"Ich kann dir versichern, dass du weniger Ahnung hast als du glaubst..." murmelte Santiago.
Er biss die Zähne zusammen. Normalweise mochte er es nicht, den Zirkusaffen zu geben. Er wusste, dass es keine gute Idee war, seine Sonnenbrille abzunehmen und Lewis' Wunsch damit zu folgen. Er wusste ganz genau, wie er Streuner reagieren würde und auch wenn er diese Reaktionen schon sein Leben lang verursacht hatte, auch wenn er diese Reaktionen oft zu seinem Vorteil nutzte, es war trotzdem kein angenehmes Gefühl, wenn Menschen immer voller Angst vor ihm zurückschreckten.
Nach kurzem Überlegen nahm er seine Sonnenbrille dann aber doch mit einem Seufzen ab und hob den Blick zu Lewis. Der prompt fluchte und einen Satz nach hinten machte, so weit es die Lehne des Sofas eben zuließ - genau wie er es vorausgesehen hatte. Santiago war nett genug, um den Streuner gleich wieder von seinem Schicksal zu erlösen und setzte seine Brille wieder auf, was den Effekt von 'ich reiße dir die Seele aus dem Leib' auf 'seltsame Aura' beschränkte.
"Das ist gruselig, man. Gibt mir eine richtige Gänsehaut."
"Das ist ja auch der Punkt," erwiderte Santiago, hielt aber prompt die Klappe, als der Kellner schon wieder auftauchte.
Kein Grund, irgendjemanden mithören zu lassen. Der Kellner könnte ein Undercover-Agent sein, der sie belauschen sollte, der ihre Schwächen herausfinden sollte. Vielleicht sollte er sie auch einfach nur hier in der Ecke festhalten, bis jemand mit dem Auto durch die Front des Gebäudes brettern konnte. Vielleicht gehörte er auch einer dieser militanten Gruppen an, die Magier aufspürten und wer weiß was mit ihnen anstellten. Vielleicht, vielleicht, vielleicht.
"Keine Hypnose, kein Voodoo," verneinte Santi und nippte an seinem Kaffee. "Meine Augen sind immer normal, solange ich meine Magie nicht benutze. Im Hotel... ach, das ist kompliziert. Ich beschreibe meine Magie gern als hungriges Monster. Während dem Job hab ich es mit dem Wachpersonal ordentlich gefüttert, weswegen es danach ein Nickerchen irgendwo tief in mir drin gemacht hat. Jetzt gerade ist es aber hungrig und sucht nach Beute. Das ist es, was du spürst: die Anwesenheit einer Gefahr, die du nicht benennen kannst."
Er zuckte mit den Schultern. Diese Erklärung machte angesichts der Natur seiner Magie mehr Sinn als die Akku-Erklärung, die ihm ein Lehrer in der Highschool gegeben hatte. Er lud seine Magie ja nicht auf, um Leuten Angst einzujagen. Das passierte eher, wenn der Akku leer war. Die Monster-Metapher machte einfach mehr Sinn. Der Lehrer damals hatte sowieso keine Ahnung gehabt. Ein unqualifizierter Idiot, der der Meinung war, er müsse allen Schülern mit Magie helfen, ihr Leben zu bestreiten. Allen drei von ihnen. Im Endeffekt hatte er nur schlechte Erklärungen für ihre Kräfte gegeben und ihnen geraten, sie versteckt zu halten, egal was es war. Santi hatte sich im Abschlussjahr einen Spaß daraus gemacht, den Mann auf dem Männerklo einzusperren und einfach nur dazustehen, seine Magie hungrig weil er seit einer gefühlten Ewigkeit keinen Alptraum mehr geklaut hatte. Er wusste bis heute nicht, ob dieser Lehrer immer noch den magischen Schülern 'half' oder ob er den Job hingeschmissen hatte.
"Meine Magie basiert auf Angst. Und das ist alles, was ich dir darüber erzählen werde. Jetzt schuldest du mir aber einen Einblick in deine Magie. Ist nur fair."
