Jericho nannte Leute nicht besonders schnell 'Freunde'. Dey würde niemals auf die Idee kommen, einen Haufen Diebe zu dieser elitären Gruppe zu zählen. Aber irgendwie waren diese Leute coole Socken gewesen. Jericho würde nicht Nein sagen, wenn irgendwer noch einen Job vorschlug. Nicht, das dey damit gerechnet hatte, dass es dazu kommen würde.
Umso überraschender war der Anruf von Santiago, Mr. Grummelbacke höchstpersönlich, gewesen. Der Grund war nicht so dolle, aber hey, sie redeten noch miteinander. Gut okay, Jericho hatte ihn angerufen, nachdem eins seiner Systeme gemeldet hatte, dass jemand nach deren Decknamen suchte. Dey kannte Nikki, aber mehr vom Hörensagen - sie hatten noch nie zusammengearbeitet. Hätten sie schonmal zusammengearbeitet, hätte Jericho Nikki zu einem besseren Sicherheitssystem gedrängt. Das war ja lachhaft wie einfach man in diese doch recht sensiblen Daten reinkam. Jericho hatte fünf Minuten gebraucht, um herauszufinden, wer da was von dey wollte.
Jericho wippte mit dem Kopf im Takt der Musik, die aus den Kopfhörern ballerte, während deren Augen über drei verschiedene Bildschirme huschte. Links von dey, auf einem anderen Schreibtisch, wühlte sich gerade ein Programm durch die Aufzeichnungen von New Yorks Verkehrsüberwachung, um einen schwarzen Van zu verfolgen. Direkt davor wabberte ein blau-rot-leuchtendes Band entspannt vor sich hin. Aus dem Augenwinkel hielt Jericho auch dieses Band im Blick. Alles war in Ordnung, solange dieses Band so entspannt blieb, wie es nun einmal war. Niemand bemerkte die kleine Piggyback Action, die Jericho an den Start gebracht hatte.
Jerichos Gedanken drifteten zu der zweiten Bohnenstange im Team. Als Freund würde dey Lewis nicht bezeichnen, aber die beiden hatten von allen die meiste Zeit miteinander verbracht - nicht nur, weil sie zusammen im Kontrollraum der Federal gesteckt hatten, sondern generell. Jericho war die Person gewesen, die die richtigen Informationen besorgen musste und was auch immer Lew machte, basierte auf dem richtigen Input. Also hatten sie miteinander interagiert. Dass Lew jetzt von irgendwelchen privaten Militärs eingesammelt wurde, die was auch immer mit ihm anstellten...
Jericho schüttelte sich und fokussierte sich wieder auf die Bildschirme. Genau wegen sowas blieb dey zu Hause. Die Welt war gemein und brutal. Menschen waren gemein und brutal. Computerprogramme waren das nicht.
"Hey Jer?"
Die Stimme von Petal drang durch die Musik, das kleine Icon von ihrem Chat poppte unten rechts auf dem zentralen Bildschirm vor Jericho auf. Petal war eine der wenigen Personen, die Jericho tatsächlich als Freundin bezeichnen würde. Und sie war eine der wenigen Personen, die zu jeder Tages- und Nachtzeit Kontakt zu dey aufnehmen konnte. Ein Sicherheitsnetz für Jericho, sollte dey sich mal in den vielen Signalen verlieren - oder in deren Arbeit. Der Fluch, ein Workaholic zu sein.
"Was gibt's?"
"Hast du schon was gegessen?"
"Ööhhh... nope, glaube nicht. Sollte ich?"
"Ich bring dir was."
"Nice."
Der kleine VoiceChat verschwand. Ein paar Minuten später schlüpfte jemand in Jerichos Bildschirmhöhle. Der Raum war groß und teilweise isoliert, um Signale zu blocken und umzulenken. Das machte es leichter, sich auf einzelne Stränge zu konzentrieren und die unwichtigen zu ignorieren - was Jerichos Einsatzzeit verlängerte und die Anwendung deren Magie sicherer machte. Gefüllt war der Raum mit Schreibtischen, Computern und den dazugehörigen Bildschirmen. Jeder einzelne war an, auf jedem einzelnen liefen dutzende von Programmen.
Wer auch immer in Jerichos Höhle geschlichen war - wahrscheinlich Petal - stellte eine Schüssel mit frisch gemachten Ramen vor dey auf den Tisch. Zwei Hände legten sich auf Jerichos Schultern und begannen, deren verspannte Schultern ein bisschen zu massieren.
