[2er RPG] Vessels [Asuna & Winterhauch]

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    • Einen Dickkopf zu beweisen war nicht unbedingt immer die beste und vor allem klügste Wahl. Nicht, dass Sylea ihre Art bereute, doch sie hätte zu gern ihre Hände wieder gehabt, um Cain sein elendiges Shirt vom Leib reißen zu können. Nach all der langen Zeit im Nichts war die Realität und seine Wärme beinahe zu viel für das Vessel. Er symbolisierte alles, wonach sie sich jetzt gerade verzehrte, auf jede erdenkliche Art und Weise.
      Noch hielt sich Sylea eisern. Nur ihr Atem, der zwischendurch stockte, verriet, wie sehr sie auf die Berührung ihrer Auren reagierte. Wie ein weiterer Liebhaber schmiegte sich das Gold an ihre silberne Aura, umfing sie, streichelte sie, fühlte sie. Und sie war sich absolut sicher, dass Cain mehr dadurch über sie erfuhr, als sie es eigentlich preisgeben wollte.
      Als Cain eine Hand aus ihrem Rücken löste, nutzte sie die Gunst der Stunde und versuchte, ihm eine ihrer Hände zu entwinden. Sie scheiterte am geknüllten Stoff ihres Oberteils und grummelte ungehaltene Dinge während sich seine freie Hand an ihrer Jeans zu schaffen machte und für die Rubra noch nicht einmal wirklich fühlbar war. Bis er den Knopf öffnete und sie Fingerspitzen fühlen konnte. Ein tiefer Atemzug füllte ihre Lungen und ehe sie es sich versah schwebten Cains Lippen so nah vor ihren eigenen, dass sie jedes seiner gesprochenen Worte auf ihren Lippen wahrnahm. Fast wäre sie in einer überstürzten Handlung nach vorn geschossen und hätte seinen Mund erobert. Doch im allerletzten Moment riss sie sich selbst zurück und biss sich auf die Unterlippe, damit sie ja nicht auf falsche Ideen kam. Oder die richtigen Ideen. Oder ihr von Gott gegebenes Recht einforderte.
      „Vielleicht lasse ich mich schneller überreden, wenn du nett darum bittest.“
      Empörung wallte in Sylea auf und sie gab ihre Unterlippe frei, damit sie Cain Worte des Protests um die Ohren pfeffern konnte, nur um jeden Laut im nächsten Moment erstickt zu wissen. Der Kuss, in den sie sich kopfüber stürzten, war unerwartet intensiv. Zumindest von ihrer Seite aus, denn sie vergaß vollkommen, warum sie gerade noch empört gewesen war. Ihre Augen fielen ihr zu während sie mit all ihrer Macht gegen seinen Mund drängte und keine Sekunde zögerte, kaum forderte er mit seiner Zunge einließ. Sie empfing ihn, umschmeichelte ihn und verging regelrecht in dem Gefühl, das dieser Kuss direkt zu ihrer Körpermitte sandte. Wenn er sie nun dort berühren würde, wusste sie ganz genau, was er dort vorfinden würde. Als Cain den Kuss löste, folgte Sylea ihm so weit sie nur konnte, bis sein Halt sie an ihre Position zurückerinnerte. Erneut riss sie an dem Knoten in ihrem Rücken. Erneut war sie dabei ohne Erfolg.
      „Ich werde nicht-“, Sylea schluckte als er süffisant langsam den Reißverschluss öffnete und er seinen Daumen über den darunter liegenden Stoff zog. „Ich werde nicht bitten. Ewig hier halten kannst du mich nicht.“
      Zumindest hoffte sie das. Allerdings trafen ihre glühenden Augen auf ein bernsteinfarbenes Paar, das nicht minder getrübt von Verlangen war. Deutlich spürte sie den Zwiespalt, in dem er sich befand und dem sie sich langsam aber sicher ebenfalls anschloss. Langsam ließ er seinen Daumen noch ein winziges Stückchen tiefer wandern, nur um dann zu den Seiten auszuscheren und den Teil zu umgehen, der sie am meisten schmerzte. Ihr Becken kippte sich von ganz allein in der Hoffnung, doch seinen Daumen zu der richtigen Stelle zu befördern. Doch Cain korrigierte die Rubra gnadenlos.
