The Hero and the Thief [Nao & Stiftchen]

    • Caleb

      "Ich denke wirklich, dass ich langsam gehen sollte. Ich wollte nicht stören und George scheint eh mit seinem Programm durch zu sein." Valentin sah tatsächlich so aus, als ob er sich auf seiner Bank ein wenig unwohl fühlen würde, was Caleb herzlich egal war.
      "Ach Quatsch." Er brauchte ihn. Er hatte keine Ahnung, wofür und was er tun musste, aber Valentin war irgendwie das Schlüsselelement zu Richards Laune. Alles in Caleb schrie danach zu testen wie weit er gehen musste, bis Richard die Geduld verlohr. Naja, fast alles. Es gab eine kleine Stimme irgendwo unter Lagen von Alkohol, die ihm irgendwie erklären wollte, dass das eine ziemlich beschissene Idee war, aber die Stimme war leicht zu ignorieren.
      "Mateo wartet wahrscheinlich schon auf mich", erklärte Valentin, während er sein halb leergetrunkenes Glas vor sich schob. Caleb sah bei der Erwähnung von Valentins Freund kurz zu Richard, der zum Glück nicht zuzuhören schien, dafür aber leicht genervt aussah. Als er wieder zurück zu Valentin sah, hatte dieser den selben kalkulierenden Gesichtsausdruck, mit dem er eben schon Richard angesehen hatte. "Warte. Nutzt du mich aus, um-"
      Caleb hatte keine Ahnung, wie Valentins Satz enden sollte. Richard zog ihn für einen Kuss an sich, der ihn kurz vergessen ließ, dass überhaupt andere Menschen auf diesem Planeten existierten. Was auch immer er tat - es schien hervorragend zu funktionieren! Er schnappte kurz nach Luft, als sie sich wieder trennten und starrte ein wenig verloren auf Richards Lippen. Er hatte keine Ahnung, wie er den Weg nach Hause überleben sollte.
      "Klar", antwortete er ein wenig abwesend, als Richard irgendwas vom Gehen erzählte, bevor er kurz stockte. "Nein. Ich meine, das wäre- Ich- Wir könnten- Was?" Caleb blinzelte irritiert. Sein Verlangen, das ganze nur noch ein kleines Bisschen auszureizen stand im Kampf mit dem Drang, Richard in das nächste freie Bett zu zerren. Oder zumindest irgendwo hin, wo sie ein bisschen Privatsphäre hatten. Er hatte keine Ahnung, was besser war. Er fühlte sich seltsam mutig.
      Valentin stieß ein kleines "Hm?" aus. Offenbar hatte er über den Tisch hinweg nicht gehört, was Richard gesagt hatte. Caleb hatte für einen Moment vergessen, dass er überhaupt noch hier war. Der Raum drehte sich ein bisschen. Er hatte nicht gewusst, dass er das konnte.
    • Richard

      Richard seufzte genervt und nahm seinen Arm von Calebs Schulter. Er sah Valentin an. „Ich sagte, wir gehen nachhause“, erklärte er ihm übermäßig laut und wurde zunehmend ungeduldig. Richard konnte nicht fassen, dass selbst der Kuss nicht funktioniert hatte. Was wollte Caleb von ihm? Er sah aus, als hätte er einen Ständer, wenn es physikalisch möglich wäre, als würde sein Gehirn vor Überhitzung explodieren, aber das reichte anscheinend nicht. Sollte er ihn zur Toilette zerren und ihn erinnern, was der Vorteil ihrer Beziehung war? Oder ihm seine Liebe gestehen? Was zur Hölle wollte er? Wenigstens sah ihr Gegenüber mittlerweile eindeutig eingeschüchtert aus. Und… trotzdem… saß er noch hier. Brauchte er es schriftlich?!
      Richard hatte das Gefühl, gleich völlig durchzudrehen. Ihm gingen die Optionen aus. Er konnte Caleb nurnoch hochheben und nachhause tragen, wenn er es nicht freiwillig tat.
      … Moment. Richard warf den Kopf zu Caleb herum. Er hatte das Gefühl, eine Erleuchtung gehabt zu haben.
      „Entweder verabschiedest du dich von deinem Schwarm auf normalem Weg, oder ich trage dich hier raus“, sagte er feststellend. Er beugte sich zu ihm. „Ich bin dein Freund. Nach allem was ich dafür tun musste, ist dich nachhause zu tragen keine Hürde mehr“, grummelte er. Dann stand er auf. Glücklicherweise schwankte er nicht, obwohl er gerade in einer Achterbahnfahrt gefangen war. Was war in diesem Whiskey gewesen…?
      Jedenfalls würde er nicht noch einmal fragen. Die Situation war längst eskaliert, als die beiden Spucke geteilt hatten. Über Calebs Glasrand. Wie auch immer!
      Richard sah ihn auffordernd an. „Brauchst du eine Einladung? Ich sagte, wir gehen“, wiederholte er nachdrücklich. Ihm war völlig egal, wie das gerade aussah. Vor allem vor jemandem, der ihm so offensichtlich seinen Freund ausspannen wollte. Diesen Krieg jetzt nicht zu gewinnen war überhaupt keine Option mehr.
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    • Caleb

      Oh. Offensichtlich war er ein bisschen über das Ziel hinausgeschossen, aber das war zu verkraften. Wahrscheinlich war es irgendwie bedenklich, dass Caleb es überraschend angenehm fand, Richard so reden zu hören, aber da wollte - und konnte - er sich jetzt keinen Kopf drum machen. Das breite Grinsen auf seinen Lippen würde ihm wahrscheinlich bald die Mundwinkel einreißen.
      "Klar! Bye!" Caleb warf Valentin nur einen flüchtigen Seitenblick zu, während er sich aufrappelte und nach Richards Hand griff. Valentin starrte ihm wortlos entgegen. Er konnte seinen Gesichtsausdruck nicht ganz deuten. Irgendwo zwischen richtend, verwirrt und...beeindruckt? Im Endeffekt war es vollkommen egal. Caleb hatte, was er wollte. Valentin konnte von ihm aus zurück zu seinem Freund, oder aufhören zu existieren, oder so.