Er biss die Zähne zusammen. Normalweise mochte er es nicht, den Zirkusaffen zu geben. Er wusste, dass es keine gute Idee war, seine Sonnenbrille abzunehmen und Lewis' Wunsch damit zu folgen. Er wusste ganz genau, wie er Streuner reagieren würde und auch wenn er diese Reaktionen schon sein Leben lang verursacht hatte, auch wenn er diese Reaktionen oft zu seinem Vorteil nutzte, es war trotzdem kein angenehmes Gefühl, wenn Menschen immer voller Angst vor ihm zurückschreckten.
Nach kurzem Überlegen nahm er seine Sonnenbrille dann aber doch mit einem Seufzen ab und hob den Blick zu Lewis. Der prompt fluchte und einen Satz nach hinten machte, so weit es die Lehne des Sofas eben zuließ - genau wie er es vorausgesehen hatte. Santiago war nett genug, um den Streuner gleich wieder von seinem Schicksal zu erlösen und setzte seine Brille wieder auf, was den Effekt von 'ich reiße dir die Seele aus dem Leib' auf 'seltsame Aura' beschränkte.
"Das ist gruselig, man. Gibt mir eine richtige Gänsehaut."
"Das ist ja auch der Punkt," erwiderte Santiago, hielt aber prompt die Klappe, als der Kellner schon wieder auftauchte.
Kein Grund, irgendjemanden mithören zu lassen. Der Kellner könnte ein Undercover-Agent sein, der sie belauschen sollte, der ihre Schwächen herausfinden sollte. Vielleicht sollte er sie auch einfach nur hier in der Ecke festhalten, bis jemand mit dem Auto durch die Front des Gebäudes brettern konnte. Vielleicht gehörte er auch einer dieser militanten Gruppen an, die Magier aufspürten und wer weiß was mit ihnen anstellten. Vielleicht, vielleicht, vielleicht.
"Keine Hypnose, kein Voodoo," verneinte Santi und nippte an seinem Kaffee. "Meine Augen sind immer normal, solange ich meine Magie nicht benutze. Im Hotel... ach, das ist kompliziert. Ich beschreibe meine Magie gern als hungriges Monster. Während dem Job hab ich es mit dem Wachpersonal ordentlich gefüttert, weswegen es danach ein Nickerchen irgendwo tief in mir drin gemacht hat. Jetzt gerade ist es aber hungrig und sucht nach Beute. Das ist es, was du spürst: die Anwesenheit einer Gefahr, die du nicht benennen kannst."
Er zuckte mit den Schultern. Diese Erklärung machte angesichts der Natur seiner Magie mehr Sinn als die Akku-Erklärung, die ihm ein Lehrer in der Highschool gegeben hatte. Er lud seine Magie ja nicht auf, um Leuten Angst einzujagen. Das passierte eher, wenn der Akku leer war. Die Monster-Metapher machte einfach mehr Sinn. Der Lehrer damals hatte sowieso keine Ahnung gehabt. Ein unqualifizierter Idiot, der der Meinung war, er müsse allen Schülern mit Magie helfen, ihr Leben zu bestreiten. Allen drei von ihnen. Im Endeffekt hatte er nur schlechte Erklärungen für ihre Kräfte gegeben und ihnen geraten, sie versteckt zu halten, egal was es war. Santi hatte sich im Abschlussjahr einen Spaß daraus gemacht, den Mann auf dem Männerklo einzusperren und einfach nur dazustehen, seine Magie hungrig weil er seit einer gefühlten Ewigkeit keinen Alptraum mehr geklaut hatte. Er wusste bis heute nicht, ob dieser Lehrer immer noch den magischen Schülern 'half' oder ob er den Job hingeschmissen hatte.
"Meine Magie basiert auf Angst. Und das ist alles, was ich dir darüber erzählen werde. Jetzt schuldest du mir aber einen Einblick in deine Magie. Ist nur fair."

