[2er RPG] Cold, Lonely and Freezing

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    • Thomas wiegte sich in Sicherheit. Er wusste um seine Kräfte und um alle Hindernisse und Vorteile, die sich in seinem Haus befanden. Er konnte auch getrost davon ausgehen, dass die beiden bereits alles in der Wohnung durchsucht hatten, verzweifelt auf der Suche nach einem Anhaltspunkt, warum dieser einsame Mann ihnen gefährlich werden konnte.
      Thomas gab ein leises kichern von sich. Naira war sich ihrer Sache wohl sehr bewusst, doch er sah einen Anflug von Zweifel in ihren Augen aufblitzen: "Natürlich würdest du das. Detective O'Connor...Genau so dickköpfig, wie dein Vater. Ich hätte so viele Gründe, ich kann sie nicht einmal auf der Hand abzählen, wie viele, dich umzubringen. Hier...und jetzt...", bei seinen Worten hatte er sich vorgebeugt, um bedrohlicher zu wirken, doch genau in dem Moment ließ er wohl seinen Schutz außer Acht. Er war zu unvorsichtig und kassierte dafür einen ordentlichen Tritt zwischen die Beine. Er hätte diese wohl auch fesseln sollen.
      Stöhnend wankte Thomas zurück und hielt die Hände vor dem vor Schmerz wallenden Schritt. Schnaubend versuchte er wieder aufrecht zu stehen und schlug der jungen Frau vor sich von Links nach Rechts ins Gesicht mit dem Handrücken.
      "Hehe...", doch statt sehr wütend auf sie zu sein, zierte ein breites Grinsen seine Lippen, "Sehr gut. Sehr gut. Wehr dich noch mehr. Na los! zeig mir was ein Detective, den ich gewollt gefangen nahm, aus so einer Situation machen kann!", er war laut geworden und als würden sie zustimmen, erschallte Hundegebell hinter einer Tür.
      Er trat an sie heran und packte sie an den Schultern, bereit den nächsten Angriff entgegen zu nehmen.
    • Naira O'Connor

      Der Schlag mit dem Handrücken hatte einen ziemlichen Abdruck auf ihrem Gesicht hinterlassen und der Schmerz machte sich breit, während Naira versuchte, ihre Gedanken zu ordnen. Sie hatte nicht gut genug zutreten können, es war deutlich zu wenig gewesen, aber dafür gab es sicherlich noch eine Chance. "Du bist so verdammt widerlich! Ich verstehe dein verdammtes Problem nicht!", schrie sie laut genug, um Kräfte sammeln zu können, während sie tief Luft holte. Es dauerte nur wenige Sekunden, aber die Dunkelhaarige nahm ihre Kraft zusammen, um ihr rechtes Knie zwischen die Beine des Kerls so fest zu schlagen, wie es in dieser Position nur möglich war, bevor sie mit dem linken Bein genau das Selbe tat. Sie hätte es sicherlich noch einmal und noch einmal machen, wenn sie die Kraft dazu gehabt hätte, aber ihre Hoffnung bestand darin, dass das ausgereicht hatte um dem Kerl endlich ein Ende zu setzen. Ihre Nerven waren am Ende und so langsam auch die Hoffnung darauf, endlich hier rauszukommen und wieder ein normales Leben zu führen, wie sie es mehr oder minder vorher getan hatte.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Ein normales Leben nach so einem Erlebnis war immer fragwürdig. Victor hätte sie eines besseren in diesem Moment gelehrt. Doch es war möglicherweise gut, dass er nicht anwesend war. Er hätte keine Hoffnung in diese Situation gebracht und wäre auch der erste, der das Handtuch geworfen hätte. Zu sehr war der Tod eine Verlockung für ihn, als dass er es einfach an sich vorbei hätte ziehen lassen können. Es gab ja nichts mehr, was er in seinem Leben noch hätte verbessern können. Nichts, dass auch nur ansatzweise ihm aus der Misere geholfen hätte. Nicht einmal das kleine Stelldichein mit Naira. Das war von Anfang an zum Sterben verurteilt.

      Der Mann, der sie gefangen hielt, schien es herausgefordert zu haben, doch er hatte auch nicht gedacht, dass man noch einmal so viel Kraft aufbringen konnte. Hatte der erste Tritt nicht gereicht so reichten nun die beiden.
      Keuchend wich er zurück und knirschte mit den Zähnen. Ein Husten brach aus seiner Kehle hervor und er krümmte sich nicht weit von Nairas Beinen auf die Knie. Die Hände gruben sich schmerzhaft in ihre Oberschenkel, als er versuchte dem eigenen Schmerz im Lendenbereich entgegen zu wirken. Das hatte nichts angenehmes.
      "Verdammtes...Miststück...", knurrte er.
      Ein gezielter Tritt oder Schlag auf den Kopf könnte Thomas in die Bewusstlosigkeit schicken, dort wo er in diesem Augenblick auch hingehörte. Sie mussten sich Zeit verschaffen, eine Verteidigung aufbauen können gegenüber ihm.
      Doch noch bevor Naira mehr machen konnte, schob sich der ältere Mann wieder auf die Füße und sah sie mit böswilligem Blick an.
      "Du bezahlst...schneller als ich es wollte. Aber dann habe ich eben noch mit deinem Partner Spaß.", zischte Thomas und wandte sich von ihr ab. Er verließ das Wohnzimmer und verschwand im Flur durch eine weitere Tür. Sie führte hinunter in den Keller. Dort wo sich all sein Hab und Gut versteckte. Darin verschwand er die nächsten 15 Minuten, ohne dass ein Mucks zu hören war.
      Dies gab Naira Zeit sich irgendwie zu befreien. Sie musste...Von ihr hing nicht nur das eigene Leben, sondern das Leben von Victor ab.
    • Naira O‘Connor

