Fortune's Calling [Pumi feat. Codren]

    • Santi lächelte.
      "Und ich dachte, ich bin derjenige, der hier paranoid wird," scherzte er.
      Er bog ab und war froh darüber, die Straße einigermaßen leer vorzufinden. Ein bisschen geradeaus fahren konnte er.
      "Paolo hat früher mit meinem Vater zusammen gearbeitet und bei uns in der Straße gewohnt. Er war einer der wenigen, dem meine Magie nichts ausgemacht hat. Irgendwann ist er weggezogen und ich habe ihn ein paar Jahre lang nicht mehr gesehen. Als ich dann nach einem Mechaniker gesucht habe, der Autos verschwinden lassen kann, da hab ich ihn hier wiedergefunden. Er kennt meine Macken und er kennt das Geschäft, das ist alles. Und nein, er weiß nicht, wo ich wohne. Ich habe ihm nur beschrieben, wie meine kaum vorhandene Nachbarschaft so drauf ist. Der Mann kennt seine Autos, also weiß er genau, welches er mir für welche Situation zur Verfügung stellen muss. Solange du keine teure Limousine brauchst, kann er dir so ziemlich alles an fahrbaren Untersätzen besorgen - oder eben verschwinden lassen."
      Santi schielte rüber zu Lewis, der seinen Blick eisern auf den Schaltknüppel gerichtet hielt. Das machte es schwierig, seinen Gesichtsausdruck zu deuten.
      "Bist du etwa eifersüchtig auf einen verheirateten Mechaniker mit zwei Kindern?" scherzte er.
    • Aha, Santiago kannte Paolo durch seinen Vater. Das war irgendwie komisch, wie jemand aus einer so guten Gegend so schmierige Geschäfte betreiben konnte. Lag das an der Gegend? Oder tat er es vielleicht nur Santiagos Willen - weil er ihn kannte? Weil er seine Macken kannte? Welche denn überhaupt - alle?
      "Und nein, er weiß nicht, wo ich wohne. Ich habe ihm nur beschrieben, wie meine kaum vorhandene Nachbarschaft so drauf ist."
      "Hm."
      "Bist du etwa eifersüchtig auf einen verheirateten Mechaniker mit zwei Kindern?"
      Lewis schnaubte und warf Santiago dann einen sehr deutlichen Blick darüber zu, was er von dem Gedanken hielt.
      "Ich bin nicht eifersüchtig, man. Und erst recht nicht auf jemanden, der so alt ist wie dein Vater."
      Lewis war nie eifersüchtig. Ganz sicher nicht. Sie waren hier ja auch nicht... zwischen ihnen war ja nichts... Santiago konnte ja machen, was er wollte. Ganz bestimmt.
      "Aber ich bin schon der einzige, der weiß, wo du wohnst. Oder? Also du und nicht deine Eltern."
      Aufmerksam sah er ihn an. Lewis fragte das ja auch nur aus Sicherheitsgründen. Er musste eben Bescheid wissen.
    • Santi lachte ein bisschen mehr. Lewis war tatsächlich eifersüchtig.
      "So alt ist Paolo jetzt auch nicht. Der ist näher an mir dran als an meinem papito."
      "Aber ich bin schon der einzige, der weiß, wo du wohnst. Oder? Also du und nicht deine Eltern."
      Oh ja, Lewis war definitiv eifersüchtig. Besitzergreifend sogar. Irgendwie war das süß. Und so ungewohnt für Santi; das kannte er so gar nicht. Sicher, Diego hatte ihn auch immer nur für sich gewollt, aber das war anders gewesen. Ganz anders.
      "Außer dir und meinen Eltern weiß niemand, wo ich wohne, nein. Ich bekomme ja nicht einmal Post in meine Wohnung."
      Wenn er könnte, würde er jetzt wohl Lewis' Hand ergreifen, vielleicht sogar einen Kuss auf seinen Handrücken setzen. So aber konzentrierte er sich darauf, sie beide in einem Stück zu besagter Wohnung zu kriegen. Er war sehr dankbar, dass seine magische Paranoia noch nicht angefangen hatte, ihn zu ärgern - er hatte wahrscheinlich noch einen Tag, bevor sich die ersten Schatten bewegten - denn viele Umwege wollte er wirklich nicht machen, so viel Sicherheit ihm as auch geben würde. Zumal er das Auto bei sich parken musste.
    • "Außer dir und meinen Eltern weiß niemand, wo ich wohne, nein. Ich bekomme ja nicht einmal Post in meine Wohnung."
