Fortune's Calling [Pumi feat. Codren]

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    • Lewis' Lippen stellten etwas mit Santi an, das er nicht genau beschreiben konnte. Auf der einen Seite war da das simple Gefühl: weiche Lippen, die sich sanft gegen seine Haut drückten. Auf der anderen Seite war da... alles andere. Die Wärme, die diese einfache Berührung durch seinen Körper schickte. Eine kleine Welle hier, als sei ein Tropfen in eine Pfütze gefallen. Eine kleine Welle da. Und da. Und da. Das seichte Kribbeln, dass sie auf seiner Haut hinterließen. Das Summen, das die Bedeutung dieser Geste auslöste. Die Kombination von all dem und mehr.
      Lewis brachte ihn dazu, seinen Kopf gerade soweit anzuheben, dass er ihn richtig küssen konnte und aus den kleinen Wellen wurde ein Tsunami, der durch seinen gesamten Körper rauschte.
      Santi schloss die Augen und da war keine Fratze mehr, keine Spiegel mit monströsen Augen, keine brennenden Ketten. Da war nur noch das Gefühl von Lewis' Lippen auf seinen, ein Gefühl, dass er so sehr vermisst hatte. Wie sehr er es in den letzten Wochen vermisst hatte, bemerkte er erst jetzt. Er nahm es Lewis fast schon übel, als er den Kuss löste. Aber nur fast, denn der Streuner stoppte seine Liebkosungen nicht für eine Sekunde. Santi genoss jede einzelne Berührung durch diese Lippen, durch diese Finger. Wüsste er wie, würde er wahrscheinlich schnurren, so wohl fühlte er sich auf einmal.
      Er begegnete dem suchenden Blick von Lewis.
      "Soll ich weitermachen?" fragte er.
      Santi nickte, brummte bestätigend. Er strich über Lewis' Arm, seinen Hals, dann schob er seine Hand tief in die weichen Haare des Streuners und zog ihn zu sich für einen weiteren, ein bisschen weniger sanften Kuss. Die Wärme in seinem inneren schlug in Hitze um. Endlich - endlich! - konnte er Lewis wieder nahe sein! Er wollte nicht eine Sekunde davon vergeuden, wollte nicht eine Sekunde davon verpassen.


    • Lewis grinste auf Santiagos Brummen hin. Unter seinen Berührungen wurden die harten Muskeln des Mannes wieder weich und er seufzte an seinen Lippen. Lewis ließ sich näher ziehen, verpasste keine Sekunde von Santiagos Nähe, und dann waren sie auch schon wieder zusammen, Lippen an Lippen, die Körper eng aneinander gepresst. Die schläfrigen, sanften Küsse wurden härter und sandten einen Stich Verlangen durch Lewis’ Körper. Das hatten sie schon lange nicht mehr gemacht - zu lange. Er wusste nicht, ob der Moment richtig war, richtete sich daher nur zögernd ein Stück auf, beugte sich über Santiago, drückte ihn in die Kissen zurück. Seine Hand wanderte von Santiagos Arm zu seiner Brust, zu seinem Bauch, seiner Hüfte, streichelte ihn, wo er ihn erreichte. Santiagos Atem wurde flacher an seiner Wange und Lewis grinste, ein kurzer Triumph darüber, den Mann so erfolgreich aus seinen Träumen zu leiten, während er ihn wieder küsste, wieder und wieder. Er verschob seine Beine, strich mit dem Schenkel über Santiagos Schritt, drängte das Knie zwischen seine Beine. Santiago regte sich unter ihm, eine köstliche Bewegung von Muskeln. Jede Bewegung, jeder spürbare Atem erweckte in Lewis das Bedürfnis nach noch mehr, noch enger, noch fester. Sein eigener Atem kam knapper und er sehnte sich nach Santiagos Händen, nach seinen Lippen, nach noch viel mehr. Aber er war nicht derjenige, der einen grauenhaften Albtraum hinter sich hatte und so verharrte er doch wieder, die Hand auf Santiagos Bauch, um zwischen ihren Küssen aufzusehen.
      Weiter?
      Weiter. Er schob seine Hand den verheißungsvollen Pfad hinab, tauchte unter den Bund der Unterhose und geisterte die ersten Ansätze flaumigen Haars entlang, ohne irgendwas zu berühren. Mit einem weiteren Grinsen senkte er den Kopf zu Santiagos Ohr und biss ihm ins Ohrläppchen, bevor er raunte:
      "Soll ich dir den Traum rausvögeln? Solange ficken, bis du dich an nichts mehr erinnern kannst? Soll ich?"
    • Lewis drückte ihn in die Kissen zurück und Santi ließ es geschehen. Wie konnte er auch nicht? Er wollte wissen, was Lewis mit ihm anzustellen gedachte. Der Streuner war wahrscheinlich der einzige Mensch auf diesem Planeten gegen den sich Santi nicht wehren würde. Nicht wehren konnte, wenn er mal richtig darüber nachdachte. Nicht, dass er gerade viel denken wollte.
      Er keuchte - halb aus Überraschung, halb als Reaktion auf den kleinen Blitz von 'Scheiße, fühlt sich das gut an' - in ihren nächsten Kuss hinein, als er Lewis' Knie in seinem Schritt spürte. Er drängte sich suchend dagegen, wollte mehr davon, wollte mehr von Lewis. Seine Hände landeten auf Lewis' Hintern, packten zu. Er wollte so viel mehr.
      "Weiter?" fragte Lewis.
      Santi nickte wieder, erpicht darauf, mehr von seinem Streuner zu bekommen. Alles von seinem Streuner zu bekommen.
      Er war sich jeder Bewegung des anderen Mannes mehr als bewusst, als Lewis seine Hand langsam nach unten schob. Er hinterließ dabei eine Spur aus heißem Verlangen über Santis Körper, das sich rasend schnell ausbreitete. Allerdings schien Lewis andere, bösartige Pläne zu haben, denn er schob seine Hand nicht dorthin, wo Santi sie gern hätte. Er gab ihm eine Dosis seiner eigenen Medizin, dieser verdammte Streuner.
      Und dann biss er ihn auch noch! Santi knurrte, wandte den Kopf um, um Lewis zu küssen, doch der entzog sich ihm.
      "Soll ich dir den Traum rausvögeln?" raunte der Streuner. "Solange ficken, bis du dich an nichts mehr erinnern kannst? Soll ich?"
      Fuck. Wie sollte Santi dazu denn bitte Nein sagen?!
      Er packte Lewis' Haare, grob wie er es mochte.
      "Treib mich in den Wahnsinn, callejero," raunte er, seine Stimme jetzt schon heiser, bevor er Lewis in einen geradezu brutalen Kuss zog.
      Ein Geräusch, das irgendwo zwischen Knurren und Stöhnen feststeckte, entwich ihm, als er seine Hüften so bewegte, dass Lewis zumindest an die Wurzel seines Geschlecht kam. Himmel, wie sollte er sich bloß unter Kontrolle haben, wenn der Streuner erstmal richtig loslegte?
      "Es waren vier," meinte er, als er von Lewis' Lippen abließ und sich seinen Kiefer entlang küsste. "Vier Träume in einem."
      Er wusste nicht, warum er das sagte. Er wusste nicht, welches Ziel er damit verfolgte oder welchen Zweck diese Information erfüllen sollte. Er sagte es einfach.
      Santi schob seine freie Hand hinten unter Lewis' Hosenbund, grub seine Finger in seinen kleinen Knackarsch. Er presste die Hüften des Streuners gegen seine eigenen in dem geradezu verzweifelten Versuch, mehr Reibung zwischen ihnen zu erzeugen. Er wollte mehr. Er brauchte mehr.


    • Santiago packte Lewis an den Haaren und der kurze Schmerz, der dem Zug folgte, war alles, was Lewis an Antwort benötigte. Mit einem dreckigen Grinsen im Gesicht ließ er sich hinabziehen, um gegen Santiagos Lippen zu prallen, fest und fordernd und schmerzhaft. Genau so, wie es gut war. Seine Hüften antworteten Santiagos Rollen und er keuchte leicht, als der andere ihm seine Härte entgegen drückte. Seine Finger schlossen sich um seine glühende Hitze und er spürte ihn Zucken, allein schon von dem Versprechen, was kommen würde. Lewis' Grinsen hätte nicht größer sein können. Er rieb ihn ein bisschen, um ihn noch mehr aufzustacheln, um ihm zu geben, was er haben wollte. Für den Moment. Santiago antwortete mit einem Keuchen.
      "Es waren vier", brachte er schließlich heraus und Lewis reckte den Kopf, um seinen bereitwilligen Lippen Platz zu machen. "Vier Träume in einem."
      "Vier", wiederholte Lewis und biss sich auf die Unterlippe, als Santiago seinen Hintern zu fassen bekam. Der dumpfe Schmerz schoss ihm sofort in den Schwanz.
      "Was machen wir mit vier? Vier Runden? Vier Orgasmen? Vier ruinierte Orgasmen?"