      "Das war wirklich heiß." Caleb wusste nicht ganz, ob er sich auf Richard stützte oder anders herum. Vielleicht glichen sie sich irgendwie gegenseitig aus. Die frische Luft draußen tat irgendwie nichts dazu bei, ein bisschen weniger betrunken...enttrunken...unbetrunken...nüchtern! Das war das Wort, das Caleb gesucht hatte! Warum hatte er es nochmal gesucht?
      "Ich wusste nicht, dass du so neidisch werden kannst. Du solltest das öfter tun." Caleb lachte kurz und fing an, ihre verschränkten Hände vor und zurück zu schwingen, was eine unfassbar grauenvolle Idee gewesen war, weil es ihr Gleichgewicht durcheinander brachte. Sein Herz schlug immer noch, als ob er gerade einen Marathon gelaufen wäre. Vielleicht hätte er es wirklich darauf ankommen und sich tragen lassen sollen. Er sollte das definitiv beim nächsten mal probieren! Er musste Richard unbedingt öfter mit in Bars und Pubs zerren, wenn es immer so endete. Er fühlte sich fast ein bisschen high.
      "Weißt du was? Der Rest des Abends gehört komplett dir. Du kannst mit mir machen, was du willst." Er grinste immer noch. Vielleicht hätte er nicht so viel trinken sollen. Dann wäre der Rest des Abends wahrscheinlich ein bisschen schöner. Aber dann hätte er auch nie diese fantastische Idee gehabt. "Oder soll ich wieder darum betteln? Weil ich das tun würde. Du hast mich wieder so weit", fügte er etwas zu ernst hinzu.
    • Richard

      Das war beinahe schockierend einfach gewesen. Und Caleb sah zu glücklich darüber aus. Entweder Richard übersah hier irgendetwas oder Caleb stand deutlich mehr darauf herumkommandiert zu werden, als Richard geahnt hatte. Vielleicht war es auch beides, er konnte keinen vernünftigen Gedanken fassen und hatte das Gefühl, deutlich übertrieben zu haben, als er meinte, er könnte Caleb nachhause tragen. Irgendwo am Weg hatte der Schwindel ihn derartig eingeholt, dass er nicht mehr so tun konnte, als wäre er in der Lage, geradeaus zu gehen. Und Caleb war immernoch viel zu gut gelaunt. Hatte er Drogen genommen?
      Richard konnte seinen Freund nie zu lange am Stück ansehen, weil dann der Boden zu kippen begann, aber die Eindrücke die er bekam, waren seltsam. Er konnte sich nur nicht mehr erklären, wieso, und langsam war es ihm ziemlich egal. Wenigstens war das Ekelpaket (Valentin) endlich weg, und sie waren wieder alleine.
      „Ich hab keine Ahnung wovon du redest“, murmelte Richard mit zusammen gekniffenen Augen und mehr auf die Straße konzentriert, als auf Calebs Worte. Was war heiß? Neidisch? Worauf? Richard hatte gerade um sein Leben gekämpft um seinen Freund davor zu bewahren, ihm vor seinen Augen fremdzugehen. Es war anstrengend gewesen. Das alles war furchtbar anstrengend.
      Das einzige, was so richtig zu ihm druchdrang, war Calebs letzter Satz. Zum Glück konnte sein Unterbewusstsein noch verlässlich die wichtigen Dinge herausfiltern. Er blinzelte Caleb an.
      „Echt?“, fragte er. Er hatte irgendwie das Gefühl, vollgas gegen eine Wand gelaufen zu sein. Oder durch eine Wand hindurch. Sein Gehirn startete nicht so richtig. Er überlegte kurz. „Warte. Ja, tu das“, sagte er. „Das hab ich mir irgendwie verdient, wenn wir ehrlich sind. Und du kannst diesen Typen nie wieder sehen. Nie wieder, klar?“ Er war sich nicht ganz sicher, was er da sagte, aber bis sie zuhause waren, würde er schon ausgenüchtert genug sein, um klar zu denken. Vermutlich. Oder er fiel er hinter der Tür tot um.

      Er fiel nicht tot um. Allerdings war er auch nicht sehr… nüchtern. Richard war sich allgemein nicht ganz sicher über seinen Zustand. Vielleicht war in dem Whiskey wirklich nicht nur Whiskey drin, das würde nämlich erklären, wieso sein Kopf sich anfüllte, als wäre er mit Watte gefüllt. Hinderte ihn das, seinen Freund zu küssen, sobald die Tür ins Schloss fiel? Nein, aber er erinnerte sich erst nach ein paar Sekunden daran, was Caleb vor zehn Minuten zu ihm gesagt hatte. Er ließ von ihm ab.
      „Warte“, sagte er. Caleb wollte doch betteln. „Du willst mich doch garnicht“ Okay, er kippte unabsichtlich in eine seltsame Tsundere Rolle hinein, aber das war in Ordnung. Es würde aufs selbe hinaus laufen.
      „Du wärst viel lieber mit diesem Kerl nachhause gegangen, hm? Bin ich nur die zweite Wahl?“ Was er sagte, ergab kaum Sinn und ließ bei Caleb hoffentlich klingeln, dass es nicht allzu ernst gemeint war. Richard verschränkte etwas beleidigt die Arme und sah auf seinen Freund herab.
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    • Caleb

      Der Kuss war deutlich zu kurz. Caleb blinzelte irritiert, bevor er nach einem verwirrten Moment realisierte, was Richard wollte. Stimmt. Er hatte ihm auf dem Heimweg was versprochen, nicht? Er konnte das kleine Lächeln auf seinen Lippen nicht unterdrücken, während er seine Arme um Richards Hals schlang.
      "Valentin hat einen Freund", erklärte er, "Und er spricht von ihm, als ob er das Beste wäre, was der Welt je passieren konnte, was ich nie verstanden habe, bis ich dich kennen gelernt habe." Er stellte sich leicht auf die Zehenspitzen, um einen Kuss auf Richards Hals zu drücken. "Du bist meine erste und einzige Wahl und ich habe den ganzen Abend darauf gewartet, dass du mich flachlegst. Ich will dich." Der zweite Kuss auf Richards Hals folgte. Caleb lehnte sich ein bisschen zur Seite, um fast in Richards Ohr sprechen zu können.
      "Es war schon verdammt schwer, dich nicht im Pub anzuspringen und der Heimweg hat sich doppelt so lange angefühlt, wie sonst, also bitte fick mich, bis ich nicht mehr stehen kann. Ich habe das Gefühl, dass ich sonst durchdrehe, Baby." Er löste eine Hand aus seinem Nacken und schob sie stattdessen unter Richards Shirt. Irgendwie fühlte sich das alles leichter an, als er gedacht hatte. Er hatte keine Ahnung, ob das ein gutes, oder ein schlechtes Zeichen war. Wahrscheinlich war es einfach nur ein Zeichen dafür, dass er morgen bereuen würde, so viel getrunken zu haben.
      "Ich brauche das. Ich brauche dich. Bitte. Ich weiß nicht, wie ich sonst den Rest der Woche überleben soll. Bitte küss mich und sag mir, dass ich heiß bin und dass du-" Caleb schnappte nach Luft und schüttelte kurz den Kopf. Das ging irgendwie in eine falsche Richtung. Wahrscheinlich sollte er eher darum betteln, dass Richard sich beeilte, bevor er irgendetwas falsches oder peinliches sagen konnte, was den Moment ruinieren würde.
      "Bitte beug mich einfach über die Sofalehne, oder vögel mich in die Matratze, oder so. Ich mache alles mit, was du willst."
    • Richard

