Santi nahm das Glas, das Lewis ihm hinhielt, mit beiden Händen entgegen, als wäre es etwas Kostbares. Er sagte nichts – seine Kehle fühlte sich noch immer eng an, als würde ein Rest der Erinnerung dort hocken, wie ein Knoten, der sich nicht ganz lösen ließ. Doch er trank. Langsam zuerst, dann in tiefen Zügen, das Wasser war kalt und klar und real, und es half.
Er spürte, wie Lewis ihn beobachtete, und obwohl ihm alles in den Gliedern wehtat – nicht körperlich, sondern von innen her –, fühlte er sich nicht unangenehm entblößt. Eher gesehen. Wahrgenommen. Es war so seltsam, aber er konnte nicht behaupten, dass er es nicht mochte; im Gegenteil.
Als Lewis aufstand und das Bad vorbereitete, war da keine Frage in ihm, ob er mitgehen wollte oder konnte. Er stand einfach auf, ließ sich mitnehmen, wie man sich von der Strömung tragen lässt, wenn man endlich losgelassen hat.
Unter der Dusche sprach er noch immer kein Wort. Er stand da, ließ das warme Wasser über sich laufen, ließ Lewis machen – wie er seine Haut einschäumte, sanft, fast ehrfürchtig, wie seine Finger über seinen Rücken glitten, durch sein Haar fuhren. Und obwohl alles an seinem Inneren gerade roh war, offen, verletzlich, fühlte sich keine dieser Berührungen zu viel an. Eigentlich waren sie genau richtig.
Lewis sagte etwas Albernes, irgendetwas über ihren Geruch, und ein kleines Lächeln zuckte über Santis Gesicht. Natürlich musste der Streuner jetzt ausgerechnet darüber scherzen. Er lehnte den Kopf gegen Lewis' Schulter, ließ sich die Haare waschen. Es war zärtlich, ungewohnt, aber kein bisschen unangenehm.
Auch beim Abtrocknen ließ er ihn gewähren. Alles, was er tun musste, war zu atmen, zu stehen, sich halten zu lassen.
Und dann, als sie sich wieder ins Bett legten, ließ Santi sich ohne Zögern in Lewis' Arme sinken. Kein Wort, kein Widerstand, nur das ruhige, müde Gewicht seines Körpers, als sich anlehnte, einkuschelte, den Halt suchte, nach dem er sich so sehnte.
Er legte seine Stirn an Lewis' Hals, spürte dessen Herzschlag unter der Haut. Seine Augen waren schwer, seine Brust bewegte sich gleichmäßig. Er war müde – durch und durch –, aber da war nichts Kaltes mehr in ihm, nichts, das drückte oder schnürte. Nur Stille. Und Lewis.
"Wie fühlst du dich? Willst du noch versuchen zu schlafen?"
Santi lag eine kleine Weile einfach nur da, reglos, den Kopf an Lewis' Brust, die Augen geschlossen. Die Wärme seines Körpers, das gleichmäßige Heben und Senken, das beruhigende Gewicht eines Arms über seinem Rücken – all das hatte ihn weit genug zurückgeholt, dass Worte wieder greifbar wurden.
"Es war nicht deine Schuld," murmelte er schließlich, heiser, als hätte er lange nicht gesprochen. "Du hast nichts falsch gemacht."
Seine Stimme war leise, aber klar. Er sagte das nicht bloß aus Reflex, nicht bloß als Trost für den anderen, sondern sprach die Wahrheit.
Er hob leicht den Kopf, gerade so, dass sich ihre Blicke treffen konnten, zumindest im Zwielicht des Schlafzimmers.
"Ich hatte Spaß. Ehrlich. Bis… na ja."
Er machte eine kleine Geste mit der Hand, ein angedeutetes Explodieren. Kein Vorwurf, eher Galgenhumor.
Dann senkte er den Blick wieder, bettete sich zurück auf Lewis' Brust, als sei das der einzig sinnvolle Ort in dieser Welt.
"Wir sollten das irgendwann nochmal machen," murmelte er mit einem Ton, der von seiner Müdigkeit zeugte.
"Richtig. Ganz durchziehen, ohne dass mein Hirn mir 'ne brennende Kette um den Hals schlingt."
