The Waves of Fate [Rheira&Tristale]

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    • Arien Darkbloom

      Der Ort hinter dem Bartresen war für Arien ein absolut magischer Ort. Nicht weil es das Tor nach Narnia beinhaltete, wobei...wenn man genug getrunken hatte, war das wohl doch Narnia, sondern was hier passierte. Hinter der Bar war sein Königreich. Alkoholflaschen perfekt aufreiht hinter ihm an der Wand, sortiert nach Jahrgang mit glitzernden Inhalten und auf Hochglanz poliert, im Gegensatz zu den meisten Tischen, ragten hinter ihm auf wie Soldaten. Verschiedene Gläser in allen möglichen Formen, Größen und sogar Farben präsentierten sich wie modische Prinzessinnen in den Schränken. Er hatte zig Deko für verschiedene Cocktails, von quietschgrünen Limetten bis hin zu knallpinken Schirmchen. Arien hatte hier alles auf Hochglanz poliert und verbrachte jeden Abend nach seiner Schicht damit aufzuräumen und Ordnung zu halten. Vincent mochte das an ihm sehr und der junge Mann mit den weißblonden Haaren bekam immer ein warmherziges Lob dafür, was sich ihn innerlich fast schon flauschig fühlen ließ. Es war schwer zu beschreiben, aber ein Lob seines Chefs bedeutete ihm förmlich die Welt. Er hatte bei Vincent das Gefühl, dass es echt war und nicht wie bei seinem Vater, weil er sich perfekt verstellen konnte. Sein eigener Vater wusste nicht seine Lieblingsfarbe, Vincent schon. Seine Hobbys kannte sein Chef, aber nicht seine eigene Familie. Vincent wirkte wie ein attraktiver Sänger einer Rockband, rau und dunkel. In Wahrheit hatte er ein Herz aus Gold und ganz gleich wie sehr Arien hier seine sarkastische und unhöfliche Seite präsentierte, hier mochte ihn jeder gerade dafür. Hier hinter dem langen Tresen der unglaublich viel Platz in der Bar einnahm, war er alles. Von Förderer der Alkoholiker bis zum Seelendoktor. Barkeeper war nicht einfach ein Beruf, es war eine Lebensaufgabe. Natürlich eine absolute Schande für den Erben der Darkblooms. Schließlich hatte er eine sonnige Karriere als Anwalt vor sich.
      Nicht, wenn er es verhindern konnte...
      Natürlich wusste Arien wie naiv sein Denken war und das er ein gemachtes Nest, von dem viele Träumten aufgab. Aber er wollte etwas erreichen ohne dafür den Namen Darkbloom nutzen zu müssen. Er wollte er selbst sein und wenn er dabei scheiterte, dann hatte er es wenigstens versucht.
      Er wollte wie jeder andere Mensch fallen und Fehler machen dürfen. Der Hellhaarige wollte auch einmal naiv sein, träumen dürfen...
      Aus den Augenwinkeln erkannte er Faith, die etwas bestellen wollte. Das war etwas worauf Arien extrem stolz war, ganz gleich wie voll die Bar war und obwohl er hinter der Bar allein war, er hatte noch nie einen Kunden übersehen.
      Arien hob kurz die Hand, um ihr zu versichern, dass er sie gesehen hatte und gleich bei ihr war, während er einer Dame mit dem wahrscheinlich krassesten Afro den er jemals gesehen hatte einen zitronengelben Cocktail überreichte.
      Als Arien zu Faith ging, hatte Victoria sie schon bemerkt. Naja eher schielte sich betrunken in zweierlei Richtungen.
      "Du siehst aus wie ein Engel....pass auf Engel, Arien ist ein Teufel. Ein hübscher Dämon, hast du seine Teufelshörner gesehen?", lallte sie Faith zu.
      "Viki, komm dein Taxi ist da. Lass bitte meine Kunden in Ruhe.", Vincent in all seiner Größe und Autorität trat neben Faith und schnappte sich Viki, die er als wäre sie leicht wie eine Zimmerpflanze einfach auf die Arme hob.
      "Vincent ich liebe dich!" sie lehnte sich über die Schulter und schrie zu Arien an die Bar "Arien ich liebe dich auch!"
      "Jaja, wir lieben dich auch. Ab in dein Taxi.", Vincent trug also die betrunkene Dame nach draußen.
      Arien blickte zu Faith und grinste schief. "Was darf der Teufel dir bringen?"
      Eins musste er Faith und ihrer Freundin ja lassen, sie konnten echt bechern. Wahrscheinlich waren sie bestimmt schon angetrunken, aber dafür ziemlich brav. Er hatte schon genug Damen erlebt, die nach einem Cocktail sturzbetrunken waren und ihm ihre Brüste gezeigt hatten.
      Nicht was er hier noch nicht erlebt hatte.
      Faith wiederum wirkte bis auf einen leichten Rotschimmer auf ihren Wangen vom Alkohol ziemlich nüchtern oder aber sie konnte es gut verbergen.

      Jade Rhea Summer
      Natürlich war er noch hier und er fragte sie auch noch, ob er ihr helfen konnte. Ihr war nach heulen zu mute. Kaum war sie aus dem Laden verschwunden und Hawke begegnet, wünschte sie sich unsichtbar zu sein. Jade hatte von dem Verkäufer glücklicherweise eine Plastiktüre bekommen, welche sie zitternd versuchte mit den eiskalten Fingern festzuhalten. Als die Rothaarige bemerkte, dass sie ihm noch nicht geantwortet hatte, blickte sie ihn mit einem traurigen Lächeln an. Sie konnte ihn doch nicht wegen einer einzelnen Tüte, die nun wirklich nicht schwer war, um Hilfe bitten. Nur weil sie sich von ihrem Freund so herumschubsen und misshandeln ließ, war das nicht Hawkes Problem.
      "Schon gut...", zitterte sie mit einem Lächeln. "Du hast doch...e....etwas vor.", sie biss sich auf die Lippen, damit sie endlich aufhörte zu bibbern. Sie würde wenn sie ihn morgen in der Uni entdeckte wahrscheinlich chronisch vor ihm flüchten. Sie kannte ihn kaum und hatte sich seit sie ihn getroffen hatte konstant vor ihm blamiert. "Du solltest los. Sicherlich warten alle auf dich.", ihr Blick wanderte zum Himmel. Der Regen hatte glücklicherweise etwas nachgelassen und der raue Wind sich gelegt, aber die Kälte war immer noch greifbar und kroch in die Knochen wie ein Jahrtausend alter Fluch.
      Sie sollte los, also machte sie mutig einen Schritt in die Kälte, drehte sich aber noch einmal zu Hawke und blickte ihm in diese magischen Augen, bei denen sie das Gefühl hatte in eine andere Welt gezogen zu werden. Ihre Wangen färbten sich leicht rot als sie ihn anlächelte. "Danke für deine Freundlichkeit, wirklich. Ich hoffe ich sehe dich morgen." dann drehte sie sich um, um den Heimweg anzutreten.
      Ja, sie hatte sich blamiert, ja sie sollte ihm aus dem Weg gehen und wünschte sich ein schwarzes Loch, welches sie einfach verschluckte, aber....sie wollte ihn wiedersehen.



      ღ For my lovely Warlock ღ
    • Charilynn Faith Ashenvale
      Faith hätte sich allein wohl nie in diese Bar verirrt – von außen wirkte sie für sie nicht sonderlich einladend, und sie hätte hier keine besonders guten Cocktails erwartet. Doch eines musste sie Arien wirklich lassen: Seine Fähigkeiten, Cocktails zu mixen, waren schlichtweg beeindruckend.
      Tatsächlich fühlte sie sich hier gar nicht so unwohl. Die Bar hatte ihren eigenen, rauen Charme, und sie zog Menschen aus allen Ecken des Lebens an. Zugegeben, die Gäste schienen hier eher auf der zwielichtigen Seite zu sein, ganz im Gegensatz zu den Lokalen, die Faith sonst bevorzugte. Aber irgendwie fand sie gerade das erfrischend. Als Arien ihr kurz zuwinkte, um zu zeigen, dass er gleich bei ihr sein würde, ließ sie ihren Blick durch den Raum schweifen. Niemand hätte es ihr vermutlich auf den ersten Blick zugetraut, doch sie war ein großer Fan von Rockmusik.
      Während sie auf Arien wartete, drang plötzlich die leicht lallende Stimme einer Frau zu ihr durch. Faith war erst verwundert, doch dann huschte ein amüsiertes Lächeln über ihr Gesicht, als sie zu der blonden Frau hinüberblickte. "Oh, da bin ich mir ziemlich sicher, dass er das ist," sagte sie, während sie das amüsante Schauspiel beobachtete.
      Es schien eine Art Ritual zu sein – die Frau schien ein Stammgast zu sein, denn der Chef der Bar behandelte sie mit routinierter, aber sanfter Bestimmtheit. Ohne großes Aufheben hob er sie hoch, offenbar um sie nach draußen zu bringen, wo schon ein Taxi auf sie wartete.
      Als Arien schließlich zu ihr kam, lächelte Faith ihm entgegen. "Der Engel hätte gern einen Pina Colada, und..." Ihr Blick wanderte zum anderen Ende des Raumes, wo sie ihre Freundin eigentlich allein zurückgelassen hatte. Faith hatte ihr ein Wasser bringen wollen – sie hatte wirklich genug Cocktails gehabt. Aber es schien, als hätte Lydia sich Gesellschaft gesucht. Der Typ, mit dem sie zuvor schon ausgiebig Blicke ausgetauscht hatte, hatte die Gelegenheit beim Schopf gepackt und sich zu ihr gesetzt, kaum war sie verschwunden. Faith konnte sich ein leises, belustigtes Seufzen nicht verkneifen. "...Nope, wohl nur einen Pina Colada," fügte sie hinzu und lehnte sich entspannt zurück.

      Hawke Li-Winslow
      Natürlich hätte er es vorhersehen können, wie sie drumherum redete und seine Hilfe ausschlug. Es gab auch nichts Großartiges, wobei er ihr wirklich hätte helfen können, oder? Doch dieses Mädchen zitterte am ganzen Leib, und auch wenn der Regen und Wind inzwischen nachgelassen hatten, war es noch bitterkalt – genau das Wetter, bei dem man sich schneller eine Erkältung einfängt, als einem lieb ist.
      Er sagte nichts, beobachtete sie nur. Seine Augen folgten den Bewegungen ihrer schmalen Gestalt, und sein Blick wanderte ganz automatisch nach unten zu der Tüte, die sie fest umklammerte, es war nicht viel darin.
      Hawke machte es nichts aus, ein bisschen später bei seinen Freunden zu sein. Die Jungs hatten sowieso noch nie ein Talent für Pünktlichkeit bewiesen.
      Selbst als sie sich schließlich verabschiedete, einen Schritt zurücktrat und sich umdrehte, um den Heimweg anzutreten, blieb er still. Kein Wort. Doch in der nächsten Sekunde zog er sich ohne weiteres seine schwere Lederjacke aus, warf sie ihr über die Schultern, öffnete seinen Regenschirm und schwang ihn geschickt über sie beide. Fast zeitgleich löste er ihr mit einer ruhigen Bewegung die Tüte aus ihren klammen Händen – nicht, um zu fragen, sondern einfach, um zu helfen.
      "Ich muss eh in die gleiche Richtung, also ist das kein Umweg für mich," bemerkte er in seinem gewohnt gelassenen Ton, ohne auch nur ein Zögern in der Stimme. Mit dieser unaufdringlichen Selbstverständlichkeit, die ihn ausmachte, schloss er sich ihrem Weg an, als wäre es das Natürlichste auf der Welt.
    • Arien Darkbloom

