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Zoras verabschiedete Kassandra mit einem Lächeln. "Natürlich. Werde ich immer." Es war zwar nicht so, dass er sie gerne gehen ließ, aber er war gerade auch zufrieden damit, einfach nur zu sitzen und zu trinken. Dafür konnte sie sicherstellen, dass sich kein zweites Attentat anberaumen würde und das war ihm nur allzu recht. Er lächelte ihr nach. Dann schloss sich die Tür hinter den beiden Göttinnen. Zoras sank ein bisschen tiefer in seinen Sessel. Er war müde von dem langen Tag, erschöpft von der…
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Die Gorgone blickte unverwandt zurück in Kassandras rote Augen. Sie lauschte ohne Unterbrechung, was in diesem Rat wohl nur sehr selten vorkam. Allerdings waberte ihr Aura mit unausgesprochenen Antworten, die sie wohl bald loswerden wollte. Auch sie sah jetzt zu Zoras hinüber, der sich einem Eviad gerecht unter die Leute mischte. Vermutlich versuchte sie sich vorzustellen, wie der Mann nicht befehligte und wie er nicht sämtliche Vorurteile verkörperte, die sie von Trägern bereits gesammelt hatte…
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Maledictio Draconis [CodAsuWin]
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BeitragDevon zog Tava gleich mit zur Bettkante, wo sie Malleus unweigerlich ein Stückchen näher waren. Sie ließ sich von ihm umdrehen, ließ sich von ihm ausrichten, auf seinem Schoß drapieren, und dabei verschwendete sie nicht einen Gedanken daran, dass es Devon war, derselbe Devon, den sie zuvor keinen Meter an sich herangelassen hätte, ohne dabei ihre Hörner zu zeigen. Wie sollte sie auch an sowas denken, wenn seine tiefe Stimme von hinten an ihr Ohr hauchte. „Das hier hat ihm vorhin schon gut gefall…
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Mirdoles Körper regte sich nicht auf Kassandras Antwort, aber ihre Aura zeigte Überraschung und Verblüffung. "150.000 Jahre. Ich bin selbst nicht sehr viel älter. Damals herrschte noch mein Vater, Phorkys, über die Meere, bevor er von Poseidon abgelöst wurde. Das ist eine lange Zeit." Sie sprach nicht aus, was mit dieser Tatsache offensichtlich einherging: Dass Kassandra wesentlich älter war als sie. Das war auch kaum verwunderlich, denn die Gorgonen entstammten einer Zivilisation, während Phöni…
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So oft hatten sie noch gar nicht die Gelegenheit gehabt, miteinander zu tanzen, doch es kam höchst natürlich. Kassandra bewegte sich in einem Wirbel aus Türkis und schwarzen Haaren und Zoras wusste trotz weniger Tänze genau, wann er den Arm ausstrecken und diesen Wirbelwind einfangen musste. Es war fast friedlich, befand er. Zum vielleicht ersten Mal musste er bei einer solchen Veranstaltung nicht ständig fürchten, irgendeinen Fehltritt zu begehen. Sie waren fast frei in ihrem Benehmen. „Ich fin…
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Wenige Stunden dauerten die Vorbereitungen noch, dann wurde das Gelände des Palastes geschlossen, um Platz für die anreisenden Geladenen zu schaffen. Zoras übergab Kassadra an einen Stallburschen, der sie zurück in ihre Box brachte, wobei es eher Kassadra war, die ihn in die Box führte. Dabei musste er unweigerlich an die Frau denken und daran, dass sie erwähnt hatte, dass Kassadra kaum jemanden hier mochte. Er vermisste seine Stute. Wenn er nur könnte, wenn er Zeit dazu hätte, dann würde er auc…
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Maledictio Draconis [CodAsuWin]
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BeitragMalleus erwiderte Tavas Blick mit dunkler Gier, die unter seiner Oberfläche lauerte. Tava war sich nicht sicher, ob sie jemals einen solchen Gesichtsausdruck bei dem Mann gesehen hatte, noch, ob er jemals wieder dort auftauchen würde. Diese Präsenz, die er gerade ausstrahlte, war so anders als die, die er seinen Anhängern präsentierte. Oder die er noch in den Wochen ihrer Reise zur Schau gestellt hatte. Dieser Malleus gefiel ihr. Wesentlich besser als derjenige, der sie so böse angesehen hatte. …