      Der erste Satz brachte Richard durcheinander. Der zweite gab ihm den Rest. Er wusste nicht, dass sein Körper in der Lage war, etwas ekelhaftes wie… Schmetterlinge im Bauch zu produzieren, aber hier war er nun. Es war wirklich, wirklich seltsam, aber er hatte nicht damit gerechnet, wie sehr es ihm gefallen würde, so etwas von Caleb zu hören. Die meisten Komplimente machte er sich selbst bevor es ein anderer konnte, und nur die Hälfte war auch nur ansatzweise beeindruckend. Aber dass er das Beste war, was der Welt passieren konnte? Normalerweise hörte er das Gegenteil. Richard hatte kurz das Gefühl, das ihm ein wenig schwindelig wurde, aber… stimmte ja, das war ihm die ganze Zeit schon. Vielleicht konnte er das Kribbeln auch auf den Alkohol schieben.
      Er legte seine Arme um Caleb, als er sich an ihn lehnte. „Meinst du das ernst?“, fragte er, auf die Gefahr hinaus, dass Caleb es tatsächlich nicht ernst meinte und das alles nur die Rolle war, in die er gerade geschlüpft war. Aber es hatte verdammt überzeugend geklungen. Vielleicht reichte das auch.
      Was auf die Worte folgte, war ohnehin wie aus einem Traum und brachte Richard schnell in eine andere Stimmung. Das letzte Mal hatte er Caleb ganz schön motivieren müssen, um ein kleines Bitte herauszubekommen, und jetzt… klang er so verzweifelt, dass man es ihm beinahe abkaufen wollte. Caleb jammerte ihm ins Ohr als würde er sterben, wenn er ihn nicht gleich gevögelt wurde. Was völlig verrückt war und das heißeste, das Richard jemals erlebt hatte. Er fühlte sich beinahe wieder nüchtern. Er schaffte es kaum, Caleb weiter zuzuhören, bevor er sich nicht länger zurückhalten konnte und ihn von sich wegdrückte, nur um ihm seine Jacke von den Schultern zu reißen und gleich darauf seinen Pullover samt T-Shirt über den Kopf zu ziehen. Er schmiss sein eigenes Oberteil auf den Boden, dann hob er Caleb geradewegs hoch und trug ihn weiter ins Wohnzimmer. Am liebsten wäre er schon mitten im Gehen in ihn eingedrungen. „Verdammt, du bist so heiß“, hauchte er zwischen Küssen, die ihn ebenso verhungert wirken ließen, wie Caleb. Er setzte seinen Freund vor dem Fenster ab und öffnete gehetzt seinen Hosenstall. Er war im Stress.
      Mit einer ruckartigen Bewegung drehte er Caleb an den Schultern herum und presste ihn gegen die Glasscheibe, eine Hand an seinem Kopf. „Wenn du nett fragst ficke ich dich vielleicht bis zum Sonnenaufgang“, raunte er und schob schließlich Calebs Hose ein Stück herunter. Dann zog er seine Arschbacken auseinander und drückte er sich gegen ihn, ohne einzudringen.
      „Wie wär‘s? Hast du noch was hinzuzufügen?“, fragte er und biss sanft in Calebs Schulter. Noch nie hatte ihn etwas derartig viel Selbstkontrolle gekostet.
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    • Caleb

      Natürlich meinte er das ernst. Caleb war zu betrunken, um lügen zu können und hoffentlich auch zu betrunken, um sich morgen daran zu erinnern, was er gesagt hatte. Richard war das Beste, was ihm je passieren konnte. Mit Abstand. Das machte die ganze Beziehung ja so schlimm. Er hätte weitaus weniger Angst davor, ihn irgendwie zu verlieren, wenn er ihn nur okay finden würde.
      Zum Glück hatte Caleb keine Chance, das Richard direkt zu erklären. Stattdessen stieß er ein kleines überraschtes Geräusch aus, als sein Freund ihn hoch hob und schnappte scharf nach Luft, als er gegen das Fenster gedrückt wurde. Die kalte Scheibe auf seiner Haut war wie ein kleiner Schock, Richards Hand in seinen Haaren hielt ihn davon ab, auch nur einen halbwegs vollständigen Gedanken zu formen. Das war wahrscheinlich die beste Nacht seines Lebens. Und wahrscheinlich die letzte, wenn sein Herz nicht bald aufhörte, so verdammt schnell zu schlagen. Auf Dauer konnte das nicht gesund sein.
      "Ja bitte", nuschelte er, als Richard anbot, ihn bis zum Morgengrauen durchzunehmen. Es war bescheuert, unverantwortlich und gemessen an ihrem Alkoholpegel furchtbar unrealistisch, so lange aufzubleiben, aber das alles interessierte ihn nicht. "Ich will dich auf jede Art und Weise, auf die ich dich haben kann." Caleb lächelte leicht, während er automatisch versuchte, sich irgendwo festzuhalten. Das Glas war jetzt schon rutschig unter seinen Fingern. Es beschlug leicht unter seinem Atem. Die Aussicht war atemberaubend. Ihm war fast ein bisschen schwindelig. Er war noch nie so verdammt froh über dieses blöde Fenster gewesen.
      "Ich habe irgendwo Gleitgel", beantwortete er Richards Frage, auch wenn es wahrscheinlich nicht sonderlich hilfreich war. Er hatte das Gefühl, dass er 'irgendwo' eingrenzen könnte, wenn er sich konzentrieren würde, aber das wollte er nicht. Er wollte nicht nachdenken. Und überhaupt kam ihm das irgendwie zweitrangig vor. Er wollte einfach nur Richard und er wollte ihn jetzt, bevor seine eigene Verzweiflung ihn auffressen würde.
    • Richard

      „Pfft“ Richard unterdrückte erfolglos ein Lachen. Er machte einen Schritt zurück und kniete sich hinter Caleb auf den Boden, dann zog er ihn an den Hüften ein ganzes Stück nach hinten. Klar, sie hatten viel getrunken und es war ein Wunder, dass Richard sogar dieses Mal noch eine Erektion bekam, egal wie heiß er das alles fand. Aber das war kein Grund, um sofort davon auszugehen, dass Calebs Körper nicht mehr tat, was er sollte. Deshalb kniete Richard, zog die Beine seines Freunds auseinander und begann, ihn zu lecken. Er könnte das die ganze Nacht tun, wenn sein Kiefer es zuließ, und wenn Caleb davon nicht feucht wurde, müssten sie halt doch auf Gleitgel zurückgreifen. Richard war allerdings optimistisch, er griff mit einer Hand unter Calebs Beinen hindurch und half nach. Nach einigen Minuten stoppte er kurz.
      „Genießt du die Aussicht? Ich nämlich schon“, sagte er mit einem strahlenden Grinsen, das Caleb noch nicht einmal sehen konnte. So hatte er sich diese erste Nacht vorgestellt, seit er das Panoramafenster gesehen hatte. Es war einfach dafür gemacht, davor Sex zu haben. Richard war noch immer seltsam überzeugt davon, bis zum Sonnenaufgang weiterzumachen, auch wenn seine Koordination absolut zu wünschen zu übrig ließ.
      Er stand nach einer Weile wieder auf und küsste und leckte über Calebs Nacken, als hätte er vor sich seinen Lieblingssnack stehen. So ging es ihm manchmal. Als würde er ständig mit seinem Lieblingssnack durch die Gegend laufen. Er presste sich an Caleb und rieb ein paar Mal an ihm, bevor er in ihn glitt. Was nun doch ziemlich leicht ging. Seine Zunge war nicht zu unterschätzen.
      „Fuck… mh…“ Richard hatte das Gefühl, jede Zurückhaltung zu verlieren, als er endlich selbst teilhaben konnte. Er verteilte sanfte Bisse und Küsse über Calebs Nacken und Schultern und hielt ihn an den Hüften fest, beinahe zu fest, und begann sofort, sein Tempo zu beschleunigen.
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    • Caleb