      Sie hatte Zeit zum durchatmen,als Thomas aus dem Raum verschwunden war und hatte auch die Möglichkeit, den Schmerz in ihrer Wange und ihren Oberschenkeln sacken zu lassen. Naira wollte ihrem Peniger ganz sicher keine Möglichkeit geben, den Schmerz zu sehen, weshalb sie die Zähne zusammengebissen hatte, aber das war auch nicht für immer möglich. Nachdem der Mann raus war hatte sie auch die Möglichkeit in Ruhe nach einem Ausweg zu suchen, aus der Situation in der es vermutlich keinen Ausweg gab. Jeder andere hätte schon längst aufgegeben, aber Naira war nicht gut darin, einfach das Handtuch hinzuschmeißen. Es musste ein Plan her..
      Während ihre Augen nach etwas suchten,um ihr zu helfen ging die Tür mehr oder weniger wieder auf. Zunächst rutschte ihr das Herz in die Hose, sie hatte noch keinen Plan, aber die Schnauze die reinguckte war ihre Rettung. „Oh Spike!“, seufzte sie voller Freude und konnte es kaum fassen, dass ihr Hund sie gefunden hatte. Freudig wedelte der Husky mit dem Schwanz und wollte auf sein Frauchen zurennen um ihr Gesicht abzulecken. „Komm her.. hilf mir“, befahl Naira und rutschte ein wenig mit dem Stuhl, um dem Hund zu zeigen, wo er hin sollte. Es dauerte zwar einen Augenblick, aber sein Geknabbere hatte den Kabelbinder gelöst und Naira konnte ihre Hände wieder frei bewegen. „Du bist der beste“, lobte die Dunkelhaarige ihren Hund und seufzte in Ruhe aus, auch wenn die Zeit drängte, sie wusste immerhin nicht wann der Kerl wieder zurück kommen würde. Ihre Handgelenke und ihre Hände hatten zwar dadrunter gelitten, aber besser so als tot zu sein.
      Das Klebeband war deutlich einfacher zu lösen, nachdem die Hände eine Bewegungsfreiheit bekommen hatten auch wenn es ziemlich robust war. Keine zwei Minuten später konnte die Frau jedoch frei aufstehen und sich nach etwas umsehen, was der Kerl da hatte. Viel mehr als eine schwere Lampe in einer Ecke fand sie nicht, doch das reichte ihr für den Plan aus.
      Während sich Spike brav hinter seinem Frauchen versteckte hatte diese sich nah an der Tür positioniert um sofort zuzuschlagen,wenn der Kerl wieder zu ihr kommen würde. Ihre Hoffnung war groß, ihr Können noch größer.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Unzufrieden über den Verlauf versuchte Thomas etwas in all den Werkzeugen zufinden, dass ihn in dieser Situation munden würde. Er könnte ihr ein Zeichen einbrennen. Er könnte sie mit der Axt in Stücke hauen. Die Möglichkeiten waren groß und sehr viele, doch seine Wut, gab dem Kopf keine Zeit um denken zu können. Er wollte etwas besonderes, doch war er gleichzeitig zu allem hingezogen, dass nur ein wenig interessanter wäre, als sie direkt zu erschießen.
      Erschießen...Mh. Man könnte es interessanter gestalten. Seine Gedanken ratterten. Er zögerte, doch dann ergriff er die Waffe und drehte sie in der Hand herum. Es war Naira's eigene Dienstwaffe. Das Magazin hatte er rausgenommen, steckte es nun jedoch wieder in den Griff der Waffe und zielte damit nach vorne. Sie lag gut in der Hand. Ein wenig schwerer, als erwartet, doch nicht unbekanntes. Großkalibrige Gewehre waren schließlich größer und schwerer.

      Ohne etwas zu ahnen und voller Eifer sich nun um Naira kümmern zu können, machte er sich auf nach oben. Wenn er mit ihr fertig war, konnte er sie nach unten tragen und dann den jungen Mann, den er in seiner speziellen Abstellkammer gelassen hatte.
      Das etwas auf ihn oben lauerte, konnte er nicht ahnen. Der Hund war klüger, als gedacht gewesen. Er hatte die Tür nicht abgeschlossen, sondern nur zu fallen lassen. Seine eigenen Hunde waren nicht so klug und ließen zu wünschen übrig in dem Punkt.
      Mit schweren Schritten kam er die Treppen wieder hinauf, während sie darunter ächzten und knarzten.
      Die Überraschung war groß, als er einen Schatten oben sah und nur eine Millisekunde ihm blieb um darauf zu reagieren. Etwas großes und schweres raste auf seinen Kopf zu. Thomas fackelte nicht lang. Der Schlag löste einen Schuss aus der Kammer der Pistole, während er selbst wankend das Gleichgewicht versuchte auf der Kante der Treppe zu halten, jedoch im nächsten Moment ebendiese hinunterfiel.
    • Naira O‘Connor

