The Hero and the Thief [Nao & Stiftchen]

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    • Milo

      Milo fiel sofort in Aarons Lachen ein, als er die Legosteine erwähnte. Das war etwas, was er absolut nachvollziehen konnte. Seine Legosets hatten wahrscheinlich sogar zwei Auftritte - in seinem eigenen Zimmer, als er sie bekommen hatte und dann nochmal in Wys Zimmer, als er ihm seine Sets weitervererbt hatte. Rückblickend sollte er in der Hinsicht vielleicht ein bisschen mehr Mitleid mit seiner Mutter haben. Zum Glück waren Wyatts Hobbies mittlerweile mehr auf Spiele, Filme und Bücher begrenzt, also gab es zumindest keine Stolpergefahren im Haus.
      "Aww. Ich bin überzeugt, dass Grün dir gut gestanden hätte", neckte er, während er den Löffel auf seinen Teller legte, um kurz mit seinen Fingern durch Aarons weiche Haare zu streichen. "Vielleicht auch ein bisschen rosa, oder so." Auch, wenn wahrscheinlich nichts das Blond schlagen könnte. Es stand Aaron. Allerdings war er auch irgendwie eine Person, der wahrscheinlich alles stehen würde.
      "Ich hab genug Ärger gemacht, aber den hab ich nie mit nachhause getragen. Ich glaube, wenn ich mir Ohrlöcher, oder ein Tattoo oder so hätte stechen lassen, hätten meine Eltern mir Hausarrest aufgebrummt bis ich 40 bin. Wir haben eher so Sachen gemacht, die keiner mitbekommen hat. Nachts ins Freibad einbrechen und so. Wir haben einmal versehentlich eine Scheibe in unserer Sporthalle eingeschlagen, weil wir auf die super Idee gekommen sind, mit dem Fußball auf eine Dose zu zielen, die wir auf den Fenstersims gestellt haben. Wir waren nicht die hellste Freundesgruppe, aber wirklich schnell." Er musste selbst ein wenig dabei lachen. Das war es, was Wyatt nie verstanden hatte. Man konnte ein wenig illegalen Spaß haben, ohne sich dabei das eigene Leben zu verbauen.
      "Aber ich bin froh, dass du dir wie Ohrlöcher stechen gelassen hast. Die stehen dir. Und Ohrringe sind immer ein gutes Weihnachtsgeschenk." Milo lehnte sich Aaron kurz entgegen, um einen Kuss auf seine Ohrmuschel zu drücken. "Eltern machen auch Fehler. Irgendwie hat mir das geholfen, alles zu verarbeiten und mich nicht zu sehr an die unschönen Momente zu klammern." Er stellte den leeren Teller zurück auf den Couchtisch und legte einen Arm um Aaron, um ihn an sich zu ziehen. "Ich bin froh, dass du so bist, wie du bist." Der nächste Kuss landete auf Aarons Haaren, bevor er sich schlicht an ihn lehnte, den Blick zum Fernseher, einen Arm immer noch um Aarons Taille."Ich wäre dir trotzdem sehr verbunden, wenn du kein Lego bei mir rumliegen lassen würdest. Das war keine Fehleinschätzung deiner Mutter."
    • Aaron

      „Da hattet ihr aber Glück, dass es keinem aufgefallen ist“, meinte Aaron belustigt. Dass Milo an Jugendlicher so viel angestellt hatte, war immernoch fast zu schwer vorstellbar, und doch irgendwie süß. In ihm steckte halt ein Junge, der vielleicht auch graue Pullover getragen, darin aber Fensterscheiben eingeschlagen hatte. Seltsam, aber süß. Nicht, dass Aaron Kleinkriminalität supporten wollte. Aber in seinem Kopf kurbelte das schon wieder die Vorstellungen an, was wohl passiert wäre, wenn sie sich beide in dem Alter kennengelernt hätten. Milo war vollkommen Aarons Typ, und er hätte über jede zerbrochene Fensterscheibe tausend Mal hinweg gesehen, nur, um ein paar Küsse abzukriegen.
      Das tat er jetzt auch. Milo konnte ihm gerade weiß-Gott-was erzählen und es wäre Aaron vollkommen egal, wenn er ein Auto in Brand gesteckt hätte, weil er sich zu ihm lehnte, und Aaron seinen warmen Atem auf der Haut spürte und die, für einen bloßen Moment, angedrückten Lippen an seinem Ohr ihm Gänsehaut verpassten. Oh. Die nächsten paar Worte blendete Aaron unabsichtlich komplett aus, und dann hörte er schon wieder Milos zuckersüße Komplimente, und irgendwas unwichtiges über Legosteine.
      Jetzt nicht durchdrehen. Ja, er hatte gerade das überwältigende Verlangen, Milo an sich zu ziehen und ihn zu küssen, bis ihm die Luft ausging, aber-
      Ach, was soll‘s. „Du musst mich schon aktiv aufhalten. Ich baue in meiner Freizeit gerne Lego-Städte“, murmelte er sarkastisch während er sich schnurstracks aufsetzte, sich Milos Kinn schnappte und sein Gesicht zu sich zog. Er lächelte noch kurz, völlig automatisch, weil er kurz Milos Augenkontakt erwischte, bevor er ihn küsste. Er nahm das mit dem Luft-ausgehen ziemlich ernst. Vielleicht war er einfach zu begeistert, um noch ans Atmen zu denken. Manchmal konnten die kleinsten Dinge ein Anturn sein, vor allem wenn man ohnehin schon einen perfekten Abend zusammen verbracht hatte und sich ständig mit kleinen Küssen teasen musste, weil man noch mitten beim Essen war. Außerdem hatten sie sich zwei Wochen lang nicht gesehen, was dafür, dass nach dem ersten Kuss eigentlich im Sekundentakt für die nächsten Wochen weitere Küsse folgen sollten — so wollte es das Gesetz — sowieso schon viel zu viel Zeit war. Zeit, in der Aaron bestimmt zwanzigtausend Küsse entgangen waren. Er schien das nun unterbewusst noch heute Abend aufholen zu wollen.
      Bevor er dazu kam, Milo mit einem völligen Zungenkuss zu überraschen, wurde er von seiner eigenen ungemütlichen Sitzposition aufgehalten, die viel zu viel Drehung erforderte, und rutschte weiter an den Rand des Sofas, drückte Milo zusätzlich mit einer Hand an seiner Brust in die Rückenlehne und fühlte sich von seinem Kiefer plötzlich magnetisch angezogen. Er verteilte Küsse auf seiner Haut, drehte den Kopf zur Seite und hatte schließlich Ähnlichkeit mit einem Vampir, der sich an Milos Hals zu schaffen machte. Was… wahrscheinlich reichen sollte, aber Aaron vergrub gerne seinen Kopf in Milos Nacken und war von der Wärme, die sein Freund ausstrahlte, ein wenig hypnotisiert.
      „Hmm… du riechst gut“, murmelte er zwischendurch, was den Kontrollverlust ziemlich gut einfing. Er legte seine Hand an die andere Seite von Milos Hals und ließ sie ein wenig in seine Haare gleiten.
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    • Milo