      Für Arien war es ein gewohnter Anblick, wie Vincent Viktoria aus der Bar in ein von ihm bestelltes Taxi setzte. Wie immer würde Vincent für die Kosten aufkommen und wie immer würde Viki am nächsten Tag nach ihrer Schicht auftauchen und ihm das erstatten. Dann würde sie wie immer davon schwärmen was für ein Traummann Vincent war und das Spiel begann am Wochenende von Neuem. Es war also ein reiner Routine-Anblick. Arien erinnerte sich noch gut daran, wie verwirrt er zuerst gewesen war, aber da Vincent all das ziemlich locker nahm, hatte auch Arien damit umgehen gelernt. Zu Beginn wollte er die ganzen Idioten alle aus der Bar schmeißen, aber nach und nach hatte er die Stammkunden, ihre Hintergrundgeschichten und Persönlichkeiten kennengelernt. Er verstand so viel mehr als am Anfang und ganz gleich wie rau und düster diese Bar wirkte, hier gab es im Vergleich zu den Schickimicki-Lokalen, welche andere Leute besuchten nie Ärger. Das hier war keine Angeberbar, kein Drogenclub oder sonstiges was man in der Stadt so antraf. Hier fühlte sich niemand als etwas besseres und aus Respekt vor Vincent, wagte es niemand hier Ärger zu machen. Sollte doch mal etwas vorkommen, konnte sein Chef richtig creepy werden. Einmal hatte Vincent einen Typen quer über die Straße geworfen. Arien war schwer beeindruckt und hatte gelernt, dass er seinen Chef besser nie bis zum Ausmaß aufregte. Zwar hatte er auch gegenüber Vincent eine große Klappe, aber ganz gleich was für einen lausigen Charakter der junge Student besaß, diese Grenze bei seinem Chef überschritt er nicht. Inzwischen wusste er wie weit er gehen durfte, wie frech er sein konnte und musste sich nicht einmal dafür verstellen oder verbiegen.
      Merkwürdiger Weise mochten diese Leute seinen miesen Charakter.
      Sprach wohl auch für den lausigen Charakter der anderen, aber Arien fühlte sich das erste Mal in seinem Leben Zuhause.
      "Soll ich dich in Zukunft so nennen?", grinste Arien amüsiert und wendete sich seinen Getränken zu, damit er Faith den gewünschten Cocktail zubereiten konnte. Als sein Gast verlauten ließ, dass es wohl nur bei ihrem Cocktail blieb, wanderte sein Blick zu ihrer Freundin und er nickte anerkennend.
      "Hui, da wird wohl heute noch jemand flachgelegt. Respekt Bobby.", er fand den Spitznamen für Lydia immer noch gut und bisher hatte sich Faith nicht beschwert.
      "So redet man doch nicht mit einer Dame, vorlauter Bengel." kam es von dem Bärtigen, der kurz betrunken den Kopf hob, nur um ihn wieder auf den Bartresen knallen zu lassen.
      Klang schmerzhaft. Sein armer Bartresen!
      "Ich bin ohnehin aufgeflogen, da macht meine Aussprache auch nichts mehr und pass auf meinen Bartresen aus, verdammter Suffkopf!" Mit geschickten Bewegungen zauberte er das Wunschgetränk von Faith in ein neues perfekt poliertes Glas und reichte es ihr.
      "ARI-HASE! NOCH MEHR BIER!", grölte eine Männergruppe aus einer der hinteren Tische, woraufhin Arien genervt mit der Zunge schnalzte. "Nennt mich noch einmal so ihr Penner und ich vergifte euch alle."
      Die Runde lachte und Arien schüttelte nur grinsend den Kopf während er neues Bier aus dem Fass zapfte.

      Jade Rhea Summer

      Sie spürte ein schweres Gewicht auf ihren schmalen Schultern und ihr drang der Duft eines Parfüms entgegen. Es roch herb, männlich und doch sanft genug, um es fast blumig zu bezeichnen. Hölzernen und umschmeichelnd. Es wiegte sie ein wie in einer sicheren Blase, weshalb sie instinktiv nach dem harten Leder tastete und die Jacke enger an sich zog.
      Warm....
      Geschockt riss sie ihre schimmernden Augen auf und starrte zu ihm. Er hatte ihr seine Jacke gegeben! Bei dem Wetter und er nahm ihr die Einkäufe ab, wollte ihr helfen und kümmerte sich um sie.....
      Schnell blickte Jade weg und blinzelte eine Träne weg, welche man glücklicherweise durch den Regen nicht bemerkte.
      Sie wollte weinen. Warum war er nur so nett zu ihr? Ihr Herz begann ein wenig schneller zu schlagen und sie hatte das Gefühl das sie träumte.
      Bald würde sie aufwachen und neben Killian im Bett liegen. Killian...
      Sie durfte auf Hawke nicht so reagieren, auch wenn ihr klar war, dass sie Killian schon sehr lange nicht mehr liebte. Nein, eigentlich hasste sie ihn und sie hasste sich, weil sie ihn nicht mehr lieben konnte. Sie war undankbar, dabei hatte er sie gerettet.
      Sie blickte zu Hawke auf und verstand sich nicht mehr. Sie kannte ihn doch überhaupt nicht und er kannte sie nicht. Warum also?
      Warum tat er das.
      "Warum...", flüsterte sie leise und schüttelte den Kopf.
      "Aber...ich mache dir Umstände und du frierst wegen mir. Ich..." Er wusste doch nicht einmal in welche Richtung sie musste und sagte das nur so, damit er ihr helfen konnte. Sie bemerkte aber sehr wohl, dass Hawke keine Widerworte zu ließ und setzte sich mit ihm langsam in Bewegung.
      "Danke...."


      ღ For my lovely Warlock ღ
    • Charilynn Faith Ashenvale
      "Ich glaube, das ist wirklich kein Spitzname, der zu mir passt", meinte sie mit einem schmunzelnden Lächeln. Ihr Vater hätte sich wohl nichts sehnlicher gewünscht als einen Engel – einen Engel, der jedes seiner Worte befolgte und ihn vergötterte, als wäre es ein Privileg, ihn als Vater zu haben. Der Klang des Spitznamens hatte zwar etwas Reizvolles, doch er fühlte sich für sie schlichtweg falsch an. Und zuhause wäre dieser Name sicherlich mehr als willkommen gewesen. Doch an ihre Familie wollte Faith jetzt nicht denken – sie hatte diese Gedanken längst in den Hintergrund geschoben. Stattdessen bestellte sie sich kurzerhand noch einen Cocktail und Lydia schien ganz gut alleine klarzukommen.
      Als Arien dann mit einem Schmunzeln etwas aussprach, das exakt das widerspiegelte, was Faith gerade gedacht hatte, konnte sie sich ein Lachen nicht verkneifen. "Ich glaube, da hast du recht", sagte sie und warf ihm einen amüsierten Blick zu. Der bärtige Mann in der Ecke, der sich prompt über Ariens Worte beschwerte, brachte Faith nur zum Grinsen – kaum hatte er den Mund aufgemacht, war das Thema für ihn auch schon wieder erledigt und seine Lichter direkt wieder aus. Es war ein ungewohnter Anblick, doch irgendwie auch genau das, was diesen Abend ausmachte: angenehm und leicht, fast sorglos
      Faith ließ sich entspannt auf dem Barhocker nieder. Zurück zu ihrer Freundin musste sie nicht, schließlich wollte sie ihr diese Tour nicht versauen. Es störte sie keineswegs, ihren Pina Colada alleine zu schlürfen. Mit einem leichten 'Danke' nahm sie ihren Cocktail entgegen und nahm genüsslich einen Schluck durch den schwarzen Strohhalm.
      Als sich dann eine Gruppe Männer aus einer Ecke lautstark zu Wort meldete, konnte Faith ihr breites Grinsen einfach nicht verbergen. "Ari-Hase?", wiederholte sie belustigt, als sie den Spitznamen hörte. Das würde sie definitiv nicht so schnell vergessen können. Noch immer lächelnd, rührte sie mit dem Strohhalm in ihrem Cocktail und nahm einen weiteren Schluck.
      Eine Frage brannte ihr auf der Seele, und Faith war nie jemand, der lange um den heißen Brei redete. Mit einem nachdenklichen Blick schaute sie Arien an und stellte unverblümt: "Sag mal, hat dein Vater eigentlich nichts dagegen, dass du hier arbeitest?"

      Hawke Li-Winslow
      Er hatte es genau kommen sehen. Ihre Reaktion war ihm fast schon vertraut – der zögernde Versuch, höflich abzulehnen, um bloß niemandem Umstände zu bereiten. Aber er konnte sie an so einem kalten Abend nicht alleine gehen lassen. Es war mittlerweile stockdunkel, und wer konnte schon wissen, wer oder was hier draußen umherstreifte? Bei solchem Wetter vermutlich kaum jemand, aber sicher konnte man nie sein. Eine junge Frau im Dunkeln alleine nach Hause gehen zu lassen – das kam für ihn nicht in Frage.
      Als er ihr folgte, dachte er unwillkürlich an seine Schwester. Er hoffte inständig, dass sie sich nie in solch einer Situation wiederfinden würde, in der sie allein und ungeschützt war. Der Gedanke beruhigte ihn nicht, und er verspürte eine leise Dankbarkeit für jeden ehrlichen Mann, der sie in einer solchen Nacht sicher nach Hause begleiten würde, falls es jemals nötig wäre. Oh, und Gott bewahre – bitte lass die Pubertät noch in weiter Ferne sein, dachte er mit einem Anflug von Sorge, denn die würde viele Probleme mit sich bringen.
      Mit festen Griffen trug er die Tüte, die Cola und den Süßkram, während seine andere Hand den Regenschirm hielt, der beide vor dem kalten Nieselregen schützte. Die schwere Lederjacke lag über ihren Schultern, und er spürte die klamme Kälte, die ihr zittriger Gang zuvor verraten hatte. Seine Stimme war ruhig und knapp, "Mir ist nicht kalt."
      Ein kurzer Blick zu ihr, bevor er weitersprach: "Du machst mir wirklich keine Umstände. Manchmal kann man ruhig Hilfe annehmen, wenn sie einem angeboten wird." Es war kein Vorwurf, vielmehr eine leise, aufmunternde Bemerkung, die sie vielleicht verstehen würde.
      "Hast du es weit bis nach Hause?" Er wollte sicherstellen, dass sie gut ankommt, ohne eine Spur von Ungeduld. Es war ihm völlig egal, wie spät es wurde oder ob seine Freunde noch auf ihn warteten – in diesem Moment ging es nur darum, dass sie sicher nachhause kam.

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    • Arien Darkbloom
      Arien sah sie eine Weile an, grinste frech und wiegte leicht den Kopf. "Mhhh, mal sehen, ob mir noch etwas anderes einfällt." danach widmete er sich wieder seiner Aufgabe hinter der Bar. Es war ziemlich üblich, dass man ihm einfach seine Getränkewünsche zubrüllte und Arien hatte die ehrenvolle Aufgabe herauszufinden, wem welches Gegrölle gehörte. Der Bierwunsch aus der Ecke war kaum zu überhören. Die Runde gehörte zu seinen Stammgästen und erinnerten an eine Horde Wildscheine. Sie waren schwer in Ordnung, aber ihre Lautstärke haute selbst einen Oger um. Bei dem Gedanken musste er an sein versautes Videospiel von heute früh denken und verzog das Gesicht. Das hatte er immer noch nicht verdaut und kratzte ordentlich an seinem Gamerego. Das war im übrigen riesig - das mal am Rande erwähnt. Die muntere Runde hatte ihm allerdings einen Spitznamen entgegen geworfen, den er mehr als nur zum kotzen fand. Allgemein hatte der Hellhaarige hier so dermaßen viele Spitznamen, dass er langsam darüber Buch führen konnte. Natürlich hatte Faith daran Gefallen gefunden, weshalb der nicht mehr ganz so vorzeigbare Topstudent ihr einen missmutigen Blick zu warf. "Zwing mich nicht deine Getränke auch zu vergiften." Dennoch zapfte er das Bier für die besoffenen Idioten an Tisch Nummer 4. Diese warfen Arien daraufhin fröhlich Kusshände zu oder gackerten schlimmer als alte Tratschweiber. Hier in dieser Bar gab es nichts, was es nicht gab. Das hier war sein eigenes, wenn auch sehr schräges Wunderland. "Holt euch eurer Bier, glaubt nicht das ich es euch auch noch bringe."
      Gefügig, wenn es um ihren Alkohol ging erhoben sich die Kerle um ihre vollen Bierkrüge abzuholen. Das glänzende Gold des edlen Weizen schimmerte durch das polierte Glas und wurde selbst durch das spärliche Licht fast magisch. Ariens Getränke waren schon immer das absolute Aushängeschild geworden, seit er hier arbeitete und darum verzieh ihm praktisch jeder seine fiese Klappe. Der Alkohol und weil er offenbar ziemlich vielen Leuten gefiel. Allerdings waren die meisten Leute hier ebenfalls Menschen mit großer Klappe, dennoch Rückgrat und nicht diese Heuchler der Gesellschaft. Sie waren echt und darum war auch die Toleranz größer als in den meisten anderen Fleckchen dieser Stadt.
      Arien hatte Faith nochmal gebeten ihre Frage zu widerholen, da er von der Lautstärke nichts gehört hatte und sah sie als er sie verstanden hatte belustigt an.
      "Wer sagt denn, dass er etwas davon weiß?"