      Noch nie hatte ihr Herz so laut geschlagen, wie in diesem Moment,als sie die Schritte auf der Treppe hörte. Naira wusste, wie wichtig dieser Moment war,denn eine zweite Chance würde sie ganz sicher nicht bekommen. Die Frau zögerte nicht als sie den Mann sah und schlug mit der harten Seite der Lampe so fest zu, wie es für sie nur möglich war. Es schien genau richtig zu sein, denn auch wenn der Mann noch eine Kugel abgefeuert hatte er war die Treppe runter gefallen. Einen kurzen Augenblick konnte sie nicht glauben, dass es möglich war, aber schnell hob sie ihre Waffe auf und knallte die Tür zu. Ihr Herz raste wie verrückt und alles in ihr zitterte, aber sie war sich sicher, dass sie alles richtig gemacht hatte.
      Nachdem Naira die Tür zum Keller abgeschlossen und den Schlüssel rausgenommen hatte kraulte sie ihrem Hund den Kopf, der aber besorgt mit der Pfote auf ihren Oberschenkel zeigte. Mit einer gerunzelten Stirn sah sie runter und musste sich festhalten, um nicht umzufallen. Die Kugel hatte die Dunkelhaarige am Oberschenkel getroffen, aber erst in diesem Moment breitete sich der Schmerz langsam aus. „Fuck!“,zischte sie und wollte zu der Wunde greifen, aus der Blut raus quoll und ihre Hose verdunkelte. Durch das Adrenalin hatte sie wohl den Schuss nicht bemerkt gehabt.. ihr blieb nicht mehr viel Zeit übrig. „wir müssen Victor finden“,sagte sie zu ihrem Hund und bewegte sich langsam in die Küche,in der die Hunde alle zusammen ängstlich in der Ecke kauerten. Der Schuss hatte sie wohl erschreckt gehabt, nun waren sie zahm und ungefährlich. Doch von Victor war auch dort keine Spur.. nach und nach und mit einer großen Anstrengung öffnete sie alle Türen im Erdgeschoss, bevor sie die komische Einkerbung unter der Treppe bemerkte. Ein wenig versuchte Naira es die scheinbare Tür zu öffnen, aber ihr Bein versagte. „Geh zur Seite“, befahl die Dunkelhaarige ihren Hund und sammelte ihre Kraft. „Ich hoffe du bist hier hinter..“, murmelte sie, bevor sie ihre Zähne zusammen biss und gehen die Tür trat. Sie sprang auf, auch wenn Naira aus Schmerz zu Boden fiel und ein paar Atemzüge brauchte, um wieder zu sich zu kommen. Langsam krabbelte die Frau in die Kammer und war heil froh, ihr ein bekanntes Gesicht zu sehen. „Hey Victor!“,rief sie und rüttelte an ihrem Partner, aber viel Kraft hatte sie nicht mehr übrig, weshalb sie sich neben ihn gesetzt hatte, unabhängig davon wie viel er an hatte. „Aufwachen! Bitte..“, rief sie und klatschte Victor ins Gesicht. So langsam würde es ihr schwarz vor den Augen, aber ihr Hund übernahm die Aufgabe, besorgt Victor wieder aufwachen zu lassen.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Ächzend und mit polternden Kopfschmerzen lag der Mann am Boden. Er konnte sich nicht bewegen, die Wirbelsäule schmerzte so sehr, die Lungen konnten kaum genug Luft in sich füllen, um ausreichend versorgt zu sein. Er zischte Beleidigungen hervor, doch konnte er ein Grinsen nicht umgehen. Sie hatte sich gewehrt und das hatte er nun davon.
      "So nah...am Ziel..und doch so fern...", keuchte und hustete er hervor. Aufstehen würde er für die nächsten Minuten nicht können.

      Als hätten sich die Kopfschmerzen übertragen, spürte Victor dieselben, als er langsam zu Bewusstsein kam. Sein Blick war verschwommen und es war anstrengend und Übel erregend den Blick auf etwas zu fokussieren, aber eine nasse Zunge verhinderte, dass er sie zu lange aufhielt. Aufregendes Hecheln übertönte den Schmerz in der Wange. Hatte man ihn geschlagen? Was war passiert? Stöhnend versuchte er sich aufzurichten und bemerkte erst dann dabei, dass er bis auf die Unterwäsche nichts mehr anhatte. Warum? Wann hatte er das letzte Mal getrunken? Er hatte sich nicht am Spirituosenschrank ihres dubiosen Retters vergangen, oder etwa doch?
      Irritiert sah er sich um, schob dabei den aufgeregten Husky von sich, weil er ihn in diesem Moment zu sehr belagerte. Erst dann sah er Naira neben sich an der Wand lehnend. "...Na...Mh?", fragend musterte er sie, sie war nicht wach, oder sah zumindest nicht danach aus. Sie sah auch nicht sehr gesund aus. Gleich darauf war auch dafür der Grund gefunden. Eine große rote Pfütze unter ihr und das blutende Bein erklärten ihren Zustand.
      "Shit...Naira!", rief er noch aus, vergaß dabei seine Kopfschmerzen und die Übelkeit, darin war er geübt. Hier ging es nicht um ihn, auch wenn es ihn brennend interessierte was genau geschehen war.
      "Fuck fuck...fuck...", Victor versuchte sich aufzustellen, doch das schaffte er nicht. Irgendwie stolperte er aus seiner Falle und zerrte Naira mit sich heraus. Mit der Kraft, die er aufbringen konnte, hievte er sie hoch und trug sie so schnell es ging zu dem Sofa im Wohnzimmer. Dann rannte er los in die Küche und suchte nach Handtüchern. Auf dem Weg fand er noch seine Kleidung, glücklicherweise, und entnahm der Hose den Gürtel. Damit konnte er sie wenigstens versorgen.
    • Naira O‘Connor

