"Freiheit?" Cal grunzte. "Wir haben nur einfach nicht jeden Zentimeter unseres Territoriums mit irgendwelchen Hoch- und/oder Parkhäusern vollgestellt. Der Boden muss atmen. Und Wölfe müssen rennen."
Er grinste, zeigte dabei seine Zähne. Die meisten seiner Art konnten als vollkommen menschlich durchgehen, und größtenteils tat er das auch. Was nicht viele außerhalb der Rudel wussten: je stärker die Blutlinie, desto ausgeprägter der Wolf auch in menschlicher Form. Für Cal hieß das, dass seine Eckzähne ein bisschen massiger waren. Nicht fein und spitz zulaufend wie bei den Blutsaugern, sondern eine kleinere Version der Fangzähne, die er als Wolf hatte. Menschen heutzutage staunten und nannten es cool. Er nannte es nervig, wenn er sich damit einmal mehr die Lippe aufbiss, weil er natürlich die dumme Angewohnheit hatte, auf seiner Lipper herumzukauen, wenn er sich angestrengt konzentrierte.
Als sie seinen großen, schwarzen SUV erreichten, hielt er der Prinzessin freundlicherweise die Beifahrertür auf.
"Ins Naturschutzgebiet kann ich dich aber nicht mitnehmen. Das ist so tief im Territorium, da kriegen wir beide Ärger, wenn man dich erschnüffelt. Ein Freund hat eine nette Dachterrasse. Hier in der neutralen Zone."
Cal kletterte in den Fahrersitz und reihte sich in den Verkehr ein. Von den Clubs wegzukommen war um diese Uhrzeit recht einfach, sie kamen also gut voran. Dusty brauchte zwanzig Minuten zum Club, sie brauchten nur knapp über zehn, um davon wegzukommen.
Cal parkte direkt vor der Wohnung in der Einfahrt, in der normalerweise Dustys Jeep stand. Sie waren keine Viertelstunde vom Stadtzentrum entfernt und doch war die Stimmung so nahe am Territorium des Rudels ganz anders. Viel entspannter. Es war ein Wohnviertel. Darüber hinaus gaben sich die Leute hier Mühe, ihre Balkone zu dekorieren; man sah hier und da einen kleinen Garten; am Straßenrand gab es alle paar Meter einen ordentlichen, gesunden Baum; und die Straße runter gab es sogar ein Hochbeet mit Wildblumen, um Insekten auf die Sprünge zu helfen. Der Einfluss des Rudels war deutlich zu sehen, auch wenn das hier eigentlich noch immer neutraler Boden war. Wenn Cal alles richtig machte, würde dieser Teil bald schon sein Territorium sein.
Cal tippte den Sicherheitscode zu Dustys Wohnung ein - der Junge war gut mit Technik, was ihm schon vor einer Weile einen Platz im Rudel gesichert hatte, auch wenn er das noch nicht wusste - und nahm die Eisprinzessin mit nach oben in die eigentliche Wohnung. Das Erdgeschoss war ein, passenderweise, ein Technikladen. Noch von der alten Schule, wo man auch den ältesten Retrokram noch repariert bekam von Leuten. Damit führte Dustys Haustür direkt zu einer Treppe und sonst nichts.
Oben angekommen, zog Cal seine Stiefel aus und kickte sie neben drei Paare Sneaker, die alle in unterschiedlichen Stadien des Zerfalls waren. Ein normaler Anblick für einen Den, erst recht von einem Wanderer. Sein Weg führte ihn direkt zum Kühlschrank, wo er zwei Bier fand, dann kletterte er im Wohnzimmer aus dem Fenster auf die Feuerleiter. War die Wohnung dafür konzipiert worden? Nein. Dusty hatte aber einen Hocker vor dem Fenster platziert, um es leichter zu machen, einfach weil er es so oft machte. Was die billige Lichterkette, die um das Treppengeländer gewickelt war, deutlich bewies.
Das Dach war genauso wenig als Terrasse gedacht gewesen, als man dieses Gebäude gebaut hatte, aber auch das hatte Dusty herzlich wenig interessiert. Er hatte das meiste aus dem Dach herausgeholt: Er hatte ein Gerüst gebaut, an dem noch mehr Lichterketten hingen (alle solarbetrieben, natürlich) und das im Zweifelsfall auch ein Sonnensegel halten konnte; er hatte wetterfeste Teppiche ausgelegt; in einer Ecke stand ein ordentlicher Grill für BBQs; es gab eine gemütliche Sitzecke mit Möbeln, die er auf dem Sperrmüll und in Secondhand-Läden gefunden hatte.
Cal hielt auf das alte Sofa zu und ließ sich der Länge nach drauffallen. Er öffnete beide Bierflaschen mit einem gezielten Schlag gegen die Kante eines alten Tisches, der eigentlich bloß eine gigantische Kabelrolle war. Bis heute fragte sich Cal, wie Dusty das Ding eigentlich hier hochbekommen hatte. Der Mann war ziemlich crafty.
