[2er RPG] The Lesser Evil [Winterhauch & NicolasDarkwood]

    Aufgrund einer größeren Serverwartung kann es aktuell zu vereinzelten Fehlern kommen. Meldet diese gerne unter: https://www.anime-rpg-city.de/index.php?board/7-fragen-ideen-und-probleme/

    • Elfen und Co

      Andvari blickte besorgt in die Runde. Die Blicke auf den anderen Gesichter standen in ähnlichem Kreise und eine dunkle Stimmung machte sich breit, als er Luft holte, um zu berichten:
      "Alle Söhne des Elfenkönigs sind magisch begabt, wie du bemerkt hast. Faolan jedoch besitzt eine Art der Magie, die Sylvars ähnelt. Sie sind beide sogenannte "Dagda". Das bedeutet, dass sie jede Schule der Magie erlernen können und diese gleichsam ausüben. Ihre Aura färbt sich nicht nur in eine Richtung, wie bei dir oder mir. Faolan jedoch verschwendete keine Zeit auf eine Ausbildung in diesem Belang. Er konzentrierte sich nur auf die Beschwörung von anderen Dingen. Er ist ein meisterhafter Beschwörer, der selbst die grausigsten Höllen öffnen kann. Als wir Kinder waren, hieß es, dass er Tausende von Monstern in seinem Körper beherbergt."
      Sylvar nickte und seufzte, während er sich auf den Stab stützte, der ihm wie eine knorrige Hand über den Kopf striff.
      "Die Raben sind seine Häscher. Es sind Daimonen der schlimmsten Art, die er beschwört und auf die Fährte setzt. Und zumeist finden sie ihr Ziel auch."
      "Man will ihnen nicht begegnen", sagte Farryn und zog ihre Fetzen ein wenig hinab. An der rechten Schulter trug sie eine schwere und tiefe Narbe von drei langen Krallen. "Hab es damals gerade so geschafft, ihnen zu entkommen. Sie sind wirklic nicht besonders angenehm."
      Eine Weile lang herrschte eine betäubende Ruhe in der Runde und Viola begann wieder zu sprechen.
      Andvari vermochte es nicht zu sehen, aber Sylvar bemerkte sehr wohl die veränderte Stimmung der jungen Frau. Es mochte Gründe hierfür geben, doch beschloss er, ihr einen Vertrauensvorschuss zu gewähren.
      "Die Idee klingt vorzüglich!", sagte Andvari grinsend und sah ihr auf den Hinterkopf. "Vielleicht können wir uns so eine Weile versteckt halten bis Ruhe einkehrt."
      "Ich kann ein Portal öffnen", bestätigte Sylvar. "Aber nur noch einmal. Danach muss ich ruhen."
      Mit einer kurzen und schnellen Stockbewegung begann die Luft wieder zu flirren wie die letzten Male und ein farbloser Kreis erschien links von der Gruppe an einem Baum.
      "Wir kommen zurecht!", sagte Eyrik und grinste.
      "Auf bald!"; rief Farryn, während Andvari sich erhob und Viola leicht mit sich zog.
      "Achtet auf euch!", sagte er und grinste. "Und kehrt mit den anderen ins Grenzland zurück."

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    • Viola

      Der Schrecken über das Gesagte stand ihr ins Gesicht geschrieben.
      Allerdings suchte Faolans Grausamkeit seinesgleichen, also warum sollte es sich mit seiner magischen Begabung anders verhalten? Viola stieß einen gequält langsamen Atemzug aus und nickte verstehend. Der Blick haftete einen kurzen Augenblick auf der Narbe an der Schulter der elfischen Kriegerin. Den Anblick alter Narben war sie mittlerweile gewöhnt. Jeder von ihnen hatte seine eigene Geschichte zu tragen. Aber von der Form der Krallenspuren her konnte sie sich bereits die Größe der bösartigen Biester ausmalen.
      Mit Dankbarkeit nickte Viola dem Erzmagier zu. Der prüfende Blick war ihr selbst am Rande ihres Sichtfeldes nicht entgangen. Der Schritt, den sie nun wagte, gestaltete sich als eine der schwierigsten Prüfungen in ihrem sterblichen Leben. Andvari schien nichts bemerkt zu haben und für den Augenblick war sie darüber sehr erleichtert. Jegliche Besorgnis lief Gefahr ihr Willenskraft ins Wanken zu bringen.
      "Verstanden. Wenn wir dort sind, sollten wir für eine Weile sicher sein. Ich bezweifle, dass sich jemand an diesen Ort verirrt.", sprach sie ruhig und ließ zu, dass der weißhaarige Elf sie mit sich zog.
      Allerdings warf sie einen lächelnden Blick zurück zu ihren neuen Freunden. Es würde einige Zeit vergehen, bis sie sich wiedersahen. Mit der freien Hand winkte sie den beiden zum Abschied zu und hätte gerne noch mehr gesagt, aber es war Eile geboten.
      "Passt auf euch auf!", rief sie den beiden noch zu und wandte sich dann zum dem farblosen Wirbel aus Magie.
      Die Fingerspitzen legten sich um Andvaris Handgelenk und glitten über seine Handfläche hinab, bis sie ihre Finger mit einander verweben konnte. Sanft drückte sie zu, mehr als Unterstützung für sich selbst. Knapp nickte die junge Frau Sylvar zu um ihm zu signalisieren, dass sie bereit war.
      Einen weiteren Atemzug später trat Viola zusammen mit ihrem Gefährten durch das Portal, das sich dieses Mal in einem Wirbel aus Erd- und Grüntönen zeigte. Mit sicheren Schritten trat sie binnen Sekunden auf der anderen Seite wieder heraus und fühlte wie der Atem in ihrer Brust stockte. Nichts hätte sie darauf vorbereiten können. Aber ihre Gesicht zeigte keinerlei Regung, als ihr Blick über ihren Ankunftsort schweifte. Eisige Kälte schlug ihr entgegen.
      Vor den Dreien erhob sich die zerrüttete und verkohlte Ruine eines Dorfes. Die übrig gebliebene Bauweise zeugte von Menschenhand, dabei war von den meisten Bauernhäusern nicht mehr stehen geblieben, als das marode Grundkonstrukt aus Holz. Die meisten Balken waren schwarz und verkohlt, aber schon seit Jahren erkaltet. Efeu und andere Pflanzen wucherten auch hier über die noch stehenden Fassaden. Ein einzelner, wackeliger Schornstein gestützte von zwei Holzbalken zitterte bedrohlich in der Dämmerung. Die Häuser schienen willkürlich angeordnet. Erst die kaum erkennbaren Pfähle maroder Zäune deuteten auf Felder und Weiden zwischen den Gebäuden hin.
      Von den alten Häusern waren nur noch zwei beinahe vollständig intakt. Auch sie hatten gebrannt, aber lediglich die Strohdächer, vermutlich von brennenden Pfeilen getroffen, waren zerstört. Die Fassenden wirkten angekohlt, aber noch vertrauenswürdig.
      Stumm zog Viola den Elf mit sich über die schlammige Straße. Im Gegensatz zu Reich der Elfen herrschte im Grenzland noch bitterer Winter. Sie hatte es fast vergessen.
      Gefallener Schnee hatte die Wege zwischen den Höfen in matschige Trampelpfade verwandelt. Es war ersichtlich, dass bereits Tauwetter herrschte, dennoch versprach der klare Himmel eine frostige Nacht, in der man nicht draußen sein wollte.
      Zielstrebig steuerte Viola eines der noch stehenden Häuser an und schob mit zitternden Fingern, nicht nur vor Kälte den Riegel bei Seite.
      "Schnell...", murmelte sie, als befürchtete jemand könnte sie sehen. Aber das Dorf war schon seit Jahren verlassen.
      Es war erschreckend leicht sich auch nach Jahren zurecht zu finden. Es Roch nach verbranntem, alten Holz und Feuchtigkeit in den Wänden, aber der Hauptraum mit einer ärmlichen Feuerstelle war weitestgehend trocken und windgeschützt. Viola steuerte eine alte Truhe an, auf der eine dicke Staubschicht lag und schlug den massiven Deckel auf. An alter Kleidung und Decken hatten Plündrer wohl kein Interesse gehabt.
      "Hier. Nehmt die erstmal.", sprach Viola und drückte den beiden Elfen ohne jeglichen Blickkontakt zwei Decken in die Arme. Es war eisig. Von der Kleidung war sicherlich noch einiges brauchbar, aber sie musste es durchsehen.
      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”
    • Sylvar / Andvari