      Milo wollte gerade begeistert-sarkastisch anmerken, dass Aaron im Falle von Lego wenigstens endlich eine Gemeinsamkeit mit Wyatt hätte, auf der sie aufbauen konnten, als sein Freund ihm auch schon das Wort abschnitt. Auf die schönste Art und Weise, die er sich vorstellen konnte. Er erwiderte den Kuss, während eine Hand automatisch zu Aarons Hüfte wanderte, eigentlich mit der Absicht, ihn noch näher an sich zu ziehen, was aufgrund ihrer Position aber nicht möglich war. Die andere Hand war in Aarons Haaren, während er den Kuss vertiefte. Sein Herz schlug wie wild. Das alles fühlte sich gut an, natürlich. Milo spürte ein ungewolltes, kleines, freudiges Lachen in sich aufsteigen, das zu einem Seufzen wurde, als Aaron seinen Hals bearbeitete. Er lehnte seinen Kopf ein wenig zur Seite, um ihm mehr Spielraum zu geben, während seine Finger sanfte Kreise über Aarons Hüften zogen.
      "Mhm, ich hab gedacht, dass Duschen vielleicht eine gute Idee wäre", kommentierte er so sarkastisch, wie er es angesichts der aktuellen Situation hinbekam, als Aaron ihm ein Kompliment zu seinem Geruch machte. Ihre Beziehung war...schräg. Milo konnte beim besten Willen nicht sagen, das wie vielte Date das hier war. Er wusste, wie oft sie sich bereits gesehen hatten, aber das hier kam ihm trotzdem wie das erste Date vor, auch, wenn es es nicht war. Weshalb ihm die kleine Make-Out Session auch zeitgleich zu früh und genau richtig erschien. Kopf und Instinkt schienen irgendwie in zwei unterschiedliche Richtungen zu gehen. Aber sie waren beide erwachsen. Aaron war durchaus in der Lage zu sagen, wann es ihm zu viel wurde, nicht? Eben hatten sie noch darüber geredet, Grenzen zu testen und jetzt waren sie selbst dabei. Scheiß drauf.
      Milo legte beide Hände an Aarons Hüften und zog ihn auf seinen Schoß. Der Winkel war deutlich angenehmer, die Nähe war ein Pluspunkt. Er drückte eine Hand in das weiche Material von Aarons Weste, zwischen seine Schulterblätter, als er ihn für den nächsten Kuss an sich drückte, während die andere Hand auf seinem unteren Rücken blieb, um ihn zu stützen.
      "Ich bin wirklich froh, dass wir uns getroffen haben", murmelte Milo etwas atemlos zwischen zwei Küssen. "Ich hätte dir meine Nummer schon in der Bar geben sollen." Er lächelte leicht, bevor er sich Aaron entgegen lehnte, um sich einen Weg von seinem Kiefer zu seiner Schulter zu küssen. Er ließ die Hand auf Aarons Rücken langsam etwas nach unten wandern. Dass sie sich danach überhaupt nochmal über den Weg gelaufen waren, war wohl der beste Zufall in Milos gesamten Leben gewesen. Die größte zweite Chance, die er je bekommen hatte. Offensichtlich war es ihm vorherbestimmt gewesen, Aaron zu treffen - jetzt musste er dieser Bestimmung nur noch gerecht werden.
    • Aaron

      Aaron stieß ein kleines amüsiertes Geräusch aus, als Milo ihn aktiv auf seinen Schoß schob. Das war bequemer, als die Dreh-Aktion, aber er hatte nicht von sich aus diesen Schritt machen wollen. Wegen der… offensichtlichen Problematik, dass das verdammt heiß war. Er war umso dankbarer, dass Milo sich ganz von selbst als Sitzplatz anbot. Bei dem Gedanken musste Aaron ein wenig in die Küsse kichern.
      Die Hände zwischen seinen Schultern und an seinem Rücken ließen ihn prompt mit dem Gedanken spielen, seine Weste auszuziehen, damit der fluffig dicke Stoff keine Barriere darstellte, und er war selbst fast geschockt von dem plötzlichen Bedürfnis, Milos Finger auf seiner Haut zu spüren. Hah… und wie sollte es auch anders sein, wenn dieser verdammte heiße Typ ihn mit seinen Worten alle zwei Minuten um den Finger wickelte. Das war der absolute Jackpot. Aaron hob den Kopf.
      „Gerngeschehen“, schmunzelte er. „Und ja, das hättest du. Ich hab den ganzen Abend an dich gedacht“ Seine Worte gingen mehr in ein Hauchen über, als Milo seinen Hals küsste. Seine Weste rutschte dort, wo Milos Lippen hinwanderten, langsam über seine Schulter und legte das enge Tanktop frei, das zum Glück wenig von seinem Körper bedeckte. Mehr Stoff wäre gerade wirklich nicht von Vorteil.
      Aaron kraulte durch Milos Haare, ein wenig geistesabwesend und in seinem eigenen Vergnügen gefangen. Manchmal echote das Wort „Freund“ durch seinen Kopf und zauberte ihm ein Lächeln auf die Lippen. Er hatte das Gefühl, gedanklich in einer Wolke zu sitzen. Was letztlich wohl auch der Grund war, wieso er Milos Kopf zurückzog, ihm einen innigen Kuss auf die Lippen drückte und sich mit ein wenig Druck aus seiner Hüfte nach vorne lehnte, während er sich endlich dem Zungenspiel hingab. Sein Herz schlug wie wild und ließ eine Hitzewelle über seinen Körper schwappen, die ihn sofort die Arme zurücknehmen und seine Weste ausziehen ließ. Sie fiel mit einem kleinen metallischen Geräusch des Zippers geschmeidig auf den Teppich, und Aaron konnte Milos Hand an seinem Rücken endlich deutlich spüren.
      Wahrscheinlich hätte er vorhersehen können, dass sie so endeten. Ihre kleine Übernachtung beim letzten Mal war ein einziger Tease gewesen. Klar wäre es irgendwie etwas zu früh gewesen, um mehr daraus zu machen, als ein wenig Herumknutschen, und außerdem waren ein Haufen Jugendlicher im selben Haus gewesen, was deutlich die Sexiness aus der Situation nahm. Aber jetzt? Sie waren alleine, hatten Spaß, konnten die Finger nicht voneinander lassen. Niemand würde sie stören und alles was in dem Moment existierte, waren sie beide. Sie konnten tun und lassen was sie wollten, inklusive, ihren Instinkten nachzugehen ohne zweimal darüber nachzudenken. Aaron hatte seinen Kopf für seinen Teil ausgeschalten. Er wusste, wann es okay war, sich nur noch auf den Genuss zu konzentrieren und nachdem Milo selbst Nähe zwischen ihnen initiierte, war der Moment gekommen. Aaron war in solchen Situationen vielleicht erfahrungsgemäß immer etwas stürmisch unterwegs, wenn er sich wohl fühlte, aber Milo gab ihm durchaus die Gewissheit, dass er nichts falsch machen konnte.
      Was nicht hieß, dass er sich nicht trotzdem kurz zurücklehnen und durchatmen konnte, um die Situation zu erfassen. Er atmete etwas schwerer, und seine Hand auf Milos Brust hob und senkte sich sichtbar.
      „Willst du deinen Pullover ausziehen?“, fragte er leise und lehnte sich wieder unschuldig für ein paar gehauchte Küsse zu Milos Hals.
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    • Milo

      Milo ließ seine Hände locker auf Aarons Hüften liegen, als dieser sich aufsetzte, um seine Weste auszuziehen, um ihn davor zu bewahren, von seinem Schoß zu fallen, während er sich selbst ein wenig nach hinten lehnte, um Aaron mehr Platz zu lassen und selbst kurz durchzuatmen. Das alles war furchtbar heiß und irgendwie absolut nötig gewesen. Sein Kopf fühlte sich wunderbar leer an, während der Stress der Woche dahinschmolz. Es war ein seltsames Gefühl, irgendwo zwischen Aufregung und Entspannung.
      Er beobachtete Aaron fasziniert dabei, wie er die Weste auszog, mit einem Lächeln auf den Lippen, das mittlerweile dort eingebrannt sein musste, bevor seine Hände wieder auf Aarons Rücken wanderten und ihn für den nächsten Kuss an sich zogen. Es war mittlerweile ziemlich offensichtlich, wo die Reise hin ging, aber sie hatten ja zum Glück ausnahmsweise alle Zeit der Welt. Vielleicht musste er auch deshalb ein wenig auflachen, als Aaron seinen Pullover ansprach.
      “Es wäre furchtbar unhöflich, wenn ich ihn anlassen würde, mhm?”, fragte er zurück, während er sich aufsetzte, um sich den Pullover über den Kopf zu ziehen, darauf bedacht, sich dabei nicht selbst die Brille von der Nase zu schlagen, was in den letzten Jahren leider öfter vorgekommen war, als er zugeben wollte. Er ließ das Kleidungsstück irgendwo in der Nähe von Aarons Weste auf den Boden fallen und zog den Blonden wieder an sich. Er fühlte sich langsam ein wenig betrunken, unfähig, noch richtig nachzudenken, während er einfach nur das tat, was sich gut anfühlte. Milo verwickelte Aaron in den nächsten leidenschaftlichen Zungenkuss, während er seine Hände unter sein Top schob. Aarons Haut war warm und weich unter seinen Fingerspitzen, als er die Wirbelsäule entlang von seinem unteren Rücken bis hoch zu seinen Schultern strich und sein Top gleich mit hoch schob. Gleiches Recht für alle, oder?
      Er schob Aaron kurz ein wenig von sich, um genug Raum zu haben, um ihm das Top über den Kopf zu ziehen und es ebenfalls achtlos zur Seite fallen zu lassen und- Gott, Aaron war unfassbar heiß. Milo erlaubte sich einen kurzen Moment, um seinen Freund einfach nur anzusehen, bevor er ihn wieder an sich zog und mit seinen Fingern über seine Rippen bis hin zu seinen Nippeln strich. Aaron hatte ihm erzählt, dass er gelegentlich Sport machte, aber in seinen Outfits war das irgendwie ein wenig untergegangen. Er war muskulöser, als erwartet, was nichts Schlechtes war.
      “Woran hast du so gedacht, als du mich abends nicht mehr aus dem Kopf bekommen hast?”, griff er Aarons Kommentar von eben mit einem Grinsen wieder auf und strich mit einer Hand seinen Hosenbund entlang. “Nur damit ich weiß, wie viel ich wieder Gut machen muss”, schob er unschuldig hinterher, bevor er sich nach vorne lehnte, um Aarons’ Schlüsselbein entlang zu küssen.
    • Aaron