      Jade Rhea Summer

      Natürlich war ihm nicht kalt und selbst wenn es so war, würde er es nicht zugeben. Sie beobachtete ihn vorsichtig von der Seite. Seine lässigen Klamotten, die einfach perfekt zu ihm passten, die leicht zerzausten Haare die ihm vom Regen im Gesicht klebten und ihn fast schon noch attraktiver wirken ließen - falls das überhaupt ging. Die Tattoos die sich wie das Kunstwerk das sie waren malerisch auf seiner Haut präsentierten, als wäre er für die Leinwand geboren worden. Er hatte einen genauso entspannten Gang wie ebenso selbstverständliches Selbstvertrauen, ohne das er dabei arrogant wirkte. Was Jade ihn aber so anstarren ließ waren diese unglaublichen Augen. Augen von denen sie glaubte, dass sie bis zum Grund der Seele blickten konnten. Vielleicht hatte sie deshalb Sorge ihm zu lange in diese magischen Seen zu blicken. Erst als er wieder mit ihr sprach, wandte sie peinlich berührt den Blick ab und starrte geradeaus. "N..Nein. Es ist nicht weit....", murmelte sie und drückte die Jacke enger an sich. Sie fror und doch war ihr nicht mehr kalt. Sie fühlte sich innerlich warm.....
      Wahrscheinlich sah Hawke sie nur als hilfloses kleines Mädchen, erbärmlich und schwach. Was war nur aus ihr geworden. Hätte sie gewusst was auch ihr in der Zukunft geworden ist, hätte sie sich damals noch mehr gehasst als heute. In ihr hallten die Worte wieder, die Hawke zu ihr gesagt hatte.
      Hilfe annehmen....
      Jade wusste nicht was sie darauf sagen sollte. Würde er Killian kennen, würde er ihr nicht mehr helfen wollen. Bislang hatte sich niemand gegen den beliebten jungen Fotografen der Aether-University gestellt. Niemand würde je glauben, wie er in Wahrheit war, hinter verschlossenen Türen.
      Alle sahen sie nur das was er wollte das die Leute sahen.
      Niemand würde ihr glauben und hatte sie es verdient das man ihr Glauben schenkte?
      Sie war so in Gedanken versunken, dass sie gar nicht bemerkte, dass sie bereits vor dem Haus angekommen war, in dem sie mit Killian lebte. Ein 4 Familienhaus mit insgesamt zwei Stockwerken. Sie wohnten mit einer anderen Familie im zweiten. Es war eine friedliche und bescheidene Gegend. Es gab viele Kinder, einen winzigen Spielplatz gegenüber und auch wenn es nicht zu den schicken Vierteln gehörte, war es ein ordentliches Stadtviertel. Die normale Mittelschicht eben. Die Mittelschicht, welche sie nur dank Killian bewohnen konnte.
      "Uhm...hier wohne ich."


      ღ For my lovely Warlock ღ
    • Charilynn Faith Ashenvale
      Mit einem amüsierten Funkeln in den Augen blickte Faith zu ihm hinüber. "Das ist wirklich nicht nötig. Am Ende bereue ich es noch, überhaupt hier reingekommen zu sein." meinte sie mit einem humorvollen Unterton, das Lächeln auf ihren Lippen nicht zu übersehen. Die Tatsache, dass sie ausgerechnet in dieser Bar gelandet war, hätte sie sich in ihren kühnsten Träumen nicht ausgemalt. Noch weniger hatte sie erwartet, Arien Darkbloom – den stets perfekt inszenierten Liebling der Universität – als Barkeeper zu entdecken. Und nun saß sie hier, bestellte ihre Cocktails allein, weil Lydia sich bereits mit einem anderen Typen bestens amüsierte.
      Lydia war eine offene, kontaktfreudige Person, die schnell neue Menschen kennenlernen konnte. Gutaussehende Männer gehörten dabei nie zu den Dingen, die sie ablehnte, und Faith störte es auch nicht, einmal für sich allein zu sein. Doch wenn es darauf ankam, nahm sie sich kein Blatt vor den Mund, besonders nicht gegenüber Lydia, die eine der wenigen war, die ihre direkte Art zu schätzen wusste. Ihre Freundin hatte ihr oft genug gesagt, dass sie immer ehrlich sein konnte, wenn etwas nicht passte – und das funktionierte gut zwischen ihnen.
      Jedenfalls hätte Faith sich mehr an die Spitznamen gewöhnen können die Arien erhielt als an die, die er ihr aufdrücken wollte. Mit einem breiten Grinsen hob sie die Hände und erwiderte auf seine Worte entwaffnend: "Ich habe nichts gesagt." Ihre Augen folgten ihm, während er das Bier für die Gäste routiniert in Gläser zapfte. Sie nahm einen weiteren Schluck von ihrem Pina Colada, der verdammt gut schmeckte – so gut, dass sie sich vorsichtig daran erinnerte, dass noch ein langer Rückweg auf den Campus vor ihr lag. Betrunken durch die nächtlichen Straßen zu torkeln war definitiv nicht Teil ihres Plans.
      Eine Frage brannte ihr jedoch auf der Zunge, und schließlich stellte sie sie. Zunächst verstand Arien sie wegen der Lautstärke nicht richtig, und sie musste sich wiederholen. Seine grinsende Antwort ließ sie schmunzeln, doch sie bemerkte sofort, dass mehr hinter seinen Worten steckte. Wenn sein Vater von diesem Job nichts wusste, lag die Vermutung nahe, dass er diesen wohl kaum gutheißen würde. Faith war sich sicher, dass Arien auf diesen Job nicht wirklich angewiesen war – schließlich wusste sie genau, wer sein Vater war.
      "Nun, hier in der Gegend wird er dich sicher nicht finden," bemerkte sie mit einem Hauch von Ironie, ihre Stimme dabei ruhig, aber neugierig. Ihre Augen ruhten auf Arien, während er mit einer Mischung aus Gelassenheit und Professionalität arbeitete, die nicht zu dem Bild passte, das sie von ihm eigentlich hatte - auch wenn sie ihn nicht wirklich kannte. Faith lehnte sich etwas zurück und zog erneut aus ihrem Strohhalm. "Und wie geht's dir so in deinem Studium? Machts dir Spaß?".
      Faith hatte keine Ahnung ob sie diese Fragen auch so direkt stellen würde, schlürfte sie nicht schon an ihrem vierten Cocktail.

      Hawke Li-Winslow
      Mit dem Regenschirm in der Hand und der kühlen, feuchten Luft, die ihm ins Gesicht wehte, begleitete Hawke sie durch die dunklen, stillen Straßen des späten Abends. Der Regen fiel in einem gleichmäßigen, leisen prasseln, das die ansonsten ruhige Stadt begleitete. Es war für ihn keine Frage gewesen, ob er sie alleine nach Hause gehen lassen würde – das hätte er einfach nicht übers Herz gebracht, selbst wenn seine Freunde bereits auf ihn warteten. Ihre Runde würde vermutlich ohnehin noch eine ganze Weile dauern, weshalb es ihm nichts ausmachte, sich später zu ihnen zu gesellen.
      Die beiden redeten wenig auf ihrem Weg, und das war vollkommen in Ordnung. Das Schweigen wurde vom Geräusch des Nieselregens ausgefüllt, das wie ein leiser Rhythmus die Nacht prägte. Hawke ließ seinen Blick über die nächtliche Szenerie wandern – die leuchtenden Punkte der Laternen, die sich auf dem regennassen Asphalt spiegelten, die wenigen vorbeiziehenden Autos, deren Scheinwerfer die Dunkelheit durchbrachen. Es war, als hätte sich die Stadt in dieser feuchten, kühlen Nacht in eine andere Welt verwandelt, ruhig und irgendwie abgeschottet.
      Sie bogen an einer Ecke ab, warteten an der Ampel, bis das grüne Licht sie über die Straße führte, und bewegten sich schließlich in Richtung einer Wohngegend. Der Unterschied zu dem Viertel, in dem Hawke wohnte, war deutlich spürbar. Hier wirkten die Häuser gepflegter, die Umgebung sicherer – ein stiller Kontrast zu den engen Wohnungen und den vom Alltag gezeichneten Straßen seiner Nachbarschaft, in denen große Familien auf wenig Raum lebten.
      Schließlich hielt sie an und deutete auf ein Haus, das Hawke kurz musterte, bevor er ihr bis unter das schützende Vordach folgte, um sie vor dem Regen zu bewahren. Er reichte ihr die Tüte, für die sie überhaupt erst in dieses unsägliche Wetter hinausgegangen war – vollgepackt mit all dem Süßkram, den sie gekauft hatte. Sein Blick glitt über ihre durchnässte Erscheinung, und unwillkürlich schüttelte er leicht den Kopf. "Für den kurzen Weg bist du echt ziemlich nass geworden.". Sie war klitschnass, trotz der kurzen Distanz zum Kiosk, und es war offensichtlich, dass die Kälte sie längst durchdrungen hatte. Er konnte sich ein leises, fast amüsiertes Lächeln nicht verkneifen, während er noch einen Moment bei ihr verharrte. "Na denn, wir sehen uns vermutlich morgen wieder.".
    • Arien Darkbloom

      Dier rauen Kerle strahlten ihr Bier an, als hätte Arien ihnen gerade ihr aller erstes Spielzeug geschenkt und sie würden plötzlich wieder an den Weihnachtsmann glauben. Nun die meisten Leute hier waren wirklich einfach zufrieden zu stellen. Für die etwas schwierigeren Kandidaten fungierte der Hellhaarige tatsächlich als das typische Barkeeper-Klischee, der Therapeut hinter der Theke. Es war amüsant, wenn man bedachte das Arien nicht gerade das war was man freundlich nennen konnte und seine Antworten so direkt waren, dass sie schmerzten. Allerdings war es aber genau das, was die Leute zu ihm zog und dafür sorgte, dass sie ihm sprichwörtlich alles erzählten. Okay das und genug Alkohol. Arien konnte es aber irgendwo auch verstehen. Wenn man Rat suchte oder sich einfach nur auskotzen wollte, wollte man Ehrlichkeit und kein geheucheltes Mitleid. Der junge Barkeeper hatte selten mit irgendeiner Seele in diesem Laden Mitleid, da musste schon viel passieren und es gab hier einige mit schweren Schicksalen. Er hatte hier schon Geschichten gehört, dass man glauben konnte so etwas gab es nur im Fernsehen oder True Crime Podcasts. Die wenigen Geschichten die ihm tatsächlich nah gingen wurden direkt von Vincent unterbrochen. Zwar gehörten ihm zwei Bars, aber in diesem Laden schlug sein Herz und auch wenn er Arien oft genug allein ließ, war er meistens hier und das weniger in seinem Büro sondern an vorderster Front. Es schien in diesen Momenten so, als würde Vincent Arien schützen wollen. Aber vielleicht wünschte sich der Topstudent dies aber auch nur insgeheim. Glücklicherweise konnte niemand in seinen Kopf sehen und schon gar nicht Vinc. Arien würde sich niemals die Blöße geben und zugeben, dass er in ihm eine Vaterfigur suchte -soweit kam es noch. Wie erbärmlich wäre das bitte? Es war aber nicht nur wegen Vincent, seit dem ersten Tag schlug Ariens Herz für diese Bar. Diese ruppige düstere Bar mit der viel zu lauten Rockmusik, dem starken Alkohol und den schrägen Vögeln die hier ein und aus gingen.
      Faith hatte glücklicherweise die Sache mit dem Spitznamen ruhen gelassen. Ariens Rache wäre furchtbar geworden. Außerdem ist er schrecklich nachtragend.
      Als sie auf seinen Vater zu sprechen kamen, hielt Arien die Antwort eher kryptisch. Er vertraute Faith nicht, auch wenn sie ihm im Augenblick ganz sympathisch war. Er kannte sie nicht gut genug, um sie einschätzen zu können.
      "Solange du Daddy nichts von meinem bösen Geheimnis erzählst, Sonnenschein und dieser dann zu meinem alten Herrn rennt, hab ich auch nichts zu befürchten.", kam es mit einem Grinsen von Arien. "Überleg es dir gut. Ich mache die besten Cocktails der ganzen Stadt. Das willst du nicht aufgeben." er zwinkerte ihr zu und kümmerte sich danach um seine nächsten Bestellungen.
      Faith aber redete weiter und er konnte nicht anders als belustigt dreinzuschauen.
      "Na, das war wohl ein Schluck zu viel, mh?" Man sagte ja Alkohol löste die Zunge. "Nö, macht keinen Spaß, aber das ist in meinem Fall auch nicht wichtig."
      Die Aussage war wahrscheinlich ziemlich merkwürdig, wenn man bedenkt das Arien tatsächlich aufgrund seines herausragenden Aufnahmetests ein Stipendium erhalten hat und aktuellen einen der besten Notenscores der ganzen Uni innehat.
      "Lass mich raten. Du hasst es, kannst es aber wegen Daddy nicht schmeißen?" hakte nun Arien nach und reichte einer sehr hübschen Dame mit pechschwarzen Haaren und Augen wie Smaragde ein Glas Rotwein.