      Auch ohne weitere Erklärung wussten beide nach kurzer Zeit, wo sie sich befanden.
      Sofern man Violas Geschichte kannte und die Grausamkeiten, die ihr angetan wurden, brauchte es nicht viel Fantasie, um das Dorf der Geschichte zuzuordnen. Wie ein makaberes Skelett erhoben sich die Reste der Häuser aus der Tiefe des Bodens und bildeten eine groteske Krone. Hier und dort befanden sich noch Reste von Lehmmauern oder Reedgestellen, aber eine wirkliche Behausung war hier nicht zu finden. Hier lebte nichts mehr.
      Andvari zog den Umhang enger um sich und versuchte, Blickkontakt aufzunehmen, doch die Eile gebot anderes. Eilig huschten die Elfen Viola hinterher und vermieden es, unnötige Geröusche wie Fragen zu machen.
      Immerhin ein Paar von Häusern war noch betretbar auch wenn die Spuren der VErwüstung eindeutig elfischen Ursprungs waren. Ihre Füße platschten durch den Schlamm auf den Wegen und Andvari blickte sich beinahe paranoid um, um Gefahren zu erkennen. Aber wo wollte man hier etwas sehen?
      Nicht einmal Staub wollte hier leben, abgesehen von ein paar wuchernden Pflanzen an den gebäuden. Der kalte Wind schnitt in ihre Gesichter als sie ihr in eines der Häuser folgten. Es roch nach Kohle und Verkohltem, aber dennoch schien dieses zumindest die Spur der Gemütlichkeit zu enthalten, die es mal besaß. Auch wenn auch hier anhand des Staubes lange niemand mehr war.
      "Danke!"; sagte Sylvar und auch Andvari nahm seine Decke entgegen und warfen sie über sich.
      "Denk an dich!"; rief Andvari ihr hinterher und beide postierten sich in gewohnter Weise in den Ecken der Räume um ungesehen zu bleiben.
      Ein Elefant stand im Raum, soviel stand fest. Und die Fragen mussten gestellt werden. Aber nicht jetzt. Vielleicht in einer ruhigeren Stunde.

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    • Viola

      Geschäftig eilte Viola zu der Truhe zurück. Das gute Stück war von der Witterung ziemlich mitgenommen, die eingeschnitzten Namen im Deckel konnte sie dennoch auch nach Jahren gut erkennen. Mit den Fingerspitzen fuhr sie über die Buchstaben, ehe sie den Blick ruckartig senkte und eine weitere Decke hervor holte, aus der sie den Staub klopfte.
      Erleichtert hüllte sich Viola in die Wolldecke, die zwar etwas muffig roch, aber ihren Zweck durchaus erfüllte. Die zierliche Frau ging in der schweren Decke beinahe unter und musste beim Gehen darauf achten, nicht über die Zipfel zu stolpern.
      Um den eisigen Wind auszusperren, lehnte sie sich aus dem ersten Fenster und zog die Fensterläden zu. Die Scharniere quietschten unter Protest, hielten aber trotz einer dicken Rostschicht. So verfuhr sie mit allen Fenstern im Raum. Das Bauernhaus war klein und die Treppe nach oben in den Dachstuhl war nicht mehr zu gebrauchen und vom damaligen Feuer zerstört worden. Die Holzdecke hielt jedoch die Wetterlaunen von oben fern, falls es noch einmal schneien sollte. Nur über der kargen Feuerstelle öffnete sich das Dach bis unter den First zu einem offenen Abzug.
      Beim dritten Fenster gaben die rostigen Scharniere nach und der rechte Flügel krachte mit einem ohrenbetäubenden Lärm in den Raum.
      "Verflixt...", stieß Viola aus und sammelte die Einzelteile auf, um diese lieblos auf die Feuerstelle fallen zu lassen. "Ich habe mich so an den Sommer gewöhnt, dass ich vergessen habe, wie kalt es bei unserem Aufbruch gewesen war."
      Viola hatte das Gefühl die Stille in diesem alten Gemäuer mit Worten füllen zu müssen, damit ihre Gedanken nicht ausuferten.
      Endlich blickte sie zu den beiden Elfen auf und stemmte beim sich bietenden Anblick die Hände in die Hüften.
      "Was treibt ihr denn da?", fragte sie und hob eine Augenbraue in die Höhe. "Hier ist niemand. Das Einzige, was uns hier gefährlich wird, ist ein morscher Dachbalken, der uns auf den Kopf fallen kann."
      Kopfschüttelnd huschte Viola in den winzigen Kochbereich, der eigentlich nur aus Schränken, morschen Regalen und einem großen Tisch mit einfachen Schemeln bestand. Es war klar, dass hier hauptsächlich über der Feuerstelle gekocht wurde. Es gab keinen Ofen oder sonstige Gerätschaften. Nur einen alten Mühlstein. Viola wühlte in den Regalen, vielleicht etwas zu energisch und fand unter Staub und Spinnenweben simple Feuersteine und ein wenig Zunder.
      Die Heilerin war keinesfalls ungeschickt mit einfachem Handwerkszeug und Andvari war noch geschwächt. Ihn darum zu bitten mit dem Feuer zu helfen, widerstrebte ihr. Es kostete die junge Frau ein paar Versuche mit zitternden Fingern, da brannte der strohige Zunder bereits und sie schob ihn unter die Reste der Fensterläden. Das feuchte Holz wehrte sich erst, begann aber schließlich langsam zu glühen und schließlich zu brennen. Sorgsam blies sie den Atem in das kleine Feuer um es weiter anzufachen. Sie winkte die beiden herüber.
      "Bei den Göttern!," murmelte sie und winkte die beiden herüber. "Setzt euch, bevor ihr am Boden festfriert."
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    • Elfen