      Er grinste noch breiter und biss Santiago in die Lippe. Dann hörte er abrupt auf ihn zu reiben und streckte sich, bis er seine Eier zu fassen bekam. Ohne Vorwarnung drückte er zu, gerade so viel, bis Santiago damit aufhörte, seine Hüfte rollen zu lassen. So gut sich das auch anfühlte, wenn Lewis ihn in den Wahnsinn treiben sollte, würde er ihn wirklich in den Wahnsinn treiben.
      "Ah-ah-ah", machte er und setzte einen kleinen, fast zärtlichen Kuss auf Santiagos Lippen. "Ganz langsam, Großer. Ich kümmere mich um dich, aber dann musst du auch artig sein, okay? Weil zurückhalten kann ich dich nicht auf Dauer, das ist kräftemäßig ziemlich unausgeglichen. Und ich habe nur eine Hand."
      Er ließ seinen Blick an Santiagos Körper herabgleiten - die Decke war mittlerweile weggerutscht und Lewis sah seinen gesamten, prächtigen Körper - bevor er mit dem Druck seiner Hand nachließ und ihn zum Ausgleich ein bisschen massierte. Dann sah er wieder auf.
      "Darf ich dich ans Bett fesseln?"
      Jetzt, wo er den Gedanken ausgesprochen hatte, gefiel er ihm irgendwie. Seine Augen blitzten auf.
      "Mit Händen und Füßen?"
    • Süßer, beißender Schmerz schoss Santis Wirbelsäule hinauf. Ein Muskel in seinem Kiefer zuckte. Wann war er das letzte mal so grob behandelt worden? Er konnte sich nicht erinnern. Hin und wieder war es ganz lustig, aber normalerweise wollten die Leute ihn in der dominanteren Rolle sehen. Das hier war ein netter Tempowechsel. Er würde es genießen.
      "Ganz langsam, Großer. Ich kümmere mich um dich, aber dann musst du auch artig sein, okay?"
      Santi nickte, ein kleines, vorfreudiges Lächeln auf den Lippen. Er folgte Lewis' Blick. Was für einen chaotischen Anblick er doch abgab: die Bettdecke lag mehr neben dem Bett als darauf, Santi war halb nackt, aber seine Jogginghosen waren ihm fast bis zu den Knien hochgerutscht und sein Hosenbund war ein paar Zentimeter nach unten gewandert, jetzt wo Lewis seine Hand da unten hatte.
      Santi brummte wohlig als der Druck in seinem Schritt nachließ. Der Streuner hatte verdammt talentierte Hände.
      "Darf ich dich ans Bett fesseln? Mit Händen und Füßen?"
      Eine brennende Kette schloss sich um seine Hals, brannte sich in seine Haut, zog sich zu.
      Santi kniff die Augen zu, versicherte sich gedanklich, dass er in Ordnung war, dass er das nur geträumt hatte und nein, Lewis würde ihn nicht in glühende Ketten legen. Trotzdem musste er sich versichern, dass da keine Kette auf seiner Brust lag. Er legte eine Hand auf sein Schlüsselbein. Da war nichts. Bloß seine leicht erhitzte Haut, sein zu schnell schlagendes Herz. Er war okay.
      "Vielleicht... nicht die Füße?" schlug er einen Kompromiss vor. "Der Traum war... da war eine Kette."
      Er schluckte, fühlte das Brennen in seinem Nacken. Er drückte seine Finger in die Haut an seinem Schlüsselbein. Da war keine Kette.
      Santi nahm einen tiefen Atemzug. Dann noch einen. Schließlich setzte er sich auf und griff unter sein Bett, um die Tasche mit seinen Seilen rauszukramen. Er ploppte sie zwischen sich und Lewis (dessen Hand noch immer in seiner Hose steckte) und kramte darin herum, bis er ein passendes Seil gefunden hatte. Er machte ein paar schnelle Knoten rein, dann schob er seine Handgelenke hindurch. Einen Moment lang starrte er darauf. Die Knoten waren noch nicht einmal festgezogen und schon fühlte er sich seltsam. Wieder erinnerte er sich selbst daran, dass er in Ordnung war. Noch ein tiefer Atemzug.
      "Das Ende links ans Bett, das andere rechts. Zieh so fest, wie du willst."
      Er hatte den Knoten so gebunden, dass er ab einem gewissen Punkt nicht weiter zugehen würde, um seine eigenen Handgelenke zu schonen. Seine Schultern würden sich wahrscheinlich beschweren, wenn sie hier fertig waren, aber das gehörte ja irgendwie dazu.
      "Nur äh... Gib mir einen Moment, mich dran zu gewöhnen, ja? Normalerweise find ich sowas eigentlich ganz geil, aber ausgerechnet heute Nacht..."
      Er zuckte ein bisschen hilflos mit den Schultern.


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    • Das sofortige Nicken, das Santiago sonst immer von sich gab, blieb diesmal aus, weswegen Lewis eine Spur aufmerksamer auf ihn hinab blickte. Letzten Endes waren sie noch immer wegen Albträumen hier gelandet und wenn Santiago sich dorthin zurückversetzt fühlte, wäre keinem von ihnen geholfen. Lewis nahm sein Zögern daher ziemlich ernst.
      "Vielleicht... nicht die Füße?", fragte er und legte die Hand auf sein Schlüsselbein, wie um zu tasten. Lewis machte sich eine gedankliche Notiz, vielleicht seine Brust auszulassen. "Der Traum war... da war eine Kette."
      "Okay. Klar", sagte Lewis sofort und streckte sich, um seine Stirn zu küssen. Eine Kette, na toll. Und Lewis musste gerade mit Fesseln um die Ecke kommen, sehr gutes Timing.
      Aber was auch immer die Kette in seinem Traum getan hatte, sie schien Santiago nicht vollends davon abzuhalten, auf Lewis einzugehen. Er schluckte einmal sichtbar, dann schien er sich zu sammeln und setzte sich auf. Lewis folgte seiner Bewegung, wobei er seine Hand in seiner erhitzten Unterhose ließ und mit seinen Eiern spielte. Für Santiago schien das okay zu sein, deswegen zog Lewis sich nicht zurück. Er hatte schon zu lange darauf warten müssen, genau das zu bekommen, was er jetzt in der Hand hielt.
      Santiago präsentierte eines seiner Seile, dann fing er an Knoten zu knüpfen, die für Lewis viel zu kompliziert waren, bevor er seine Handgelenke durchzog. Es verging ein Moment, in dem der Mann nur starrte und Lewis näher rückte, um ihm den Arm um die Schultern zu legen. Man, vielleicht waren die Fesseln keine so gut Idee gewesen. Aber Santiago könnte das auch einfach selbst feststellen und solange er nichts sagte, würde wohl alles in Ordnung sein. Lewis würde es trotzdem vorsichtig angehen lassen. Nur zur Sicherheit.
      "Das Ende links ans Bett, das andere rechts. Zieh so fest, wie du willst."
      Jetzt doch wieder vorfreudig nahm Lewis die Seile entgegen. Normalerweise war er nicht sehr dominant unterwegs - normalerweise hatte er aber auch niemanden wie Santiago, bei dem man so etwas machen konnte, ohne sich dabei komisch zu fühlen. Außerdem spielte der Schmerz schon eine große Rolle und Lewis spürte ihn nunmal viel lieber selbst, als ihn jemand anderem zuzufügen. Aber das hier würde für ihn eine willkommene Abwechslung sein; wann hatte er denn schonmal die Gelegenheit, einen kräftigen Mann ans Bett zu fesseln? Er? Das war ja schon fast wie ein feuchter Traum, der in Erfüllung ging.
      "Nur äh... Gib mir einen Moment, mich dran zu gewöhnen, ja? Normalerweise find ich sowas eigentlich ganz geil, aber ausgerechnet heute Nacht..."
      "Sicher, Baby", schnurrte er und lies die Seile nochmal los, um sich auf Santiagos Schoß zu schwingen. Er küsste ihn ein paar Mal, sanfter als vorher, aber nicht weniger erhitzt. Er tat das so lange, bis Santiago von ganz alleine die Hände auf seinen Hintern, auf seine Beine legte und Lewis ihn dafür damit belohnen konnte, dass er sich an ihm rieb. Sie beide keuchten von der köstlichen Reibung zwischen ihnen.
      "Ich pass auf dich auf."
      Er legte die Hände an sein Gesicht und grinste auf ihn hinab.
      "Im Gegenzug wirfst du mich nicht vom Bett runter. Das ist das einzige, was du tun musst, um den Rest kümmere ich mich. Okay?"
      Er küsste ihn noch einmal, dann nahm er wieder die Seile auf. Nach Santiagos Anweisung verknotete er sie am Kopfende und zog sie dann fest. Santiago konnte die Arme noch beugen, aber nur ein kleines bisschen. Lewis wollte ihn nicht dauerhaft unter Spannung setzen, aber er wollte nur definitiv diese wuchtigen Arme von sich fernhalten. Aus reinen Sicherheitsgründen.