"Iss," befahl Petal, nachdem sie eine Seite der Kopfhörer angehoben hatte.
Sie drückte einen Kuss auf Jerichos Hinterkopf, dann verschwand sie wieder. Jericho war brav und lehnte sich zurück, griff sich die Schüssel und begann zu essen, während dey auf einem der Bildschirme verfolgte, wie sich ein gewisser Special Agent Evan Connor Mitchel zu Hause in seinen Laptop einloggte.
"Niemand will offene Schießereien, erst recht keine gut ausgebildeten Soldaten. Je mehr man unter dem Radar fliegen kann, desto besser."
Santi stimmte Jay zu: sie würden tun, was nötig war, um Lewis zurückzubekommen. Santi zumindest.
Er ließ sich von Jay aus dem Apartment und dem Gebäude treiben, dankbar dafür, dass jemand anderes das Denken mal übernahm (auch wenn dieses Denken nur die Frage 'wohin als nächstes' beantwortete). Noch dankbarer war Santi für die Tatsache, dass Jay ihn dazu zwang, sich auf den Beifahrersitz eines Wagens zu setzen, anstatt dass er mit seiner Maschine durch die Stadt fuhr. Fühlte er sich wohl dabei, sein brandneues Motorrad in so einer schäbigen Gegend zurückzulassen? Nein, überhaupt nicht. Aber das war eindeutig die bessere Option, bedachte man Santis Zustand. Nicht einmal der waghalsige Fahrstil Jays hielt ihn davon ab, die Augen für einen Moment zu schließen.
"Was macht deine Magie? Albträume einpflanzen? Irgendwie sowas?"
Santi blinzelte, unterdrückte ein Gähnen.
"Ich pflanze gar nichts ein," brummte Santi. "Ich zerre bloß, was schon da ist, an die Oberfläche und verstärke es, bis dein zentrales Nervensystem so überlastet ist, dass dein Hirn den Stecker zieht."
Es war seltsam, mit einem Nicht-Magier darüber zu reden. Auf der anderen Seite war Jay wohl am ehesten daran gewöhnt, dank Lewis. Lewis... Santi hoffte, dass er sich benahm und sich nicht mit seiner großen Klappe mehr Prügel einfing, als nötig.
Ich werd so viele Nasen brechen, wie ich muss, um dich zu finden, dachte Santi.
Umso überraschender war der Anruf von Santiago, Mr. Grummelbacke höchstpersönlich, gewesen. Der Grund war nicht so dolle, aber hey, sie redeten noch miteinander. Gut okay, Jericho hatte ihn angerufen, nachdem eins seiner Systeme gemeldet hatte, dass jemand nach deren Decknamen suchte. Dey kannte Nikki, aber mehr vom Hörensagen - sie hatten noch nie zusammengearbeitet. Hätten sie schonmal zusammengearbeitet, hätte Jericho Nikki zu einem besseren Sicherheitssystem gedrängt. Das war ja lachhaft wie einfach man in diese doch recht sensiblen Daten reinkam. Jericho hatte fünf Minuten gebraucht, um herauszufinden, wer da was von dey wollte.
Jericho wippte mit dem Kopf im Takt der Musik, die aus den Kopfhörern ballerte, während deren Augen über drei verschiedene Bildschirme huschte. Links von dey, auf einem anderen Schreibtisch, wühlte sich gerade ein Programm durch die Aufzeichnungen von New Yorks Verkehrsüberwachung, um einen schwarzen Van zu verfolgen. Direkt davor wabberte ein blau-rot-leuchtendes Band entspannt vor sich hin. Aus dem Augenwinkel hielt Jericho auch dieses Band im Blick. Alles war in Ordnung, solange dieses Band so entspannt blieb, wie es nun einmal war. Niemand bemerkte die kleine Piggyback Action, die Jericho an den Start gebracht hatte.
Jerichos Gedanken drifteten zu der zweiten Bohnenstange im Team. Als Freund würde dey Lewis nicht bezeichnen, aber die beiden hatten von allen die meiste Zeit miteinander verbracht - nicht nur, weil sie zusammen im Kontrollraum der Federal gesteckt hatten, sondern generell. Jericho war die Person gewesen, die die richtigen Informationen besorgen musste und was auch immer Lew machte, basierte auf dem richtigen Input. Also hatten sie miteinander interagiert. Dass Lew jetzt von irgendwelchen privaten Militärs eingesammelt wurde, die was auch immer mit ihm anstellten...
