"Harte Eier also," grinste Santiago.
Es war seltsam, hier oben mit jemand anderem zu sitzen und ein entspanntes Frühstück zu genießen. Nicht auf die schlechte Art seltsam, sondern auf eine gute. So gut, dass sich Santiago beinahe daran gewöhnen könnte. In einem anderen Leben vielleicht. In einem, dass nicht von imaginären Einsatzkommandos gestört wurde.
"Sag mal, ist alles cool? Du wirkst so, als würdest du gleich einen wichtigen Termin verpassen oder sowas."
"Hm? Oh äh... nein, alles gut. Ich bin nur..."
Wie sollte er das jetzt erklären? Ich warte bloß darauf, dass du eine Handgranate aus der Hose ziehst, um uns beide in die Luft zu sprengen, nichts weiter.
Er beugte sich vor und drückte seine Zigarette in einem kleinen Aschenbecher aus, angelte sich aber gleich die nächste und zündete sie sich an. Verdammt, er war nicht nur paranoid, er war auch noch nervös!
"Meine Magie mag mich heute nicht besonders," gab er dann zu. "Wenn wir uns sonst sehen, dann besorge ich mir vorher irgendwo einen Alptraum, damit meine Magie nicht 'so drauf' ist. Du erinnerst dich an das Diner? Als du dich in meiner Gegenwart nicht besonders wohlgefühlt hast?"
Er nahm einen tiefen Zug von seiner Kippe und atmete ihn mit einem Seufzen wieder aus. Warums sollte er noch irgendetwas vor Lewis geheim halten? Der Streuner wusste, wo er wohnte, verdammt. Und mit dem bisschen Information konnte er ihm sowieso nicht mehr schaden, als es Santis Magie ohnehin schon tat.
"Meine Magie hat unterschiedliche Phasen. Wenn wir zusammen sind, ist sie ruhig, geradezu entspannt. Jetzt gerade ist sie wie ein wildes Tier, kaum gebändigt und sehr hungrig. Da ich sie nicht füttere, bedient sie sich an mir. Meine Ausstrahlung und meine Augen jagen gerade jedem einen kalten Schauer über den Rücken, weil meine Magie ein Ziel haben will. Sie will jemandem Angst einjagen, um sich dann daran satt zu fressen. Wenn ich dem nachgebe, dann macht es mein Leben für einen kurzen Augenblick angenehmer, aber das eines anderen zur Hölle auf Erden. Tue ich es nicht, dann drehe ich am Rad, aber alle anderen sind mehr oder weniger sicher vor ihren schlimmsten Ängsten."
Jetzt kannst du auch gleich alle Karten auf den Tisch legen, Santi, dachte er sich.
"Deswegen schlafe ich auch nicht, wenn wir zusammen sind. Du fühlst dich unwohl in meiner Gegenwart, wenn meine Magie hungrig ist, also besorge ich mir einen Snack, wann immer wir uns treffen. Das heißt aber auch, dass ich das nächste Mal, wenn ich mich hinlege, um zu schlafen, ein paar richtig schöne Alpträume habe. Ich will also gar nicht schlafen. Und wenn ich es doch tun muss, dann stellt meine Magie sicher, dass ich es nicht sehr lange tue und auf gar keinen Fall Gefallen daran finde. Letzte Nacht hätte ich ein paar Stunden zusammenkratzen können, aber ich wollte sichergehen, dass es dir gut geht. Jetzt guck mich nicht so schuldbewusst an, ich mach regelmäßig die Nacht durch, das geht schon klar. Ich hab ein gutes Buch zu Ende gelesen, während du friedlich vor dich hin geschnarcht hast."
Die Zigarette war vergiftet!
Reflexartig drückte Santi die nicht einmal zur Hälfte runtergebrannte Kippe in dem Aschenbecher aus. Eine Sekunde später biss er sich auf die Zunge für seine Reaktion.
"Da hast du's," grummelte er. "Paranoide Wahnvorstellungen. Ich kann diese Zigarette nicht rauchen, weil mir mein Kopf sagt, dass sie vergiftet ist."
Er konnte sie nicht einmal anfassen. Er starrte sie einfach nur an, wie sie da im Aschenbecher steckte, wie eine schlechte Version von Excalibur. Er versuchte es, aber er konnte einfach nicht. Und als sein Blick zu der Packung daneben glitt, konnte er sich auch nicht dazu bewegen, eine neue anzufangen, egal, wie sehr er gerade eine haben wollte. Schließlich gab er auf und lehnte sich mit einem Seufzen in seinem Sessel zurück - ohne Kippe, ohne Kaffee, ohne Frühstück. Und Lewis versteckte ein Messer unter dem Sofapolster.
"Schätze, wir haben alle unser Päckchen zu tragen..."
Wo war dieser verdammte Helikopter?!