      Ein leiser, frustrierter Laut löste sich während sie immer weniger stillhalten konnte. Sie wollte ihm gehässige Dinge an den Kopf werfen. Klarstellen, wer hier die Führung hatte. Nur verfolgte ihr Körper eine andere Agenda und das Ziehen und Brennen wurde beinahe übermächtig.
      „Könntest du mich loslassen? Ich glaub, deine Hose schnürt dir sonst das Blut ab“, hauchte sie, unfähig mehr Kraft in die Worte zu legen, die sonst in einem anderen Ton geendet wären.
    • Cains Körper vibrierte unter einer zerreißenden Spannung während er auf die Antwort wartete, die ihnen Erlösung bringen oder weitere lustvolle Qualen schenken konnte. Die Antwort, die Sylea ihm servierte, war bei bestem Willen wohl eher eine Mischung aus beiden Varianten. Kein Bitte und ein vorwitziger Kommentar, aber immerhin auch kein unterschwelliger Trotz. Er wusste, dass der Tonfall unter anderen Umständen zweifellos anders ausgefallen wäre. Er fühlte alles.
      Ein missgestimmtes Knurren erschütterte den lächerlich winzigen Zwischenraum, der ihre Lippen voneinander trennte.
      Die knisternde Luft begann zu flirren, als die nebelartige und goldschimmernde Aura aus der glühenden Iris strömte. Der hitzige Goldglanz flimmerte und reflektierte das Sonnenlicht wie ein schimmernde Wolke aus unzähligen Metallsplittern. Vereinzelte Tupfen nachtschwarzer Finsternis besprenkelten die goldene Iris als hätte ein unachtsamer Schreiberling kostbare Tinte über eine Buchseite verschüttet. Düstere Schwärze und warmes Gold zerstoben und konkurrierten um die Dominanz ehe der triumphiernde Goldschimmer die Düsternis verschluckte wie das Morgenrot die sterbende Nacht.
      Der Seeker überbrückte die Distanz und fühlte den heißen Atem stoßweise über die harte Linie seines Kiefers streicheln. Statt eines feurigen Kusses suchten seine Lippen erneut die empfindliche, weiche Partie unterhalb ihres Ohres. Gemächlich folgte Cain dem pulsierenden Rhythmus des beschleunigten Pulsschlages, der verführerisch unter seinen Lippen pochte - und versenkte behutsam aber spürbar die Zähne in der zarten Haut. Der Biss hatte etwas Ermahnendes und gleichzeitig befremdlich Animalisches an sich. Beschwichtigend schmiegte er seine Lippen gegen den Biss und schmeckte mit neugieriger Zungenspitze die salzige Note ihrer Haut.
      "Hmhm...ziemlich frech.," brummte Cain "Ich bin mir nicht sicher, ob ich das als Bitte durchgehen lassen kann."
      Die provisorische Fesseln um die zarten Handgelenke verfestigte sich.
      Gleichzeitig gab der Seeker einem vordringlichen Wunsch der jungen Frau in seinen Fängen nach. Suchende Fingerspitzen folgten der unmissverständlichen Fährte aus glühender Hitze und schoben sich endlich unter die dünne Unterwäsche um. Den Kopf leicht geneigt um einen Blick zischen ihre Körper zu werfen, sog Cain scharf die Luft ein. Die Nasenflügel zitterten unter dem honigsüßen Aroma, dass seine Sinne völlig überflutete. Unter der betäubenden Süße eröffnete sich ein ursprüngliche Note, natürlich und unverfälscht.
      Sylea wollte ihn.
      Unter den Fingerspitzen spürte Cain schließlich auch, wie sehr.
      Die Liebkosungen der zarten Haut folgten den vor eindringlichen Blicken verborgenen Erhebungen und Senkungen, fühlten die Weichheit und die verlockende Wärme. Sein Blick schnellte hinauf zu Syleas gerötetem Gesicht, als er mit zwei Finger vorwitzig in die feuchte Hitze vordrang. Ein Erinnerungsfragment flimmerte vor dem geistigen Auge auf und Cain legte den Daumen mit zarten Kreisbewegungen an das pochende Bündel aus abertausenden von empfindlichen Nerven. Durch die Aurenverschmelzung fühlte er, wie sich die gleißende Hitze und Begierde zwischen Syleas Schenkeln bündelte und er folgte dem unsichtbaren Fluss bereitwillig.