      Sylvar und Andvari sahen ihr eine Weile zu, wie sie einem Sturme gleich durch das abgebrannte Haus wühlte und schließlich fand was sie suchte. Den Lärm, der durch das Fenster entstand mal abgesehen, sahen sich die beiden Elfen merkwürdig an. Ein jeder von ihnen spürte, dass ihre stimmung durchaus kippte, auch wenn hier ihrer Meinung nach nichts war.
      Sie ließen sich dennoch nicht lange bitten und kamen aus ihren Ecken heraus und lockerten die Griffe um ihre Waffen. Gemeinsam ließen sie sich im rußigen Staub der Bodendielen auf den Schemeln nieder und zogen dieser wiederum näher an das heranwachsende Feuer. Sicherlich, es war kalt, aber das sanfte glühen des Feuers schien sie doch noch rechtzeitig eingefangen zu haben.
      "Entschuldigung", murmelte Andvari und seufzte.
      Selbst Sylvar war um einige Worte verlegen, während er seinen Stab neben sich legte. Langsam kehrte das Ornament auf seine Stirn zurück, aber glich mehr einem shcwachen Schatten. Der herabfallende Tag war kalt und der Wind zog durch die Ritzen der Ruine und auch wenn es sicherlich der falsche Zeitpunkt und Ort war, musste eine Frage zumindest gestellt werden.
      "Viola...", begann Andvari und auch Sylvar sah sie besorgt an.
      "Wir müssen über den Elefant im Raum sprechen", murmelte der Erzmagier und nickte.
      "Ist es das Haus, von dem wir denken zu wissen, welches es ist?", fragte wiederum Andvari und sah sie mit offenen Augen an, damit ihm diesmal keine Wendung ihrer Mimik entging.

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    • Viola

      Unter dem Ächzen der hölzernen Bodendielen schob Viola die schwere Truhe an das aufkeimende Feuer heran.
      Für heute Nacht waren die Flammen die einzige Lichtquelle in dem zerstörten Haus, aber sie brauchten dringend Kleidung, die für die kalten Temperaturen geeignet waren. Seufzend zog die junge Frau ebenfalls einen Schemel an das Feuer, dessen Rauch erstaunlich gut durch den alten Abzug nach draußen gelangte. Einigen Dingen konnte auch die Zeit nichts anhaben.
      Viola spürte die wachsende Anspannung in der Luft und ihre Hände erstarrten in ihrer suchenden Bewegung tief in den Stoffen der Kiste vergraben. Die Frage kam keinesfalls unerwartet, aber sie hätte dieses Gespräch gerne noch um ein paar Stunden verschoben. Das Tageslicht hätte eine weniger drückende Atmosphäre erzeugt. Seufzend legte sie die Hände in den Schoß und verschränkte ihrer Finger ineinander, um das gestresste Zittern darin zu verbergen.
      "Ist es.", antwortete Viola knapp.
      Für einen Augenblick starrte sie regelrecht in die tanzenden Flammen und schien nicht gewillt zu sein, ihre Antwort weiter auszuschmücken. Die junge Frau presste die Lippen zu einer schmalen Linie zusammen, während sich die Zahnräder hinter ihrer Stirn unaufhörlich drehten, um nach den richtigen Worten zu suchen.
      "Das ist das Heim meiner Familie. Ich wurde in diesem Haus geboren. Es ist kaum noch zu erkennen, aber die Felder hinter dem Haus und der kleine Hof gehörten dazu. Die Zäune stehen nicht mehr. Ich habe da draußen meine ersten Schritte gemacht.", erzählte sie mit einem traurigen Lächeln. "Und ein paar Jahre später habe ich meinem Bruder dabei zugesehen. Obwohl er öfter mit dem Gesicht im Dreck gelegen hat, als einen Schritt weit zu kommen. Wir Kinder haben unterm Dach geschlafen. Mein Vater hatte eine kleine Dachluke eingebaut, durch die wir nachts die Sterne sehen konnten. Val hat es geliebt nach Sternschnuppen Ausschau zu halten."
      Eine Hand legte sie auf den Rand der Truhe und blickte von Sylvar zu Andvari.
      "Die Sachen hier drin gehörten meinen Eltern. Mein Vater war ein großgewachsener Mann. Zumindest kam er mir als Kind so vor. Das ein oder andere Kleidungsstück sollte passen. Ich kann verstehen, wenn euch beiden nicht wohl dabei ist, die Kleidung eines Toten zu tragen. Etwas anderes haben wir leider im Augenblick nicht."
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    • Sad Elves


      Andvari und Sylvar wirkten das erste Mal, seitdem sie zurückdenken konnten, um Worte verlegen.
      Beide starrten in die Flammen und mieden es, einen Blick in Violas Gesicht zu werfen. Der Elefant im Raum war erlegt, regelrecht erschossen worden und dennoch fühlten sich beide - ungeachtete ihres ALters - wie Schuljungen, die eine dumme Frage gestellt hatten. Andvari überwand die Stille als erster und griff schweigsam nach ihren Händen, die leicht zitterten, auch wenn sie sich Mühe gab, es zu verstecken. Es gab keine Worte für all das hier. Zumindest keine guten. Das verbrannte Haus, das einst von Leben strotzte, war nicht merh als ein Schatten einer verschwundenen Seele. Ein Gerippe gar, dessen Überreste man mit Füßen getreten hatte. Wie viel Leid und wie viel Trauer musste Viola empfinden, wenn sie in die toten Areale sah. Die ausgedörrten Felder, welche von der Nacht gefrostet wurden. Die obere Etage, wo ihre Zimmer gewesen sein mussten. Und nur unlängst von hier wurde ihr nicht nur die Jugend, sondern auch viel grausameres durch sein Volk geraubt. Andvari spürte einen Drang, eine Art Welle in sich, die ihm sagte, dass er etwas tun musste. Es gab keine Heilung für eine derartige Zerstörung. Kein Ungeschehenmachen oder dergleichen. Nichts brachte Tote zurück, aber zumindest eine Bewahrung musste es geben...Vielleicht ein Denkmal. Eine Art Mahnmal für weitere ihrer Art.
      "Das klingt nach einem wunderbaren Heim", bemekrte Andvari und grinste schwach.
      Sylvar nickte dazu.
      "Meine Liebe...", begann der Erzmagier. "Ich bin untröstlich, ich...Ich weiß nicht, was es zu sagen gilt, um diesen Schmerz wettzumachen..."
      Andvari nickte hierzu. Auch er fand keine weiteren Worte sondern sah seufzend in die Flammen, ehe sie den letzten Teil ihres Berichts ghörten.
      "Sofern es dir nichts ausmacht...", begann er. "Mir wäre es eine Ehre."
      Sylvar schnaubte.
      "Ja. Es ist ungewöhnlich, aber lieber trage ich die Sachen deines Vaters als noch länger die Insignien eines Volkes, das das hier tut. Schrecklich, so etwas...Hätte ich gewusst, was hier vorgefallen ist...Mit welcher Gewalt dieses Scheusal über das Land fegte..."

