Charles
Lille. Frankreich? Charles erlaubte es sich, kurz den Blick von der Straße zu nehmen, um Ted überrascht anzusehen. Gut, ein Umzug stand nicht auf seiner To-Do Liste - er hing definitiv zu sehr an London, um je hier wegzuziehen - aber man konnte sich sowas ja auch wunderbar für Urlaube merken. Irgendwie war das immer schon der Vorteil an einem Beruf mit Menschen gewesen. Es gab ein paar, die scheinbar immer schlecht gelaunt waren und den Frust an dem nächstbesten ablassen mussten, aber dafür gab es auch deutlich mehr Menschen, die einem wirklich nützliche Tipps geben konnten.
Die Sache mit dem Drucker ließ Charles erneut auflachen, auch, wenn es strenggenommen wahrscheinlich nicht zum Lachen war. Immerhin sollten die Auszubildenden irgendwann ihrer aller Sicherheit garantieren, nicht? Sich da dem Drucker zu stellen sollte das geringste Problem im Arbeitsalltag sein. Aber jeder hatte mal klein angefangen. Lottie hatte ihm letzte Woche noch Funktionen an seinem eigenen Praxistelefon erklärt, die er vorher noch nie bemerkt hatte. Und er war von ihnen allen wirklich mit Abstand am längsten hier.
“Aber ist ein guter Selbsterhaltungstrieb nicht irgendwie wichtig, wenn man Held werden will?”, fragte Charles mit einem kleinen Lächeln auf den Lippen. “Am Ende ist mir jemand, der gerne noch eine Weile leben würde und deshalb vorsichtig ist lieber, als jemand, der sich unüberlegt in die Gefahr stürzt und sofort draufgeht. Letzterer kann danach immerhin nichts mehr reißen." Er zuckte kurz mit den Schultern. Es war wie mit der Medizin. Wenn man sich zu enthusiastisch auf etwas stürzte und dabei den Blick fürs große Ganze verlor, konnte nichts ordentliches herauskommen.
"Ich stelle mir das mit den Täterprofilen und Hinweisen irgendwie schwerer vor, als das mit dem Hinterherlaufen, wenn ich ehrlich bin. Dabei muss man immerhin unfassbar konzentriert sein. Hinterherlaufen erfordert nur eine gute Kondition." Sah am Ende des Tages aber wahrscheinlich spektakulärer aus. Charles hatte sich nie wirklich mit Helden befasst. Er wusste, dass es sie gab und dass sie der Bevölkerung halfen, aber der Beruf hatte ihn nie interessiert. Generell war er eigentlich ganz froh, wenn er sich nicht mit Kriminalität auseinandersetzen musste.
"Hast du noch viel Kontakt mit deinem Bruder?", schob er fragend hinterher. Irgendwie war es seltsam, wie leicht ihm die Unterhaltung fiel. Nicht, weil er sonst introvertiert wäre, oder so, sondern einfach wegen dem ganzen Kontext. Ted war immer noch sein Patient. Aber es lief überraschend ungezwungen.
Lille. Frankreich? Charles erlaubte es sich, kurz den Blick von der Straße zu nehmen, um Ted überrascht anzusehen. Gut, ein Umzug stand nicht auf seiner To-Do Liste - er hing definitiv zu sehr an London, um je hier wegzuziehen - aber man konnte sich sowas ja auch wunderbar für Urlaube merken. Irgendwie war das immer schon der Vorteil an einem Beruf mit Menschen gewesen. Es gab ein paar, die scheinbar immer schlecht gelaunt waren und den Frust an dem nächstbesten ablassen mussten, aber dafür gab es auch deutlich mehr Menschen, die einem wirklich nützliche Tipps geben konnten.
Die Sache mit dem Drucker ließ Charles erneut auflachen, auch, wenn es strenggenommen wahrscheinlich nicht zum Lachen war. Immerhin sollten die Auszubildenden irgendwann ihrer aller Sicherheit garantieren, nicht? Sich da dem Drucker zu stellen sollte das geringste Problem im Arbeitsalltag sein. Aber jeder hatte mal klein angefangen. Lottie hatte ihm letzte Woche noch Funktionen an seinem eigenen Praxistelefon erklärt, die er vorher noch nie bemerkt hatte. Und er war von ihnen allen wirklich mit Abstand am längsten hier.
“Aber ist ein guter Selbsterhaltungstrieb nicht irgendwie wichtig, wenn man Held werden will?”, fragte Charles mit einem kleinen Lächeln auf den Lippen. “Am Ende ist mir jemand, der gerne noch eine Weile leben würde und deshalb vorsichtig ist lieber, als jemand, der sich unüberlegt in die Gefahr stürzt und sofort draufgeht. Letzterer kann danach immerhin nichts mehr reißen." Er zuckte kurz mit den Schultern. Es war wie mit der Medizin. Wenn man sich zu enthusiastisch auf etwas stürzte und dabei den Blick fürs große Ganze verlor, konnte nichts ordentliches herauskommen.
"Ich stelle mir das mit den Täterprofilen und Hinweisen irgendwie schwerer vor, als das mit dem Hinterherlaufen, wenn ich ehrlich bin. Dabei muss man immerhin unfassbar konzentriert sein. Hinterherlaufen erfordert nur eine gute Kondition." Sah am Ende des Tages aber wahrscheinlich spektakulärer aus. Charles hatte sich nie wirklich mit Helden befasst. Er wusste, dass es sie gab und dass sie der Bevölkerung halfen, aber der Beruf hatte ihn nie interessiert. Generell war er eigentlich ganz froh, wenn er sich nicht mit Kriminalität auseinandersetzen musste.
"Hast du noch viel Kontakt mit deinem Bruder?", schob er fragend hinterher. Irgendwie war es seltsam, wie leicht ihm die Unterhaltung fiel. Nicht, weil er sonst introvertiert wäre, oder so, sondern einfach wegen dem ganzen Kontext. Ted war immer noch sein Patient. Aber es lief überraschend ungezwungen.