Hatten wir nicht das Thema, dass das Ding unersättlich ist?
Wieder ein Augenblick, in dem Sylea eher auf Ascan hören statt ihm misstrauen sollte. Bis jetzt hielt sie ihre Angst als Nervosität getarnt, die Sorge gut verschachtelt unter augenscheinlicher Selbstbeherrschung. Aber die Überlebens sichernden roten Signalleuten in ihrem Kopf, die warnend schrill anfingen zu blinken, als Cain die gesamte Länge ihres Halses entlang leckte, hätten sie schon direkt zu einer Handlung zwingen müssen. Aber Sylea war jung, unerfahren, und traf eine falsche Entscheidung, die sie kurz darauf schwer bereuen würde.
Unablässig tiefer drückten sich seine Finger in ihre Arme. Sie wusste um die Hämatome, die dadurch entstehen würden, aber das war nichts verglichen zu dem, was sie bisher hatte erleben müssen. Das waren Kinkerlitzchen zu den Versuchen, die man in der Kathedrale an ihr durchgeführt hatte und beständiger Trotz begann in ihrem Kern zu wachsen, als…
Er ihr ungehemmt in den Hals biss.
In diesem Moment brach die Illusion, die sich Sylea als Vessel jedes Mal aufbaute, wenn sie wusste, dass unerträgliche Schmerzen zu erwarten waren. Schmerzen, vor denen Ascan sie mehrmals gerettet hatte und der jetzt wie ein Zuschauer nur danebenstand und die Show genoss. Jetzt warf sie sich doch mit ihrem Körper gegen den Seeker, kämpfte gegen seinen klauenartigen Griff an und schaffte es, den Aufschrei in ein würgendes Stöhnen abzuwandeln. Ihre Lider flogen auf, wild umherzuckende Augäpfel starrten zur Decke, während sie prozessierte, was hier gerade falsch lief. Der Schmerz pulsierte in ihrem Hals, so deutlich, dass sie wusste, dass er eine Wunde geschlagen haben musste. Schließlich spürte sie, was das Schwarz ekstatisch aufwallte anhand ihrer Emotionen, die ihn speisten wie der Lebenssaft selbst.
Noch im Schockzustand registrierte Sylea nicht, dass Cain sie losließ und sich aufrichtete. Sie bemerkte auch nicht die Hände, die sich an ihren Kragen legten. Wie apathisch lag sie da, als das Reißen des Stoffes erklang und sie dazu nötigte, den Blick nach vorn zu richten. Und was sie dort sah verdeutlichte ihr: DAS war nicht mehr ihr Cain, der sich an ihr zu schaffen machte. Diese schwarzen Augen waren Löcher, die alles verschlangen, die so unmenschlich wirkten, dass in ihr alles gefror, was kurz davor noch lebte. Es entfremdete sie so schnell von dieser Person wie nichts anderes auf dieser Welt. Unablässig machte er weiter, riss ihr Oberteil entzwei und plante nicht, hier schon zu stoppen.
Er würde ihr wehtun.
Richtig wehtun.
Meinst du, dein kleiner Seeker wird es sich je verzeihen können, was er dir gerade antut?
Nein, das würde Cain nicht. Und die andere Methode, die sie hätte benutzen können, brauchte mehr Zeit als der Grimm ihr zugestehen würde. Sie müsste ihn anders bändigen müssen, oder zumindest bewegungsunfähig machen. Also griff sie auf ein Wissen zurück, von dem sie Cain noch nichts offenbart hatte. Von dem er nichts wusste und das Sylea nur mit Ascans Hilfe hatte entschlüsseln können.
Während er noch weiter an ihr riss und sich nun an ihrer Hose zu schaffen machte, führte sie ihren rechten Zeigefinger an die Stelle, wo er sie gebissen hatte. Ein Zucken durchlief sie bei der Berührung, zahllose kleine Nadelstiche durchfuhren sie und dann hatte sie rot glänzende Flüssigkeit an ihrer Fingerspitze. Damit malte sie eine ganz einfache Rune auf ihren eigenen Handrücken; sie achtete nicht genau darauf, welche.
