„Die Beiden werden nicht mehr lange schlafen… Bist du bereit, dich einer schmollenden Mairead zu stellen? Sie hat dich wirklich gern.“
„Das werde ich wohl müssen“, antwortete Sylea mit einem schmalen Lächeln als hinter ihnen eine Tür knarzte und Ennis wie aufs Stichwort im Rahmen erschien. Er trug bereits sein kariertes Hemd und die dunkelgrüne Hose wie üblich, nur sein graues Haar war wüst. Er blinzelte, musterte Sylea und Cain, die fast schon schuldbewusst herumgefahren waren und seufzte.
„Jetzt sagt mir nicht, ihr wolltet verschwinden ohne euch zu verabschieden.“ Er war pikiert, das hörte man an seiner Stimme.
„Nein!“ Sylea hob beschwichtigend die Hände und wedelte mit ihnen. „Das würde mir Mai nie verzeihen. Ich hätte aber auch gedacht, dass sie schon vor der Tür ein Lager aufgeschlagen hat oder so…“
Daraufhin warf Ennis einen Blick zur Zimmertür seiner Enkelin, ehe er sich davor postierte und anklopfte. „Mairead?“ Keine Antwort. Er versuchte es ein zweites Mal, dann öffnete er einfach die Tür und warf einen Blick in den Raum. Er seufzte ein weiteres Mal und ließ die Tür zum pinken Paradies einfach offen stehen. „Entweder sie schlägt ein Lager auf oder haut ab. Das macht sie gern wenn sie weiß, dass unangenehme Situationen bevorstehen. Sie wird sich schon wieder fangen.“
Irgendwie zweifelte Sylea an dieser Vorstellung. Vielleicht lag das aber auch einfach daran, dass sie selbst niemals weglaufen würde, sondern seit je her solche Momente einfach hatte durchstehen müssen. Wenn sie die Chance gehabt hätte, den Dingen aus dem Weg zu gehen, hätte sie es vermutlich ebenfalls getan. Also nickte sie langsam und bedeutete Cain, doch auch Ennis einen Kaffee zu machen. Den letzten, den sie hier mit ihm trinken würden.
Auch nach einer Stunde war Mairead nicht erschienen. Da Ennis jedoch nicht besorgt erschien, entschied Sylea, sich nach Möglichkeit auch keine zu machen. Traurig war sie trotzdem, dass das Mädchen nicht für den Abschied da gewesen war. Damit war es eine Person weniger, von der sie sich verabschieden musste.
Draußen vor der Hütte hatten sie ihre Sachen gepackt und geschultert. Ennis hatte Sylea kurz umarmt, was sie steif erwidert hatte, und war dann zu Cain gegangen. Er packte den Seeker an dessen Hand, zog ihn einen Ruck zu sich und klopfte ihm anschließend kräftig auf die Schulter. „Dass du mir gut auf dein Mädchen aufpasst, Cain. Lass sie nicht aus den Augen, wenn sie dein wertvollstes Gut ist.“
Syleas Lächeln wurde schwer. Wie vermutet sah er in ihr und Cain die Spiegelbilder seiner Familie. Wer konnte es ihm auch verübeln? Er hatte in seiner Welt und seinem Herzen Platz für Sylea und Cain geschaffen, nur um sie schon wieder gehen zu lassen. Wie lang dieser Abschied ausfallen würde, wusste niemand. Nur eine Ahnung lag schwer über dem jungen Pärchen, doch das verrieten sie nicht.
„Ich bin doch kein Ding, Ennis“, beschwerte sich Sylea und kreuzte die Arme vor der Brust, ein Sinnbild des Trotzes.
„Aber es ist Aufgabe des Mannes, sich um seine Frau zu kümmern.“
Sylea stöhnte genervt auf. Was für alte Traditionen packte der Mann denn jetzt noch aus? „Ja, ja, er darf machen, was er will. Drück Mairead von uns, wenn sie wiederkommt, ja? Ich hoffe einfach, dass sie nicht allzu sauer ist…“
„Sauer? Das Mädchen wird am Boden zerstört sein“, sagte Ennis und zuckte mit den Schultern. „Aber da muss sie durch. Abschiede lernt jeder irgendwann zu verkraften.“ Das wusste er besser als viele andere.
Sylea nickte und fasste nach Cains Hand. „Alles klar. Danke, dass wir hierbleiben durften und danke für… alles. Werden wir nicht vergessen, Ennis.“ Sie konnte nicht bis bald sagen. Diese Lüge ging ihr nicht über die Lippen.
Ennis lächelte sie beiden an und sah ihnen hinterher, bis ihre Gestalten in den Tiefen des Waldes verschwunden waren. Erst danach kehrte er in seine Hütte zurück und schloss die Tür hinter sich.