      Lewis nickte zufrieden. Das hatte er zwar schon gewusst, aber irgendwie tat es gut, das noch einmal zu hören. Warum? Keine Ahnung. Es war ja nicht so, als wäre Lewis eifersüchtig auf jemanden wie Paolo. Aber... es war trotzdem gut, dass er der einzige war. Aus keinem bestimmten Grund.
      Sie fuhren bei Santiago vor und stiegen aus. Lewis überließ dem Mann den Vortritt, um seine Paranoia zu besänftigen. Tür aufschließen, zumachen, alle Schlösser betätigen, Schlüssel an derselben Stelle ablegen. Wohnung überprüfen, Rollläden überprüfen. Lewis ließ ihn machen, schnappte sich derweil einen Joint und warf einen Blick auf Santiagos Alkoholsammlung. Kein Bier diesmal, er wollte sich wegschießen. Ein gebührender Abschluss für eine, naja, halbwegs erfolgreiche Mission und eine sehr erfolgreiche Nahtoderfahrung. Sowas konnte man nicht alle Tage feiern.
      "Willst du auch was trinken? Wobei", er dachte an den furchtbar langen Beipackzettel von Santiagos Medikamenten, "lieber nicht. Du kriegst Bier."
      Eine Flasche für Santiago, einen Schnaps für sich selbst. Sollte Santiago sich wirklich wegdröhnen mit seinem Oxy, wollte Lewis Schritt halten. Er würde ihn mit seinem Rausch sicherlich nicht alleine lassen.
      Grinsend kam er ins Wohnzimmer hinüber und warf sich auf die Couch. Santiago gab er das Bier, sich selbst schenkte er einen guten Schuss ein.
      "Auf diese Pissnelke von Zeus."
    • "Willst du auch was trinken? Wobei", er dachte an den furchtbar langen Beipackzettel von Santiagos Medikamenten, "lieber nicht. Du kriegst Bier."
      Santi war noch damit beschäftigt, sich von den Treppenstufen zu erholen, da tanzte Lewis schon durch seine Wohnung auf der Suche nach Drogen und Alkohol. Er hatte sich schon gefragt, wann Lewis die Luft ausgehen würde. Scheinbar fühlte sich der Streuner in seiner kugelsicheren Wohnung ähnlich sicher wie er selbst. Santi konnte es ihm nicht verübeln. Lewis war sowas nicht gewohnt, da musste er sich einfach gehen lassen. Außerdem hatte sich der Streuner gut gehalten.
      "Auf diese Pissnelke von Zeus."
      Santi stieß mit Lewis an, hatte aber nicht vor, sich an dem Bier zu bedienen. Hätte es furchtbare Konsequenzen, wenn er ein Bier mit seinen Ibus trank? Wahrscheinlich nicht. Aber das war ein kleines Risiko, gegen das sich seine aufkeimende Paranoia schon wehrte. Seine Schmerzmittel machten seine Hirnzellen sowie so schon zu Pudding, da wollte er nicht noch einen drauflegen, wenn er es vermeiden konnte.
      "Auf den stoße ich erst an, wenn er sich als nützlich erweist. Der hat bei mir noch Schulden zu begleichen," kommentierte Santi und holte sich ein einfaches Glas Wasser.
      Die Ibus ließen nach und jetzt, wo er wusste, wo er war und wie sicher er war, da sahen die Oxys gleich viel interessanter aus. Mit seinem guten Arm fischte er sie aus Lewis' Rucksack. Kurz zögerte er, aber dann entschloss er sich dazu, tatsächlich die volle Dosis zu nehmen. Dann ließ er sich neben Lewis auf das Sofa sinken.
      "Eine Stunde hab ich noch einen klaren Kopf, danach bin ich Matsch," meinte er und schenkte Lewis nach, bevor er ihm sein Feuerzeug reichte.
      Er hatte schon mitgekriegt, dass Lewis vorhatte, sich mit ihm zusammen abzuschießen. Verdient hatte sich der Streuner das.
      "Bevor wir beide nicht mehr geradeaus laufen können, könntest du mir noch in bequemere Klamotten helfen? Ich hab keine Lust, die Naht wieder aufzureißen."
    • "Auf den stoße ich erst an, wenn er sich als nützlich erweist. Der hat bei mir noch Schulden zu begleichen."
      "Fair."
      Lewis kippte sein Glas trotzdem hinab. Letzten Endes war es nämlich hauptsächlich der Tag, auf den er trinken wollte; oder eher die Tage. Auf zwei weitere Tage, die er überlebt hatte und an denen er sich nützlich gemacht hatte. Fick dich, Pissnelke.
