Silverius 'Silver' Magnus
„Oh? Ist das ein Kompliment?“, gab Silver mit einem amüsierten Grinsen auf den Lippen zurück, als man ihm den Titel einer Vogelscheuche – und damit hoffentlich auch dem eines Untoten und eines Flickenteppichs – endlich abnahm.
„Verliebt dich bloß nicht in mich.“, fügte er hinzu, während er Neona dabei zusah, wie sie ein Kleidungsstück nach dem anderen aus ihrer Tasche kramte und wie es schien hatte sie doch recht gute Beute gemacht. Damit würde er sich nicht nur besser bewegen können, sondern sich sicherlich auch deutlich wohler fühlen, als in einer klitschnassen Decke, die ihm gerade einmal bis zu den Knien ging.
„Ich nehm's zurück. Du kannst dich doch in mich verlieben.“, schien er es sich dann doch anders überlegt zu haben, als ihm einfiel, dass er sie dann sicherlich berühren konnte, wann er immer er wollte, wenn sie sich in ihn verliebte. Aber ganz ernst meinte er es damit auch nicht, als er begann die Kleidungsstücke zu inspizieren, als ein Aufschrei Neonas ihn dazu brachte seine Aufmerksamkeit wieder auf sie zu richten.
Er hob fragend die Augenbraue, bevor er ihrem Blick folgte und den Resten des Fisches dabei zu sah, wie sie flussabwärts getragen wurden. Eigentlich hätte er es nur für irgendwelchen Dreck gehalten, würden nicht ein paar weitere Fische flussabwärts schwimmen. Es war nicht schwer zu erraten, was passiert war, und obwohl Silver ihr schon mehrere Male klar gemacht hatte, dass sie durch seine Berührung eigentlich hätte sterben müssen – er konnte es immer noch nicht so recht glauben, als würde er noch immer in einem Traum feststecken – schien sie ihm bis jetzt entweder nicht so recht geglaubt zu haben oder sich nicht bewusst gewesen, welche Ausmaße dieser Fluch nahm. Zugegeben, anfangs hatte er es auch nicht glauben wollen. Aber aus ganz anderen Gründen.
Und so richtig hatte es ihm auch niemand erklärt.
Er kommentierte ihr Verhalten nicht weiter, es war nur verständlich und er musste wohl froh sein, dass sie nicht einfach weg rannte. Andere hätten es sicherlich getan. Aber der Unsterbliche machte sich da keine Sorgen, immerhin brauchte sie ihn um zu überleben.
Wer sonst würde freiwillig einen Todesfluch auf sich nehmen, geschweige denn den Weg zu einer Hexe kennen?
Die Kleidung die Neona ihm aus seinem alten Ankleidezimmer gebracht hatte, waren deutlich besser als jene, die er getragen hatte – wenn man die Fetzen denn noch als Kleidung hätten bezeichnen können – dennoch waren sie nicht ideal, musste er feststellen, denn die Zeit hat auch sie nicht verschont. Letztendlich entschied er sich gezwungener Maßen dazu nicht nur das Reisehemd zu tragen, sondern auch das schwarze drüber zu tragen, in der Hoffnung dadurch die meisten Löcher abgedeckt zu haben.
Hätte er Nadel und Faden gehabt, hätte er die Löcher einfach selber stopfen können... aber selbst wenn sie Zeit dafür hätten – und wer wusste wie viel davon der Rothaarigen noch blieb – wusste er nicht so recht, wo er welche hätte finden sollen. Alle Nadeln die er besaß waren sicherlich schon längst verrostet.
Zwei Hosen konnte er nun wirklich nicht tragen, also entschied er sich für jene, die weniger Löcher aufwies und das war die dunkelbraune Reisehose.
Dann waren da noch die Handschuhe... wie er Handschuhe aus Leder hasste. Ja, sie waren deutlich stabiler und würden nicht so einfach reißen, dafür stumpften sie das Gefühl in seinen Händen und Fingern deutlich stärker ab, als dünne Stoffhandschuhe es taten. Er zog es vor wenigstens etwasmit den Händen spüren zu können, aber ihm war auch bewusst, dass es nun einmal nicht anders ging, als zog er sie sich grummelnd über die Hände.