„Das werde ich wohl müssen“, antwortete Sylea mit einem schmalen Lächeln als hinter ihnen eine Tür knarzte und Ennis wie aufs Stichwort im Rahmen erschien. Er trug bereits sein kariertes Hemd und die dunkelgrüne Hose wie üblich, nur sein graues Haar war wüst. Er blinzelte, musterte Sylea und Cain, die fast schon schuldbewusst herumgefahren waren und seufzte.
„Jetzt sagt mir nicht, ihr wolltet verschwinden ohne euch zu verabschieden.“ Er war pikiert, das hörte man an seiner Stimme.
„Nein!“ Sylea hob beschwichtigend die Hände und wedelte mit ihnen. „Das würde mir Mai nie verzeihen. Ich hätte aber auch gedacht, dass sie schon vor der Tür ein Lager aufgeschlagen hat oder so…“
Daraufhin warf Ennis einen Blick zur Zimmertür seiner Enkelin, ehe er sich davor postierte und anklopfte. „Mairead?“ Keine Antwort. Er versuchte es ein zweites Mal, dann öffnete er einfach die Tür und warf einen Blick in den Raum. Er seufzte ein weiteres Mal und ließ die Tür zum pinken Paradies einfach offen stehen. „Entweder sie schlägt ein Lager auf oder haut ab. Das macht sie gern wenn sie weiß, dass unangenehme Situationen bevorstehen. Sie wird sich schon wieder fangen.“
Irgendwie zweifelte Sylea an dieser Vorstellung. Vielleicht lag das aber auch einfach daran, dass sie selbst niemals weglaufen würde, sondern seit je her solche Momente einfach hatte durchstehen müssen. Wenn sie die Chance gehabt hätte, den Dingen aus dem Weg zu gehen, hätte sie es vermutlich ebenfalls getan. Also nickte sie langsam und bedeutete Cain, doch auch Ennis einen Kaffee zu machen. Den letzten, den sie hier mit ihm trinken würden.
Auch nach einer Stunde war Mairead nicht erschienen. Da Ennis jedoch nicht besorgt erschien, entschied Sylea, sich nach Möglichkeit auch keine zu machen. Traurig war sie trotzdem, dass das Mädchen nicht für den Abschied da gewesen war. Damit war es eine Person weniger, von der sie sich verabschieden musste.
Draußen vor der Hütte hatten sie ihre Sachen gepackt und geschultert. Ennis hatte Sylea kurz umarmt, was sie steif erwidert hatte, und war dann zu Cain gegangen. Er packte den Seeker an dessen Hand, zog ihn einen Ruck zu sich und klopfte ihm anschließend kräftig auf die Schulter. „Dass du mir gut auf dein Mädchen aufpasst, Cain. Lass sie nicht aus den Augen, wenn sie dein wertvollstes Gut ist.“
Syleas Lächeln wurde schwer. Wie vermutet sah er in ihr und Cain die Spiegelbilder seiner Familie. Wer konnte es ihm auch verübeln? Er hatte in seiner Welt und seinem Herzen Platz für Sylea und Cain geschaffen, nur um sie schon wieder gehen zu lassen. Wie lang dieser Abschied ausfallen würde, wusste niemand. Nur eine Ahnung lag schwer über dem jungen Pärchen, doch das verrieten sie nicht.
„Ich bin doch kein Ding, Ennis“, beschwerte sich Sylea und kreuzte die Arme vor der Brust, ein Sinnbild des Trotzes.
„Aber es ist Aufgabe des Mannes, sich um seine Frau zu kümmern.“
Sylea stöhnte genervt auf. Was für alte Traditionen packte der Mann denn jetzt noch aus? „Ja, ja, er darf machen, was er will. Drück Mairead von uns, wenn sie wiederkommt, ja? Ich hoffe einfach, dass sie nicht allzu sauer ist…“
„Sauer? Das Mädchen wird am Boden zerstört sein“, sagte Ennis und zuckte mit den Schultern. „Aber da muss sie durch. Abschiede lernt jeder irgendwann zu verkraften.“ Das wusste er besser als viele andere.
Sylea nickte und fasste nach Cains Hand. „Alles klar. Danke, dass wir hierbleiben durften und danke für… alles. Werden wir nicht vergessen, Ennis.“ Sie konnte nicht bis bald sagen. Diese Lüge ging ihr nicht über die Lippen.
Ennis lächelte sie beiden an und sah ihnen hinterher, bis ihre Gestalten in den Tiefen des Waldes verschwunden waren. Erst danach kehrte er in seine Hütte zurück und schloss die Tür hinter sich.