      „Und wie“, stimmte Aaron ernst zu, als Milo über den Pullover sprach. Unhöflich, empörend geradezu. Aaron war mehr als bereit, sich endlich anzusehen, was er bisher nur durch Stoff ertastet hatte. Der Gedanke turnte ihn schon genug an. Trotzdem war die Realität… wie allermeistens, unschlagbar und stellte Aarons Fantasie in den Schatten. Es war definitiv das Gesamtpaket, das es ausmachte, und Aaron musste schon aufpassen, dass er nicht zu sehr zu grinsen begann während er seine Hände ohne zu Zögern auf Milos Brust legte. Eine gute Figur machte er definitiv. Jetzt vielleicht noch dabei zusehen, wie er sich beim Fußballspielen durchs nasse Gras rollte…
      Oder auch zurück ins Hier und Jetzt kommen und sich nicht zu sehr ablenken lassen. Milos Zunge erledigte das relativ schnell für Aaron. Er stieß ein leises, genüssliches Geräusch aus. Wenn er jetzt so darüber nachdachte, kam es ihm wie Alptraum-Material vor, Milo nur selten sehen zu können, und er musste sich wirklich mehr anstrengen, was die Terminkoordination anging. Die Motivation dafür hatte er jedenfalls.
      Sein Tanktop ließ er sich ohne zu Zögern über den Kopf ziehen. Er dachte allgemein nicht mehr logisch darüber nach, was sie hier taten. Fürs Spiraling hatte er später noch genug Zeit.
      „Pffft“ Aaron entkam ein plötzliches, unterdrücktes Lachen, als Milos Frage — bewusst oder unbewusst — absolut nach Dirty Talk klang. Die Finger an seinem Hosenbund entgingen ihm definitiv nicht.
      „Oh, ich dachte mir, wie kann dieser mysteriöse, deprimierte Fremde es wagen, einfach abzuhauen?“, neckte er Milo. Er hielt das nicht lange aufrecht, weil er sogleich ein bisschen überfordert seufzte, als Milo sein Schlüsselbein entlang küsste und ihn zeitgleich mit seinen Fingern reizte.
      „Ich dachte, ah, so fühlt es sich also an, wenn man einen Korb bekommt, und hab mich ein bisschen in Selbstmitleid ertränkt, wenn ich ehrlich bin. Aber du hast einen Eindruck hinterlassen. Also, du hast einiges wiedergutzumachen“, antwortete er etwas ehrlicher. Er legte Milo seine Hände in den Nacken und ließ eine davon zu seinem Schulterblatt hinab gleiten. Ugh, er war so warm und roch gut und löste irgendein Urbedürfnis in Aaron aus, ihn auf eine Theke zu heben und seinen gesamten Körper abzutasten. Was völlig normal war und nichts damit zu tun hatte, dass er seit Jahren touch-starved war.
      „Wie willst du‘s wiedergutmachen?“, murmelte er und zog sanft an Milos Haaren, um seine Küsse zu unterbrechen und ihm in die Augen zu sehen. Er lächelte begeistert. Grenzte das schon an ein Rollenspiel? Das schien ihr Ding zu sein.
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    • Milo

      Aarons Antwort entlockte Milo ein kleines Lachen, was irgendwie seltsam schön war. Hier zu sitzen und mit ihm lachen zu können, während sie zum ersten mal die Gelegenheit hatten, über Händchenhalten und kleine Küsse zwischendurch hinaus zu kommen, nahm zumindest unheimlich den Druck. Was Besseres konnte man sich nicht wünschen, oder? Es fühlte sich fast vertraut an, seltsam entspannt.
      "Oh, ich hätte da ein paar Ideen", setzte Milo an, während er eine Hand auf Aarons Wange legte und mit seinem Daumen seine Unterlippe nachfuhr. Er hatte das dringende Bedürfnis, ihm noch näher zu sein. Aarons Finger, die über seine Schulter strichen, zauberten definitiv genug interessante Bilder in seinen Kopf, ein paar davon wahrscheinlich deutlich zu fortgeschritten für heute Abend. "Wir könnten hiermit anfangen", fuhr er fort, legte beide Arme um Aarons Hüften und kippte ihn sanft zur Seite, um ihn neben sich auf das Sofa zu legen - soweit das auf dem kleinen Möbelstück möglich war. Die Perspektive gefiel ihm fast noch ein bisschen besser, als die bisherige, aber er ließ sich nicht sonderlich viel Zeit, Aaron eingehender zu studieren, bevor er sich über ihn lehnte und ein paar Küsse auf seine Wangen und seinen Mund verteilte.
      "Ich bin davon ausgegangen, dass ich nicht mehr sagen kann, als 'Sorry' und dir anschließend wohl einfach demonstrieren muss, wie leid es mir tut." Milo rutschte etwas tiefer und küsste sich seinen Weg über Aarons Hals und Brust entlang bis zu seinem Bauchnabel. Er konnte seine Duschlotion riechen, seinen Herzschlag fühlen. Die Couch war definitiv zu klein.
      "Aber wenn dich der eine Korb schon so mitgenommen hat, wäre ein bisschen Konfrontationstherapie vielleicht besser?", fragte er mit einem neckenden Grinsen, während er sich abrupt wieder aufsetzte. "Vielleicht tut es dir ja ganz gut, ab und an mal ein 'Nein' zu hören?" Aaron sah nicht so aus, als ob man ihm oft etwas ausschlagen würde. Milo wusste selbst nicht, woher er die Kraft genommen hatte, ihn abzuweisen, als sie sich das erste mal gesehen hatten. Er musste vollkommen verrückt gewesen sein.
    • Aaron

      „Mhmm“, machte Aaron verzückt und war bereit, sich diese ganzen Ideen anzuhören, oder anzusehen, oder zu fühlen, was auch immer hinter dieser verführerischen Ankündigung steckte. Er stieß ein überraschtes Lachen aus, als Milo ihn ohne zu Zögern zur Seite kippte. Die Initiative gefiel ihm, und die Küsse auf seinem Oberkörper noch mehr. Je weiter Milos Lippen sich nach unten bewegten, desto mehr konnte Aaron das Blut durch seinen Körper rauschen spüren. Ihm war warm, und Milo zwischen seinen Beinen knien zu sehen, kurbelte seinen Kreislauf an.
      „Du bist gut darin, das zu demonstrieren. Ich hab‘s dir schon beim zweiten Treffen abgekauft“, schmunzelte Aaron und fuhr mit den Fingern durch Milos Haare. Es wäre echt nicht notwendig gewesen, dass er sich mitten in dieser wundervoll zielführenden Ansprache so plötzlich aufsetzte und die Richtung änderte.
      „Hey… Ich dachte wirklich, du fandest mich zu aufdringlich und seltsam und bist deshalb weggelaufen“, murmelte er mit einem schiefen Lächeln, wobei der deprimierte Anteil in seinen Worten absolut vorgespielt war. „Das war genug Konfrontation für ein Leben“ Sie konnten das Spiel ‚Aaron mit Abweisung konfrontieren‘ gerne weiterspielen, wenn sie bekleidet waren und Aaron noch etwas mehr Selbstkontrolle hatte, seine Körpermitte nicht gegen Milos zu reiben. Sonst konnte das hier sehr schnell sehr frustrierend für alle Beteiligten werden.
      Er blinzelte Milo ein paar Mal entgegen, bevor er sich aufgrund der zu langen Pause selbst aufsetzte und seine Arme um Milo schlang, um nicht sofort wieder gravitationsbedingt umzukippen. „Ich bin mir echt lächerlich vorgekommen“, sagte er und begann, Milos Hals zu küssen und Knutschflecken zu hinterlassen, die er zur Ausgewogenheit noch einmal ableckte, bevor er zum nächsten überging. Er schlang seine Arme etwas fester. „Ich hab vorher noch nie jemanden von mir aus angesprochen“, flüsterte er.
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    • Milo

