Caleb
Ihre komische Beziehung hatte durchaus ihre Momente gehabt. Das war ja das Schlimme an alledem. Caleb könnte immer noch heulen, wenn er daran dachte, wie erleichtert er darüber gewesen war, dass Richard seinen kleinen Nervenzusammenbruch so gut weggesteckt hatte. Aber das war definitiv etwas, was er mit sich selbst ausmachen musste und kein Grund zu einer weiteren Diskussion.
Er nickte kurz erleichtert, als Andrew das Taxi vorschlug und damit irgendwie zumindest ein bisschen Frieden zwischen ihnen wiederherstellte. Wenigstens ein Problem weniger. "Niamh hatte schon erwähnt, dass ihr zu Babysittern auserkoren wurdet", griff er das Gespräch wieder auf, während er einen letzten Blick auf Ezra warf, der im Schlaf leicht den Mund bewegte, so, als würde er immer noch vor sich hin reden. Die kleine Bewegung war definitiv schöner, als die absolute Stille und Bewegungslosigkeit, die ihn im Koma umgeben hatte. "Ein etwas ausgefallener Schachzug", fuhr er fort, während er die Tür für Andrew offen hielt. Er selbst kam meistens nur mit Kindern in Berührung, wenn er seine Neffen babysittete und die waren Niamh manchmal so ähnlich, dass es fast gruselig war. Obwohl er die beiden für nichts in der Welt hergeben würde. "Sind die drei wenigstens umgänglich?"
Ezra
Es dauerte zwei Tage, bis Ezras Gedanken langsam wieder Sinn ergaben. Andrew saß die meiste Zeit bei ihm, Caleb hatte Abends nochmal bei ihm vorbeigeschaut und selbst Niamh war vorbeigekommen, was mit Abstand die größte Überraschung gewesen war. Sie hatten sich nie sonderlich nah gestanden und Ezra hätte im Leben nicht darauf gewettet, dass sie für ihn zwei mal nach Russland kommen würde. Dafür war sie von allen drei Besuchern am besten gelaunt gewesen. Zumindest hatte ihr die Erleichterung nicht im Gesicht gestanden, während Andrew und Caleb ihm manchmal Blicke zuwarfen, die ihm fast ein schlechtes Gewissen verpassten.
Der einzige Nachteil daran, dass sein Kopf langsam wieder begann zu arbeiten war, dass der Schmerz, der sich durch seinen kompletten Körper zog, ihm immer bewusster wurde. Als er sich am ersten Tag nach seinem Aufwachen in einem klaren Moment aufgesetzt hatte, um nach seinem Handy zu greifen, hatte der Schmerz ihn so plötzlich überrannt, dass er fast ohnmächtig geworden wäre. Was ihn nicht davon abgehalten hatte, Andrew kurz danach mit sich vor die Kamera zu zerren, um ein Selfie für Steve zu machen. Aus irgendeinem super guten Grund, der ihm zwei Minuten später schon nicht mehr einfallen wollte.
Sonst waren die zwei Tage relativ monoton. Ab und an wurde er zu Untersuchungen abgeholt, auch, wenn er die Diagnosen nur halb verstand, dann bekamen sie was zu Essen, er wurde daran erinnert, dass der Gips an seinem Arm aus gutem Grund da war und er aufhören sollte, daran rum zu zupfen und dann schlief er. Obwohl die Müdigkeit relativ schnell wieder nachließ. Am Ende hatte er Andrew darum gebeten, ihm bei seinem nächsten Besuch sein Buch mitzubringen, damit er wenigstens irgendwas zu tun hatte, wenn die Besuchszeiten vorbei waren. Zumindest irgendwas anderes, als an die Decke zu starren und zu versuchen sich zu erinnern, was passiert war.
In der kleinen Tüte mit seinem Habseligkeiten war nicht viel drin gewesen. Der Bildschirm seines Handys war noch zersprungener, als zuvor, aber sein Portmonee und seine Ringe hatten die ganze Tortur vollkommen unbeschadet überstanden. An seinem Schlüssel war lediglich ein Schlüsselanhänger zerbrochen und dann war da noch der Stein, den Caleb ihm vor Monaten gegeben hatte und der feinsäuberlich in drei Teile zersprungen war. Was nur deshalb seltsam war, weil er sich ziemlich sicher war, dass er ihn um seinen Hals getragen hatte und diese Region weitestgehend unverletzt geblieben war. Zumal die Fassung des Steins ebenfalls keinen Kratzer hatte. Caleb hatte nur mit den Schultern gezuckt, als Ezra ihm den Stein gezeigt hatte, also hatte er ihn zurück in die Tüte geworfen und sich vorgenommen, nicht weiter darüber nach zu denken. Was ganz toll funktionierte, wenn es nichts anderes zu tun gab, als sich sinnlos durch Social Media zu scrollen und darauf zu warten, dass die Besuchszeit anfing. Fünf Minuten noch. So lange würde er aushalten. Auch, wenn er wirklich einfach nur noch nach Hause wollte.