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    • Viola

      Keine Worte konnten die Grausamkeiten auslöschen, die ihre Familie durch den Einmarsch der Elfen erlitten hatte.
      Krieger eines fremden Volkes waren zerstörend wie eine Feuersbrunst über die Landstriche gezogen, das dieser Tage als das Niemandsland bekannt war und noch viele Meilen darüber hinaus. Vorwürfe gab es jedoch in dem wehmütigen Blick der jungen Frau nicht, die in den Trümmern ihrer Vergangenheit an einem kläglichen Feuer kauerte.
      Viola senkte den Blick nicht eine Sekunde lang und ergriff dankbar die Hände des Elfen, in den sie sich aller Umstände zum Trotz verliebt hatte. Sicherlich gab es genug Menschen, die ihr dafür Wahnsinn unterstellten. Das Mädchen musste einfach den Verstand verloren haben. Mit einem zarten Lächeln führte sie die vernarbten Knöchel an ihre Lippen und hauchte einen Kuss auf jene. Tränen gab es keine mehr, auch wenn die Anwesenheit in diesem verlassenen Heim sie schmerzte. Viola bemühte sich, die schönen Erinnerungen am Leben zu erhalten.
      "Das war es.", flüsterte sie und senkte die verwobenen Hände zurück in ihren Schoß. "Unter glücklicheren Begebenheiten hätte mein Bruder dich sehr gemocht. Ich kann mich sehr gut daran erinnern, wie er mit einem winzigen Holzschwert über den Hof gelaufen ist und ein großer Held werden wollte. Die holde Maid musste vor den finsteren Drachen beschützt werden. Wobei die Drachen in unserem Fall Federn hatten und gackerten." Tatsächlich lachte Viola leise über ihre eigene Geschichte.
      Behutsam löste sie eine der Hände aus dem tröstenden Halt und streckte ihre Finger zum Erzmagier aus, dessen Verlegenheit um die richtigen Worte schwer wogen. All Drei trugen ihre eigene Last auf den Schultern. Angesichts des traurigen Augenblicks strahlten ihre Augen eine greifbare, innere Stärke aus, während sie die beiden Brüder ansah.
      "Ich habe nichts dagegen einzuwenden. Und ich erlaubte mir im Namen meines Vaters zu sprechen, wenn ich sage, dass er mir zustimmen würde."
      Kopfschüttelnd ruhte ihr Blick schließlich auf Sylvar. Ein 'Was wäre wenn?' hatte noch nie jemandem geholfen.
      "Quäl dich nicht darüber, Sylvar. Du grämst dich über die Ungerechtigkeit und das Grauen, weil wir alle das Glück hatten einander zu begegnen. Wäre ich an diesem Tag vor sieben Jahren gestorben, wäre keiner von euch beiden jemals persönlich involviert worden. Andvari hat selbst ein Heer angeführt, auch wenn er dabei einem Ehrenkodex folgte. Er hat Ehemänner, Brüder und Söhne getötet. Und ich habe Krieger auf dem Feld sterben lassen, weil ihre Ohren die falsche Form hatten. Keiner von uns kann sich freisprechen", sprach sie und war sich der Härte in ihren Worten bewusst, auch wenn sie dabei lächelte. "Ein Krieg fordert Opfer. Das war niemals anders. Und es wird immer Monster wie Vaeril geben, auf beiden Seiten. Ich will mir nicht ausmalen, welche Gräueltaten die kaiserlichen Armeen als Vergeltung begannen haben."
      Viola wiederholte die zarte Geste der Dankbarkeit und Zuneigung ein weiteres Mal und bedachte auch die Knöchel der langfingrigen Hand des Magiers mit einer federleichten Berührung ihrer Lippen.
      "Ich verdanke euch beiden viel mehr, als ich mir je erhofft hatte. Freundschaft. Liebe. Eine neue, sehr eigensinnige und verschrobene Familie. " Viola grinste dabei. "Und ich bin froh euch beide hier an meiner Seite zu haben."
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    • Die Elfen

      Sylvar ergriff zart die nach ihm ausgestreckten Finger und führte sie an seine Stirn. Er wagte nicht, sie mit seinen Lippen zu berühren, das oblag ihm nicht. Aber zumindest diese kleine Geste vermochte er zu leisten, während beide Violas Geschichten lauschten.
      Sicherlich entfleuchte hier und da Andvari einmal ein Lachen oder Lächeln, als er sich ihre Bruder und den ehrenhaften Kampf gegen die teuflischen Hühner vorstellte. Umso schrecklicher wurde die Erkenntnis, dass dieser junge Recke niemals wieder ein Schwert schwingen würde.
      Selbst der Erzmagier hing gewissen Gedanken nach, so zielgerichtet er ins Feuer starrte. Es war eine merkwürdige Stimmung, unter der sie sich befanden und auch wenn Violas Worte tröstlich gemeint war, so wusste er dennoch nichts zu sagen. Selbst Andvari nickte nur, als sie von den Opfern des krieges sprach.
      "Nur die Toten sehen das Ende des Krieges", murmelte er. "Das sagte meine Mutter immer wieder. Es hieß, der Ausspruch stammte von meinem Großvater, bevor er sich ans Schmieden gab. Und auch egal, wie ehrenhaft unsere Ziele auch sein mögen: Dieser Krieg muss enden. Je länger ich in diesen Ruinen sitzen umso mehr regt sich in mir die Gewissheit, dass ich es tun muss. Ich muss meinen Vater vom Thron stürzen und diesem Wahnsinn Einhalt gebieten. Es darf keine weiteren Opfer dieser Art mehr geben. Es mus Frieden herrschen, damit Leben gedeihen kann."
      Sylvar nickte dazu und seufzte.
      "Der Weg wird lang", murmelte er und lächelte Viola zu. "Aber die Familie hält zusammen, nicht wahr? Und du bist jetzt ein Teil davon. Ob Mensch oder Elf. Es sollte keine Grenzen zwischen uns geben. Weder ländlich, noch in der Liebe."
      "Wir sind auch froh, dass du bei uns bist", sagte ANdvari und lächelte während er zusah, wie sie seine rauen Hände liebkoste. Es warein schönes Gefühl in einer kalten Welt.
      Beide würden sie die angebotene Kleidung nehmen, aber dennoch blieb eine Frage offen.
      "Wohin gehen wir als nächstes?", fragte Andvari.