      Caleb stöhnte sanft auf, als er Richards Zunge zwischen seinen Beinen spürte. Das sollten sie öfter machen. Sie sollten generell alles öfter machen. Irgendwie konnte Calebs Kopf immer noch nicht ganz verarbeiten, dass er das hier für den Rest seines Lebens haben könnte, wenn es gut lief. Er hatte immer noch das Gefühl, dass er ihre komplette Beziehung in eine Woche quetschen und dabei alles herausholen musste, was er konnte. Was nicht der Fall war. Hoffentlich. Aber irgendeinen Stress brauchte er offensichtlich, um zu funktionieren.
      Obwohl Stress jetzt gerade wie ein Fremdwort klang. Caleb fühlte sich vor dem Fenster ein wenig wie auf einem Präsentierteller. Vor ihnen war nichts, als ein paar Klippen und das Meer und es war beinahe unmöglich, dass sie jemand sehen würde, aber das Gefühl blieb. Seltsamerweise war es kein schlechtes Gefühl. Mehr ein kleiner zusätzlicher Kick. Sollten doch alle sehen, wie viel Glück er mit seinem Freund hatte!
      Er beantwortete Richards Frage nach der Aussicht mit einem kleinen, zustimmenden “Mhm”, bevor er ein tiefes Stöhnen ausstieß, als er in ihn eindrang. Fuck. Caleb hatte kurz das Gefühl, jeden Moment einfach durch die Scheibe durch zu fallen. Er schloss die Augen, um sich darauf zu konzentrieren, wo er war, was er tat und dass vor ihm Glas war. Er versuchte, Richards Takt zu halten und bemerkte irgendwo am Rand seiner Wahrnehmung, dass sie das Kondom vergessen hatten. Wahrscheinlich sollte ihn das beunruhigen, aber gerade war diese Feststellung irgendwie nur ein kleines neutrales Achselzucken in seinem Gedankengang wert. Es konnte sowieso nichts passieren und es fühlte sich ein bisschen intensiver an, als sonst. Obwohl letzteres auch einfach an dem Gesamtpaket liegen konnte.
      “Härter”, stöhnte er. Richards fester Griff um seine Hüften war das einzige, was ihn davon abhielt, komplett gegen das Fenster gedrückt zu werden. Sein Atem ging stoßweise, seine Finger rutschten über das Glas, dass sich langsam unter ihm aufwärmte. Ihm war generell viel zu warm.
      “Ich will dich küssen”, quengelte er. Das war in ihrer aktuellen Position ein wenig kompliziert, aber das war ihm egal. Er wollte nur. Richard war der der sehen musste, wie er den Wunsch umsetzte. Richard machte außerdem einen fantastischen Job. Caleb war sich sicher, dass er mehr Sterne sah, als es tatsächlich gab.
    • Richard

      Er dachte es jedes Mal, aber dieses Mal war er sich ganz sicher, dass er sich noch nie so gut gefühlt hatte. Wer brauchte einen Vibrator? Wer brauchte irgendetwas? Nicht einmal Gleitgel war notwendig wenn man motiviert genug war und ignorierte, wieviel man eigentlich getrunken hatte. Er fühlte sich warm, elektrisiert, und so, als könnte er alles schaffen, was er sich in den Kopf setzte. Inklusive Caleb so laut zum Stöhnen zu bringen, dass er morgen vielleicht keine Nachbarn mehr hatte. Richard hatte so viel Spaß, aber das Gefühl ging unter in der Dringlichkeit, weiter zu gehen, mehr zu tun, härter zu werden, sich noch besser zu fühlen. In seinem Kopf herrschte völliges Chaos, das er nurnoch ausblendete.
      Auf Calebs Aufforderung hin hielt Richard seine Hüften noch fester, zog ihn mit jedem Stoß ruckartig an sich und machte sich dann wieder über Calebs Nacken her, der langsam aussah, als wäre er von einem Tier überfallen worden. Irgendwie machte es Richard zusätzlich geil. Und… es spielte mit seinem Verstand, als Caleb niedlich darum bat, ihn zu küssen. Er war unglaublich süß. Er war wie dafür gemacht, gegen eine Glasscheibe gepresst zu werden. Darum zu betteln, einen Kuss zu bekommen, während er von hinten genommen wurde. Richard grinste begeistert.
      „Achja?“ Er beugte sich weiter vor, presste sich an ihn und ging tiefer als zuvor um Calebs Wange zu küssen. Er ließ es sich trotzdem nicht zweimal sagen und wechselte kurzerhand ihre Position. Mit Calebs Rücken nun am Glas, zog er eines seiner Beine hoch und drang wieder in ihn ein. „Ist das besser?“, fragte er, weil er eine Antwort haben wollte, die genauso niedlich klang wie eben. Wann auch immer Caleb damit angefangen hatte, Richards Herz zum Rasen zu bringen, er war unglaublich gut darin geworden und hatte heute einen neuen Höhepunkt erreicht.
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    • Caleb

      Gott, ja. Das war genau das, was er wollte! Calebs Atem setzte kurz aus, als Richard härter in ihn stieß. Er war unfassbar froh, dass sie die Position wechselten, bevor er kommen konnte. Er wollte nicht, dass dieser Moment so schnell vorbei ging. Die Scheibe war lauwarm, als sein Rücken gegen sie gedrückt wurde. Er nutzte die neue Position sofort aus, um Richard an sich zu ziehen und ihn stürmisch zu küssen. Seine Finger gruben sich in Richards Schultern, während er sich an ihn klammerte und versuchte, ihm so nah zu kommen wie es ging.
      “Nicht aufhören”, murmelte er atemlos, während seine Lippen von Richards Mund zu seinem Unterkiefer und weiter zu seinem Hals wanderten. “Fuck, das fühlt sich fantastisch an! Du bist das Beste, was mir je passieren konnte”, plapperte er weiter. Er hatte keine Ahnung, was er sagte. Er hatte nur das Bedürfnis, irgendwas zu sagen. Er stöhnte etwas hilflos in den nächsten Kuss hinein, bevor er es sich zur Aufgabe machte, Knutschflecken auf Richards Hals zu verteilen.
      “Ich bin so nah dran.” Sein Kopf fühlte sich wundervoll leer an. Es gab gerade nur Richard und ihn auf dieser Welt und das war absolut perfekt. Richard war verdammt heiß und Caleb war so unbeschreiblich froh, dass sie nicht Schluss gemacht hatten und dass er dagewesen war, als er letzte Woche seinen kleinen depressiven Schub gehabt hatte. Es wäre so einfach für Richard gewesen, einfach zu gehen, aber das hatte er nicht getan. Caleb würde sich freiwillig das Herz aus der Brust reißen und es Richard geben, wenn er ihn darum bitten würde.
      “Bitte lass mich kommen, Richy.” Caleb spürte schon das leichte Zittern in seinen Beinen, das seinen Orgasmus ankündigte. “Ich bin so nah dran und alles ist so perfekt und du bist so verdammt gut.” Es war so absolut richtig gewesen, sich für ihn zu entscheiden. Wie hatte Caleb je ernsthaft in Betracht ziehen können, all das hier zu verpassen?
    • Richard