      Für einen kurzen Moment war sie eingeschlafen, aber der dumpfe Schmerz in ihrem Bein erinnerte sie daran, was eigentlich passiert war. Nicht schlafen... ermahnte sie sich immer wieder selbst und schlug die Augen plötzlich auf. Victor musste scheinbar wach geworden sein, denn sie konnte sich nicht entsinnen, ins Wohnzimmer gegangen zu sein. „Victor..“, murmelte Naira und ihre Augen fanden ihren Partner. Langsam versuchte sich die Dunkelhaarige aufzusetzen, was aber mit einem starken Schmerz quittiert wurde. „Wir müssen hier weg.. sofort“,sagte sie und sah sich um, um ja Thomas nicht zu finden. „Der Kerl will uns umbringen.. er weiß alles über uns.. er hat unsere Akten gelesen.. ich habe ihn bewusstlos geschlagen und ich weiß nicht, wie lange er im Keller bleibt“. Die Worte waren alle nur so aus ihr rausgesprudelt, aber die Panik in ihrem Kopf war groß, da war ihr das Bein erst einmal egal. Sie mussten hier raus, aber das Auto steckte irgendwo auf dem Land und draußen tobte immer noch der Sturm. Sie sah sich um und sah zu ihrem Hund, der sie besorgt ansah, da fiel ihr aber die beste Idee ein, die sie haben könnte. „Wir nehmen die Hunde.. die sind wahrscheinlich immer noch in der Küche..“. Kurz machte sie eine Pause, um die Beine auf den Boden zu stellen, doch das Bein schmerzte höllisch. „Du muss ihr Vertrauen gewinnen, mit Essen am besten.. Spike wird der Leader er wird uns den Weg weisen“. Sie mussten nur hoffen nicht zu erfrieren und in die richtige Richtung zu fahren. „Ich habe noch gerade mal so genug Kraft und genug Erinnerungen dran, wie man die Hunde fest macht.. und wie man mit einem Schlitten fährt, aber wir müssten uns beeilen..“. Langsam hatte sie versucht aufzustehen und das Bein zu belasten, Naira musste da einfach durch. „Deine Waffe ist auch noch hier irgendwo.“.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Kaum hatte er die Wunde an ihrem Oberschenkel versorgt, war sie auch schon wieder wach. Sie sah aber genau so aus wie durch den Fleischwolfgedreht, wie er sich in dem Moment fühlte. Mitleid stieg in ihm auf, doch verschwand es, als er ihr genaue zuhörte und versuchte jedes einzelne Wort so zu verstehen, wie es auch gemeint war. Nicht einfach, wenn durch die Droge sein Schädel sich immer noch anfühlte wie nach einer sehr, sehr langen Nacht. Da konnte ihm nur noch übler werden, als sie meinte er müsse die Hunde holen und sie sollten per Schlitten hierraus und dann Thomas, der sie umbringen wollte.
      Victor war sichtlich überfordert mit ihrer Erzählung und schüttelte heftig den Kopf, was nicht hilfreich war.
      "Setz dich wieder hin, ich...ich mach das und dann bring ich dich zum Schlitten...du hast deine Waffe, ja?", er checkte kurz alles und drückte sie wieder zurück auf da Sofa, damit sie dort blieb.
      "Ich hole alles...ich mach das..."sein Herz hämmerte schnell. Dass sie ihm gesagt hat, dass Thomas bewusstlos im Keller lag, ignorierte er völlig. Sein Fokus lag auf ihr. So einen Schrecken wollte er nicht noch einmal haben und alles in ihm wurde mit Adrenalin versorgt. Schnell lief er wieder in die Küche, sammelte seine Kleidung auf und zog sich um. Die Hunde lagen zusammengetummelt in einer Ecke und waren nicht sehr erfreut ihn zu sehen.
      "Ruhig...", mit allem was er aufbringen konnte an Empathie für die fremden Tiere, versuchte er ihr Vertrauen zu gewinnen, durchstöberte alles nach ihrem Fressen. Er gab es ihnen, versuchte sie zu berühren und sprang wieder auf, um nach dem Schlitten zu sehen.
      Keine 20 Minuten dauerte es und er war wieder bei Naira. Victor schnappte sich eine in der Nähe liegende Decke und warf sie, um sie herum, holte die Jacken und gab sie auch Naira.
      "Du weißt wie man fährt ja...Dann solltest du dringend wach bleiben...Ich habe nämlich keine Ahnung...", sprach Victor mit einer Spur Angst in der Stimme. Die Wunde war mies und Naira hatte viel Blut verloren. Würde sie ihn genau so verlassen und er hatte wieder einmal nichts weiter tun können?
      Vorsichtig half er ihr auf, stützte sie und brachte sie zu dem Ausgang in den Hof, wo der Schlitten zu finden war und das sauber aufgeräumte Zaumzeug.
    • Naira O‘Connor

      Sie konnte keinen Wiederstand in diesem Zustand leisten, weshalb sie brav auf die Couch plumste und das Bein ein wenig schonte. Naira wollte gerne einen Blick auf die Wunde legen, die Kugel steckte noch drin, aber ihre Hoffnung auf ein weiteres Leben, nachdem sie hier raus waren, würde gleich wieder sinken. Mehrmals atmete sie tief durch und machte ein paar Atemübungen, um die Panik, die sich in ihr breit machte zu verdrängen. Panik war gar nicht gut, sehr unnötig sogar.
      An ihrer Seite war ihr Hund geblieben, der sich sanft an sein Frauchen gekuschelt hatte. Gerne kraulte Naira ihm den Nacken, Spike wusste genau was hier vor sich ging und war dementsprechend besorgt. Immer wieder kniff er sein Frauchen, damit sie die Augen öffnen sollte, Naira durfte nicht einschlafen. Ihre Augen rissen auch auf, als Victor wieder zu ihr kam und sie versuchte alles aufzunehmen, aber die Anämie machte sich schon langsam breit. „Das ist nicht schwer“,sagte sie, als Victor ihr erwähnte, er habe keine Ahnung von dem Schlitten. Zu gerne ließ sie sich helfen und stützen, mit dem Bein konnte sie kaum noch etwas machen, aber ein weiterer Schub Adrenalin kam nach, als sie an dem Keller vorbei ging und ihr Kopf ihr sagte, wer darin lag.
      Draußen war die Kälte groß und der Sturm immer noch vorhanden, aber die Kälte tat ihrer Wunde gut, die Schmerzen ließen ein wenig nach. Die Hunde hatten ihren Weg nach draußen schon gefunden und bei dem Anblick von Naira stellen sie sich auch in der Reihenfolge auf, wie es sein sollte. „Sie haben so Angst vor mir“,sagte sie grinsend und betrachtete kurz die Hunde. „Du muss das Zeug da nehmen und den Hunden das anziehen..nichts kompliziertes.. eines muss auch für Spike passen, an ihm machst du das Seil durch und dann dementsprechend an den Hunden durch die Ringe.. es ist fast schon selbsterklärend“,. Sie deutete mit ihrem Arm auf das Zeug für die Hunde und stützte sich an der Wand ab. „Spike sollte den Weg zurück kennen, du muss nur den Befehl ‚Go‘ geben“. Um ehrlich zu sein, sie wusste innerlich, dass sie nicht diejenige sein würde, die es schaffen würde, aber mit den letzten Kräften wollte sie wenigstens ihren Hund und ihren Partner von hier weg bringen. Mit einem deutlich erschwerten Atem beäugte sie ,was ihr Partner da anstellte, um sie von hier wegzubringen. „Es muss einfach nur halten“.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Jeder Schritt, jeder Atemzug...Es stach und schmerzte zu wissen, das er schon wieder an diesem Abgrund stand, wie vor einem Jahr. Victor biss die Zähne so stark zusammen, dass es anfing zu schmerzen. Dass tat er nicht nur, um seine Sorgen zu kompensieren, sondern auch, um nicht Naira die Nägel in die Seite zu krallen, weil er sie nicht gehen lassen wollte. Sie regte ihn auf, er hasste Frauen als Polizisten und er konnte ihnen nicht vertrauen, er konnte seine Bettgeschichten nicht leiden und er hasste es, dass sie sich stärker gab, als er. Doch er wollte sie nicht gehen lassen.
      Bei all der Sorge, vergaß er halber zuzuhören, als sie ihm erklärte, wie man den Hunden das ganze Zeug anlegte, damit sie den Schlitten gemeinsam ziehen konnten und sich die Kraft auf alle gleichmäßig verteilten konnte. Er nickte bekräftigend, hoffte, dass er das gleich alles zusammen bekommen würde, doch es hörte sich auch nicht zu schwer an. Er musste es also schaffen können.
      Schnaufend brachte er sie zu dem Schlitten und setzte sie darauf. Dann sprang er rüber zu den Hunden und ergriff die Leinen und versuchte es jedem Hund schnell und doch mit Vorsicht anzulegen. Glücklicherweise waren die Hunde sehr gehorsam und sie warteten brav bis der Anfänger alles angelegt hatte. Mitten drin fing Victor anzuzittern. Es war kalt und er war aufgeregt. Der Schnee und die Kälte half aber wenigstens bei den Kopfschmerzen.
      "Okay...wir haben es...wir schaffen das, okay?", sobald er fertig war, sprang er noch einmal zu Naira und ergriff ihre kalte Hand. Victor zog die Decke des Schlittens über sie.
      "Wir schaffen das, ja? Du musst durchhalten...", besorgt suchte er nach einer Zustimmung in ihren müden Augen und als er sie hatte, konnte er das Tor aufmachen und sich hinten auf den Schlitten stellen, nachdem er den Hunden half rauszukommen.
      "Gut...gut...wir gehen jetzt los. Spike, bring uns nach Hause! Go!"
    • Naira O‘Connor

