Ich sah auf die Bündel in seinen Armen und dann zu ihm hinauf, als er mich fragte, ob ich noch etwas benötigte. Einen Augenblick wusste ich nicht recht, was ich darauf antworten sollte. Er hatte bereits weit mehr gekauft, als ich erwartet hatte, und ich hatte beinahe das Gefühl, als würde er den halben Ladenbestand mit zurückbringen wollen. Besonders die drei Säcke Mehl ließen mich leicht die Stirn runzeln. „Drei Säcke?“, fragte ich schließlich und sah ihn fragend an. „Was willst du denn mit so viel Mehl?“ Es war nicht vorwurfsvoll gemeint, eher ehrliche Verwunderung. Ich nahm ihm einen der kleineren Beutel mit den Honigküchlein ab, damit er nicht alles allein tragen musste, und hielt ihn vorsichtig in beiden Händen. Der süße Duft stieg mir sofort wieder in die Nase, und ich musste unwillkürlich an seine Worte aus der Bäckerei denken. Er hatte wohl wirklich vorgehabt, etwas Gutes mitzubringen. Ich sah kurz auf das Pergament hinab und dann wieder zu ihm. „Die Küchlein sind jedenfalls mehr als genug“, murmelte ich, ehe ich nach kurzem Zögern ein wenig lächelte. „Aber ich beschwere mich nicht.“
Ich ging ein paar Schritte neben ihm her, während ich über seine Frage nachdachte. Eigentlich brauchte ich nichts. Mein Vorrat an Kräutern war gut gefüllt, Fleisch hatte ich noch zu Hause, und Brot besaß ich ebenfalls. Selbst für den Winter hatte ich bereits einiges zurückgelegt. „Für mich brauche ich nichts“, sagte ich schließlich. Wir schlugen einen anderen Weg ein, der zu einem kleinen Händler führte, bei dem die Bauern des Dorfes ihr Getreide und Futter kauften. Je weiter wir uns vom Marktplatz entfernten, desto weniger Menschen begegneten uns. Darüber war ich nicht unglücklich. Ich mochte die vielen Blicke nicht, die uns seit unserer Ankunft gefolgt waren. Einige Menschen sahen noch immer zu Leonard, andere zu mir, und manche tuschelten miteinander, sobald wir vorbeigingen. Ich tat, als bemerkte ich es nicht.
Nach einer Weile erreichten wir einen niedrigen Schuppen, vor dem mehrere Säcke und Holzkisten standen. Ein älterer Mann saß auf einem Schemel vor der Tür und sortierte Getreide. Als er uns bemerkte, erhob er den Kopf. „Hafer?“, fragte er, noch ehe wir etwas sagen konnten. Leonard nickte. „Für einen Wallach.“ Der Händler erhob sich langsam und führte uns zu den Säcken. Ich trat näher und prüfte das Getreide selbst. Es war sauber, trocken und roch frisch. Ich nahm eine kleine Handvoll heraus, ließ die Körner durch meine Finger rieseln und nickte zufrieden. „Das ist gut“, sagte ich. „Wie viel braucht Ihr?“ Der Händler nannte den Preis. Ich sah zu Leonard. „Das sollte für eine Weile reichen.“ Er wollte offenbar nach seinem Geldbeutel greifen, doch ich hielt kurz die Hand davor. „Ich kann meinen Teil selbst bezahlen.“ Ich hatte bereits meine Münzen hervorgeholt, ehe er etwas erwidern konnte. „Du hast heute schon genug ausgegeben.“ Der Händler sah zwischen uns hin und her, sagte jedoch nichts dazu. Ich bezahlte einen Sack Hafer und ließ ihn für uns an der Seite bereitstellen. „Das nehmen wir auf dem Rückweg mit“, sagte ich. „Sonst schleppen wir uns damit noch durch das ganze Dorf.“ Ich sah zu Leonard und musste bei dem Gedanken daran, wie er mit seinen Einkäufen, dem Brot und einem Sack Hafer durch Hyskelt marschieren sollte, leise lächeln. „Außerdem bist du noch verletzt.“ Es war derselbe Einwand, den ich inzwischen beinahe automatisch vorbrachte, sobald er etwas Schweres tragen wollte.