      Bei Caleb schien irgendeine Sicherung durchgebrannt zu sein, was Richard als positive Antwort auf die neue Position sah. Außerdem gefiel es ihm. Wie er vor sich hinredete, sich nicht zurückhielt. Vermutlich war der Alkohol Schuld, nicht? Aber man sagte ja, dass Alkohol die Menschen ehrlicher machte. Richard hoffte es, er hatte nämlich bei jedem weiteren Wort das Gefühl auf einer Wolke zu schweben. Was ebenfalls dank des Alkohols sein könnte, aber es brachte nichts, daran zu viele Gedanken zu verschwenden.
      Wie Caleb an ihm klammerte und seinen Orgasmus ankündigte, war etwas, das Richard sich gerne bis ans Ende seines Lebens einprägen wollte. Er nahm seine freie Hand von der Glasscheibe und griff in Calebs Haare während er ihn küsste, ohne langsamer zu werden. Obwohl er viel zu überdreht und schockierenderweise völlig betrunken war, hatte er es bislang geschafft, einen Rhythmus einzuhalten, der Caleb zum Stöhnen und ihn selbst um den Verstand brachte. Dafür brauchte er die Tage noch eine Medaille. Aber dann…
      Üblicherweise konnte er einschätzen, wann er kam. Es kündigte sich einige Sekunden lang an, was praktisch war, weil man dann noch etwas dagegen tun konnte, oder, wie Caleb, sich fünfzig Mal ankündigen konnte. Vielleicht war es Calebs lautes Stöhnen direkt in Richards Gesicht, dann an seinem Ohr, das ihn über die Schwelle brachte, aber er kam so schnell, dass er mit seinen Gedanken kaum hinterher fand. Sie waren gleichzeitig gekommen, aber völlig unbeabsichtigt.
      Richard atmete und stöhnte in Calebs Nacken und stützte sich wieder an der Scheibe ab. Das hatte sich… verdammt gut angefühlt. Er begann noch in seiner Erholungsphase wieder Calebs Hals zu küssen, der sich ihm so wunderschön präsentierte. Am liebsten würde er für immer so stehen, für immer in Caleb sein, ihn küssen, festhalten… Aber der Schwindel kam gerade mit voller Wucht zurück und ihm war eher danach, sich hinzusetzen.
      Er ließ wieder beide Beine seines Freunds auf den Boden herab und blieb noch einen Moment tief atmend so stehen, beide Arme ans Fenster gepresst und Caleb dazwischen gefangen haltend. Sein Kopf war gesenkt, er sah zwischen ihren Körpern auf den Boden hinab. Unter anderem auf den Boden. Auch auf… Moment.
      Er verzog etwas verwirrt das Gesicht, als er sah, dass etwas… an Calebs Bein herunter lief und an ihm selbst klebte.
      „Wo ist das Kondom?“, murmelte er leicht irritiert. Er hatte es nicht irgendwo verloren, oder? Das war noch nie passiert. Richard war drauf und dran mit seinen Fingern in Caleb danach zu suchen.
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    • Caleb

      Es war zu viel. Zu viele Eindrücke, zu viel Gefühl. Caleb hatte erneut das Gefühl, keine Luft mehr zu bekommen. Alles in ihm zog sich zusammen, als er kam. Seine Beine zitterten unkontrolliert, sein Herz schien jeden Moment explodieren zu wollen und Richard in sich kommen zu spüren fühlte sich unfassbar heiß an. Caleb stöhnte so laut, dass er sich sicher war, morgen heiser zu sein. Fuck. Sie hätten das immer so machen sollen. Er wusste nicht, ob er je so hart gekommen war.
      Er hatte keine Kontrolle mehr über seine Beine, als Richard ihn wieder absetzte. Wenn er sich nicht an seinen Freund klammern würde, würde er wahrscheinlich einfach die Scheibe runterrutschen und bis morgen auf dem Boden sitzen bleiben. Was irgendwie das Ziel von dem ganzen gewesen war. Vielleicht sollte er öfter betteln. Richard schien seinen Wünschen so ziemlich problemlos nachzukommen. Er ließ seinen Kopf gegen Richards Schulter sinken und atmete für einen Moment tief durch.
      “Hatten keins”, nuschelte Caleb ohne den Kopf zu heben, als Richard das Kondom ansprach. Irgendwie passte seine Reaktion nicht ganz. Er wusste nur nicht, warum. Irgendwas war-
      Caleb hob ruckartig den Kopf, während sein Hirn langsam wieder begann zu arbeiten. Irgendwie war er davon ausgegangen, dass Richard bewusst auf das Kondom verzichtet hatte. Aber das machte keinen Sinn. Das hätten sie vorher abgesprochen, oder? Schwangerschaft war ja nicht der einzige Grund, um eines zu nutzen, auch wenn Caleb davon ausging, dass Richard erwähnt hätte, wenn er irgendwelche Krankheiten hatte - trotzdem hätten sie es wahrscheinlich angesprochen, wenn sie bewusst auf das Kondom verzichtet hätten, oder? Sie hatten Scheiße gebaut, mh?
      “Ich möchte nochmal betonen, dass es absolut unwahrscheinlich ist, dass ich schwanger werde”, merkte er vorsichtig an, weil er nicht wusste, was er sonst sagen sollte. Was passiert war, war passiert. Sie konnten nicht die Zeit zurückdrehen. Sie könnten höchstens die Pille danach besorgen. Aber das würde voraussetzen, dass sie sich anzogen und nochmal raus gingen, um eine Notfallapotheke zu finden und Caleb hatte gerade eher das Gefühl, dass er im Stehen einschlafen könnte. Es war schon nichts passiert. Hoffte er.
      “Aber das war seltsam heiß”, schob er hinterher, bevor er kurz blinzelte. “Sorry. Das hilft nicht. Ich, ähm…” Ugh. Es half alles nichts, oder, “Wir könnten nochmal raus und eine Notfallapotheke suchen. Aber wie gesagt…unwahrscheinlich. Praktisch unmöglich.” Obwohl er mit jedem Wort selbst ein bisschen mehr in Panik geriet.
    • Richard