Du willst es jetzt ausprobieren? Du weißt doch nicht mal, was zu zahlst! Ascan klang nicht gewarnt, sondern vielmehr höchst euphorisiert.
Soll ich’s in den Hallen das erste Mal ausprobieren??
Mittlerweile war Cain von ihr abgestiegen, um ihr die widerspenstige Jeans grob von den Beinen zu reißen. Er kämpfte noch mit den Beinen, das Knurren ging ihr bis ins Mark, doch das Momentum war auf ihrer Seite. Sie frischte das Blut an ihrem Finger noch einmal auf und warf sich dann ohne Vorwarnung nach vorn, um die Füße auf den Boden zu stemmen. Cain, der den Stoff noch in den Fingern hatte, wurde mitgezogen, seine nackten Unterarme schön ausgestreckt. Das Zeitfenster war nur unheimlich klein, deswegen reichte es nur für eine kleine, undeutliche Rune aus lediglich zwei Strichen. Aber die Wirkung stellte sich sofort nach Vollendigung ein.
Bewegungslos.
Cain gefror in seiner Bewegung zu einer Säule. Das Schwarz des Grimms flippte völlig aus, unwissend, was genau ihn da plötzlich zur Bewegungslosigkeit trieb. Er kämpfte gegen unsichtbare Fesseln, die die Blutrunen einer Rubra niemals durchbrechen können würden. Zeitgleich schrie Sylea schmerzerfüllt auf, zog ihre linke Hand an die Brust und igelte sich ein, um den Lärm zu dämpfen. Schmerz, noch größer als der, den der Grimm ihr vorhin zugefügt hatte, überflutete ihr System und sie brauchte zig Sekunden, ehe sie sich halbwegs im Griff hatte. Ihr Atem ging schwer, Schweiß stand auf ihrer Stirn, als sie nach einem Stofffetzen ihres Oberteils griff und es um ihre Hand wickelte. Hektisch ging ihr nächster Blick zu den Schlafzimmertüren.
Eine Sekunde.
Zwei Sekunden.
Drei Sekunden.
Vier…
Fünf…
Nichts passierte. Waren sie ernsthaft leise genug gewesen?
Ihr rastloser Blick ging zu Cain, der noch immer vornübergebeugt dastand, wie sie ihn festgefroren hatte. Die Rune hielt, sehr zu ihrem Erstaunen, sehr solide. Das räumte ihr genug Zeit ein, um die Angelegenheit wieder unter Kontrolle zu bringen.
Mit zitterndem Körper streckte Sylea ihre Aura nach dem Schwarz aus und weigerte sich, davor zurückzuschrecken. Stattdessen bahnte sie sich ihren Weg hindurch, bis sie das vertraute Gold fand und ein Stück seiner Aura herauslöste. Sie nahm es zu sich, verwob das Gold mit dem honiggelben Gefühl der Zuversicht, das sie mit Müh und Not in sich bilden konnte, und schob sie wieder zurück zum Seeker, wo es sich nahtlos einfügte. Seine Aura verstärkte den Effekt, wodurch sich das Gelb immer stärker ausbreitete und das Schwarz langsam nach unten verdrängte und nur noch Gold und Gelb zurückließ. So machte Ascan das also. Er nahm sich Emotionen und verstärke sie so weit, bis die Betroffenen das taten, was er wollte. Mehr war es gar nicht.
Es dauerte Minuten, dann war sie fertig und verwischte das Zeichen an Cains Arm. Sofort kehrte das Leben in seinen Körper zurück. Müde und zäh lächelte sie ihn praktisch nackt an, aber sie hatte es wieder unter Kontrolle.
Ein zweites Mal würde sie nicht mehr riskieren.