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    • Viola

      Die Heilerin nickte bedächtig zu den Worten Andvaris und ließ die Fingerspitzen zärtlich über seinen Handrücken wandern.
      "Wir werden dieses sinnlose Blutvergießen aufhalten, Andvari.", sagte sie mit unerschütterlicher Gewissheit. "Welche Entscheidung du am Ende auch treffen wirst, ich bin an deiner Seite. Du wolltest nie König werden, ich weiß das, aber vielleicht wird es Zeit dein Schicksal zu erfüllen."
      Viola glaubte weder an die göttliche Fügung noch an die Vorherbestimmung der Dinge, aber die Zeit im Elfenreich hatte sie in vielen Aspekten eines besseren belehrt. Das Mystische und Magische hatten ihren Geist für so Einiges geöffnet. Sollte Andvari in Erwägung ziehen den Thron zu besteigen, würde ihre gemeinsame Geschichte an diesem Tage enden. Vielleicht vermochten sie einen Krieg zu beenden, aber die Welt und angestaubte Ansichten wandelten sich nicht über die Dauer einer Nacht. Viola schätzte sich unendlich glücklich für jede Stunde, die ihnen vergönnt war.
      Dankbar blickte sie zu Sylvar und drückte ein letztes Mal seine Hand, ehe auch diese ihren Weg zurück zu Andvaris in ihrem Schoß fand.
      Die Frage entlockte der jungen Frau ein schweres Seufzen. Nachdenklich blickte sie in das flackernde Feuer und überlegte kurzzeitig Bestandteile des Holztreppe zu opfern, damit die Flammen nicht erloschen. Einen Nutzen hatte die alte Stiege sowieso nicht mehr. Vielleicht taten es auch die alten Regalbretter.
      "Jedenfalls sollten wir den Norden meiden. Das Tauwetter setzte zwar bereits ein, aber je nördlicher wir gehen umso unerbittlicher wird das Wetter sein. Und hier können wir auf Dauer nicht bleiben. Vielleicht ein paar Tage bis der Frost in den Nächten nachlässt", überlegte sie. Viola zog die Decke enger um die schmalen Schultern, damit die eisige Luft, die durch das baufällige Haus zog nicht unter die schwere Wolle gelangte.
      "Südöstlich von hier lag früher eine kleine Handelsstadt, Beleriand. Soweit ich davon Kenntnis habe, steht die Stadt noch, befindet sich aber außerhalb des Einflussbereiches der kaiserlichen Garde. Dort könnten wir unser Glück als Erstes versuchen. Eigentlich sind wir genauso Fahnenflüchtige wie alle anderen hier im Niemandsland. Wir müssen hoffen, dass uns das zum Vorteil gereicht, da ich stark davon ausgehe, dass Andvari auch hier erkannt wird sofern sich flüchtige Elfen in Beleriand aufhalten."
      Viola wandte sich schlussendlich wieder der Truhe zu und zog einen Stapel Kleidung hervor. Wärmende Stoff aus Wolle, Beinkleider aus groben aber weichem Leder, nicht dem derben Material, dass die Heilerin im Heerlager bei sich hatte. Diese Kleidungsstücke wurden mit Sorgfalt hergestellt. Sie fand ebenfalls mit Fell gefüttertes Schuhwerk gegen die frostigen Böden.
      "Aber zuerst...Umziehen.", sprach sie und klang dabei wieder fröhlicher als zuvor.
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    • Die Elfen

      Andvari war nicht so erpicht auf die Aussicht, sein Schicksal erfüllen zu müssen. Wenn es danach geht, würde er den Untergang der diesseitigen Bekannten Welt heraufbeschwören. Aber ein König? Sicher, die Menschen verehrten ihn als den wahren König und die Lichtrufer waren dafür ausersehen, aber sollte das wirklich alles sein? Ein Leben in weißen Mauern und unter einer schweren Krone? Er bezweifelte das stark und sehnte sich nach seinen Sägen und feilen, während er seufzte und ihre Hand schwach küsste.
      "Vielleicht. Aber das ist eine Entscheidung für später", murmelte er und erkaufte sich so zumindest etwas Zeit.
      Sylvar nickte über ihre Ausführungen und grummelte vor sich hin.
      "ICh kenne Beleriand"; murmelte er. "Habe damals einige Grenzelfen dorthin geschickt um Jemanden zu suchen. Die Stadt sollte uns zumindest die Möglichkeit geben, Proviant zu kaufen und eine Unterkunft für ein paar Tage zu finden. Und unseren Andvari sollten wir tarnen, nicht wahr?"
      "Das kannst du vergessen", bekräftigte der Weißhaarige unf rüchtete um sein Haar.
      Als Viola wieder fröhlicher von Kleidung sprach, sahen beide auf und grinsten. während sie einen Stapel Kleidung vor ihnen ausbreitete. Es dauerte nicht lange, da entschied sich Andvari für ein paar gefütterte Stiefel, ein schweres, ledernes Beinkleid und einen reich gefütterten Mantel, den er über ein ebenso verstärktes Wams legte. Seine Hände hüllte er in schwere Reiterhandschuhe, die er unten in der Kiste fand und anerkennend musterte. Sie hatte Recht. Es waren vorzügliche Stoffe und LEder. Jemand hatte offenkundig ein gutes Auge oder hohe Kunstfertigkeit bewiesen.
      "Was tat dein Vater?", fragte er. "Es wirkt alles so...edel..."
      Sylvar hatte sich derweil auch in gefütterte Hosen und Stiefel gehüllt, sein GEwand aber nicht getauscht. Dafür lag ein schwerer Fellumhang um seine Schultern und er grinste breit.
      "Es ist so warm..."

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    • Viola

      "Finger weg von den Haaren'", mahnte Viola mit einem gespielt empörten Blick und stellte sich damit auf Andvaris Seite.
      Anständig senkte Viola dir Augen auf den verbliebenen Inhalt der alten Truhe, sobald das verräterische Rascheln von Kleidung hörte. Der Kopf verschwand geradezu hinter dem aufgeklappten Deckel und nur ein ungezähmter Teil des leuchtend, roten Haarschopfes blitzte über das ergraute Holz hinweg. Den Anstand wahrte die junge Frau hauptsächlich für den Erzmagier. Ein schalkhaftes Grinsen kräuselte sich auf ihrem Lippen, während sie geeignete Kleidungsstücke für sich selbst zusammen klaubte.
      "Tatsächlich gibt es etwas Ähnliches, wie eine Familienlegende.", begann Viola, wobei ihr Kopf mittlerweile fast gänzlich im Inneren der Truhe verschwunden war. "Es heißt, dass die de Clairmonts einst Teil des Adels waren. Mein Urgroßvater soll um der Liebe Willen auf Ländereien und Titel verzichtet haben. Sein Stand hätte ihm nie erlaubt, die Frau zu ehelichen, die er liebte. Mein Vater hat diese Sachen nur zu besonderen Anlässen getragen. Vielleicht sind sie das letzte Überbleibsel früheren Wohlstandes oder er hat sie einfach nur gut gepflegt. Und meine Mutter war ohne Zweifel eine hoffnungslose Romantikerin. Sie hat diese Geschichte geliebt."
      Die Heilerin zuckte beiläufig mit den Schultern. Nüchtern betrachtet, hatte sie die mysteriöse Familiengeschichte als romantisches Märchen abgetan. So schön sie auch war. Als Ruhe einkehrte, spähte Viola auf amüsante Art und Weise über den Deckelrand. Beiden Männern schienen die ausgewählten Stücke zu passen. Es war ein merkwürdiger Anblick die Elfen in dicker Winterkleidung zu sehen.
      Bei Sylvars Kommentar sah sie auf.
      "Das sollten sie auch sein. So schön die Sommer hier sind umso unerbittlicher sind die Winter."
      Mit vollbepackten Armen kam sie auf die Füße und hatte Mühe über die ausgewählten Stoff herüber zuschauen. Mit dem Fuß schloss sie den Truhendeckel und ließ die Sachen darauf fallen.
      Mit hochgezogener Braue sah sie grinsend Andvari und Sylvar an. Mit dem Zeigefinger vollführte sie eine kreisenden Bewegung.
      "Wenn ich bitten dürfte...", lachte sie leise, wobei sie mehr aus der Fairness heraus beide Männer aufforderte. Die Situation war sicherlich merkwürdig, barg aber dennoch eine gewisse Leichtigkeit, die die Schatten vertrieb.
      Viola schlüpfte so flink wie möglich erst in einfaches Unterkleid aus weißem Leinen. Darüber warf sie einen Rock und aus Gewohnheit eine Zweiten, der als Schürze diente und den sie in einem breiten Ledergürtel raffte, der ihre Taille betonte. Zusätzlich schlüpfte sie in eine kurze Jacke aus dünner Wolle, die die neu erworbene Narbe nicht verbergen konnte. Die Kleidung einer Bäuerin und weniger die edlen Gewänder, die sie in Tirion getragen hatte. Einen dritten Mantel hatte sie für sich bei Seite gelegt.
      "Sollen wir den Morgen abwarten?", fragte sie in dem Raum und strich etwas verlegen über ihre Röcke. Nun sah sie wirklich aus wie ein Bauernmädchen. Andererseits war sie von allen Dreien so am unauffälligsten.