      Aaron war wirklich niedlich, wenn er sich beschwerte. Milo musste ein wenig lachen, als der Blonde sich aufsetzte und an ihn klammerte, bevor sich nach dem letzten Satz ein kleines, vollkommen verliebtes Lächeln auf seine Lippen strich. "Jetzt fühl ich mich noch schlechter, dass ich dir einen Korb gegeben habe", merkte er an, während er Aaron vorsichtig zurück aufs Sofa legte. Er revanchierte sich mit einem kleinen, genussvollen Seufzen für die Küsse an seinem Hals, biss Aaron sanft ins Ohrläppchen und arbeitete sich einmal mehr nach unten vor.
      "Warum ich?", fragte er, teils aus Interesse, teils um Aaron einfach weiterreden zu lassen. Er liebte seine Stimme, den leichten optimistischen Ton, der in ihr mitschwang. Er wollte wissen, was er noch alles damit anfangen konnte. Es war irgendwie schon schwer nachvollziehbar, dass Aaron ihn überhaupt angesprochen hatte, aber zu wissen, dass Aaron sonst nie selbst auf Leute zuging, war noch seltsamer. Nicht, dass Milo seinen eigenen Wert nicht kennen würde, oder so, aber Aaron war... einfach viel zu gut für überhaupt irgendeinen anderen Menschen.
      "Als wir uns zum ersten mal gesehen haben fand ich dich so hübsch, dass ich kurz vergessen habe, wie man redet, falls das hilft", merkte er an, während er einen Kuss auf Aarons unteren Bauch drückte. "Ich wäre vollkommen hin und weg gewesen, wenn du nicht so furchtbar im Flirten wärst", schob er grinsend hinterher, während er den Knopf von Aarons Hose öffnete, ohne den Blickkontakt mit ihm zu unterbrechen - teils, weil es einfach verdammt heiß war, ihn so zu sehen, teils, um aufhören zu können, wenn Aaron das kleinste Bisschen Bedenken zeigen würde. Ein Fehler, wie sich herausstellte, als er instinktiv ein wenig zurück rutschte, um Aarons Hose ausziehen zu können und dabei fast vom Sofa kippte, dass sowieso schon viel zu knapp hinter ihm endete. Er fing sich mehr oder weniger elegant ab, bevor er wirklich fallen konnte.
      "Ich will jetzt auch nicht unromantisch sein, aber ist dein Bett breiter, als dein Sofa?" Alternativ würden sie wohl herausfinden, wie stabil der Tisch war, oder so.
    • Aaron

      „Es reicht, wenn du dich ein kleines bisschen schlecht fühlst“, schmunzelte Aaron. Eigentlich wussten sie beide, dass Milo jeden Grund gehabt hatte, um an dem Tag zu gehen, und dass er ihn noch nichtmal absichtlich gekorbt hatte. Sie waren halt aneinander vorbeigelaufen. Es war schon ein wenig schicksalhaft, dass sie sich danach nochmal getroffen hatten, aber Aaron hätte früher oder später wahrscheinlich die Unruhe gepackt und er hätte Milo von selbst aufgesucht, mit allen Mitteln. Warum, fragte er?
      „Willst du die romantische oder die unromantische Antwort darauf?“ Er beendete die Frage mit einem Seufzen, als Milo da weitermachte, wo er eben aufgehört hatte, und Aarons das Spielchen damit wohl erfolgreich abgewandt hatte.
      „Auf der einen Seite war ich mit meinem Bruder und meinen Cousins und deren Partnern in der Bar, die nur das Ziel hatten, mich zu verkuppeln, und ich war zwar echt müde von dem Tag aber ich hatte nichts gegen die Idee, wieder zu daten, nachdem ich von süßen Pärchen umzingelt war“, fing er mit der unromantischen Geschichte an, konzentriert darauf, nicht mitten im Satz des Fokus zu verlieren. Sogar jetzt redete er noch viel zu viel.
      „Auf der anderen Seite hast du eine interessante… mh… Aura. Du bist sogar heiß, wenn du verzweifelt aussiehst. Ich dachte mir…“ Aaron stoppte kurz als Milo ihm seine Stoffhose aufzippte und von den Beinen zog, nur um kurz die Augen aufzureißen, aus Angst, dass Milo von der Couch fiel. Er setzte sich auf und nickte, und legte Milo seine Arme um den Hals. Er küsste ihn. „Ich dachte mir, dass ich gut darin bin, Leute aufzumuntern, und das ausnahmsweise meine Chance ist, jemanden anzusprechen. Aber Flirten ist nicht so meins. Normalerweise flirten die anderen mit mir“, murmelte er leise um seinen Satz zu beenden und ließ schließlich von Milo ab, um seine Beine zur Seite zu heben und aufzustehen. Er fuhr sich einmal durch die Haare, ignorierte gekonnt den spontanen Scham-Anfall weil er halbnackt war, und hob seine Haarspange vom Boden auf um sie auf den Tisch zu legen. Dann nahm er Milos Hand.
      „Wenn mein Bett schmäler wäre, als diese Couch, wäre es ein Sarg“, sagte er belustigt. Er konnte wirklich in die Zukunft sehen. Gut, dass er diese kleine Panikattacke in seinem Schlafzimmer heute Nachmittag gehabt hatte. Und… er hatte vollkommen übertrieben. Er war ein wenig nervös, aber bei weitem nicht so sehr, wie er gedacht hätte.
      Sie hatten das Schlafzimmer und zeitgleich das Bett nach etwa zehn Schritten erreicht und Aaron ließ sich einen Moment lang durch den Kopf gehen, ob er seinem Verlangen nachgeben sollte, Milo auf die Matratze zu stoßen, oder ob er lieber weiter seinem Faible nachging, verwöhnt zu werden. Er entschied sich für letztes und setzte sich geschmeidig aufs Bett, seine Hände vor ihm an Milos Hüften. Er sah kurz zu ihm hoch, und dann rutschte sein Blick wieder nach unten.
      „… Ich will nicht unromantisch sein, aber die Hose brauchst du wahrscheinlich nicht mehr“, kopierte er Milo und setzte seine Finger an dessen Hosenknopf an. Er war ein wenig nervös, aber er genoss es, Milo ausziehen zu können, als würde er sein Geschenk auspacken. Das klang dramatisch, aber so war es halt, wenn man seit zwei Wochen in regelmäßigen Abständen an das Gespräch über muskulöse Fußballer-Beine erinnert wurde — und sich automatisch fragte, was unter der Kleidung noch so versteckt war. Egal wie lange es tatsächlich her war, dass Milo aktiv gespielt hatte, irgendwas musste von diesen Melonen-knackenden-Oberschenkeln jedenfalls noch übrig sein, wenn seine Jeans nicht trogen.
      Er küsste Milos Bauchmuskulatur gezielt ab, nachdem er den Zip geöffnet hatte, und bekam kurzerhand vorfreudiges Herzrasen, als er dessen Hose über seine Knie zog und den Umriss seiner Erektion beinahe auf Augenhöhe hatte. Er rutschte zurück und machte Milo Platz, und ließ seinen Blick über jede seiner Muskelbewegungen gleiten, als er schließlich wieder über ihm landete. „Heiß“, murmelte Aaron nur mit einem kleinen Grinsen, weil ihm die restlichen Worte aus dem Gehirn geblasen worden waren.
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    • Milo