      Die schwindelerregende Synthese aller Sinne entlockte dem Seeker ein genüssliches Grollen und dabei hatte Sylea noch keinen einzigen Finger an ihn gelegt. Natürlich hatte sie Recht, denn uch sie konnte ihn zweifelsohne bis in die letzte Faser ihres Körpers spüren.
      Der Wunsch endlich ihre Hände auf sich zu spüren, die er sich selbst verwehrt hatte, gewann schlussendlich.
      Ein langezogenes Seufzen ertönte nach ein paar quälenden Augenblicken - Cain ließ Sylea frei.
      "Und? Was wirst du mit deiner neugewonnen Freiheit anfangen?", raunte er an ihr Ohr.
      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”
    • Noch war Sylea nicht verklärt genug, als dass sie die Vorsicht vergaß, die sie heimsuchte, kaum entdeckte sie die tiefschwarzen Sprenkler in Cains Augen sowie Aura. Den Blickkontakt aufrecht erhaltend tastete sich das Silber ihrer Aura vorwärts, und kam doch nie an das Schwarz heran. Zu sehr schirmte sie das Gold ab, damit sie ja nicht in Kontakt mit dem hässlichen Schwarz kam. Nur bedeutete das Schwarz die Anwesenheit des Grimms, der wie ein Schatten Cains ständiger Begleiter war und Obacht bedurfte. Es entbrannte ein Aufwallen der verschiedenen Auren und Mächte, ehe das Gold siegte und Sylea sich sichtlich wieder entspannte. Nur um kurz darauf sich wieder zu verspannen als sie gegen die Fesseln aus Stoff ankämpfte. Sie wollte seine Lippen spüren, ihn schmecken, seinen Atem teilen. Stattdessen ignorierte er sie einfach und widmete sich wieder ihrem Hals. In diesem Augenblick verstand sie, dass sie ihren Hals definitiv hasste. Genauso wie dieses blöde Shirt, dass ihr eine empfindliche Menge ihrer Freiheit nahm. Als Cain dann noch seine Zähne in ihrer Haut versenkte, versteifte sich das Mädchen und kniff die Augen zusammen. Ein leises Wimmern entkam ihr, begleitet von unzähligen heißen Wellen, die der Seeker wie flüssiges Feuer durch ihre Adern schickte. Nichts davon würde dafür sorgen, dass ein Bitte über ihre Lippen kam. Wenn er so weitermachte, dann würde sie einen Weg finden den Stoff zu zerreißen und ihm heimzuzahlen, was für Spielchen er mit ihr gerade trieb.
      Für einen lächerlich winzigen Augenblick dachte Sylea, Cain würde ihrer Bitte nachkommen. Ihre Fessel lösen und sich dann von seiner Hose trennen, die mittlerweile ziemliche unbequem erschien. Erneut agierte er entgegen ihrer Vermutung und ließ seine Finger über ihren Unterbauch bis unter den Stoff ihres Slips gleiten. Sie vergaß augenblicklich, wie man atmete. Das Blut rauschte in ihren Ohren während Cain sich bewegte und sie nicht genau sagen konnte, warum. Das Erschaudern, was ihn komplett erschütterte, ging auch ihr durch Mark und Bein wobei sie erst Sekunden später verstand, dass es um einen Geruch ging.
      "Oh Gott....", flüsterte sie und musste den Kopf wieder an der Wand anlehnen, um zumindest einen etwas kühleren Kopf zu bewahren.
      Nie zuvor war es Sylea so klar vorgekommen, wie scharf Cains Sinne eigentlich waren. Erst durch ihre Verbindung fühlte sie ihn auf einer anderen Ebene, selbst wenn es nur Ausläufer des eigentlichen Potenziales waren.
      "Oh Gott....!", wiederholte sie ihre Worte von gerade, dieses Mal jedoch verzerrt von einem Stöhnen. Ohne Vorwarnung hatte der Seeker zwei Finger in ihr vergraben und war auf keinerlei Widerstand gestoßen. Er nahm sie auf jegliche Art und Weise in Beschlag, ihre Augen waren zusammengepresst während sie dagegen ankämpfte, auf der Stelle in Ekstase zu verfallen. Jeder Kreis, den sein Daumen beschrieb, führte sie der Grenze ein Stückchen näher heran.
