Sylea kam vom Regen in die Traufe. Eigentlich hatte der Ausruf mit dem heißen Wasser die Situation auflockern sollen, stattdessen stand sie nun dicht gedrängt an dem Seeker, der ihr besitzergreifend seinen Arm um die Hüfte gelegt hatte und sie nur noch enger an sich heranzog. Die Hitze des Wassers wich der Hitze ihrer Körper, ihre Atmung glich sich an den jeweils anderen an bis sie schließlich im Takt Luft holten. Seine Stimme dicht an ihrem Ohr rumpelte, kratzte in diesem ganz bestimmten Tonfall, der sie jedes Mal aufs Neues bis ins Mark traf. Umgehend versteifte sich das Mädchen und die Hände, die sie soeben noch auf sein Gesäß gelegt hatte, verharrten ebenso.
„Wenn er ein Teil von dir ist, kann ich keine Angst vor ihm haben“, erwiderte sie so leise, dass es beinahe im konstanten Rauschen des Wassers untergegangen wäre. Doch sie wusste besser, dass der junge Mann über deutlich geschärfte Sinne verfügte und jede Silbe, jedes Stocken, hören konnte. „Das wäre ja fatal, wenn ihr zwei einer Meinung wärt…“
Sein Lachen erschütterte Sylea an seiner Brust, wodurch sich ihre Anspannung wieder verlor. Just in dem Moment, in dem sie sich eh von ihm wegschieben wollte, kam er ihr zuvor und suchte eigenmächtig die Distanz, indem er beschwichtigend seine Hände anhob. Ungläubig funkelte Sylea Cain an, dann drehte sie sich mit einem Schnauben wieder um und näherte sich dem Wasserstrahl erneut.
„Wenn du deine Hände bei dir behalten kannst …“, fügte sie spöttisch hinzu und ließ die eigenen Hände über ihr Gesäß gleiten. Natürlich nur zu Waschzwecken.
Mit ihrem Rücken ihm zugewandt sah Cain nicht, wie sich der leichtfertige Gesichtsausdruck aus ihrem Gesicht wieder abschälte. Als blätterte alte Farbe von einem Möbel ab, erschien darunter eine nichtssagende, blanke Oberfläche mit Augen, die irgendetwas in der Ferne sahen, nur für sie bestimmt. Sie hatte in seiner Aura gespürt, dass er zweifelte, an dem, was sie sagte, fühlte und tat. Ehrlicherweise konnte sie es ihm auch nicht verübeln, denn es wirkte stückweise gestellt oder gar ausweichend. Damit hatte er auch nicht ganz Unrecht, denn den konstanten Druck, dass jederzeit etwas widerfahren konnte, hielt sie auf Dauer nicht aus. Sie brauchte Luft zum Atmen, und sei es nur diese kurzweiligen Spielereien, ungesehen von Dritten. Ab dem Augenblick, wo sie die Hallen aufsuchten und dem Wächter vorstellig wurden, war ihr Leben so, wie sie es kannten, schlagartig vorbei. Diese Gewissheit war unumstößlich und bevor Cain von all diesen Gedanken etwas mitbekam, hatte sie ihre silbrige Aura bereits weitgehend aus seinem Gold gelöst und ihm seine Freiheit zurückgegeben.
„Ich möchte während meiner wohlverdienten Dusche nicht daran denken, wie wir weiter vorgehen. Wenn die uns angreifen wollten, dann wohl eher im Schutz der Nacht und nicht jetzt schon. Vielleicht warten sie ja auch darauf, dass das Gewitter nachlässt, oder, oder, oder“, überlegte Sylea laut weiter, bevor sie ihren Kopf unter das Wasser hielt und ihre Haare durchnässte.
„Wenn er ein Teil von dir ist, kann ich keine Angst vor ihm haben“, erwiderte sie so leise, dass es beinahe im konstanten Rauschen des Wassers untergegangen wäre. Doch sie wusste besser, dass der junge Mann über deutlich geschärfte Sinne verfügte und jede Silbe, jedes Stocken, hören konnte. „Das wäre ja fatal, wenn ihr zwei einer Meinung wärt…“
Sein Lachen erschütterte Sylea an seiner Brust, wodurch sich ihre Anspannung wieder verlor. Just in dem Moment, in dem sie sich eh von ihm wegschieben wollte, kam er ihr zuvor und suchte eigenmächtig die Distanz, indem er beschwichtigend seine Hände anhob. Ungläubig funkelte Sylea Cain an, dann drehte sie sich mit einem Schnauben wieder um und näherte sich dem Wasserstrahl erneut.
„Wenn du deine Hände bei dir behalten kannst …“, fügte sie spöttisch hinzu und ließ die eigenen Hände über ihr Gesäß gleiten. Natürlich nur zu Waschzwecken.
Mit ihrem Rücken ihm zugewandt sah Cain nicht, wie sich der leichtfertige Gesichtsausdruck aus ihrem Gesicht wieder abschälte. Als blätterte alte Farbe von einem Möbel ab, erschien darunter eine nichtssagende, blanke Oberfläche mit Augen, die irgendetwas in der Ferne sahen, nur für sie bestimmt. Sie hatte in seiner Aura gespürt, dass er zweifelte, an dem, was sie sagte, fühlte und tat. Ehrlicherweise konnte sie es ihm auch nicht verübeln, denn es wirkte stückweise gestellt oder gar ausweichend. Damit hatte er auch nicht ganz Unrecht, denn den konstanten Druck, dass jederzeit etwas widerfahren konnte, hielt sie auf Dauer nicht aus. Sie brauchte Luft zum Atmen, und sei es nur diese kurzweiligen Spielereien, ungesehen von Dritten. Ab dem Augenblick, wo sie die Hallen aufsuchten und dem Wächter vorstellig wurden, war ihr Leben so, wie sie es kannten, schlagartig vorbei. Diese Gewissheit war unumstößlich und bevor Cain von all diesen Gedanken etwas mitbekam, hatte sie ihre silbrige Aura bereits weitgehend aus seinem Gold gelöst und ihm seine Freiheit zurückgegeben.
„Ich möchte während meiner wohlverdienten Dusche nicht daran denken, wie wir weiter vorgehen. Wenn die uns angreifen wollten, dann wohl eher im Schutz der Nacht und nicht jetzt schon. Vielleicht warten sie ja auch darauf, dass das Gewitter nachlässt, oder, oder, oder“, überlegte Sylea laut weiter, bevor sie ihren Kopf unter das Wasser hielt und ihre Haare durchnässte.