„Wie fühlst du dich?“
Wieder ein Augenblick, in dem Sylea eher auf Ascan hören statt ihm misstrauen sollte. Bis jetzt hielt sie ihre Angst als Nervosität getarnt, die Sorge gut verschachtelt unter augenscheinlicher Selbstbeherrschung. Aber die Überlebens sichernden roten Signalleuten in ihrem Kopf, die warnend schrill anfingen zu blinken, als Cain die gesamte Länge ihres Halses entlang leckte, hätten sie schon direkt zu einer Handlung zwingen müssen. Aber Sylea war jung, unerfahren, und traf eine falsche Entscheidung, die sie kurz darauf schwer bereuen würde.
Unablässig tiefer drückten sich seine Finger in ihre Arme. Sie wusste um die Hämatome, die dadurch entstehen würden, aber das war nichts verglichen zu dem, was sie bisher hatte erleben müssen. Das waren Kinkerlitzchen zu den Versuchen, die man in der Kathedrale an ihr durchgeführt hatte und beständiger Trotz begann in ihrem Kern zu wachsen, als…
Er ihr ungehemmt in den Hals biss.
In diesem Moment brach die Illusion, die sich Sylea als Vessel jedes Mal aufbaute, wenn sie wusste, dass unerträgliche Schmerzen zu erwarten waren. Schmerzen, vor denen Ascan sie mehrmals gerettet hatte und der jetzt wie ein Zuschauer nur danebenstand und die Show genoss. Jetzt warf sie sich doch mit ihrem Körper gegen den Seeker, kämpfte gegen seinen klauenartigen Griff an und schaffte es, den Aufschrei in ein würgendes Stöhnen abzuwandeln. Ihre Lider flogen auf, wild umherzuckende Augäpfel starrten zur Decke, während sie prozessierte, was hier gerade falsch lief. Der Schmerz pulsierte in ihrem Hals, so deutlich, dass sie wusste, dass er eine Wunde geschlagen haben musste. Schließlich spürte sie, was das Schwarz ekstatisch aufwallte anhand ihrer Emotionen, die ihn speisten wie der Lebenssaft selbst.
Noch im Schockzustand registrierte Sylea nicht, dass Cain sie losließ und sich aufrichtete. Sie bemerkte auch nicht die Hände, die sich an ihren Kragen legten. Wie apathisch lag sie da, als das Reißen des Stoffes erklang und sie dazu nötigte, den Blick nach vorn zu richten. Und was sie dort sah verdeutlichte ihr: DAS war nicht mehr ihr Cain, der sich an ihr zu schaffen machte. Diese schwarzen Augen waren Löcher, die alles verschlangen, die so unmenschlich wirkten, dass in ihr alles gefror, was kurz davor noch lebte. Es entfremdete sie so schnell von dieser Person wie nichts anderes auf dieser Welt. Unablässig machte er weiter, riss ihr Oberteil entzwei und plante nicht, hier schon zu stoppen.
Er würde ihr wehtun.
Richtig wehtun.
Meinst du, dein kleiner Seeker wird es sich je verzeihen können, was er dir gerade antut?
Nein, das würde Cain nicht. Und die andere Methode, die sie hätte benutzen können, brauchte mehr Zeit als der Grimm ihr zugestehen würde. Sie müsste ihn anders bändigen müssen, oder zumindest bewegungsunfähig machen. Also griff sie auf ein Wissen zurück, von dem sie Cain noch nichts offenbart hatte. Von dem er nichts wusste und das Sylea nur mit Ascans Hilfe hatte entschlüsseln können.
Während er noch weiter an ihr riss und sich nun an ihrer Hose zu schaffen machte, führte sie ihren rechten Zeigefinger an die Stelle, wo er sie gebissen hatte. Ein Zucken durchlief sie bei der Berührung, zahllose kleine Nadelstiche durchfuhren sie und dann hatte sie rot glänzende Flüssigkeit an ihrer Fingerspitze. Damit malte sie eine ganz einfache Rune auf ihren eigenen Handrücken; sie achtete nicht genau darauf, welche.
