„Mhm“, machte Sylea nur, da Worte nicht ausreichen würden, um zu beschreiben, was noch vor ihnen lag. Das Tor, welches sich geöffnet hatte und hinter dem Rena verschwunden war, glich einem gähnenden, schwarzen Loch. Traten sie einmal hinein, mussten sie sich darauf gefasst machen, sich im Notfall mit Gewalt einen Weg vorwärts zu kämpfen. Ascan hatte Erinnerungen an das Heiligtum, aber er hielt sie gut versteckt, um es Sylea zu schwer wie nur möglich zu machen.
„Ich glaube, ich kann dich von deiner Aufgabe nicht entbinden, aber ich täte es gern, Kehled“, murmelte Sylea, lächelte dieses Mal jedoch nicht. Die Hand an ihrer Wange war kühl und der Schock saß noch tief in seinen Knochen. Niemals würde sie zulassen, dass noch so eine elende Existenz wie diese geschaffen wurde. Dafür würde sie sorgen.
Sylea erhob sich und atmete tief durch. Etwas sagte ihr, dass Kehled sie nicht begleiten würde. Also wandte sie sich zu Cain um, der seine Freundin mit gewissem Argwohn betrachtete. „Bist du soweit?“
Eine rhetorische Frage. Niemand von ihnen würde wahrlich jemals bereit hierfür sein. Doch Cain nickte und gemeinsam näherten sie sich dem großen Tor. Hinter ihnen blieb Kehled zurück; sehr zu Syleas Missfallen, aber sie hatte akzeptiert, dass sie ihm nicht mehr helfen konnte. Solange der Clan bestand, hätte auch seine Aufgabe Bestand. Erst musste der Clan fallen, damit er vielleicht je frei sein könnte. Es war eine weitere Existenz hinzugekommen, deren Schicksal auf dem fußte, wie Sylea sich verhalten würde.
Als Sylea durch den Spalt hineinspähte, sah sie nichts außer Dunkelheit. Ihr kam auch sonst nichts Außergewöhnliches entgegen, fast so, als sei es wirklich ein völlig neutraler Eingang. „…Rena?“, fragte sie in die Dunkelheit hinein, aber nichts kam zurück. Unsicher biss sich Sylea auf die Unterlippe, doch dann übernahm der Seeker bereits. Er legte ihr eine Hand auf die Schulter und zog sie sanft, aber bestimmt, zurück. An ihr Versprechen erinnert, hielt sich Sylea zurück und ließ den Seeker vorgehen. Wie sein Schatten folgte sie ihm und gemeinsam wurden sie von dem Inneren der Halle verschluckt.
In dem unterirdischen Komplex war kein Licht entzündet worden. Es roch nach feuchter Erde und Stein und erinnerte das Vessel ein wenig an ihre Zeit in der alten Kathedrale. Noch immer spürte sie rein gar nichts, als wäre es luftleerer Raum. Auch Cain vor ihr ging vorsichtig und bedeutete Sylea immer wieder, hinter ihm zu warten. Der gesamte Raum war eine kuppelartige Aushöhlung ohne Fenster. Es gingen einige weitere Türen von diesem Raum ab, und allesamt waren geschlossen. Ansonsten wirkte der Raum eher wie ein großer Platz mit seinen gemauerten Böden und ringartigen Dekorationen.
„Ich weiß nicht, das sieht mir –„ murmelte Sylea leise, da spürte sie doch etwas. Auch Cain drehte sich zeitgleich um, weil sein Gehör wesentlich besser war. Aber die Reaktion war zu spät. Sylea schaffte gerade noch eine Vierteldrehung und entdeckte eine Person in einem Umhang, dann explodierte ein furchtbarer Schmerz in ihrem Kopf und es wurde schwarz vor ihren Augen.
Cain sah noch, wie die Person Sylea mit einem Schlagstock am Hinterkopf traf. Das Geräusch war alles andere als schön und das Mädchen brach ohne Gegenwehr in sich zusammen. Die Person fing sie mit beiden Armen auf und war schon dabei, wieder auf Abstand zu gehen, doch Cain setzte ihr bereits nach.
Der Seeker spannte sich an und sprang nahezu auf Sylea und die Person zu. Doch etwas packte ihn an den Hosenbeinen und riss ihn zurück. Er verlor den Boden unter den Füßen und schlug mit dem Bauch auf dem steinernen Boden auf. Sofort war ein erdrückendes Gewicht auf dem jungen Mann; mehrere vermummte Personen hatten sich umgehend auf den Seeker gestürzt und beschwerten ihn. Dabei gaben sie keinerlei Laute von sich, als sie den tobenden Mann unter sich begruben und nach seinen Händen suchten, sie fanden und hinter seinen Rücken zu zerren suchten.