Es war seltsam, hier oben mit jemand anderem zu sitzen und ein entspanntes Frühstück zu genießen. Nicht auf die schlechte Art seltsam, sondern auf eine gute. So gut, dass sich Santiago beinahe daran gewöhnen könnte. In einem anderen Leben vielleicht. In einem, dass nicht von imaginären Einsatzkommandos gestört wurde.
"Sag mal, ist alles cool? Du wirkst so, als würdest du gleich einen wichtigen Termin verpassen oder sowas."
"Hm? Oh äh... nein, alles gut. Ich bin nur..."
Wie sollte er das jetzt erklären? Ich warte bloß darauf, dass du eine Handgranate aus der Hose ziehst, um uns beide in die Luft zu sprengen, nichts weiter.
Er beugte sich vor und drückte seine Zigarette in einem kleinen Aschenbecher aus, angelte sich aber gleich die nächste und zündete sie sich an. Verdammt, er war nicht nur paranoid, er war auch noch nervös!
"Meine Magie mag mich heute nicht besonders," gab er dann zu. "Wenn wir uns sonst sehen, dann besorge ich mir vorher irgendwo einen Alptraum, damit meine Magie nicht 'so drauf' ist. Du erinnerst dich an das Diner? Als du dich in meiner Gegenwart nicht besonders wohlgefühlt hast?"
Er nahm einen tiefen Zug von seiner Kippe und atmete ihn mit einem Seufzen wieder aus. Warums sollte er noch irgendetwas vor Lewis geheim halten? Der Streuner wusste, wo er wohnte, verdammt. Und mit dem bisschen Information konnte er ihm sowieso nicht mehr schaden, als es Santis Magie ohnehin schon tat.
"Meine Magie hat unterschiedliche Phasen. Wenn wir zusammen sind, ist sie ruhig, geradezu entspannt. Jetzt gerade ist sie wie ein wildes Tier, kaum gebändigt und sehr hungrig. Da ich sie nicht füttere, bedient sie sich an mir. Meine Ausstrahlung und meine Augen jagen gerade jedem einen kalten Schauer über den Rücken, weil meine Magie ein Ziel haben will. Sie will jemandem Angst einjagen, um sich dann daran satt zu fressen. Wenn ich dem nachgebe, dann macht es mein Leben für einen kurzen Augenblick angenehmer, aber das eines anderen zur Hölle auf Erden. Tue ich es nicht, dann drehe ich am Rad, aber alle anderen sind mehr oder weniger sicher vor ihren schlimmsten Ängsten."
Jetzt kannst du auch gleich alle Karten auf den Tisch legen, Santi, dachte er sich.
"Deswegen schlafe ich auch nicht, wenn wir zusammen sind. Du fühlst dich unwohl in meiner Gegenwart, wenn meine Magie hungrig ist, also besorge ich mir einen Snack, wann immer wir uns treffen. Das heißt aber auch, dass ich das nächste Mal, wenn ich mich hinlege, um zu schlafen, ein paar richtig schöne Alpträume habe. Ich will also gar nicht schlafen. Und wenn ich es doch tun muss, dann stellt meine Magie sicher, dass ich es nicht sehr lange tue und auf gar keinen Fall Gefallen daran finde. Letzte Nacht hätte ich ein paar Stunden zusammenkratzen können, aber ich wollte sichergehen, dass es dir gut geht. Jetzt guck mich nicht so schuldbewusst an, ich mach regelmäßig die Nacht durch, das geht schon klar. Ich hab ein gutes Buch zu Ende gelesen, während du friedlich vor dich hin geschnarcht hast."
Die Zigarette war vergiftet!
Reflexartig drückte Santi die nicht einmal zur Hälfte runtergebrannte Kippe in dem Aschenbecher aus. Eine Sekunde später biss er sich auf die Zunge für seine Reaktion.
"Da hast du's," grummelte er. "Paranoide Wahnvorstellungen. Ich kann diese Zigarette nicht rauchen, weil mir mein Kopf sagt, dass sie vergiftet ist."
Er konnte sie nicht einmal anfassen. Er starrte sie einfach nur an, wie sie da im Aschenbecher steckte, wie eine schlechte Version von Excalibur. Er versuchte es, aber er konnte einfach nicht. Und als sein Blick zu der Packung daneben glitt, konnte er sich auch nicht dazu bewegen, eine neue anzufangen, egal, wie sehr er gerade eine haben wollte. Schließlich gab er auf und lehnte sich mit einem Seufzen in seinem Sessel zurück - ohne Kippe, ohne Kaffee, ohne Frühstück. Und Lewis versteckte ein Messer unter dem Sofapolster.
"Schätze, wir haben alle unser Päckchen zu tragen..."
Wo war dieser verdammte Helikopter?!