Anstatt seiner neuen Reisegefährtin eine Antwort zu geben, stampften er einfach zu dem Busch herüber und beugte sich etwas nach zu ihr hinunter.
„Ja, ich bin hier fertig. Und du? Hast du den Tod des Fisches verkraften können?“, erkundigte er sich, deutlich machend, dass ihm nicht entgangen war, was in ihr vorging. Oder zumindest vorgehen musste. Aber ganz ehrlich? So naiv wie Neona auf ihn wirkte, war es besser, wenn sie sich dieses Gefühl beibehielt. Dieses Gefühl von Angst ihm gegenüber. Zumindest glaubte Silver, dass sie so etwas in der Art für ihn empfinden musste, nun wo sie mit eigenen Augen gesehen hatte, was eine Berührung von ihm bedeuten konnte. Oder Abscheu. Vielleicht Wut? Was auch immer es war, sie sollte sich dieses Gefühl merken.
Immerhin würde sie ihn am Ende dieser Reise zum Tode verurteilen.
„.. hast du gerade Stadt gesagt?“, runzelte der Unsterbliche die Stirn, darauf wartend dass die Rothaarige sich erhob, damit sie aufbrechen konnten.
„... es ist ja wirklich eine Stadt geworden.“, musste Silver zu seinem Leidwesen feststellen, als sie sich durch das Unterholz hatten kämpfen müssen und letztendlich am Rand des Waldes stehen blieben, wo der Unsterbliche seinen Blick missmutig auf die Slums und die Stadtmauer gerichtet hielt. Das gefiel ihm natürlich überhaupt nicht.
Vor seinem langen Schlaf war es nichts weiter als ein idyllisches Dorf gewesen, mitten im Nirgendwo, der perfekte Rückzugsort für jemanden, der ungestört bleiben wollte.
Und nun war es einfach eine Stadt. Eine verdammte Stadt. Und wo es eine Stadt gab, gab es auch viele Menschen, wie er alleine schon am Anblick der Slums feststellen musste.
„... ich warte hier. Beeil dich mit den Sachen.“, machte Silver deutlich, dass er nicht bereit war ihr hinter die Stadtmauern zu folgen, auch wenn er nun mehr trug als Fetzen.
„Oh? Ist das ein Kompliment?“, gab Silver mit einem amüsierten Grinsen auf den Lippen zurück, als man ihm den Titel einer Vogelscheuche – und damit hoffentlich auch dem eines Untoten und eines Flickenteppichs – endlich abnahm.
„Verliebt dich bloß nicht in mich.“, fügte er hinzu, während er Neona dabei zusah, wie sie ein Kleidungsstück nach dem anderen aus ihrer Tasche kramte und wie es schien hatte sie doch recht gute Beute gemacht. Damit würde er sich nicht nur besser bewegen können, sondern sich sicherlich auch deutlich wohler fühlen, als in einer klitschnassen Decke, die ihm gerade einmal bis zu den Knien ging.
„Ich nehm's zurück. Du kannst dich doch in mich verlieben.“, schien er es sich dann doch anders überlegt zu haben, als ihm einfiel, dass er sie dann sicherlich berühren konnte, wann er immer er wollte, wenn sie sich in ihn verliebte. Aber ganz ernst meinte er es damit auch nicht, als er begann die Kleidungsstücke zu inspizieren, als ein Aufschrei Neonas ihn dazu brachte seine Aufmerksamkeit wieder auf sie zu richten.
Er hob fragend die Augenbraue, bevor er ihrem Blick folgte und den Resten des Fisches dabei zu sah, wie sie flussabwärts getragen wurden. Eigentlich hätte er es nur für irgendwelchen Dreck gehalten, würden nicht ein paar weitere Fische flussabwärts schwimmen. Es war nicht schwer zu erraten, was passiert war, und obwohl Silver ihr schon mehrere Male klar gemacht hatte, dass sie durch seine Berührung eigentlich hätte sterben müssen – er konnte es immer noch nicht so recht glauben, als würde er noch immer in einem Traum feststecken – schien sie ihm bis jetzt entweder nicht so recht geglaubt zu haben oder sich nicht bewusst gewesen, welche Ausmaße dieser Fluch nahm. Zugegeben, anfangs hatte er es auch nicht glauben wollen. Aber aus ganz anderen Gründen.