      "Okay? Wie fühlt sich das an?"
      Er kam zurück aufs Bett gekrochen und schmiegte sich zurück an Santiagos Seite, wobei er das Bein quer über seine legte. Santiago zog ein bisschen an den Seilen, bis er sich schließlich damit zurechtfand.
      "Zieh mal daran. Zieh mal kräftig daran. Ich will nur sichergehen."
      Santiago tat es und es hielt. Da grinste Lewis breit und gab ihm einen Kuss.
      "Ich ziehe uns jetzt beide aus und dann spielen wir."
      Nach einem weiteren Kuss setzte er sich beschwingt auf und riss sich unzeremoniell die Hose von den Beinen. Bei Santiago ließ er sich mehr Zeit, alleine schon dafür, den Anblick des Mannes ganz in sich aufzunehmen. Ausgestreckt lag er vor ihm, ein sonnengebräunter, perfekter Körper, Kurven, die zum Anbeißen waren, ein hochaufragender Schwanz, bei dem ihm das Wasser im Mund zusammenlief. Und all das direkt in seiner Reichweite, ohne dass jemand ihn davon hätte abhalten können. Lewis leckte sich die Lippen.
      "Man, das hätte ich schon viel früher machen sollen. Du siehst so scharf aus."
      Er kroch wieder über ihn, keine Sekunde ohne irgendeinen Körperkontakt zu Santiago, und legte sich auf ihn. Schamlos rieb er sich an seiner Hüfte, wobei er darauf achtete, dass im Gegenzug sein Bein Santiagos Glied nicht zu nahe kam. Verlangen brandete in ihm auf und er war sich ziemlich sicher, eine feuchte Stelle zu hinterlassen. Ein Grund mehr, das zu tun.
      "Ich hatte eigentlich einen Plan, aber wir machen das jetzt anders. Ich werde dir erst einen blasen, das geht nicht anders. Du siehst viel zu lecker aus, ich muss das kosten. Ich werde jeden Tropfen aus dir raussaugen, bis ich sage, dass es genug ist. Bis ich es sage, klar?"
      Er tätschelte Santiagos Wange und küsste ihn, hart und unsanft.
      "Das ist Nummer 1. Danach werde ich mich vorbereiten müssen, das ist dann Nummer 2. Du wirst schon sehen wie das Nummer 2 ist. Dann werde ich mich mit deinem Schwanz ficken, bis ich genug davon habe - das ist Nummer 3. Und zum Schluss will ich sehen, wie sehr dir die ganze Sache gefallen hat, das ist Nummer 4. Ich würde dir also sehr zu Herzen legen, dass du dich bei Nummer 3 ein bisschen zusammenreißt, damit noch was übrig ist für Nummer 4. Okay? Wie ist das Safewort?"
    • Santi's Aufmerksamkeit wurde von den Seilen an seinen Handgelenken zu den köstlichen Lippen des Streuners gerissen, als sich dieser rittlings auf seinem Schoß niederließ und ihn ungehemmt küsste. Santi konnte gar nicht anders, als sich in den Kuss - und all die anderen, die folgten - hinein zu lehnen. Mit dem Bisschen mehr Bewegungsfreiheit, das Lewis ihm vorher noch verschafft hatte, reichte gerade so aus, um seine Hände auf dem Knackarsch des Streuners zu platzieren. Dafür wurde er sogleich belohnt.
      "Ich pass auf dich auf. Im Gegenzug wirfst du mich nicht vom Bett runter. Das ist das einzige, was du tun musst, um den Rest kümmere ich mich. Okay?"
      Santi nickte. "Okay."
      Lewis rückte von ihm ab und machte sich daran, die Seile - und damit ihn - and Bett zu binden. Santi legte sich hin, ließ sich in die Kissen sinken, um das überhaupt erst möglich zu machen. Er konzentrierte sich darauf: wie weich die Kissen waren, wie bequem sein Bett, wie gut Lewis roch, auf alles, nur nicht auf die Seile und wie sie seine Bewegungen einschränkten.
      "Okay? Wie fühlt sich das an?"
      Santi war hin und her gerissen. Er hatte nicht gelogen, als er sagte, dass er solche Fesselspielchen eigentlich ganz geil fand. Er fesselte andere gern, er wurde gern gefesselt, kein Problem, immer her damit. Aber dieser verdammte Traum wollte einfach nicht locker lassen, obwohl die Details gar nicht übereinstimmten. Seine Seile waren weich und konnten jederzeit gelöst werden; die Kette war schwer und ungelenk gewesen. Er konnte sich immer noch bewegen und niemand würde ihn mit einem Seil verbrennen.
      Santi schloss die Augen und atmete tief durch, während sich Lewis an seine Seite kuschelte. Er zwang sich dazu, seine Realität wahrzunehmen: Kissen, Lewis, Seile. Er war okay. Probehalber zog er an den Seilen und sie gaben, wie erwartet, ein Stückchen nach, bevor sie seine Bewegungen einschränkten. Der Druck war...
      "Fühlt sich gut an," gab er zurück, als er die Augen öffnete und Lewis' Blick begegnete."
      "Zieh mal daran. Zieh mal kräftig daran. Ich will nur sichergehen."
      Santi lächelte und schüttelte den Kopf. Dann gab er Lewis, was er wollte: Er stemmte sich mit einiger Kraft gegen die Seile (und ließ dabei mit voller Absicht die Muskeln in seinem Oberkörper und in seinen Armen spielen). Die Seile hielten stand, wie sie sollten. Der Trick lag im Knoten, den Santi mit einer einzelnen Bewegung hätte lösen können, aber das war nicht der Punkt, den Lewis hier machen wollte und das wussten sie beide, so wie der Streuner gerade grinste. Die Show schien ihm gefallen zu haben. Santi grinste zurück.
      "Ich ziehe uns jetzt beide aus und dann spielen wir."
      Lewis schien es kaum aushalten zu können, so wie er sich die Klamotten vom Leib riss. Allerdings bremste er sich dann wieder, als es um Santis Hosen ging. Santi gab sich Mühe, wie das leckerste Buffet aller Zeiten auszusehen. Allem Anschein nach funktionierte seine Taktik. Er würde lügen, behaupte er, das Kompliment ginge an ihm vorbei.
      Der Traum war wie vergessen, als Lewis sich langsam, quälend langsam über seinen eigenen Körper schob. Santi wurde warm und wärmer, aber nicht etwa weil eine glühende Kette um seinem Hals lag. Lewis war viel zu gut darin, ihn zu teasen, stellte Santi in dem Augenblick fest, indem er nicht das bekam, was er haben wollte. Der Streuner rieb sich an ihm wie ein lusttrunkener Hund und im Gegenzug: nichts. Hätte Santi hier das Sagen, würde er sich dafür was einfangen. So aber musste er sich damit zufriedengeben.
      "Ich hatte eigentlich einen Plan, aber wir machen das jetzt anders. Ich werde dir erst einen blasen, das geht nicht anders. Du siehst viel zu lecker aus, ich muss das kosten. Ich werde jeden Tropfen aus dir raussaugen, bis ich sage, dass es genug ist. Bis ich es sage, klar? Das ist Nummer 1. Danach werde ich mich vorbereiten müssen, das ist dann Nummer 2. Du wirst schon sehen wie das Nummer 2 ist. Dann werde ich mich mit deinem Schwanz ficken, bis ich genug davon habe - das ist Nummer 3. Und zum Schluss will ich sehen, wie sehr dir die ganze Sache gefallen hat, das ist Nummer 4. Ich würde dir also sehr zu Herzen legen, dass du dich bei Nummer 3 ein bisschen zusammenreißt, damit noch was übrig ist für Nummer 4. Okay? Wie ist das Safewort?"
      Dios te salve, Maria!* Santi hatte ganz vergessen, wie scharf ihn sowas einfaches wie Worte machen konnten! Wenn sie nicht bald loslegten, dann explodierte ihm noch der Schritt - auf die unschöne Weise.
      "Alptraum," antwortete Santi, seine Stimme ohne ersichtlichen Grund etwas heiser."
      Scheiße, er wollte diese frechen Lippen um seinen Schwanz spüren und zwar gleich!


    • Alptraum? Das überraschte Lewis nun irgendwie gar nicht, wenn er daran dachte, was für ein beschissenes Safeword er selbst gewählt hatte. Im Gegensatz dazu war ja Alptraum noch ganz human.
      "Alptraum, okay", wiederholte er zur Bestätigung, wartete aber nicht mehr länger. Ihm war heiß, er war scharf und allem Anschein nach hatte auch Santiago seinen Anreiz daran, in seinen Fesseln zu liegen. Unwillkürlich musste Lewis an seine Fesselkünste zurückdenken und fragte sich, nicht ohne einigem Interesse, wie sie wohl an dem großen Mann aussehen würden. Nicht, dass ihn so etwas sehr anmachen würde, aber der Anblick wäre ein Erlebnis an sich. Von Santiago könnte er vermutlich niemals genug zu sehen bekommen.