Er schnaubte leise, dann wurde sein Atem langsam, gleichmäßig. Er war müde und es gab nichts mehr, vor dem er sich fürchten musste. In wenigen Atemzügen war er eingeschlafen, einfach so, gekuschelt an den einen Menschen, dem er sich so sehr anvertraute, dass er ihn mit einer ruhigen, friedlichen Nacht gleichsetzte.
Er spürte, wie Lewis ihn beobachtete, und obwohl ihm alles in den Gliedern wehtat – nicht körperlich, sondern von innen her –, fühlte er sich nicht unangenehm entblößt. Eher gesehen. Wahrgenommen. Es war so seltsam, aber er konnte nicht behaupten, dass er es nicht mochte; im Gegenteil.
Als Lewis aufstand und das Bad vorbereitete, war da keine Frage in ihm, ob er mitgehen wollte oder konnte. Er stand einfach auf, ließ sich mitnehmen, wie man sich von der Strömung tragen lässt, wenn man endlich losgelassen hat.
Unter der Dusche sprach er noch immer kein Wort. Er stand da, ließ das warme Wasser über sich laufen, ließ Lewis machen – wie er seine Haut einschäumte, sanft, fast ehrfürchtig, wie seine Finger über seinen Rücken glitten, durch sein Haar fuhren. Und obwohl alles an seinem Inneren gerade roh war, offen, verletzlich, fühlte sich keine dieser Berührungen zu viel an. Eigentlich waren sie genau richtig.
Lewis sagte etwas Albernes, irgendetwas über ihren Geruch, und ein kleines Lächeln zuckte über Santis Gesicht. Natürlich musste der Streuner jetzt ausgerechnet darüber scherzen. Er lehnte den Kopf gegen Lewis' Schulter, ließ sich die Haare waschen. Es war zärtlich, ungewohnt, aber kein bisschen unangenehm.
Auch beim Abtrocknen ließ er ihn gewähren. Alles, was er tun musste, war zu atmen, zu stehen, sich halten zu lassen.
Und dann, als sie sich wieder ins Bett legten, ließ Santi sich ohne Zögern in Lewis' Arme sinken. Kein Wort, kein Widerstand, nur das ruhige, müde Gewicht seines Körpers, als sich anlehnte, einkuschelte, den Halt suchte, nach dem er sich so sehnte.
Er legte seine Stirn an Lewis' Hals, spürte dessen Herzschlag unter der Haut. Seine Augen waren schwer, seine Brust bewegte sich gleichmäßig. Er war müde – durch und durch –, aber da war nichts Kaltes mehr in ihm, nichts, das drückte oder schnürte. Nur Stille. Und Lewis.
"Wie fühlst du dich? Willst du noch versuchen zu schlafen?"
Santi lag eine kleine Weile einfach nur da, reglos, den Kopf an Lewis' Brust, die Augen geschlossen. Die Wärme seines Körpers, das gleichmäßige Heben und Senken, das beruhigende Gewicht eines Arms über seinem Rücken – all das hatte ihn weit genug zurückgeholt, dass Worte wieder greifbar wurden.
"Es war nicht deine Schuld," murmelte er schließlich, heiser, als hätte er lange nicht gesprochen. "Du hast nichts falsch gemacht."
Seine Stimme war leise, aber klar. Er sagte das nicht bloß aus Reflex, nicht bloß als Trost für den anderen, sondern sprach die Wahrheit.
Er hob leicht den Kopf, gerade so, dass sich ihre Blicke treffen konnten, zumindest im Zwielicht des Schlafzimmers.
"Ich hatte Spaß. Ehrlich. Bis… na ja."
Er machte eine kleine Geste mit der Hand, ein angedeutetes Explodieren. Kein Vorwurf, eher Galgenhumor.
Dann senkte er den Blick wieder, bettete sich zurück auf Lewis' Brust, als sei das der einzig sinnvolle Ort in dieser Welt.
"Wir sollten das irgendwann nochmal machen," murmelte er mit einem Ton, der von seiner Müdigkeit zeugte.
"Richtig. Ganz durchziehen, ohne dass mein Hirn mir 'ne brennende Kette um den Hals schlingt."
Er schnaubte leise, dann wurde sein Atem langsam, gleichmäßig. Er war müde und es gab nichts mehr, vor dem er sich fürchten musste. In wenigen Atemzügen war er eingeschlafen, einfach so, gekuschelt an den einen Menschen, dem er sich so sehr anvertraute, dass er ihn mit einer ruhigen, friedlichen Nacht gleichsetzte.