      Santiago nahm sich ein Glas und dazu die Oxys. Er kippte alles herunter und machte es sich dann auf der Couch gemütlich wie jemand, der auf das High wartete. Lewis grinste und ließ sich neben ihn sinken.
      "Eine Stunde hab ich noch einen klaren Kopf, danach bin ich Matsch."
      "Dann muss ich mich beeilen."
      Lewis wackelte mit den Augenbrauen, aber Santiago war schneller ihm nachzuschenken. Lewis kippte auch das zweite Glas hinab und ließ seine Kehle brennen. Etwas stärkeres wäre ihm lieber gewesen, aber er wollte schon noch auf Santiago aufpassen, falls das mit den Oxys schief ging. Also nur Alkohol - und Gras dazu. Immer Gras.
      "Bevor wir beide nicht mehr geradeaus laufen können, könntest du mir noch in bequemere Klamotten helfen? Ich hab keine Lust, die Naht wieder aufzureißen."
      "Oh, ja. Keine schlechte Idee eigentlich. Gar keine schlechte."
      Er stand auf und suchte sich aus Santiagos Schrank ein paar Klamotten zusammen.
      "Ich zieh deine Jogginghose an, ja?"
      Lewis liebte Santiagos Jogginghosen. Sie waren ihm so groß um gerade noch so von seiner Hüfte gehalten zu werden und waren damit perfekt. Er zog eine an und genoss das Gefühl von Freiheit, während er mit dem Rest zurück zur Couch kam und Santiago beim Umziehen half. Die Oxys wirkten noch nicht, aber das Ibu war noch anwesend genug, um ihm durch den schlimmsten Teil der Prozedur zu helfen. Trotzdem war dem Mann die Schmerzen anzusehen. Lewis beobachtete ihn aufmerksam, bis er sicher war, dass seine Magie ihm schon längst etwas hätte zeigen müssen, wenn etwas passieren wollte. Aber Santiago war nur etwas erschöpft.
      "Alles in Ordnung. Du wirst nicht sterben oder so."
      Er gab ihm ein neues Wasser, dann warf er sich zurück auf die Couch und leerte sein drittes Glas. Mit einer Hand schob er sich einen neuen Joint zwischen die Lippen, mit der anderen angelte er nach der Fernbedienung. Er schaltete auf einen Musiksender und machte auf laut. Das Soundsystem des Fernsehers war eher dürftig und nicht mit der Anlage zu vergleichen, die man in seiner Wohnung zerstört hatte, aber für ihre Zwecke würde es genügen. Lewis lehnte sich zurück, zog an seinem Joint und legte die Ellbogen auf die Rücklehne.
      "Man, wenn das mit scheiß Apollo vorbei ist, besorg ich mir eine neue Wohnung mit einer riesigen Soundanlage. So die ganze Wand voll."
      Er machte eine Bewegung mit der Hand, wie um die Wand vor sich einzuschließen.
      "Dann kann ich die Partys schmeißen."
      Mit leuchtenden Augen sah er Santiago an.
      "Wär das nicht cool? Du würdest mein VIP-Gast sein. Immer."
    • Die Hosen bekam Santi noch einigermaßen allein auf die Reihe. Keine athletische Meisterleistung, aber gemacht war gemacht. Für den Rest brauchte er dann aber doch Hilfe, obwohl er nur eine einfache Sweatshirtjacke anhatte. Sobald er seinen Arm bewegte, schoss ihm der Schmerz durch das Rückgrat in alle Gliedmaßen. Er beschränkte sich also darauf, seinen Arm nur leicht von seinem Körper wegzuheben und überließ es Lewis, ihm erst die Schlinge über den Kopf und dann den Ärmel vom Arm zu ziehen. Sobald er das Oberteil los war, besah sich Santi die Wunde noch einmal bei einem Verbandswechsel. Soweit sah alles gut aus und so langsam erlaubte er sich and Glück im Unglück zu glauben. Lewis half ihm dann in die nächste Sweatshirtjacke und wieder in die Schlinge, danach war Santi fix und fertig.
      "Alles in Ordnung. Du wirst nicht sterben oder so."
      Santi lächelte müde und ließ sich wieder auf seine Couch sinken.
      "Dann ist ja gut. Hat sich zwischenzeitlich nämlich kurz so angefühlt."