      Die Zähne hatte sie hart zusammen gebissen, als Victor ihr auf den Schlitten half und sie sich hinsetzen sollte. Naira spürte ihre Zehen nicht mehr, die Nerven mussten sicherlich mit betroffen sein, aber sie wollte immer noch nicht auf die Wunde sehen, das würde ihr viel zu viel Angst machen.
      Die Sicht vor ihr wurde langsam von einem Schleier verdeckt während der ganze Körper zitterte, nicht nur aufgrund der Kälte. Victor hatte sie zugedeckt und er hatte sie besorgt angesehen, Naira konnte genau sehen, was in ihm vorging, doch leider hatte sie nichts zu sagen, um die Situation zu verändern. Ein kurzes Nicken sollte ihm andeuten, dass sie es schaffen würden und dass er los konnte, wenn er denn auch bereit dazu war. Die Dunkelhaarige glaubte an ihren Hund und an Victor, die beiden würden es schaffen, sie selbst vermutlich eher weniger. Doch die Hunde liefen los, ihr Spike strengte sich so sehr an, wie er nur konnte und Naira fing an langsam einzuschlafen. Die Kälte sollte es ihr eigentlich fast schon unmöglich machen, aber sie war so müde, sie konnte nichts dafür.
      „Victor?“,fragte sie so laut sie konnte und sah zu ihm nach hinten, damit er sie besser verstehen konnte. Der Wind war schrecklich und man konnte kaum noch die Hand vor den Augen sehen. „Wenn ich es nicht schaffe.. sorge bitte dafür.. dass Spike in guten Händen landet.. er hat es verdient“, bat sie ihren Partner drum und musste die Augen zukneifen, um keine Träne zu vergießen. Sie durfte jetzt keine Kraft verlieren und Tränen würden wahrscheinlich sofort wieder einfrieren.
      Ihren Kopf bettete sie langsam auf die Schulter und schloss die Augen, um die Kraft nicht dafür zu verschwenden. Naira hatte verdammt viel Blut gefunden. „Und Victor?“,fragte sie noch einmal laut und öffnete die Augen, um ihn anzusehen. „Ich bereue die Nacht im keinen Sinne! Ich würde es immer wieder tun!“,sagte sie mit einem breiten Lächeln und nahm den Kopf nach vorne, aber lange war sie nicht mehr dabei, denn so langsam rief sie die andere Seite zu sich.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Ihre Worte legten einen Schalter in ihm um. Nicht, dass sie ihre Nacht nicht bereute. Darum ging es ihm nicht, es war seltsam, denn das hätte er nicht gedacht, doch er hatte keine Zeit darüber weiter nachzudenken oder darauf zu reagieren. Er konnte nur immer wieder ihren Tod, den sie wohl selbst sah, zu sehen. Er hasste es und ihm war speiübel. Er hätte sich am liebsten auf der Stelle übergeben, doch gleichzeitig konnte er auch nicht. Das Adrenalin pumpte die Kälte aus dem Körper und er gab den Hunden an schneller zu machen. Und dann wurde alles grau. Er wusste nicht mehr was passiert war, nicht mehr, dass er brüllte und immer wieder versuchte Naira aufzuwecken. Doch sie war eingeschlafen und reagierte nicht mehr auf ihn.
      Er wusste nicht, wie er in die Stadt gekommen war, nicht mehr wie er in das Revier eingefallen war mit Naira auf den Händen und den Hunden im Schlepptau, die er losgemacht hatte. Er hatte selbst unter all dem Stress und der kälte das Bewusstsein wieder verloren, doch er hielt sich wacker und wollte wach bleiben.
      Man versuchte ihn zu beruhigen, während er sich versuchte zu Naira durchzukämpfen, die einer der Kollegen auf einen freigeräumten Tisch gelegt hatte und nach ihr sah.
      Wie aus einem schlechten Trip, wenn dann das alles vorbei war, kam er mit einem Sturz wieder zu sich und nahm alles um sich so wahr, wie es sein sollte. Die wenigen diensthabenden Männer und Frauen im Revier, kümmerten sich um Naira und ihn. Selbst um die Hunde, die in der nähe Fressen und Trinken bekamen. Dafür hatte man wohl Nairas Futter für Spike im Schrank genommen.
      Es dauerte Ewigkeiten bis ein Notarzt kommen konnte und selbst dann, konnte man wohl nicht viel machen. Victor saß gekrümmt mit einer Decke über den Schultern auf einem Stuhl und versuchte seine Atmung zu beruhigen. Ein Anfall? Jetzt? Nicht jetzt, bitte...
      Er redete sich gut zu, doch wagte er es nicht den Blick zu Naira zu wenden. Kein einziges Wort der Ärzte konnte er verstehen. Nur eines verstand er. Noch konnten sie sie nicht ins Krankenhaus bringen. Seine eigene Unterkühlung, ignorierte er dabei getrost.
      Erschöpft und verzweifelt vergrub er das Gesicht in seinen Händen und blendete wieder alles um sich herum aus.
      In solchen Momenten war er dazu geneigt an böse Energien und Flüche zu glauben. War es seine Schuld, dass sie nun starb? Das war sie. Nur mit Mühe konnte er Tränen fort halten.