      “Also wolltest du wieder daten und ich sah verzweifelt aus?” Milo zog fragend eine Augenbraue in die Höhe, während Aaron seine Hose auszog und mit seinen Küssen ein angenehmes Kribbeln auf seiner Haut hinterließ. Er seufzte sanft, während er durch das blonde Haar strich und sich bemühte, der Versuchung zu widerstehen, Aarons Kopf einfach noch ein bisschen weiter nach unten zu drücken. Der Blick, den sein Freund - sein Freund- ihm zuwarf, sorgte zumindest für einen neuen Schwung an Schmetterlingen in seinem Bauch.
      Das Bett war wirklich deutlich angenehmer, als das Sofa. Er kickte seine Hose achtlos zur Seite und lehnte sich wieder über Aaron. “Vielleicht muss ich ja doch gar nicht mehr so viel wiedergutmachen”, neckte Milo, seine Lippen unweit von Aarons Ohr, auf einen Arm gestützt, während er seine freie Hand endlich unter Aarons Shorts schob und sanft über seine Erektion strich. Er fing langsam an, mit der Absicht, jeden Moment hiervon auszukosten und das Vorspiel zumindest noch ein kleines bisschen in die Länge zu ziehen, während er Aaron einen Kuss nach dem anderen von den Lippen stahl.
      “Rede mit mir”, raunte Milo schließlich, als er sich aufsetzte und Aarons Shorts langsam über seine Hüften zog, “Stöhn, schrei, fluch, mach irgendwas. Wenn du zu still wirst, hör ich auf.” Er zwinkerte Aaron grinsend zu, bevor er sich hinablehnte und mit seinen Lippen über die Innenseite von seinen Oberschenkeln fuhr. Er hatte seine Partner immer schon laut bevorzugt. Irgendwas an dem sofortigen Feedback zu jeder seiner Bewegungen turnte ihn einfach zu sehr an, als dass er darauf verzichten wollte, vor allem bei Aarons Stimme. Die hörbare Konzentration, die bis gerade in ihrer Unterhaltung mitgeschwungen war, war zuckersüß gewesen.
      Die Shorts landeten irgendwo neben dem Bett und Milo hätte am liebsten ein Foto von dem Bild gemacht, das sich ihm bot. Aaron war zum anbeißen, so wie er auf dem Bett lag und er gehörte ganz und gar ihm. Für den Moment zumindest. Jetzt musste er nur noch dafür sorgen, dass Aaron nicht bereuen würde, ihn angesprochen zu haben und genau das hatte er vor.
      Milo warf Aaron einen letzten prüfenden Blick zu, um sicher zu gehen, dass noch alles okay war, bevor er über seine Erektion leckte, ohne den Augenkontakt abzubrechen. Er umspielte die Spitze kurz mit seiner Zunge, bevor er Aaron ganz in den Mund nahm und das Tempo im Vergleich zu seiner Hand etwas anzog. Mit der Hand strich er dafür weiter über Aarons Oberschenkel, zwischen seine Beine, hin zu seinem Hintern. Jetzt musste er nur noch herausfinden, wie laut sein Freund wirklich werden konnte.
    • Aaron

      „Du sahst aus, als bräuchtest du Ablenkung, und das hat es mir leichter gemacht“, korrigierte Aaron amüsiert, als Milo sich seine Opferrolle zurecht bastelte. „Aber ich hätte dich wahrscheinlich auch so angesprochen, nur hätte die ganze Masche mit ‚Hey, schöner Fremder, wieso sitzt du traurig an der Bar?‘ nicht so gut funktioniert“ Er lachte leicht. Er konnte sich nicht erinnern, was er zu Milo gesagt hatte, das halbe Gespräch war ein Blur weil er zu nervös und fasziniert gewesen war, um klar zu denken. Aber er war sich sicher, dass er sich nochmal deutlich dämlicher angestellt hätte, wenn Milo nicht mit einem vorprogrammierten Gespräch dort gesessen hätte.
      „Du musst zumindest wiedergutmachen, dass du dich nichtmal verabschiedet hast“, wehrte sich Aaron, während sich dank Milos kitzelndem Geflüster wieder eine Gänsehaut über seinen Körper ausbreitete. Er erwartete die Hand unter seinen Shorts nicht, und summte bei der Berührung beinahe etwas überrascht auf. Die Küsse und die sanften Bewegungen, die darauf folgten, stiegen ihm schnell zu Kopf und bis Milo wieder sprach, ließ Aaron sich schon mit geschlossenen Augen und einem genüsslichen Seufzen gänzlich auf den Rücken fallen und stieß ein kleines „Okay“ aus, von dem er nicht mit Sicherheit sagen konnte, ob es die Antwort auf Milos Frage war oder ein akzeptierendes ‚Okay, keine Ahnung, was du redest, aber das fühlt sich gut an‘.
      Er wagte schließlich nur einen Blick zu seinem Freund, als er ihn ganz auszog und gleichzeitig eine Reihe an sexy Worten seine Lippen verließen. Aaron konnte ein amüsiertes Grinsen nicht vermeiden, weil er sich eben noch gedacht hatte, dass er heute viel zu viel, und vor allem zu viel Stuss, redete. Aber zwischen einem Monolog und einigen gestöhnten Kommentaren gab es immernoch einen Unterschied und er konnte beides ganz gut.
      „Ist das eine Drohung?“, fragte er atemlos und lachte leicht. Er spürte mit jedem wandernden Kuss ein Kribbeln auf seiner Haut. Und letztlich wollte er seine sinnlose Frage zurücknehmen, weil in seinem Gehirn endlich klickte, was Milo da tat, und Aaron bei der nun ausgestreckten Zunge kurz dachte, dass sein Herz ihm gleich aus der Brust springen würde. Er spürte das Pochen bis in seinen Hals, während Milo ihn ansah ohne sich abhalten zu lassen, und er war sich fast vollkommen sicher, dass Milo sein Herzrasen schon in seinem Mund spüren musste. Sobald Milo ihn ganz umschloss und mit dem Tempo bewies, dass er es ernst meinte, stahl sich wieder ein ungläubiges Lachen gemischt mit gehauchtem Stöhnen über Aarons Lippen, und er ließ sich zurück fallen, weil das angenehme Gefühl jetzt seinen restlichen Körper einnahm.
      „Ich bin kein Fan von… haa… Fluchen“, kommentierte er atemlos und viel zu spät Milos letzte Anforderung, ohne sich zu erklären. Er strich mit einer Hand über Milos Kopf und bemerkte hinter seinem Ohr noch den Bügel seiner Brille, und nahm sich vor, später, wenn er klar denken konnte, was dagegen zu unternehmen. Jetzt war er zu beschäftigt, mit lustvollen Geräuschen alles dafür zu tun, dass Milo nicht aufhörte. Sein Körper strahlte so viel Wärme aus, und die Bewegungen waren zeitlich rhythmisch und unvorhersehbar, dass Aaron sofort wusste, dass er, so lange wie er das hier nicht mit einer anderen Person gemacht hatte, nicht lange durchhalten konnte. Wahrscheinlich war er deshalb auch schon viel zu früh dabei, seine Finger in die Bettdecke zu bohren und ein Bein über Milos Rücken zu schlingen. Es tat gut, wenn der Kopf völlig leer gefegt war. Er war Milo instinktiv fast schon bizarr dankbar für diesen Moment. Sie brauchten wirklich mehr davon. Zeit zu zweit.
      Er biss sich ein wenig auf die Unterlippe und versuchte Kontrolle darüber zurückzuerlangen, dass er nicht in den nächsten Sekunden kam, aber Milo tat genau, was Aaron heiß machte, vom Tempo bis zur Platzierung seiner Hände. Es war schwer, nach ein paar Minuten davon auch nur ein Fünkchen Kontrolle über irgendetwas zu haben, aber wenigstens hatte Milo seinen Willen, was Aarons Geräuschuntermalung anging.
      “Ah… Mhh… Warte…“, willte er endlich hervor. „Nicht… Ugh“ Er stützte sich überfordert auf seine Unterarme. „Hör auf, bevor ich komme“, sagte er konzentriert. Er brachte den Grund dafür nicht mehr heraus. Er wollte Milo auch berühren, dass sie sich gleichzeitig gut fühlten, ihn küssen. Aaron war sich ziemlich sicher, dass er sonst auf eine zweite Runde bestehen musste, um das sofort nachzuholen.
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    • Milo

