"Nein."
Malleus seufzte.
"Abgelehnt. Du sagst, wir werden nicht mitkommen, und wir lehnen ab. Wir kommen mit, Ende der Diskussion."
"Ich habe versucht ihn zur Vernunft zu bringen, aber...", setzte Malleus an.
"Und davon sind eure... Gemüter aufgekocht? Deswegen hast du ihn gebissen? Ohne mich zu holen?"
Tava ließ sich nicht bremsen und langsam kroch ein verdächtiger Geruch von angekohltem Holz unter dem Tisch hervor.
Seine Aufmerksamkeit lag nun völlig auf Tava, als sich die Cervidia weiter über den Tisch beugte und abwechselnd zwischen den Männer hin und her sah. Der verbissene und zornige Gesichtsausdruck gefiel Malleus nicht, aber verübeln konnte er das Tava auch nicht. Er war war genauso wenig begeistert von Devons Vorhaben, aber er wusste auch, dass dieses Problem nicht mit einem Gespräch lösen ließ. Wenn sich die Fronten nun verhärteten, war niemandem damit geholfen.
"Das ist nicht ganz richtig. Ich...", versuchte er es noch einmal mit gesenkter, weicher Stimme.
Erstaunlich. Malleus lehnte sich ganz leicht und vorsichtig in seinem Stuhl zurück und sah Tava mit einer Mischung aus Verblüffung und Bewunderung an. Etwas an der ganzen Situation musste Tava dermaßen aufwühlen, dass sie seiner Stimme kaum Gehör schenkte, wo doch sonst ihre Aufmerksamkeit bei diesem Ton zu ihm flog wie eine Motte zum Licht.
Als Tava erstarrte, wusste er, dass er Recht hatte.
"Obwohl wir in Oratis zuletzt... obwohl wir in dem Gasthaus... Dabei habe ich die ganze Zeit darauf gewartet, dass wir wieder alleine sind, so wie da. Die ganze Zeit! Und jetzt habt ihr -"
Der zornige Ausdruck verpuffte im Nichts und Tava starrte sie mit unglaublich weiten Augen an.
"Ihr wollt mich doch nicht ausschließen, oder?"
Ah.
"Es ist nichts passiert...", sagte er nun ruhig. Unter dem Tisch suchte Malleus nach ihrer Hand. "Nicht das, woran du denkst, Tava."
Sanft umschloss er ihre Finger und es war vielleicht Zufall, dass er dabei die Hand mit dem Ring erwischte. Vorsichtig drückte er ihre Hand und unterband damit, dass sie dem Tisch weitere Brandflecken zufügte. Das heißgewordene Metall spürte er sogar durch das dünne Leder.
"Niemand will dich ausschließen", versicherte Malleus sanft. "Es ist, wie Devon es gesagt hat. Die Gemüter sind hochgekocht. Daran bin ich vermutlich nicht ganz unschuldig. Nicht nur Devon hat in diesem Moment etwas erzählt. Es ist nicht seine Schuld."
Mit einem letzten behutsamen Druck seiner Finger zog Malleus die Hand zurück, nur um die nun gefalteten Hände auf dem Tisch vor sich zu platzieren. In einer ungewohnt zurückhaltenden Geste knetete Malleus seine gekrümmten Finger und ließ sich ein wenig Zeit.
"Du hast mich nie gefragt, warum ich die Handschuhe nicht ablege. Auch nicht in Oratis. Du weißt, dass ich meine Schwierigkeiten mit körperlicher Nähe habe und du kennst den Grund dafür, aber das hier..."
Er strich mit dem Daumen über das schwarze, weiche Leder an seinem Handrücken.
"...ist eine Geschichte, die ihr nicht kennt. Das ist der Teil meiner Rüstung, von dem ich nicht weiß, ob ich ihn je ablegen werde. Auch nicht für euch."
Eindringlich lag sein Blick auf Tava, als er erneut eine Pause machte und sich sammelte.
Was er nun ein zweites Mal in Worte fasste, schien Malleus alles abzuverlangen aber einmal ausgesprochen machte es ein wenig leichter noch einen Schritt weiterzugehen.
"Ich kann keine Haut berühren, Tava. Es ist ein Trauma, älter als die Narben auf meiner Haut. Ich werde euch diese Geschichte erzählen, wenn ich bereits bin. Falls ich je dazu bereit bin. Allein die Erinnerung ist für mich nur schwer zu ertragen."