      Und dann war der Zwang auf ihren Handgelenken plötzlich verschwunden.
      Augenblicklich schlug Sylea ihre Augen auf und zog das Kinn auf die Brust. In Windeseile hatte sie ihre Hände hinter ihrem Rücken hervor geholt und die ehemalige Fessel einfach zu Boden fallen lassen. Mit bestimmten Griff packte sie sein Handgelenk, das zwischen ihre beiden Körper eingeklemmt war, und zog seine Hand fort von ihrer Mitte. Sofort misste sie das Gefühl, die Stimulation, aber er verdiente eine Antwort auf seine Frage. "Meinen Händen ein bisschen Beschäftigung geben. Zieh das aus", forderte sie und hatte ihre Finger bereits an seinem Saum des Shirt gelegt. Mit einer ruppigen Bewegung, die mehr Gier als alles andere ausstrahlte, riss sie ihm regelrecht sein Shirt vom Leib und hatte schon im nächsten Moment ihre Hände an seiner Brust. Darunter lag sein kräftig pulsierendes Herz, das sie nun endlich auch spürte. Spürte, wie sie sein Brustkorb gegen ihre flachen Hände drängte, um nach Luft zu fordern. Dann erhöhte sie den Druck auf seine Brust, schob ihn langsam rückwärts, weg von der Wand.
      Vermutlich würden sie das Schlafzimmer nicht mehr erreichen.
      "Weißt du eigentlich, wie schön sich dein Herzschlag anfühlt?" Sie drängte sich an ihn, streckte sich bis sie seine Lippen fand und sich in ihnen verlor. Blind fischte sie nach seiner Hand, die sie wieder unter den Stoff und zwischen ihre Beine führte. Das Seufzen erfolgte noch zwischen zwei Küssen als sie spürte wie er sich abermals in ihr vergrub und sie mit ihrer nun freien Hand hinter ihren Rücken langte, um ihren BH zu öffnen.
    • Ein geknurrter Protest, lediglich ein Laut ohne verständliche Silben, verließ die geöffneten Lippen nah der überstreckten Kehle. Cain brachte es tatsächlich fertig vorwurfsvoll die zierliche Hand zu betrachten, die seine geschäftigen Finger von der glühenden Körpermitte fortzog. Das Knurren verwandelte sich in ein kehliges und ursprüngliches Grollen. Mit der schlagartigen Veränderung der Luftbewegung zwischen ihren Körpern verstärkte sich der süßliche und verlockende Duft der offensichtlichen Begierde, den Sylea aus jeder Pore verströmte. Ein Teil seiner Existenz wollte nichts lieber, als sich in der Quelle zuvergraben bis jede Facette des betörenden Aromas seine Lungen zum Bersten füllte.
      Der Grimm mochte keine physische Verkörperung besitzen wie es Helyons blutrünsitger Höllenhund getan hatte, aber es war nicht von der Hand zuweisen, dass die schattenartige Manifestation des vollkommenen Nichts ein zutiefst primitives Gefühl befeuerte: Das Verlangen Sylea mit Leib und Seele zu besitzen. Das Biest wollte mit allen Sinnen fühlen um die Leere zufüllen.
      Widerwillig senkte Cain die Hände nur um einen Sekundenbruchteil später die Arme eilig über den Kopf zu heben. Ruckartig zerrte Sylea das lästige Shirt über seinen Kopf und kaum hatte er den verstrubbelten Haarschopf ausgeschüttelt, drängten ihn bereits zwei warme Hände zurück. Die Frage zauberte ein seltsam verblüfftes Lächeln in sein Gesicht. Geradenoch riss Sylea ihm ungeduldig die Kleidung vom Leib und überraschte ihn Augenblicke später als sie eine Hand gegen sein Herz presste. Ein Herz, dem vor wenigen Stunden der Stillstand gedroht hatte.
      Ein sanftes Leuchten spiegelte sich in goldenen Augen. Er spürte es durch Sylea.
      "Hmhm...", brummte Cain. "Ich bekomme eine ungefähre Vorstellung davon."
