Zephyrine konnte sich nicht mehr an ihren Traum erinnern, doch als sie sanft geweckt wurde, verspürte sie ein wohltuendes Gefühl der Ausgeruhtheit. Der gestrige Tag war weitaus weniger anstrengend gewesen als der davor, weshalb sie sich heute deutlich fitter fühlte. Während sie sich ankleidete, gingen ihr bereits die Aufgaben durch den Kopf, die sie heute erwarteten. Sie entschied sich bewusst für ein schlichteres Gewand – zurückhaltender als die prachtvollen Roben, die sie bisher getragen hatte.
Mode war für sie ohnehin ein Mysterium, in dem sie sich kaum auskannte. Doch eines wusste sie genau: Vor einfachen Bürgern sollte sie nicht zu prunkvoll auftreten. Sie war ihr Leben lang selbst eine von ihnen gewesen und erinnerte sich gut an die geflüsterten Worte und spöttischen Blicke, wenn ein hochmütiger Adliger in schillernder Kleidung durch die Straßen schritt, als gehöre ihm die Welt. Dennoch legte sie eine zierliche Kette um ihren Hals und steckte eine feine Haarverzierung in ihr blondes Haar. Der Schein musste gewahrt bleiben – die Leute sollten nicht auf die Idee kommen, dass der König seine neue Königin vernachlässigte oder gar schlecht behandelte.
Zephyrine vertraute darauf, dass Caleb sie darauf hinweisen würde, falls sie sich unangemessen kleidete. Bisher hatte er ihr gegenüber stets ein feines Gespür bewiesen.
Das Bad am Morgen war für sie mittlerweile zu einem ihrer liebsten Rituale geworden. Das warme Wasser umhüllte sie wie eine sanfte Umarmung, der aufsteigende Dampf vernebelte ihre Sinne, und die duftenden Essenzen, die das Wasser durchzogen, ließen jeglichen Stress von ihr abfallen. Ob sie sich jemals an diesen Luxus gewöhnen würde? Das war eine Frage, die nur die Zukunft beantworten konnte.
Nachdem sie sich vorbereitet hatte, wurde sie zum Speisesaal begleitet. Noch kannte sie die vielen Gänge und Flure des Palastes nicht auswendig, und um nicht zu spät zum Frühstück zu erscheinen, nahm sie lieber den sichersten, schnellsten Weg. Mit der Zeit würde sie sich hier sicher besser zurechtfinden. Dennoch hatte sie bereits bemerkt, dass Adlige selten alleine gingen – stets war jemand an ihrer Seite. Ob sie sich daran gewöhnen konnte? Sie bezweifelte es. Das ständige Fehlen von Privatsphäre würde ihr mit Sicherheit irgendwann zusetzen.
Seit ihrer Ankunft hier durfte sie länger schlafen als je zuvor, und auch wenn sie es gewohnt war, früh aufzustehen, hatte sie diesen kleinen Vorteil bereits zu schätzen gelernt.
Als sie den Speisesaal betrat, fiel ihr Blick sofort auf Caleb. Er hatte sie entdeckt und fand innerhalb weniger Momente seinen Weg zu ihr. Seine prompte Reaktion überraschte sie zwar, doch es entsprach genau dem, was sie von ihm erwartete. Mit einem sanften Lächeln nahm sie seinen Arm und ließ sich von ihm zum bereits gedeckten Tisch führen.
Es war jedes Mal ein kleiner Stich in ihrem Herzen, wenn sie ihn den Namen ihrer Zwillingsschwester aussprechen hörte. Doch er wusste es nicht besser – woher sollte er auch ahnen, dass sie eine Zwillingsschwester hatte? Niemand würde eine solche Verwechslung erwarten.
„Guten Morgen“, erwiderte sie sein Lächeln sanft.
Ihr Blick wanderte über das üppige Frühstück, das bereits verführerisch auf den Tellern lag, als Caleb sich plötzlich für sein Verhalten am gestrigen Abend entschuldigte. Ein wenig überrascht sah sie ihn an, schüttelte dann jedoch sanft den Kopf.