      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”
    • Elfen

      Die beiden Elfen blickten sich ertappt an und taten wie geheißen. Sylvar und Andvari drehten sich fort und blickten in entgegengesetzter Richtugn aus dem Fenster. Wenngleich etwas ungewöhnlich, musste Andvari doch darüber grinsen, während sie beide der geschichte ihrer Familie lauschten.
      Der Wind zog derweil durch die Ritzen udn Spalten des Holzes und ließen es beinahe ächzen. Das Feuer prickelte ein wenig, als der Zug die Flammen erreichte und Andvari seufzte. Es war friedlich, auch wenn es eine Ruine war. Er hätte sich ein Leben hier vorstellen können.
      "Romantisch", murmelte Sylvar und nickte.
      Selbst Andvari pflichtete nickend bei.
      "Die Liebe sollte immer stärker als Strandesdünken sein, finde ich. Selbst in Tirion gibt es zu viel davon. Adel oder nicht-Adel. Es sollte nicht verboten sein, seiner Liebe zu frönen und die Frau oder den Mann zu ehelichen, den man will. Ich finde, dein Urgroßvater hat eine hervorragende Wahl getroffen! Was sind Kleinöder und Tand gegen die Liebe, die einen erfüllt? Eine liebende Familie gegen ein gewaltiges Anwesen? Nichts..."
      Als sie ihre Frage stellte, wandten sich die Elfen wieder um. In Sylvars Gesicht fand sich keine Regung, obgleich er die Kleidung angemessen fand. Sie passte irgendwie mehr zu ihr als die Elfengewänder, wenn er ehrlich war, sagte aber dazu keinen Ton und lächelte nur.
      Andvari jedoch blickte sie intensiv, von oben bis unten an. Die Kleidung schmeichelte ihr in keinem negativen Sinne. Sie passte, sie passte sogar gut und gab ihr eine besondere Aura wie er fand. Er empfand diese Kleidungsstücke auch in keinster Weise einfach oder derlgeichen. Im Gegenteil. Einen kurzen Moment brauchend, räusperte er sich schließlich und grinste.
      "Du siehst wundervoll aus", murmelte er und ertappte sich beim Starren.

      The more that I reach out for heaven
      The more you drag me to hell
    • Viola

      "Ich wünsche wirklich die Welt wäre so einfach.", lächelte Viola.
      Unter den schweigsamen Blick der Elfen zupfte Viola etwas verunsichert an den Ärmeln.
      Die Kleidungsstücke passten, als wären sie eigenhändig für Viola gefertigt worden. Es erinnerte die junge Frau daran, wie ähnlich sie ihrer Mutter geworden war. Nicht nur einmal war ihr berichtet worden, dass sie der fröhlichen Frau aus ihren Erinnerungen wie aus dem Gesicht geschnitten war. Vorsichtig, um nicht zu stolpern, schlüpfte sie ebenfalls in warme, gefütterte Halbstiefel. Beinahe sofort kehrte das Gefühl in ihre eiskalten Zehen zurück.
      Bernsteinfarbene Augen ruhten so intensiv auf ihr, dass Viola den glühenden Blick wie eine Berührung auf ihrem Körper fühlte. Wahrscheinlich konnte sie sich nie daran gewöhnen, das Andvari sie ansah, als gäbe es keinen schöneren Anblick in den gesamten Königreichen des Kontinents. Das Räuspern riss auch die Heilerin aus ihrer Starre und sie grinste verlegen. Mit wenigen Schritten hatte sie die schwere Truhe und das Feuer umlaufen und blieb neben dem Elf stehen.
      "Ich könnte einen Getreidesack tragen und du würdest genau dasselbe sagen.", grinste sie bei dem Versuch ihn aufzuziehen. Trotzdem fand eine Hand liebevoll ihren Weg an seine Wange, ehe sie sich auf die Zehenspitzen stellte und einen Kuss auf besagte Wange hauchte.
      Anschließend trat sie zwischen den Elfen hindurch und nahm die Schaufel, die verstaubt und von Spinnenweben übersät an der Wand lehnte. Ohne erklärende Worte schritt sie in dem kargen Raum auf und ab, bis sie scheinbar die Stelle gefunden hatte, die sie gesucht hatte.
      "Wenn mich nicht Alles täuscht.", murmelte sie und trieb die Schaufel mit aller Kraft, die sie aufbringen konnte, zwischen zwei Holzdielen. Das Holz ächzte und karrte unter Protest, bewegte sich aber keinen einzigen Millimeter. Erst nach ein paar Mal kräftig ruckeln, löste sich eine Diele und ließ sich hochstemmen. Polternd rutschte die Diele auf den Boden und Viola kniete sich in sich in den Staub um in eine Vertiefung zu greifen.
      Aus dem geheimen Versteck im Boden förderte die Heilerin eine kleine Schatulle zu Tage. Sorgsam pustete sie den Staub von dem kleinen Fundstück, in dem es klirrte und klimperte.
      "Es wundert mich, dass niemand das Versteck gefunden hat. Mein Vater war nicht sehr kreativ bei der Auswahl", überlegte sie und öffnete das kleine Behältnis in dem ein paar wenige Münzen, die ihnen vielleicht etwas Proviant erkauften, und schlichte Schmuckstücke ruhten. Bei dem Schmuck handelte es sich um drei schlichte, goldene Armreifen. "Die Armreifen waren das Hochzeitsgeschenk an meine Mutter. Familienerbstücke, die ebenfalls auf meinen Urgroßvater zurückgehen. Als kleines Mädchen habe ich verbotenerweise damit gespielt, weil sie so schön funkelten. Das Donnerwetter könnt ihr euch vorstellen. Ich habe mich nie getraut hier her zurückzukommen und die paar Habseligkeiten zu suchen, die das Feuer möglicherweise überlebt haben. Vielleicht...Vielleicht können wir sie eintauschen..."
      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”
    • Andvari und Sylvar