      Er drückte ihm einen letzten Kuss auf die Lippen, feucht und schmatzend, dann richtete er sich auf und kroch nach hinten, bis er sich zwischen Santiagos Beinen legen konnte, seine kräftigen Oberschenkel genau links und rechts von Lewis. Grinsend begegnete er seinem Blick und leckte sich die Lippen. Das würde gut werden, das würde köstlich werden. Er hatte Santiago schon so lange keinen mehr geblasen, es würde genau das werden, was sie beide jetzt am meisten brauchten.
      Er machte es sich bequem zwischen seinen Beinen, dann richtete er sich auf und lehnte sich über Santiagos Schwanz, der ihm bereits aufmerksam entgegen kam. Mit geübter Präzision ließ er einen einzelnen Spucketropfen herab, platzierte ihn höchst delikat auf Santiagos Spitze, begegnete seinen funkelnden Augen und beugte sich dann hinab, um quer über seine Spitze zu lecken. Diesmal ließ er es sich wahrhaft auf seiner Zunge zergehen; immerhin könnte er hier den längsten Blowjob der Welt abziehen, wenn er es nur wollte, und Santiago hätte gar keine andere Wahl als ihn machen zu lassen - immerhin war das nur Nummer 1 von 4. Nur war Lewis ein rundum ungeduldiger Mensch und hatte dabei keine Nerven übrig, kaum schmeckte er Santiagos erhitztes Verlangen. Fuck, er hatte das viel zu lange nicht mehr gemacht. Mit einer einzigen Bewegung senkte er den Kopf und nahm ihn ganz in sich auf.
      Santiago war hart in seinem Mund und Lewis stöhnte leise, als er ihn mit seiner Zunge umkreiste und saugte, dass sich seine Wangen nach innen drückten, als er den Kopf hob und wieder senkte, nur um ihn tiefer zu drücken, nur um die Nase an sein Becken zu pressen. Er liebte das, den Stich der Tränen in den Augen, wenn er zu vorschnell zu weit ging, das High seines Atems, der bei seinem Tempo viel zu kurz kam, der harte Geschmack von Verlangen, das genau auf seiner Zunge lag. Dabei ließ er sich auch keine Zeit mehr; er wollte Santiago kommen sehen, das war alles, was er haben wollte. Er wollte, dass der Mann stöhnte, dass sich seine Muskeln anspannten, dass sein kräftiger Bauch zuckte, dass er sich ganz in Lewis ergoss. Er wollte ihm im wahrsten Sinne des Wortes den Alptraum aus dem Kopf vögeln und das fing damit an, dass der Mann auf seiner Zunge kam, komme was wolle. Dafür legte sich Lewis ins Zeug, dafür und für diese von Lust erfüllte Stimme, die er bei Santiago so liebte. Wieder senkte er den Kopf, legte eine Hand an Santiagos Wurzel, die andere an seine Eier, streichelte ihn, liebkoste ihn, lockte ihn. Und es funktionierte, natürlich tat es das. Lewis war ein verdammtes Genie mit seinem Mund und als Santiago ihn warnte, als er sogar sehr eindringlich mit seiner Warnung wurde und sein Bauch sich so schön anspannte, setzte Lewis auch noch einen drauf, wurde schneller, fester, härter, unermüdlicher, bis er Santiago direkt über die Klippe trieb. Heiß ergoss er sich in ihm und Lewis ließ nicht ab, ließ seine Lippen um ihn geschlossen, schluckte, was er schlucken konnte. Der Rest lief an Santiago herab und auch an seinem Kinn, doch darum kümmerte er sich nicht. Er ließ nur kurz los um Atem zu schöpfen und Santiago einen Moment zu geben - aber auch nur einen Moment. Er grinste diabolisch, als er sich kurz darauf schon wieder über ihn hermachte.
      Er hatte es ihm gesagt, hatte ihm sehr deutlich gemacht, dass sie aufhören würden, wenn Lewis es wollte. Und Lewis wollte noch nicht, noch lange nicht. Er hatte eine ganze Menge aufzuholen und das wollte er am liebsten jetzt haben. Alles zusammen. Er nahm ihn wieder in seinen Mund, leckte ihn sauber, leckte ihn auch noch mehr, über seine Länge, seine Spitze, saugte an ihm, streichelte ihn. Santiago wurde zwar wieder weich in seinem Mund, aber Lewis würde ihn schon noch zurückholen. Nichts konnte ihn davon abhalten.
    • Dafür, dass Lewis immer so viel strampelte, wenn Santi ihn auf die Folter spannte, genoss er es viel zu sehr, das Gleiche jetzt ihm anzutun. Und Santi genoss jede Sekunde davon. Santi starrte an sich selbst herab, begegnete Lewis' Blick. Scheiße, war das heiß.
      Mit einem genüsslichen Seufzen ließ er den Kopf in die Kissen sinken, als Lewis ihm endlich ein bisschen, ein kleines bisschen Erleichterung verschaffte. Teasing war schön und gut, aber nichts ging über das eigentliche Gefühl. Und sie beide wussten ganz genau, wie sehr Santi diese Lippen, diesen Mund, diesen Hals liebte.
      "Fuck," stöhnte er, als Lewis ihn einfach so komplett schluckte. Genauso, wie er es gern hatte. Lewis verwöhnte ihn richtig.
      Instinktiv wollte Santi eine Hand in die wilde Mähne des Streuners schieben, doch die Fesseln hielten ihn schnell davon ab. Er warf einen Blick nach oben, grinste. Das machte es gleich zehnmal heißer. Statt also Lewis' Haare zu packen und ihn so lange festzuhalten, bis er um Luft rang, presste Santi seine Hüften nach oben, so gut er konnte, so weit Lewis ihn ließ. Der Streuner konnte ziemlich kräftig sein, wenn er nur die richtige Motivation hatte. Und die hatte er allem Anschein nach gerade.
      Er verbiss sich einen weiteren Fluch, indem er sich wortwörtlich auf die Lippe bis. Fuck, die Hitze von Lewis' Mund schoss seine Wirbelsäule hinauf und sorgte für einen gezielten Kurzschluss in seinem Kopf. Er ballte die Hände zu Fäusten, wollte Lewis berühren, doch die Fesseln hielten ihn davon ab. Fuuuck!
      Und dann nutzte dieser verdammte Streuner auch noch seine Hand!
      "Madre de Dios! Lew... fuck!"
      Der Hitze folgte ein Kribbeln, folgte eine Welle von etwas süßem, scharfem, das keinen Namen hatte, aber jeder kannte. Santi wusste ganz genau was es war und er wollte es genau jetzt. Seine Hüften zuckten mittlerweile ohne sein Zutun, suchten nach süßer Erlösung.
      "Callejero, wenn du so weitermachst...!"
      Das war genau das, was Lewis wollte, wie es schien, denn der Streuner machte nicht nur unermüdlich weiter, er legte sogar noch einen Zahn zu. Santi verlor sämtliches Zeitgefühl, verlor so ziemlich alles an Wahrnehmungen, was er hatte, wenn er ehrlich war. Und dann verlor er sich selbst, vollkommen und gänzlich, in dem Gefühl, das Lewis und dessen Berührungen ihm verpassten.
      Er kam, nicht mit einem Stöhnen oder Keuchen, sondern mit einem Brüllen. Er stemmte sich gegen die Fesseln - die kein bisschen nachgaben - als Welle um Welle ihn überrollte.
      "Scheiße," fluchte er atemlos, als er endlich wieder Worte formen konnte.
      Irgendwie schaffte er es, den Kopf zu heben, und Lewis' Blick zu begegnen. Der Streuner hatte von ihm abgelassen, aber da war ein fettes Grinsen in seinem Gesicht. Seinem von Tränen gezeichneten Gesicht. Himmel, Lewis sah scharf aus mit den zerzausten Haaren und den Resten von Santis Orgasmus an den Lippen. Und Santi hatte nicht einmal etwas getan, um dafür zu sorgen. Fuck, das sollte er noch dreimal mitmachen? Er hatte dem Streuner zu viel beigebracht.
      Santi keuchte, als Lewis ihn gleich wieder in den Mund nahm. Seine Hüften zuckten, weg von ihm, weil er noch so sensibel von der ersten Runde war.
      "Oh fuck..."
      Er ließ den Kopf wieder in die Kissen fallen.
      "Hände," keuchte er.
      War es absolute Folter, in diesem Tempo weiterzumachen? Ja. Süße, süße Folter, von der er absolut nichts verpassen wollte.
      "Ich will deine Hände auf mir..."


    • Das Bett knarzte unter Santiagos Bewegungen und für einen Moment hatte Lewis die Vision, dass die Seile doch reißen und der Mann sich auf ihn stürzen könnte - was ein Gedanke war, der sein vernachlässigtes Glied zucken ließ. Zwar rissen sie doch nicht, was er immerhin auch vorhergesehen hätte, aber der Gedanke war es, der ihn weiter anspornte. Wer weiß, vielleicht konnte er Santiago so sehr aufstacheln, dass er ihn hinterher noch einmal ins Bett vögelte, so fest, dass Lewis zwei Tage nicht mehr richtig sitzen könnte. Von dem Gedanken grinste er, bevor er Santiago noch einmal schluckte. Keine schlechte Idee eigentlich. Gar keine schlechte Idee.