Jericho schüttelte sich und fokussierte sich wieder auf die Bildschirme. Genau wegen sowas blieb dey zu Hause. Die Welt war gemein und brutal. Menschen waren gemein und brutal. Computerprogramme waren das nicht.
"Hey Jer?"
Die Stimme von Petal drang durch die Musik, das kleine Icon von ihrem Chat poppte unten rechts auf dem zentralen Bildschirm vor Jericho auf. Petal war eine der wenigen Personen, die Jericho tatsächlich als Freundin bezeichnen würde. Und sie war eine der wenigen Personen, die zu jeder Tages- und Nachtzeit Kontakt zu dey aufnehmen konnte. Ein Sicherheitsnetz für Jericho, sollte dey sich mal in den vielen Signalen verlieren - oder in deren Arbeit. Der Fluch, ein Workaholic zu sein.
"Was gibt's?"
"Hast du schon was gegessen?"
"Ööhhh... nope, glaube nicht. Sollte ich?"
"Ich bring dir was."
"Nice."
Der kleine VoiceChat verschwand. Ein paar Minuten später schlüpfte jemand in Jerichos Bildschirmhöhle. Der Raum war groß und teilweise isoliert, um Signale zu blocken und umzulenken. Das machte es leichter, sich auf einzelne Stränge zu konzentrieren und die unwichtigen zu ignorieren - was Jerichos Einsatzzeit verlängerte und die Anwendung deren Magie sicherer machte. Gefüllt war der Raum mit Schreibtischen, Computern und den dazugehörigen Bildschirmen. Jeder einzelne war an, auf jedem einzelnen liefen dutzende von Programmen.
Wer auch immer in Jerichos Höhle geschlichen war - wahrscheinlich Petal - stellte eine Schüssel mit frisch gemachten Ramen vor dey auf den Tisch. Zwei Hände legten sich auf Jerichos Schultern und begannen, deren verspannte Schultern ein bisschen zu massieren.
"Iss," befahl Petal, nachdem sie eine Seite der Kopfhörer angehoben hatte.
Sie drückte einen Kuss auf Jerichos Hinterkopf, dann verschwand sie wieder. Jericho war brav und lehnte sich zurück, griff sich die Schüssel und begann zu essen, während dey auf einem der Bildschirme verfolgte, wie sich ein gewisser Special Agent Evan Connor Mitchel zu Hause in seinen Laptop einloggte.
"Niemand will offene Schießereien, erst recht keine gut ausgebildeten Soldaten. Je mehr man unter dem Radar fliegen kann, desto besser."
Santi stimmte Jay zu: sie würden tun, was nötig war, um Lewis zurückzubekommen. Santi zumindest.
Er ließ sich von Jay aus dem Apartment und dem Gebäude treiben, dankbar dafür, dass jemand anderes das Denken mal übernahm (auch wenn dieses Denken nur die Frage 'wohin als nächstes' beantwortete). Noch dankbarer war Santi für die Tatsache, dass Jay ihn dazu zwang, sich auf den Beifahrersitz eines Wagens zu setzen, anstatt dass er mit seiner Maschine durch die Stadt fuhr. Fühlte er sich wohl dabei, sein brandneues Motorrad in so einer schäbigen Gegend zurückzulassen? Nein, überhaupt nicht. Aber das war eindeutig die bessere Option, bedachte man Santis Zustand. Nicht einmal der waghalsige Fahrstil Jays hielt ihn davon ab, die Augen für einen Moment zu schließen.
"Was macht deine Magie? Albträume einpflanzen? Irgendwie sowas?"
Santi blinzelte, unterdrückte ein Gähnen.
"Ich pflanze gar nichts ein," brummte Santi. "Ich zerre bloß, was schon da ist, an die Oberfläche und verstärke es, bis dein zentrales Nervensystem so überlastet ist, dass dein Hirn den Stecker zieht."
Es war seltsam, mit einem Nicht-Magier darüber zu reden. Auf der anderen Seite war Jay wohl am ehesten daran gewöhnt, dank Lewis. Lewis... Santi hoffte, dass er sich benahm und sich nicht mit seiner großen Klappe mehr Prügel einfing, als nötig.
Ich werd so viele Nasen brechen, wie ich muss, um dich zu finden, dachte Santi.