      Jade Rhea Summer

      Jade mochte das Geräusch des Regens wie er friedlich auf den Regenschirm von Hawke prasselte. Es vermittelte ihr ein Gefühl der Geborgenheit, was aber wohl eher daran lag, dass Hawke es war, der sie vor dem Regen schützte. Er kannte sie nicht einmal, aber er sorgte sich und Jade fühlte sich wie ein Teenager, der zu schwärmen begann. Hawke war wie ihre Lieblingshelden aus ihren Romanen. Er wirkte rau, kühl und absolut nicht heldenhaft, war aber in Wahrheit warmherzig und sehr wohl ein Held. Ein Held der keiner sein wollte. Irgendwie war es traurig, dass sie von einem Mann schwärmte, nur weil dieser nett zu ihr war. Naja, er sah auch verflucht gut aus, zu Jades Verteidigung. Sie war so dermaßen kaputt. Wenn der Schwarzhaarige sie wirklich kennen würde. Er wäre direkt geflüchtet und hätte es sogar begrüßt, hätte sie ein Taifun einfach mal weggespült. Es war peinlich, dass sie sich so merkwürdig fühlte. Aber es war ihrer Vergangenheit geschuldet, dass sie sich einfach nur nach jemanden sehnte, der sie beschützte und liebte. Für sie die Welt niederbrennen würde. Jemand der es schaffte ihr altes Ich wieder zum Vorschein zu bringen, damit sie anfing sich wieder selbst beschützen zu können. Was war aus der Frau geworden, die nichts und niemanden gebraucht hatte? Killian hatte sie zerstört, unter dem Vorwand sie zu beschützen.
      Sie wollte nicht wieder so hinters Licht geführt werden. Sie hatte Angst vor Nähe und gleichzeitig suchte sie danach. Schweigend lief Jade neben dem jungen Mann, den sie nicht einmal eine Woche kannte her. Die Nacht war ungewohnt still. Einzig und allein der Regen verriet, dass es sich hier nicht um einen Stummfilm handelte.
      Die Gegend in der sie wohnte, war eher schlicht und bescheiden. Ein typisches familienfreundliches Eckchen in der Mittelschicht. Dies konnte sie sich auch nur dank Killian leisten. Sie selbst stammte aus ganz anderen Verhältnissen.....
      Er hatte sie gerettet und sie war so undankbar...
      Als sie bei ihrem Ziel angekommen waren, hatte sie Hawke tatsächlich noch die drei kleinen Stufen zur Haustür gebracht und sie dann erst unter das sichere Vordach entlassen. Er reichte ihr wieder die Tüte und Jade konnte gar nicht anders als ihn immer noch perplex von dieser Freundlichkeit anzustarren.
      Wieder versank sie in diesen unglaublichen Augen.
      Als sie endlich kapierte, dass er mit ihr sprach, blickte sie peinlich berührt an sich hinunter. "Stimmt.....ich sehe aus wie ein begossener Pudel. OH! Entschuldige." schnell schlüpfte sie aus der Jacke und reichte ihm diese. Der angenehme Geruch und die Wärme waren dadurch wieder verschwunden. Sie verspürte direkt eine grausame Leere.
      "Vielen Dank." sie lächelte sanft. Als Hawke sich zum gehen aufmachen wollte, rief sie noch einmal seinen Namen.
      "Hawke? Danke....bis Morgen."
      Sie erlaubte sich ihm einen Moment nachzusehen, ehe sie das Haus betrat, den zweiten Stock ansteuerte und in die grausame Welt dahinter trat.

      Es ging so schnell, dass sie nicht reagieren konnte, aber war dennoch so vorhersehbar, dass sie am liebsten gelacht hätte.
      Die Plastiktüte fiel zu Boden, während sie schmerzhaft aufkeuchte, da ihr Rücken brutal gegen die Innentür gekracht war.
      Killian hatte sie gepackt, kaum war sie zur Haustür hinein und hinter verschlossenen Türen, geschützt vor allen Blicken.
      "Wer zur Hölle war der Kerl?!"
      "Killian...du tust mir weh."
      "WER WAR DAS?!"
      "Jemand aus der Uni, denn ich kenne...er hat mir geholfen, als ich ihn getroffen habe." antwortete sie ihm und versuchte sich von ihm los zu reißen.
      "Ach, jemanden den du f*ckst. Verfluchte Schl*mpe."
      "Hör auf so zu reden! Das stimmt überhaupt nicht. Er hat mir nur geholfen, weil ich komplett nass war und vor Kälte nicht mal mehr meine Finger gespürt habe, nur weil du deine verfluchte Cola wolltest."
      Der Schlag der folgte, würde sie sicherlich noch Wochen spüren.


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    • Charilynn Faith Ashenvale
      Faith rührte gedankenverloren mit dem Strohhalm in ihrem Cocktail, während sie ihre Wange auf die rechte Hand gestützt hielt, ihren Ellbogen locker auf der Bar angewinkelt. Sie ließ den Blick über die Szenerie gleiten, bevor ihre Gedanken erneut bei Arien hängen blieben. Warum sollte sie ihrem Vater davon erzählen? Arien hatte es oft genug angedeutet – die Fassade, die er in der Universität aufrechterhielt, die Erwartungen seines Vaters, die er zu erfüllen schien, obwohl er es innerlich vielleicht gar nicht wollte. Ging es ihm etwa genauso wie ihr?
      Mit einem belustigten Lächeln zuckte sie die Schultern. "Ach, Ari-Hase, natürlich werde ich ihm nichts davon erzählen", meinte sie mit gespielter Leichtigkeit. "Weder hätte ich etwas davon, noch wüsste ich, aus welchem Grund ich dich verpfeifen sollte. Um ehrlich zu sein – mein Vater würde über diese Nachricht vermutlich Luftsprünge machen und bei nächster Gelegenheit deinem Vater unter die Nase reiben, dass du hier arbeitest. Aber, ganz ehrlich? Ich sehe keinen Grund, das zu tun.".
      Während sie sprach, bemerkte Faith, dass Arien sich eigentlich wieder seiner Arbeit widmen wollte, weiterhin Bestellungen aufnahm und routiniert die Drinks für die Gäste mixte. Doch wenn sie erst einmal angeheitert war, konnte sie zu viel reden – das wusste sie genau. Noch war es nicht so weit, dass sie ins Lallen verfiel, aber sobald sie an diesen Punkt gelangte, würde sie lieber aus einem Fenster springen, als sich so gehen zu lassen.
      "Nein, das sicher nicht.", murmelte sie und nahm einen weiteren Schluck von ihrem Cocktail, ihre Lippen verzogen sich zu einem zufriedenen Lächeln. "Der ist echt verdammt gut.".
      Seine beiläufige Bemerkung ließ sie stutzen. Er hatte keinen Spaß daran, aber es sei nicht wichtig? Faith runzelte die Stirn, ihre Augen verweilten auf ihm. "Warum ist das nicht wichtig?" fragte sie, ihre Stimme ruhig, aber unverhohlene Neugier darin mitschwingend.
      Es fiel ihr schwer, sich vorzustellen, dass jemand wie Arien an der Universität keinen Spaß hatte. Sie wusste, wie ihr Vater ihr immer wieder eingebläut hatte, dass sie besser sein musste als der Darkbloom-Sohn. Sie wusste von seinem makellosen Notendurchschnitt, von seinem Stipendium, von der nahezu perfekten Fassade, die ihn umgab. Und jetzt tat er so, als spiele all das keine Rolle?
      "Ich finde es zum Kotzen.", sagte sie schließlich unverblümt auf seine letzten Worte, ihre Stimme etwas schärfer, während sie erneut an ihrem Cocktail nippte und dabei über Arien nachdachte – über das Bild, das die Welt von ihm hatte, und das Bild, das er vielleicht selbst lieber zeichnen würde.

      Hawke Li-Winslow
      Es hatte nicht lange gedauert, bis er sie durch das nachlassende, aber immer noch unangenehme Wetter sicher nach Hause gebracht hatte. Doch trotz der Kürze des Weges war Jade völlig durchnässt, das Regenwasser tropfte noch immer von ihrer Kleidung. Hawke hätte es nicht über sich gebracht, sie alleine durch die Dunkelheit laufen zu lassen.
      Die Stille zwischen ihnen störte ihn nicht. Im Gegenteil, er genoss die kühle Nachtluft, die seine zerzausten Haare durcheinanderwirbelte, das beruhigende Prasseln des Regens und den erdigen Geruch der feuchten Straßen. Es war eine dieser Nächte, die eine seltsame Ruhe ausstrahlten, selbst mitten in der Stadt.
      Am sicheren Vordach ihres Hauses angekommen, fühlte er eine gewisse Erleichterung, sie wohlbehalten begleitet zu haben. Er hätte sich bereits verabschiedet, wäre sie nicht noch aus seiner, ihr viel zu großen, Lederjacke geschlüpft, um sie ihm zurückzugeben. Als sie sich bei ihm bedankte, stellte er kurz seinen Schirm beiseite, zog sich die Jacke wieder an und nahm ihn erneut in die Hand.
      "Hab ich gern gemacht," sagte er mit einem leichten, ehrlichen Lächeln und nickte ihr zu. "Wir sehen uns." Mit diesen Worten drehte er sich um und machte sich auf den Weg zu seinen Freunden, die längst in der Bar auf ihn warteten.
      Doch kaum hatte er sich abgewandt, hörte er, wie eine sanfte Stimme noch einmal seinen Namen rief. Hawke hielt kurz inne, drehte sich halb zu ihr zurück und warf ihr einen letzten Blick zu. Mit einer knappen Geste hob er die Hand.
      "Klar, bis morgen," erwiderte er ruhig, bevor er endgültig in die Dunkelheit verschwand.
      Sein Weg führte ihn zurück Richtung Kiosk, denn natürlich war es nicht sein eigentlicher Weg gewesen. Aber er hatte sich gut vorstellen können, dass Jade darauf bestanden hätte, dass er keinen Umweg nur ihretwegen machte. Sein Ziel war die Bar, in der seine Freunde bereits feierten, und er war sich sicher, dass die Nacht dort noch lange andauern würde.
      Was er allerdings nicht wusste – und auch nicht hätte ahnen können – war, dass die wahre Gefahr für Jade nicht in der dunklen Stadt lauerte, sondern bereits in ihrem eigenen Zuhause auf sie wartete. Während er sich unter das flackernde Licht der Straßenlaternen begab und das Geräusch des Regens langsam hinter ihm verblasste, hatte er keine Ahnung von alledem.
    • Arien Darkbloom