      Lewis machte es sich neben ihm bequem und schaltete den Fernseher ein, um Musik zu hören. Scheinbar gefiel ihm die Audioqualität aber nicht. Zumindest interpretierte Santi das Grummeln so.
      "Man, wenn das mit scheiß Apollo vorbei ist, besorg ich mir eine neue Wohnung mit einer riesigen Soundanlage. So die ganze Wand voll. Dann kann ich die Partys schmeißen. Wär das nicht cool? Du würdest mein VIP-Gast sein. Immer."
      "Kauf dir doch gleich einen ganzen Club. Oder bau einen. Unten Club, oben Apartment. Dazu ein paar gute Connections für Drogen, damit nur sauberer Kram reinkommt und schon sitzt du an der Spitze der Nahrungskette. Könntest dem Crypt Konkurrenz machen. Wenn du einen gescheiten Manager einstellst, musst du nicht einmal nüchtern sein."
      Santi schloss die Augen und versuchte, sich das vorzustellen. Der Streuner in einem schicken Anzug kannte er ja jetzt, da war das Bild von ihm in einer legeren Variante irgendwie verlockend.
      "Krieg ich denn dann auch meinen eigenen Tisch? So ganz kryptisch und unheimlich hinten in der Ecke, halb im Schatten?"
    • "Kauf dir doch gleich einen ganzen Club. Oder bau einen. Unten Club, oben Apartment. Dazu ein paar gute Connections für Drogen, damit nur sauberer Kram reinkommt und schon sitzt du an der Spitze der Nahrungskette. Könntest dem Crypt Konkurrenz machen."
      Lewis' Augen wurden größer, bis sie schließlich ganz riesig waren.
      "Ja. Ja! Man, das könnte ich wirklich - einen ganz eigenen Club! Ein eigenes Crypt, nur viel besser!"
      Er setzte sich ruckartig auf.
      "Mit drei Etagen - und drei Musikrichtungen! Aber alle den gleichen Beat, damit du nicht weißt, wo was anfängt und was aufhört. Damit du dich richtig abschießen kannst."
      Er malte es sich aus; den dunklen Keller des Crypt, dazu eine Techno-Etage mit ganz viel Lichtern und oben... keine Ahnung. Hip Hop oder irgendwas. Und eine Ecke, in der sich schön kiffen und Lines ziehen ließ!
      Er malte es sich so gut aus wie es ging - dann sackte er wieder ein.
      "Dann muss ich das doch auch verwalten, nicht? Den ganzen Papierkram machen, den Jay immer macht? Leute anstellen?"
      "Wenn du einen gescheiten Manager einstellst, musst du nicht einmal nüchtern sein."
      "Oh. Ja, stimmt. Ich lass das einfach für mich machen. Hah! Das wär der Hammer. Man, ich muss sparen anfangen."
      "Krieg ich denn dann auch meinen eigenen Tisch? So ganz kryptisch und unheimlich hinten in der Ecke, halb im Schatten?"
      Lewis grinste.
      "Wo man dein Gesicht nicht sehen kann? Und wo du in einer Terminator-Stimme deine Preise verkünden kannst?"
      Er legte den Arm um Santiago, penibel darauf achtend, seine Schulter nicht zu berühren.
      "Ja man. Du kriegst eine ganze Bucht für dich alleine, wenn du willst. Eine Santiago-Bucht, einen passenden Namen überlegen wir noch. Und einen eigenen Bodyguard! Einen, der nur Leute durchlässt, die dir passen."
      Er lachte.
      "Einen Bodyguard für den Bodyguard. Hattest du schonmal einen? Gibt es überhaupt jemanden, der dich beschützen könnte? Der müsste riesig sein."
    • Santi kicherte und lehnte sich gegen Lewis. Seinen Kopf parkte er auf dessen Schulter.
      "Sparen? Du hast doch Asche wie blöd. Aber wenn du was brauchst, dann leih ich dir gern was, kein Problem."
      "Ja man. Du kriegst eine ganze Bucht für dich alleine, wenn du willst. Eine Santiago-Bucht, einen passenden Namen überlegen wir noch. Und einen eigenen Bodyguard! Einen, der nur Leute durchlässt, die dir passen. Einen Bodyguard für den Bodyguard. Hattest du schonmal einen? Gibt es überhaupt jemanden, der dich beschützen könnte? Der müsste riesig sein."
      "Wie wär's wenn ich mir jemanden wie Olivia hole? Schlanke, gutaussehende Frau und dann BÄM! Da geht deine Luftröhre flöten."
      Er legte seine Beine auf den Sofatisch und schmolz geradezu an Lewis' Seite.