      ..
    • Naira O‘Connor

      Eine lange Zeit war Naira am schlafen gewesen, vier Wochen um genau zu sein. Die Not-OP hatte ihr nicht nur das Leben, sondern auch das Bein gerettet, genauso sehr wie die Kälte der sie ausgesetzt war, wenn man den komatösen Zustand auch als Leben bezeichnen konnte. Es wusste keiner, wie lang sie schlafen und ob sie jemals wieder aufwachen würde, aber ihr Zustand und die Wunde hatten sich gebessert, man musste nur noch auf ein Wunder warten.
      Langsam drang das Piepen des Gerätes zu ihr und sie musste das Gesicht verzieren, als würde man sie mitten in der Nacht aus einem wundervollen Schlaf wecken. Egal wie sehr die dagegen ankämpfte, die konnte es nicht ignorieren und so kam sie dazu, die Augen endlich zu öffnen und den Wecker auszuschalten, doch ihre Verwunderung war riesig, als sie sah, wo sie sich befand. Es dauerte einen Moment, ehe sie alles realisierte und die letzten Erinnerungen und Schreie, die zu ihr durchgedrungen waren kamen hoch. Sofort griff sie sich panisch zu dem rechten Bein und stellte fest, dass es noch da war. Naira hatte es überlebt und das, nachdem sie sich von allen verabschiedet hatte.

      „Miss O‘Connor?“,hörte sie dann und sah auf zu der Tür. Eine Krankenschwester war ins Zimmer reingekommen und wollte scheinbar das Gerät wieder ausstellen, aber der Anblick der wachen Polizistin ließ sie sofort wieder rausrennen und mit dem Arzt wieder kommen. Der Arzt war ein Mann des oberen mittleren Alters, mit grauen Haaren und einem Schnurrbart, er wirkte genauso entsetzt,als er Naira sah. Doch er handelte und setzte sich zu ihr aufs Bett, bevor er die kleine Taschenlampe aus seiner Tasche holte und Nairas Pupillenreflektionen prüfte. Ein zufriedenstellendes Lächeln bildete sich auf seinen Lippen. „Ich bin froh, dass sie unter den Lebenden weilen“, sagte er und Naira musste unwillkürlich Lächeln. Kurz darauf wurde ihr alles erklärt, selbst konnte sie es kaum glauben, so lange nicht da gewesen zu sein.
      „Wir informieren ihre Familie und ihre Chefin“,hatte er dann zum Abschied gesagt und Naira konnte nicht anders, als nur zu Nicken und zu Lächeln, sie war einfach noch zu überfordert und das alles schien ihr so fremd zu sein.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Sie hatten die Türen offen gelassen und seine Hunde gestohlen. Sie ließen ihn alleine auf dem Boden des Kellers liegen. Das unangenehme helle Licht, dass er sich hier eingebaut hatte, um beim Arbeiten auch ja alles sehen zu können, weckte ihn mit einem unangenehmen Brennen im Kopf und einem trockenen Hals. Hustend, was nur noch mehr Kopfschmerzen hervor brachte, versuchte er sich aufzusetzen und sah sich um. Die Tür war noch immer zu und es war still. Er war nicht in Handschellen und befand sich definitiv noch in seinem Keller und somit auch noch in seinem Haus. Man hatte ihn zurück gelassen, einfach so? Was für ein Anfängerfehler.
      Der Mann grinste vor sich hin und zerrte sich mit viel Willenskraft auf die Beine. Der Rücken schmerzte noch immer, doch wenigstens war er nicht gefangen.



      "Detective Parker. Ich verstehe, dass ein weiterer Verlust eines Partners, kein Spaziergang ist. Sie müssen dennoch mit uns reden und uns erzählen, wohin sie verschwunden sind. Es waren schließlich fast 72 Stunden in denen wir nichts von Ihnen und O'Connor gehört machen." So haben sie angefangen mit ihm zu reden. Die Chefin ließ ihm kaum Zeit nach Luft schnappen zu können, dabei sind bereits 3 Tage verfangen nach ihrer Flucht aus der Hütte des Mörders. Er wusste noch immer nicht genau was geschehen war. Nach dem Mittagessen fiel er in ein schwarzes Loch und selbst das Essen hatte er nicht mehr völlig im Kopf gehabt. Das kam erst im Nachhinein wieder zurück. Mit tiefen Schatten unter den Augen saß er nach einer Woche noch immer jeden Tag bei der Vorgesetzten und versuchte alles immer wieder zu erzählen und den Kollegen zu helfen eine Spur zu finden. Es war schwierig und, dass er auch noch den Mörder, wenn er Naira's Worten glauben durfte, hat gehen lassen, das traf ihn ebenfalls. Vom Dienst war er natürlich vorerst entlassen worden. Doch man sagte ihm nichts, egal wie sehr er kooperierte. Niemand schien um den Zustand Naira's zu wissen. Seine Partnerin war einfach verschwunden. Das letzte Mal, als er sie gesehen hatte, lag sie bewusstlos auf dem Tisch mit einem blutüberströmten Bein. Warum war er nicht da gewesen? Wieso war er schon wieder nicht zur richtigen Zeit, am richtigen Ort. Er hätte das alles verhindern können. Er hätte ihren...Tod...verhindern können.

