Lewis folgte jeder einzelnen Anweisung ohne zu zögern. Zuerst bekamen sie nur das typische Rauschen rein, aber irgendwann waren Stimmen zu hören. Lewis drehte an Rädchen, bis sie verstehen konnten, was gesagt wurde.
"Man, du kannst echt den Polizeifunk abhören?"
Santi lächelte.
"Besser: Ich kann den Polizeifunk unbemerkt abhören. Heutzutage kann jeder mit einer App zuhören, aber das kann man zurückverfolgen. Den alten Transponder da nicht."
Santi lauschte den rauschenden Stimmen der örtlichen Polizei, während Lewis sich mit den Nachrichten im Internet beschäftigte. Über den Sender bekam Santi alles mit, was in der Nähe so passierte - nichts davon ließ darauf schließen, dass man ihnen auf der Spur war. Für den Moment. Die anstehende Auswertung des Videomaterials könnte ihnen noch in den Hintern beißen. Zwar hatte Santi so geparkt, dass sie nicht direkt von den Kameras aufgenommen werden konnten, aber das Auto war auf diesen Bändern. Und genau deswegen fuhr man nicht wie ein Wahnsinniger, wenn man verschwinden wollte. Er konnte nur hoffen, dass diese kleine Sicherheitsvorkehrung genug war, um die Cops lange genug suchen zu lassen, dass sie das Fahrzeug ungesehen loswerden konnten.
Lewis ließ verlauten, dass die Nachrichten auch nichts hatten. Das Lagerhaus zu verlassen war also durchaus eine Möglichkeit. Santi gab klein bei. Sollten die Cops dem Auto doch folgen, hätten sie zwar ihre DNA, aber weder er, noch Lewis waren im System. Nicht ideal, aber lieber so, als dass sie hier auf frischer Tat ertappt wurden.
Unter Santis Anweisung packte Lewis ein paar Sachen zusammen - Wechselklamotten, den Inhalt seines Medizinkoffers, ein paar Snacks - und sie machten sich auf den Weg die Straße runter zum Motel. Laufen war anstrengend. Santis Kreislauf war noch lange nicht soweit, dass er auf den Beinen sein sollte und jeder Schritt sandte eine kleine Schockwelle in seine Schulter, die sich dann als Schmerz im Rest seines Körpers ausbreitete und das trotz der Schmerzmittel. Vielleicht sollte er doch was stärkeres nehmen, sobald sie im Motel waren? Ohne seine Paranoia konnte er sich bestimmt ein paar Stunden bei vernebeltem Verstand leisten.
Lewis checkte sie beide ein und nahm ihn mit in eine Zimmer im Erdgeschoss. Wie erwartet war das Zimmer schäbig, aber immerhin sauber. Was wollte man mehr.
Santi schlurfte direkt zum Bett und setzte sich vorsichtig.
"Calvary Cemetery. Da will Zeus sich wohl treffen. Wie makaber. Was schreib ich ihm, wann wir uns treffen? In ein paar Tagen, wenn wir Skye haben?"
Santi nickte.
"Ich will erst wissen, wo sie in der Sache steht, bevor ich mich wieder mit dem Kerl treffe. Ich hab keine Lust auf halbe Sachen."
Vorsichtig zog Santi seine Hand aus der Jackentasche. Dann öffnete er den Reisverschluss und zog die Jacke langsam von seiner Schulter, um einen Blick darauf werfen zu können. Dem rosa Fleck nach zu urteilen hatte seine Wunde nicht nachgeblutet, nur ein bisschen genässt wegen der Bewegung. Das war okay, damit konnte man arbeiten. Er warf einen Blick auf die Uhr und rechnete schnell.
"Ich brauch die Medikamente aus der Packung mit den lila Streifen," meinte er zu Lewis. "Und die Packung mit Oxycodon."
Nut, weil sich Santi was hochdosiertes gönnen würde, hieß das noch nicht, dass er sich komplett wegschießen wollet. Oxy war schon grenzwertig, weiter wollte er nicht gehen. Er würde einfach die Zähne zusammenbeißen müssen.
"Und wir müssen den Verband wechseln, bevor du uns was zu Essen holen kannst. Zwei Straßen weiter ist ein Chinese. Gegenüber in einer Seitenstraße hängen Grasdealer rum, die keinen verschnittenen Kram verkaufen."
Santi fühlte sich so nutzlos. Der kleine Spaziergang hatte ihm schon wieder sämtlichen Wind aus den Segeln genommen. Er wusste, wie sich Müdigkeit und Erschöpfung anfühlten, er machte das jede Woche mit, aber jetzt gerade... so hatte er sich schon sehr lange nicht mehr gefühlt. Er hasste es, so machtlos zu sein. Er konnte sich ja nicht einmal selbst die Schuhe ausziehen, verdammt!