      Aarons Stöhnen war fast so schön, wie Milo es sich vorgestellt hatte. Es gab noch ein bisschen Luft nach oben, aber das erste mal tastete man sich - wortwörtlich - ja immer etwas vorsichtig an die Sache heran und das würde - hoffentlich - nicht das letzte mal sein, dass sie miteinander schliefen, also war das vollkommen okay. Hauptsache, Aaron fühlte sich gut und so wie er sich anhörte, schien das der Fall zu sein. Jedes Stöhnen trieb Milo ein kleines bisschen mehr an. Er bemühte sich, das Tempo gleichmäßig zu steigern, während er Aaron Stück für Stück immer tiefer nahm. Seine Hand strich und massierte alles, was in Reichweite war, sein Herz schlug ihm wie wild gegen die Brust. Ihm entging nicht, dass Aarons Hand sich immer fester in die Bettdecke krallte. Wie würde er sich anhören, wenn er kam? Offenbar würde Milo es gleich herausfinden. Oder auch nicht.
      Milo stoppte sofort, als Aaron ihn dazu aufforderte, eine Sekunde besorgt darüber, etwas falsch gemacht zu haben, bevor er erleichtert realisierte, dass Aaron offenbar einfach nur andere Pläne hatte. Oder nicht so schnell kommen wollte. Er hatte nichts gegen ein bisschen Edging, im Gegenteil, aber er hatte das ganze nie wirklich für 'erster gemeinsamer Sex'-tauglich gehalten. Er drückte einen letzten Kuss auf Aarons Hüfte, bevor er sein Bein von seiner Schulter schob, sich aufrappelte und zu ihm hoch rutschte.
      "Was ist dein Plan, Baby?", fragte er mit einem kleinen Lächeln, überbrückte die letzten Zentimeter zwischen ihnen und küsste ihn. Wie konnte man so unverschämt heiß aussehen? Milo drückte fast instinktiv ihre Becken aneinander und realisierte, dass er selbst fast schmerzhaft hart war. "Ich stehe voll und ganz zu deiner freien Verfügung. Hauptsache, ich kann dieses heiße Stöhnen noch mal hören", schob er hinterher. Was anderes hätte er im Moment auch gar nicht sagen können. Sein Kopf fühlte sich wie leergefegt an. Er hatte die leise Ahnung, dass irgendwo hunderte an Bedenken, Problemen und Kopfschmerzen auf ihn warteten, aber hier und jetzt in Aarons Bett lag das alles in wunderbar weiter Ferne. Warum den Kopf zerbrechen, wenn Aaron mit leicht zerzausten Haaren unter ihm lag? Was könnte er mehr wollen?
    • Aaron

      „Plan?“, wiederholte Aaron atemlos und ließ sich, sobald Milo horchte und wieder auf Augenhöhe mit ihm war, auf den Rücken fallen. Er hatte keinen Plan, nur irgendwelche groben, instinktiven Vorstellungen, die weniger bildlich als gefühlsbasiert waren. Er kicherte und unterbrach sich selbst mit einem Stöhnen, als Milo sich etwas zu fest an ihn drückte. Oh, ja, sowas hatte er im Hinterkopf gehabt. Er nutzte die Chance und ging einfach sofort der spontanen Eingebung nach und bewegte sein Becken gegen Milo. Urgh, sie mussten nur noch die Unterwäsche loswerden.
      „Ah… zieh dich aus“, forderte Aaron ihn leise auf, schob aber bereits eine Hand zwischen ihren Körpern hindurch und in den Bund von Milos Shorts hinein. Er strich eine Weile über seine Erektion bevor er ihn der Aufforderung überhaupt nachkommen ließ, und stahl sich einige Küsse.
      „Du überschätzt mich, wenn du denkst, dass ich irgendeinen Plan hab. Ich lasse mich von schicksalhaften Eingebungen leiten“, seufzte er. Und da war etwas wahres dran. Er verschwendete am aller ungernsten Gedanken an Dinge die er nicht kontrollieren konnte, und er plante auch deutlich zu selten voraus. Vielleicht hätte er seine Panik heute Nachmittag als Anlass nehmen können, aber sowas machte nur nervöser, als notwendig. Da ließ er sich schon lieber von der Situation leiten und machte sich zu wenige Gedanken. Immer nur auf das reagieren, was gerade war. Auf der anderen Seite brachte das vielleicht eine gewisse Unberechenbarkeit mit sich.
      „Ich will auch dein Stöhnen hören, also müssen wir auf einen grünen Zweig kommen, oder?“, fragte er amüsiert und zog seine Hand wieder hoch, um Milo Gelegenheit zu geben, sich aufzusetzen.
      Es gab eine Sache, die ein gewisses Maß an Vorbereitung brauchte, und Aaron deshalb weniger lieb war, als sich nur Hände und Mund zu Nutzen zu machen. Wahrscheinlich grenzte es ein wenig an Dummheit, dass er, in der Position in der er sich gerade aufhielt, nicht daran dachte, nochmal eine Erklärung zu seinen Worten abzugeben, aber es fiel ihm nicht ein, bei ihrem ersten intimen Mal an Penetration zu denken. Er wollte nur Hautkontakt mit Milo, und eine Position, in der er ihn vergnüglich küssen konnte.
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    • Milo

      Milo musste nach einem kurzen Moment der Irritation ungewollt auflachen, als Aaron offenbarte, dass er vollkommen planlos unterwegs war. Er schaffte es, einen kompletten romantischen Abend zu planen, sich aufzubrezeln, zu kochen und Milo in sein Bett zu flirten nur um dann auf 'schicksalhafte Eingebung' umzuschalten? Je mehr er über Aaron herausfand, desto weniger verstand er ihn und irgendwie war das in sich furchtbar anziehend.
      Das kleine Lachen endete mit einem atemlos gehauchten "Oh", als sich Aarons Hand um Milos Erektion schloss. Nach den ganzen Küssen fühlte sich das fast wie eine kleine Erlösung an. Er stöhnte Aaron leise ins Ohr, während er sanft seine Hüften bewegte. Gott, er brauchte dringend mehr davon. Mehr von der Nähe, mehr von Aaron. Die Nacht könnte seiner Meinung nach gerne unendlich lange dauern. Er wollte einfach nur mit ihm hier liegenbleiben.
      "Ich hab dafür ganz viele Pläne", merkte er an, während er sich aufsetzte, um seine Shorts auszuziehen. Er wollte sich schnellstmöglich wieder an Aaron drücken. Eigentlich war es vollkommen egal, was genau sie tun würden, solange Aaron vor ihm kommen würde. Sonst hätte er sein Ziel verfehlt. Milo zog sich in weiser Voraussicht - pun not intendet - die Brille von der Nase und legte sie zur Seite. Er hatte keine Ahnung, was sie vorhatten, aber mittendrin die Brille zu verlieren war nie gut. Dafür sah Aaron jetzt ein wenig weichgezeichnet aus, aber damit musste er wohl leben.
      "Wir könnten einfach genau so weitermachen", schlug er vor, während er sein Becken wieder an Aarons drückte, beide Erektionen umfasste und langsam seine Hand bewegte. Nicht genug, um irgendwie befriedigend zu sein, aber genug, damit das Momentum nicht verloren ging. "Ich könnte mit dem Blowjob weitermachen und dann tauschen wir. Ich könnte-" Milo stockte, als er realisierte, dass er keine Ahnung hatte, ob Aaron überhaupt Gleitgel und Kondome im Haus hatte, um weiter zu gehen, als das. Wie weit hatte sein hübscher planloser Planer das alles im Blick gehabt? "Ich möchte nur, dass es dir gut dabei geht", endete er. Sex war so oder so immer ein ziemlich...interessantes Thema. Jeder hatte seine eigenen Grenzen und das war vollkommen okay. Obwohl das wirklich das erste mal war, dass Milo mit jemandem schlief, der offenbar selbst nicht wusste, was er wollte. Irgendwie hatte das seinen ganz eigenen Reiz.
      "Gibt es was, auf das du besonders stehst?" Gott, die Frage kam viel, viel zu spät. Wahrscheinlich hätte er das alles mit der Frage einleiten sollen, oder? Aber Milo hatte auch irgendwie nur auf seine Instinkte vertraut und nicht sonderlich viel darüber nachgedacht, was er gerade tat. Er zog das Tempo seiner Hand ein wenig an.
    • Aaron

