The Waves of Fate [Rheira&Tristale]

    • Arien Darkbloom & Jade Rhea Summer

      Während Arien - welcher oft mit dem Flugzeug geflogen war und der allgemeinen Aufregung des Fliegens nicht viel abgewinnen konnte - den halben Flug verschlafen hatte, war Jade förmlich am Fenster des Flugzeuges geklebt und hatte begeistert beobachtet wie sie gestartet und wieder abgehoben waren.
      Sie fühlte sich noch immer unglaublich schlecht, dass sie einfach heimlich diese Reise angetreten war. Die Rothaarige wusste, dass ihr wahrscheinlich untertrieben die Hölle auf Erden blühte, wenn sie zurückkehrte, aber sie hätte es sonst ihr Leben lang bereut. Faith hatte so begeistert geklungen und die Freude dieses sonnigen Gemüts war förmlich ansteckend gewesen. Zudem war die Aussicht einige Tage mit Hawke verbringen zu können.....Ihr Magen hatte förmlich gekribbelt.
      Natürlich war all das kindische Schwärmereien, da für sie der Schwarzhaarige nach wie vor ein echter Märchenheld war, aber sie hatte einen Freund und damit ging sie doch gedanklich fremd.
      Jade empfand sich als den schlimmsten Menschen überhaupt und sie fühlte sich elend. Jemand wie Hawke würde nie Interesse an so einem furchtbaren Menschen wie ihr haben und das durfte er auch nicht. Sie hatte einen Freund und sie liebte ihn....sie liebte ihn,oder?
      Der komplette Flug war eine wahre Achterbahn der Gefühle. Eine Mischung aus purer Euphorie überschattet mit Selbsthass.
      Und doch konnte es Jade nicht erwarten in London zu sein.
      Dies würde ihr erstes richtiges Abenteuer werden! Ihr erster Besuch im Ausland!

      Sowohl London als auch der Campus verspürten einen Charme, wie ihn nur eine so historisch trächtige Stadt wie London besitzen konnte. Trotz der Moderne schwebte immer noch die Eleganz der viktorianischen Zeit über die Hauptstadt. Sie hatten am ersten Tag frei bekommen, nachdem die Universität freundlich empfangen hatte und ihnen ihre Zimmer zugewiesen hatte. Eine richtige Führung würden sie am Folgetag erhalten, jetzt sollten sie sich erst einmal ausruhen, etwas essen und den Reisestress abschütteln.
      Die ersten organisatorischen Gespräche hatte Arien geführt. Mit seinem fließenden Englisch und aufgrund seines Rufs wurde dies nun einmal erwartet und Arien wusste, dass er zumindest auf dem Unigelände noch den Schein wahren musste.
      Das er allerdings ausgerechnet sein Zimmer teilen musste, damit hatte er nicht gerechnet.
      Er wollte es zwar nicht zeigen, aber es war ihm ähnlich wie Hawke deutlich anzusehen, dass er alles andere als begeistert darüber war, nicht einmal in seinem Zimmer er selbst sein zu dürfen. Dies bedeutete, dass Arien konstant in der Stadt sein würde, wenn er sie keinen Unterricht hatten.
      Arien konnte beim besten Willen nicht nachvollziehen, weshalb gerade er, der selbst in der Uni ein Privatzimmer besaß, ausgerechnet hier an so einer Eliteuniversität - so schimpfte sie sich jedenfalls- kein eigenes Zimmer bekam. Hatte das Geld nicht gereicht, oder was? Arien spielte mit dem Gedanken sich vielleicht ein Hotel zu nehmen...
      Als Hawke, welcher die komplette Zeit abgesehen von einer paar Sätzen an Jade kein Wort mit ihnen allen gewechselt hatte, plötzlich mit ihm sprach, musste sich Arien so unglaublich verkneifen, jetzt keinen blöden Spruch los zu lassen, dass es sich fast einfühlte wie ein Schlag in die Magengrube. Alles in ihm schrie danach, sein wahres Ich zu präsentieren und doch schluckte er jedes sarkastische Kommentar brav hinunter und nickte.
      "Stimmt. Es ist ein schönes Zimmer."
      Danach kehrte wieder Stille ein. Wow....mal sehen, wer hier wen als erstes umbrachte...

      Jade wiederum konnte ihr Glück gar nicht fassen, als sie das Zimmer mit Faith betrat. Es war wunderschön! Groß, geräumig und mit diesem eleganten Charme, welchen schon der ganze Ort verspürt hatte. Jade fühlte sich fast ein wenig wie in Hogwarts. Leider gab es hier keine Häuserzuteilung und sie würden auch nicht zaubern, aber für sie lag hier Magie in der Luft. Das sie mit Faith auch so eine liebe Mitbewohnerin hatte und nicht allein sein musste, gab ihr noch einmal ein wenig mehr Zuversicht. Faith würde mit ihr sogar einen Stadtbummel machen! Sie konnte nicht anders als die hübsche Hellhaarige mit großen Augen anzusehen. "Wirklich? Ich würde mich sehr freuen!"


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    • Charilynn Faith Ashenvale
      Faith wirbelte durch das Zimmer wie ein kleiner Sturm. Während sie ihre Kleidung aus dem riesigen Koffer zog, schüttelte sie immer wieder einzelne Stücke aus, strich sie glatt und legte sie ordentlich in die Schränke. Zwischendurch schob sie sich eine Haarsträhne hinters Ohr, nur damit sie im nächsten Moment wieder herausfiel. Im Bad beugte sie sich kurz über die kleine Schublade, die ihr zugeteilt war, und sortierte ihre Kosmetiksachen hinein, auch wenn der Platz einfach viel zu wenig war, den sie hatte. Aber alles musste irgendwie seinen Platz finden, damit sie so schnell wie möglich los konnte. Ihre Bewegungen waren flink, fast schon tänzelnd, und jedes Mal, wenn ihr Handy vibrierte, zuckte ihr Kopf sofort in dessen Richtung. Sie war eindeutig im Entdecker‑Modus. Und während sie nun endlich ihren leeren Koffer unter ihr Bett schob, hielt sie plötzlich inne, starrte auf ihr Handy und ihre Augen wurden groß. "Oh! Wie findest du das hier?", sie drehte sich halb zu Jade um, streckte ihr das Handy fast zu nah ins Gesicht und grinste breit. Auf dem Display: eine kleine Boutique, süß, verspielt, mit Klamotten, Schmuck, Taschen. Alles, was Faiths Herz höher schlagen ließ. Ihre Augen funkelten. "Da muss ich unbedingt rein.". Sie zog das Handy wieder zu sich, tippte sofort weiter, die Unterlippe leicht zwischen den Zähnen eingeklemmt, während sie eine Nachricht in die Gruppe schrieb. "Ich frag mal, wie es bei den Jungs aussieht. Ich hab langsam echt Hunger... und später in eine Bar reinsetzen wäre doch auch was.". Faith hob kurz den Blick, schmunzelte und zuckte mit den Schultern, als würde sie sich selbst rechtfertigen. "Wenn wir schon gemeinsam in London sind, dann können wir die Stadt doch auch zusammen erkunden.". Während sie die Nachricht abschickte, sah man ihr deutlich an, dass sie die Reaktion der beiden Jungs bereits erahnte. Hawkes skeptischer Blick und Ariens genervtes Stirnrunzeln. Sie hatte es auf der Hinreise schon bemerkt. Die sollen sich nicht so anstellen, ein bisschen Spaß hat noch keinem geschadet.

      Hawke Li-Winslow
      Hawke räumte die große Sporttasche aus, als würde er damit gleichzeitig versuchen, das schlechte Gewissen aus seinem Kopf zu sortieren. Ein Shirt nach dem anderen landete im Schrank. Schwarz, Dunkelgrau, dunkelblau, dass man ihn nur mit gutem Willen nicht für schwarz hielt. Ein Farbspektrum, das so aussah, als hätte jemand die Sättigung seines Lebens heruntergedreht.
      Er hängte gerade noch eine weitere Lederjacke in den Schrank, rückte es zurecht und blieb kurz mit der Hand am Bügel hängen. Seine Finger trommelten unruhig dagegen, bevor er sie zurückzog und legte dann ein paar persönliche Dinge in die unterste Schublade.
      Gerade als er die Schublade zuschob, vibrierte sein Handy. Er hatte sich schon gedacht das sie so schnell antworten würde, aber als er auf sein Handy blickte, war es doch keine Nachricht von Mia. Stattdessen eine Nachricht in der neuen Gruppe.
      Er fuhr sich mit zwei Fingern über die Stirn, als müsste er einen beginnenden Kopfschmerz wegdrücken. Was auch immer ich in meinem früheren Leben verbrochen habe... das hier ist wohl die Strafe.
      Nicht nur, dass er sich ein Zimmer mit Arien teilen musste, dem Typen, dem das Glück und das Geld offenbar in regelmäßigen Abständen persönlich in den Hintern geschoben wurden. Nein, jetzt durfte er sich auch noch mit der anderen reichen Göre rumschlagen. Sie wirkte zumindest ein bisschen freundlicher als Arien. Vielleicht. Eventuell. Er war sich noch nicht sicher, ob das echte Fröhlichkeit war oder dieses aufgesetzte Lächeln, das Anwaltstöchter im Schlaf trainierten. Wenigstens war Jade dabei, jemand, den er schon kannte.
      Er seufzte leise, tippte mit dem Daumen gegen die Handyhülle und hob den Blick zu Arien, der irgendwo im Zimmer beschäftigt war. "Faith und Jade wollen wohl in die Stadt und fragen, ob wir mitwollen.".


      Es ging alles schneller, als es Hawke lieb war. Eben noch im Zimmer, und im nächsten Moment schon mitten in London. Umgeben von Stimmen, Lichtern und diesem Gefühl, dass er hier eigentlich gar nicht sein sollte, weil ihn sein schlechtes Gewissen noch immer viel zu sehr plagte. Die Mädels liefen ein Stück voraus, redeten, lachten, zeigten auf Gebäude, die er nur halb wahrnahm. Dabei war die Stadt eigentlich schön. Die alten Fassaden, die engen Gassen, die warm beleuchteten Cafés, alles wirkte einladend und gemütlich. Aber Hawke konnte sich im Moment noch nicht wirklich darauf einlassen. "Sieht so aus, als hätten sie schon einen Plan", murmelte er mit einem schiefen Lächeln zu Arien.
      Faith drehte sich in diesem Moment zu ihnen um. Sie liebte Städte, das sah man ihr an. Ihre Augen wanderten neugierig über die Schaufenster, die bunten Schilder, die kleinen Lichterketten über den Straßen. Immer wieder sah sie zurück, um sicherzugehen, dass die Jungs nicht verloren gingen. Arien wirkte wie immer gelassen, aber Hawke...
      Er sah aus, als würde er jeden Moment überlegen, ob er einfach umdreht und verschwindet. Faith lächelte warm und winkte, "Kommt ihr? Wir wollen uns die Altstadt anschauen!".
      Sie gingen weiter, und die Stadt öffnete sich vor ihnen. Kopfsteinpflaster, kleine Boutiquen, Straßenmusik, der Duft von Kaffee und Gebäck, der aus offenen Türen strömte. Der Wind war kühl, aber angenehm, gerade so frisch, dass man die Jacke ein Stück enger zog, ohne das man frieren musste und die Sonne schaffte es immer wieder durch die Wolken, warf kurze, helle Flecken auf das Kopfsteinpflaster, bevor sie wieder verschwand.