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Es stimmte, Zoras hatte Kassadra nicht umsonst als sein Pferd auserkoren. Dabei war sie in diesem Stall voller reinblütiger, gezielt gezüchteter Reittiere keineswegs herausragend, in keinster Weise. Sie war sicher nicht die schnellste, die ausdauernste und auch nicht die kräftigste; Zoras zweifelte sogar an ihrer Blutlinie. Aber er hatte Tage in ihrer Box gesessen, geschlafen und hatte mit ihr geredet, wo er doch sonst mit keinem hatte reden können. Und Kassadra hatte ganz ruhig dagestanden, den…
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BeitragTava ließ erst von Devon ab, als auch sie die Schritte hörte, die sich ihnen auffällig näherten. Wie sie erhofft hatte, war der Lacerta unter ihr doch irgendwann erweicht und hatte einen Teil seiner Spannung fallen gelassen, mit der er sie bedacht hatte. Jetzt war sie allerdings schnell auch wieder da und der einzige Grund dafür war Malleus, den Tava mit offenen Armen empfangen hätte, wenn er sie denn gelassen hätte. Es war schon schade, dass er ganz offensichtlich nicht denselben Effekt auf Dev…
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BeitragZu Tavas größter Überraschung streckte Malleus ihr kurz darauf seine Hand entgegen. Gerade dieser Mann, der Tava sogar ein Minimum an Berührung untersagte, bot ihr nun die Hand an. Sie beäugte das Angebot mit einem eigenartigen Ehrgefühl und nahm es dann vorsichtig an. Die Berührung dauerte nicht lange an und war hauchzart und doch fühlte es sich für Tava so an, als hätte Malleus ihr soeben sein Innerstes offenbart. Sie sah ihn mit großen, von Lust umwölkten Augen an. Dann drehte sie sich um und…
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Die Frau bestätigte ihm, was er hören wollte, wobei sie hoffentlich die Wahrheit sprach und sich nicht nur bemühte, ihm zu sagen, was er hören wollte. Zoras kraulte Kassadra die Stirn, während sie genüsslich auf ihrem Apfel herum kaute. Er verhätschelte sie zu sehr, aber was sollte er schon dagegen tun. Zoras hatte eine Schwäche für seine Pferde. „Ob ich sie reite? Natürlich nicht!“ Er warf der Frau bei der lauten Stimme einen kurzen Seitenblick zu. Kassadra peitschte mit dem Schweif. „Niemand w…
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BeitragDevon rührte sich nicht. Er blinzelte auch nicht, während er mit geweiteten Augen Tava anstarrte. Es war unmöglich, seine Gedanken zu bestimmen, unmöglich aus dem Zucken seiner Mundwinkel zu lesen. Devon gab niemals viel von ihm preis und gerade jetzt schien er sich davor behüten zu wollen, sich die Blöße zu geben. Und doch schien es an irgendetwas zu scheitern. Doch konnte Tava unter ihren Fingern spüren, wie die Muskeln seines Kiefers arbeiteten. Er antwortete nicht sofort, aber es waren die N…
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BeitragDevons Antwort dauerte lange - länger als üblich. Wo er vorhin noch so unverfroren über Hörner geredet hatte, schien er jetzt genau nachdenken zu müssen, wie er Tavas Frage beantworten sollte. Dabei hatte er sie schon beantwortet und das sehr eindeutig. Tava hatte ihn nur nicht gefragt. Vielleicht war es gar keine Krankheit der Menschen, dass sie mit solchen Fragen nicht umgehen konnten. Vielleicht lag es einfach an diesen beiden Männern, dass ein solch simpel formulierter Satz sie so überforder…