      Arien hatte sich eine quietschgrüne Limettenscheibe geschnappt und sie Faith entgegen geworfen, als sie ihn bei diesem furchtbaren Spitznamen genannt hatte. Er würde entweder sie oder die Jungs vergiften müssen, soviel war klar. Dieser elende Name würde diese Bar nicht verlassen! Der Flug der Limettenscheibe hatte auch den Bärtigen geweckt, welcher nur verschlafen aufsah. "Du hast da was...", grunzte er betrunken an Faith gerichtet, die besagte grüne Obstscheibe im Haar hatte, ehe er zu Arien sah. "Ich gehe!"
      "Du zahlst. Wenn du nochmal anschreibst und erst in drei Wochen antanzt, reißt die Vincent den Arsch auf." Der Bärtige blickte zu Vincent, welcher nur zustimmend nickte, weshalb er torkelnd sein Geld zückte. Arien beobachtete den Tanz mit ausdruckslosen Gesicht. Er kannte das Torkeln der Betrunken nur zu gut und er wusste genau, wann er seine Barhocker retten musste, damit diese nicht umgeworfen wurden. Da der Bärtige aber Stammgast war und diesen Zustand jedes Wochenende an den Tag legte - es war dieses Mal aber ein Wochentag - wusste Arien, dass der Kerl es irgendwie schon hinkriegen würde. Es wurde also mehr oder weniger elegant bezahlt und Arien winkte mit den Scheinen hinterher.
      "Hast du ihn gerade abgezockt?" hakte ein groß gewachsener junger Mann nach, dessen struppige Haare und süßes Grinsen innerhalb der Bar ebenfalls bekannt war.
      "Seh ich so aus?"
      "Äh, ja?"
      Arien grinste nur auf die Antwort, während der Kerl Faith anblickte. Gerade als er den Mund öffnen wollte, knallte ihm Arien die Getränkekarte auf den Kopf. "Kein leichtes Mädchen für die Nacht Mikey. Lass es."
      Mikey schmollte, schnappte sich aber sein Getränk und ging. Ariens Blick wanderte zu Faith. "Er sieht unschuldig aus, ist aber ein echter Creep. Er sucht hier One Night Stands, hat aber kranke Fetische die du lieber nicht kennen willst. Falls du auf einen One Night Stand aus sein solltest, machst du um ihn besser einen Bogen. Gern geschehen, glaub mir, du wirst es mir danken." Danach wendete sich Arien wieder seiner Arbeit zu, schenkte die Bestellungen aus oder mixte Cocktails. Der Laden lief wie immer auf Hochtouren und selbst an einem Wochentag steppte hier der Bär, wenn man es mal altmodisch ausdrücken wollte.
      An dem Glänzen in den Augen erkannte Arien, dass Faith langsam in einen angetrunkenen Zustand fiel. Nicht betrunken, aber der Alkohol zeigte Wirkung. Beeindruckend, dass es jetzt erst geschah, nach allem was sie getrunken hatte. Das war wohl dieses typische Studenten-Gen, dass die Leute bechern konnten wie Weltmeister.
      Das sie seinem Cocktail allerdings ein Kompliment machte, hörte er selbst durch die lauteste Musik und er grinste zufrieden. Die hübsche Schwarzhaarige mit den Locken hatte wohl das Grinsen anders interpretiert und ihm auf einer Serviette ihre Handynummer dagelassen, als sie schüchtern von der Bar verschwand. Nun, Arien war alles andere als prüde.
      Als Faith weiter nachbohrte, weshalb es unwichtig war, ob er sein Studium mochte oder nicht, hatte er sich frech über den Tresen gelehnt, hob ihr Kinn sanft mit dem Zeigefinger an und grinste. "Das erzähle ich dir, wenn du das nächste Mal in die Bar kommst. Du musst mich hier also öfter besuchen, wenn du mehr wissen willst." Seine Stimme war ein Schnurren, seine Bewegungen glichen tatsächlich einer geschmeidigen Katze und sein Blick war herausfordernd, frech und nun mal wie er wirklich war.
      Rotznase wie ihn Vincent nannte.
      Arien ließ Faith wieder in Frieden, da er ihr es nicht einmal übel nehmen konnte, wenn sie das jetzt alles andere als cool gefunden hatte. Schließlich war seine Reaktion unhöflich und aufdringlich gewesen. Allerdings sagte ihm irgendetwas, dass er das Ashenvale-Mädel falsch eingeschätzt hatte und sie so etwas vertragen konnte. Sie hütete wohl auch mehrere Geheimnisse.
      Natürlich hatte Faith verlauten lassen, dass sie ihr Studium zum kotzen fand, aber das hatte er erwartet.
      Sein Blick wanderte kurz an Faith vorbei. "Uhm, ich glaube Bobby will mit dem Kerl verschwinden. Ist sie betrunken und du musst sie retten oder ist das normal? Wie kommst du Heim ohne sie?"


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    • Charilynn Faith Ashenvale
      Faith konnte sich das Grinsen nicht verkneifen, als sie Arien erneut mit dem zuvor verwendeten Spitznamen ansprach. Es war einfach zu gut, um ihn zu ignorieren. Doch seine Reaktion kam prompt – noch bevor sie damit gerechnet hatte, griff er nach den Limettenscheiben und warf sie kurzerhand nach ihr. Sie wich reflexartig aus, aber es brachte rein gar nichts. Eine der Scheiben landete direkt in ihrem langen, durch den Regen noch immer leicht feuchten Haar, und als sie danach tastete, konnte sie nicht anders, als laut zu lachen. Das war es definitiv wert gewesen.
      Noch während ihr belustigtes Lachen nachklang, wurde sie von einer Stimme unterbrochen, die nicht zu Arien gehörte. Ihr Blick wanderte verdutzt zu einem betrunkenen Mann, der sich kurzerhand aus dem Staub machen wollte. Sie beobachtete das kurze Gespräch zwischen ihm und Arien, die Art, wie Arien mit einer fast beiläufigen Leichtigkeit sprach. Diese Bar hatte eine Atmosphäre, die auf eine unerwartete Weise reizvoll war. Locker, ungezwungen, weit entfernt von dem starren akademischen Alltag, in dem er offenbar Tag für Tag seine Fassade aufrechterhielt.
      Mit einem Lächeln zog Faith die Limettenscheibe aus ihrem Haar und legte sie auf die Serviette neben ihrem Cocktail. Sie bemerkte erst später, dass jemand sie hatte ansprechen wollen – erst als Arien dem Kerl, mit dem er eben noch gesprochen hatte, die Getränkekarte gegen den Schädel schlug. Ihr Blick sprang zwischen Arien und dem Fremden hin und her, bevor dieser hastig verschwand. Faith sah erneut zu Arien, der ihr mit einem entspannten Ausdruck eine Antwort lieferte.
      "Ich muss gestehen, das macht mich ein wenig neugierig. Aber versteh das bloß nicht falsch!" verteidigte sie sich schnell, bevor sie leise lachte. "Das ist absolut nicht das, worauf ich aus bin, wenn ich mit meiner Freundin was trinken gehe. Aber ehrlich gesagt will ich trotzdem wissen, was das für Fetische sein sollen. Klingt eklig, aber irgendwie auch verdammt lustig."
      Die lockere Stimmung hielt an, und Faith kam nicht umhin, Arien ein ehrliches Kompliment für seine Cocktails auszusprechen. Das musste sie ihm wirklich lassen – er konnte verdammt gut mixen. Und anscheinend war das nicht das Einzige, was ihm in dieser Bar Aufmerksamkeit bescherte. Sie beobachtete, wie eine schwarzhaarige junge Frau ihm ihre Nummer zusteckte. Das musste wohl jedem Barkeeper passieren, der gut aussah und seine Getränke gut mixte.
      Faith merkte langsam, dass ihr Alkoholpegel einen Punkt erreicht hatte, an dem ihre Neugier kaum noch zurückzuhalten war. Fragen, die ihr auf der Zunge brannten, stellte sie einfach direkt. Doch womit sie nicht gerechnet hatte, war Ariens Reaktion. Statt einer beiläufigen Antwort beugte er sich plötzlich über den Tresen, hob ihr Kinn mit seinem langen Zeigefinger an und zwang sie so dazu, direkt in seine Augen zu blicken, statt auf ihren halb geleerten Pina Colada.
      Die leichte Röte auf ihren Wangen verriet ihre angeheiterte Stimmung, ihre Reaktionsgeschwindigkeit war nicht mehr ganz so schnell, weshalb sie erst realisieren musste, was er gerade getan hatte – und was er gesagt hatte. Doch sie fing sich schnell wieder und konterte mit einem herausfordernden Grinsen.
      "Ich wusste nicht, dass dich meine Anwesenheit so freut. Du hättest mich auch ganz normal fragen können. Aber gut, wenn du dir das so sehr wünscht." Mit spielerischer Leichtigkeit nahm sie einen weiteren Schluck aus ihrem Strohhalm, ließ sich von der samtigen Süße des Cocktails den Moment noch etwas versüßen.
      Es war tatsächlich nichts Neues für sie, dass sie nach einem Abend mit Lydia allein nach Hause ging. Ihre Freundin war schnell darin, neue Bekanntschaften zu machen, und nicht selten trennten sich ihre Wege, wenn Lydia mit einem Typen nach draußen verschwand. Manchmal ging Faith mit etwas Abstand hinter ihnen her, um sicherzugehen, dass alles in Ordnung war und weil sie ebenso nachhause wollte. Lydia wohnte nicht auf dem Campus, sondern in einer WG, die glücklicherweise nicht allzu weit von der Uni entfernt lag.
      Auch jetzt schien Lydia mit jemand anderem die Bar verlassen zu wollen. Faith erkannte das, als sie sich kurz zu ihrer Freundin umdrehte, nachdem Arien es erwähnt hatte. Ihre Blicke trafen sich, und Lydia deutete mit einer kurzen Geste auf den Typen neben ihr, machte eine unaufdringliche Handbewegung, um zu fragen, ob es in Ordnung war, mit ihm zu verschwinden. Faith erwiderte die Frage mit einem kurzen Lächeln und einem Wink, signalisierte ihr jedoch gleichzeitig, dass sie ihr schreiben sollte, sobald sie sicher zu Hause angekommen war.
      "Na, scheinbar alleine zu Fuß", meinte Faith gelassen, als sie sich wieder zu Arien wandte, ihre Stimme ruhig, aber keineswegs enttäuscht. Es war ein Muster, das sich oft wiederholte, und sie hatte längst gelernt, sich daran nicht zu stören. Die Rechnung ihrer Freundin würde sie übernehmen und auch bald wieder Richtung Uni verschwinden.
    • Arien Darkbloom

      Zugegeben wanderte Faith in der Punkteskala ziemlich weit nach oben, als sie aufgrund seiner beeindruckenden Wurftechnik lachte. Sie hätte sich auch wie eine Diva aufführen können, aber das tat sie nicht und das brachte den grummeligen Barkeeper tatsächlich zum schmunzeln. Vielleicht war die Ashenvale-Tochter doch gar nicht so merkwürdig wie er dachte. Ihre aufgedrehte Art in der Uni, dieses zwanghafte fröhlich sein, hatte er unfassbar anstrengend gefunden. Für Arien war Faith immer Daddys kleiner Engel gewesen, weshalb sie ja auch Rechtswissenschaft wie dieser gewählt hatte. Er schien sich wohl geirrt zu haben. Vielleicht versteckte die Kleine doch etwas, genau wie er. Vielleicht war sie ebenso ein trauriger Fake, gefangenen in einer oberflächlichen Welt. Spannend, zugegeben.
      Ebenso spannend fand wohl auch Mikey das ganze Geschehen. An sich ein netter Kerl, aber nett sind die meisten Psychos bevor sie einen in einer dekorativen Rosenhecke die Kehle aufschlitzen. Am Ende würden die Nachbarn sagen ´Aber er hat doch immer so lieb gegrüßt´.
      Jedenfalls wollte Arien seiner Studienkollegin das mal lieber ersparen. Nun außer sie stand auf den kranken Mist, dann hatte er ihr wohl die Tour versaut. Woher Arien das über Mikey wusste, war zum einen weil ihm verstörte Mädels davon erzählt hatten und zum anderen weil Mikey, als er gesehen hatte das Arien sowohl an Frauen als auch an Männern interessiert war, einen so widerlichen Anmachspruch herausgehauen hatte, dass Arien fast in die einzige Pflanze der Bar gekotzt hätte und das hätte ihm Vincent nicht verziehen.
      Mikey rauschte jedenfalls ganz schnell davon, was ihm Arien auch raten würde. Der Barkeeper polierte nebenher entspannt seine Gläser, ehe er belustigt eine Augenbraue hochzog. "Eine Perverse! Oh Nein, ich rufe Mikey am Besten zurück, er wird dir liebend gern alles zeigen.", antwortete er scherzhaft auf die Frage von Faith. Natürlich war die Kleine angetrunken und sie alberte herum, aber Arien konnte nicht anders als sie aufzuziehen. Irgendwie machte das verflucht viel Spaß und er war nun einmal ein echter Plagegeist.
      Seine Aufmerksamkeit wurde ein wenig auf eine schwarzhaarige Schönheit gelenkt, welche ihm ihre Nummer auf einer Serviette hinterlassen hatte und nun man weiß ja nie. Nur weil er in der Uni brav sein musste, bedeutete das nicht, dass er es privat musste. Die Nummer würde er zur Sicherheit mal an sich nehmen. Nicht das noch jemand Falsches sie in die Hände bekam. Ja, er war hier ein echter Gentlemen - als ob. Der Arien Darkbloom an der Universität wiederum war es und hatte aufgrund seines Märchenprinz-Verhaltens sehr viele Fans, aber auch Neider. Hier wiederum standen die Leute aus anderen Gründen auf ihn und hassten ihn aus anderen Gründen.
      Ob er seine richtige Persönlichkeit irgendwann nicht mehr erkennen würde? Nun, wenn er seine Wette verlor, dann wäre das tatsächlich möglich.
      Als er dann ein klein wenig mit Faith flirtete, nahm sie das ziemlich locker auf, auch wenn Arien verflucht dreist gewesen war. Schließlich hatte er sie einfach ungefragt angefasst. Ihre Antwort gefiel ihm. Selbstbewusst, frech und doch provokant.
      "Oh, aber einfach fragen wäre doch extrem langweilig.", schnurrte er, ehe sein aufmerksamer Blick zu Faiths Freundin wanderte. Es gab zwei Optionen, entweder war sie so dermaßen betrunken, dass sie nichts mehr kapierte und die Kerle das ausnutzen oder aber Bobby war ein wenig...nun leichter zu haben. Nichts sprach gegen Spaß und Arien war selbst jemand der sich gern jemanden ins Bett holte, wenn er Lust dazu hatte. Allerdings fand er es freundschaftlich gesehen eine echte scheiß Nummer, dass sie Faith nur wegen Sex hier sitzen ließ. Ernsthaft, ihr war es egal, wenn Faith nachts alleine von einer Bar zurück musste?
      Bobby sank auf seiner Punkteskala gerade massiv nach unten. Die Pluspunkte im Kampf gegen Liviana hatte sie damit verloren.
      Arien fischte sein Handy aus der Hosentasche und linste auf den Bildschirm.
      "Ich arbeite noch eine Stunde. Warte auf mich und ich bring dich Heim." er blickte vom Handy auf. "Keine Widerworte." er packte sein Handy zurück in seine Gesäßtasche und machte sich dann wieder an die Arbeit.