      Andvari grinste schwach und drückte seine Wange leicht ihren Lippen entgegen. Es fühlte sich merkwürdig fremd und vertraut zu gleichen Teilen an. Und mehr denn je wünschte sich der weißhaarige Elf Zeit. Zeit für einander, Zeit um all das zu verdauen, es in Ruhe zu erkunden und mehr über die Frau zu lernen, die er liebte. Aber was blieb in dieser grauen Zeit außer dem wenigen an Zeit, das sie besaßen.
      "Ich würde dasselbe sagen", murmelte er. "Weil ich dei Frau dahinter sehe und nicht die KLeidung."
      Als könnte die Situation nicht noch merlwürdiger werden, griff sie sich sodann eine Schaufel zwischen ihnen, sodass Sylvar erschrocken den Fuß wegzog, während sie unter dem Protest des Holzes zu ihren Füßen den Boden aufstemmte.
      Beide Elfen sahen mit Erstaunen zu der kleinen Kiste, die sie zutage förderte.
      "Was..."
      Die Frage wurde jäh untebrrochen, als sie das Kleinod und ein paar Münzen herausnahm und vor ihre Nasen hielt. Jedoch war ihr Vorschlag mehr als himmelschreiender Unsinn.
      Beide Elfen sahen sie empört an und schüttelten rigoros den Kopf. Andvari nahm sich sogar die Frechheit und legte seine Hand auf die Schmuckstücke, um sie unetr leichtem Druck in die Schatulle zurück zu befördern.
      "Das können wir nicht zulassen und werden es auch nicht", sagte er nachdrücklich und sah sie an. "Es gibt immer Möglichkeiten, an Münzen zu gelangen. Das Veräußern von Schmuckstücken der Familie sollte nicht dazu gehören

      The more that I reach out for heaven
      The more you drag me to hell
    • Viola

      Der heftige Protest überraschte Viola.
      Mit deutlicher Verwirrung im Blick sah sie in die empörten Gesichter der Elfenbrüder, während die wenigen Münzen und die goldenen Schmuckstücke unter sanften Klimpern wieder in der einfachen Holzschatulle verschwanden. Frechheit hätte sie Andvari dabei sicherlich nicht vorgeworfen, auch wenn die Geste recht harsch war. Blinzelnd warf sie auf die wenigen Erinnerungsstücke, das kleine Bisschen, das von ihrer Familie übrig geblieben war und empfand eine tiefe Dankbarkeit gegenüber ihren Begleitern.
      Zwar war sie wenige Sekunden zuvor bereit gewesen, sich ohne Zweifel von den schlichten Schmuckstücken zu trennen, aber der Gedanke wog dennoch schwer auf ihrem Herzen. Ein zartes Lächeln ruhte auf ihren Lippen, als sie die kleine Schatulle sorgsam verschloss und kurz gegen ihre Brust drückte. Es war nur Kleinod, nicht einmal besonders viel wert, aber dennoch...
      "Da wirst du wahrscheinlich recht haben," murmelte sie und ließ die kleine Schatulle in einer versteckten, kleinen Tasche ihrer Röcke verschwinden, die unter den geworfenen Falten kaum auffiel. Für den Notfall, sollte sich keine andere Lösung ergeben. Aber sie sprach den Vorschlag nicht noch einmal an.
      Tatkräftige Hände wurden zu diesen Zeiten meist eher gebraucht als Gold und Geschmeide. Viola war Heilerin, Andvari ein fähiger Zimmermann, und Sylvar...war eben Sylvar. Viola grinste bei dem Gedanken. Vielleicht bot sich in Beleriand die Möglichkeit sich eine Unterkunft und alles benötigte mit kleinen Gefälligkeiten zu erkaufen.
      "Also gut...", räusperte sich Viola und verdrängte den schweren Gedanken an das Andenken ihrer Familie. "Da ihr mehr damit beschäftigt ward mich anzustarren, als meine Frage zu beantworten...", Viola kicherte amüsiert. "...Sollen wir heute Nacht unser Lager hier aufschlagen oder wagen wir den Weg durch die Kälte. Ich halte es nach wie vor für zu riskant. Wir brauchen alle Ruhe. Ehrlich gesagt, macht es mich außerordentlich nervös. das ich im Augenblick nicht einmal den kleinsten Zauber zustande bringe..."
      Viola blickte sich um. Die Schlafmöglichkeiten waren allerdings ein Problem. Es gab keine.
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    • Die Elfen

      Die Elfen blickten sich sichtlich zufrieden an und nickten einander zu. Ein stummes Verständnis in einer bitterkalten Nacht.
      "Ich habe Recht, glaub mir", sagte Andvari und grinste schelmisch. "Auch wenn du die Klügere von uns bist, habe ich nicht selten auch mal Recht."
      Das Zwinkern, das er ihr zuwarf, wirkte beinahe irreal deplaziert und Sylvar begann zu kichern.
      "Stimmt. Während ich gegrinst habe und dein LIebster dich mit Blicken auszog, haben wir diese Frage ganz vergessen. Ich müsste auch eine kleine Rast vornehmen, um mich ein wenig zu sammeln. Von daher gehe ich mit Violas Vorschlag."
      Andvari nickte.
      "Nur die Schlafplätze werden ein Problem", murmelte Sylvar.
      "Aber nicht unmöglich", ergänzte Andvari grinsend und erhob sich. "Viola schläft bei mir. Wir schlafen im Sitzen, Sylvar. Damit reduzieren wir die Kältefläche auf ein Minimum und Viola bleibt auf meinem Schoß. So können wir ein Maximum ein Wärme herausschlagen."
      "Und für das Essen könntest du jagen gehen!", rief Sylvar. "Die Gegend ist zwar karg, aber bestimmt nicht ungewohnt. Ein Häschen oder ein kleiner Kojote werden sicherlich zugegen sein, nicht wahr?"
      BBeide sahen Viola an, die offenkundig die Flora und Fauna hier noch besser kannte. Und auch wenn der Wind an ihnen allen zog, umkam sie doch eine gewisse Freude, während sie sich ansahen.
      "Wie du siehst: Alles gelöst. Ich gehe jagen, ihr beide richtet das Feuer ein wenig höher und besorgt etwas zum braten. Einen Stock oder dergleichen sollte reichen. Und drückt mir die Daumen!", rief Andvari, der sich bereits erhoben hatte und in den Türrahmen getreten war. Die kalte Winterluft zerrte an seinem Umhang, aber ein bverspieltes Lächeln lag auf seinem Gesicht. Mochten die Bäume ihn strafen, aber er fühlte sich frei. Auch wenn sie verfolgt wurden.