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BeitragDiesmal erwiderte Malleus auch die Neigung des Kopfes und Tava spürte ihr Herz aufblühen von ekstatischer Vorfreude. So ähnlich musste sich auch der Cervidia gefühlt haben, als Tava ihn entdeckt und seine Geste erwidert hatte. Doch was sonst ein geziemter Flirt war, war nun regelrecht überwältigend nach dem, was Tava von Malleus bereits bekommen hatte. Noch dazu, weil er es als Mensch ganz bewusst tat. Irgendwie fühlte sich das ganze damit viel intensiver an. Malleus ließ sich Zeit, ihre Hörner …
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Natürlich blieb Velius' Tod nicht unentdeckt, aber die ganzen Sticheleien und hirnlosen Bemerkungen verloren selbst nach einigen Tagen den Reiz. Zoras versuchte es einfach nicht zu nahe an sich herankommen zu lassen. Das tat er aber sowieso bei fast allem, was der Rat jemals von sich gab. Die nächsten Festivitäten näherten sich in Windeseile und brachen den wieder eintönig gewordenen Alltag um ein neues auf. Zoras kam der Feiertag nicht gerade gelegen, denn er war kontinuierlich damit beschäftig…
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Zoras fühlte sich - wohl zurecht - beschämt durch Kassandras Zurechtweisung, dass nicht alle Kämpfe mit Kraft ausgetragen wurden. Sicher, er wusste selbst, dass ein Kampf nicht immer auf das Schlachtfeld kommen musste, um auch als solcher zu gelten, aber ehrlicherweise hatte er es bei den Göttern anders gesehen. Er hatte das Gefühl, die Götter waren eher dazu geneigt, ihre Macht in physischer Form zu zeigen, weil es für sie immerhin auch so leicht war. Wenn ihnen etwas gegen Strich ging, wer wür…
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Maledictio Draconis [CodAsuWin]
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BeitragDie Hand unter Tavas bewegte sich und einen Augenblick später verließ sie ihre Hüfte. Devon war hinter ihr ähnlich unbewegt geworden wie sie, aber dann hatte er sich zur Seite gelehnt, als wäre ihm ihr zusätzliches Gewicht mit einem Mal unangenehm geworden. Tava fragte sich, ob er vielleicht beleidigt war, weil sie sein Kompliment nicht erwidert hatte. Vielleicht legten Lacerta ja einen Wert auf... ihre Schuppen oder so etwas. So wie Menschen einen besonderen Wert drauf legten, dass man ihre Ges…
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Maledictio Draconis [CodAsuWin]
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BeitragAls Malleus antwortete, war seine Stimme eine ganze Oktave tiefer gerutscht. Tief und rauchig brummte sie in seiner Brust und ergatterte Tavas ungeteilte Aufmerksamkeit. Sie war fordernd, aber nicht harsch; sie verlangte von Tava und gleichzeitig rief sie in ihr das Bedürfnis hervor, unbedingt zu geben und zu gehorchen. Sie hatte Malleus nicht ansehen wollen, aus Angst, die falsche Antwort auf ihre Frage in seinem Gesicht ablesen zu können, aber dieser Stimme konnte sie nichts entgegen halten. "…
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Leider hatte Kassandra nicht die allwissende Antwort, von der Zoras gehofft hatte. Bislang war die Phönixin, die einen solch beträchtlichen Teil ihres Lebens auf der Erde unter Menschen verbracht hatte, stets seine letzte Hoffnung gewesen, um sich mit derartigen Problemen auseinander zu setzen. Dass sie nun auch nicht weiter wusste, war enttäuschend. "Aber sie sind nicht glücklich in der Position, die sie haben, sonst würden sie sich auch nicht gegenseitig ständig anblaffen. Sie scheinen eine Ba…
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Lewis verabschiedete sich von Santiago wie von einem guten Freund, was zwar nicht gelogen, aber unheimlich unbefriedigend für sie beide war. Das war die einzige Sache, die ihn richtig störte und die bei Bryce irgendwie angenehmer gewesen war, auch wenn er ganz sicher nicht über diesen Kerl nachdenken wollte. Aber zu Bryce hatte er einfach immer gehen können und Santiago musste er von sich aus verlassen, wenn er wieder normal atmen und denken wollte. Das war einfach nichts, was ihm besonders zusa…