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    • Charilynn Faith Ashenvale
      Als Arien plötzlich von seltsamen Vorlieben sprach, wurde sie neugierig. Nicht, weil sie daran interessiert war, sondern weil sie sich eher einen Spaß daraus machte. Das wollte sie auch klarstellen.
      Dass Arien sie aber nun als pervers bezeichnete, ließ sie nur schnauben. Ohne zu zögern griff sie wieder nach der Limettenscheibe und warf sie mit einem frechen Grinsen zurück. "Bloß nicht!" sagte sie lachend und riskierte einen kurzen Blick in Richtung des Fremden. Hoffentlich sorgte sie nicht für unangenehmen Augenkontakt – sie sah lieber direkt wieder nach vorn.
      Eigentlich war Faith nicht der Typ für One-Night-Stands, und wenn sie ehrlich war, hatte sie noch nie einen gehabt. Gelegentliche Flirts, ein bisschen Geknutsche – mehr war nie daraus geworden. Ganz im Gegensatz zu Lydia, die dem Thema deutlich aufgeschlossener gegenüberstand. Sie scheute Berührungen nicht, und für sie war es nichts Ungewöhnliches, jemanden kennenzulernen und mit ihm den Abend ausklingen zu lassen. Faith hingegen fand die Vorstellung, einen Fremden mit nach Hause zu nehmen, wenig reizvoll.
      Ariens lockere Berührung war für manche vermutlich zu direkt, vielleicht sogar übergriffig, doch Faith nahm es mit Humor. Sie machte sich eher einen Spaß daraus und sah ihn herausfordernd an, ihre Lippen zu einem verschmitzten Lächeln verzogen. "Na, wenn das so ist, gib dir ruhig weiterhin Mühe. Ich beschwer mich sicher nicht."
      Lydia hingegen hielt sich nicht lange mit Überlegungen auf. Nachdem sie sich mit Faith stumm und knapp abgesprochen hatte, ob alles in Ordnung war, ließ sie sich nach Hause begleiten und verschwand mit ihrem Begleiter aus der Bar. Faith störte es nicht wenn sie mal alleine nachhause musste. Stattdessen genoss sie die Dunkelheit, die hellen Sterne am Himmel und die Stille der Nacht. Nach all dem Stress war es eine willkommene Abwechslung, einfach mal durchzuatmen und den Moment zu genießen und stopfte sich oft mal die Kopfhörer in die Hörer und lauschte ihrer Lieblingsmusik.
      Gerade nahm sie wieder einen großen Schluck von ihrem Cocktail, als Arien verlauten ließ, dass er nicht mehr lange arbeiten müsse und sie nach Hause begleiten würde. Sie wollte widersprechen, doch kaum setzte sie an, kam ihr bereits eine Antwort zuvor. Faith zog eine Braue hoch und sah ihn an.
      Ein Moment verstrich, dann blickte sie hinunter auf ihren fast leeren Cocktail. Eine Stunde? Eigentlich sollte sie nichts mehr trinken, aber eine Stunde mit einem leeren Glas? Das ging nicht.
      "Machst du mir dann noch einen alkoholfreien?" fragte sie schließlich und lehnte sich etwas zurück. Sie kannte ihre Grenzen – und unter der Woche hatte sie nicht vor, sie zu überschreiten. Ein wenig Ruhe nach einem anstrengenden Tag war völlig ausreichend.
    • Arien Darkbloom

      Also Limettenscheiben flogen in letzter Zeit aber wirklich tief. Merkwürdiges Wetterphänomen! Ein Glück hatte er gerade ein Glas in der Hand, an dem die Scheibe perfekt kleben blieb. Grinsend betrachtete er das Werk von Faith. "Also wirklich. Man wirft doch nicht mit Limetten. Wo ist deine gute Erziehung?" Er warf die arme Scheibe jetzt endgültig in den Müll und reinigte das Glas nochmal. Natürlich wurde er direkt wieder für ein Getränk gerufen, weshalb er Faith alleine lassen musste. Nun er war hier nun einmal auf der Arbeit, aber die Kleine schien sich auch so ziemlich gut zu amüsieren. Auf ihre Worte bezüglich mehr Mühe hatte er nur gegrinst, während er neues Bier für seine Gäste ausschenkte. Besagte Gäste, welche ihn fast wieder Ari-Hase genannt hätten, hätte er sie nicht so dermaßen finster angesehen, dass sie fast handzahm ihr Getränk entgegen nahmen. Arien nickte zufrieden. In der Bar herrschte immer noch grandiose Stimmung. Vincent unterhielt sich mit einem alten Freund, den Arien inzwischen auch schon kannte. Er gehörte wohl zur alten Biker-Zeit und die beiden kannten sich Jahre lang. Mikey hatte ein neues Opfer gefunden und quasselte eine junge Blondine zu, welche an seinen Lippen hing und immer wieder verlegen kicherte. Ach Mädel, du weißt ja nicht worauf du dich da einlässt. Er sah sie jetzt schon am nächsten Abend an seiner Bar heulen und der Hellhaarige hatte wenig Lust sich noch eine Horrorstory anzuhören. Gehörte aber nun einmal zum Job.
      "ARIEN MEHR BIER!" dröhnte es aus den hinteren Ecken und Arien kam der Bitte selbstverständlich nach. Es war schon beeindruckend, dass ihn hier tatsächlich fast jeder kannte und dieses Mal war es nicht wie in der Uni. Sie kannten ihn wirklich und nicht den perfekten jungen Mann, denn er spielte.
      Routiniert und in einer für ihn typischen Geschwindigkeit waren reihenweise Bierkrüge, welche glänzten wie Pokale an der Bar aufgereiht, was die Jungs jubeln ließ und sie brav abholen kamen.
      Einer der Jungs in der Runde mit wirklich verflucht schönem schwarzen Haar, dass ihm spielerisch ins Gesicht fiel und katzenhaften grünen Augen lehnte sich zu ihm. Der Kerl war groß, schlank und ungesund attraktiv. Einer von Ariens Lieblingsgästen.
      "Heute Abend Zeit?", schnurrte dieser, woraufhin Arien grinsend den Kopf schief legte.
      "Nein." knapp, ehrlich - Arien.
      "Du bist so kalt. Dann nächstes Mal.", seufzte der Schwarzhaarige, grinste dann aber und ging zu seinen Jungs.
      Der Barkeeper blickte zu Faith, die um ein weiteres Getränk bat. Allerdings alkoholfrei. Hielt Arien für vernünftig.
      "Einen bestimmten Wunsch?"

      Die Stunde war schneller vorbei als gedacht und Vincent übernahm die Schicht für ihn. Sein Chef wollte nicht, dass Arien unter der Woche zu lange blieb, damit er sich auf sein Studium konzentrieren konnte. Zwar musste Arien nicht jeden Tag zur Uni, sondern nur zu bestimmten Vorlesungen, aber er musste seinem Chef jedes Mal versichern, dass es in den Studienrahmen passte, wenn er arbeiten kam.
      Das es so spät war, hatte er auch mit Vincent erstritten. Dieser ging nun zu Arien und klopfte ihm auf die Schulter.
      "Verschwinde Kleiner."
      Arien blickte zu dem Mann auf, der leider größer war als er, weshalb er tatsächlich ein wenig den Blick heben musste, was immer wieder dafür sorgte, dass Vincent ihn aufzog. Dem Kerl hatte das Alter echt nichts anhaben können - im Gegenteil. Vincent hatte massig Fans. Wahrscheinlich mehr als jeder männliche Student an der ganzen Uni zusammengezählt.
      Der Kerl war so bekannt und beliebt, dass Arien sich fragte, ob der Typ mal ein Promi gewesen war.
      "Schau nicht so, ich geh ja schon." brummte Arien und reichte ein Weinglas einer der Damen, dass er noch eben ausgeschenkt hatte.
      "Meine Damen heute werde ich eurer Barkeeper sein.", kam es locker von Vincent, worauf die Damen begeistert kreischten.
      Arien hob sich die Ohren zu.
      "Playboy."
      Vincent boxte ihm in die Seite. "Sagt der Richtige. Bring das Mädchen sicher nach Hause, verstanden?"
      Der Kerl hatte auch Ohren überall...
      Vincent blickte lächelnd zu Faith.
      "Keine Sorge, er hat zwar eine freche Klappe und ist eine verdammte Rotznase, aber du kannst dich auf ihn verlassen. Seid vorsichtig auf dem Heimweg und besuche uns im Pandämonium gerne einmal wieder."
      Arien blickte kurz zu Faith. "Warte einen Moment. Ich hol von hinten meine Sachen." dann war er hinter dem Tresen hervorgekommen und verschwand einen Moment hinter einer Tür, die er aufschließen musste, um seine Jacke und Zeug zu holen, das er immer in Vincent Büro abstellte.
      Nachdem er sich seine Lederjacke übergezogen hatte und abgecheckt hatte, dass er nicht vergessen hatte, war er zu Faith zurückgekehrt.


