noch andere Möglichkeiten um den Druck loszuwerden. Was ich definitiv nicht machen werde, ist mit einer anderen Frau zu schlafen oder mich von jemand anderen berühren zu lassen. Das würde ihr Vertrauen missbrauchen, sie verletzten und das wollte ich nicht. Sie war ein Teil von mir geworden und ich muss meinen Stolz ein wenig herunterschlucken und auf sie warten, bis sie bereit für den nächsten Schritt war.
      Am Ende des Pools stützte ich meine Arme ab und drückte mich nach oben um aus den Pool zu klettern. Sie kann sich aber zu hundertprozentig sicher sein, das ich es ihr dennoch nicht leicht machen werde. Ich werde sie hier und da immer mal ein wenig mit meiner Art und Weise reizen. Ich schüttelte meine Haare aus und fuhr mir durch meine Locken. Genau das ist ein Punkt, welcher ihr sehr gut gefiel. Genau so wie es mir gefiel, wenn sie mit ihren Fingern durch meine Locken strich. Ich richtete meinen Körper auf, spannte extra meine Muskeln noch ein wenig an und ging zur Liege. Mein Blick löste sich keine einzige Sekunde von ihr. Ich schnappte mir das Handtuch und tupfte mir das Wasser von meinem Körper ab. Mein Blick lag fordernd auf ihr, fasst schon schelmisch.
      Als ich mit Abtrocknen fertig war, nahm ich das Bräunungsöl in die Hand und verteilte es auf meinem Körper. "Wärst du dann so lieb und würdest mir dann noch den Rück eincremen, sobald du aus dem Wasser kommst?" Während ich auf sie wartete trank ich einen Schluck von dem Eistee. Ich verzog das Gesicht. Martha hatte wieder vergessen das ich lieber Pfirsich bevorzuge. Ich sollte es ihr demnächst wohl selbst mitteilen.
    • Neu

      Grace

      Ich beobachtete ihn einen langen Moment schweigend. Manchmal war Kyle wirklich gefährlich ehrlich. Nicht auf die Art von Menschen, die alles ungefiltert herausplatzen ließen. Sondern auf diese andere Weise. Die, bei der man spürte, dass jedes Wort direkt aus dem Herzen kam, ohne Umwege über Stolz oder Vernunft. Und genau deshalb trafen mich seine Worte jedes Mal, egal ob gesprochen, geflüstert oder gesungen... weil ich ihm glaubte. Als er sagte, dass er warten würde. Als er sagte, dass ihm das hier wichtig war. Als er sagte, dass er nichts kaputt machen wollte. Mein Herz wurde dabei so weich, dass es beinahe wehtat. So viel von Kyle war laut, charmant und völlig unverschämt selbstbewusst. Aber genau diese Momente waren es, die mich immer wieder überraschten. Die Augenblicke, in denen er die Scherze beiseiteschob und einfach ehrlich war. Genauso wie auf meinen Bildern. Ich hatte Menschen erlebt, die große Versprechen machten. Menschen, die die richtigen Dinge sagten, weil sie wussten, dass andere sie hören wollten. Doch Kyle sprach anders. Manchmal chaotisch. Manchmal impulsiv. Aber mir gegenüber noch niemals unehrlich.
      Langsam glitt mein Daumen über seinen Arm. "Danke", murmelte ich leise. Mehr brachte ich in diesem Moment nicht zustande.
      Nicht weil mir die Worte fehlten, sondern weil sie plötzlich viel zu klein wirkten. Als er mir den Kuss auf die Stirn drückte, schloss ich für einen Moment die Augen und genoss einfach die Wärme, die sich in meiner Brust ausbreitete. Verdammt... Wann war dieser Mann eigentlich so wichtig für mich geworden? Wahrscheinlich lange bevor ich bereit gewesen war, es mir selbst einzugestehen. "Du bist ein hoffnungsloser Fall, Kyle", murmelte ich schließlich und schüttelte leicht den Kopf ehe ich unwillkürlich zu lächeln begann. "Ein wirklich hoffnungsloser Fall." So einen Klienten hatte ich wirklich noch nie gehabt. Ich strich mit den Fingerspitzen kurz über seine Wange. "Aber... leider ein ziemlich süßer." Und genau das war das Problem. Kyle war nicht nur attraktiv, er war aufmerksam, warmherzig, loyal, lustig und manchmal ein verdammter Spinner. Sein anschließendes Gejammer über meine angebliche Folter brachte mich allerdings sofort wieder zum Schmunzeln. "Ach bitte." Ich hob sanft eine Augenbraue an. "Du benimmst dich gerade, als hätte ich dich an einen Heizkörper gekettet und würde dir stundenlang Eiswasser vor die Nase halten." Mein Blick wanderte demonstrativ und bewusst langsam über ihn. "Dabei bist du hier freiwillig, Tiger." Als er behauptete, ich würde ihn verrückt machen, musste ich lachen. "So? Also wirklich... Kyle Miller, du warst bereits verrückt, bevor ich überhaupt in Los Angeles gelandet bin."
      Sein schiefes Grinsen wurde nur breiter. Und leider war genau das... das nächste meiner Probleme. Dieses verdammte Grinsen... diese Locken... diese seeblauen Augen. Es sollte verboten sein, dass ein Mensch all das gleichzeitig besaß. Als er schließlich untertauchte, schüttelte ich nur belustigt den Kopf. "Feigling", murmelte ich. "Kaum wird ein Gespräch ernst, verschwindet er unter Wasser."
      Doch mein Sarkasmus hielt nicht besonders lange an. Zumindest nicht, als Kyle am anderen Ende des Pools wieder auftauchte und aus dem Wasser kletterte. "Oh for heaven's sake..." Süß wie er dabei extra seine Muskeln anspannte. Natürlich fuhr er sich dabei durch seine nassen Locken und natürlich sah er dabei aus wie die personifizierte Versuchung. Ich wusste genau was das Gehabe sollte aber... beobachtete ich ihn trotzdem, wenn auch nur ganz kurz. Naja... es gab ja Gründe, warum Frauen reihenweise bei ihm schwach wurden. Ich schüttelte lachend den Kopf. "Das war doch...reine Absicht." Natürlich war es Absicht. Er wusste es, ich wusste es. Und er wusste, dass ich wusste, dass er es wusste. Dieser Mann war vollkommen unmöglich. Und leider fand ich genau das gerade unfassbar süß.
      Fast noch süßer als die Tatsache, dass er offenbar glaubte, ich würde nicht merken, wie sehr er sich Mühe gab. "Hmm... Soll ich applaudieren oder bekommst du dafür bereits genug Fanpost?" Mein Grinsen wurde breiter, begleitet von diesen warme Ziehen in meiner Brust. Als er schließlich nach dem Öl griff und fragte, ob ich ihm später den Rücken eincremen würde, zog ich wieder eine Augenbraue hoch. "Aha." Ich verschränkte die Arme auf dem Beckenrand. "Jetzt ergibt plötzlich alles Sinn."
      Mein Blick wanderte bedeutungsvoll zwischen ihm und dem Pool hin und her. "Das hier war also von Anfang an dein Plan."
      Ich nickte langsam, wenn auch etwas theatralisch. "Der Tiger lockt seine Beute ins Wasser, macht sie wehrlos und zwingt sie anschließend zu Wellness-Anwendungen." Ich lächelte verspielt und drehte eine Haarsträhne beinah beiläufig um meinen Zeigefinger. "Nicht schlecht, Mr. Miller. Wirklich nicht schlecht." Schließlich schwamm ich zum Rand, zog mich aus dem Wasser und strich mir die nassen Haare zurück. "Und nur damit wir uns richtig verstehen.", begann ich und trat langsam auf die Liegen zu. "Nur weil ich dir möglicherweise den Rücken eincreme, bedeutet das keineswegs, dass du gewonnen hast." Meine Augen funkelten amüsiert als mein Blick auf das Glas in seiner Hand fiel. "Du armer Kerl. Dabei klang es fast so als wärst du mittlerweile auf den Geschmack von Zitronen gekommen." Da hatten wir uns wohl alle geirrt.
    • Neu