      In einer ungewöhnlich zarten Geste für die aufgeheizte Stimmung legte Cain die Hand über Sylea's, die sich nachdrücklich gegen den rhythmischen Puls seines Herzens drückte. Seine Fingerspitzen zeichneten die Fingerknöchelchen nach und schließlich führte der Seeker die Hand an seine Lippen um jede von Syleas Fingerkuppen einzeln mit Küssen zu bedecken. Die Sanftheit verflog als Sylea seine Hand dorthin zurückführte, wo seine Finger mit einem vertrauten Pochen begrüßt wurden.
      "Und kannst du spüren, was du mit mir machst? Die Dinge, die ich mit dir anstellen könnte,..", murmelte er.
      Einhändig, und das verdiente Anerkennung, machte Cain kurzen Prozess mit Knopf und Reißverschluss seiner dunklen Jeans. Das unnachgiebige Material mutierte sekündlich mehr zur quälenden Folter. Zwischen hungrigen Küssen stieß er ein befreites Seufzen aus, als der unangenehme Druck etwas nachließ.
      Im Augenwinkel registrierte Cain eine Bewegung und sah gerade noch, wie der schlichte BH zu Boden segelte. Begierig leckte er sich über die Lippen. Mit einer Spur aus heißen Küssen und zarten Bissen bahnte er sich seinen Weg über das Schlüsselbein hinab. Ein Schwall heißen Atems streichelte über die anziehende Wölbung ihrer Brüste. Cain stieß ein Seufzen der Frustration aus angesichts der Tatsache, dass er einfach nicht genug Hände besaß. Kurzerhand packte der Seeker Syleas Oberschenkel, hob sie vom Boden hoch und durchquerte das großzügige Wohnzimmer bis er sie auf dem Esstisch nahe der weitläufigen Fensterfront absetzte.
      Cain trat einen mühevollen Schritt rückwärts.
      Er betrachtete die porzellanbleiche Haut, die von alten Narben geschmückt wurde, und hob schließlich den Blick zu Syleas Augen. Dabei sah er sie an, als wollte er die junge Frau mit Haut und Haaren verschlingen. Mit dem Zeigefinger deutete er auf die Hose, die geöffnet an ihren Hüften hing, als hätte das Kleidungsstück ihn persönlich beleidigt.
      "Zieh die aus...", forderte er.
      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von Winterhauch ()

    • Babumm. Babumm.
      Dies war einer der ursprünglichsten Rhythmen, die es auf der Welt gab. Nichts konnte jemanden die gleiche Sicherheit vermitteln wie der gleichmäßige Herzschlag eines Lebewesens. Es bedeutete das Leben, die helle Seite der Medaille und all das Gute, das es auf Erden gab. Solange dieser Rhythmus unter ihrer Handfläche schlug, fühlte sich Sylea sicher und bestätigt. Gar furchtlos, wenn er an ihrer Seite stand. Nur widerwillig ließ sie zu, dass Cain ihre Hand von seiner Brust löste damit er ihre Fingerkuppen küssen konnte. Die des kleinen Fingers, die sich in seine Flanke drücken würde. Die des Ringfingers, mit der sie Haare aus seinem Gesicht wischen würde. Die des Mittelfingers, die den Muskeln auf seinem Rücken folgen würde. Und die des Zeigefingers, die neckend über sein hartes Fleisch wandern und allzu verheißungsvoll sein würde.
      „Ich glaube, ich habe noch nie mehr von dir gefühlt als jetzt“, erwiderte Sylea rauchig nachdem sie spürte, wie es in Cain zu rumoren begann, kaum hatte sie seine Hand wieder an den Ort seiner Bestimmung geführt.
      Sie lächelte, als er sich etwas mehr Freiheit verschaffte und dafür nur eine Hand gebraucht hatte. So, wie sie für ihr eigenes Stück ebenfalls nur eine Hand gebraucht hatte. Das Lächeln wurde brüchig, als der Seeker von ihren Lippen abrückte und abwärts über ihr Schlüsselbein wanderte. Jede einzelne ihrer Zellen schien in Flammen zu stehen und begann zu leuchten, wenn er sie berührte. Ein wahres Feuerwerk der Gefühle, und das, obwohl sie noch so weit am Anfang standen. Ohne Vorwarnung packte er sie plötzlich an den Oberschenkeln und hob sie so leicht vom Boden, als wäre sie eine Feder. Instinktiv schlang sie ihre Beine um seine Hüfte und spürte ihn hart an sich während ihre Arme sich um seinen Nacken schlangen.