      Victor stemmte sich schwerfällig über das Waschbecken in der Männertoilette. Ihm war heiß und kalt zu gleich. Er schwitzte und seine Atmung war stoßweise. Es machte ihn fertig. Er machte sich Vorwürfe aus so vielen Gründen und sie zerrissen ihn innerlich. Wochen vergingen. Langsam kursierte der bestätigte Tod der Detective Naira O'Connor. Manche wollten sie bereits tot sehen, wie es schien. Victor hätte ihnen am liebsten direkt ins Gesicht geschlagen, doch er hatte kaum Kraft. Und dann kam Captain Ramirez mit dem Vorschlag ihn doch wieder vom Dienst zu entlassen und zwar endgültig. Sie wollte ihn nicht mehr so gequält sehen und glücklich würde er wohl nicht mehr werden. Das hatte Victor einfach so hingenommen und nicht weiter mit ihr besprochen. Es reichte ihm aus, dass auch sie wohl keine Hoffnung mehr sah. Es war still geworden im Revier.
      Nicht einmal hatte er nach ihr gesehen, nicht einmal im Krankenhaus nach ihr gesucht. Zu viel Angst spielte mit, wenn er sich nur vorstellte, man würde ihm endgültig sagen, dass Naira nicht mehr war.
      Es war schwierig nicht dem Trinken wieder zu verfallen. 4 Wochen schaffte er es ohne, weil er jedes Mal, wenn er den Geruch von Scotch vor der Nase hatte, an sie denken musste und auch ständig zum Captain musste. Dann brach die fünfte Woche an. Das Wochenende hatte er es endlich gemacht. Er hatte sich entschieden den Dienst zu quittieren, endgültig. Seine Abfindung würde gut genug sein, dachte er sich. Am nächsten Morgen würde er Marke und Dienstwaffe abgeben und dann würde niemand mehr sterben, weil er keinen Partner mehr brauchte.

      Noch betrunken von der gestrigen Nacht, verließ er seine Wohnung. Er lief durch die Kälte rüber zu seinem Revier. Ein letztes Mal, würde er sich dort blicken lassen.
    • Naira O‘Connor

      Zwei Stunden hatte sie im Zimmer gesessen, während die Schwestern Blut abgenommen, Blutdruck gemessen und andere kleinere Untersuchungen gemacht hatten. Naira ließ alles still über sich ergehen und wollte nur eines: Victor sehen und am besten auch noch ihren Hund, aber zu aller erst Victor einfach nur um zu wissen, wie es ihm ging. Immer wieder hatte sie nachgefragt, ob sie telefonieren durfte, aber immer wieder musste sie sich mit der Antwort abfinden, dass sie nachher alles durfte. Ein wenig genervt war sie schon, aber sie musste sich einfach gedulden und das sagte sie sich immer wieder.
      „Wissen Sie, was passiert ist?“,hatte der Arzt gefragt, nachdem er sich zu ihr gesetzt hatte. Lange musste Naira nicht darüber nachdenken um festzustellen, dass alle Erinnerungen sofort hoch kamen, wenn sie es wollte. Sie sah wieder alles vor ihrem geistigen Auge und musste die Augen schließen, um nicht verrückt zu werden. „Ja, deutlich“, hatte sie geantwortet, doch der Arzt fragte nicht weiter nach, das würde später sicherlich ein Kollege übernehmen.

      Eine Stunde später war auch das Gespräch zu Ende und Naira hatte erfahren, was eigentlich mit ihr war. Sie wusste zwar nicht, inwiefern die Nerven beschädigt waren, aber sie wusste, dass ein wenig Reha auf sie zukommen würde. Laufen könnte sie definitiv wieder, das hätte man ihr versichert.
      Sie saß in einem Rollstuhl in dem Aufenhaltszimmer und wartete, aber worauf war ihr nicht klar. Besuch hatte sich angekündigt, aber sie wusste nicht, wer kommen sollte. Lange musste sie nicht warten, da erblickte sie genau die Person, die sie sehen wollte. Das Herz fing an schneller zu schlagen, während sich Tränen in ihren Augen sammelten. Sie war aufgestanden, gegen den Willen der Ärzte und war mit zusammengebissenen Zähnen die vier Schritte auf Victor zugelaufen, um ihn um den Hals zu fallen. Während ihr die Tränen stumm aus den Augen liefen konnte sie es nicht fassen, dass die beiden lebten. „Ich bin dir so verdammt dankbar“,flüsterte sie und drückte ihn noch ein wenig fester.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Warum hatten man sie auf die Folter gespannt? Victor wollte wütend werden, denn er konnte seinen Dienst nicht einfach so aufgeben, er hatte nicht einmal die Chance gehabt seinen Satz anzufangen. Der Captain war am Telefon gewesen und legte auf. Die Augen strahlten vor Freude und Victor empfand es schon beleidigend. Freute sie sich so sehr, dass er ab heute nicht mehr arbeiten würde? Doch es kam alles anders. Er hatte sich zu viel eingebildet und zu viel auf sich genommen. Susan Ramirez schmunzelte und sah hin und wieder zu ihrem Detective, der mit mächtig hämmerndem Schädel auf dem Beifahrersitz saß und trotzdem nach einer Antwort zu suchen schien, als sie auf dem großen Parkplatz des Krankenhauses hielten.
      "Kommen Sie mit.", sagte sie mit einem angenehmen Lächeln und lotste ihn zu den Schwestern und sie begleiteten diese dann gemeinsam in einen fast leeren Aufenthaltsraum. Warum er mit ging und das alles mit machte konnte er nicht genau sagen. Vielleicht hatte sich etwas Hoffnung in der letzten Flasche Scotch befunden?

      Sie betraten den Raum und eine junge Frau sprang aus ihrem Rollstuhl und fiel Victor um den Hals, der mit offenem Mund da stand und nichts sagen konnte. Er konnte noch nicht einmal atmen. Die Emotionen brachen aus ihm heraus. Er war verwirrt und doch so erleichtert, als hätte man eine Tonne an Last von der Schulter geschnitten. Sie war es. Sie lebte.
      "Nun, nehmen Sie sie doch richtig in den arm.", stieß Ramirez ihn an und lachte dabei leise. Gleich darauf tat es Victor. Er legte die Arme um sie und drückte sie fest an sich, vergrub das Gesicht in ihrer Schulter und schloss die Augen. Sie war es. Der Geruch des Krankenhauses haftete an ihr, doch er erkannte sie. Die Kälte, die ihn übermannt hatte, wich einer prickelnden Hitze und auch er konnte nichts gegen die Tränen tun.
      "Du...lebst...", schnaufte er angestrengt, nicht ins Schluchzen zu verfallen. Loslassen wollte er sie ebenfalls nicht, auch nicht nach dem eine der Schwester nachdrücklich sagte, dass sich Naira wieder setzen sollte, wegen ihrem Bein.
    • Naira O‘Connor