Malleus' Hände hatten begonnen zu zittern.
"Zwing mich nicht, Tava."
Ein weiterer Augenblick verstrich und las Malleus erneut die Stimme erhob, schwang die antrainierte Ruhe darin mit.
Er brauchte das jetzt, dieses Teil seines Konstruktes, dieser Hülle, dieser Figur, wie Devon es genannt hatte.
"Aber Schuppen sind keine Haut...", schwenkte er das Thema zurück in die andere Richtung. Die Intimität, die sich nun auftat, bereitete ihm weniger Schwierigkeiten als das Mysterium um seiner Handschuhe. "Es hat mich fasziniert und erregt, dass ich Devon mit bloßen Fingern berühren konnte. So sehr, dass ich den Wunsch nach mehr verspürt habe. Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich habe ihn möglicherweise dazu provoziert,...aber es war wichtig für Devon und mich, um zu wissen, wo wir stehen."
Er führte eine Hand zurück an seine Schulter und fuhr mit dem Daumen über den nun von Kleidung verdeckten Biss.
"Ich weiß, dass du nicht davon angetan bist, Tava", fuhr er fort, seine Stimme sanft, verständnisvoll und bar jeglicher Vorwürfe. Sein Blick glitt zu Devon. "Aber ich kann nicht länger abstreiten, dass ich Gefallen daran gefunden habe."
Als er sich leicht über den Tisch neigte, um den Druck auf seine Rippe durch seine angespannte Haltung etwas zu lindern, fühlte er sich müde und leer nach all den gesagten Dingen. Früher hätte er sich lieber die Zunge herausgerissen, als nur eine Silbe in die Richtung zu verlieren.
"Niemand will und wird dich ausschließen", bekräftigte er noch einmal und lächelte warm und in diesem Ton der üblicherweise nur Tava vorbehalten war. "Wir wären nicht hier ohne dich. Wir wären uns in Oratis nie so nahe gekommen ohne dich. Wir brauchen dich. Wir wollen dich. Das solltest du mittlerweile wissen."
Malleus seufzte.
"Abgelehnt. Du sagst, wir werden nicht mitkommen, und wir lehnen ab. Wir kommen mit, Ende der Diskussion."
"Ich habe versucht ihn zur Vernunft zu bringen, aber...", setzte Malleus an.
"Und davon sind eure... Gemüter aufgekocht? Deswegen hast du ihn gebissen? Ohne mich zu holen?"
Tava ließ sich nicht bremsen und langsam kroch ein verdächtiger Geruch von angekohltem Holz unter dem Tisch hervor.
Seine Aufmerksamkeit lag nun völlig auf Tava, als sich die Cervidia weiter über den Tisch beugte und abwechselnd zwischen den Männer hin und her sah. Der verbissene und zornige Gesichtsausdruck gefiel Malleus nicht, aber verübeln konnte er das Tava auch nicht. Er war war genauso wenig begeistert von Devons Vorhaben, aber er wusste auch, dass dieses Problem nicht mit einem Gespräch lösen ließ. Wenn sich die Fronten nun verhärteten, war niemandem damit geholfen.
"Das ist nicht ganz richtig. Ich...", versuchte er es noch einmal mit gesenkter, weicher Stimme.
Erstaunlich. Malleus lehnte sich ganz leicht und vorsichtig in seinem Stuhl zurück und sah Tava mit einer Mischung aus Verblüffung und Bewunderung an. Etwas an der ganzen Situation musste Tava dermaßen aufwühlen, dass sie seiner Stimme kaum Gehör schenkte, wo doch sonst ihre Aufmerksamkeit bei diesem Ton zu ihm flog wie eine Motte zum Licht.
Als Tava erstarrte, wusste er, dass er Recht hatte.
"Obwohl wir in Oratis zuletzt... obwohl wir in dem Gasthaus... Dabei habe ich die ganze Zeit darauf gewartet, dass wir wieder alleine sind, so wie da. Die ganze Zeit! Und jetzt habt ihr -"
Der zornige Ausdruck verpuffte im Nichts und Tava starrte sie mit unglaublich weiten Augen an.
"Ihr wollt mich doch nicht ausschließen, oder?"
Ah.
"Es ist nichts passiert...", sagte er nun ruhig. Unter dem Tisch suchte Malleus nach ihrer Hand. "Nicht das, woran du denkst, Tava."