      Kyle

      Jede Bewegung die sie machte verfolgte ich mit meinen Augen. Mein Blick blieb an ihrem Körper hängen, als sie aus dem Pool hinausging. Mir wurde plötzlich noch wärmer und ich schluckte trocken. Wie sollte ich dieses Bild aus meinem Kopf bekommen? Grace in diesem Bikini, nasse blonde Haare.. kleine Wassertropfen die über ihren Körper liefen.. Verdammt
      Ich kniff die Augen kurz zu um meine Gedanken in eine andere Richtung zu lenken. Gott sei dank kam wieder diese kleine spielerische Spitze von ihr, die mich zurück in das hier und jetzt beförderte.
      Ich öffnete meine Augen wieder und zog eine Augenbraue nach oben. "Einen Plan? Ich hatte keinen Plan um dich rumzubekommen süße Grace. Ich weiß das du mir schon längst vollkommen verfallen bist." Ich lächelte sie amüsiert an und cremte meinen Körper weiter ein. Mir fiel es nicht schwer Frauen um den Finger zu wickeln und meinen Charme spielen zu lassen.
      Als sie dann wenige Minuten später meinte ich wäre so langsam auf dem Geschmack von Zitrone gekommen, musste ich leicht schmunzeln. "Vielleicht hast du Recht." Ich stellte das Glas wieder auf den kleinen Beistelltisch neben der Liege. "Aber Zitronenlimonade ist noch immer nicht meins." Ich setzte mich auf die Liege und wartete darauf das sie sich abtrocknete. Ich versuchte sie nicht dabei zu beobachten, denn sonst würde es mir noch schwerer fallen ihr zu widerstehen.
      Ich reichte ihr anschließend das Öl und drehte mich auf der Liege so, dass sie an meinen Rücken kam. Ihre Fingerspitzen berührten meinen nackte Haut und sofort durchdrang ein wohliger Schauer meinen Körper. Leichte Gänsehaut machte sich auf ihm breit.
      Ihre zierlichen Hände fühlten sich gut auf meinem Rücken an und die kleine Massage tat unglaublich gut. Ich konnte spüren wie sie das Öl verteilte und genoss diesen winzigen intimen Augenblick zwischen uns.
      "Danke", flüsterte ich leise vor mich hin. Ich griff nach der Sonnenbrille und setzte sie mir auf und wandte meinen Kopf zu ihr. "Wenn ich dir auch beim Eincremen behilflich sein sollte, gib mir ruhig Bescheid." Ich werde es sowas von genießen sie einzucremen, falls sie es zulässt und jede Sekunde dabei auskosten.
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