Arien Darkbloom
Gespielt nachdenklich verschränkte er die Arme vor der Brust und legte den Kopf leicht schief. "Ein Glitzerponcho für den Regen. Ich würde richtige Trends setzen. Bin dabei.", er grinste belustigt, machte sich dann aber wieder an die Arbeit. Auch wenn er nebenher mit Faith plaudern konnte, war er nun einmal zum arbeiten hier und sein Job hatte Priorität. Arien hatte aber schon immer ein ziemliches Talent für die Balance zwischen Unterhaltung der Kunden und Getränke mixen. Nicht das er unbedingt so sympathisch wäre, immerhin zeigte er hier sein wahres Gesicht. Allerdings schien genau diese freche, sarkastische und oft auch unglaublich fiese Art die Leuten anzuziehen wie Motten. Hier brauchte er kein falsches Lächeln, kein poliertes Image oder das Vokabular eines elitären Snobs. Nein, hier war er einfach er selbst und das genügte. Es genügte den Menschen auf dessen Meinung er wirklich Wert legte und hier war er daheim. Zwischen all seinen Trunkenbolden, seinem extrem lässigen Chef und dem Glitzern der frisch polierten Gläser. Nirgendwo sonst konnte man die Abgründe der Menschheit, die privatesten Gedanken, aber auch Hoffnungen und Träume besser erleben als hier.
Bei den Worten, das er unmöglich war, schlich sich ein zufriedener Ausdruck auf sein Gesicht. Stimmt, das war er wirklich. Er war nicht der Märchenprinz, den alle in ihm sahen. Eine Rolle die Arien nie spielen wollte und verabscheute.
"Oh, ich werde mich ganz kläglich am Zebrastrafen bemerkbar machen, wenn ich verdunste.", antwortete Arien ihr sogar lachend. Wer hätte gedacht, dass er mit der Ashenvale-Göre einmal so herzlich herumalbern könnte? Das Mädchen, welche auf den Veranstaltungen der Anwaltskammern immer in ihren viel zu perfekten Kleidchen neben ihrem Vater praktisch verstummte. Die Welt war wohl wirklich ein einziges Mysterium.
Eines der anderen Mysterien dieser Welt, stolperte gerade filmreif und theatralisch in die Bar.
Nicki war sturzbetrunken, wie jedes Mal, wenn er von seinem Freund verlassen wurde. Interessanter Weise war er nüchtern allerdings eine komplett andere Person und jemand den Arien sogar echt mochte. Was eine Rarität war, da der Hellhaarige so gut wie niemanden leiden konnte.
Nicki sah mit seinem pechschwarzen glänzenden Haar und den leuchtenden Augen unsagbar gut aus, er hatte eine Stimme wie einer dieser K-Pop-Sternchen und war ein sehr liebenswerter Charakter. Etwas das man in seinem betrunkenen Wesen absolut nicht wiedererkennen konnte. Da glich er eher einer zugedröhnten Ente, die über ihre eigenen Füße stolperte und krächzte als hätte er eine Krähe gefuttert.
Wie konnte ein solcher Kerl nur ein so großes Pech mit Männern haben? Immer lachte er sich die falschen Leute an und war am Ende die Person die mit gebrochenen Herzen in Ariens Bar aufkreuzte und dem Barkeeper die Zunge in den Hals schob, nur um sich am nächsten Tag peinlich berührt 1000x zu entschuldigen.
Rob wiederum war die arme Seele, welche Nicki chronisch wieder einsammeln musste, tröstete, ihn zu Arien schleppte, weil Nicki wieder einmal nach ihm schrie und hinterher das Chaos aufräumte.
Würde sich Nicki nur einmal genauer umsehen, dass der perfekte Mann eigentlich immer in seiner Nähe war...
Als die 3 die Bar erreichten entschuldigte sich Rob natürlich erneut und auch Faith bat er um Verzeihung, während Nicki vor sich hin heulte. Arien stellte ihm ein Glas Wasser vor die Nase.
Die Worte von Faith trafen ziemlich genau ins Schwarze, weshalb Arien einfach nur schwieg und Rob milde lächelte.
Ja, das hier waren Ariens wahre Freunde, seine echten Freunde. Absolut nicht perfekt, aber echt und immer da, wenn man sie brauchte. Sie waren keine Sternchen an einer Universität oder Leute mit zu viel Kohle und einem schicken Wagen. Nein, sie waren einfach nur sie selbst und genau dafür schätzte Arien sie.
"Die beiden sind in Ordnung, mach dir keine Sorgen."
Nicki hob den Kopf von der Bar und blickte todtraurig zu Faith. Ein Blick der Steine selbst erweichen ließ.
"Warum will mich niemand?"
Rob und Arien seufzten im Chor.
"Nicki trink dein Wasser."
"Ich will kein Wasser."
"Zwing mich nicht dir das Wasser einzuprügeln." brummte Arien.
Jade Rhea Summer
Er wollte da sein, wo er sein wollte? Sie blickte mit ihren goldenen und den Tränen zurückhaltend glänzenden Augen zu ihm auf. Wagte es ihn anzusehen und fragte sich, warum ein so wundervoller Mensch zu ihr gekommen war. Hawke könnte jetzt einen tollen Abend verbringen und Spaß haben und stattdessen vergeudete er seine Zeit mit ihr. Sie konnte es nicht glauben, dass er bei ihr sein wollte...Nein, Hawke war einfach nur zu freundlich. Der Schwarzhaarige wollte sie nicht verletzen, war sie doch ein einzig zerbrochenes Scherbenmeer. Ein Scherbenmeer, welches dafür sorgte, dass sie sich bei jedem Versuch noch einmal sich aufzuraffen, nicht aufzugeben ins Fleisch schnitt.
Jade wusste nicht mehr was sie denken sollte, ihre Welt drehte sich zu schnell und alles tat ihr weh. Sie sollte ihn wegschicken und doch konnte sie es nicht.
Als hätte er ihre Gedanken gelesen, hatte er ihr sogar angeboten gehen zu können. Panik machte sich in der Rothaarigen breit. Sie wollte, dass er von ihr Abstand nahm, weil er viel zu gut für sie war und gleichzeitig wollte sie nicht allein sein.
Nicht schon wieder....war sie es doch ihr ganzes Leben lang.
Nein....das stimmte nicht...früher hatte sie ihre Mannschaft gehabt.
Sie war Sportlerin gewesen, hatte ein Team, war sogar Kapitänin. Sie hatte alles verloren, alles...
Als sie aber Hawkes Worte vernahm, sah sie ihn einfach nur sprachlos an.
Er wollte sie in seine Welt lassen. Sie mit sich ziehen in ein ihr so unbekanntes Licht, dass es ihr Angst machte.
"Ich......bist du dir sicher? Also, ich meine...." unsicher blickte sie auf ihre Füße.

ღ For my lovely Warlock ღ