      Der frühe Nachmittag verflog schneller, als es irgendjemandem bewusst wurde. London hatte diese Art, Zeit zu verschlucken, zwischen den Geräuschen der Straßen, dem stetigen Fluss der Menschen und den kleinen Momenten, die man unterwegs aufschnappte. Sie hatten die Stadt ohne festen Plan erkundet. Ein bisschen hier stehen geblieben, ein bisschen dort. Vor einem alten Buchladen, dessen Schaufenster vollgestopft war mit vergilbten Ausgaben und handgeschriebenen Preisschildern. Vor einer Bäckerei, aus der der Duft von warmen Scones und frischem Brot strömte. Vor einem Straßenmusiker, der mit einer Gitarre eine melancholische Melodie spielte, die sich zwischen den vorbeilaufenden Menschen verlor.
      Als die Gruppe schließlich über eine der Brücken ging, die sich über die Themse spannten, blieb Faith kurz stehen und lehnte sich über das Geländer. Das Wasser war dunkel und die Lichter der Stadt spiegelten sich darin wie kleine, vibrierende Punkte. Hawke stellte sich neben sie, ohne ein Wort zu sagen. Die Luft war inzwischen merklich kühler geworden, und die Dämmerung hatte sich fast unbemerkt in ein frühes Abendgrau verwandelt.
      Hawke zückte sein Handy, hielt es kurz hoch und machte ein Foto, damit er es später an Mia senden konnte, er wusste wie sehr sie sich freuen würde, wenn er sie wenigstens auf diese Weise auf seine Reise mitnahm.
      Dann steckte er das Handy wieder ein, atmete tief durch und als er den Blick nach rechts wandte, fiel ihm ein beleuchtetes Schild ins Auge. Eine Bar, warmes Licht, offene Tür, und durch die Fenster konnte man sehen, dass dort auch Essen serviert wurde. Sein Magen erinnerte ihn sofort daran, dass er seit dem Weg in die Stadt nichts gegessen hatte und die Anderen vermutlich auch nicht. "Da drüben gibt's was zu essen", sagte er und blickte in die Runde.
    • Arien Darkbloom & Jade Rhea Summer

      Wenn man Faith beschreiben müsste, konnte man sie wohl mit einem Wirbelsturm vergleichen. Sie riss die Leute quasi mit sich, ob diese es nun wollten oder nicht. Während Jade diese Art erfrischend fand, vielleicht auch ein wenig einschüchternd, hatte sie das Gefühl das in ihrer neuen Mitbewohnerin für ihre Zeit in London einfach ein unglaubliches Feuer steckte. Arien wiederum hätte die Zeit gerne mit Faith verbracht, allerdings ohne Anhängsel, bei welchen er seine Fassade aufrecht erhalten musste und Hawke? Dieser trottete hinter ihnen her, als hätte er gerade dem Abgrund seiner ganzen Existenz ins Auge geblickt. Ihre Reiseführerin hatte sie alle so schnell eingepackt, dass sie sich kaum ein Augenblinzeln später gemeinsam in der Innenstadt Londons wiederfanden und durch die historienträchtigen Straßen liefen. Wie Jade es aus ihren Büchern katte, roch die Stadt nach Regen, überall lag ein Zauber in der Luft und es war fast ein wenig schade, dass sie sich nicht in der Vergangenheit befanden. Hier in diesen Straßen in alten viktorianischen Gewändern entlang zu schreiten, stellte sich die Rothaarige absolut magisch vor. Die Vorstellung der gelockten Haare, der engen Coursagen und den weiten Röcke ...
      Jade blickte in ein Schaufenster zu ihrem Spiegelbild und malte sich aus, wie sie in dem Jahrhundert wohl darin ausgesehen hätte. Alles war so aufregend, so neu und voller Eindrücke das Jade gar nicht wusste wohin sie als erstes schauen sollte. Faith war wie die Verkörperung des Sonnenlichts. Sie strahlte selbst in den grauen biederen Seitengassen, dass man praktisch keine Laternen brauchte. Die Rothaarige konnte nicht anders als ihr hinterher zu stolpern und von all der Energie mitgerissen zu werden. Gemeinsam mit Faith blickte sie in die verschiedenen Geschäfte, analysierte die Bäckereien und staunte über die Straßenmusiker. All das war wie ein Traum.
      Die Jungs wiederum waren ihnen schweigend hinterher gelaufen. Auch wenn der Hellhaarige versuchte seine Farce aufrecht zu erhalten, geduldig und mit einer freundlichen Mine den Damen zu folgen, konnte er es nicht verhindern an jedem Pub ein klein wenig langsamer vorbei zu laufen und die ausgeschriebenen Schilder zu betrachten.
      Wie wurde er nur seine Anhängsel los, damit er sich all diese Locations in Ruhe ansehen konnte? Er musste sich abends wohl herausschleichen. In den Pubs welche sogar tagsüber offen hatten, saßen schon allerhand unterschiedlicher Leute. Es erklang Gesang offensichtlich alter Lieder, das Geräusch von klirrenden Gläsern und Gelächter erfüllte diese Orte. Arien wollte dort nicht etwas trinken, er wollte dieses Feeling erleben. Wollte die Einheimischen kennenlernen, die Getränkegeheimnisse der Barkeeper ergründen. Er wollte in der Dunkelheit durch die Gassen Londons schlendern, mit dem ein oder anderen attraktiven Menschen tanzen und diese Stadt von ihrer echten Seite kennenlernen.
      Nun das musste wohl warten. Gelassen lief er den anderen also nach, bis sie an einer Brücke stehen blieben. Jade zeigte Faith eine Ente, welche dort entlang schwamm und kleine Babys im Schlepptau hatte, während Hawke offenbar eine Bar für ihr aktuelles Mittagessen auserkoren hatte.
      "Guter Plan. Bin dabei." stimmte Arien dem anderen Mann in der Runde zu und sah zu den Mädchen, welche wohl noch Energie für 100 hatten. Dafür das Jade so ein zierliches Ding war, konnte sie überraschend gut mit ihrem Wirbelwind Faith mithalten. Jade in ihrem übergroßen Hoodie blickte von den Enten auf und wanderte mit ihrem Blick zuerst zu Arien, blieb aber sofort bei Hawke hängen.
      Arien grinste leicht und lehnte sich flüsternd zu dem anderen.
      "Du bist dir darüber im Klaren, dass sie total auf dich steht, oder?"


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    • Charilynn Faith Ashenvale
      Faith hätte problemlos den ganzen Tag durch London laufen können. Die Stadt lebte, funkelte und sie saugte alles davon auf. Jade war dabei die perfekte Begleitung: ruhig, aber aufmerksam, und immer bereit, sich von Faiths Energie mitreißen zu lassen.
      Immer wieder zeigte Jade aufgeregt auf irgendetwas: ein Schaufenster voller bunter Cupcakes, eine kleine Bäckerei, aus der der Duft von warmem Brot strömte, ein altes Gebäude mit kunstvollen Verzierungen, ein Straßenkünstler, der mit Kreide ein riesiges Mandala auf den Boden zeichnete.Faith lachte, kommentierte, zog Jade weiter, blieb wieder stehen. Es war ein ständiges Hin und Her, das sich aber leicht und frei anfühlte. Sie liebte solche Tage.Keine Verpflichtungen.Nur laufen, schauen und staunen. Als sie an der Brücke ankamen, zeigte Jade begeistert auf eine Ente, die mit ihren winzigen Küken über das dunkle Wasser glitt. Faith beugte sich über das Geländer, lächelte breit und machte ein kleines Geräusch, das irgendwo zwischen 'Awww' und 'Oh mein Gott, wie süß' lag.
      Dann hörte sie Hawkes Stimme hinter sich und Faith drehte sich sofort um.Essen?Ja.Bitte.
      Sie folgte seinem Blick – direkt auf einen Laden auf der anderen Seite der Brücke, warm beleuchtet, einladend, und ihr Magen reagierte schneller als ihr Kopf.
      "Perfekt!", rief sie sofort und war praktisch schon auf dem Weg, bevor die anderen überhaupt reagieren konnten.

      Hawke Li-Winslow
      Für Hawke sah der Tag völlig anders aus.Er wollte sich freuen.Wirklich.Und manchmal gelang es ihm sogar. Ein altes Gebäude, das ihn beeindruckte, ein Straßenmusiker, der gut war, ein kleiner Laden, der Erinnerungen weckte.Aber jedes Mal, wenn er sich dabei ertappte, wie er sich über etwas freute, kam das schlechte Gewissen zurück. Seine Mutter.Seine Schwester.Mia.
      Er machte immer wieder Fotos. Von Gebäuden, vom Fluss, von Kleinigkeiten, die Mia gefallen könnten. Er würde später die besten aussuchen und ihr schicken. Vielleicht sie anrufen, wenn er zurück im Zimmer war und Arien nicht in Hörweite.Er brauchte niemanden, der mithörte, wie er mit seiner kleinen Schwester sprach.
      Als sie an der Brücke standen, sah er die Ente mit den Küken nur am Rand wahr. Sein Magen erinnerte ihn daran, dass er seit Stunden nichts gegessen hatte. Und als er den Kopf drehte, fiel sein Blick auf ein Restaurant auf der anderen Seite der Brücke und berichtete der restlichen Truppe von seinem Fund.
      Er hatte mit Zustimmung gerechnet.Oder Ablehnung.Aber nicht damit, dass Arien sich zu ihm lehnen würde und meinte, Jade würde auf ihn abfahren.
      Hawkes Augenbrauen wanderten nach oben.Er drehte den Kopf und traf sofort Jades Blick.Sie sah ihn an. Direkt. Hawke blinzelte einmal, zweimal, dann sah er zu Arien. "Sie hat einen Freund", antwortete er knapp. Dann deutete er wieder in Richtung Restaurant. "Komm, ich hab Hunger. Faith rennt sowieso schon wieder vor.".