      Der Satz klickte bei Richard deutlich schneller als bei Caleb, weshalb er den Kopf hob und seinen Freund verwirrt ansah. „Was meinst du?“, fragte er. Bescheuerte Frage. Sie hatten kein Kondom benutzt. Es war ziemlich selbsterklärend, aber Richard war noch nie geil oder betrunken genug gewesen um das zu vergessen. War er vollkommen bescheuert?
      Er nickte bloß langsam, als Caleb wiederholte, wie klein das Risiko war, überhaupt schwanger zu werden. Und, naja, es war nur ein einziges Mal gewesen… Ugh. Das half alles nicht. Ein kleines Risiko war trotzdem eines und blöderweise hatte Richard im Biologie Unterricht aufgepasst.
      Er machte einen Schritt rückwärts und fuhr sich durch die Haare. Ihm war noch immer unglaublich schwindlig und eigentlich war er absolut nicht fähig, sich über so etwas gerade den Kopf zu zerbrechen. Hatte Caleb gerade gesagt, es war heiß? Dass er kein Kondom benutzt hatte?? …Naja, ein bisschen heiß vielleicht. Richard konnte sich nicht erinnern ob er es jemals ohne Kondom getan hatte. Ob er sich an dieses Mal überhaupt erinnern würde? Gerade kam es ihm nicht so vor als könnte er den Schock vergessen.
      „Okay, okay. Wenn du meinst, dass es praktisch unmöglich ist, lassen wir das und denken nicht mehr dran“, stellte er fest. „Ich muss mich… kurz hinsetzen. Der Raum dreht sich seit wir hier reingekommen sind“ Er ging, unbeholfen dank der Jeans die noch unter seinen Knien saß, ein paar Schritte zurück und ließ sich mit einem tiefen Seufzen der Länge nach auf die Couch fallen. „Uhh… Ich kann nie wieder aufstehen“, murmelte er erschöpft und schloss die Augen. „Wenn du nochmal willst, musst du alles tun“ Er winkte Caleb schlapp mit seiner Hand entgegen und deutete dann auf seine Körpermitte bevor er den Arm wieder fallen ließ. Wenn er überhaupt noch einen hoch bekam. Richard fühlte sich wie ausgesaugt.
      „Kann man diesen Notfallpillen-Kram auch online bestellen…? Ach… egal, ich glaube dir, dass es unmöglich ist. Vielleicht bin ich sowieso unfruchtbar, keine Ahnung…“ Er hörte sich selbst kaum mehr Reden. Vielleicht sollte er einfach still sein und sich… nie wieder bewegen.
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    • Caleb

      Caleb stieß ein kleines, neutrales "Mhm" aus, als Richard von einer zweiten Runde sprach. Irgendwie hatte die Sache mit dem Kondom im Nachhinein jedes bisschen Rest-Romantik zerstört, das er noch gehabt hatte. Eigentlich war er froh, wenn er duschen und dann ins Bett gehen konnte, um morgen nochmal ordentlich über das alles nachdenken zu können. Er hatte das Gefühl, dass diese Logik nicht ganz lückenlos war, aber sein Kopf schwamm und die Wohnung musste sich tatsächlich irgendwie drehen.
      "Keine Ahnung, ob man sowas online bekommt. Man soll sie ja eigentlich recht schnell einnehmen und nicht drei Tage auf die Post warten." Caleb hatte keine Ahnung, wie lang das Zeitfenster für die Einnahme war. Er hatte das Problem nie gehabt. Er hatte nie gedacht, dass er dieses Problem überhaupt je haben würde. Er war nie davon ausgegangen, je in einer Beziehung wie dieser zu landen und selbst wenn - er hatte nicht gelogen, es war verdammt unwahrscheinlich, dass irgendwas passieren würde. Dazu war er zu lange und zu regelmäßig auf Testosteron. Wahrscheinlich machte er sich einfach wieder zu viele Sorgen.
      "Denkst du, du schaffst es wenigstens noch in die Dusche?", fragte er, während er seine eigene Jeans schlicht zur Seite kickte und sich kurz an der vollkommen verschmierten Scheibe abstützte, um nicht umzukippen. Ugh. Sie würden morgen putzen müssen. Der Reinigungsdienst, den Caleb hatte, musste nicht unbedingt alles sehen. Hatte er überhaupt die benötigten Putzmittel dafür? Gott, war das gerade irrelevant.
      "Ich muss dringend in die Dusche und dann ins Bett bis sich der Raum irgendwann nicht mehr dreht." Langsam wurde ihm sogar ein bisschen übel, jetzt, wo der Rausch vorbei war. Sobald er wieder Kontrolle über seine Beine hatte, würde er sich vielleicht auch was gegen die Übelkeit einwerfen müssen. Aber jetzt gerade hatte er das Gefühl, sich kein Stück bewegen zu können. Gedanken rasten durch seinen Kopf, ohne wirklich Form anzunehmen. Vielleicht sollte er morgen nochmal beim Arzt anrufen und doch nochmal versuchen, eine Hysterektomie zu bekommen. Dann hätte sich das Problem so oder so von selbst behoben. Vorausgesetzt er überlebte die Nacht.
    • Richard

      „Mhmm“, machte Richard, die Augen geschlossen, und nichts hörend, das Caleb ihm gerade erzählte. Irgendetwas von… der Post, der Dusche… War das alles wirklich so wichtig? Er sollte einfach aufhören zu reden, sich irgendwoe hinlegen und es Richard gleichtun.
      „Morgen…“, versuchte er zu antworten. Was wollte er sagen? Dass morgen auch noch ein Tag war? Sie das alles morgen erledigen konnten? Morgen weiterreden sollten? Irgendetwas in die Richtung eben. Richard fühlte seinen Körper nicht mehr richtig, also war ihm eigentlich vollkommen egal, wo er war und in welchem Zustand. Alles was er wollte, war zu schlafen. Er hörte nicht mehr, ob Caleb mit ihm redete, ins Badezimmer oder einfach ins Bett ging. Stattdessen schleuderten die Drehungen des Raums ihn direkt in einen unerholsamen Schlaf.

      Als er aufwachte, hatte er das Gefühl, inzwischen sechs Mal gestorben zu sein. Richard konnte sich an seinen letzten Kater nicht erinnern, aber vermutlich hatte er ihn verdrängt, so wie er das hier gerade verdrängen wollte. Er gab ein ächzendes Geräusch von sich, noch bevor er die Augen öffnete, was sein einziger Beweis war, dass er noch lebte. Sein Kopf pochte, oder vielleicht war es sein Gehirn, oder das Blut in seinem Körper das eine Temperatur von 300 Grad erreicht hatte. Zumindest lief ihm der Schweiß von der Stirn als wäre es wahr. Als er mutig genug war, die Augen zu öffnen und beinahe erblindete, verließ ihn seine Männlichkeit und er traute sich nicht mehr, sich ebenfalls aufzusetzen. Richard war sich nicht ganz sicher, was passiert war, wie er hier gelandet war, oder was heute für ein Tag war.
      „Mh… uhh… ergh…“, waren die Dinge, die er von sich gab, während er sich leicht zur Seite rollte, um nach seinem Handy zu tasten, nur um zu realisieren, dass er auf der Couch lag- und jetzt auf dem Boden. Er stöhnte angestrengt auf. „Fuck… fuck… was?“ Sein Orientierungssinn hatte ihn noch nie so sehr im Stich lassen.
      „Cal?“, sagte er laut, drehte sich herum und trat im Zuge dessen gleich seine Hose… von seinen Beinen. Die Frage war, wieso er völlig nackt, verschwitzt und verwahrlost auf dem Sofa gelegen hatte, aber er hatte ehrlich gesagt ein wenig Angst, das zu hinterfragen. Wo zur Hölle war sein Freund, wenn er ihm einmal in seinem Leben behilflich sein könnte? Mit der Uhrzeit, zum Beispiel… Oder einem Schuss in den Kopf.
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    • Caleb