Und so richtig hatte es ihm auch niemand erklärt.
Er kommentierte ihr Verhalten nicht weiter, es war nur verständlich und er musste wohl froh sein, dass sie nicht einfach weg rannte. Andere hätten es sicherlich getan. Aber der Unsterbliche machte sich da keine Sorgen, immerhin brauchte sie ihn um zu überleben.
Wer sonst würde freiwillig einen Todesfluch auf sich nehmen, geschweige denn den Weg zu einer Hexe kennen?
Die Kleidung die Neona ihm aus seinem alten Ankleidezimmer gebracht hatte, waren deutlich besser als jene, die er getragen hatte – wenn man die Fetzen denn noch als Kleidung hätten bezeichnen können – dennoch waren sie nicht ideal, musste er feststellen, denn die Zeit hat auch sie nicht verschont. Letztendlich entschied er sich gezwungener Maßen dazu nicht nur das Reisehemd zu tragen, sondern auch das schwarze drüber zu tragen, in der Hoffnung dadurch die meisten Löcher abgedeckt zu haben.
Hätte er Nadel und Faden gehabt, hätte er die Löcher einfach selber stopfen können... aber selbst wenn sie Zeit dafür hätten – und wer wusste wie viel davon der Rothaarigen noch blieb – wusste er nicht so recht, wo er welche hätte finden sollen. Alle Nadeln die er besaß waren sicherlich schon längst verrostet.
Zwei Hosen konnte er nun wirklich nicht tragen, also entschied er sich für jene, die weniger Löcher aufwies und das war die dunkelbraune Reisehose.
Dann waren da noch die Handschuhe... wie er Handschuhe aus Leder hasste. Ja, sie waren deutlich stabiler und würden nicht so einfach reißen, dafür stumpften sie das Gefühl in seinen Händen und Fingern deutlich stärker ab, als dünne Stoffhandschuhe es taten. Er zog es vor wenigstens etwasmit den Händen spüren zu können, aber ihm war auch bewusst, dass es nun einmal nicht anders ging, als zog er sie sich grummelnd über die Hände.
Anstatt seiner neuen Reisegefährtin eine Antwort zu geben, stampften er einfach zu dem Busch herüber und beugte sich etwas nach zu ihr hinunter.
„Ja, ich bin hier fertig. Und du? Hast du den Tod des Fisches verkraften können?“, erkundigte er sich, deutlich machend, dass ihm nicht entgangen war, was in ihr vorging. Oder zumindest vorgehen musste. Aber ganz ehrlich? So naiv wie Neona auf ihn wirkte, war es besser, wenn sie sich dieses Gefühl beibehielt. Dieses Gefühl von Angst ihm gegenüber. Zumindest glaubte Silver, dass sie so etwas in der Art für ihn empfinden musste, nun wo sie mit eigenen Augen gesehen hatte, was eine Berührung von ihm bedeuten konnte. Oder Abscheu. Vielleicht Wut? Was auch immer es war, sie sollte sich dieses Gefühl merken.
Immerhin würde sie ihn am Ende dieser Reise zum Tode verurteilen.
„.. hast du gerade Stadt gesagt?“, runzelte der Unsterbliche die Stirn, darauf wartend dass die Rothaarige sich erhob, damit sie aufbrechen konnten.
„... es ist ja wirklich eine Stadt geworden.“, musste Silver zu seinem Leidwesen feststellen, als sie sich durch das Unterholz hatten kämpfen müssen und letztendlich am Rand des Waldes stehen blieben, wo der Unsterbliche seinen Blick missmutig auf die Slums und die Stadtmauer gerichtet hielt. Das gefiel ihm natürlich überhaupt nicht.
Vor seinem langen Schlaf war es nichts weiter als ein idyllisches Dorf gewesen, mitten im Nirgendwo, der perfekte Rückzugsort für jemanden, der ungestört bleiben wollte.
Und nun war es einfach eine Stadt. Eine verdammte Stadt. Und wo es eine Stadt gab, gab es auch viele Menschen, wie er alleine schon am Anblick der Slums feststellen musste.
„... ich warte hier. Beeil dich mit den Sachen.“, machte Silver deutlich, dass er nicht bereit war ihr hinter die Stadtmauern zu folgen, auch wenn er nun mehr trug als Fetzen.
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