      Das Restaurant war klein, warm und gemütlich. Dunkles Holz, gedämpftes Licht, der Geruch von gebratenen Zwiebeln, frischem Brot und etwas, das nach Kräutern roch.Ein Kellner begrüßte sie mit einem freundlichen "Hi, welcome!" und führte sie zu einem Tisch am Fenster, von dem aus man die Brücke und das Wasser sehen konnte.
      Faith ließ sich sofort auf einen der Stühle fallen, als hätte sie den ganzen Tag darauf gewartet. "Oh mein Gott, ich sterbe vor Hunger", verkündete sie dramatisch und griff nach der Speisekarte, die bereits schon auf dem Tisch lag.
      Hawke setzte sich auf die andere Seite des Tisches und warf Jade einen flüchtigen Blick zu. Sie saß ihm direkt gegenüber.
      "Ich hab noch nie ein klassisches Londoner Gericht gegessen", murmelte Faith, mehr zu sich selbst als zu irgendwem. Ihre Finger tippen auf die Bilder – Fish & Chips, Bangers and Mash, Sunday Roast. Die ganzen Bilder sahen echt gut aus. Der gleiche Gedanke zog sich auch durch Hawkes Kopf. Er blätterte weiter, ohne wirklich zu lesen, der Duft von gebratenen Zwiebeln macht es schwer, sich zu konzentrieren.
      Es dauerte nicht lange, bis die Kellnerin neben dem Tisch auftauchte, mit Block und Stift in der Hand, und einem freundlichen Lächeln auf den Lippen. Faith richtete sich ein Stück auf, die Karte noch halb geöffnet vor sich und ließ sich kurz beraten, hörte aufmerksam zu, nickte, überlegte und zeigte schließlich auf das Gericht, das ihr am meisten ins Auge gefallen war. Shepherd’s Pie. und auch Hawke hatte sich von den Empfehlungen der Bedienung berieseln lassen und bestellte sich ein Pie & Mash.
      Die Kellnerin notierte alle Bestellungen, bedankte sich und verschwindete wieder zwischen den Tischen.
      Faith lehnte sich zurück, griff nach der alkoholischen Getränkekarte, die noch auf dem Tisch lag, schlug sie auf und blätterte, während ihr Blick über bunte Namen und kleine Beschreibungen wanderten. Ein leichtes Lächeln huschte über ihr Gesicht. Für einen kurzen Moment blickte sie zu Arien auf, dann wieder auf die Karte. "Die haben sogar Cocktails." ihre Stimme klang erfreut, als hätte sie gerade eine kleine Entdeckung gemacht, die den Abend noch besser machen konnte, aber auch etwas misstrauisch.
      "Meinst du, die können hier was?", fragte Hawke und griff nach der anderen Getränkekarte und studierte die aufgelisteten Drinks.
      "In letzter Zeit hab ich ziemlich gute Cocktails bekommen, ich weiß nicht ob die da mithalten können.", kam es von Faith und konnte sich ein wissendes Grinsen nicht zurückhalten.
    • Arien Darkbloom & Jade Rhea Summer

      Dieser Tag war mit einer unglaublichen Leichtigkeit gefüllt, welche Jade wahrscheinlich seit Jahren nicht mehr erlebt hatte. Sie wusste, dass sie Zuhause das Grauen erwarten würde und das ihr Freund ihr diesen Akt der Rebellion nicht verzeihen würde. Bei dem Gedanken zog sich in der Rothaarigen alles zusammen und jeder Knochen schmerzte. Sie versuchte die trüben Gedanken aber ganz weit nach hinten zu verbannen. Sie bereute diese Entscheidung nicht! Das erste Mal seit einer langen, langen Zeit hatte sie wieder das Gefühl zu leben. Das Gefühl frei zu sein und es war so ein überwältigendes Empfinden, dass es sie schlichtweg überforderte. Gerade deshalb war sie unglaublich dankbar für die Gesellschaft von Faith, welche die Führung übernahm. Ihr keine Zeit zum Grübeln ließ und sie mit in ihre bunte Welt voller Licht und Farbe zerrte. Jade hatte tatsächlich Spaß und ähnlich wie bei Hawke hatte sie keine Angst vor dieser Nähe. Arien war zwar nett, aber etwas stimmte nicht mit ihm und darum nahm sie von ihm noch ziemlichen Abstand, aber bei Faith taute sie langsam tatsächlich auf. Ihr Tagestrip wurde kurzzeitig unterbrochen, da sie glatt vergessen hatten zu Essen.
      Nun, die Jungs schienen es nicht vergessen zu haben und jetzt wo sie das Essen erwähnten, bemerkte auch Jade ein Hungergefühl im Bauch. Faith offenbar auch, denn diese war direkt wieder davon gestürmt, kaum hatten sie ein Restaurant entdeckt.
      "Warte auf mich...", die Rothaarige stolperte dem Wirbelwind überfordert hinterher.
      Die Jungs wiederum liefen gemächlich hinterher. Sie waren zwar offensichtlich nicht ganz so voller Energie wie Faith, aber wenigstens beklagten sie sich nicht. Das war etwas das Jade ebenfalls nicht kannte. Ihr Freund hätte schon nach dem ersten Häuserblock keine Lust mehr gehabt und ihr die ganze Reise verdorben. Die beiden aber machten alles mit, ruhig gelassen und selbst wenn sie keine Lust hatten, ließen sie ihnen den Spaß.

      Arien hatte sich zu Hawke gebeugt und ihm seine Beobachtung geschildert. Jade hatte also einen Freund? Davon bemerkte man aber nicht sonderlich viel.... "Mhhh.....wenn du das sagst.", hatte Arien nur geantwortet. Er blieb dabei, die Kleine stand total auf ihren dunkelhaarigen Grießgram.
      Mr. Grießgram hatte aber offenbar einen guten Riecher für Restaurants. Das kleine Restaurant hatte ein wenig den Flair eines Pups, was Arien sehr begrüßte und machte einen gemütlichen Eindruck. Interessiert beobachtete er die Location, ein wenig die Menschen darin und entdeckte in einer kleinen Ecke zwei Mädchen in Schuluniform, die ihn ansahen und kicherten. Arien grinste belustigt, was die beiden Mädchen kichernd in ihre Karten blicken ließ.
      Ja, er würde eindeutig abends ein wenig die Stadt erkunden.
      Der Kellner hatte sie zu einer ruhigen Ecke geführt mit einer langen Bank an der Wand und Stühlen von der anderen Seite des Tisches. Arien hatte keine sonderliche Lust auf Gruppenkuscheln, weshalb er einen Stuhl gewählt hatte und ließ sich lässig darauf nieder, streckte die langen Beine aus und stellte fest, dass ihm echt die Beine schmerzten. Die Mädchen hatten eine Energie wie Ungeheuer.
      Jade hatte sich neben ihn gesetzt, was den Hellhaarigen ziemlich überraschte, aber offenbar lag es daran, weil sie dann Hawke direkt gegenüber saß.
      Arien grinste - interessant. Wenn das Mädel wirklich ihren Freund liebt und nicht auf Hawke stand, dann würde sich der Barkeeper für seine lausige Menschenkenntnis die Haare schwarz färben. Faith saß neben Hawke und damit ihr gegenüber. Arien stupste unter dem Tisch leicht ihren Fuß und grinste. Sie hatten kaum Interaktion miteinander gehabt, was irgendwie ein wenig schade war.
      Als die Kellnerin ihn nach seinem Wunsch fragte, bestellte Arien Cornish Pasty und nickte zufrieden mit seiner Wahl. Jede neben ihm sah allerdings ein wenig verzweifelt aus.
      "Was ist los?", hakte er nach und fragte sich, wie sie selbst beim anschauen einer Karte schon nervös werden konnte. Das Mädchen war so dermaßen schüchtern und verängstigt, dass sich Arien langsam fragte, was dem Mädel zugestoßen war.
      "Ich...naja ich esse kein Fleisch und versuche etwas ohne auf der Karte zu finden...", gestand die Rothaarige dann und Arien machte große Augen. "Oh...." er beäugte die Karte ein wenig genauer und trat unter dem Tisch nach Hawke und nickte mit dem Kopf in die Richtung von Jade. Gedanklich versuchte er ungefähr so etwas zu übermitteln wie ´Und ob sie auf dich steht! Hilf ihr doch du Hornochse´
      Gut, das Hornochse hoffte er nicht gerade telepathisch übertragen zu haben.







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    • Charilynn Faith Ashenvale
      Faith hatte sich längst entschieden, während Jade noch unschlüssig in ihre Karte starrte. Aber eigentlich nahm sie das kaum wahr. Sie war viel zu überwältigt von allem. England, die Reise, die Leute, die nächsten Tage. Ihre Gedanken sprangen hin und her und war gespannt auf die nächsten Wochen und alles, was sie noch erleben würden. Dann merkte sie ein unerwartetes stupsen gegen ihren Fuß. Sie zuckte leicht zusammen, blickte reflexartig nach unten und dann nach vorn. Arien saß ihr direkt gegenüber. Seit sie unterwegs waren, hatten sie kaum wirklich miteinander gesprochen. Nicht so, wie sie es mittlerweile kannte. Hier musste er wohl wieder den perfekten Studenten mimen. Der Darkbloom-Sohn, der alles im Griff hatte. Faith fragte sich, ob er das wirklich durchziehen konnte. Ihre Persönlichkeit hatte sie nie verstellt nur das Interesse am Studium. Nur das war immer die Maske gewesen, nicht sie.
      "Hast du gesehen?", sagte sie dann, während Hawke sich um Jade kümmerte, und tippte auf die kleinere Karte "Die haben Cocktails".

      Hawke Li-Winslow
      Auch Hawke scheint völlig in seinen Gedanken versunken zu sein. Die Karte liegt vor ihm, aber er starrt nicht wirklich darauf, er wusste schon, was er nehmen wollte. Seine Finger trommeln leicht gegen den Rand, ein leises, unbewusstes Zeichen dafür, dass sein Kopf gerade woanders war. Bis auch Hawke plötzlich unter dem Tisch ein Kick gegen sein Bein spürte, auch wenn's bei ihm vermutlich kraftvoller war als gegen seine Tischnachbarin. Sein Blick schnellte hoch und blickte direkt zu Arien. Hawke runzelt die Stirn, ein stilles 'Was soll das?', das er nicht aussprach. Sein Blick wanderte langsam von Arien zu Jade, die noch immer verloren durch die Karte blätterte. Er hatte gehört, was ihre zarte Stimme eben zu Arien gesagt hatte, aber er war so in Gedanken gewesen, dass er nicht reagiert hatte.
      Noch einmal blickt er zu Arien, und sein Blick spricht Bände: Ernsthaft? Musstest du mich treten?
      Ein innerliches Seufzen folgte, es war kaum sichtbar, nur ein leichtes Senken seiner Schultern.
      Hawke legte seine tätowierten Unterarme auf den Tisch, entspannte die Hände, drehte die Karte ein Stück, sodass er sehen kann, was Jade gerade ansah. Seine Stimme ist ruhig und weicher, als man im ersten Moment denkt von ihm zu hören, "Spricht dich denn irgendwas davon an?" Er neigt den Kopf leicht und ein kleines, ermutigendes Lächeln tauchte auf seinen Lippen auf. "Oder gibt's was, das du gar nicht magst?".
      Er tippt mit einem Finger auf die Karte "Ich bin mir sicher, wir können fragen, ob sie was ohne Fleisch machen. Das ist sicherlich kein Problem".