      Richard schien sich nicht mehr bewegen zu wollen. Was okay war, solange er noch atmete. Caleb gab sich noch einen Moment, bevor er leicht wackelig zum Bad ging. Es wäre übertrieben zu sagen, dass er duschte. Es war mehr ein kurzes unters Wasser Stellen, bis er nicht mehr das Gefühl hatte zu kleben. Es half. Irgendwie. Er hatte das Gefühl unter dem lauwarmen Wasser den Kopf ein bisschen frei zu bekommen. Er ließ sich trotzdem keine Zeit und torkelte kurz darauf ins Wohnzimmer zurück. Jepp. Richard schien vollkommen durch zu sein. Er lag immer noch auf dem Sofa, tief am schlafen. Caleb hob im Vorbeigehen Richards Shirt vom Boden auf und zog es sich über, ging einen Schritt Richtung Schlafzimmer und stockte. Die Couch war nicht unbedingt das unangenehmste Möbelstück zum Schlafen. Was sollte er alleine in seinem Bett, wenn Richard hier lag? Caleb drehte sich mit etwas zu viel Schwung um, bleib kurz stocksteif stehen, bis sein Magen aufhörte, sich zu beschweren und sank schließlich neben seinen Freund auf das Sofa.

      Als Caleb aufwachte, ging gerade die Sonne auf, was irgendwie witzig war. Er erinnerte sich schwammig daran, dass sie gestern noch darüber geredet hatten. Richard schlief immer noch, was Caleb fast ein wenig neidisch werden ließ. Er selbst hatte das Gefühl, von einem Truck überrollt worden zu sein. Alles tat weh, sein Kopf fühlte sich viel zu voll an und ihm war übel. Wenn er nicht gewusst hätte, dass sie sich gestern betrunken hätten, wäre er davon ausgegangen, spontan krank geworden zu sein.
      Caleb seufzte kurz und drückte sich ein wenig enger an Richard. Er hatte keine Ahnung mehr, wann oder wie sie gestern nach Hause gekommen waren. Er erinnerte sich halbwegs an den Pub. An den Whiskey, von dem er zum Glück nicht so viel getrunken hatte. Er wusste nicht mehr genau, warum sie auf dem Sofa gelandet waren, statt im Bett. Irgendwie wäre das Bett doch der logischere Abschluss für den Tag, gewesen, oder? Hatten sie versucht, bis zum Sonnenaufgang wach zu bleiben? War es deshalb irgendwie witzig, dass er ihn jetzt sah?
      Er schloss die Augen, bemüht einfach wieder einzuschlafen, während er sich Stück für Stück zusammenbastelte, was gestern Abend passiert war. Der Pub. Irgendwie mussten sie nach Hause gekommen sein. Er erinnerte sich daran, mit Richard geschlafen zu haben. Vor dem Fenster. Ja! Er erinnerte sich, wie heiß das gewesen war! An dieses komische Gefühl, als Richard ihn an die Scheibe gedrückt hatte. Waren sie danach für eine zweite Runde auf dem Sofa gelandet? Caleb hatte keinerlei Erinnerungen. Wahrscheinlich war es auch nicht weiter wichtig. Wahrscheinlich hatten sie-
      Caleb saß sofort aufrecht, als ihm ein anderes kleines, aber verdammt wichtiges Detail einfiel. Das Kondom. Oder viel mehr das fehlende Kondom. Oh fuck! Er strich sich durch die Haare. Schlaf war wohl keine Option mehr. Im Gegenteil. Er musste wach werden und dringend überlegen, was er tun sollte. Wo war sein Handy?
      Er sah sich kurz im Wohnzimmer um und kletterte schließlich über Richard hinweg, um sein Handy aus seiner Jeans zu ziehen, die immer noch neben dem verschmierten Fenster lag. Er begann zu googeln, während er die Küche ansteuerte, um Kaffee aufzusetzen und legte das Handy nur kurz zur Seite, um diverse Tabletten aus einer der Schubladen zu ziehen, die er schluckte, wie Smarties. Irgendwas würde schon gegen die Kopfschmerzen und die Übelkeit helfen. Er steckte sich eine Zigarette an und schnappte sich wieder sein Handy.
      Er wusste nicht, wie viel Zeit vergangen war, als er erst ein Poltern und dann seinen Namen aus dem Wohnzimmer hörte. Caleb drückte die zweite Zigarette in den Aschenbecher und schob sein Handy in die Tasche der Shorts, die er sich zwischendurch angezogen hatte. Er trug immer noch Richards Shirt Alles war okay. Kein Grund zur Panik. Er griff nach einer weiteren Kopfschmerztablette und einem Glas Wasser und ging ins Wohnzimmer.
      "Morgen", grüßte er Richard, der...auf dem Boden lag und stellte Glas auf den Tisch. "Kopfschmerztablette", erklärte er knapp, während er selbige neben das Glas auf den Tisch legte und Richard schließlich eine Hand entgegen hielt, um ihn auf die Beine zu ziehen. "Alles...okay?" Er hatte das Gefühl, dass er die Antwort kannte. Die wichtigere Frage war eigentlich, an wie viel Richard sich erinnerte.
    • Richard

      Oh, gut. Er hörte Schritte. Wenigstens konnte er nachfragen, was zur Hölle gestern passiert war. Später… Wenn er nicht das Gefühl hatte, sich gleich die Seele aus dem Leib zu kotzen.
      Er sah Calebs Füße neben sich auftauchen und raunte ihm zur Antwort ein schwaches: „Nein…“ Nichts war okay. Er war offensichtlich von einem Auto angefahren worden.
      Richard ließ sich mehr schlecht als recht soweit hoch helfen, dass er sich an die Couch gelehnt auf dem Boden hinsetzen konnte. „Warum… hab ich auf dem Sofa geschlafen…“, war seine erste Frage. Er kniff die Augen zusammen, weil ihn die Sonne schrecklich blendete, und rieb sich mit einer Hand über die Stirn. Seine Stimme klang für ihn selbst als wüsste er garnicht, was Wasser war, deshalb war er relativ erleichtert, als er das Glas entdeckte. Und eine Tablette. Perfekt. Vielleicht konnte das seinen Zustand um ein paar Prozent verbessern. Er griff nach beidem und warf sich mit vorsichtigen Schlücken Wasser die Tablette ein.
      „Wie spät ist… Ist heute Dienstag?“, fragte er und sah Caleb durch seine zusammen gekniffenen Augen an. „Ich hab ein Meeting… mh…“ Ihm war zum heulen zumute, wenn er daran dachte. Das einzige was er gerade tun wollte, war, sich zusammenzurollen und zu schlafen, aber er wusste nicht, ob er jetzt noch so leicht schlafen konnte. Vielleicht wenn ihm jemand eine Pfanne ganz fest an den Kopf schlug.
      „Sag mal… was hab ich… gestern getan? Ich kann mich nichtmal erinnern, wann ich das letzte Mal richtig betrunken war“ Es war ein wenig unheimlich. Ob er irgendetwas seltsames getan hatte? Hatten sie sich gestritten, oder so? Er konnte sich nicht vorstellen, was der Auslöser gewesen sein könnte, dass er sich derartig ins Koma soff. Erinnerungslücken waren unheimlicher als vermutet. Ab dem Zeitpunkt, als sie in die Bar gekommen waren… Nein. Da war noch etwas. Dieser seltsame Kerl, der mit Caleb geflirtet hat und umgekehrt. Hatte er sich deshalb besoffen? Er konnte sich erinnern, unglaublich wütend gewesen zu sein. Gerade machte er sich aber irgendwie mehr Sorgen, ob er daraufhin etwas gesagt oder getan hatte, dass er bereuen sollte.
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    • Caleb

