Zoras schlief lange und als er aufwachte, hätte er gleich wieder weiterschlafen können. Er kniff die Augen gegen das Licht im Zelt zusammen - und dann erinnerte er sich schlagartig und drehte sich zur Seite.
Kassandra war schon auf und saß aufrecht an der Zeltwand. Das hereinströmende Morgenlicht schien sie erstrahlen zu lassen, denn ihr Haut glühte regelrecht, oder wirkte zumindest so, bis Zoras sich über die Augen rieb und das Glühen verschwunden war. Er lächelte sie an. Es dauerte einen Moment, bis sein Gehirn wach genug war um zu funktionieren.
"Sehr viel besser. Ich glaube, ich habe schon lange nicht mehr so gut geschlafen."
Er streckte den Arm nach ihr aus und Kassandra kam heran, als hätte Zoras ein eigenes Gravitationsfeld, das sie heranzog.
"Dann hat es funktioniert?"
Die Antwort war ernüchternd und brachte ihn vollständig in die Realität zurück. Dann konnten sie sich also nicht auf ihre Aura verlassen; er stieß ein Seufzen aus.
"Okay. Macht nichts. Das hast du trotzdem gut gemacht. Warst du die ganze Zeit über wach?"
Er zog sie vollständig in seine Umarmung rein, dann küsste er sie zärtlich und strich über ihre Haare. Sie wirkte erschöpft, aber nicht auf die körperliche Art - eher auf die geistige. Er debattierte für einen Moment mit sich, ob er sie danach fragen sollte, ob sie wieder etwas geträumt hatte, entschied sich dann aber dagegen. Es war wohl besser, sie wenn überhaupt abzulenken, anstatt sie daran zu erinnern.
"Du kannst dich in den Wagen legen und heute Abend werden wir uns abwechseln, okay? Ich schlafe vier Stunden, dann schläfst du vier Stunden. Wenn es funktioniert, wenn er uns wirklich nicht erkennen kann, wenn du nicht schläfst, können wir uns etwas neues einfallen lassen."
Zoras würde nicht im Traum daran denken, nicht mehr mit Kassandra zu schlafen. Leider rückte das immer mehr ins Mögliche und er hasste Morpheus dafür bis aufs Blut.
"Und morgen werden wir versuchen, tagsüber zu schlafen und nachts zu reisen. Vielleicht können wir so einen gewissen Vorsprung zu ihm haben."
Er küsste sie wieder, dann begnügte er sich damit, für einen Augenblick noch bei ihr zu liegen. Er streichelte ihr Haar, ihre Hüfte, ihr angewinkeltes Bein. Als er drohte, wieder wegzudösen, richtete er sich seufzend auf und stellte sich der Realität.
Kassandra ruhte sich in der Kutsche aus als sie weiterfuhren. Zoras blieb in der Nähe, Solair an den Zügeln neben sich, und lauschte angestrengt nach dem kleinsten Laut, der von ihr kommen könnte - aber sie blieb still. Ein paar Mal ließ er sich zurückfallen, um durch die Öffnung im hinteren Teil auf ihre Gestalt zu blicken und so wie es schien, war sie wirklich eingeschlafen, aber Albträume schienen auszubleiben. Das war gut, das war ein Fortschritt. Sie könnten so alle etwas Schlaf bekommen und Morpheus könnte Kassandra aus den Augen verlieren.
Am Abend legte er sich zuerst hin, damit Kassandra Morpheus nicht ihre Position zuerst verriet. Ihr abendliches Ritual hatte einen bedrückenden Beigeschmack und als sie ineinander verschlungen in ihrem Zelt lagen und darauf warteten, dass der Kutschführer anfangen würde im Schlaf zu winseln, fiel Zoras erst auf, woher dieser Beigeschmack ruhte: Sie hatten bis auf die wenigen Küsse kaum Liebkosungen ausgetauscht, seitdem sie den Herrschaftssitz verlassen hatten. Morpheus hatte sogleich von ihren Gedanken Besitz ergriffen, selbst bevor er Einfluss auf ihre Träume genommen hatte.