„Das ist nichts, wofür Ihr Euch entschuldigen müsst“, erwiderte sie ehrlich. „Ihr hattet einen anstrengenden Tag, es ist nur verständlich, dass Ihr Euch zurückziehen wolltet. Viel mehr war es eine positive Überraschung, dass Ihr Euer Versprechen gehalten habt.“ Sie nickte ihm zur Bestätigung zu.
Sie nahm an dem Platz neben ihm Platz und lauschte seinen Worten. Der König hatte ihr nahegelegt, sich gut zu stärken, da der Tag womöglich lang und anstrengend werden würde. Nun, anders als die feinen Adelsdamen hatte sie sich noch nie sonderlich um ihre Figur geschert. Ihr früherer Alltag war fordernd genug gewesen, um sich keine Sorgen um ihre Linie machen zu müssen. Heute würde sie besonders darauf achten, genug zu essen – wer wusste schon, wie lange diese Besprechungen dauern würden? Ein knurrender Magen wäre in einer solchen Runde wohl kaum angemessen.
Als Caleb ihr anbot, ihm Fragen zu stellen, nickte sie dankbar und nahm sich etwas von dem Essen: Brot, Wurst, Eier und Salat landeten auf ihrem Teller. Sie wollte vorbereitet sein, auch wenn das politische Leben für sie bisher kaum von Bedeutung gewesen war.
„Ich kenne mich weder mit Eurem Reich aus noch mit seinen Konflikten oder der Agrikultur“, begann sie mit ehrlicher Zurückhaltung. „Verzeiht mir also bitte, wenn ich Fragen stelle, die für alle anderen womöglich offensichtlich erscheinen.“
Politik war eine Welt, mit der sie sich nie hatte beschäftigen müssen – ein kompliziertes Geflecht aus Machtspielen und strategischen Entscheidungen, das ihr fremd war. Nun von ihr zu verlangen, sich darin zurechtzufinden und ihren Platz mitten in diesem Wirrwarr einzunehmen, erschien ihr beinahe unmöglich.
Doch sie wusste, dass sie nicht ewig davor fliehen konnte. Wenn sie schon in dieser Rolle war, dann wollte sie zumindest versuchen, sich mit den Anliegen der einfachen Bürger auseinanderzusetzen. Vielleicht würde es ihr gelingen, zumindest den Eindruck zu erwecken, dass sie in gewisser Weise kompetent war.
Und vielleicht – nur vielleicht – würde sie ihren eigenen Weg in dieser neuen Welt finden.
Mode war für sie ohnehin ein Mysterium, in dem sie sich kaum auskannte. Doch eines wusste sie genau: Vor einfachen Bürgern sollte sie nicht zu prunkvoll auftreten. Sie war ihr Leben lang selbst eine von ihnen gewesen und erinnerte sich gut an die geflüsterten Worte und spöttischen Blicke, wenn ein hochmütiger Adliger in schillernder Kleidung durch die Straßen schritt, als gehöre ihm die Welt. Dennoch legte sie eine zierliche Kette um ihren Hals und steckte eine feine Haarverzierung in ihr blondes Haar. Der Schein musste gewahrt bleiben – die Leute sollten nicht auf die Idee kommen, dass der König seine neue Königin vernachlässigte oder gar schlecht behandelte.
Zephyrine vertraute darauf, dass Caleb sie darauf hinweisen würde, falls sie sich unangemessen kleidete. Bisher hatte er ihr gegenüber stets ein feines Gespür bewiesen.
Das Bad am Morgen war für sie mittlerweile zu einem ihrer liebsten Rituale geworden. Das warme Wasser umhüllte sie wie eine sanfte Umarmung, der aufsteigende Dampf vernebelte ihre Sinne, und die duftenden Essenzen, die das Wasser durchzogen, ließen jeglichen Stress von ihr abfallen. Ob sie sich jemals an diesen Luxus gewöhnen würde? Das war eine Frage, die nur die Zukunft beantworten konnte.