      "Live Events. DJs, Bands, und wenn du nicht da bist, gibt's ein bisschen Poetry Slam für die ganzen Hipster," träumte er einfach weiter. "Uh! Fight Night!"
    • Lewis lachte. So betrunken war er noch gar nicht, aber die Vorstellung fand er trotzdem lustig.
      "Fight Night! Ja. Wir lassen die Leute kämpfen und der Gewinner... kriegt ein Jahr lang kostenlose Pina Coladas. Keine Ahnung."
      Er grinste breit und schob die Hand durch Santiagos Haare, der sich an ihn lehnte.
      "Wer würde schon Nein zu starken, schwitzenden Männern sagen, die sich gegenseitig verprügeln? Frauen auch, schätze ich. Ja, Frauen auch, und wir trennen eben nach Geschlecht, wenn sie das wollen. Man, das wäre super! Und wie nennen wir das ganze? Den Club meine ich, nicht die Fight Night."
      Er spielte mit Santiagos Haaren herum und blies Ringe in die Luft.
      "Es muss was cooles sein, wie das Crypt. Was... verheißungsvolles. The Cave? Nein, das hört sich Trashy an. Wie wär's mit... mit... The Vision? Mit einem fetten Auge als Logo."
    • Der Gedanke daran, einfach mal wieder in einen Ring zu steigen und sich mit dem Versprechen, keinen bleibenden Schaden zu verursachen, die Fresse zu polieren, war überraschend verlockend in Santis Augen. So hatte es für ihn damals im College angefangen: Fight Clubs und Türsteherjobs.
      "Argus. Griechischer Riese mit hunderten von Augen am ganzen Körper, so dass er in alle Richtungen schauen konnte. Irgendeiner der Götter hat ihn dann getötet und ein anderer hat ihn in einen Pfau verwandelt. Warum auch immer. Aber deswegen haben Pfaue Augen auf ihren Federn."
      Santi zuckte mit den Schultern - und fluchte sofort deftig auf spanisch. Er versteckte sein Gesicht in Lewis' Halsbeuge, während er versuchte, sich aufs Atmen zu konzentrieren anstatt auf den Schmerz.
      "Oder vielleicht lassen wir das mit der griechischen Mythologie," nuschelte er. "von denen hab ich jetzt schon genug."
      Er hob den Kopf wieder und ließ sich zurück in seine ursprüngliche Haltung sinken.
      "Seraphim. Das sind die gruseligen Engel mit den ganzen Augen."
    • "Argus. Griechischer Riese mit hunderten von Augen am ganzen Körper, so dass er in alle Richtungen schauen konnte. Irgendeiner der Götter hat ihn dann getötet und ein anderer hat ihn in einen Pfau verwandelt. Warum auch immer. Aber deswegen haben Pfaue Augen auf ihren Federn."
      "Echt? Wow. Das hab ich nie hinterfragt."
      Santiago zuckte mit den Schultern und fluchte sofort auf spanisch. Lewis sah ihn an und zog ihn mit einer gewissen Sorgfalt an sich. Santiago steckte sein Gesicht an seinen Hals.
      "Man, ganz langsam. Willst du noch was trinken? Und Argus nennen wir den Laden nicht. Das ist doch viel zu griechisch."
      "Vielleicht lassen wir das mit der griechischen Mythologie. Von denen hab ich jetzt schon genug."
      "Ja. Ich auch."
      Nach einem Moment richtete sich Santiago wieder halbwegs auf.
      "Seraphim. Das sind die gruseligen Engel mit den ganzen Augen."
      "Ist das nicht auch griechisch?"
      War es nicht. Für Lewis hörte sich das alles aber gleich an.
      "Neee. Das muss ein einfacher Name sein, den man gut sagen kann. So "Hey, lass doch mal ins Punkt-Punkt-Punkt gehen". Weißt du? Den man auch sagen kann, wenn man richtig voll ist und gar nicht mehr sprechen kann. Das muss mehr ein Laut sein, ja. Hah. Ein "Lass ins ugh"."
      Er grinste, schenkte sich nach und leerte sein fünftes Glas. Langsam wurde sein Kopf leicht davon, gepaart mit dem Gras. Er ließ sich das Gefühl eines ankommenden Rausches gefallen und lehnte sich wieder zurück.
      "Wir überlegen uns noch was, für den Namen. Muss ein guter Name werden."
      Er sah Santiago wieder an und breitete einladend die Arme aus.
      "Was machen die Oxys?"