Santiago mochte Sky nicht. Das stellte er fest, als die Frau schon wieder zu spät kam. Nicht ein einziges Mal war sie auch nur ansatzweise pünktlich gewesen. Dass Jericho heute zu spät war, war zu verzeihen - der Knirps hatte wahrscheinlich auf Santiago gewartet und sich dann erst einen Uber besorgen müssen, der ja auch erstmal zu dey musste. Aber Skye... er wusste nicht einmal, wie sie zu ihren Treffen kam. Nur, dass sie es nie pünktlich tat. Das stieß Santiago ein bisschen übel auf.
Als Apollo einmal mehr einen physischen Plan ausrollte, setzte sich Santiago auf, um von seinem Platz aus einen kurzen Blick darauf werfen zu können. Er erkannte die Baupläne sofort, Apollo benannte sie für den Rest der Gruppe einen Augenblick später. Ihre letzte gemeinsame Nummer war Santiagos erstes Mal gewesen, dass er in eine Bank eingebrochen war. Museen waren etwas anderes. Er war schon in dutzende hineinmarschiert und hatte sich bedient. Manchmal hatte er sogar was abgeliefert. Mit Kunstdiebstahl kannte er sich aus.
"Wir überlassen die Sicherheitsvorkehrungen der Ausstellungsräume sich selbst. Was wir uns ansehen werden, ist der Lagerraum und dort drin all die Ausstellungsstücke, die dafür vorgesehen sind, in ein anderes Museum transportiert zu werden."
Clever. So clever, dass es praktisch schon Standard war, wenn man etwas aus einem Museum stehlen wollte und wusste, woher der Wind wehte. Museen waren wir Bühnenmagier: sie steuerten die Aufmerksamkeit ihrer Besucher in ganz bestimmte Bahnen, um von anderen Dingen abzulenken. Wenn man den Trick allerdings kannte, dann verflog die Magie und eine ganz neue Welt offenbarte sich. Weniger glamourös, aber weitaus profitabler.
Jerichos Hand schoss in die Höhe.
"Kein Einwand, nur eine Fußnote für neuen Kontext," meinte der Knirps. "Museumscomputer sind super leicht zu hacken, ich kann uns die Transportlisten einfach besorgen. Dann wissen wir, welcher Truck der beste ist."
Dey zuckte unschuldig mit den Schultern, als sei es das normalste der Welt, sich in einen Computer zu hacken. Für Jericho war es wahrscheinlich auch nicht viel schwerer, als sich ein Backrezept zu besorgen.
"Wir könnten auch noch einen Schritt weiter gehen," warf Santiago ein. "Wir könnten unseren eigenen Truck packen. Beziehungsweise packen lassen. Ich weiß, das entspricht nicht dem ganzen 'wir besorgen nichts, was wir transportieren müssen', aber schwer ist es trotzdem nicht. Die Pappnase kann uns eine komplette Bestandsliste besorgen und sie gegebenenfalls bestimmt auch so justieren, dass das Museum uns einen netten Einkaufswagen packt, den wir dann nur noch abholen müssen. Zugegeben, das Met hat ordentliche Sicherheitssysteme, aber die bauen hauptsächlich auf Personal auf, nicht auf Technik. Deren Tresore sind schwer zu knacken - das ganze alte Zeug muss nicht nur wegen dem Wert ständig kontrolliert werden. Aber sobald die Stücke aus dem Tresor genommen werden, ist es so, als wolle man einem Kind das Eis stehlen."
Nun war er es, der mit den Schultern zuckte. Er hatte schon vergessen, wie oft er sich eine Uniform geklaut und einfach in die Restaurationsräume von Museen marschiert war, ohne dass irgendjemand auch nur eine Augenbraue gehoben hätte. Im Met war er noch nicht eingestiegen, aber so viel schwerer konnte es ja nicht sein. Museum war Museum.
"Schwieriger wird's, den richtigen Hehler zu finden. Gestohlene Kunstobjekte sind sehr lange sehr heiß. Das wird kein schneller Payday wie mit dem Gold - und der ist schon gemächlich. Je nachdem, was wir da mitnehmen, kann es Jahre dauern, bevor sich da irgendjemand rantraut - vorausgesetzt, wir haben keinen Käufer bevor wir loslegen. Deswegen mach ich solche Jobs nur auf Nachfrage. Es ist zu schwer, das Zeug wieder loszuwerden, wenn man es erstmal hat. Das ist der ganze Knackpunkt an der Sache. Ich weiß nicht, wie's dem Rest geht, aber ich sitz nur ungern auf heißer Ware rum."