      Als die Kellnerin an den Tisch kommt, hält sie Block und Stift direkt bereit. Alle nennen ihre Bestellungen und bevor Jade überhaupt etwas sagen konnte, übernahm Hawke ihre Bestellung. Er nannte die Gerichte, die Jade sich ausgesucht hatte und fragte, ob sie die auch ohne Fleisch zubereiten könnten. Die Kellnerin lächelte und machte sofort klar, das das kein Problem sei. Hawke blickte noch einmal in Jade's Richtung und ließ ihr noch einmal die Auswahl um zu bestätigen was sie wollte.
      Dann notiert die Kellnerin die Bestellung, bedankt sich und verschwindet wieder zwischen den Tischen.
    • Arien Darkbloom & Jade Rhea Summer

      Also wenn Hawke nicht taub und blind war, musste er doch bemerken, dass das Mädchen ihn regelrecht mit Herzchenaugen betrachtete. Arien wusste nicht so genau, was Jade an dem Typen fand, aber er kannte diese Art von Blick. Vielleicht sah die schüchterne Rothaarige in dem anderen einen Bad Boy, etwas komplett anderes als sie gewohnt war. Sagte man nicht, dass brave Mädchen auf böse Jungs standen? Allerdings wirkte Hawke so unbeholfen und total in seiner Gedankenwelt, dass er nicht viel von einem Bad Boy hatte, eher etwas von einem griesgrämigen Tunfisch. Der Hellhaarige war nun wirklich nicht der Typ für irgendwelche Verkupplungsaktionen, aber er erachtete es als besser, wenn Hawke dem Mädchen half, als das er das übernahm. Klar hätte Arien die ganze Bestellerei übernehmen können, aber Jade schien irgendwie Angst vor ihm zu haben. Das war mal etwas anderes. In der Regel schmachteten ihm die Mädchen der Universität hinterher. Das Mädchen nahm einen riesigen Abstand von ihm. Das sie überhaupt neben ihm saß, war schon erstaunlich. Er hatte Hawke also erfolgreich unter dem Tisch getreten und zu der Rothaarigen genickt. Währenddessen hatte ihn Faith angesprochen.
      "Stimmt." Arien linste auf die Uhr, es war gerade einmal Mittag, was ihn unbewusst schief Grinsen ließ. "Irgendwo auf der Welt ist immer Happy Hour,was? Einen Drink?" Er räusperte sich leicht, da er hier ja immer noch eine Rolle zu spielen hatte und schwor sich gedanklich so schnell er konnte die Gruppe irgendwie los zu werden, damit er allein um die Häuser ziehen konnte.

      Alle Speisen auf der Karte waren auf Fleischbasis und typischer People Pleaser wie Jade nun einmal war, wollte sie niemanden Umstände bereiten. Sie hatte sich bereits gedanklich damit abgefunden, dass es lediglich ein Beilagensalat oder irgendeine Süßspeise wurde, da hatte sie Hawke plötzlich angesprochen. Den kleinen Blickkrieg zwischen dem Schwarzhaarigen und Arien hatte sie bewusst ausgeblendet. Jade fühlte sich regelrecht ertappt, als sie der andere so ansah und dann legte er auch noch den Kopf schief und lächelte. Am liebsten hätte sich Jade hinter ihrer Bestellkarte vergraben.
      Sie durfte so nicht über Hawke denken! Sie hatte einen Freund und der arme Kerl war einfach nur nett zu ihr. "Naja alles ist auf Fleischbasis. Ich will niemanden Umstände machen. Ich kann einfach einen Salat nehmen." versuchte Jade beschwichtigend mitzuteilen. Ihr Gegenüber schien dies aber nicht so hinzunehmen und hatte direkt die Bestellung für sie übernommen.
      "Danke..", flüsterte sie leise.


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    • Charilynn Faith Ashenvale
      Faith linste kurz zu Hawke und Jade hinüber, die beide tief über ihre Speisekarten gebeugt waren. Hawke zeigte mit einem Finger etwas an und Jade nickte langsam, beide waren eindeutig beschäftigt. Ihre Hände glitten vom Tischrand, und sie lehnte sich ein Stück vor. "Klar" sagte sie mit einem kleinen Schulterzucken, das fast schon verspielt wirkte. "Ist doch fast ein bisschen wie Urlaub, meinst du nicht? Bisschen Ablenkung.", bei ihren Woeten funkelten ihre Augen fröhlich. Sie meinte jedes Wort genauso, wie sie es sagte. Für sie war das hier mehr als nur ein Ortswechsel. Es war ein Atemzug Freiheit. Sie strich sich eine Haarsträhne hinter das Ohr, ihre Lippen verzogen sich zu einem kleinen, vertrauten Lächeln. "Ich sag's dir... ich werd das hier ausnutzen. Alles. Jede Minute.", ihre Stimme war leise, aber voller Überzeugung. Sie wusste zwar nicht wie Arien diese Zeit hier überleben wollte, aber für sie würde dieser Abstand zu ihrer Heimat mehr als nur Urlaub sein. Auch wenn man auch hier von ihr Einsatz verlangte, konnte es ihr nicht egaler sein. Aus dieser Entfernung hatte ihr Vater zwar noch immer Einfluss, aber bei weitem nicht so viel, wie er es sich wünschen würde. Und sie würde die Zeit ausnutzen, komme was wolle. Und sie vermutete, dass auch Arien nichts lieber machen würde, als seine Freiheit zu genießen.

      Hawke Li-Winslow
      "Ach was, so ein Unsinn.", Hawke winkt den Einwand fast schon weg, als wäre das Thema gar nicht der Rede wert. "Das bekommen die schon hin." Ein kleines, schiefes Lächeln zieht an seinem Mundwinkel. "Und wenn nicht..." er zuckt locker mit den Schultern "Dann besorgen wir dir draußen einfach was anderes.".
      Aber wie Hawke geahnt hatte, war ein Gericht etwas abzuändern und ohne Fleisch zu bestellen, kein Problem. "Na siehst du, kein Ding.", meinte er beschwichtigend und lächelte zaghaft, kaum war die Kellnerin mit ihren Bestellungen verschwunden.
      "Hast du denn genauso eine Liste die du abarbeiten willst, wie unser Wirbelwind hier?" Amüsiert nickte er neben sich in Richtung Faith.
    • Arien Darkbloom & Jade Rhea Summer

      Natürlich würde Faith diese Zeit hier ausnutzen und tun und lassen was sie wollte. Arien konnte sich diesen Luxus nicht erlauben, ganz gleich wie sehr er sich danach sehnte. Er wusste nicht, ob ihn irgendjemand verpfeifen würde und in ob sein Vater sogar Spitzel an der Universität in England hatte, war auch nicht ganz so abwegig. Ganz ehrlich? Sein alter Herr würde einen richtig krassen Schurken abgeben. Arien wäre ja fast begeistert, würde es nicht in selbst betreffen. Die einzigen Momente die er hier wohl so verbringen konnte wie er wollte, würde Abends sein zu Uhrzeiten an der zumindest kein anständig braver Student den Campus verlassen würde und falls er doch jemanden traf, hätte der Hellhaarige gegen diesen auch etwas in der Hand. Schließlich war 22 Uhr Sperrstunde vom Campus im Internat und mit dieser gruseligen Dekanin der Universität wollte sich garantiert keiner anlegen. Die Dame mit dem erschreckend perfekten grauen Haarknoten auf dem Kopf, den krassen Wangenknochen, welche selbst Angelina Jolie vor Neid erblassen lassen würde und der hageren Figur konnte fast wie sein Vater aus einem krassen Schurkenuniversum stammen. Die Welt war wahrlich ein äußerst skurriler Ort...
      Arien seufzte gedanklich genervt. Es war zwar alles schrecklich nervig, aber er würde sich davon nicht unterkriegen lassen. Er war hier in England verdammt nochmal. Wenn er hier kein Pub betrat, würde Arien wahrscheinlich ewig lang in der Barkeeper-Hölle dafür schmorren.
      "Meine Zeit wird jedenfalls nicht der Mittag oder Nachmittag sein.", flüsterte Arien Faith leise zu, grinste sie frech an und tippte auf einen Cocktail in strahlendem Rubinrot. "Bramble ist ein Cocktail welcher in England erfunden wurde. Es wäre eine Schande ihn nicht zu trinken. Ansonsten gäbe es noch den Espresso Martini, wahre Klassiker vom Barkeeper Dick Bradsell, beide haben ihren Ursprung hier in London." erklärte Arien.

      Jade lächelte Hawke dankbar an und war ungemein erleichtert, dass auch die Kellnerin sehr freundlich auf die Bitte reagierte. Jade wollte hier unter keinen Umständen jemanden zur Last fallen, weder dem wirklich sehr hübschen Restaurant oder gar ihrer kleinen Reisegruppe. Es war der Rothaarigen regelrecht peinlich, dass Hawke ihr förmlich die Hand halten musste, weil sie offenbar gar nichts auf die Reihe bekam. Ihr Freund hatte recht, sie war eine wahre Versagerin....
      Der Blick der Rothaarigen trübte sich ein wenig, aber der Schwarzhaarige lächelte sie wieder so verständnisvoll an, dass sich Jade fragte, wie irgendjemand Hawke nicht nett finden konnte. "Mh, eine Liste nicht wirklich. Ich war noch nie im Ausland, also ist für mich hier alles spannend. Ich möchte so viel erleben, wie ich nur kann." Ihr Blick wanderte nun doch zu den geheimnisvollen Augen des anderen. "Und du?"