      The more that I reach out for heaven
      The more you drag me to hell
    • Viola

      Ein Gefühl von Zufriedenheit umfing Viola je gelöster die Stimmung in den Ruinen des alten Bauernhauses wurde.
      Ein Hauch von längst vergessenem Leben erfüllte die vom Feuer geschwärzten Wände und ließ sie weniger bedrückend erscheinen.
      Aus dem Kichern erwuchs ein belustigtes Lachen, als Andvari ihr zuzwinkerte. Die Geste verlieh ihm einen jungenhaften Ausdruck, den sie schon vermisst hatte.
      Andvari gefangen hinter Palastmauern zu wissen und das auf einem Thron, den er nicht begehrte, war ein seltsamer Gedanke. Sie sah ihn lieber frei und mit einem funkelnden Schalk in den Augen. Ein Lösung würde sich finden am Ende eines langen Weges.
      "Sylvar!", rief sie mit gespielter Empörung, als die forschenden und innigen Blicke seines Bruders kommentierte. Ein Lachen nahm ihrem Ausruf jeglichen Ernst. Viola verdrehte die Augen und blickte zu Andvari herüber.
      "Natürlich. Für das Maximum an Wärme...", sagte sie grinsend. "Mit der Jagd auf Hasen solltest du am meisten Glück haben. Auf den verwilderten Feldern dürften sich bestimmt welche finden. Für die Bauern waren die flinken Tierchen früher eine regelrechte Plage. Für Fische dürfte es in dem angrenzenden Bächen im Augenblick zu kalt sein."
      Die Freude der Elfen übertrug sich sekündlich mehr auf die junge Frau, die sich nun voller Tatendrang die Hände rieb und sich bereits suchend umsah. Um ein paar Schritte nach draußen, würden sie wohl nicht umhin kommen.
      "Viel Glück!", rief sie Andvari noch nach und wirbelte schließlich zu Sylvar herum, während sie sich bereits leicht gefütterte Handschuhe über die Finger zog.
      "Ich werde kurz rausgehen und noch Feuerholz suchen. Sieh doch bitte in den Regalen nach...", mir dem Kopf nickend deutete sie auf die spärliche Kochnische. "Irgendwo gibt es bestimmt etwas, dass wir verwenden können, um das erlegte Wild zu braten. Ich schau mich draußen auch noch einmal um."
      Sicherheitshalber warf sich Viola den mit Pelz gefütterten Umhang um, das Fell im Inneren weich und warm, ehe sie ebenfalls in die kalte Nacht trat und sich bei ihrer Suche aber nicht zu weit vom Haus entfernte. Tatsächlich entdeckte sie altes Brennholz zwischen zwei eingefallenen kleinen Hühnerställen. Zusammen mit ein paar Ästen, die sie zusammenklaubte trug sie sie alles ein paar Minuten später in ihrer gut gefüllten Schürze zurück ins Haus. Viola schauderte beim Eintreten und hatte sichtliche Mühe, dass nichts aus ihrer Schürze fiel.
      "Es ist wirklich eisig...", kommentierte sie mit einem Schütteln und ging zum Feuer herüber, wo das mitgebrachte Holz auf den Boden polterte. "Konntest du etwas Brauchbares finden. Ansonsten sollten die hier reichen?". Viola hielt ein paar stabil wirkende Stöcke in den Händen, die sich eigenen könnten.
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    • Die Elfen

      Andvari nickte motoviert und entschwand nach einem kurzen Winken in der hereinbrechenden Dunkelheit des WInters. Es war erstaunlich, wie sehr sich die phsyiognomischen Eigenheiten beider Rassen unterschieden. Während er Violas Schritte im Schnee und ihre Stimme noch über einige Meter hören konnte, verschwanden seine Schritte im Nichts des zuckenden und peitschenden Windes.
      Es brauchte eine kurze Weile, bis er sich durch die Ruinen gewunden hatte und die Felder ausmachte, die rund um das Dorf verstreut lagen. Karge Reste einer einst blühenden Stadt, wie es erschien. Man sah deutlich die Erhebungen und VErtiefungen der Saatfurchen und auch Rest von bereits gewachsenen Feldfrüchten unterschiedlichster Art. Auch wenn diese bereits vollkommen verwest waren. Keuchend kämpfte sich der Elf vorwärts und entdeckte erst in einiger Entfernung einen Schatten, mit dem er arbeiten konnte.
      Grinsend ließ er einen kleinen Lichtpfeil erscheinen, der sein bleiches Gesicht kurz erhellte und begann seine Jagd.

      Unterdessen richtete sich Sylvar in der Hausruine häuslich ein. Sein Stab hatte einen stabilen Platz in einer Raumecke erhalten udn auf dem Boden hatte er - anstatt freilich nach Dingen zu suchen - kleinere Utensilien aus seiner Umhängetasche geholt, die er stets bei sich und um seinen Körper gewunden trug. Hier und da ein Duftsalz, eine kleine Phiole mit schimmerndert Flüssigkeit und ein paar Kräuter lagen auf dem Boden, als Viola wieder herein kam und das Feuerholz bereits präsentierte.
      Es wäre gelogen gewesen, wenn er kein schlechtes Gewissen hatte. Also blickte er beschämt zu ihr hinauf und zuckte die Achseln.
      "Meine Liebe...Ich bin untröstlich. Ich war so aufgegangen in meiner Suche, dass ich ganz vergessen habe...Aber sonst könnten wir auch diese hier nehmen. cih weiß nciht, was es ist, aber sie lagen zumindest in meiner Nähe."
      Sachte präsentierte er alte Schürhaken, die noch die Spuren dichten Rußes an sich trugen. Wenn man ehrlich war, rochen sie sogar verbrannt.
      "Tutr mir Leid..:", murmelte er . Wenn du mir sagst, was ich tun soll, kann ich helfen!"
      Beim Aufstehen jedoch riss der Zauberer versehetnlich an dem Rest seines Tuchs und die Inhalte flogen wie ein Wirrwarr durch den Raum und kamen polternd in verschiedenen Ecken zum Liegen,
      "Oh je...",

      The more that I reach out for heaven
      The more you drag me to hell
    • Viola

      Mit sichtlicher Neugierde betrachtete Viola die verschiedenen Gefäße und Phiolen, die der Erzmagier vor sich aufgereiht hatte. Von den kristallartigen Salzen ging ein angenehmer Duft aus, den die junge Frau allerdings nicht benennen konnte.
      Lächelnd schüttelte Viola den Kopf, ehe sie die präsentierten Schürhaken entgegen nahm. Das Eisen war reichlich verkohlt und stellenweise vom Feuer gänzlich schwarz gefärbt.
      "Schon gut", sagte Viola. "Mach dir keine Gedanken. Das sind Schürhaken. Wir benutzen diese Werkzeuge um das Holz im Feuer zu positionieren ohne uns die Finger dabei zu verbrennen."
      Die schweren Eisen wirkten seltsam deplatziert in ihren zierlichen Händen, dennoch demonstrierte sie geschickt den Nutzen, als sie Mithilfe des Schürhakens ein Holzscheit mitten in die heiße Glut schob.
      Vor Schreck wäre Viola beinahe der glühende Schürhaken aus der Hand gefallen, als ein Poltern und Scheppern erklang.
      "Was...? Oh!", lachte die Heilerin und sah zu, wie sich die Mitbringsel quer durch den Raum verteilten. Kichernd kam sie auf die Beine.
      "Warte ich helfe dir.", sagte sie und begann ein paar der Phiolen und andere Habseligkeit vom Boden aufzuklauben. Sie sammelte alles in ihrer Schürze und kam damit zu Sylvar.
      "Was ist das alles?," fragte sie ehrlich interessiert und hielt eine Phiole mit einer hübsch schimmernden Flüssigkeit in einer Hand.
      “We all change, when you think about it.
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