"Entspannt genug?" fragte er und reichte der Eisprinzessin, ohne aufzustehen, das zweite Bier, auch wenn sie damit wahrscheinlich nicht viel anfangen konnte.
Er grinste, zeigte dabei seine Zähne. Die meisten seiner Art konnten als vollkommen menschlich durchgehen, und größtenteils tat er das auch. Was nicht viele außerhalb der Rudel wussten: je stärker die Blutlinie, desto ausgeprägter der Wolf auch in menschlicher Form. Für Cal hieß das, dass seine Eckzähne ein bisschen massiger waren. Nicht fein und spitz zulaufend wie bei den Blutsaugern, sondern eine kleinere Version der Fangzähne, die er als Wolf hatte. Menschen heutzutage staunten und nannten es cool. Er nannte es nervig, wenn er sich damit einmal mehr die Lippe aufbiss, weil er natürlich die dumme Angewohnheit hatte, auf seiner Lipper herumzukauen, wenn er sich angestrengt konzentrierte.
Als sie seinen großen, schwarzen SUV erreichten, hielt er der Prinzessin freundlicherweise die Beifahrertür auf.
"Ins Naturschutzgebiet kann ich dich aber nicht mitnehmen. Das ist so tief im Territorium, da kriegen wir beide Ärger, wenn man dich erschnüffelt. Ein Freund hat eine nette Dachterrasse. Hier in der neutralen Zone."
Cal kletterte in den Fahrersitz und reihte sich in den Verkehr ein. Von den Clubs wegzukommen war um diese Uhrzeit recht einfach, sie kamen also gut voran. Dusty brauchte zwanzig Minuten zum Club, sie brauchten nur knapp über zehn, um davon wegzukommen.
Cal parkte direkt vor der Wohnung in der Einfahrt, in der normalerweise Dustys Jeep stand. Sie waren keine Viertelstunde vom Stadtzentrum entfernt und doch war die Stimmung so nahe am Territorium des Rudels ganz anders. Viel entspannter. Es war ein Wohnviertel. Darüber hinaus gaben sich die Leute hier Mühe, ihre Balkone zu dekorieren; man sah hier und da einen kleinen Garten; am Straßenrand gab es alle paar Meter einen ordentlichen, gesunden Baum; und die Straße runter gab es sogar ein Hochbeet mit Wildblumen, um Insekten auf die Sprünge zu helfen. Der Einfluss des Rudels war deutlich zu sehen, auch wenn das hier eigentlich noch immer neutraler Boden war. Wenn Cal alles richtig machte, würde dieser Teil bald schon sein Territorium sein.
Cal tippte den Sicherheitscode zu Dustys Wohnung ein - der Junge war gut mit Technik, was ihm schon vor einer Weile einen Platz im Rudel gesichert hatte, auch wenn er das noch nicht wusste - und nahm die Eisprinzessin mit nach oben in die eigentliche Wohnung. Das Erdgeschoss war ein, passenderweise, ein Technikladen. Noch von der alten Schule, wo man auch den ältesten Retrokram noch repariert bekam von Leuten. Damit führte Dustys Haustür direkt zu einer Treppe und sonst nichts.
Oben angekommen, zog Cal seine Stiefel aus und kickte sie neben drei Paare Sneaker, die alle in unterschiedlichen Stadien des Zerfalls waren. Ein normaler Anblick für einen Den, erst recht von einem Wanderer. Sein Weg führte ihn direkt zum Kühlschrank, wo er zwei Bier fand, dann kletterte er im Wohnzimmer aus dem Fenster auf die Feuerleiter. War die Wohnung dafür konzipiert worden? Nein. Dusty hatte aber einen Hocker vor dem Fenster platziert, um es leichter zu machen, einfach weil er es so oft machte. Was die billige Lichterkette, die um das Treppengeländer gewickelt war, deutlich bewies.
Das Dach war genauso wenig als Terrasse gedacht gewesen, als man dieses Gebäude gebaut hatte, aber auch das hatte Dusty herzlich wenig interessiert. Er hatte das meiste aus dem Dach herausgeholt: Er hatte ein Gerüst gebaut, an dem noch mehr Lichterketten hingen (alle solarbetrieben, natürlich) und das im Zweifelsfall auch ein Sonnensegel halten konnte; er hatte wetterfeste Teppiche ausgelegt; in einer Ecke stand ein ordentlicher Grill für BBQs; es gab eine gemütliche Sitzecke mit Möbeln, die er auf dem Sperrmüll und in Secondhand-Läden gefunden hatte.
Cal hielt auf das alte Sofa zu und ließ sich der Länge nach drauffallen. Er öffnete beide Bierflaschen mit einem gezielten Schlag gegen die Kante eines alten Tisches, der eigentlich bloß eine gigantische Kabelrolle war. Bis heute fragte sich Cal, wie Dusty das Ding eigentlich hier hochbekommen hatte. Der Mann war ziemlich crafty.
"Entspannt genug?" fragte er und reichte der Eisprinzessin, ohne aufzustehen, das zweite Bier, auch wenn sie damit wahrscheinlich nicht viel anfangen konnte.