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    • Charilynn Faith Ashenvale
      Faith hätte sich eigentlich denken können, dass Arien nicht einfach zu ihren normalen freien Zeiten die Stadt unsicher machen würde, nicht so wie sie. Nicht so frei, nicht so unbeschwert. Und obwohl noch gar nicht so viel Zeit vergangen war, ertappte sie sich immer wieder dabei, zu vergessen, wer er eigentlich war. Der Sohn eines Darkblooms. Der perfekte Student, den alle sahen. Der junge Mann, der sich vor den anderen in eine Rolle presste, die ihm viel zu eng war. Sie stützte sich mit den Händen am Tisch ab, lehnte sich ein Stück vor und sah ihn mit einem warmen, verschwörerischen Funkeln an. "Vergiss nicht, mich mitzunehmen." Ihr Mundwinkel hob sich frech, und sie zwinkerte ihm verschwörerisch zu.
      Sie hatte kein Problem damit, zu zeigen, dass sie jemand anderes sein wollte. Oder vielleicht eher: jemand anderes sein konnte, wenn sie wollte. Und je mehe Zeit verging, desto egaler wurde es ihr, was andere darüber dachten.
      Als Arien dann von einem Cocktail erzählte und auf eines der kleinen Bilder auf der Getränkekarte tippte, folgte ihr Blick seinem Finger. Faith betrachtete das Bild nur kurz, aber viel länger blieb ihr Blick an ihm hängen. Er sprach über Cocktails, über Aromen, über die kleinen Tricks, die einen Drink wirklich gut machten. Und während er redete, fiel ihr wieder auf, wie sehr er eigentlich nicht er selbst war.
      Nicht die lässigen Klamotten, die er sonst trug, wenn er hinter der Bar stand. Nicht die leicht zerzausten Haare, die immer so aussahen, als hätte er gerade gelacht oder getanzt oder irgendetwas erlebt. In def Uni war alles glatt und perfekt. Uu perfekt. Jetzt wo sie ihn ein wenig kennengelermt hatte, wirkte alles falsch.
      Die Studentinnen an der Uni liebten dieses Bild von ih, den perfekten, unantastbaren DarDarkbloom-Sohn. Faith hingegeN... sie mochte sein loses Mundwerk. Seine frechen Kommentare. Sein echtes Lächeln, das seine Augen erreichte, wenn er davon sprach was er liebte.
      Sie sah wieder auf das Bild des Cocktails, dann zu ihm hoch. "Dann muss ich wohl mal so einen Bramble probieren.". Irgendwie klang das wie ein Pokemon.

      Hawke Li-Winslow
      Er zieht die Schultern leicht an, lehnt sich ein Stück zurück und verschränkt seine tätowierten Hände ineinander. "Ich glaub... ich will einfach mal rauskommen.", seine tiefe Stimme klingt wie immer ruhig. Hawke sieht kurz zur Seite, als würde er nach den richtigen Worten suchen, dann wieder zu Jade. "Ich war schon ein paar Mal weg, aber nie so.". Ein kleines Zucken seiner Mundwinkel verriet ein leichtes Lächeln. "Ich war mit meiner Familie zwei, dreimal in Italien, das wars. Da ist London schon etwas anders und bin gespannt was wir hier so erleben.". Sein Blick bleibt an ihren schönen Augen hängen "Ich will einfach sehen, was passiert. Vielleicht Sachen, die ich sonst nie machen würde..", dann lächelt er ein Stück weicher, fast ein bisschen schief. "Und wenn du was erleben willst, sag's ruhig. Ich bin dabei.". Sein Blick wanderte für einen Augenblick zu seiner Sitznachbarin, die gerade in ein Gespräch mit Arien verwickelt war, dann sah er wieder zu Jade. "Und ich bin mir sicher, egal was du vorschlägst, der Wirbelwind hier neben mir wird auch bei allem dabei sein".
      Hawke war wirklich gespannt, was die Zeit hier mit sich bringen würde.
      Er wollte mehr aus sich herauskommen und weniger gefangen in diesem ständigen Gefühl, irgendetwas falsch zu machen. Sein schlechtes Gewissen saß ihm noch immer im Nacken. Dabei hatte seine Mum ihm mehrfach gesagt, dass es für sie absolut in Ordnung sei, dass er ging. Dass er Spaß haben solle und das er sich das verdiente. Aber Hawke war eben Hawke und in seinem Kopf war es nie ganz so einfach.
    • Arien Darkbloom & Jade Rhea Summer

      Arien überblickte interessiert die Alkoholkarte. Das hier war keine Bar, aber die Auswahl konnte sich sehen lassen und Arien hoffte ein paar gute Rezepte während ihrer Zeit hier in England ergattern zu können, welche er in die Bar von Vinc mitnehmen konnte. Sicherlich wäre der alte Herr total begeistert und dann würde er Arien väterlich loben ... nicht das Arien das wollte! Also zumindest nicht, das er dies je zugeben würde! Jedenfalls konnte er es wirklich kaum erwarten Vincent alles von hier zu berichten, ihn gar zu beeindrucken und bei dem Gedanken funkelten seine eisblauen Augen regelrecht, während er die nett dekorierte Karte überflog. Die kleinen Bilder waren gut dargestellt und präsentiert. Die Farben der Getränke leuchteten regelrecht wie Edelsteine und wenn diese dann auch noch was konnten, dann wäre er im 7. Himmel. Wenn man nicht wüsste, dass Arien dies tatsächlich nur aus Barkeeper-Interesse tat, könnte man glatt denken, dass er echt ein Problem hatte. Dabei trank er selbst so gut wie nie. Es war wohl wirklich wie man sagte, am nüchternsten ist immer der Barkeeper. Als Faith plötzlich flüsterte, dass Arien sie bei seinem illegalen kleinen Abenteuer mitnehmen sollte, blickte er sie neckisch an. "Och, du kriegst gar nicht genug von mir,mh?", schnurrte er leise und hoffte das die kleine Neckerei niemanden außer Faith auffiel. Es war tatsächlich schwierig mit dem Wirbelwind an seiner Seite seine Fassade aufrecht zu erhalten. Verdammt, all die Zeit war er perfekt darin gewesen und jetzt tauchte dieses Mädchen auf und wurde ihm gefährlich. Dann auch noch eine Ashenvale. Es war klischeehaft amüsant.
      Er empfahl Faith zwei Cocktails, welche er hier selbst unbedingt testen musste und entschied sich für einen Espresso Martini. Bei Faith würde er sich tatsächlich einen Schluck klauen, um zu testen wie er schmeckte. Die Kellnerin nahm emsig ihre Bestellungen auf und offenbar hatte Hawke endlich zu Initiative ergriffen. Der mürrische Typ konnte in Gegenwart der hübschen Rothaarigen tatsächlich sogar lächeln. Arien lehnte sich leicht zu Faith.
      "Sag mir bitte, du bist nicht genauso ein Blindfisch wie Hawke. Jade steht doch total auf den Kerl." flüsterte er ihr zu. Wenigstens seine Komplizin musste doch Augen im Kopf haben.

      Jade hörte Hawke geduldig zu, lauschte dieser unglaublich beruhigenden Stimme und schenkte ihm ihr absolut ehrliches Interesse. Alles was der Dunkelhaarige von sich gab, alles was er ihr verraten wollte hütete die Rothaarige wie einen kostbaren Schatz. Sie lächelte sanft, als er sie anlächelte, seine Stimme weich wurde und Jade war dankbar, dass sie saß. Bei dem Anblick wären ihr die Knie weich geworden.
      Gott, sie war nicht nur eine Versagerin sondern auch noch ein schlechter Mensch. Sie betrog gedanklich ihren Freund, dem sie nichts von dieser Reise erzählt hatte...
      "Das würde ich wirklich gerne. Wenn du etwas unternehmen möchtest und dir vielleicht Gesellschaft wünscht, wäre ich gerne dabei." sagte sie sanft und betrachtete seine tätowierten Arme. "Stehen die Tätowierungen für etwas? Sie sehen toll aus" Sie war grausam im Smalltalk, aber vielleicht konnte sie es versuchen. Sie wollte so viel mehr über ihn erfahren.


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    • Charilynn Faith Ashenvale
      Faith grinste breit, als Arien sie so ansah. "Oh, ich tu dir doch nur den Gefallen, bevor du traurig wirst, weil ich nicht dabei bin." Ein spielerisches Funkeln flackerte in ihren Augen. Die anderen beiden waren so in ihr eigenes Gespräch vertieft, dass sie das Getuschel der beiden überhaupt nicht bemerkten. "Mir hat ein Vögelchen gezwitschert," fuhr sie leise fort, den Kopf ein Stück zu ihm geneigt, "dass du dich ganz einsam fühlst, wenn ich nicht da bin." Ihr Grinsen wurde breiter. "Ich handle hier nur zu deinem Wohl." Dass dieses Vögelchen ausschließlich in ihrem Kopf existierte und ihr genau in diesem Moment etwas zuflüsterte, verschwieg sie lieber.
      Sie ließ es sich nicht nehmen und bestellte mit Arien noch Cocktails, während Hawke und Jade sich brav für Wasser oder Softdrinks entschieden. Verübeln konnte man es ihnen nicht, es war schließlich noch lange nicht Abend. Faith blätterte noch einmal durch die Cocktailkarte, ließ ihren Blick über die restlichen Namen schweifen. Gerade als sie überlegte, welchen Drink man vielleicht als nächstes probieren könnte, bemerkte sie, wie Arien sich näher zu ihr rüberlehnte. Sie hob kurz den Blick zu ihm, dann zu Hawke und Jade. Mit dem Ellbogen stützte sie sich auf dem Tisch ab, lehnte die Wange in ihre Hand und beobachtete Jade unauffällig für einen Moment lang. Jade hing förmlich an Hawkes Lippen, jedes Wort schien sie zu fesseln. Ihr Blick glitt immer wieder neugierig über seine tätowierten Unterarm und wirkte fast schon fasziniert. Faith konnte es ihr nicht verübeln.Hawke war wirklich ein attraktiver Mann.Und Tattoos... ja, die hatten einfach etwas. Sie beugte sich wieder zu Arien "Ich weiß, was du meinst. Wie sie ihn ansieht." Ein kleines, verschwörerisches Lächeln zierte ihre Lippen "Aber ich hätte auch gern welche. Tattoos sehen einfach immer gut aus.". dann seufzte sie, "Mein Vater würde mich umbringen.".

      Hawke Li-Winslow
      Hawke hörte das Flüstern neben sich, aber er konnte nicht wirklich verstehen, was die beiden da tuschelten. Arien und Faith waren ohnehin in ihrer eigenen kleinen Welt und Jade sprach so sanft und leise, dass er sich automatisch auf sie konzentrierte. Aus dem Augenwinkel sah er nur, wie Arien immer wieder zu ihnen rüberlinste und Faith ihm verschwörerisch zulächelte. Er konnte sich denken, worum es ging und hoffte inständig, dass Jade nichts davon mitbekam.Sie hatte einen Freund.Er hatte ihn sogar kurz kennengelernt.Und irgendwas an dem Kerl war ihm nicht ganz koscher. Aber er wollte nicht weiter darüber nachdenken.Also schob er die Gedanken weg und richtete seine Aufmerksamkeit wieder auf Jade. "Klar," meinte er ruhig, ein kleines Lächeln im Mundwinkel. "Ich bin mir sicher, dass spätestens Faith gute Ecken kennt. Sie ist wie eine Stadtrundführerin." Faith hörte das natürlich sofort, drehte sich halb zu ihnen und strahlte. "Die Beste," warf sie grinsend ein, zwinkerte den beiden kurz zu und beugte sich dann wieder zu Arien.
      Als Jade ihn nach seinen Tattoos fragte, sah Hawke automatisch auf seinen Arm hinunter. "Danke," murmelte er, ein bisschen verlegen, bevor er die Worte sortierte. "Ja und nein. Manche Motive haben mir einfach gefallen und bedeuten nichts." Er drehte den Arm leicht, sodass Jade den inneren Unterarm sehen konnte.Sein Finger strich über ein großes Tattoo, das sich vom Unterarm nach oben schlängelte. "Aber das hier..." Seine Stimme wurde leiser, wärmer. "Man erkennt es gar nicht erst, aber es sind die Namen meiner Mum und meiner kleinen Schwester.". Die Buchstaben verschwammen mit den anderen Motiven, eingebettet in Linien und Schatten. Man musste wirklich genau hinsehen, um sie zu erkennen. Mia.Helena. Hawkes Blick blieb einen Moment auf dem Tattoo liegen, bevor er wieder zu Jade sah. "Hättest du gern welche?".
    • Arien Darkbloom & Jade Rhea Summer