Sanft umschloss er ihre Finger und es war vielleicht Zufall, dass er dabei die Hand mit dem Ring erwischte. Vorsichtig drückte er ihre Hand und unterband damit, dass sie dem Tisch weitere Brandflecken zufügte. Das heißgewordene Metall spürte er sogar durch das dünne Leder.
"Niemand will dich ausschließen", versicherte Malleus sanft. "Es ist, wie Devon es gesagt hat. Die Gemüter sind hochgekocht. Daran bin ich vermutlich nicht ganz unschuldig. Nicht nur Devon hat in diesem Moment etwas erzählt. Es ist nicht seine Schuld."
Mit einem letzten behutsamen Druck seiner Finger zog Malleus die Hand zurück, nur um die nun gefalteten Hände auf dem Tisch vor sich zu platzieren. In einer ungewohnt zurückhaltenden Geste knetete Malleus seine gekrümmten Finger und ließ sich ein wenig Zeit.
"Du hast mich nie gefragt, warum ich die Handschuhe nicht ablege. Auch nicht in Oratis. Du weißt, dass ich meine Schwierigkeiten mit körperlicher Nähe habe und du kennst den Grund dafür, aber das hier..."
Er strich mit dem Daumen über das schwarze, weiche Leder an seinem Handrücken.
"...ist eine Geschichte, die ihr nicht kennt. Das ist der Teil meiner Rüstung, von dem ich nicht weiß, ob ich ihn je ablegen werde. Auch nicht für euch."
Eindringlich lag sein Blick auf Tava, als er erneut eine Pause machte und sich sammelte.
Was er nun ein zweites Mal in Worte fasste, schien Malleus alles abzuverlangen aber einmal ausgesprochen machte es ein wenig leichter noch einen Schritt weiterzugehen.
"Ich kann keine Haut berühren, Tava. Es ist ein Trauma, älter als die Narben auf meiner Haut. Ich werde euch diese Geschichte erzählen, wenn ich bereits bin. Falls ich je dazu bereit bin. Allein die Erinnerung ist für mich nur schwer zu ertragen."
Malleus' Hände hatten begonnen zu zittern.
"Zwing mich nicht, Tava."
Ein weiterer Augenblick verstrich und las Malleus erneut die Stimme erhob, schwang die antrainierte Ruhe darin mit.
Er brauchte das jetzt, dieses Teil seines Konstruktes, dieser Hülle, dieser Figur, wie Devon es genannt hatte.
"Aber Schuppen sind keine Haut...", schwenkte er das Thema zurück in die andere Richtung. Die Intimität, die sich nun auftat, bereitete ihm weniger Schwierigkeiten als das Mysterium um seiner Handschuhe. "Es hat mich fasziniert und erregt, dass ich Devon mit bloßen Fingern berühren konnte. So sehr, dass ich den Wunsch nach mehr verspürt habe. Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich habe ihn möglicherweise dazu provoziert,...aber es war wichtig für Devon und mich, um zu wissen, wo wir stehen."
Er führte eine Hand zurück an seine Schulter und fuhr mit dem Daumen über den nun von Kleidung verdeckten Biss.
"Ich weiß, dass du nicht davon angetan bist, Tava", fuhr er fort, seine Stimme sanft, verständnisvoll und bar jeglicher Vorwürfe. Sein Blick glitt zu Devon. "Aber ich kann nicht länger abstreiten, dass ich Gefallen daran gefunden habe."
Als er sich leicht über den Tisch neigte, um den Druck auf seine Rippe durch seine angespannte Haltung etwas zu lindern, fühlte er sich müde und leer nach all den gesagten Dingen. Früher hätte er sich lieber die Zunge herausgerissen, als nur eine Silbe in die Richtung zu verlieren.
"Niemand will und wird dich ausschließen", bekräftigte er noch einmal und lächelte warm und in diesem Ton der üblicherweise nur Tava vorbehalten war. "Wir wären nicht hier ohne dich. Wir wären uns in Oratis nie so nahe gekommen ohne dich. Wir brauchen dich. Wir wollen dich. Das solltest du mittlerweile wissen."
“We all change, when you think about it.
We’re all different people all through our lives.
And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
so long as you remember all the people that you used to be.”
We’re all different people all through our lives.
And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
so long as you remember all the people that you used to be.”