"Man, du kannst echt den Polizeifunk abhören?"
Santi lächelte.
"Besser: Ich kann den Polizeifunk unbemerkt abhören. Heutzutage kann jeder mit einer App zuhören, aber das kann man zurückverfolgen. Den alten Transponder da nicht."
Santi lauschte den rauschenden Stimmen der örtlichen Polizei, während Lewis sich mit den Nachrichten im Internet beschäftigte. Über den Sender bekam Santi alles mit, was in der Nähe so passierte - nichts davon ließ darauf schließen, dass man ihnen auf der Spur war. Für den Moment. Die anstehende Auswertung des Videomaterials könnte ihnen noch in den Hintern beißen. Zwar hatte Santi so geparkt, dass sie nicht direkt von den Kameras aufgenommen werden konnten, aber das Auto war auf diesen Bändern. Und genau deswegen fuhr man nicht wie ein Wahnsinniger, wenn man verschwinden wollte. Er konnte nur hoffen, dass diese kleine Sicherheitsvorkehrung genug war, um die Cops lange genug suchen zu lassen, dass sie das Fahrzeug ungesehen loswerden konnten.
Lewis ließ verlauten, dass die Nachrichten auch nichts hatten. Das Lagerhaus zu verlassen war also durchaus eine Möglichkeit. Santi gab klein bei. Sollten die Cops dem Auto doch folgen, hätten sie zwar ihre DNA, aber weder er, noch Lewis waren im System. Nicht ideal, aber lieber so, als dass sie hier auf frischer Tat ertappt wurden.
Unter Santis Anweisung packte Lewis ein paar Sachen zusammen - Wechselklamotten, den Inhalt seines Medizinkoffers, ein paar Snacks - und sie machten sich auf den Weg die Straße runter zum Motel. Laufen war anstrengend. Santis Kreislauf war noch lange nicht soweit, dass er auf den Beinen sein sollte und jeder Schritt sandte eine kleine Schockwelle in seine Schulter, die sich dann als Schmerz im Rest seines Körpers ausbreitete und das trotz der Schmerzmittel. Vielleicht sollte er doch was stärkeres nehmen, sobald sie im Motel waren? Ohne seine Paranoia konnte er sich bestimmt ein paar Stunden bei vernebeltem Verstand leisten.
Lewis checkte sie beide ein und nahm ihn mit in eine Zimmer im Erdgeschoss. Wie erwartet war das Zimmer schäbig, aber immerhin sauber. Was wollte man mehr.
Santi schlurfte direkt zum Bett und setzte sich vorsichtig.
"Calvary Cemetery. Da will Zeus sich wohl treffen. Wie makaber. Was schreib ich ihm, wann wir uns treffen? In ein paar Tagen, wenn wir Skye haben?"
Santi nickte.
"Ich will erst wissen, wo sie in der Sache steht, bevor ich mich wieder mit dem Kerl treffe. Ich hab keine Lust auf halbe Sachen."
Vorsichtig zog Santi seine Hand aus der Jackentasche. Dann öffnete er den Reisverschluss und zog die Jacke langsam von seiner Schulter, um einen Blick darauf werfen zu können. Dem rosa Fleck nach zu urteilen hatte seine Wunde nicht nachgeblutet, nur ein bisschen genässt wegen der Bewegung. Das war okay, damit konnte man arbeiten. Er warf einen Blick auf die Uhr und rechnete schnell.
"Ich brauch die Medikamente aus der Packung mit den lila Streifen," meinte er zu Lewis. "Und die Packung mit Oxycodon."
Nut, weil sich Santi was hochdosiertes gönnen würde, hieß das noch nicht, dass er sich komplett wegschießen wollet. Oxy war schon grenzwertig, weiter wollte er nicht gehen. Er würde einfach die Zähne zusammenbeißen müssen.
"Und wir müssen den Verband wechseln, bevor du uns was zu Essen holen kannst. Zwei Straßen weiter ist ein Chinese. Gegenüber in einer Seitenstraße hängen Grasdealer rum, die keinen verschnittenen Kram verkaufen."
Santi fühlte sich so nutzlos. Der kleine Spaziergang hatte ihm schon wieder sämtlichen Wind aus den Segeln genommen. Er wusste, wie sich Müdigkeit und Erschöpfung anfühlten, er machte das jede Woche mit, aber jetzt gerade... so hatte er sich schon sehr lange nicht mehr gefühlt. Er hasste es, so machtlos zu sein. Er konnte sich ja nicht einmal selbst die Schuhe ausziehen, verdammt!