Ihre komische Beziehung hatte durchaus ihre Momente gehabt. Das war ja das Schlimme an alledem. Caleb könnte immer noch heulen, wenn er daran dachte, wie erleichtert er darüber gewesen war, dass Richard seinen kleinen Nervenzusammenbruch so gut weggesteckt hatte. Aber das war definitiv etwas, was er mit sich selbst ausmachen musste und kein Grund zu einer weiteren Diskussion.
Er nickte kurz erleichtert, als Andrew das Taxi vorschlug und damit irgendwie zumindest ein bisschen Frieden zwischen ihnen wiederherstellte. Wenigstens ein Problem weniger. "Niamh hatte schon erwähnt, dass ihr zu Babysittern auserkoren wurdet", griff er das Gespräch wieder auf, während er einen letzten Blick auf Ezra warf, der im Schlaf leicht den Mund bewegte, so, als würde er immer noch vor sich hin reden. Die kleine Bewegung war definitiv schöner, als die absolute Stille und Bewegungslosigkeit, die ihn im Koma umgeben hatte. "Ein etwas ausgefallener Schachzug", fuhr er fort, während er die Tür für Andrew offen hielt. Er selbst kam meistens nur mit Kindern in Berührung, wenn er seine Neffen babysittete und die waren Niamh manchmal so ähnlich, dass es fast gruselig war. Obwohl er die beiden für nichts in der Welt hergeben würde. "Sind die drei wenigstens umgänglich?"
Ezra
Es dauerte zwei Tage, bis Ezras Gedanken langsam wieder Sinn ergaben. Andrew saß die meiste Zeit bei ihm, Caleb hatte Abends nochmal bei ihm vorbeigeschaut und selbst Niamh war vorbeigekommen, was mit Abstand die größte Überraschung gewesen war. Sie hatten sich nie sonderlich nah gestanden und Ezra hätte im Leben nicht darauf gewettet, dass sie für ihn zwei mal nach Russland kommen würde. Dafür war sie von allen drei Besuchern am besten gelaunt gewesen. Zumindest hatte ihr die Erleichterung nicht im Gesicht gestanden, während Andrew und Caleb ihm manchmal Blicke zuwarfen, die ihm fast ein schlechtes Gewissen verpassten.
Der einzige Nachteil daran, dass sein Kopf langsam wieder begann zu arbeiten war, dass der Schmerz, der sich durch seinen kompletten Körper zog, ihm immer bewusster wurde. Als er sich am ersten Tag nach seinem Aufwachen in einem klaren Moment aufgesetzt hatte, um nach seinem Handy zu greifen, hatte der Schmerz ihn so plötzlich überrannt, dass er fast ohnmächtig geworden wäre. Was ihn nicht davon abgehalten hatte, Andrew kurz danach mit sich vor die Kamera zu zerren, um ein Selfie für Steve zu machen. Aus irgendeinem super guten Grund, der ihm zwei Minuten später schon nicht mehr einfallen wollte.
Sonst waren die zwei Tage relativ monoton. Ab und an wurde er zu Untersuchungen abgeholt, auch, wenn er die Diagnosen nur halb verstand, dann bekamen sie was zu Essen, er wurde daran erinnert, dass der Gips an seinem Arm aus gutem Grund da war und er aufhören sollte, daran rum zu zupfen und dann schlief er. Obwohl die Müdigkeit relativ schnell wieder nachließ. Am Ende hatte er Andrew darum gebeten, ihm bei seinem nächsten Besuch sein Buch mitzubringen, damit er wenigstens irgendwas zu tun hatte, wenn die Besuchszeiten vorbei waren. Zumindest irgendwas anderes, als an die Decke zu starren und zu versuchen sich zu erinnern, was passiert war.
In der kleinen Tüte mit seinem Habseligkeiten war nicht viel drin gewesen. Der Bildschirm seines Handys war noch zersprungener, als zuvor, aber sein Portmonee und seine Ringe hatten die ganze Tortur vollkommen unbeschadet überstanden. An seinem Schlüssel war lediglich ein Schlüsselanhänger zerbrochen und dann war da noch der Stein, den Caleb ihm vor Monaten gegeben hatte und der feinsäuberlich in drei Teile zersprungen war. Was nur deshalb seltsam war, weil er sich ziemlich sicher war, dass er ihn um seinen Hals getragen hatte und diese Region weitestgehend unverletzt geblieben war. Zumal die Fassung des Steins ebenfalls keinen Kratzer hatte. Caleb hatte nur mit den Schultern gezuckt, als Ezra ihm den Stein gezeigt hatte, also hatte er ihn zurück in die Tüte geworfen und sich vorgenommen, nicht weiter darüber nach zu denken. Was ganz toll funktionierte, wenn es nichts anderes zu tun gab, als sich sinnlos durch Social Media zu scrollen und darauf zu warten, dass die Besuchszeit anfing. Fünf Minuten noch. So lange würde er aushalten. Auch, wenn er wirklich einfach nur noch nach Hause wollte.