Vincent griff instinktiv nach dem Buch. Weniger, weil es von Thomas kam - Thomas, der ihm so nahe war, dass der Duft von Zimt und Desinfektionsmittel beinahe überwältigend stark war - sondern weil es ein Buch auf seinem Schreibtisch war. Ein Buch unter vielen, aber vielleicht barg es ja die Antworten auf seine Fragen?
Als Vincents Verstand begriff, was er da eigentlich in der Hand hatte, war er überraschenderweise enttäuscht. Nicht unbedingt, weil dieses Buch eben nicht die Antworten hatte, die er suchte, sondern weil Thomas ihm etwas zurückgab, was eigentlich ein Geschenk gewesen war. Damit waren dann wohl alle Verbindungen gekappt...
"Fremdkörper..?" murmelte Vincent, seine Augen huschten über die Seite, die Diagramme.
Medizin war nie eines der Themen gewesen, für die er sich wirklich interessiert hatte. Sein eigener Körper heilte in Windeseile - normalerweise - und sein Blut reichte aus, um alle anderen Probleme zu lösen, die seine Belegschaft haben konnte, die über das Wissen der gegenwärtigen Ärzte hinausging.
"Silber... entfernen?"
Seine Gedanken waren zu langsam für Thomas' Erklärung. Vincent musste sich durch einen dichten Nebel an Unverständnis kämpfen, bevor die Worte wirkliche Bedeutung erhielten.
Er drehte sich auf seinem unbequemen Holzhocker um, das Buch in seinen Händen, und starrte Thomas an.
"Kommt ein Arzt in den Keller eines Vampirs und sagt, er kann ihn heilen," flüsterte er.
Thomas sah furchtbar aus, vollkommen übermüdet und keineswegs wie ein zuverlässiger Arzt, dem man sein Leben anvertrauen würde. Und doch war da dieses warme Gefühl in Vincent, ein Gefühl der Vertrautheit. Ein Gefühl des Vertrauens.
"Deine Absichten sind wie immer nobel, Thomas," es fühlte sich seltsam an, diesen Namen auszusprechen, "Aber ich glaube, ich bin jenseits aller Heilung."
Er drehte sich ein bisschen weiter, wandte sich nun vollständig Thomas zu. Sein Hemd war offen und er musste es nur ein bisschen zur Seite bewegen, um das wahre Ausmaß seiner Vergiftung zu offenbaren: dunkle Linien hatten sich um die ursprüngliche Einstichstelle gebildet. Sie zogen sich dicht unter Vincents Haut entlang, spannten sich bis zum Bund seiner Hose und bis hinauf zu seiner Schulter, krochen langsam aber sicher über seine Brust in Richtung des zu langsam schlagenden Herzens. Die Adern waren eine visuelle Darstellung von dem Zerfall, der Vincent heimsuchte.
"Es steht dir natürlich frei, mich in Scheiben zu schneiden und für die Wissenschaft zu benutzen. Dann habe ich wenigstens etwas geleistet," lächelte Vincent, auch wenn an dieser Situation absolut nichts lustig war.
Er würde sterben. Damit hatte er sich vor einer Ewigkeit in seinem Salon abgefunden. An dem gleichen Tag hatte er sich damit abgefunden, allein zu sterben. Er wollte nicht einmal Nora in seinen letzten Moment bei sich wissen. Vielleicht schloss er sich selbst deswegen hier unten weg.
Vincent arrangierte sein Hemd neu, verbarg seine Verletzung wieder und wandte sich wieder seinem Schreibtisch zu. Thomas anzusehen war Balsam für seine unmenschliche Seele, aber zeitgleich brannte es schlimmer als jedes Silber. Dass der Mann ihn retten wollte war noch nicht ganz in seinem Kopf angekommen.
Als Vincents Verstand begriff, was er da eigentlich in der Hand hatte, war er überraschenderweise enttäuscht. Nicht unbedingt, weil dieses Buch eben nicht die Antworten hatte, die er suchte, sondern weil Thomas ihm etwas zurückgab, was eigentlich ein Geschenk gewesen war. Damit waren dann wohl alle Verbindungen gekappt...
"Fremdkörper..?" murmelte Vincent, seine Augen huschten über die Seite, die Diagramme.
Medizin war nie eines der Themen gewesen, für die er sich wirklich interessiert hatte. Sein eigener Körper heilte in Windeseile - normalerweise - und sein Blut reichte aus, um alle anderen Probleme zu lösen, die seine Belegschaft haben konnte, die über das Wissen der gegenwärtigen Ärzte hinausging.
"Silber... entfernen?"
Seine Gedanken waren zu langsam für Thomas' Erklärung. Vincent musste sich durch einen dichten Nebel an Unverständnis kämpfen, bevor die Worte wirkliche Bedeutung erhielten.
Er drehte sich auf seinem unbequemen Holzhocker um, das Buch in seinen Händen, und starrte Thomas an.
"Kommt ein Arzt in den Keller eines Vampirs und sagt, er kann ihn heilen," flüsterte er.
Thomas sah furchtbar aus, vollkommen übermüdet und keineswegs wie ein zuverlässiger Arzt, dem man sein Leben anvertrauen würde. Und doch war da dieses warme Gefühl in Vincent, ein Gefühl der Vertrautheit. Ein Gefühl des Vertrauens.
"Deine Absichten sind wie immer nobel, Thomas," es fühlte sich seltsam an, diesen Namen auszusprechen, "Aber ich glaube, ich bin jenseits aller Heilung."
Er drehte sich ein bisschen weiter, wandte sich nun vollständig Thomas zu. Sein Hemd war offen und er musste es nur ein bisschen zur Seite bewegen, um das wahre Ausmaß seiner Vergiftung zu offenbaren: dunkle Linien hatten sich um die ursprüngliche Einstichstelle gebildet. Sie zogen sich dicht unter Vincents Haut entlang, spannten sich bis zum Bund seiner Hose und bis hinauf zu seiner Schulter, krochen langsam aber sicher über seine Brust in Richtung des zu langsam schlagenden Herzens. Die Adern waren eine visuelle Darstellung von dem Zerfall, der Vincent heimsuchte.
"Es steht dir natürlich frei, mich in Scheiben zu schneiden und für die Wissenschaft zu benutzen. Dann habe ich wenigstens etwas geleistet," lächelte Vincent, auch wenn an dieser Situation absolut nichts lustig war.
Er würde sterben. Damit hatte er sich vor einer Ewigkeit in seinem Salon abgefunden. An dem gleichen Tag hatte er sich damit abgefunden, allein zu sterben. Er wollte nicht einmal Nora in seinen letzten Moment bei sich wissen. Vielleicht schloss er sich selbst deswegen hier unten weg.
Vincent arrangierte sein Hemd neu, verbarg seine Verletzung wieder und wandte sich wieder seinem Schreibtisch zu. Thomas anzusehen war Balsam für seine unmenschliche Seele, aber zeitgleich brannte es schlimmer als jedes Silber. Dass der Mann ihn retten wollte war noch nicht ganz in seinem Kopf angekommen.