      Richard schien sich an relativ wenig erinnern zu können. Was gut war, oder? Caleb konnte ihm einfach eine etwas problemfreiere Version des gestrigen Abends erzählen und Richard musste sich keine Sorgen machen. Nicht, dass sie sich überhaupt Sorgen machen müssten. Es war alles in bester Ordnung. Caleb seufzte und setzte sich neben ihn auf den Boden, so nah, dass sich ihre Arme berührten.
      "Halb zehn", antwortete er, als Richard nach der Uhrzeit fragte. Er sog seine Unterlippe zwischen seine Zähne, während sein Freund offenbar irgendwie selbst versuchte, sich den gestrigen Abend zusammenzufassen. So leicht. Es war so leicht, das Narrativ zu steuern. Aber das letzte mal, als er Richard etwas nicht gesagt hatte, hatte es mit Tränen geendet. Und sie mussten sich ja wirklich keine Sorgen machen. Vielleicht würde er ja sogar...drüber lachen, oder so.
      "Ich erinnere mich auch nicht an alles", erklärte er, während er seine Beine anzog und seine Arme um seine Knie schlang. "Ich habe keine Ahnung, wie viel wir genau getrunken haben, oder wie wir nach Hause gekommen sind. Du hast mich gegens Fenster gevögelt." Er nickte kurz in die entsprechende Richtung. Man konnte noch ein paar Handabdrücke auf der Scheibe erkennen. Der Rest war eine verschmierte Masse.
      "Ich erinnere mich nicht mehr an die Details, aber ich weiß noch, dass das ziemlich heiß war. Du hast auf dem Sofa geschlafen, weil du es nicht weiter geschafft hast, glaube ich. Ich hab neben dir gelegen. Ich war nur früher wach." Er hatte keine Ahnung mehr, was sie gestern alles gesagt hatten. Wahrscheinlich war ein Großteil eh sinnfreier Dirtytalk gewesen. Aber das waren all die netten Dinge, die passiert waren. Der Rest war weitaus schwieriger zu erklären. Calebs Hände fühlten sich schwitzig an, während er überlegte, was er sagen sollte. Er konnte immer noch so tun, als ob das alles gewesen wäre, nicht?
      "Hey, weißt du, dass man die Pille danach bis zu drei Tage nach dem Sex einnehmen kann? So als...FunFact." Das war furchtbar. Er war nicht dafür gemacht, einfühlsam schlechte Neuigkeiten zu vermitteln. "Ich hab es nachgeschlagen. Eben. Wir, ähm, wir haben gestern eventuell vergessen ein Kondom zu nutzen. Aber das ist okay. Ich habe alles im Griff."
    • Richard

      Oh… Das klang nichr zu übel. Zumindest hatten sie sich beide abgeschossen und ein Happy End gehabt. Richard war fast froh, dass er sich den Wunsch mit dem Fenster erfüllt hatte, auch wenn er sich kein Stück daran erinnern konnte. Was eigentlich furchtbar war und bedeutete, dass sie es nochmal machen mussten. Caleb schien es ja sowieso gefallen zu haben.
      Richard seufzte und legte seine Stirn auf seinen Knien ab. So spannend war der Abend dann ja wohl zum Glück nicht gewesen. Sie hatten sich betrunken und Sex gehabt. Ziemlich standardmäßig. Nur, dass sie es dieses Mal nicht ins Bett geschafft hatten und sich kaum erinnern konnten. Richard würde sich zukünftig wieder mehr im Griff halten, wenn er trank. Er war erleichtert, dass sie sich nicht gestritten hatten oder er etwas problematisches getan hatte, aber er war nicht glücklich darüber, sich an den Sex nicht zu erinnern. Das war eine Verschwendung. Er wollte wissen, was Caleb getan und gesagt hatte, wie er ausgesehen hatte und welche Positionen sie ausprobiert hatten. War das zu viel verlangt?
      Offensichtlich schon. Richard drehte bei der neuen Information seinen Kopf so langsam zur Seite, dass er beinahe ein Knarren hören konnte. Sie hatten was? Caleb klang ihm ein wenig zu schuldbewusst und nervös, um glaubhaft rüberzubringen, dass er alles im Griff hatte. Richard hatte nur leider keine Chance, darauf zu reagieren. Er spürte, wie es ihm hoch kam. Also stand er langsam auf, drehte sich um, und legte dann einen Zahn zu, als er das Badezimmer ansteuerte, nur um gleich über der Toilette zu hängen und was auch immer seinem Magen nach all dem Saufen überhaupt übrig war, wieder hochzuwürgen. Was beinahe nichts war. Wann hatte er überhaupt zuletzt gegessen? Das war alles ein Alptraum. Und hatte Caleb eben gesagt, es war halb 10? Er konnte sowas von vergessen, rechtzeitig zu dem Meeting zu kommen.
      Richard stand nach zwei Minuten ein wenig wackelig wieder auf und beschlods, dass er keine Zeit hatte, mit Caleb über diese Kondom-Problematik zu reden. Vielleicht konnte er nach der Arbeit bei einer Apotheke stehen bleiben und das Ganze erledigen. Jetzt stieg er erst einmal in die Dusche und wusch sich ab, was auch immer alles an seinem Körper klebte. Es war belebend, aber nur in Maßen. Auch frisch geduscht fühlte er sich innerlich noch, als würde er verwesen. Besser, er nahm die Tablette nochmal.
      Es musste eine viertel Stunde vergangen sein, bis er wieder, mit dem Handtuch umgebunden, ins Wohnzimmer kam. Er räusperte sich.
      „Hey. Kannst du mir noch eine von den Tabletten geben? Und ich bleibe später bei einer Apotheke stehen, wenn du mir genau sagst, wie das heißt, was du willst. Wir können nachher noch über die Kondom-Sache reden aber… Tut mir leid, dass ich zu bescheuert war, mich daran zu erinnern. Das ist mir noch nie passiert“
      Das war die einzig logische Reaktion, die er sich überlegen konnte. Es war definitiv seine Schuld und er musste jetzt erstmal alles dafür tun, dass das keine Konsequenz hatte, die sie beide in den Selbstmord treiben würde.
      „Und kann ich mir eigentlich dein Auto leihen?“, fragte er etwas schamlos direkt im Anschluss. Er hatte ursprünglich geplant, für die wenigen Fahrten zur Arbeit einfach die öffentlichen Verkehrsmittel zu nehmen, aber er hatte nicht das Gefühl, dass er das physisch gerade aushalten würde.
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