Wir gingen wieder ein Stück zurück, und ich bemerkte dabei, dass der Nachmittag inzwischen deutlich wärmer geworden war. Die Sonne stand höher und ließ die Dächer und Fenster des Dorfes hell aufleuchten. Für einen kurzen Moment war Hyskelt beinahe friedlich. Ich blieb an einer kleinen Kreuzung stehen und sah mich um. „Wenn du wirklich nichts anderes mehr brauchst, können wir nach dem Hafer zurück zum Pferd.“ Ich zögerte und blickte dann in Richtung des Marktplatzes. „Oder wir sehen noch kurz nach frischem Gemüse.“ Ich hob die Schultern. „Zu Hause habe ich zwar noch einiges, aber wir könnten etwas für heute Abend mitnehmen.“ Mein Blick wanderte zu dem Brot in seinen Armen. „Das dunkle Brot passt gut zu einer Suppe.“ Nach kurzem Überlegen fügte ich hinzu: „Und vielleicht kann ich aus den Kräutern, die ich zu Hause habe, noch etwas daraus machen.“
Ich wollte gerade weitergehen, als ich hinter uns ein vertrautes Geräusch hörte. Kinderlachen. Ich drehte mich um und sah das kleine Mädchen von vorhin wieder. Sie stand ein Stück entfernt und hielt ihren Ball in beiden Händen. Als sie mich bemerkte, blieb sie stehen. Diesmal wirkte sie nicht mehr ganz so scheu. Ich lächelte ihr kurz zu, und sie erwiderte es, ehe sie wieder zu den anderen Kindern lief. Ich sah ihr einen Augenblick nach. „Sie hat sich nicht mehr vor mir gefürchtet“, sagte ich leise, beinahe mehr zu mir selbst als zu Leonard. Dann wandte ich mich wieder ihm zu. „Vielleicht ist der heutige Tag doch nicht ganz so schlecht.“ Ich wusste selbst nicht recht, weshalb ich das sagte. Vielleicht lag es an dem guten Brot in seiner Hand, an den Honigküchlein oder daran, dass ich zum ersten Mal seit Langem wieder mit jemandem durch ein Dorf ging, ohne mich vollkommen allein zu fühlen. Ich strich eine lose Haarsträhne hinter mein Ohr und setzte mich wieder in Bewegung. „Komm. Holen wir den Hafer und gehen nach Hause.“ ^
Ich ging ein paar Schritte neben ihm her, während ich über seine Frage nachdachte. Eigentlich brauchte ich nichts. Mein Vorrat an Kräutern war gut gefüllt, Fleisch hatte ich noch zu Hause, und Brot besaß ich ebenfalls. Selbst für den Winter hatte ich bereits einiges zurückgelegt. „Für mich brauche ich nichts“, sagte ich schließlich. Wir schlugen einen anderen Weg ein, der zu einem kleinen Händler führte, bei dem die Bauern des Dorfes ihr Getreide und Futter kauften. Je weiter wir uns vom Marktplatz entfernten, desto weniger Menschen begegneten uns. Darüber war ich nicht unglücklich. Ich mochte die vielen Blicke nicht, die uns seit unserer Ankunft gefolgt waren. Einige Menschen sahen noch immer zu Leonard, andere zu mir, und manche tuschelten miteinander, sobald wir vorbeigingen. Ich tat, als bemerkte ich es nicht.