Cains Aura wallte auf. Aus dem Gold brach das Schwarz wieder hervor und bahnte sich seinen Weg. „Das lassen wir schön bleiben“, erklang die Stimme eines Mannes und Füße schoben sich in Cains Blickfeld. Sein Kopf wurde schwer, als man ihm eine Hand auflegte und eine unendliche schwere Dunkelheit am Rande seines Sichtfeldes erschien. Sie fraß immer mehr von seiner Sicht, kam immer näher, vernebelte ihm Hirn und Herz, bis er schließlich in die gleiche Leere wie Sylea fiel.
Als Cain erwachte, erwachte er weich.
Man hatte ihn in ein weiches Bett gebettet in einem Zimmer ohne Fenster. Die Wände waren in einem seichten gelb gestrichen, er hatte einen kleinen Nachttisch sowie eine Kommode. Ein kleiner Tisch mit einem dazugehörigen Stuhl befand sich ebenfalls im Zimmer, das jedoch keine Tür besaß. Eigentlich besaß es auch nur drei Wände, denn die vierte bestand aus Luft. Es war, als gäbe es dort eine unsichtbare Wand, die diesen Raum von dem Raum davor trennte. Im Boden waren Glyphen eingelassen worden, ähnlich wie bereits im Hellgate, und deuteten auf einen Bannkreis hin.
Die Raum vor Cains „Zimmer“ war wesentlich nüchterner gehalten, in steingrau und ozeanblau. Bildschirme flackerten und zeigten Bilder aus anderen Räumen. Eine ganze Bandbreite an Tastaturen, Blinklichtern und Kontrollleuchten boten eine regelrechte Farbshow. Im Zentrum war ein Ring aus Bildschirmen, einem Rundtisch und Stühlen angeordnet. Dort tummelten sich einige Menschen; Männer in Uniformen und Kitteln. Überall surrte es leise, es piepte hier und da. Alles in allem wirkte es sehr geschäftig und Cain nicht wirklich wie in einem netten Zimmer.
Das, wo er gerade aufwachte, war eine Zelle. Man hatte ihm während des Transportes Handschellen angelegt, deren Abdrücke an seinen Handgelenken noch sichtbar waren. Man hatte ihm seine Kleider gelassen, ihm die Waffe jedoch abgenommen. Dafür trug er nun etwas, das aussah wie eine Fußfessel.
Von Sylea war nirgends etwas zu sehen.
„Ich glaube, ich kann dich von deiner Aufgabe nicht entbinden, aber ich täte es gern, Kehled“, murmelte Sylea, lächelte dieses Mal jedoch nicht. Die Hand an ihrer Wange war kühl und der Schock saß noch tief in seinen Knochen. Niemals würde sie zulassen, dass noch so eine elende Existenz wie diese geschaffen wurde. Dafür würde sie sorgen.
Sylea erhob sich und atmete tief durch. Etwas sagte ihr, dass Kehled sie nicht begleiten würde. Also wandte sie sich zu Cain um, der seine Freundin mit gewissem Argwohn betrachtete. „Bist du soweit?“
Eine rhetorische Frage. Niemand von ihnen würde wahrlich jemals bereit hierfür sein. Doch Cain nickte und gemeinsam näherten sie sich dem großen Tor. Hinter ihnen blieb Kehled zurück; sehr zu Syleas Missfallen, aber sie hatte akzeptiert, dass sie ihm nicht mehr helfen konnte. Solange der Clan bestand, hätte auch seine Aufgabe Bestand. Erst musste der Clan fallen, damit er vielleicht je frei sein könnte. Es war eine weitere Existenz hinzugekommen, deren Schicksal auf dem fußte, wie Sylea sich verhalten würde.
Als Sylea durch den Spalt hineinspähte, sah sie nichts außer Dunkelheit. Ihr kam auch sonst nichts Außergewöhnliches entgegen, fast so, als sei es wirklich ein völlig neutraler Eingang. „…Rena?“, fragte sie in die Dunkelheit hinein, aber nichts kam zurück. Unsicher biss sich Sylea auf die Unterlippe, doch dann übernahm der Seeker bereits. Er legte ihr eine Hand auf die Schulter und zog sie sanft, aber bestimmt, zurück. An ihr Versprechen erinnert, hielt sich Sylea zurück und ließ den Seeker vorgehen. Wie sein Schatten folgte sie ihm und gemeinsam wurden sie von dem Inneren der Halle verschluckt.