      „Wenn du uns jetzt mit einer kalten Dusche abkühlen willst, schrei ich dich an“, warnte sie ihn düster vor, leise, dunkel gefärbte Worte, die wie Rauchschwaden in sein Ohr geblasen wurden.
      Er schlug nicht das Badezimmer an. Stattdessen trug er sie ins Wohnzimmer, wo sie von einer kalten, harten Tischplatte unter ihrem Gesäß begrüßt wurde. Das Vessel machte sich nicht die Mühe, die Beine wieder zusammen zu klappen. Mehr als eine Andeutung Slip sah er sowieso nicht. Bis auf ihren Oberkörper, der sich in schnellen Zügen hob und senkte. Die Art, wie er sie nun betrachtete, schickte abermals prickelnde Wellen durch sie hindurch. Als könne er allein mit seinen glühenden Augen Pfade malen, die ein Kribbeln hinterließen. Er deutete anschließend auf ihre Hose und sie legte den Kopf schief in der Andeutung, noch einmal zu überlegen, ob sie tun sollte, was er von ihr forderte.
      Am Ende rutschte sie noch weiter auf die Tischplatte bis sie ihre Füße auf dem Holz abstellen konnte. Sie hob ihr Becken an, steckte ihre Daumen unter den Bund der Jeans und schob sie langsam abwärts bis sie sie mit ihren Füßen von sich treten konnte. Erst danach rutschte sie wieder bis an die Kante und nahm die gleiche Position wie zuvor ein. Ihr Herz schlug wie wild während sie nur noch in ihrem Slip breitbeinig vor ihm saß und ihn kokett anblinzelte.
      „Bitte sehr, die Jeans ist weg. Mehr hast du nicht gefordert. Oder willst du mir den Rest runter reißen, hm?“
      Ihre Augen sprangen zwischen den Bernsteinen hin und her im Versuch abzuschätzen, ob er wirklich dazu geneigt war. Sylea wusste, dass sie ihn triezte und reizte, aber es stachelte sie selbst nur noch weiter an. Wie weit konnte sie gehen bevor er völlig seinen Verstand verlor?
    • Zersplitterte Gedankenfragmente flimmerten durch den Verstand des Seekers.
      Die eigentümlichen Phantomgefühl von Fingerspitzen auf seiner Haut, die Cain in der Realität mit Küssen bedeckt hatte, ließen ihn erschaudern als hätte Sylea ihn tatsächlich und wahrhaftig berührt. Ein dunkler Schleier geprägt von Lust legte sich über die goldenen Augen und tauchte die Iris in die Farbe warmen Honigs.
      Ein amüsiertes Funkel blitzte darin auf, als Sylea düster die Befürchtung einer eiskalten Dusche ausprach. Cain erinnerte an diesen Moment der Leichtigkeit und glühender Harmonie, der trotz des unerfreulichen Kälteschocks ihre Beziehung auf ein neues Level gehoben hatte. Ihnen war die erste vollständige Vereinigung über die Aurenschmelze geklückt, bevor sie überhaupt wusste, was sie da eigentlich anstellten. Sylea hatte ihm die ganze Schönheit der Aurensicht und somit das Kunstwerk ihrer sich umspielenden Seelen präsentiert.
      Bei der Erinnerung verspürte Cain nichts als unerschütterlich Zuneigung, denn der Augenblick hatte ihnen ganz allein gehört.
      Bis auf Ascan.
      "Soll das eine Herausforderung sein?", erwiderte er.
      Dabei beäugte er der den verbliebenen Slip und die gekrümmten Finger seiner Hände zuckten, als versuchte Cain bereits abzuschätzen wie viel Kraftaufwand dafür nötig war um den weichen, dünnen Baumwollstoff zu zerreißen. Der Grimm in seiner Brust grollte beinahe ermutigend, was sich sehr beunruhigend anfühlte. Der Seeker war nie ruppig oder unbedacht im Umgang mit dem jungen Vessel, das sich trotz seiner Vergangenheit herrlich unbekümmert und gänzlich ohne Scham präsentierte. Dafür, dass sie den Großteil ihres Lebens eingesperrt in einem Bannkreis verbracht hatte, wusste sie genau welche Knöpfe sie drücken musste.