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    • Charilynn Faith Ashenvale
      Die Limettenscheibe blieb direkt am Glas kleben, anstatt in Ariens Gesicht zu landen – sehr zu Faiths Missfallen. Mit einem gespielten Schmollen verzog sie die Lippen. Das hatte sie sich ganz anders vorgestellt.
      "Ich glaube, dieser kurze Abend hier reicht mir aus, um dir zu sagen, dass du mit solchen Vorwürfen besser vorsichtig sein solltest.", konterte sie mit einem Grinsen.
      Wer Arien nur hier in der Bar sah, käme wohl kaum darauf, dass er aus einem makellosen Elternhaus stammte, in dem Perfektion und Ruf über allem standen – egal, wem es schadete. Zumindest lief es so mit ihrem Vater, und sie kannte auch seinen, er war nicht unbedingt ein Sonnenschein.
      Faith hatte diesen Gedanken in den letzten Stunden immer wieder, doch das änderte nichts daran, dass ihr dieser Ort gefiel – und Arien auch. Anfangs hatte er ihr vermittelt, alles andere als begeistert zu sein, dass sie sich ausgerechnet in diese Bar verirrt hatte. Doch mittlerweile fand sie ihn überraschend sympathisch, vor allem wegen seiner ungekünstelten, direkten Art.
      Während sie ihren Pina Colada schlürfte, ließ sie den Blick durch den Raum schweifen. Die einen saßen entspannt an ihren Tischen, plauderten über Gott und die Welt. Andere feierten ausgelassen, als wäre das Wochenende längst eingeläutet. Eine Männergruppe in der Ecke lachte laut über irgendetwas, das Faith nicht verstand, und in einer dunkleren Ecke saßen zwei Frauen, vertieft in ein leises Gespräch, ihre Weingläser fast leer.
      Sie bemerkte einen gutaussehenden jungen Mann, der sich der Bar näherte – vermutlich nur, um sich Nachschub zu holen. Doch als er stattdessen Arien charmant anlächelte und ihn anflirtete, hob Faith unauffällig ihr Glas und nahm einen langen Schluck und tat, als hätte sie nichts gesehen. Stand Arien etwa auf Männer?
      Dass er ihr anbot, sie nach Hause zu begleiten, weil sein Feierabend nicht mehr lange auf sich warten ließ, empfand sie als überraschend aufmerksam. Wirklich nötig wäre es nicht gewesen, aber die Geste war nett. Um sich noch ein wenig länger amüsieren zu können, leerte sie ihren Pina Colada und bestellte einen Virgin Colada – alkoholfrei, aber genauso lecker.
      Während der nächsten Stunde ließ sie sich treiben, wurde in verschiedene Gespräche verwickelt und genoss die lockere Atmosphäre. Die Musik war voll ihr Ding, und selbst als sie mit einem bärtigen Typen ins Gespräch kam – Lederjacke, grobe Hände und dicke Ringe an den Fingern, eine Ausstrahlung, die an einen Biker erinnerte – blieb die Unterhaltung angenehm. Erst hatte er ihr mit einem Schmunzeln vorgeworfen, als 'Püppchen' nicht in diese Bar zu passen, doch Faith konterte schlagfertig, woraufhin er erst sprachlos und dann amüsiert gewesen war. So entstand eine überraschend lustige Unterhaltung.
      Zwischendurch saß sie sogar bei einer Männergruppe, die eine Runde nach der anderen Bier bestellte. Die Stimmung war ausgelassen, alles fühlte sich leicht und unkompliziert an.
      Gerade als sie zur Bar zurückkehrte, hörte sie noch, wie der Chef – Vincent, das wusste sie mittlerweile – Arien in seinen Feierabend entließ.
      "Ich glaub, den hab ich schon ganz gut im Griff.", meinte sie grinsend und nickte Vincent dankend zu. "Aber danke, ich komme gern wieder, immerhin hat Arien mich förmlich angebettelt.".
      Ihr Blick wanderte zu Arien, als er ihr sagte, dass er erst noch seine Sachen holen müsste, bevor sie los konnten.
      "Keine Eile.", erwiderte sie und sah ihm nach, als er hinter einer Tür verschwand. Während sie wartete, bezahlte sie ihre Cocktails – und die von Lydia gleich mit – und ließ Arien ein ordentliches Trinkgeld da. Sie war sich sicher, dass er nicht darauf angewiesen war, aber das war nicht der Punkt. Gute Drinks verdienten es, honoriert zu werden.
      Als er wieder auftauchte, zog Faith ihre Lederjacke enger und lächelte. "Also, können wir?" fragte sie und winkte noch einmal der Männergruppe zu, die ihr fröhlich hinterherrief.
      "Eigentlich wollten wir erst woanders hin. Es war echt Zufall, dass wir hier gelandet sind. Aber ich hätte nicht gedacht, dass mein Abend noch so lustig wird.", meinte sie lächelnd, kaum traten sie in die frische Nachtluft hinaus.
    • Arien Darkbloom
      Die nächsten Stunde verlief ziemlich amüsant. Allerdings kannte Arien es aus dieser Bar auch nicht anders. Gut, es gab hin und wieder unnötigen Stress und einige Kerle hatten etwas zu viel Testosteron in sich, aber das war nichts, was man nicht unterbinden konnte. Falls es ausartete, musste Vincent nur einmal finster schauen und die meisten hielten direkt die Klappe. Falls nicht, nun dann flogen sie im hohen Bogen und das meinte Arien wirklich so. Vincent hatte einmal einen Kerl in die Mülltonnen des Nachbarhauses geworfen. Geworfen von der Tür der Bar aus. Arien war nach dem Abend der felsenfesten Überzeugung, dass der Kerl sicherlich mal illegale Kämpfe ausgetragen hatte. Jedenfalls hatte er da beschlossen immer sehr vorsichtig zu sein, inwieweit er seinen Chef auf die Palme brachte.
      Der Abend verlief vorwiegend flüssig. Er lief Alkohol in Hülle und Fülle. Die Stimmung war extrem gut, die Musik laut und auch Faith schien dem ruppigen Charme dieser Bar erlegen zu sein. Arien beobachtete mit einem amüsierten Grinsen wie sie immer mal wieder in Gespräche gezogen wurde. Die meisten mit denen sie sprach, kannte der Barkeeper und wusste das er nicht eingreifen musste. Viele wirkten hier extrem zwielichtig und finster. Einige hatten das Gesicht wie verprügelte Serienkiller, aber der Schein täuschte. Das waren größtenteils wirklich Leute mit einem Herzen aus Gold. Arien würde allerdings lügen, würde er behaupten, das alle hier so waren. Hier trieben sich tatsächlich auch kriminelle Leute herum. Menschen aus der Vergangenheit von Vincent. Sie stellten nichts an, aus Respekt vor dem Besitzer der Bar und weil Arien zu Vincent gehörte, waren sie zu ihm sogar immer extrem freundlich. Allerdings wusste der Hellhaarige was sie teilweise für Dinger drehten und die waren alles andere als harmlos.
      Heute waren auch ein paar dieser Leute hier, aber wie so oft, verhielten gerade die sich erschreckend anständig.
      Vincent war dann pünktlich wie immer an Arien herangetreten und hatte den Hellhaarigen direkt in den Feierabend geschickt. Wie immer ging Arien nur sehr widerwillig. Allerdings war mit Vincent zu diskutieren ungefähr so zielführend wie 3 Runden Kreisverkehr fahren, weshalb er es sein ließ.
      Als sein Chef an Faith gerichtet meinte, dass sie gern wiederkommen könnte und er sie ja sicher nach Hause bringen sollte, hob der Vorzeigestudent bei den Worten der Hellhaarigen belustigt die Augenbraue.
      "Ach hast du das?"
      Vincent grinste amüsiert. Er mochte toughe Frauen, das wusste Arien. Schließlich war die Ehefrau von Vincent eine echte Wucht. Die Frau war tougher als alle Kerle in dem Laden hier zusammen und selbst Vincent gehorchte ihr aufs Wort.
      "Och wird unser Kätzchen handzahm?", stichelte Vinc an Arien, der verdächtig zu seinen Limettenscheibe linste und überlegte diese nach seinem Chef zu werfen. "Lass dem Mädchen ihre Fantasien, alter Mann." er grinste Faith an, ließ sie dann wissen, dass er eben noch seine Sachen holen musste und verschwand im Hinterzimmer der Bar.
      Es dauerte keine 5 Minuten bis er wieder bei ihr war und sich dann gemeinsam mit ihr von Vincent und dem Rest verabschiedete. Der attraktive Kerl mit den grünen Katzenaugen deutete mit den Fingern, dass er ihn anrufen würde, worauf Arien nicht einging und mit Faith die Bar verließ.
      Kalte Nachtluft stieß ihnen entgegen und man merkte, dass es zuvor stark geregnet hatte. Die Luft roch förmlich nach Regen und nassen Asphalt.
      Arien fischte sich aus seiner Lederjacke seine Zigarettenschachtel und steckte sich eine Zigarette an.
      "Wo wohnst du? Ich hab nur mit dir und Bobby einen Shoot getrunken vor 5 Stunden, sonst nichts. Sonst würde ich dir das niemals anbieten, geschweige den es selbst machen. Ich würde uns mit dem Motorrad Heim fahren, wenn du nüchtern genug bist, dich an mir festzuhalten und nichts dagegen hast, dass ich dieses kleine Getränk vor Stunden hatte. Ich hab ein Zimmer im Wohnheim auf dem Campus, das würde sonst ewig dauern", bot er ihr an. Faith hatte zwar etwas von Laufen gequasselt, aber sie hatte wahrscheinlich keine Ahnung wie weit die Bar vom Campus weg war. Das wäre locker über eine Stunde Fußweg. Wenn er getrunken hat, fuhr er dann mit einem Taxi oder Öffis, falls da noch etwas fuhr. Ansonsten fuhr er im Sommer oder bei halbwegs guten Wetten immer mit seinem Motorrad.
      Vielleicht wohnte Faith aber auch in der Nähe der Bar und konnte tatsächlich bequem laufen.


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    • Charilynn Faith Ashenvale

      Kaum traten sie aus der Bar, umhüllte sie die frische Nachtluft wie eine sanfte Umarmung. Der Regen hatte sich verzogen, aber die Straßen glänzten noch im Licht der Laternen, als würden sie die letzten Tropfen festhalten wollen. Ein leichter Wind zog durch die Dunkelheit, brachte den Geruch von nassen Pflastersteinen, feuchtem Laub und ein Hauch von Alkohol und Rauch aus dem Inneren der Bar mit sich. Die Welt fühlte sich nach diesem Schauer irgendwie klarer an – frisch, ruhig, fast einladend.
      Faith sog die kühle Luft tief ein, ließ den Moment auf sich wirken, bevor ihr Blick zu Arien wanderte. Zwischen seinen Fingern klemmte bereits eine Zigarette und das Feuerzeug blitzte kurz auf, warf einen warmen Schein auf seine Finger, bevor er den ersten Zug nahm und den Rauch langsam in die Nacht entließ.
      "Du fährst Motorrad?", fragte sie überrascht und musterte ihn mit unverhohlener Bewunderung. Ihre Gedanken kreisten um die Idee, jetzt auf einem Motorrad durch die dunklen Straßen zu gleiten. Ein Taxi wäre einfach, zu Fuß gehen vernünftig – aber das hier? Das fühlte sich nach einem kleinen Abenteuer an. Sie hatte Motorräder immer bewundert, aus der Ferne bestaunt, aber nie die Gelegenheit gehabt, selbst mitzufahren. Es war diese Mischung aus Geschwindigkeit und Freiheit, die sie reizte. Vielleicht war es die Nacht, vielleicht waren es die Cocktails, aber die Vorstellung ließ ihr Herz einen kleinen, erwartungsvollen Hüpfer machen."Ich wohne auch auf dem Campus, wäre kein Umweg", meinte sie mit einem Lächeln. "Und so viel hab ich jetzt auch nicht getrunken, dass ich mich nicht mehr festhalten kann."
      Faiths Finger strichen gedankenverloren über ihre Jacke, als sie sich vorstellte, wie es wäre, den Fahrtwind auf ihrer Haut zu spüren, die Straßen unter sich vorbeirauschen zu sehen. Ein Kribbeln breitete sich in ihrem Bauch aus – eine Mischung aus Müdigkeit, Aufregung und diesem leichten Rausch, der alles ein kleines bisschen intensiver machte. Es war eine dieser spontanen Nächte, die im Gedächtnis blieben, nicht wegen großer Ereignisse, sondern wegen dieser winzigen, elektrischen Momente, die das Alltägliche für einen Augenblick magisch erscheinen ließen.
      Noch während sie sprach, wurde ihr bewusst, dass sie sich längst entschieden hatte. Der Gedanke, einfach loszufahren, sich an den Fahrer vor ihr zu klammern, die Dunkelheit, die Stadtlichter und die kühle Luft um sich herum zu spüren – das war genau das, was sich in diesem Moment richtig anfühlte. Sie lächelte bei dem Gedanken, warf einen letzten Blick auf die funkelnden Straßen, und spürte, wie sich eine angenehme Vorfreude durch ihren Körper zog.
    • Arien Darkbloom

      Arien zog an seiner Zigarette und beobachtete den grauen Rauch wie dieser in nicht annährend beschreibbaren Formen in der kalten Nachtluft tänzelte. Sie hatten immer noch April, daher war die Luft nachts immer noch fast eisig. Allerdings bedeutete diese raue Nacht einen klaren Sternenhimmel. Beeindruckend, wenn man den Lichtersmog ihres Städtchens beachtete. Okay, es war einer eine Großstadt, aber Arien kam dieser Ort im Vergleich zu der Welt, die auf ihn wartete immer unendlich klein vor. Vielleicht auch weil er sich wie in einem Hamsterrad fühlte, solange er diese verfluchte Universität besuchte. Als Arien an der Zigarette zog, verzog er einen Moment das Gesicht. Das war nicht seine gewohnte Marke, sondern ein bescheuerter Ersatz, da beim Automaten seine Kippen ausverkauft waren und er keine Lust hatte in einen Laden zu gehen. Er bereute seine Entscheidung und seine Faulheit in diesem Moment. Er hatte sich an Faith gewandt und ihr vorgeschlagen, dass sie mit dem Motorrad nach Hause fahren konnten. Ganz gleich wo sie wohnte, er hatte bis zum Campus einen extrem weiten Weg und da er komplett nüchtern war und der kleine Shoot Stunden her, hielt er es für vernünftig, dass sie jetzt nicht durch die Straßen wanderten. Da er aber nicht wusste wie die Kleinere darüber dachte, wollte er ehrlich mit ihr sein. Alles was Faith allerdings hörte war Motorrad und den Rest hatte sie offenbar ausgeblendet. Der Hellhaarige grinste belustigt. Das Mädel war schon echt schräg. "Ja, fahre ich. Dann wird es wohl das Motorrad, deiner Begeisterung nach zu urteilen." er winkte Faith mit sich. Hinter der Bar gab es private Parkplätze wo sowohl Vincent entweder eines seiner beiden Motorräder oder ein Auto parkte und auch Arien parken durfte. Das Faith ebenfalls auf dem Campus wohnte, wie sie ihm erklärte, würde die Sache einfacher machen. Das sie nicht herunterfallen würde, nun das war wieder eine andere Geschichte. "Ich erinnere dich daran, wenn du mit den Armen wedeln solltest und irgendwo über die Straße rollst. Dafür hafte ich aber nicht Engelchen." er zwinkerte ihr zu und steuerte mit ihr den absolut lausig beleuchteten Parkplatz an. Diese verfluchte Laterne die dort stand, war mehr dafür da, alles wie einen Horrorfilm wirken zu lassen. Das blöde Ding flackerte schon seit Wochen. Arien schnalzte genervt mit der Zunge, als er zu der Laterne blickte und zog an seiner widerlichen Zigarette. Er hatte Vincent jetzt schon tausend Mal gesagt, dass er hier eine andere Lichtquelle aufstellen sollte. Da es sich hier um abgesperrte Privatparkplätze handelte, kam hier trotz dieser Horrorlichtershow ohnehin keiner hin. Mit dem Schlüssel schloss er eine andere Hintertür der Bar auf, wo Vincent und er den kleinen Raum dazu nutzten, Zeug für ihre Motorräder oder Werkzeug zu deponieren. Hier hatte Arien seinen Helm gelassen. Da Vincent hier zig Sachen hatte, unter anderem auch mehr als nur einen Helm, lieh er sich einfach einen davon aus, damit sie beide einen hatten und steuerte wieder zu Faith.
      Diese wartete an seiner Maschine. Eine pechschwarze Kawasaki - sein Baby. Nun in der Dunkelheit erkannte man kaum etwas, aber sie war dennoch eine Schönheit. Er stellte sich nah an Faith heran und zog ihr sanft seinen Helm auf, stellte diesen ein und blickte prüfend zu ihr.
      "Geht das so?"