Zoras umfasste Kassandra ein bisschen fester, eine übliche Angewohnheit mittlerweile, und rollte sich mit ihr herum, bis sie unter ihm lag. Er stützte sich mit den Ellbogen ab, während er es sich auf ihr bequem machte; nicht, um sein ganzes Körpergewicht auf ihr abzulegen, aber um die nächste Zeit dort zu verbringen. Dann legte er eine Hand an ihre Wange, umfasste sie leicht und beugte sich für einen Kuss hinab - keiner von denen, die zwar länger, aber nichtssagend waren, sondern ein nachdrückliches Pressen seiner Lippen, mit dem er Wörter zu vermitteln versuchte, die in diesem Moment nie ausgesprochen worden waren. Er ging nicht weiter als das. Er küsste sie und bemerkte, dass sie nach Früchten schmeckte, auch wenn sie gar keine gegessen hatte. Dass sie nach wilder, ungezähmter Natur roch, auch wenn sie den meisten Tag im Wagen verbracht hatte. Dass sie so weich war, als käme sie gerade aus Niligads Bädern. Dass sie einladend warm war, auch wenn draußen der Wind pfiff.
Ein Lächeln stahl sich auf seine Lippen und er löste sich von ihr, gerade so weit, um ihr in die Augen sehen zu können. Es war vollkommen dunkel im Zelt, das Lagerfeuer draußen warf nur einen sehr schwachen Schein hinein, aber er konnte dennoch ihre Augen glitzern sehen. Zärtlich strich er mit dem Daumen über ihren Wangenknochen.
"Haria."
Ihre Lippen kitzelten ihn und er beugte sich wieder hinab, um sich auf die kostbarste Weise mit ihren zu vereinen. Er versank in sämtlichen Sinneseindrücken ihrer Gestalt. Als sie sich später irgendwann lösten und er an ihrer Seite langsam einschlief, hatte er Kassandras hauchdünnen Duft von Kastanie in der Nase und war sich sicher, dass die Natur noch niemals so liebreizend gerochen hatte.
Kassandra war schon auf und saß aufrecht an der Zeltwand. Das hereinströmende Morgenlicht schien sie erstrahlen zu lassen, denn ihr Haut glühte regelrecht, oder wirkte zumindest so, bis Zoras sich über die Augen rieb und das Glühen verschwunden war. Er lächelte sie an. Es dauerte einen Moment, bis sein Gehirn wach genug war um zu funktionieren.
"Sehr viel besser. Ich glaube, ich habe schon lange nicht mehr so gut geschlafen."
Er streckte den Arm nach ihr aus und Kassandra kam heran, als hätte Zoras ein eigenes Gravitationsfeld, das sie heranzog.
"Dann hat es funktioniert?"
Die Antwort war ernüchternd und brachte ihn vollständig in die Realität zurück. Dann konnten sie sich also nicht auf ihre Aura verlassen; er stieß ein Seufzen aus.
"Okay. Macht nichts. Das hast du trotzdem gut gemacht. Warst du die ganze Zeit über wach?"
Er zog sie vollständig in seine Umarmung rein, dann küsste er sie zärtlich und strich über ihre Haare. Sie wirkte erschöpft, aber nicht auf die körperliche Art - eher auf die geistige. Er debattierte für einen Moment mit sich, ob er sie danach fragen sollte, ob sie wieder etwas geträumt hatte, entschied sich dann aber dagegen. Es war wohl besser, sie wenn überhaupt abzulenken, anstatt sie daran zu erinnern.
"Du kannst dich in den Wagen legen und heute Abend werden wir uns abwechseln, okay? Ich schlafe vier Stunden, dann schläfst du vier Stunden. Wenn es funktioniert, wenn er uns wirklich nicht erkennen kann, wenn du nicht schläfst, können wir uns etwas neues einfallen lassen."