Nach einer Weile erreichten wir einen niedrigen Schuppen, vor dem mehrere Säcke und Holzkisten standen. Ein älterer Mann saß auf einem Schemel vor der Tür und sortierte Getreide. Als er uns bemerkte, erhob er den Kopf. „Hafer?“, fragte er, noch ehe wir etwas sagen konnten. Leonard nickte. „Für einen Wallach.“ Der Händler erhob sich langsam und führte uns zu den Säcken. Ich trat näher und prüfte das Getreide selbst. Es war sauber, trocken und roch frisch. Ich nahm eine kleine Handvoll heraus, ließ die Körner durch meine Finger rieseln und nickte zufrieden. „Das ist gut“, sagte ich. „Wie viel braucht Ihr?“ Der Händler nannte den Preis. Ich sah zu Leonard. „Das sollte für eine Weile reichen.“ Er wollte offenbar nach seinem Geldbeutel greifen, doch ich hielt kurz die Hand davor. „Ich kann meinen Teil selbst bezahlen.“ Ich hatte bereits meine Münzen hervorgeholt, ehe er etwas erwidern konnte. „Du hast heute schon genug ausgegeben.“ Der Händler sah zwischen uns hin und her, sagte jedoch nichts dazu. Ich bezahlte einen Sack Hafer und ließ ihn für uns an der Seite bereitstellen. „Das nehmen wir auf dem Rückweg mit“, sagte ich. „Sonst schleppen wir uns damit noch durch das ganze Dorf.“ Ich sah zu Leonard und musste bei dem Gedanken daran, wie er mit seinen Einkäufen, dem Brot und einem Sack Hafer durch Hyskelt marschieren sollte, leise lächeln. „Außerdem bist du noch verletzt.“ Es war derselbe Einwand, den ich inzwischen beinahe automatisch vorbrachte, sobald er etwas Schweres tragen wollte.
Wir gingen wieder ein Stück zurück, und ich bemerkte dabei, dass der Nachmittag inzwischen deutlich wärmer geworden war. Die Sonne stand höher und ließ die Dächer und Fenster des Dorfes hell aufleuchten. Für einen kurzen Moment war Hyskelt beinahe friedlich. Ich blieb an einer kleinen Kreuzung stehen und sah mich um. „Wenn du wirklich nichts anderes mehr brauchst, können wir nach dem Hafer zurück zum Pferd.“ Ich zögerte und blickte dann in Richtung des Marktplatzes. „Oder wir sehen noch kurz nach frischem Gemüse.“ Ich hob die Schultern. „Zu Hause habe ich zwar noch einiges, aber wir könnten etwas für heute Abend mitnehmen.“ Mein Blick wanderte zu dem Brot in seinen Armen. „Das dunkle Brot passt gut zu einer Suppe.“ Nach kurzem Überlegen fügte ich hinzu: „Und vielleicht kann ich aus den Kräutern, die ich zu Hause habe, noch etwas daraus machen.“
Ich wollte gerade weitergehen, als ich hinter uns ein vertrautes Geräusch hörte. Kinderlachen. Ich drehte mich um und sah das kleine Mädchen von vorhin wieder. Sie stand ein Stück entfernt und hielt ihren Ball in beiden Händen. Als sie mich bemerkte, blieb sie stehen. Diesmal wirkte sie nicht mehr ganz so scheu. Ich lächelte ihr kurz zu, und sie erwiderte es, ehe sie wieder zu den anderen Kindern lief. Ich sah ihr einen Augenblick nach. „Sie hat sich nicht mehr vor mir gefürchtet“, sagte ich leise, beinahe mehr zu mir selbst als zu Leonard. Dann wandte ich mich wieder ihm zu. „Vielleicht ist der heutige Tag doch nicht ganz so schlecht.“ Ich wusste selbst nicht recht, weshalb ich das sagte. Vielleicht lag es an dem guten Brot in seiner Hand, an den Honigküchlein oder daran, dass ich zum ersten Mal seit Langem wieder mit jemandem durch ein Dorf ging, ohne mich vollkommen allein zu fühlen. Ich strich eine lose Haarsträhne hinter mein Ohr und setzte mich wieder in Bewegung. „Komm. Holen wir den Hafer und gehen nach Hause.“ ^