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    • Charilynn Faith Ashenvale
      Faiths Gedanken kreisten nur noch um das Motorradfahren. Sie hatte es noch nie ausprobiert, und ehrlich gesagt glaubte sie nicht, dass sie jemals den Mut dazu haben würde, selbst zu fahren. Schon gar nicht würde ihr Vater ihr erlauben, einen Motorradführerschein zu machen – das war absolut ausgeschlossen. Den Autoführerschein hatte sie zum 18. Geburtstag bekommen, und das hatte ihr auch gereicht. Aber jetzt, in diesem Moment, spielte all das keine Rolle mehr. Sie grinste begeistert. "Und ob es das Motorrad wird!", erklärte sie und setzte sich sofort in Bewegung, als Arien sie wortlos dazu aufforderte.
      Ihr Weg führte hinter die Bar, direkt zu den Privatparkplätzen, wo Arien offenbar sein Motorrad abgestellt hatte. Die Laterne, die dort stand, flackerte unruhig, als hätte sie vergessen, dass ihr eigentlicher Zweck war, Licht zu spenden. Doch Faith ließ sich davon nicht stören – die Vorfreude auf das, was gleich kommen würde, war viel größer als die irritierende Beleuchtung. Sie folgte Arien ohne Widerworte und musterte neugierig die Umgebung. "Fährst du schon lange?", wollte sie wissen.
      Kaum erblickte sie sein Motorrad, blieb sie beeindruckt stehen. Das Bike war schwarz, elegant und hatte eine gewisse Präsenz – auch wenn sie sich mit Motorrädern kein bisschen auskannte, wusste sie dennoch, dass dieses hier definitiv cool aussah. "Abgefahren.", murmelte sie voller Begeisterung und lief einmal um das Gefährt herum, versuchte in der Dunkelheit jedes Detail zu erfassen.
      Sie war so vertieft in ihre Bewunderung, dass sie erst bemerkte, dass Arien verschwunden war, als sie sich umdrehte – und ihn dann mit zwei Helmen zurückkehren sah. Er trat dicht genug an sie heran, um ihr zu helfen, aber nicht zu nah, sodass es sich unangenehm anfühlen würde. Mit einem sanften, fast aufgeregten Lächeln ließ sie ihn machen. Sie hatte keine Ahnung, wie man so ein Ding richtig aufsetzte und konnte ihm nur dankbar sein, dass er es für sie übernahm.
      "Ich bin noch nie auf einem mitgefahren", gab sie zu und hob kurz die Hände, als hätte sie helfen wollen, aber nicht wusste, wie. Der Helm saß fest, fühlte sich ungewohnt eng an, fast so, als würde er ihr Gesicht ein wenig zusammendrücken. Aber vermutlich gehörte das genau so. "Ich denke ja … fühlt sich ziemlich eng an, falls das richtig so ist."
      Während er den Riemen sorgfältig festzog, musterte sie ihn aus der Nähe. In der gedämpften Dunkelheit erkannte sie die feinen Details seines Gesichts – die leicht zerzausten Haare, die ernste Konzentration in seinem Blick, die Art, wie seine Finger ruhig und geschickt arbeiteten. Es war selten, dass sie jemandem so nahe war, ohne dass Worte den Moment füllten. Ihr Blick blieb für einen Moment an seinem Gesicht hängen – an der gelassenen Konzentration, mit der er den Helm richtete, an der Ruhe, die ihn umgab, als wäre sie ein natürlicher Teil von ihm. Sie fragte sich, ob er ahnte, wie sehr er diese unaufgeregte Selbstverständlichkeit ausstrahlte, ob es ihm überhaupt bewusst war. Es war eine dieser kleinen Beobachtungen, die sich in ihren Gedanken festsetzten, ohne dass sie genau wusste, warum.
      Sie ließ ihre Finger noch einmal über den Rand des Helms gleiten, bevor sie sich vorsichtig daran gewöhnte. Ein Abenteuer stand ihr bevor – und sie würde es mit jeder Faser genießen.
    • Arien Darkbloom

      Als er mit den beiden Motorradhelmen zurückkehrte, beobachtete er Faith wie diese aufgeregt um sein Motorrad herumwuselte. Fast wie ein Kind vor einem Weihnachtsbaum. Er schmunzelte leicht und verlangsamte seinen Schritt, da er sie dabei ein wenig beobachten wollte. Sie war so aufgeregt, so voller naiver und aufrichtiger Vorfreude, dass es Arien erstaunte. Positiv erstaunte, so merkwürdig er es auch fand. Er hätte nicht gedacht, dass es in ihrer Welt, in der es nur um Reichtum, Macht und Anerkennung ging noch Menschen gab, die sich aufrichtig für etwas begeistern konnten. Für Dinge, welche sie sich selbst einfach kaufen konnten. Vielleicht war Faith ein genauso schräger Vogel wie er selbst. Schließlich erfreute er sich ebenfalls an den banalsten Dingen. Da Arien die meisten Menschen auf diesem Planeten nicht ausstehen konnte, würde er auch bei der Kleinen vorsichtig sein. Zumal sie eben aus seiner Welt kam, aber er würde lügen, würde er sie seit heute Abend nicht in einem anderen Licht sehen oder behaupten, er fände sie unsympathisch. Das Arien mal jemanden halbwegs gut leiden konnte war eine echte Seltenheit und er würde es Faith sicherlich nicht auf die Nase binden. Grinsend musste er dann doch ihre kleine Erkundung unterbrechen und stellte sich so nah vor sie, dass er ihr problemlos den Helm aufsetzen konnte. Der Barkeeper mochte zwar eine rebellische Aura haben, aber er war nicht dumm, sich auf ein Bike ohne Helm zu setzen und schon gar nicht, wenn er jemanden mitnahm. Auf Faiths Frage hin nickte er. "Ungefähr seit 6 Jahren." Er erkundigte sich, ob der Helm gut saß und er sie damit nicht versehentlich strangulierte. Auf ihre Frage hin schmunzelte er. "Es gibt angenehmeres als einen Helm auf zu haben. Solange du aber Luft bekommst, ist das etwas beklemmende Gefühl normal. Er darf nicht zu locker sitzen, damit er falls ein Sturz passieren sollte nicht einfach abfällt." erklärte er ihr gelassen und machte einen Schritt zurück, als er den Helm fertig aufgesetzt hatte. Er musterte sie einen Moment und nickte. Das sollte gehen. Dann setzte sich der junge Mann selbst seinen eigenen Helm auf, was deutlich schneller ging, da dies doch deutlich routinierter war, als jemand anderen einen Helm aufzusetzen. Er schwang sich lässig auf sein Bike und klopfte hinter sich. "Na komm." Faith meinte sie wäre noch nie auf einem Motorrad gefahren, weshalb er sie ermutigend durch den Helm ansah, soweit man das überhaupt sehen konnte. "Für alles gibt es ein erstes Mal." als sich Faith setzte, hatte er kurz nach hinten gegriffen und ihre Hände geschnappt, die er um sich legte. "Gut festhalten, verstanden?"


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    • Charilynn Faith Ashenvale
      Faith staunte nicht schlecht, als Arien beiläufig erwähnte, dass er bereits seit sechs Jahren Motorrad fuhr. "Ziemlich cool", meinte sie grinsend, ihr Ton durch und durch ehrlich. Sie hatte keine Ahnung von Bikes, aber sechs Jahre Erfahrung klangen beeindruckend.
      Sie ließ sich von ihm helfen, den Helm aufzusetzen, und beobachtete ihn dabei genau. Ihre Finger berührten kurz das kalte Material, während er geschickt am Riemen zog, prüfte, ob alles richtig saß, und ihr dabei noch erklärte, warum der Helm so fest sitzen musste. Ihr Blick blieb an seinen Händen hängen – ruhig und routiniert, als hätte er das schon hundertmal gemacht. "Weiß denn überhaupt jemand aus der Uni, dass du Motorrad fährst? Ich hab noch nie jemanden darüber sprechen hören", fragte sie beiläufig und stellte dabei fest, dass sie wirklich noch nie darüber etwas gehört hatte.
      Als ihr Helm schließlich perfekt saß, setzte auch Arien seinen auf, und Faith zog ihre Jacke enger. Sie sah zu, wie er sich auf sein Motorrad setzte und mit der Hand auf den Sozius klopfte. Ihre Aufregung stieg. Für einen Moment stand sie einfach da, ließ den Anblick auf sich wirken – wie er auf seinem dunklen Bike saß, wie selbstverständlich er sich bewegte, als wäre das Motorrad einfach eine Verlängerung von ihm. Sie hatte schon oft gehört, dass ein Motorrad eine gewisse Aura verleihen konnte, aber jetzt sah sie es mit eigenen Augen. Verdammt, so auf dem Bike sah er echt gut aus.
      Gerade als sie sich in Bewegung setzen wollte fiel ihr etwas ein, weshalb sie an sich selbst hinunter blickte. Sie trug einen Rock. Verdammt. Sie seufzte und hätte sich gerade am liebsten verflucht. Warum hatte sie ausgerechnet heute einen Rock gewählt? Sie hatte zwar eine Feinstrumpfhose darunter, und in der Dunkelheit würde vermutlich sowieso niemand etwas sehen, aber trotzdem – praktischer hätte ihr Outfit definitiv sein können. "Na toll", murmelte sie genervt und folgte dennoch ohne zu zögern Ariens Anweisung. Erst ein Fuß auf die Raste, dann mit einem Schwung das Bein über das Motorrad – und schon saß sie hinter ihm.
      Kaum hatte sie sich gesetzt zupfte sie noch ihren Rock zurecht und spürte wenig später seine Hände, die nach hinten griffen. Überraschend sicher schnappte er sich ihre Hände, positionierte sie um seine Taille, damit sie sich gut festhalten konnte. Das führte dazu, dass sie automatisch näher an ihn heranrutschte, die Wärme seines Körpers unter ihrer Berührung spürte.
      Dann ließ Arien den Motor an. Das dunkle Dröhnen vibrierte tief durch das Motorrad, ließ es unter ihr lebendig wirken. Kraftvoll, kontrolliert und mit einem unverwechselbaren Klang, der in der Nacht hallte. Sie spürte das leichte Zittern der Maschine, das durch ihre Beine lief, als wäre es ein sanfter elektrischer Impuls. Mit ruhiger Präzision gab er Gas, und das Motorrad setzte sich langsam in Bewegung. Sie hielt den Atem an, als sie das sanfte, aber bestimmte Ruckeln des Starts spürte – und dann glitten sie durch die Dunkelheit, hinaus auf die Straßen, fort vom Parkplatz, hinein in die Nacht und ein Abenteuer, das sie so schnell nicht vergessen würde.
      Kaum setzte sich das Bike in Bewegung, spürte sie, wie ihr Herz einen kurzen Satz machte. Der plötzliche, ungewohnte Moment des Beschleunigens ließ ihre Aufregung in einen Hauch von Nervosität umschlagen, und instinktiv klammerte sie sich fester an ihn. Die kühle Nachtluft strich durch ihre Kleidung, und für einen winzigen Augenblick fragte sie sich, ob sie sich wirklich sicher genug fühlte – doch bevor dieser Gedanke sie völlig einholen konnte, spürte sie die Stabilität seiner Haltung, das vertraute Dröhnen des Motors unter ihnen, und sie ließ sich einfach mitziehen. Ein ungewohntes, kribbelndes Gefühl breitete sich in ihrem Körper aus – eine Mischung aus Angst, Adrenalin und einer Aufregung, die beinahe süchtig machte.