Zoras würde nicht im Traum daran denken, nicht mehr mit Kassandra zu schlafen. Leider rückte das immer mehr ins Mögliche und er hasste Morpheus dafür bis aufs Blut.
"Und morgen werden wir versuchen, tagsüber zu schlafen und nachts zu reisen. Vielleicht können wir so einen gewissen Vorsprung zu ihm haben."
Er küsste sie wieder, dann begnügte er sich damit, für einen Augenblick noch bei ihr zu liegen. Er streichelte ihr Haar, ihre Hüfte, ihr angewinkeltes Bein. Als er drohte, wieder wegzudösen, richtete er sich seufzend auf und stellte sich der Realität.
Kassandra ruhte sich in der Kutsche aus als sie weiterfuhren. Zoras blieb in der Nähe, Solair an den Zügeln neben sich, und lauschte angestrengt nach dem kleinsten Laut, der von ihr kommen könnte - aber sie blieb still. Ein paar Mal ließ er sich zurückfallen, um durch die Öffnung im hinteren Teil auf ihre Gestalt zu blicken und so wie es schien, war sie wirklich eingeschlafen, aber Albträume schienen auszubleiben. Das war gut, das war ein Fortschritt. Sie könnten so alle etwas Schlaf bekommen und Morpheus könnte Kassandra aus den Augen verlieren.
Am Abend legte er sich zuerst hin, damit Kassandra Morpheus nicht ihre Position zuerst verriet. Ihr abendliches Ritual hatte einen bedrückenden Beigeschmack und als sie ineinander verschlungen in ihrem Zelt lagen und darauf warteten, dass der Kutschführer anfangen würde im Schlaf zu winseln, fiel Zoras erst auf, woher dieser Beigeschmack ruhte: Sie hatten bis auf die wenigen Küsse kaum Liebkosungen ausgetauscht, seitdem sie den Herrschaftssitz verlassen hatten. Morpheus hatte sogleich von ihren Gedanken Besitz ergriffen, selbst bevor er Einfluss auf ihre Träume genommen hatte.
Zoras umfasste Kassandra ein bisschen fester, eine übliche Angewohnheit mittlerweile, und rollte sich mit ihr herum, bis sie unter ihm lag. Er stützte sich mit den Ellbogen ab, während er es sich auf ihr bequem machte; nicht, um sein ganzes Körpergewicht auf ihr abzulegen, aber um die nächste Zeit dort zu verbringen. Dann legte er eine Hand an ihre Wange, umfasste sie leicht und beugte sich für einen Kuss hinab - keiner von denen, die zwar länger, aber nichtssagend waren, sondern ein nachdrückliches Pressen seiner Lippen, mit dem er Wörter zu vermitteln versuchte, die in diesem Moment nie ausgesprochen worden waren. Er ging nicht weiter als das. Er küsste sie und bemerkte, dass sie nach Früchten schmeckte, auch wenn sie gar keine gegessen hatte. Dass sie nach wilder, ungezähmter Natur roch, auch wenn sie den meisten Tag im Wagen verbracht hatte. Dass sie so weich war, als käme sie gerade aus Niligads Bädern. Dass sie einladend warm war, auch wenn draußen der Wind pfiff.
Ein Lächeln stahl sich auf seine Lippen und er löste sich von ihr, gerade so weit, um ihr in die Augen sehen zu können. Es war vollkommen dunkel im Zelt, das Lagerfeuer draußen warf nur einen sehr schwachen Schein hinein, aber er konnte dennoch ihre Augen glitzern sehen. Zärtlich strich er mit dem Daumen über ihren Wangenknochen.
"Haria."
Ihre Lippen kitzelten ihn und er beugte sich wieder hinab, um sich auf die kostbarste Weise mit ihren zu vereinen. Er versank in sämtlichen Sinneseindrücken ihrer Gestalt. Als sie sich später irgendwann lösten und er an ihrer Seite langsam einschlief, hatte er Kassandras hauchdünnen Duft von Kastanie in der Nase und war sich sicher, dass die Natur noch niemals so liebreizend gerochen hatte.