      Santiago stöhnte gleich wieder auf, kaum als Lewis' erbarmungslose Zunge ihn wieder umrollte, und diesmal zuckten seine Hüften in die andere Richtung. Lewis hatte sich zwar noch gefallen lassen, sich von dem Mann halb in den Mund ficken zu lassen, aber das hier war nicht mehr erlaubt. Er war immerhin noch nicht fertig mit ihm. Mit eisernem Willen packte er ihn an der Hüfte und hielt ihn fest, gerade genug, um ihn wieder vollständig in den Mund nehmen zu können. Santiago gab darauf wieder ein hilfloses Keuchen von sich.
      "Hände. Ich will deine Hände auf mir..."
      Lewis sah auf, den ganzen perfekten Oberkörper des Mannes entlang, um das von Lust und Schmerz verzogene Gesicht zu sehen. Fuck. Eigentlich hatte er überlegt, nicht darauf einzugehen, aber wie könnte er ihm denn diesen Wunsch ausschlagen? Nicht sicher, wo genau Santiago seine Hände haben wollte - und nicht gewillt, einen Moment lang zu stoppen um zu fragen - ließ er seine Fingernägel über seine Taille gleiten und über die Innenseite seiner Schenkel, bis er zuckte und Lewis mit der flachen Hand wieder drüberstrich, seinen Muskeln folgte, nach oben fuhr und mit seinen Nippeln spielte. Santiagos Hüfte zuckte noch immer, aber nach einer Weile spürte er auch, wie er wieder fester wurde, wie er sich langsam wieder aufrichtete. Mittlerweile tat Lewis alles weh, sein Kiefer, seine Zunge, sein Nacken, sein Rücken, doch genau das war es, was er so sehr liebte, der Schmerz, den er nur deshalb bekam, weil ein Schwanz in ihm steckte. Eifrig leckte er ihn weiter, saugte ihn weiter, bis Santiago wieder steinhart war, bis er sich wieder von selbst in seinen Mund drückte. Da nahm Lewis erneut seine Hand dazu, massierte seine Eier, streichelte ihn dort, wo sein Mund gerade nicht war, und als er dieses Mal Santiagos Warnung hörte, trieb er ihn weiter, trieb ihn bis zum Klippenrand - und löste sich dann von ihm, um sich aufzusetzen. Er entzog sich ihm ganz und wischte mit dem Handrücken über seinen geschwollenen Mund.
      "Fuck."
      Seine Stimme war ganz heiser und Lewis grinste ein breites, triumphierendes Grinsen auf den Mann hinab, der sich noch von seinem verpassten Orgasmus wand. Eigentlich ein sehr netter Ausblick. Jetzt wusste er, wieso Santiago ihn nie gleich kommen ließ.
      "Man war das gut. Nummer 1 geschafft, Santi. Du hast noch was vor dir, werd jetzt nicht ungeduldig."
      Er tätschelte seinen Oberschenkel, während Santiago von seinem High wieder runterkam, und beugte sich dann über ihn um das Gleitgel aus dem Nachttisch zu fischen. Er ließ Santiago dabei zusehen, wie er zwei seiner Finger damit einschmierte; für Santiagos Größe bräuchte er eigentlich drei, aber er mochte den Schmerz. Natürlich. Mit einem diabolischen Grinsen stellte er das Gleitgel zurück und kletterte rückwärts auf Santiagos Bauch. Mit einer Hand stützte er sich auf seinem Schenkel ab und lehnte sich ein bisschen nach vorne. Ihre Schwänze berührten sich leicht.
      "Schau jetzt gut hin. Nicht wegsehen."
      Er spreizte die Beine genug, damit Santiago seinen ganzen Arsch sehen konnte, dann griff er nach hinten und schmierte sich das Gel um den Eingang, bevor er langsam den Finger hinein drückte. Von dem ersten Gefühl spannten sich seine Muskeln und er ließ sich diesmal mehr Zeit, um Santiago eine Show zu bieten. Genüsslich versenkte er den Finger in sich, bewegte ihn ein bisschen, ließ Santiago sehen, dass er ihn bewegte, und zog ihn wieder ein Stück heraus, hinein und wieder heraus, bevor er den zweiten dazu nahm. Mit beiden Fingern fingerte er sich selbst und achtete darauf, dass Santiago alles zu sehen bekam, dass er jedes noch so kleine Detail beobachten konnte. Genüsslich seufzte er und lehnte sich ein Stück zurück, damit er die freie Hand an Santiagos Schwanz legen und träge streicheln konnte.
      "Sag mir, wie sehr du mich ficken willst."
    • Ein heiseres Seufzen entwich Santi, als er Lewis' Hände nur eine Sekunde nach seiner Bitte auf seinen Schenkeln spürte. Das war genau das, was er gewollt hatte. Aus dem Seufzen wurde ein ersticktes Keuchen, als Lewis seine Hände auf seiner Brust platzierte. Scheiße, das sollten sie öfter machen...
      Santi schloss die Augen und ließ sich in das Gefühl hineinsinken, ließ sich davon tragen. Sein Körper entspannte sich weit genug, um auf die neue Stimulation zu reagieren und schon bald rauschte die Lust erneut durch ihn. Langsam zuerst, dann fordernder, drückte er Lewis seine Hüften entgegen. Lewis war so gut in dem, was er da tat, dass er ihn in nur wenigen Minuten gleich wieder auf die Spitze trieb.
      "Fuck!"
      Wieder zog Santi an seinen Fesseln, wieder konnte er sich nicht davon befreien. Er wollte so gern seine Hand in die Mähne des Streuners schieben, ihn an Ort und Stelle festhalten...
      "Fuck, Lewis.... haaa!"
      Lewis ließ los. Dieser verdammte Streuner, ließ einfach von ihm ab. Scheiße, dachte Santi mit einem frustrierten Lachen. Er hatte dem Streuner wirklich zu viel beigebracht.
      Er sah auf, fand Lewis' Blick. Ein großer Fehler, wie sich herausstellte, als dieser sich frech über die Lippen wischte. Fuuuck.
      Als Lewis grinste, lächelte Santi zurück. Er konnte gar nicht anders. Das hier war viel zu heiß, viel zu gut, um es nicht zu tun. Er wollte mehr. Er wollte so viel mehr.
      "Man war das gut. Nummer 1 geschafft, Santi. Du hast noch was vor dir, werd jetzt nicht ungeduldig."
      "Ich doch nicht," erwiderte Santi und ließ den Kopf wieder in die Kissen sinken.
      Wie zuvor auch konzentrierte er sich auf seinen Körper, spürte, wie das heiße Kribbeln langsam nachließ. Das änderte nicht das Geringste an seiner Erregung.
      Als sich Lewis über ihn beugte, hob er frech den Kopf und biss ihn leicht in einen Nippel. Wenn sich der Streuner schon so anbot...
      Die Quittung dafür bekam er sogleich serviert, als Lewis die Show seines Lebens abzog. Er zischte leise, als sich Lewis in Position gebracht hatte.
      "Schau jetzt gut hin. Nicht wegsehen," forderte der Streuner und Santi nickte.
      Wie sollte er denn davon den Blick abwenden? Von diesem perfekten kleinen Arsch und Lewis' flinken Fingern. Santi leckte sich über die Lippen. Wie gern er doch seine Finger da drin hätte. Wie gern er doch seine Zunge da drin hätte. Shit.
      "Madre de Dios!" fluchte Santi, als Lewis plötzlich auch Hand an ihn legte. Damit hatte er nicht gerechnet.
      "Sag mir, wie sehr du mich ficken willst."
      Santi lachte leise.
      "Dich ficken? Ich will so viel mehr als das. Ich will deine Finger da mit meiner Zunge ersetzen. Ich will dich nur damit kommen lassen. Und dann würde ich meinen Mund auf der anderen Seite benutzen und dich nochmal kommen lassen, bis ich nichts mehr schlucken kann. Und dann... dann würde ich dich langsam nehmen. So langsam, dass es uns beide in den Wahnsinn treibt. Und dann nochmal, so schnell und hart und brutal, dass du drei Tage lang nicht sitzen kannst. Und das alles kam mir erst in den Kopf, als du deinen perfekten kleinen Arsch da in mein Sichtfeld gehoben hast. Fuck, callejero, ich will dich so sehr durchnehmen, dass es fast schon wehtut, es nicht tun zu können."
      Wie zum Beweis riss Santi an seinen Fesseln, aber die hielten stand, hielten ihn von seinem Preis fern. Frustrierend, auf die süßeste Art und Weise.