In dem unterirdischen Komplex war kein Licht entzündet worden. Es roch nach feuchter Erde und Stein und erinnerte das Vessel ein wenig an ihre Zeit in der alten Kathedrale. Noch immer spürte sie rein gar nichts, als wäre es luftleerer Raum. Auch Cain vor ihr ging vorsichtig und bedeutete Sylea immer wieder, hinter ihm zu warten. Der gesamte Raum war eine kuppelartige Aushöhlung ohne Fenster. Es gingen einige weitere Türen von diesem Raum ab, und allesamt waren geschlossen. Ansonsten wirkte der Raum eher wie ein großer Platz mit seinen gemauerten Böden und ringartigen Dekorationen.
„Ich weiß nicht, das sieht mir –„ murmelte Sylea leise, da spürte sie doch etwas. Auch Cain drehte sich zeitgleich um, weil sein Gehör wesentlich besser war. Aber die Reaktion war zu spät. Sylea schaffte gerade noch eine Vierteldrehung und entdeckte eine Person in einem Umhang, dann explodierte ein furchtbarer Schmerz in ihrem Kopf und es wurde schwarz vor ihren Augen.
Cain sah noch, wie die Person Sylea mit einem Schlagstock am Hinterkopf traf. Das Geräusch war alles andere als schön und das Mädchen brach ohne Gegenwehr in sich zusammen. Die Person fing sie mit beiden Armen auf und war schon dabei, wieder auf Abstand zu gehen, doch Cain setzte ihr bereits nach.
Der Seeker spannte sich an und sprang nahezu auf Sylea und die Person zu. Doch etwas packte ihn an den Hosenbeinen und riss ihn zurück. Er verlor den Boden unter den Füßen und schlug mit dem Bauch auf dem steinernen Boden auf. Sofort war ein erdrückendes Gewicht auf dem jungen Mann; mehrere vermummte Personen hatten sich umgehend auf den Seeker gestürzt und beschwerten ihn. Dabei gaben sie keinerlei Laute von sich, als sie den tobenden Mann unter sich begruben und nach seinen Händen suchten, sie fanden und hinter seinen Rücken zu zerren suchten.
Cains Aura wallte auf. Aus dem Gold brach das Schwarz wieder hervor und bahnte sich seinen Weg. „Das lassen wir schön bleiben“, erklang die Stimme eines Mannes und Füße schoben sich in Cains Blickfeld. Sein Kopf wurde schwer, als man ihm eine Hand auflegte und eine unendliche schwere Dunkelheit am Rande seines Sichtfeldes erschien. Sie fraß immer mehr von seiner Sicht, kam immer näher, vernebelte ihm Hirn und Herz, bis er schließlich in die gleiche Leere wie Sylea fiel.
Als Cain erwachte, erwachte er weich.
Man hatte ihn in ein weiches Bett gebettet in einem Zimmer ohne Fenster. Die Wände waren in einem seichten gelb gestrichen, er hatte einen kleinen Nachttisch sowie eine Kommode. Ein kleiner Tisch mit einem dazugehörigen Stuhl befand sich ebenfalls im Zimmer, das jedoch keine Tür besaß. Eigentlich besaß es auch nur drei Wände, denn die vierte bestand aus Luft. Es war, als gäbe es dort eine unsichtbare Wand, die diesen Raum von dem Raum davor trennte. Im Boden waren Glyphen eingelassen worden, ähnlich wie bereits im Hellgate, und deuteten auf einen Bannkreis hin.
Die Raum vor Cains „Zimmer“ war wesentlich nüchterner gehalten, in steingrau und ozeanblau. Bildschirme flackerten und zeigten Bilder aus anderen Räumen. Eine ganze Bandbreite an Tastaturen, Blinklichtern und Kontrollleuchten boten eine regelrechte Farbshow. Im Zentrum war ein Ring aus Bildschirmen, einem Rundtisch und Stühlen angeordnet. Dort tummelten sich einige Menschen; Männer in Uniformen und Kitteln. Überall surrte es leise, es piepte hier und da. Alles in allem wirkte es sehr geschäftig und Cain nicht wirklich wie in einem netten Zimmer.
Das, wo er gerade aufwachte, war eine Zelle. Man hatte ihm während des Transportes Handschellen angelegt, deren Abdrücke an seinen Handgelenken noch sichtbar waren. Man hatte ihm seine Kleider gelassen, ihm die Waffe jedoch abgenommen. Dafür trug er nun etwas, das aussah wie eine Fußfessel.
Von Sylea war nirgends etwas zu sehen.