      „Ist ja gut, jetzt geben Sie mir einen Moment “, entgegnete Naira schon genervt, als eine Krankenschwester sie endlich wieder in den Rollstuhl stecken wollte. Ihr Bein schmerzte und zwar nicht nur ein wenig,aber sie ignorierte es einfach und ließ sich zu gerne von Victor drücken. Sie wollte es genießen und sich wieder einmal versichern, dass sie auch wirklich lebte und dass es ihm gut ging. Das Herz wollte nicht aufhören zu rasen und auch die Tränen hörten nicht auf. „Ich hab doch gesagt,wir schaffen es..“,murmelte sie und grinste breit in sich hinein,bevor sie endlich nach gab und sich wieder in den Rollstuhl setzen ließ. So ganz passte es ihr auch nicht, aber was durfte sie großartig dazu sagen?
      „Ich bin froh,dass Sie wieder wohl auf sind“, hörte Naira von ihrer Chefin und sah kurz zu ihr, um ihr zuzunicken,aber ihr Blick galt eigentlich ihrem Partner. „Wie geht es dir?“,fragte sie ihn und wischte sich die Tränen weg, die ihr vorhin über die Wangen gelaufen waren. „Was ist mit Spike? Wo ist er?“,fragte sie kurz darauf und hatte eigentlich noch viele andere Fragen, die sie stellen wollte, doch alles in seiner Zeit. „Wie geht es Ihnen eigentlich? Das ist die wichtigere Frage“, entgegnete ihre Chefin und Naira sah zu ihr. „Ich weiß nicht, wie es mir geht“,entgegnete Naira ehrlich und lächelte ein wenig berührt. „Ich habe erfahren, dass ich in Koma gelegen habe, aber irgendwie fühlte es sich einfach wie ein normaler Schlaf an.. nichts großes und wildes.. und in wenigen Wochen darf ich auch wieder voll arbeiten.. wenn ich die Reha brav mitmache..“,erklärte die Dunkelhaarige und sah zu ihrem Partner, um ihn anzulächeln. Sie hatten es beide geschafft und daran konnte sie noch immer nicht glauben.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Es war wie ein Traum und kaum musste sie sich hinsetzen, wich die Wärme wieder von ihm und er wollte ihr nach, verzerrte sich nach der Nähe, die sie ihm schenkte und nach dem Halt, den sie ihm bot.
      Schnell zog er sich einen Stuhl heran und setzte sich neben sie, kaum wagte er es seinen Blick von ihr zu wenden. Er hörte nur mit einem halben Ohr zu, wenn der Captain und Naira miteinander sprachen. Er schnappte es nur für einen Moment auf, dass sie im Koma lag und dass sie nun eine Reha brauchte und noch einige Wochen nicht beim Dienst auftauchen konnte.
      Victor wusste nicht recht, ob er sie berühren sollte, auch wenn der Drang danach groß war. Er wollte ihr aber auch nicht weh tun. Der lange Schlaf und die Bewusstlosigkeit hatten sie schwach gemacht, das sah er. Doch ihre Augen schimmerten und sie war da. Sie war wach und sie wollte natürlich wissen wo Spike war. Der Hund, den Victor eigentlich aus Respekt aufnehmen hätte sollen, es aber jemand anderem übertragen hatte. Er hatte es nicht geschafft ständig an sie erinnert zu werden.
      Sie musternd, versuchte er sich auf dem Tisch abzustützen: "...Der...Blonde Kollege...mit dem du oft geredet hast...der oft was von dir will ...Mh...Alex?", fing Victor ruhig an. Seine Stimme kratzig und belegt. "Er kümmert sich um Spike...", Victor räusperte sich und sah kurz zu den Ärzten, dann jedoch wieder zu ihr. Wie könnte er sie heute aus den Augen lassen. "Man hat mir nichts über deinen Zustand erzählt...Ich dachte du seist...", Victor hielt sich eine Hand vor den Mund, während seine Augen wieder glasig wurden. Er war zu emotional heute, das konnte auch gut mit dem Restalkohol zu tun haben. Doch er schaffte es sich wieder zu beruhigen.

      Ramirez lächelte beide an: "Wunderbar, ich bin froh, dass ihr wieder wohlauf seid oder wenigstens auf dem besten Weg dorthin.", zufrieden stemmte sie die Hände in die Seiten, "Wollt ihr vielleicht einen Kaffee oder sowas? Ich bringe einen.", damit wollte sie die beiden für einen Moment alleine lassen, denn sie wirkten als hätten sie etwas zu besprechen.
    • Naira O‘Connor

      „Ich würde alles tun, um endlich einen Kaffee zu trinken“, sagte Naira mit einem breiten Lächeln und sah zu ihrem Chef, ehe sie wieder zu Victor sah. Kaum war der Captain weg, schon sah sie wieder zu ihrem Partner, mit einem breiten Grinsen. „Ich bin also nicht die einzige, die so über ihn denkt“, sagte sie und schüttelte kurz den Kopf. Ihr Blick ging zu den anderen Versammelten,die die beiden nach ihrem kurzen Blick aber allein ließen, das empfand sie auch als angenehmer. „Ich dachte auch, ich sei ..tot“,sagte sie leise und sprach das Wort aus, welches Victor so schwer gefallen war, sah dabei aber eher auf seine Hände, die sie zu gerne berühren wollte. Um dem Drang nicht nachzugehen sahen ihre Augen wieder hoch und lächelten ihren Partner sofort an. Man sah ihm die Wochen an, die er in Unwissenheit verbracht hatte, es hatte Spuren hinterlassen und die waren nicht zu übersehen. „Aber ich bin froh, dass wir dem Kerl entkommen sind.. und ich bin froh dich zu sehen“. Ihre letzten Worte kamen eher zögerlich aus ihrem Mund raus, aus einfacher Unsicherheit, ob sie es denn überhaupt laut aussprechen wollte. Wieder einmal bildete sich ein Lächeln auf ihren Lippen und sie spielte mit ihren Fingern, um sich von dem Drang abzulenken, nach seiner Hand zu greifen. „ich hoffe du wirst fit sein, wenn ich wiederkomme.. nicht, dass ein Krüppel besser in Form ist“, merkte sie an und zwinkerte ihm zu, um die Stimmung ein wenig aufzulockern,denn irgendwie lag etwas schweres in der Lift.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
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