    • Lewis spürte eine ungewöhnlich intensive Ekstase, die ihn bei Santiagos Worten durchschoss. Fuck - das war heiß. Richtig heiß. Dabei war er doch eigentlich nicht der Typ dafür, der sich gern einen blasen ließ oder jemandes Mund an seinem Arsch hatte. Wieso geilte ihn das dann genauso auf wie von Santiago hart durchgenommen zu werden? Hatte er heute wieder eine seiner Macken am Laufen?
      "Fuck. Echt?", keuchte er und drückte seine Finger ein Stück tiefer. Er suchte nach dem Punkt in seinem Inneren, erreichte ihn aber nicht. Finger zu kurz. Santiago fand ihn jedes Mal und kurz war Lewis dazu geneigt, ihn einfach loszumachen und sich ordentlich von ihm ficken zu lassen - natürlich die Variante schnell und hart, nicht langsam, was für ein Schwachsinn. Aber nein; das war sein Spielplatz heute. Santiago lehnte sich zurück und Lewis brachte sie beide an die Spitze.
      Trotzdem wurde ihm bei der Vorstellung an seine Worte heißer und er drückte den Rücken durch, rieb sie beide aneinander. Okay, genug der Vorbereitung. Sollte er sich doch den Arsch aufreißen, er konnte jetzt nicht länger warten. Er brauchte Santiagos Schwanz.
      Mit einem leisen Geräusch zog er seine Finger wieder heraus und rutschte nach vorne, positionierte sich über seinem Glied und spreizte mit beiden Händen seine Backen. Er wollte Santiago sehen lassen, wo er gleich hineindrückte, und hielt dafür eine Hand an seinem Arsch, um mit der anderen seine Spitze anzusetzen.
      "Nicht bewegen."
      Er suchte sich den richtigen Winkel, dann drückte er ihn hinein, Zentimeter für Zentimeter. Der Schmerz brannte heiß und zog ihm sogleich in den Schwanz, ließ ihn zucken und dann auch noch stöhnen. Fuck, wenn das nur so bleiben würde, er könnte vermutlich von dem Gefühl alleine schon kommen. Wie wäre das denn als Vorstellung und keine scheiß Zunge im Arsch? Keine Ahnung, wieso ihm das gerade noch so gefallen hatte. Manchmal ging es mit ihm einfach durch.
      Santiago drang in ihn tiefer und tiefer, füllte ihn aus auf eine Weise, wie es nur Santiago kannte, und brachte einen Schmerz mit, den auch nur Santiago zufügen konnte. Süßer, süßer Schmerz, von dem sich Lewis in die Lippe biss und keuchte. Es fuhr ihm wie ein Blitz durch die Wirbelsäule und als er tief genug war, um Santiago loslassen zu können, legte er die Hand stattdessen an sich selbst. Mit ein paar kräftigen, groben Bewegungen rieb er sich, bis er schließlich ganz auf Santiago saß. Genüsslich ließ er die Hüfte kreisen, erfühlte, wie der Mann sich in ihm bewegte.
      "Fuck. Ich liebe deinen Schwanz. Ich liebe ihn."
      Langsam setzte er sich wieder ein Stück auf, ließ sich dann wieder zurücksinken. Das unangenehme Gefühl blieb, würde sich aber in ein paar Sekunden auch schnell wieder verflüchtigt haben. Er musste es ausnutzen, solange es noch da war. Er genoss es auch, in vollen Zügen.
      Irgendwann hatte er sich soweit daran gewöhnt, dass er sich bewegen konnte, und dann hielt er sich auch nicht mehr zurück. Noch einmal saß er ab, um sich zu Santiago umzudrehen, um ihn zu beobachten, während er ihn ritt, und ab da zeigte er keine Gnade mehr, für keinen von beiden. Er drückte ihn tief in sich und dann ritt er ihn, schnell und gierig, prallte gegen seine Hüfte nur um sich wieder abzufedern, nahm ihn tief und nahm ihn grob. Sein Schwanz hüpfte vernachlässigt in seinen Bewegungen, seine Muskeln spannten sich an, seine Hüfte zuckte. Er fand nicht ganz den richtigen Winkel, aber das interessierte ihn auch nicht. Santiago fühlte sich auch so gut genug an.
      "Fuck! Fuck!"
      Er lehnte sich nach vorne, stützte sich auf seiner Brust ab, bewegte seine Hüfte in einem Tempo, die ihm selbst schier den Atem raubte. Keuchend starrte er auf Santiago nieder, wollte sehen, wie er in ihm verging - wollte es dann doch nicht sehen. Scheiße, nicht jetzt. Wenn der Mann jetzt kommen sollte, würde er ihn umbringen.
      "Sch-eiße, untersteh dich zu kommen... Santiago! Fuck!" Er rollte mit den Hüften, presste sie gegen Santiago, auf und ab, auf und ab, so schnell er nur konnte.
      "Untersteh dich!"
      Grob griff er nach seinem Hals, packte ihn und drückte zu.
    • Santis Herz schlug sofort schneller, als die Hand des Streuners seinen Hals berührte. In seinem Kopf riss etwas auf. Ein Bild, das längst verschüttet geglaubt war, brach durch die dünne Haut der Gegenwart.
      Die Kette.
      Er erinnerte sich mit brutaler Klarheit. Wie sie sich langsam um seinen Hals legte, als hätte sie ein eigenes Bewusstsein. Kühl zunächst, trügerisch glatt. Dann spannte sie sich plötzlich, riss an seiner Haut, schnitt sich in ihn hinein wie ein lebendiges Seil aus Eisen. Er hatte geschrien, oder geglaubt zu schreien – aber kein Ton war herausgekommen. Dann kam die Hitze.
      Sie kroch unter seine Haut, fraß sich in sein Fleisch, als würde jemand die Kette in einem Ofen erhitzt und ihm dann umgelegt haben. Der Schmerz war so echt gewesen, dass er glaubte, in Flammen zu stehen. Und jetzt war er wieder da.
      Sein Atem ging plötzlich viel zu schnell, flach und zittrig. Panik quoll in ihm auf wie Rauch in einem geschlossenen Raum. Er keuchte, rang nach Luft, als würde die glühende Kette ihn erneut würgen. Seine Augen weiteten sich, suchten Halt in der Gegenwart, fanden aber nur Schatten.
      "Nimm die Hand weg", wollte er sagen, aber es kam nichts. Nur ein dumpfes, abgehacktes Röcheln. Seine Brust hob und senkte sich hastig. Er zerrte an seinen Armen, doch sie waren über seinem Kopf fixiert, seine Bewegungen eingeschränkt. Gefangen. Ausgeliefert. Genau wie damals.
      Sein Körper verkrampfte, der Nacken zog sich zusammen, der Hals war plötzlich wieder das Zentrum allen Schmerzes.
      Tränen stiegen ihm in die Augen, aus bloßem Überlebenstrieb.
      Er schüttelte den Kopf, als könne er das Bild abschütteln, die Hitze, das würgende Eisen – aber es blieb.
      Durch den dichten Nebel der Panik, durch das Kreischen in seinem Kopf, das Dröhnen seines eigenen Herzschlags in den Ohren, kämpfte sich ein einziger Gedanke an die Oberfläche. Ein Wort. Ein Rettungsanker.
      "Alptraum!"
      Es war kaum mehr als ein heiseres Flüstern, gepresst zwischen zwei krampfhaften Atemzügen, kaum hörbar – aber es reichte.
      Die Hand wich augenblicklich zurück. Ein erschrockenes Keuchen, ein hastiger Schritt zur Seite, Bewegung im Raum, die Santi kaum noch einordnen konnte.
      Doch der Griff um seinen Hals war noch da. Nicht in der Realität – aber in seinem Kopf, in seinem Körper. Der Schmerz war ein Nachbeben, das ihn immer noch erschütterte, obwohl die Gefahr vorbei war. Seine Lungen weigerten sich, vernünftig zu arbeiten, und sein Blick war starr auf einen Punkt gerichtet, den er gar nicht bewusst wahrnahm.
      Seine Schultern zitterten.


    • Er sah es.
      Er sah es voraus.
      Es eröffnete sich ihm als Knoten in dem Moment, in dem er die Hand an seinen Hals legte, und es war so furchtbar, so grausam, dass Lewis einen Moment lang davon der Atem stockte. Er sah es alles, den Bruchteil einer Sekunde bevor es geschah und er wusste gleichzeitig, dass es schon zu spät war, um es zurückzuziehen. Es war eine spontane Entscheidung gewesen, ohne darüber nachzudenken. Wieso sollte er beim Sex auch überlegen, ob er etwas tun sollte oder nicht? Es war Sex, er konnte doch auch einmal ohne seine Magie leben!
      Aber Santiago konnte es nicht und Lewis erlebte es in dem Augenblick, als der echte Santiago die Augen aufriss, so wie es der vorhergesehene getan hatte, und kreidebleich im Gesicht wurde. Seine Muskeln verkrampften sich und er nahm einen Atemzug, der nicht kam. Sein Blick glitt an Lewis vorbei zu etwas, das er nicht sehen konnte.