      Belustigt sah Arien sie bei ihrer Neckerei an. Das war genau dieses Spielchen, welches er so liebte. Unglaublich das er gerade in der Ashenvale-Tochter jemanden gefunden hatte, der nicht wie die meisten empfindlich auf seinen Sarkasmus reagierte. Sie ließ sich nicht von seiner wahren unhöflichen Natur abschrecken. Sie alberte mit dem Rebellen in ihm herum, nicht mit dem Musterstudenten, den sonst die Mädchen wollten. Mit einem frechen schiefen Grinsen tippte er ihr mit dem Zeigefinger gegen die Stirn. "Ich glaube den einzigen Vogel hast du, Kleines." Als Arien sich aber besann wo er sich hier eigentlich befand und das noch andere hier waren, welche nicht seinen eigentlich total befleckten Ruf aufdecken sollte, räusperte er sich verhalten und setzte sich wieder aufrecht und anständig hin. Er hoffte ja, das Faith den Wink dahinter verstand. Es war ja nicht so, dass Arien dies wollte. Ihn kotzte dieses Schauspiel mehr an als jeden anderen. Hätte der Hellhaarige nur nicht diese beschissene Wette am Laufen, aber diese Wette bedeutete ihm alles. Dieser Wette würde ihm Freiheit schenken ohne seine Familie deswegen aufzugeben. Er würde seinem alten Herrn beweisen, dass er es ernst meinte und nichts schätzte sein Vater mehr als Ehrgeiz. Arien atmete also tief durch und hoffte das die beiden wenigstens für sich behalten würden, dass der Musterstudent jetzt schon Alkohol trank. Vielleicht glaubten sie aber auch, dass er nun rebellisch würde weil sie im Ausland waren? Sie hatten ja keine Ahnung...
      Um von sich selbst abzulenken, flüsterte er seiner Partnerin in Crime zu, dass er mehr als nur der Meinung war, dass Jade total in ihren düsteren Kumpel hier verknallt war. Na wenigstens Faith schien Augen im Kopf zu haben. Ihr war es auch nicht entgangen. Als sie von den Tattoos des anderen sprach, linste Arien kurz zu Hawke. Zugegeben die Tattoos waren schon extrem cool. Musste schön sein so völlig frei ohne soziale Verpflichtungen leben zu können.
      "Mh, meiner auch." er strich sich eine Haarsträhne hinters Ohr, an der an seinen Ohren Löcher von seinen Piercings zum Vorschein kamen, welche Faith schon kannte, die er aber an der Uni und auch heute nie tragen konnte. "Er weiß ja nicht einmal von denen." grinste er amüsiert.

      Jade war so von Hawke eingenommen, dass sie das Gespräch von Faith und Arien nicht mitbekam. Vielleicht würde ihr Faith, wenn die Mädchen unter sich waren, ja etwas verraten. Mochte Faith ihren Schülersprecher? Zugegeben war Arien wirklich sehr attraktiv und es war begründet, dass viele Mädchen an der Schule ihn anschmachteten, aber die Rothaarige zählte dazu nicht. Arien war ihr zu...perfekt, zu ernst, zu.....wie sollte sie es ausdrücken, gestellt? Als wolle er unter allen Umständen perfekt sein, eine Fassade aufrecht erhalten, dass er über alles und jedem stand. Er regelrecht erhaben war und das funktionierte. Jade mochte solche Menschen nicht. Sie, welche sie selbst so kaputt war...
      Das Hawke mit ihr London erkunden wollte, freute die Rothaarige ungemein, aber sie versuchte ihn nicht noch mehr anzustrahlen als ohnehin schon. Dieser Kerl....er ließ etwas in ihr aufleben und das machte ihr ein wenig Angst.
      Als Jade deshalb den Blick senkte, konnte sie unweigerlich die Tattoos des Schwarzhaarigen bewundern und als ihr Hawke ein wenig darüber verriet, sah sie ihn nun doch begeistert an. "Sie sind toll und...das du ein Tattoo für die beiden hast, finde ich unglaublich liebevoll." ein sanftes und zartes Lächeln erschien auf ihren Lippen. "Du hast ein gutes Herz. " Als Hawke sie fragte, ob sie selbst auch gerne eine Tätowierung hätte, legte sie nachdenklich den Kopf schief. Wirkte dabei so viel jünger als sie eigentlich war. "Ich habe darüber noch nie nachgedacht. Vielleicht?"


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    • Charilynn Faith Ashenvale
      Faith konnte sich ein kleines Kichern nicht verkneifen, als Arien ihr antwortete und sich mit dem Finger gegen die Stirn tippte. Jedoch änderte sich schnell seine Körperhaltung wieder. Die Schultern gingen zurück, der Rücken wurde gerader, der Blick etwas neutraler. Faith sah es. Er hatte wohl für eine Sekunde vergessen, dass sie nicht allein waren. Sie schmunzelte und richtete sich selbst wieder ordentlich auf, als würde sie ihm wortlos signalisieren, das sie verstand.
      Ihr hingegen war es egal, was die anderen Studenten von ihr hielten. Zumindest seit kurzem. Und irgendwann würde sie das auch ihrem Vater ins Gesicht sagen. Und ihr Mittelfinger würde dabei direkt vor seiner Nase tanzen.Sie stellte sich die Szene schon bildlich vor und ein kleines, zufriedenes Funkeln leuchtete in ihren Augen auf. Aber bevor sie sich weiter in dieser Fantasie verlieren konnte, hörte sie Hawkes Stimme. Er sprach über sie und ja, es war ihre Fähigkeit, die besten Orte zu finden, die schönsten Ecken und die schnellsten Wege.Natürlich reagierte sie darauf.Sie war die beste Stadtführerin.Innerhalb von Minuten konnte sie herausfinden, wo man unbedingt hinmusste, welche Route am schönsten war, wo man am besten essen konnte. Sie liebte es, neue Städte und auch andere Dinge zu erkunden.
      Während sie zu Hawke und Jade hinübersah, blieb ihr Blick kurz an seinem tätowierten Arm hängen. Jade fragte ihn gerade über seine Tattoos aus, und Faith lauschte für einen kurzen Moment unbewusst mit.Tattoos hatten einfach etwas.Sie liebte die Tinte unter der Haut.Wäre Hawke nicht so ein ruhiger, zurückhaltender Kerl, hätte sie ihn vielleicht schon längst in ein Gespräch verwickelt.
      Als Arien dann seine Hand hob und auf sein Ohr zeigte, folgten ihre Augen seiner Bewegung. Sie rollte mit den Augen und ein genervtes Seufzen entwich ihr. "Das ist so lächerlich," murmelte sie. "Wenigstens die lässt er mir. Aber auch nur, weil ich sie mir nach und nach hab stechen lassen. Und ich glaube, als Frau ist das dann wohl weniger schlimm als bei einem Mann.".
      Sie strich sich eine Haarsträhne zurück, ihre Finger glitten kurz über eines ihrer Helix-Piercings. "Die hier hat er erst spät entdeckt. Da durfte ich mir einiges anhören." Sie verzog das Gesicht, erinnerte sich an die Diskussionen, das Gemecker, die Drohungen. "Dass er sie mir nicht förmlich rausgerissen hat, war ein Wunder. Aber die geb ich nicht her.".
      Ein kleines, verschwörerisches Lächeln huschte über ihre Lippen. Von ihrem Bauchnabelpiercing wusste er bis heute nichts. Und das würde auch so bleiben.

      Hawke Li-Winslow
      Als Jade so darüber sprach, schlich sich ein zaghaftes Lächeln auf seine Lippen. Er liebte seine Familie und auch wenn die Namen seiner Mutter und seiner Schwester nicht sein erstes Tattoo waren, stand für ihn von Anfang an fest, das er irgendwann ihre Namen tätowieren lassen würde. Seine Finger strichen unbewusst über die Stelle, wo die Namen zu schwarzen Linien verschwammen. Dann hob er den Blick wieder zu Jade und diesmal sogar ein wenig neugieriger.
      "Du hast noch nie darüber nachgedacht?" Er lehnte sich ein Stück zurück, verschränkte die Hände locker ineinander, die Tattoos auf seinen Fingern wirkten im Kontrast zu ihrer zarten Art fast schon laut. "Man muss auch nicht drüber nachdenken." Sein Blick glitt kurz über ihren Arm, dann wieder zu ihrem Gesicht. "Manchmal kommt der Moment einfach irgendwann. Und dann weiß man's. Vielleicht ist's ein Motiv. Vielleicht ein Wort. Vielleicht aber auch gar nichts."Er zuckte leicht mit den Schultern. "Ist genauso okay.".
      Für einen Moment blickte er wieder zu seinen tätowierten Unterarmen, "Wenn du irgendwann eins willst..." dann wieder in ihr zartes Gesicht "Dann würd ich's gern sehen. Egal wie klein. Ich kenn da ein paar gute Tätowierer.".
    • Arien Darkbloom & Jade Rhea Summer