Als Apollo einmal mehr einen physischen Plan ausrollte, setzte sich Santiago auf, um von seinem Platz aus einen kurzen Blick darauf werfen zu können. Er erkannte die Baupläne sofort, Apollo benannte sie für den Rest der Gruppe einen Augenblick später. Ihre letzte gemeinsame Nummer war Santiagos erstes Mal gewesen, dass er in eine Bank eingebrochen war. Museen waren etwas anderes. Er war schon in dutzende hineinmarschiert und hatte sich bedient. Manchmal hatte er sogar was abgeliefert. Mit Kunstdiebstahl kannte er sich aus.
"Wir überlassen die Sicherheitsvorkehrungen der Ausstellungsräume sich selbst. Was wir uns ansehen werden, ist der Lagerraum und dort drin all die Ausstellungsstücke, die dafür vorgesehen sind, in ein anderes Museum transportiert zu werden."
Clever. So clever, dass es praktisch schon Standard war, wenn man etwas aus einem Museum stehlen wollte und wusste, woher der Wind wehte. Museen waren wir Bühnenmagier: sie steuerten die Aufmerksamkeit ihrer Besucher in ganz bestimmte Bahnen, um von anderen Dingen abzulenken. Wenn man den Trick allerdings kannte, dann verflog die Magie und eine ganz neue Welt offenbarte sich. Weniger glamourös, aber weitaus profitabler.
Jerichos Hand schoss in die Höhe.
"Kein Einwand, nur eine Fußnote für neuen Kontext," meinte der Knirps. "Museumscomputer sind super leicht zu hacken, ich kann uns die Transportlisten einfach besorgen. Dann wissen wir, welcher Truck der beste ist."
Dey zuckte unschuldig mit den Schultern, als sei es das normalste der Welt, sich in einen Computer zu hacken. Für Jericho war es wahrscheinlich auch nicht viel schwerer, als sich ein Backrezept zu besorgen.
"Wir könnten auch noch einen Schritt weiter gehen," warf Santiago ein. "Wir könnten unseren eigenen Truck packen. Beziehungsweise packen lassen. Ich weiß, das entspricht nicht dem ganzen 'wir besorgen nichts, was wir transportieren müssen', aber schwer ist es trotzdem nicht. Die Pappnase kann uns eine komplette Bestandsliste besorgen und sie gegebenenfalls bestimmt auch so justieren, dass das Museum uns einen netten Einkaufswagen packt, den wir dann nur noch abholen müssen. Zugegeben, das Met hat ordentliche Sicherheitssysteme, aber die bauen hauptsächlich auf Personal auf, nicht auf Technik. Deren Tresore sind schwer zu knacken - das ganze alte Zeug muss nicht nur wegen dem Wert ständig kontrolliert werden. Aber sobald die Stücke aus dem Tresor genommen werden, ist es so, als wolle man einem Kind das Eis stehlen."
Nun war er es, der mit den Schultern zuckte. Er hatte schon vergessen, wie oft er sich eine Uniform geklaut und einfach in die Restaurationsräume von Museen marschiert war, ohne dass irgendjemand auch nur eine Augenbraue gehoben hätte. Im Met war er noch nicht eingestiegen, aber so viel schwerer konnte es ja nicht sein. Museum war Museum.
"Schwieriger wird's, den richtigen Hehler zu finden. Gestohlene Kunstobjekte sind sehr lange sehr heiß. Das wird kein schneller Payday wie mit dem Gold - und der ist schon gemächlich. Je nachdem, was wir da mitnehmen, kann es Jahre dauern, bevor sich da irgendjemand rantraut - vorausgesetzt, wir haben keinen Käufer bevor wir loslegen. Deswegen mach ich solche Jobs nur auf Nachfrage. Es ist zu schwer, das Zeug wieder loszuwerden, wenn man es erstmal hat. Das ist der ganze Knackpunkt an der Sache. Ich weiß nicht, wie's dem Rest geht, aber ich sitz nur ungern auf heißer Ware rum."