      Oh fuck.
      Oh fuck.
      "Oh fuck."
      So schnell, wie er Santiago gepackt hatte, ließ er auch von ihm ab. Santiago schnappte nach Luft und es war ein zittriger Atemzug, der ihm da durch den Mund kam. Er zitterte und das kam nicht von einem Orgasmus. Er hatte eine scheiß Panikattacke.
      "Fuck. Sorry. Scheiße. Hey -"
      Panisch versuchte Lewis sich zu ordnen. Damit hatte er nicht gerechnet - es war doch alles bisher noch okay gewesen, er hatte den Traum doch hinter sich gelassen! Aber anscheinend war es doch nicht ganz vorbei gewesen und Lewis -
      Der Hals. Lewis hatte ihn irgendwie getriggert. Die Erkenntnis fühlte sich an als würde seine Welt auseinanderbrechen. Er hatte Santiago wehgetan.
      "Scheiße. Tut mir leid. Warte -"
      Ruhig bleiben. Nachdenken, verdammt! Er saß noch immer auf seinem Schwanz, er musste runter - nein, die Fesseln. Schnell lehnte er sich nach vorne und löste sie mit einem Zug, den Santiago ihm gezeigt hatte. Die Schlaufen öffneten sich sofort und gaben seine Handgelenke frei. Santiago zog sie sofort zu sich, wobei seine Augen noch immer riesig waren und in weiter Ferne lagen. Er hatte Angst. Er tat Lewis so leid, dass es schon fast schmerzte.
      Mit einer unangenehmen Bewegung entzog er sich ihm und schwang sich aufs Bett. Sein Puls raste und das nicht im guten Sinn, der Sex war vergessen. Er musste Santiago helfen. Wie konnte er Santiago helfen? Er sollte ihn sauber machen, ihn anziehen, ihm was zu trinken geben, mehr Licht anmachen. Aber dafür müsste er das Bett verlassen und das traute er sich nicht. Er wollte Santiago nicht im Stich lassen, nicht wenn er so zitterte.
      Kurzerhand griff er nach der heruntergeworfenen Decke und zog sie über sie beide. Ohne den Kontakt zu Santiago zu verlieren, deckte er ihn ganz damit zu und zog ihn vorsichtig an sich, hielt seinen Kopf an sein Schlüsselbein, kämmte ihm feuchte Strähnen aus der Stirn. Fuck. Er hätte besser aufpassen sollen.
      "Santiago? Santi? Baby?"
      Er küsste ihn auf die Stirn und auf den Scheitel. Aufgeregt versuchte er die Ruhe zu bewahren, damit sie nicht beide austickten.
      "Baby? Hörst du mich?"
    • Die Fesseln über seinem Kopf wurden gelöst – er spürte es kaum. Seine Arme sanken herab wie nutzlose Glieder, taub, als gehörten sie nicht zu ihm. Er klappte in sich zusammen, ein zitternder Haufen Mensch, zusammengesunken in seinem eigenen Bett, als sei er wie eine Fliese aus den Fugen gefallen und dann auf dem Boden zerbrochen.
      "Santiago? Santi? Baby? Hörst du mich?"
      Die Stimme war sanft, flehend fast, aber sie erreichte ihn nur gedämpft, wie durch eine Glasscheibe.
      Seine Hände krallten sich an seinen Oberarmen fest, die Schultern zuckten bei jedem panischen Atemzug.
      Er konnte nicht reden. Noch nicht. Die Worte waren blockiert, gefangen irgendwo hinter der Erinnerung an den Traum, die ihn überrollt hatte wie eine Lawine.
      Alles in ihm schrie, obwohl der Raum still war.
      Etwas Warmes berührte seine Schulter. Nicht plötzlich. Nicht fordernd. Sanft. Ein Daumen, der langsam über seine Haut strich, kaum mehr als ein Hauch, aber echt.
      Echt.
      Santis Atem war immer noch flach, aber sein Körper begann, den Unterschied zu spüren. Das war nicht die Kette. Nicht das Brennen. Das war Haut. Menschlich. Warm. Lebendig.
      Ein Flüstern erreichte ihn. Keine Worte zuerst, nur Klang. Ruhig, voller Zärtlichkeit. Wieder. Und wieder. Der Rhythmus dieser Stimme war wie eine Welle, die an das Ufer seines Bewusstseins schlug. Immer wieder. Nicht laut, nicht drängend – geduldig.
      Er konzentrierte sich. Nicht auf den Schmerz, nicht auf die Bilder. Auf das Jetzt. Er zwang sich, das Bett unter sich wahrzunehmen. Die Art, wie der Stoff der Bettdecke an seinen Knien rieb. Wie seine Handflächen gegen seine Oberarme drückten. Und dann: Die Finger an seinem Nacken. Sie glitten vorsichtig über seine Haut, streiften kaum über ihn. Kein Würgen. Kein Zwang. Zärtlichkeit.
      Santi schluckte schwer. Der Knoten in seiner Kehle war noch da, aber er begann, sich zu lösen.
      Ein weiteres Flüstern. Sein Name.
      Er blinzelte. Einmal. Zweimal. Die Welt war noch nicht klar, aber sie war da. Er war nicht in dem brennenden Raum aus seinem Traum. Er war in seinem Schlafzimmer. Ein vertrauter Geruch. Haut, Gras, etwas Warmes und Weiches, das an seine Wange stieß.
      Er spürte sich selbst wieder.
      Santi atmete langsam durch die Nase ein, zählte innerlich.
      Eins. Zwei. Drei.
      Langsam ausatmen.
      Eins. Zwei.
      Ein Zittern fuhr ihm noch durch die Glieder, aber es war anders jetzt. Es war bloß ein Nachklang, nicht mehr der Sturm selbst. Er zwang sich dazu, seine Finger von seinen Oberarmen zu lösen und schaffte es, wenn auch nur langsam. Er lehnte sich leicht zur Seite, suchte – noch vorsichtig, noch flüchtig – die Nähe, die ihn zurückgeholt hatte. Er war noch nicht ganz da, aber er war jetzt an dem Punkt angekommen, an dem er wusste, dass er zurückkommen konnte. Und dass jemand da war, der ihn auffing.
      "Lewis?"
      Seine Stimme war leise, kaum mehr als ein Flüstern. Er griff nach dem Streuner, brauchte die Sicherheit, die er bot.


    • Eine geraume Zeit lang versank Lewis so sehr in Sorge um den Mann, dass sein Gehirn völlig kurzschloss. Santiago rührte sich einfach nicht. Oder doch, er rührte sich schon, aber er zitterte und bebte und atmete so flach, dass Lewis es gar nicht gemerkt hätte, wenn sein Atem ihn nicht an der Haut gestreift hätte. Es war so furchtbar mit anzusehen, wie der sonst so gefasste Mann völlig in sich zusammenbrach, gänzlich heruntergebrochen in einen zitternden Haufen, der nicht einmal eine Antwort zustande brachte. Lewis hätte heulen können. Ihm tat das Herz weh von der rohen Gewalt, die seinen Freund im Griff hatte.
      Santi. Baby”, flüsterte er flehend immer wieder und strich ihm über die Haare, die Schulter, die Hüfte, plante jede seiner Bewegungen sorgfältig voraus und hatte die Augen weit aufgerissen, um keinen Knoten zu verpassen. Es kamen auch keine und doch rührte sich Santiago nicht. Lewis war bald der Verzweiflung nahe. Santiago sollte zurück zu ihm kommen.
      Da hörte er ein leises, kleines “Lewis?” und die Erleichterung überschwemmte ihn so plötzlich, dass ihm schwindelig wurde. Er zog den Mann sofort fester an sich.
      Ja. Ich bin da. Ich bin hier.
      Mit einer Zärtlichkeit, die Lewis selbst überraschte, küsste er seine Schläfe und strich ihm die Haare nach hinten.
      Dir passiert hier nichts. Du bist okay, versprochen. Ich hab dich.
      Er flüsterte weiter, was auch immer ihm gerade in den Sinn kam, während Santiago allmählich den verkrampften Griff um seine Arme löste. Noch einmal erschauderte er, aber dann hielt Lewis ihn fester und es geschah nicht noch einmal. Er schien zu ihm zurück zu kommen, zum Glück.
      Santi”, flüsterte Lewis sanft und reckte den Kopf ein bisschen zurück. “Kannst du mich ansehen? Bitte?
      Santiago konnte, nach und nach. Er hob die bernsteinfarbenen Augen zu ihm und Lewis schluckte schwer bei dem Anblick, bei der puren Verzweiflung, der Angst, die in ihnen stand. In diesem Augenblick hasste er Santiagos Magie wie noch nie zuvor. Sie hasste sie mehr hierfür als für das, was sie ihm selbst angetan hatte.
      Aber er ignorierte das Gefühl, denn Santiago sah ihn an und das war ein großer Fortschritt für den Moment. Er lächelte so sanft, wie er nur konnte, denn sicherlich brauchte Santiago keine Angst zu haben, wenn er etwas zum Lächeln hatte.