      Arien betrachtete Hawke einen Augenblick lang schweigend, während Faith von Tattoos sprach und ihrer kleinen Rebellion gegen ihren Vater, wenn auch nur in Form von Piercings. Nun da hatte sie sich deutlich besser durchsetzen können als Arien. Sein Vater wusste bis heute nichts von seinen Ohrringen und dem ganzen Schmuck, welchen er in seiner Freizeit trug. Nun das war wahrscheinlich die kleine Heimlichkeit, welche Arien wie schweren Ballast mit sich trug. Es wäre leichter mal eben zu beichten, dass er sich den Körper hatte durchlöchern zu lassen, als seinem Dad einfach ein ´hey im übrigen, ich rauche wie ein Aschenbecher, arbeite in einer zwielichten Bar, wünschte mir der Besitzer dort wäre mein Vater und parallel vögel ich nicht nur Frauen sondern auch Männer. Ist das heute nicht ein schönes Wetter, das wir haben?´.
      Nein, da könnte er sich direkt seinen eigenen Grabstein aussuchen und die Grabrede vorbereiten. Sein Vater würde ihn wahrscheinlich noch im Jenseits heimsuchen und dafür verfluchen. Während er Hawke so ansah, fragte er sich wie sein Leben wohl sein musste. Natürlich würde er sein eigenes Päckchen zu tragen haben. Sicherlich schlug er sich mit Dingen herum, welche für Arien kaum vorstellbar waren und ebenso viel Gewicht hatten wie seine eigenen Probleme. Kein Mensch war ohne Probleme. Allerdings war er dennoch frei. Arien glich eher einem schicken Ziervogel in einem goldenen Käfer, ebenso wie Faith. Jade wiederum
      Arien wurde das Gefühl nicht los, dass das Paket welches dieses zierliche Mädchen mit sich trug deutlich mehr Gewicht hatte, als das von ihnen allen zusammen. Mit dem Aussehen sollte Jade wahrlich einen Kerl an jedem Finger haben, beliebt sein und ähnlich wie Faith durch die Welt flitzen wie ein Wirbelwind. Allerdings war Aussehen allein nicht alles, auch wenn es der Beliebtheit einen ordentlichen Schub gab. Jade war trotz allem ein Mauerblümchen. Ein Mädchen mit so einer zarten Stimme und unsicheren Haltung, dass man Angst hatte sie würde bei jedem falschen Wort in Tränen ausbrechen. Sie war so dermaßen zierlich und klein, dass sie förmlich zerbrach. Trug sie deshalb selbst bei warmen Wetter nur lange Kleidung? Außerdem waren alle Oberteile die er bisher an Jade gesehen hatte förmlich in Übergröße und trotzdem wirkte sie so schmal und fast puppenhaft. Aber vielleicht bildete sich Arien das auch nur ein. Was hatte er schon Ahnung von Frauen und ihrer Weltanschauung? Er hatte ja mit seiner eigenen Welt genug Probleme und mal ehrlich, Arien war zu egoistisch um sich auch noch darum Gedanken zu machen.
      Es war schon schlimm genug, dass er sich so viele Gedanken um Faith machte. Darum blickte er wieder zu der Ashenvale-Tochter. Sie hatte sich ebenfalls wie er wieder anständig hingesetzt, behielt aber den verschwörerischen Blick bei. Er grinste leicht schief. Gerade als er etwas sagen wollte, wurden ihnen schon einmal die Getränke vor die Nase gestellt und Arien blickte zufrieden auf das arrangierte Glas. Nun gut, er hätte es deutlich spektakulärer angerichtet, als nur ein wenig Kaffeepulver auf den Schaum zu streuen. Vielleicht mit Kaffeebohnen und Pulver am Glasrand, aber gut wenn das Getränk schmeckte wollte er nicht so sein. Also hob er sein Martiniglas und blickte zu den anderen. "Auf England? Auf uns? Auf was auch immer?"

      Jade beobachtete Hawke wie dieser über die Kunst auf seiner Haut strich, wie sich die Linien perfekt an seiner Muskulatur entlang bahnten und fragte sich wie die Familie des Schwarzhaarigen wohl sein mochte, dass er sie sogar für immer auf seiner Haut verewigen wollte. Für Jade die keine Familie hatte - zumindest keine die sich um sich scherrte - war das ein wunderschöner Traum, der nur eben nicht für sie bestimmt war. Sicherlich war die kleine Schwester von Hawke zuckersüß und seine Mutter eine echte Schönheit. Sicherlich genauso sanft und warmherzig. Warum nur empfand jeder Hawke als unnahbar? Sie erinnerte sich wie ihm in der Schule alle ein wenig aus dem Weg gegangen waren, als hätten sie Angst er würde sie direkt abstechen. Gut, er sah cool und distanziert aus, aber die Rothaarige hatte noch nie einen so warmherzigen Menschen getroffen. Warum erkannte das niemand?
      Als Hawke davon sprach, dass vielleicht einmal die Zeit für Jade kommen würde eine Tätowierung zu tragen und er es sehen wollen würde, schlich sich eine Röte auf ihr Gesicht und sie öffnete leicht den Mund. Er wollte....
      Die Rothaarige wusste nicht, ob sie nun froh darüber war, dass ihre Getränke kamen, aber die Kellnerin rettete sie auf jedenfalls vor irgendetwas Peinlichem das sie nun hätte sagen können. Also nickte sie schüchtern.




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    • Charilynn Faith Ashenvale
      Irgendwann, dachte sich Faith, würde sie es wagen, sich tätowieren zu lassen. Und vielleicht würde sie es irgendwann auch wagen, ihr Studium einfach hinzuschmeißen. Allein der Gedanke daran ließ sie innerlich kribbeln, es war eine Mischung aus Aufregung und Befreiung. Sie konnte sich wirklich nichts Schlimmeres vorstellen, als später eine langweilige Anwältin zu werden. Jeden Tag in steifen Blusen und Anzughosen herumzulaufen, mit Akten unter dem Arm und nervigen Mandanten im Schlepptau. Der bloße Gedanke daran ließ sie innerlich zusammenzucken. Bevor sie sich jedoch zu sehr in ihren eigenen Fantasien verlor, zwang sie sich zurück ins Hier und Jetzt. Genau in diesem Moment stellte die Bedienung auch schon die Drinks auf den Tisch, und Faiths Gesicht hellte sich sofort auf. Sie strahlte die Bedienung an und bedankte sich direkt, ihre Finger glitten neugierig an das kalte Glas. "Na, da bin ich gespannt", murmelte sie, während sie den Drink begutachtete. Die Farbe, die einzelne Brombeere, das zerstoßene Eis, alles sah aus, als hätte jemand extra für sie ein kleines Kunstwerk gemixt. Ein flüchtiger Blick zu Arien verriet ihr, dass er den Cocktail nicht einfach ansah. Er studierte ihn. Sein Blick wanderte über die Details, als würde er bereits im Kopf neue Varianten entwerfen. Sie konnte förmlich sehen, wie seine Gedanken arbeiteten und irgendwie faszinierte sie das. So musste sie wohl aussehen, wenn sie mit dem Stift über ihr Tablet Linien zog und ihr wieder ein neues Design durch den Kopf ging. Sie hatte sich schon lange keine Zeit mehr genommen, etwas zu zeichnen... Das sollte sie wohl mal wieder ändern.
      Faith tat es ihm gleich, hob ihr Glas und lehnte sich ein Stück vor, ihre Lippen waren zu einem Lächeln geformt. "Auf eine gute Zeit", sagte sie vorfreudig. Ihre vollen Lippen berührten den Glasrand, und als sie den ersten Schluck nahm, schloss sie kurz die Augen. Der Geschmack breitete sich auf ihrer Zunge aus, er schmeckte fruchtig, ein wenig süß-säuerlich und der Gin war kaum rauszuschmecken. Sie öffnete die Augen wieder, sah Arien an und ihr Lächeln wurde breiter. Als sie zum ersten Mal gehört hatte das sie die Chancen hatten nach England zu reisen, hatte sie sich schon wahnsinnig gefreut. Jetzt waren sie endlich hier, sie konnte die Zeit genießen und dabei neue Freunde finden.

      Hawke Li-Winslow
      Hawke bemerkte sofort, wie Jade die Röte in die Wangen stieg, kaum dass er ausgesprochen hatte, dass er ihr Tattoo gern sehen würde. Er sagte nichts weiter dazu, stattdessen lächelte er nur. Er meinte es wirklich so. Er erinnerte sich daran, wie stolz er auf sein erstes Tattoo damals gewesen war. Wie er am liebsten jedem, der ihm auch nur ein flüchtiges Hallo entgegengebracht hatte, den frisch gestochenen Arm unter die Nase gehalten hätte. Dieses Gefühl, das würde Jade bestimmt auch haben. Und in seinem Kopf formte sich auch schon ein Bild. Bei ihr wäre es sicher nichts Großes, eher etwas Zierliches. Ein feiner Schriftzug, vielleicht ein kleines Tier. Oder etwas aus ihren Büchern. Gerade als er den Gedanken aussprechen wollte, wurden ihre Getränke gebracht. Die Kellnerin stellte die Gläser ab, und Hawke bedankte sich höflich, als sie seine Coke vor ihm platzierte. Er richtete sich ein Stück auf und nahm das Glas in die Hand. Keine zwei Sekunden später ertönte Ariens Stimme und Faith stieg sofort mit ein. Hawkes Blick huschte zu den beiden rüber. Er seufzte leise. Er musste wirklich ein bisschen lockerer werden... vielleicht war dieser Trip genau das Richtige dafür. Dann drehte er sich wieder zu Jade, hob seine Cola leicht an. "Auf uns." stieg er dann auch mit einem amüsierten Lächeln ein.

      Wenig später wurde ihnen auch das bestellte Essen gebracht, und selbst Jades Sonderbestellung war kein Problem gewesen. Die Cocktails waren vollkommen in Ordnung, das Essen sogar richtig gut. Die kleine Truppe unterhielt sich darüber, was sie in der Stadt unbedingt sehen wollte, und Faith legte sofort ihre kleine Liste auf den Tisch. Orte, die sie abarbeiten wollte, Routen, die sie schon im Kopf hatte, und ein paar Geheimtipps, die sie irgendwo aufgeschnappt hatte. "Wir könnten irgendwann auch mal feiern gehen", schlug sie mit einem breiten Grinsen vor.Und zu aller Überraschung schlug Hawke den Vorschlag nicht sofort aus. Er hob nur eine Braue und meinte, er wolle bloß nicht in irgendeiner Absteige landen, als würde Faith sich jemals auf so etwas herablassen. Sie lachten, lernten sich ein wenig besser kennen, sprachen über die Uni, über ihre Hobbys. Hawke erwähnte, dass er in einer Bar arbeitete, eine kleine Gemeinsamkeit mit Arien, von der aber auch nur Arien selbst und Faith wussten.
      Sie bestellten noch eine Runde Drinks. Und dann noch eine und nach dem ersten Drink, blieb auch Faith bei einer Coke.
      Nach drei Stunden bezahlten sie.Oder besser gesagt: Faith bezahlte.Sie hatte die Gruppe schließlich eingeladen, nachdem sie sie auch dazu überredet hatte, in die Stadt zu gehen. Und wenn man es ganz genau nahm, zahlte vermutlich ihr Vater die Rechnung, ein Gedanke, der ihr ein kleines, freches Lächeln entlockte.
      Während Hawke sich lieber von der Gruppe abkapseln und Richtung Uni und Zimmer zurück wollte, schloss sich ihm Jade an. Faith hingegen war noch lange nicht bereit, zurückzugehen.Sie war aufgedreht und wollte noch was erleben, weshalb sie sich dann von den zwei ruhigeren Studenten verabschiedete und gemeinsam mit Arien einen anderen Weg entlangging.