      „Und wenn du von Plänen sprichst, meinst du, dass du dir das tagelang überlegt und ausgemalt hast?“, fragte Aaron neckend. „Nächstes Mal planen wir zusammen, wenn das so ist…“, lachte er. Er hatte sich selbst auch das eine oder andere vorgestellt aber er würde nicht so weit gehen, auch nur von einem Ansatz eines Plans zu sprechen. Er hatte nicht damit gerechnet, dass heute irgendetwas zwischen lief. Genauso gut hätte sich das auf in ein paar Wochen verschieben können.
      „Das klingt alles gut. Ich bin froh, dass du für uns beide planst“ Er grinste und konnte nicht anders, als sich ein bisschen darüber lustig zu machen. Auf die Ideen wären sie spontan hoffentlich auch gekommen; zumindest war Aaron überzeugt davon, dass er gerade nicht viel Denkvermögen brauchte, um genau zu wissen, was er tun wollte. Oder was er brauchte, viel eher.
      „Du könntest… mh… schneller machen“, war das erste, das er herausbrachte. Er war eben schon beinahe an seinem Limit gewesen und das langsame Tempo machte ihn wahnsinnig. Dafür fiel ihm wieder ein, was er vor ein paar Minuten noch sagen wollte, aber nicht über die Lippen bekommen hatte.
      „Ich will dich nur so nah wie es geht“, murmelte er atemlos und legte seine Hand in Milos Nacken. Besser, Milo machte es sich zur Priorität, die meiste Zeit in kussweite zu sein. Aaron stand darauf- Das sollte er vielleicht laut aussprechen, wenn er schon gefragt wurde.
      „Ich steh wirklich… extrem auf Küssen. Ich bin super langweilig…“ Er lächelte schief. Aber es stimmte, dass ihn das enorm anturnte. Er nahm sich auch gern die Freiheit, seinen Partner am ganzen Körper abzuknutschen, aber die Bewegungsfreiheit hatte er nicht, wenn er so da lag.
      „Was… ist mit dir?“, fragte er, solange er sich noch einigermaßen konzentrieren konnte, aber Multitasking war nicht Aarons Stärke und sie sollten sich für die nächsten Male wirklich merken, Unterhaltungen vorher und nachher zu führen. Aber dafür… hätten sie ja wissen müssen, worauf der Abend hinaus läuft, und das erfordert dann einen Plan, nicht?
      „Du küsst… meine Ohren immer wieder… Das ist echt heiß“ Wenn Milo darauf stand, hatten sie beide einen Jackpot. Aaron stützte sich auf seinen Unterarm, um ihm entgegen zu kommen und ihn zu küssen, leicht gegen seine Lippen stöhnend, und die Hand immernoch in seinem Nacken. So hatte er sich das vorgestellt. Wenn Milo jetzt noch etwa doppelt so schnell machte, konnte Aaron auch etwas weniger leiderfüllt stöhnen, und mehr ekstatisch.
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    • Milo

      “Aaron. Wirklich nichts an dir ist langweilig.” Milo musste ein kleines Lachen unterdrücken und konzentrierte sich stattdessen darauf, den Takt seiner Hand etwas zu beschleunigen. Küssen war definitiv mehr als machbar und wenn er ihm sogar direkt noch sagte, welche Stellen er bevorzugte, hatte Milo wirklich keinen Grund, sich zu beschweren. Er kam Aarons Wünschen sofort mit einem kleinen Lächeln nach, drückte sich gegeben ihn und presste ihm einen Kuss auf die Ohrmuschel. Er wünschte sich wirklich zwei zusätzliche Paare an Armen, um Aaron noch näher zu ziehen, festzuhalten, über seine Wange zu streichen - alles irgendwie gleichzeitig.
      "Ich mag es, deine Stimme zu hören", raunte er Aaron direkt ins Ohr. "Und ich mag deine Finger auf meiner Haut." Oh, es gab noch so viel mehr, was er mochte, aber schien für den Moment eindeutig zu reichen. Er schob sich trotzdem eine mentale Erinnerung, das Thema Sex richtig durchzusprechen, in den Hinterkopf. Natürlich hatte er vor dem heutigen Abend schon mal daran gedacht, wie es wäre mit Aaron zu schlafen. Er war verdammt heiß, ihre Beziehung war auf einem chaotischen, aber guten Weg gewesen und das war irgendwie der nächste übliche Schritt, aber er hatte keinen festen Zeitplan gehabt. Dinge passierten, wann sie passierten. Vielleicht würde das Vorspiel beim nächsten mal etwas...trockener, dafür aber deutlich aufschlussreicher werden. Aber das war gerade nicht wichtig. Für den Anfang reichten die Informationen vollkommen aus.
      Milo begann, sanft seine Hüften im Takt seiner Hand zu bewegen. Er merkte selbst, dass er langsam aber sicher wieder an den Punkt kam, ab dem Denken optional wurde. Er ließ seine Lippen über Aarons Ohr, Kiefer und Hals wandern, während er das ein oder andere Stöhnen zurückhielt und konzentrierte sich voll und ganz auf seinen Partner. Auf Aarons Finger, auf den Rhythmus seiner Atmung, jedes kleine Geräusch, das er von sich gab. Sein Takt war mittlerweile schnell genug, um sein eigenes Herz viel zu sehr gegen seine Brust schlagen zu lassen. Hatte er es sich so vorgestellt, als er darüber nachgedacht hatte, wie es wäre, mit Aaron im Bett zu landen? Er wusste es nicht mehr wirklich, aber das hier war perfekt so wie es war.
    • Aaron

      Milos Worte an seinem Ohr schenkten Aaron ein elektrisches Knistern, das sich durch seinen Körper zog. Oh, er schien wirklich Spaß daran zu haben, auszutesten, wie sehr er Aaron in Fahrt bringen konnte. Es gab nichts, worüber Aaron sich beschweren konnte. Sie hatten eine Art Aufwärts-Spirale erreicht, in der Milo von seinem Stöhnen angeturnt war und alles dafür tat, mehr davon zu hören, was auf gute Ergebnisse stieß. Zu vermutlich jedermanns Überraschung, war Aaron normalerweise nicht besonders laut im Bett. Er ließ sich in eine Kette aus genüsslichen, leiseren Geräuschen fallen wenn ihm etwas gefiel, die nur gelegentlich von etwas Lauterem durchbrochen wurde. Aber Milo war erstklassig darin, alles zu tun, das Aaron erwähnt hatte, und er war vermutlich die ganze… Aufmerksamkeit nicht gewohnt, was ihn aus der Routine holte und ein bisschen aufgegedreht machte. Auch wenn Routine wirklich ein starkes Wort war, gemessen daran, dass er in den letzten 3 Jahren nichtmal ein einziges, winziges Date gehabt hatte.
      Er ließ seine Finger etwas angetriebener, fester über Milos Rücken und in seinen Nacken gleiten, küsste ihn erst noch und atmete schließlich nur über seine Schulter hinweg und bekam bei jedem von Milos Stöhnen, das sein Ohr kitzelte, ein Kribbeln im Körper, das sich aufbauschte. Er mochte das Gefühl, sich gegenseitig anzufeuern, gleichzeitig die Atmung zu beschleunigen und beinahe intuitiv auf den Moment warten zu können, um zusammen zu kommen. Das war exakt der Grund, wieso Aaron Milo Angesicht zu Angesicht, umschlungen und innig in Küsse verwickelt haben wollte. Er war der festen Meinung, dass das alles andere übertraf.
      Er summte entspannt in ihre Küsse, als seine Atmung sich wieder beruhigte und sein Herz einen Gang runter fuhr.
      „Hast du noch andere Pläne?“, murmelte er und griff den Scherz wieder auf, als sein Gehirn sich wieder einschaltete. „Meine schicksalhafte Eingebung will dich fragen, wie gemütlich du das Bett findest und wie schlecht die Chancen stehen, dass du bis morgen bleibst?“ Er lächelte leicht.
      Sie hatten so oder so hoffentlich noch paar Stunden gemeinsam, es war immerhin nicht sehr spät, und da war auch noch das Tiramisu, aber vorangig wollte Aaron sich gerne ohne zeitliche Obergrenze an Milo hängen und weiterreden und vielleicht sogar die Option auf eine zweite Runde frei halten, je nachdem.
      Mann, sollten sie einfach zusammen ziehen? Besser Aaron sprach den Gedanken nicht aus, solange sie noch nackt im Bett lagen. Aber es war schon ein wenig so, als wäre eine metaphorische und auch absolut reale Wand — aus Kleidung — zwischen ihnen gefallen und da konnte man sich eben fragen, worin der Sinn lag, an getrennten Orten zu wohnen. Gut, dafür gab es wahrscheinlich einige logische Gründe, und Aaron sollte sich den Gedanken nochmal stellen wenn er angezogen und bei Sinnen war, aber…
      Er blinzelte Milo an und drückte ihm nochmal einen Kuss auf, während ihm im Kopf ein ‚Awww‘ übers Band lief. Er war so perfekt und witzig und aufmerksam und heiß. Warum konnten sie nicht zusammenziehen?! Aaron beneidete Thomas umso mehr, dass er mit seinem eigenen aufmerksamen, heißen Kerl, von Tag eins zusammen gelebt hatte. Taktisch wirklich klug.
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    • Milo