      Hey. Da bist du ja.
    • Der schlimmste Sturm war vorbei.
      Santis Körper fühlte sich an, als habe er gegen eine unsichtbare Flut angekämpft – erschöpft bis in die Fasern, seine Muskeln müde, seine Nerven ausgezehrt. Doch jetzt lag er da, gehalten, getragen von einem Menschen, der geblieben war, der nicht erschrocken zurückgewichen war, als der Abgrund in ihm sich aufgetan hatte.
      Sein Kopf ruhte an einer warmen Brust, und dort, wo Haut auf Haut traf, spürte er nicht mehr Bedrohung, sondern Wärme, Beständigkeit, das stetige Heben und Senken eines anderen Atems.
      Es war nicht mehr schwer zu atmen – nur ungewohnt. Santi schloss die Augen, ließ sich sinken, nicht in Dunkelheit, sondern in eine Stille, die nicht leer war, sondern gefüllt mit Nähe. Er fühlte das leichte Streichen von Fingern durch sein Haar, die kaum spürbare Bewegung eines Daumens, der über seinen Rücken strich – nicht mechanisch, nicht beruhigend um der Geste willen, sondern liebevoll, wirklich.
      Und in dieser Berührung – in dieser Stille, die kein Schweigen war – passierte etwas mit ihm.
      Nicht plötzlich, nicht wie ein Blitzschlag. Es war eher ein langsames Erkennen, das er nicht mehr wegschieben konnte. Als würde etwas einrasten. Da war jemand, der nicht ging. Der ihn nicht nur in hellen Momenten wollte, sondern auch dann, wenn er zitterte, stolperte, zerbrach. Jemand, der nicht nur seine Stärke sah, sondern auch seine Bruchlinien – und trotzdem blieb.
      Er hatte geglaubt, er müsse allein durch alles hindurch, hatte gelernt, sich zusammenzuhalten, weil es sonst niemand tat. Doch jetzt war da ein Arm um ihn, eine Hand an seiner Schulter, ein Herz unter seinem Ohr – und zum ersten Mal in langer Zeit spürte er, dass er nicht mehr allein war.
      "Santi", flüsterte Lewis sanft und reckte den Kopf ein bisschen zurück. "Kannst du mich ansehen? Bitte?"
      Den Kopf zu heben war so ziemlich das Anstrengendste, was er je getan hatte. Aber er tat es trotzdem und begegnete dem Blick des Streuners, seines Streuners. Lewis.
      Lewis lächelte ihn an. "Hey. Da bist du ja."
      Santi konnte nicht anders und lächelte zurück, wenn auch müde. Er brummte bestätigend, zu erschöpft, um Worte zu formen.
      Der Gedanke von eben war still, aber kraftvoll. Er sprach ihn nicht aus, noch nicht. Aber er ließ ihn zu.
      Er hatte sich in Lewis verliebt.


    • Santiago lächelte zurück und es war das schönste Lächeln, das Lewis je gesehen hatte. Zwar war es müde und so kraftlos, als wäre selbst das Heben der Mundwinkel ein unfassbarer Kraftakt gewesen, aber es war ein Zeugnis, dass Santiago langsam wieder zu ihm zurückfand, und deswegen war es so wunderschön. Lewis erstrahlte davon und küsste ihn auf die Nase.
      Komm her. Mach deinen Arm hier rüber, dann ist's bequemer.
      Er mühte sich ein bisschen damit ab Santiagos Arm zu bewegen, nachdem er erkannte, dass der Mann wirklich zu schwach dafür war, und rutschte herum, bis er ein Bein anwinkeln konnte. Dann ging er wieder dazu über Santiago zu streicheln, ihn zu berühren, wo er ihn erreichen konnte, ihm zu helfen, sich zu erden. Es war ein langsamer Prozess, aber Lewis hatte zu große Angst um ihn, um auch nur irgendetwas anderes zu versuchen. Santiago so abstürzen zu sehen war furchtbar gewesen.
      Sorry. I’m sorry”, flüsterte er und küsste ihn ein weiteres Mal auf den Kopf. “Ich wollte dir nicht wehtun. Ich hab nicht aufgepasst.
      Träge strich er ihm über den Oberarm. Mittlerweile beruhigte sich auch sein Puls soweit, dass er einen klaren Gedanken fassen konnte. Santiago musste etwas trinken und sie mussten sich beide den Schweiß und Sex vom Körper waschen, aber erstmal musste er seine Kräfte wiederfinden. Dafür hüllte Lewis ihn in sämtlicher Wärme ein, die er dafür aufbringen konnte. Und das war erstaunlich viel, wie er merkte. Sie schien ihm sogar aus der Brust zu dringen.
    • "Ich wollte dir nicht wehtun. Ich hab nicht aufgepasst."
      Santi brummte. Es war nicht Lewis' Schuld gewesen. Er hätte ihm ja auch einfach sagen können, was in dem Traum passiert war, anstatt so vage zu sein. Nein, das hier war niemandes Fehler. Es war einfach nur eine höchst unerwünschte und unerfreuliche Verkettung von Ereignissen gewesen.
      Dank Lewis' Liebkosungen fand Santi mehr und mehr in seinen eigenen Körper zurück. Er war immer noch erschöpft, als wäre er einen Marathon gerannt - bedachte man, wie sein Herz gerast war und seine Lungen um jeden Atemzug gekämpft hatten, war er das wahrscheinlich auch - aber er fühlte sich besser. Also schlang er seine Arme um Lewis und drückte sich an ihn, vergrub sein Gesicht an seinem Bauch. Er hielt Lewis fest genauso wie der Streuner ihn festhielt. Sie beide brauchten das gerade.
      "Nicht dein Fehler," grummelte er gegen Lewis' angenehm warme Haut.
      Sein Hals tat nicht mehr weh, was ein gutes Zeichen war. Phantomschmerzen waren nach solchen Träumen leider keine Seltenheit für ihn. Es war gut, dass sie so schnell verflogen waren. Wieder dank Lewis. Alles drehte sich um Lewis.
      Nach ein paar Minuten löste Santi seinen Griff um Lewis und rollte sich auf die Seite, sodass er ihn ansehen konnte.
      "Danke," murmelte er. "Dass du mich da rausgeholt hast."


    • Ich werde dich da immer rausholen”, entgegnete Lewis leichtfertig und lächelte, als würden sie über etwas ganz Unverfängliches reden. Wenn schon jemand wusste, wie es sich anfühlte, gefangen zu sein, dann ja wohl Lewis.
      Wie du mir, so ich dir. Oder sowas in der Art.
      Er lehnte sich zu ihm und küsste Santiago auf die Lippen, das erste Mal seit ihrem gescheiterten Ablenkungssex. Dann setzte er sich auf.
      Ich hol dir jetzt was zu trinken und wenn du bereit bist, gehen wir duschen, okay? Wir riechen nämlich nach Schwanz, alle beide. Und nach Arsch auch.
      Sein kleiner Aufmunterungsversuch gelang, ein Zeichen dafür, dass Santiago nicht wieder abzurutschen drohte. Das gab Lewis auch die Sicherheit, ihn im Bett zurücklassen zu können, während er aufstand und ihm ein Glas Wasser holte. Er blieb auf der Bettkante sitzen und sah Santiago zu, wie er das Wasser brav herunterkippte. Dabei kam er sich wie ein besorgter Vater vor, aber das stimmte auch - zumindest der Teil mit dem besorgt sein. Santiago sah noch immer nicht ganz fit aus und Lewis wollte da sein, wenn er es wieder brauchte. Wie du mir, so ich dir; das meinte er verdammt ernst.
      Als Santiago sich für die Dusche bereit fühlte, gingen sie zusammen rüber. Lewis achtete darauf, Santiago immer im Sichtfeld zu haben, um auch bloß keine Knoten zu verpassen, und begann ihn von Kopf bis Fuß zu waschen. Santiago tat das immer für ihn, wenn sie besonders harten Sex gehabt hatten, und jetzt erwiderte Lewis den Gefallen. Er massierte ihn mit dem Duschgel, riss ein paar dumme Witze, als er sein Glied vorsichtig abrieb, und ließ ihn seinen Kopf auf seine Schulter legen, um ihm die Haare zu waschen. Santiago ließ es mit sich machen und hinterher ließ er sich auch von Lewis abtrocknen. Das war irgendwie ganz nett, wenn er es sich so überlegte; wieso hatte er das davor noch nie getan? Irgendwie war es einfach nicht dazu gekommen.
      Später lagen sie mit frischer Bettdecke im Bett. Lewis hatte noch ein Glas auf seinen Nachttisch gestellt und die Seile entfernt. Jetzt gab es, bis auf den übrig gebliebenen Geruch, keinen Hinweis mehr auf die Katastrophe.
      Einladend breitete er seine Arme aus, damit Santiago sich ankuscheln konnte.
      Wie fühlst du dich? Willst du noch versuchen zu schlafen?