      Die Sonne hing noch über den Dächern, aber der Abend schob sich langsam heran, als Faith und Arien sich bereits am Fenster niedergelassen hatten. Die Bar war klein, gemütlich, ein bisschen versteckt, genau die Art Ort, die Faith immer fand, ohne lange suchen zu müssen. Sie saß seitlich zum Fenster, ein Bein locker über das andere geschlagen, während sie die Cocktailkarte bereits durchblätterte. "Hier sollen die Cocktails ziemlich gut sein", meinte sie mit einem frechen Lächeln und stützte den Ellenbogen auf dem Tisch, die Wange lässig in die Hand gelegt. "Ich hoffe, das stimmt. Der erste Abend in London und ein lausiger Drink wäre eine Schande.".
      Während Faith und Arien sich mit einem Vorwand abgeseilt hatten und Hawke und Jade nicht wussten, wohin die beiden verschwunden waren, und auch nicht weiter nachfragten, liefen sie den laternenbeleuchteten Weg entlang und unterhielten sich. Als sie an einem kleinen Buchladen vorbeikamen, blieb Hawkes Blick kurz am Schaufenster hängen. Die Laternen warfen warmes Licht auf das Schaufenster, in dem lauter neue Fantasy‑Titel standen, wie die grellen Cover und glänzenden Buchrücken erahnen ließen. Er lächelte leicht und drehte den Kopf zu Jade. "Das wäre wohl was für dich, oder?".

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    • Arien Darkbloom[/u]

      Ihre Wege hatten sich schneller getrennt als erwartet und Arien hätte nicht glücklicher darüber sein können. Es war nicht so, dass er etwas gegen Hawke und Jade hatte. Hawke war ihm schlichtweg egal und ein Problem mit Jade zu haben, war ungefähr so als würde man sich mit einem Häschen streiten. Das Problem war einfach, dass er auch vor den beiden seine Fassade aufrecht erhalten musste. Er war der perfekte Studiensprecher, der beliebteste Kerl des Campus und war zudem auch noch einer der Top-Studenten. Ein Image welches er abgrundtief verabscheute und doch kannten sie ihn so. Er musste dieses Theater weiterhin aufrecht erhalten, so lange bis er diesen gottverdammten Campus verlassen konnte. Faith hatte er - ohne das er hier groß eine Wahl hatte - in sein Geheimnis eingeweiht. Viel mehr hatte sie ihn dabei erwischt und Arien fragte sich ja immer noch, ob das irgendein schlechter Witz seines lausigen Karmas gewesen war. Fakt war aber, dass sie seine einzige Komplizin war und auch wenn er sie nun im Schlepptau bei sich hatte, er konnte vor ihr diese Fassade fallen lassen. Langsam aber sicher hatte er sich tatsächlich an dieses Mädchen an seiner Seite gewöhnt. Erstaunlich, wenn man darüber nachdachte. Arien konnte den Großteil der Erdbevölkerung nicht leiden und dann tauchte da dieser Wirbelwind auf und ganz gleich wie groß er sich auch Mühe gab, er konnte sie nicht hassen.
      Nicht wenn sie ihn auch noch in eine nette Bar entführt hatte, welche wirklich einen verflucht guten Eindruck machte. Arien hatte die Kellner beobachtet beziehungsweise die Drink die geliefert wurden und hier wurden Cocktails nach seinem Geschmack serviert, zumindest optisch. Fairerweise musste man das Café am Mittag in Schutz nehmen, es war schließlich keine Bar. Hier aber gab man sich wirklich Mühe beim anrichten. Aus dem Obst, welches man sonst als kleine Deko beifügte, wurden wahre Kunstwerke geschaffen. Jemand hatte einen Bloody Mary bestellt und tatsächlich einen Halloween-Cocktail daraus gemacht, obwohl kein Halloween war. Der kleine Totenschädel, daneben war ziemlich cool. Mit Zuckersirup hatte man eine Spinnenwebe an das Glas geklebt und irgendjemand hatte einen Swimmingpool bestellt und einen Miniatur-Swimmring in seinem Cocktail erhalten. Arien hoffte inständig, dass die Drinks genauso gut schmeckten wie sie aussahen. Der Hellhaarige hatte sein Handy in der Hand und war tatsächlich zu fast jedem Tisch gegangen und hatte gefragt, ob er ihr Getränk fotografieren durfte, dabei nette Bekanntschaften gemacht und hatte die ein oder andere Nummer auf einer Serviette erhalten. Natürlich hätte er gegen eine nette Nacht mit einem heißen Kerl oder einer hübschen Lady nichts einzuwenden, aber das gerade diente reinen Forschungszwecken.
      "Ich gebe es ungern zu, aber ich muss dich loben Kleines. Die Bar gefällt mir."

      Jade Rhea Summer

      Jade war das Gefühl nicht los geworden, dass Arien sie alle loswerden wollte und merkwürdigerweise war selbst Faith so darauf erpicht gewesen an der Seite ihres Studiensprechers zu bleiben, dass sich die Rothaarige nun mit Hawke allein bei einem Spaziergang an der Themse wiederfand. Die Nacht war angebrochen und hüllte die Stadt in ein Meer aus warmen Lichtern, welche sich in dem Fluss widerspiegelten. Kleine Restaurants öffneten erst jetzt ihre Türen und sogar das ein oder andere Geschäft war noch offen. Den Weg welchen sie eingeschlagen hatten, erinnerte sie tatsächlich ein wenig an einen magischen Ort. Sie wünschte sich ein Kleid aus der viktorianischen Zeit zu tragen, stellte sich vor wie eine elegante Kutsche an ihnen entlang schritt mit stolzen schwarzen Pferden. Ein Hauch Magie lag in der Luft und erst jetzt mit Hawke an ihrer Seite konnte Jade das erste Mal durchatmen an diesem Tag.
      Die Anwesenheit von Arien machte sie nervös und auch wenn Faith ihr sehr sympathisch war, schüchterte sie dieses Strahlen ein. Faith leuchtete so hell, war so voller Leben das Jade sich neben ihr regelrecht minderwertig fühlte. Minderwertiger als ohnehin schon. Hawke war der einzige der etwas in ihr auslöste, was sie nicht kannte: Sicherheit.
      Er hatte eine solche Ruhe, eine Präsenz die sie nicht los ließ. Sie hasste sich so sehr für diesen Gedanken, aber sie war froh, dass sich die Wege getrennt hatten. Hawke hatte sie aus den Gedanken gerissen und tatsächlich einen kleinen Buchladen entdeckt, welcher mehr einem Antiquariat ähnelte. Jades Augen leuchteten förmlich auf. "Darf....darf ich mir das Schaufenster ansehen?", fragte sie ihn unsicher, da sie nicht wollte das ihr Spaziergang unterbrochen wurde und sicherlich hatte Hawke besseres in London vor als vor verstaubten Schaufenstern voller Bücher zu stehen.


      ღ For my lovely Warlock ღ

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    • Charilynn Faith Ashenvale
      Der Raum ist warm beleuchtet und mit kleinen, goldenen Lichtinseln, die von alten Metalllampen über den Tischen hängen. Die Wände bestehen aus dunklem Backstein, stellenweise mit Postern von alten Rockkonzerten, halb eingerahmt, halb einfach angepinnt. Hinter der Bar stehen Flaschen in allen Farben, ordentlich sortiert, aber mit diesem leicht rebellischen Flair, das den Laden gleichzeitig rockig und edel wirken lässt. Die Fensterfront, an der sie sitzen, ist groß und leicht beschlagen. Draußen ziehen Menschen vorbei, die Lichter der Stadt spiegeln sich im Glas. Drinnen riecht es nach Zitrus, Gin, warmem Holz und teurem Parfum. Die Tische sind aus dunklem Holz, leicht verkratzt, aber hatten irgendwie Charme. Die Barhocker haben weiche Lederpolster, die schon viele Abende erlebt haben und überall standen kleine Pflanzen, die zur Atmosphäre beitrugen. Der Laden war gut besucht und die Gäste waren bunt gemischt. Einigen Leuten konnte man ansehen, das sie in Geld triefen, die meisten aber wirkten bodenständig und wollten einfach nur den Abend genießen.
      Arien war kaum zu bremsen gewesen. Kaum hatten sie die Bar betreten, hatte Faith sich ihren Platz am Fenster geschnappt, die Karte aufgeklappt und sich gemütlich eingerichtet, während Arien wie ein kleines, übermotiviertes Kind durch den Laden wuselte. Sie hatte den Kopf leicht schief gelegt, die Lippen zu einem warmen Lächeln geformt, als sie ihm dabei zusah.Wie er sein Handy zückte und charmant an jeden Tisch ging und die Drinks fotografierte, als wären es Kunstwerke. Faith konnte ihr Lächeln einfach nicht verbergen. Aber die Tatsache das ihm scheinbar nicht nur einmal eine Nummer zugesteckt wurde, wurmte sie irgendwie.
      Als er schließlich zurückkam und sich zu ihr setzte, hob Faith langsam den Blick von der Karte, ihre Augen funkelten amüsiert. "Natürlich gefällt sie dir,", antwortete sie wie immer frech und stützte die Wange wieder in die Hand, während ein Ellbogen lässig auf dem Tisch absützte. "Ich hab sie ausgesucht und ich hab einfach Geschmack.". Sie sah kurz zu seinem Handy, dann wieder zu ihm. "Und du hattest offensichtlich Spaß.". Ihr Lächeln wurde breiter "Du warst wie ein kleiner Cocktail‑Tourist auf Mission.". Sie stupste ihn unter dem Tisch leicht spielerisch mit dem Fuß an "Aber hey, wenn der Laden sogar dich überzeugt, dann hab ich wohl alles richtig gemacht.".

      Hawke Li-Winslow
      Hawke bemerkte das Leuchten in ihren Augen sofort. Es war so plötzlich und wirkte so unschuldig, dass es ihn für einen Moment aus dem Takt brachte. Deshalb machte sie es ihm unmöglich, nicht zu lächeln. "Natürlich darfst du," sagte er leise, fast schon überrascht darüber, dass sie überhaupt fragte. Er trat mit ihr näher an die Tür des kleinen Ladens. Von außen wirkte er wie ein Antiquariat, mit schiefen Stapeln, vergilbten Covern und einem Schaufenster, das Geschichten ausspuckte, sobald man nur lange genug hinsah. Hawke trat näher an die Tür, beugte sich ein Stück vor und ließ seinen Blick über das kleine Schild gleiten. "Vielleicht hat der ja noch auf. Dann könnten wir auch reinschauen.". Er strich mit dem Finger über die Kante des Rahmens und suchte die Zeiten. "Geschlossen."
      Er richtete sich wieder auf, schob die Hände in die Jackentaschen und ließ den Blick noch einmal über die Bücher im Fenster wandern. Dann sah er zu ihr und wie immer wenn er sie ansah, trug er ein ruhiges, warmes Lächeln auf den Lippen. "Ist nicht schlimm, schau dir ruhig das Schaufenster an und wenn du willst, kommen wir einfach ein anderes Mal wieder. Der Laden läuft uns nicht weg." Seine Stimme hatte diese entspannte Selbstverständlichkeit, als wäre es für ihm völlig egal, hier stehenzubleiben und zu warten bis Jade sich alles angeschaut hatte.

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