      Aaron war einfach ein einziger Turn-On. Er war zwar nicht ganz so laut, wie Milo es sich wünschen würde, aber seine Finger machten was ganze wieder wett. Er konnte spüren, wie sich nach und nach ein angenehmes Ziehen in ihm aufbaute. Aarons Atem an seinem Ohr trieb ihn nur noch mehr an, bis die Spannung ihren Höhepunkt erreichte. Milo versuchte, den Orgasmus möglichst lang zu ziehen, einfach, weil sich irgendwie endlich alles richtig und problemlos und perfekt anfühlte. Ein Gefühl, das er viel zu lange nicht mehr gehabt hatte und das ihn deshalb traf, wie ein Ziegelstein.
      Er ließ sich erschöpft zur Seite fallen, immer noch viel zu nah an Aaron gedrückt, während sich sein Herz nach und nach beruhigte und seine Atmung etwas gleichmäßiger wurde. Sein Blick lag immer noch auf Aaron, während sein Kopf langsam nacharbeitete, was gerade passiert war. Er streckte eine Hand aus, um Aaron eine Haarsträhne von der Stirn zu streichen und schüttelte mit einem kleinen belustigten Lächeln den Kopf. "Keine Pläne mehr für heute, aber ein paar interessante Ansätze für die Zukunft", versprach er, weil das der einfachere Teil von Aarons Frage war. Die zweite Frage, ob er blieb, war die, bei der es kompliziert wurde. Objektiv betrachtet war es natürlich furchtbar leicht. Er musste nach Hause. Er musste sichergehen, dass Wyatt nach Hause kam, nichts angestellt hatte und nichts anstellen würde. Aber das war nicht das, was er wollte. Er wollte hier bleiben, bei Aaron. Mit ihm in seinen Armen einschlafen, ihn morgen früh wachküssen und mit ihm in den Tag starten. Wy war sechzehn, er konnte auch eine Nacht alleine auskommen, nicht? Was war das Schlimmste, was er jetzt noch tun könnte? Im Zweifelsfall würde er einfach länger mit Kaia draußen bleiben, oder viel zu lange wach bleiben und mit seinen Freunden zocken. Na und? Milo hatte in dem Alter nichts anderes getan und...Aaron.
      "Ich denke, die Chancen stehen sehr gut", antwortete er also und drückte Aaron einen Kuss auf die Schläfe. "Du müsstest mir nur was für die Nacht ausleihen", schob er hinterher und realisierte damit den zweiten negativen Punkt an alledem - Aarons Kleidungsstil. Aber wenn er sich schon dafür entschied, Wy eine Nacht alleine zu lassen, würde er Bärchenhosen, Herzchenmotive und dergleichen wahrscheinlich auch überleben, oder?
      "Und wir sollten eventuell eine kleine Duschpause einlegen." Milo selbst war ziemlich verschwitzt und Aaron ein einziges Kunstwerk. Ihn die ganze Nacht für sich haben zu können war die einzig richtige Entscheidung, nicht?
    • Aaron

      Aaron rollte sich herum und grinste Milo von oben herab an. Er hatte nicht wirklich damit gerechnet, dass Milo bleiben konnte, aber er freute sich umso mehr darüber. Aaron wusste, dass Milo mit seiner Arbeit und mit Wyatt und den Gesamtumständen viel zu tun hatte, und er hatte sich von Anfang an darauf eingestellt keine Priorität zu sein, aber jetzt… er hatte definitiv ein bisschen zu viel Hoffnung entwickelt, die ihm hoffentlich später nicht zum Verhängnis wurde.
      "Du hast sicher eine ähnliche Größe, wie ich, also sollte das kein Problem darstellen", meinte er und legte ihm eine Hand an die Wange. Er musterte ihn schmunzelnd und küsste ihn schließlich, als es ihn überkam. Milo hatte keine Ahnung, dass er dauerhaft in Aarons Kopf herum schwebte, und dass Aaron ihn wirklich viel zu sehr mochte. Es war fast ein wenig beängstigend. Also, wie wenig Kontrolle Aaron letztlich wirklich über irgendetwas hatte. Er plante von Natur aus wenig voraus und hinterfragte nicht viel, aber es war nicht so, als hätte ihn das nie in problematische Situationen gebracht. Er musste eben hoffen, und darauf vertrauen, dass er mit Milo nichts falsch machen konnte. Das fiel ihm tatsächlich viel zu leicht.
      "Ich muss vielleicht ein bisschen in meinem Schrank graben, bis ich was gemütliches finde, das einfärbig ist", grinste er. Oder er suchte absichtlich etwas aus, in dem er Milo gerne sehen würde. Ja, dazu tendierte er eher. "Willst du zusammen duschen oder brauchst du dabei Personal Space?", murmelte er lächelnd. "Ich kann dir nämlich nicht versprechen, dass ich dir den lasse"

      Kaia

      Kaia hatte sich vor dezenter Nervosität so auf ihre Pizza gestürzt, dass sie wirklich froh war, dass sie auf dem Weg zum Escape Room eine Weile im Bus sitzen konnten. Sie war mittlerweile entspannter. Im Endeffekt hatte Wyatt recht gehabt. Sie kannten sich schon, sie hatten einiges zum reden und sobald die übermäßige Aufregung wegfiel, blieb nur ein angenehmes Kribbeln und eine Menge Gesprächsthemen zurück. So hatte Kaia sich bisher nie gefühlt, wenn sie jemanden gut fand. Normalerweise ging sie der Person bloß aus dem Weg, weil sie zu nervös war, und außerdem ausreichend Spaß daran hatte, mit ihren Freundinnen über ihren Crush zu plaudern. Da war nie das Bedürfnis gewesen, jemandes Hand zu halten. Jemanden zu küssen. Sich im Bus nicht gegenüber, sondern nebeneinander zu setzen, um sich möglichst nahe zu sein. Außerdem half es definitiv beim Reden, wenn sie sich nicht anstarren mussten.
      Der Escape Room war von Anfang bis Ende pures, amüsantes Chaos. Sie arbeiteten nicht unbedingt perfekt zusammen, hatten unterschiedliche Ideen und enormen Stress, was die Zombies anging, aber Kaia konnte zeitweise nicht aufhören, zu lachen. In stressigen Situationen fing sie meistens an, hysterisch zu lachen. Sie schafften es trotzdem, die Puzzles noch in der vorgegebenen Zeit zu lösen. In jedem Fall war das eine Date Idee, die sie nicht übertreffen hätte können. Also, es hätte genauso gut so enden können, dass einer von ihnen den anderen ermordete, wenn sie lang genug auf engem Raum im Stress eingesperrt waren. Eine riskante Entscheidung, die zum Glück erfolgreich ausgegangen war. Kaia hatte zumindest schon wieder Lust auf ein Eis, um runterzukommen.
      "Oh, hey. Es ist fast dunkel", meinte sie und zippte ihre Jacke zu, als sie nach draußen traten. Sie waren da ja doch länger drin gewesen, als es sich angefühlt hatte. "Du willst trotzdem ein Eis, oder? Wir müssen uns an den Plan halten, koste es was es wolle", scherzte sie.
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