Nachdem sie sich vorbereitet hatte, wurde sie zum Speisesaal begleitet. Noch kannte sie die vielen Gänge und Flure des Palastes nicht auswendig, und um nicht zu spät zum Frühstück zu erscheinen, nahm sie lieber den sichersten, schnellsten Weg. Mit der Zeit würde sie sich hier sicher besser zurechtfinden. Dennoch hatte sie bereits bemerkt, dass Adlige selten alleine gingen – stets war jemand an ihrer Seite. Ob sie sich daran gewöhnen konnte? Sie bezweifelte es. Das ständige Fehlen von Privatsphäre würde ihr mit Sicherheit irgendwann zusetzen.
Seit ihrer Ankunft hier durfte sie länger schlafen als je zuvor, und auch wenn sie es gewohnt war, früh aufzustehen, hatte sie diesen kleinen Vorteil bereits zu schätzen gelernt.
Als sie den Speisesaal betrat, fiel ihr Blick sofort auf Caleb. Er hatte sie entdeckt und fand innerhalb weniger Momente seinen Weg zu ihr. Seine prompte Reaktion überraschte sie zwar, doch es entsprach genau dem, was sie von ihm erwartete. Mit einem sanften Lächeln nahm sie seinen Arm und ließ sich von ihm zum bereits gedeckten Tisch führen.
Es war jedes Mal ein kleiner Stich in ihrem Herzen, wenn sie ihn den Namen ihrer Zwillingsschwester aussprechen hörte. Doch er wusste es nicht besser – woher sollte er auch ahnen, dass sie eine Zwillingsschwester hatte? Niemand würde eine solche Verwechslung erwarten.
„Guten Morgen“, erwiderte sie sein Lächeln sanft.
Ihr Blick wanderte über das üppige Frühstück, das bereits verführerisch auf den Tellern lag, als Caleb sich plötzlich für sein Verhalten am gestrigen Abend entschuldigte. Ein wenig überrascht sah sie ihn an, schüttelte dann jedoch sanft den Kopf.
„Das ist nichts, wofür Ihr Euch entschuldigen müsst“, erwiderte sie ehrlich. „Ihr hattet einen anstrengenden Tag, es ist nur verständlich, dass Ihr Euch zurückziehen wolltet. Viel mehr war es eine positive Überraschung, dass Ihr Euer Versprechen gehalten habt.“ Sie nickte ihm zur Bestätigung zu.
Sie nahm an dem Platz neben ihm Platz und lauschte seinen Worten. Der König hatte ihr nahegelegt, sich gut zu stärken, da der Tag womöglich lang und anstrengend werden würde. Nun, anders als die feinen Adelsdamen hatte sie sich noch nie sonderlich um ihre Figur geschert. Ihr früherer Alltag war fordernd genug gewesen, um sich keine Sorgen um ihre Linie machen zu müssen. Heute würde sie besonders darauf achten, genug zu essen – wer wusste schon, wie lange diese Besprechungen dauern würden? Ein knurrender Magen wäre in einer solchen Runde wohl kaum angemessen.
Als Caleb ihr anbot, ihm Fragen zu stellen, nickte sie dankbar und nahm sich etwas von dem Essen: Brot, Wurst, Eier und Salat landeten auf ihrem Teller. Sie wollte vorbereitet sein, auch wenn das politische Leben für sie bisher kaum von Bedeutung gewesen war.
„Ich kenne mich weder mit Eurem Reich aus noch mit seinen Konflikten oder der Agrikultur“, begann sie mit ehrlicher Zurückhaltung. „Verzeiht mir also bitte, wenn ich Fragen stelle, die für alle anderen womöglich offensichtlich erscheinen.“
Politik war eine Welt, mit der sie sich nie hatte beschäftigen müssen – ein kompliziertes Geflecht aus Machtspielen und strategischen Entscheidungen, das ihr fremd war. Nun von ihr zu verlangen, sich darin zurechtzufinden und ihren Platz mitten in diesem Wirrwarr einzunehmen, erschien ihr beinahe unmöglich.
Doch sie wusste, dass sie nicht ewig davor fliehen konnte. Wenn sie schon in dieser Rolle war, dann wollte sie zumindest versuchen, sich mit den Anliegen der einfachen Bürger auseinanderzusetzen. Vielleicht würde es ihr gelingen, zumindest den Eindruck zu erwecken, dass sie in gewisser Weise kompetent war.
Und vielleicht – nur vielleicht – würde sie ihren eigenen Weg in dieser neuen Welt finden.