Du willst es jetzt ausprobieren? Du weißt doch nicht mal, was zu zahlst! Ascan klang nicht gewarnt, sondern vielmehr höchst euphorisiert.
Soll ich’s in den Hallen das erste Mal ausprobieren??
Mittlerweile war Cain von ihr abgestiegen, um ihr die widerspenstige Jeans grob von den Beinen zu reißen. Er kämpfte noch mit den Beinen, das Knurren ging ihr bis ins Mark, doch das Momentum war auf ihrer Seite. Sie frischte das Blut an ihrem Finger noch einmal auf und warf sich dann ohne Vorwarnung nach vorn, um die Füße auf den Boden zu stemmen. Cain, der den Stoff noch in den Fingern hatte, wurde mitgezogen, seine nackten Unterarme schön ausgestreckt. Das Zeitfenster war nur unheimlich klein, deswegen reichte es nur für eine kleine, undeutliche Rune aus lediglich zwei Strichen. Aber die Wirkung stellte sich sofort nach Vollendigung ein.
Bewegungslos.
Cain gefror in seiner Bewegung zu einer Säule. Das Schwarz des Grimms flippte völlig aus, unwissend, was genau ihn da plötzlich zur Bewegungslosigkeit trieb. Er kämpfte gegen unsichtbare Fesseln, die die Blutrunen einer Rubra niemals durchbrechen können würden. Zeitgleich schrie Sylea schmerzerfüllt auf, zog ihre linke Hand an die Brust und igelte sich ein, um den Lärm zu dämpfen. Schmerz, noch größer als der, den der Grimm ihr vorhin zugefügt hatte, überflutete ihr System und sie brauchte zig Sekunden, ehe sie sich halbwegs im Griff hatte. Ihr Atem ging schwer, Schweiß stand auf ihrer Stirn, als sie nach einem Stofffetzen ihres Oberteils griff und es um ihre Hand wickelte. Hektisch ging ihr nächster Blick zu den Schlafzimmertüren.
Eine Sekunde.
Zwei Sekunden.
Drei Sekunden.
Vier…
Fünf…
Nichts passierte. Waren sie ernsthaft leise genug gewesen?
Ihr rastloser Blick ging zu Cain, der noch immer vornübergebeugt dastand, wie sie ihn festgefroren hatte. Die Rune hielt, sehr zu ihrem Erstaunen, sehr solide. Das räumte ihr genug Zeit ein, um die Angelegenheit wieder unter Kontrolle zu bringen.
Mit zitterndem Körper streckte Sylea ihre Aura nach dem Schwarz aus und weigerte sich, davor zurückzuschrecken. Stattdessen bahnte sie sich ihren Weg hindurch, bis sie das vertraute Gold fand und ein Stück seiner Aura herauslöste. Sie nahm es zu sich, verwob das Gold mit dem honiggelben Gefühl der Zuversicht, das sie mit Müh und Not in sich bilden konnte, und schob sie wieder zurück zum Seeker, wo es sich nahtlos einfügte. Seine Aura verstärkte den Effekt, wodurch sich das Gelb immer stärker ausbreitete und das Schwarz langsam nach unten verdrängte und nur noch Gold und Gelb zurückließ. So machte Ascan das also. Er nahm sich Emotionen und verstärke sie so weit, bis die Betroffenen das taten, was er wollte. Mehr war es gar nicht.
Es dauerte Minuten, dann war sie fertig und verwischte das Zeichen an Cains Arm. Sofort kehrte das Leben in seinen Körper zurück. Müde und zäh lächelte sie ihn praktisch nackt an, aber sie hatte es wieder unter Kontrolle.
Ein zweites Mal würde sie nicht mehr riskieren.
„Wie fühlst du dich?“