      Die leichtfüßigen und kalkulierten Schritte, mit denen sich Cain endlich in Bewegung setzte, erzeugte die Illusion eines Jägers, der sich gemächlich seiner Beute näherte. Einer Beute, die ihm sowieso nicht mehr entkommen konnte. Der Brustkorb hob sich unter einem tiefen Atemzug an, der seine Lungen mit Syleas ganz eigener Essenz füllten.
      Die Berührung seiner Hände an ihren Knien als er endlich nah genug stand, waren sanft aber fordernd in der Art wie sich seine Fingerspitzen spürbar in die weiche Haut drückten. Mit diesem Druck schob er seine Hände ihre Oberschenkel hinauf und über den verführerischen Schwung der Hüfte bis Cain die Hände unter ihr Gesäß schob. Er genoß jedes erwartungsvolle Zucken der Muskeln darunter. Besitzergreifend packte der Seeker zu und zog Sylea mit einem Ruck soweit an die Tischkante, dass allein sein Körper einen schmerzhaften Sturz verhinderte. Der erzwungene Balanceakt presste das Vessel von den Schultern bis zu den Hüften an ihn. Ein genüssliches Knurren vibrierte daraufhin in seiner Kehle.
      Ein Impuls der Gier zuckte durch Cain.
      Sie liebte es ihn zu triezen und die Grenzen auszuloten. Der Nervenkitzel pulsierte gleichermaßen durch seine Adern, denn die Frage war, ab welchem Zeitpunkt würde Sylea ihn stoppen.
      Er löste die Hände von den verlockenden Rundungen ihres Gesäß'. Kräftige Finger hakten sich linksseitig unter den zarten Slip und seine rechte Hand schob sich am Nacken in das kurze braune Haar. Mit unnachgiebigem Druck vergrub er die Finger darin und zog Syleas Kopf Stück für Stück zurück bis er die geöffneten Lippen auf ihre gestreckte Kehle pressen konnte. Das Geräusch eines Kleidungsstückes, das zu zerreißen drohte, erklang zwischen atemlosen Silben.
      "Sicher, dass du den hier nicht mehr brauchst?", neckte er gegen den beschleunigten Pulsschlag.
      Zur Verdeutlichung zog Cain an dem simplen Stoff und wickelte den schmaler zulaufenden Teil des Slips, der sich gewöhnlich seitlich an die Hüfte schmiegte, mit einer Drehung um die gekrümmten Finger und setzte diesen weiter unter Spannung.
      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”
    • „Möchtest du dich denn beweisen?“
      Syleas Worte waren nur mehr ein Hauchen, die graubraunen Augen geweitet in Vorfreunde von dem, was noch kommen würde. Dann traf sie völlig unvorbereitet eine Welle von Emotionen, die sie überrumpelte. Ihr kokettes Lächeln wurde starr während sie mehrmals blinzelte bevor sie verstand, was genau sie da gerade spürte. Starke Emotionen wie Liebe und Hass waren einfach zu lesen, einzusortieren. Genauso wie Begierde und Lust. Aber das, was da plötzlich aus Cain hervorgebrochen war, war um so viele Punkte vielschichtiger, dass sie einen Moment brauchte, bis sie das Gefühl als Zuneigung identifizieren konnte. Zuneigung ausgelöst durch eine Erinnerungen, die sie nicht sehen konnte.
      Ihr Herz drohte bereits jetzt zu bersten.
      Es schien jedoch in seiner Bewegung einzuhalten, als Cain sich endlich in Bewegung setzte. Langsam, bedacht und kalkuliert, näherte er sich Sylea an, deren Augen pausenlos an den Seeker gefesselt waren. Ihr Atem wurde noch flacher und kurzer, zeitweilig erinnerte sie sich an die krampfhaft unterdrückte Atmung damals zwischen den Baumwurzeln im Walde. Auch dort war sie ihm schon nicht entkommen. Sie versteifte sich ungewollt etwas. Was wäre, wenn sie jetzt vom Tisch hechten würde? Würde er ihr nachstellen und sie einfangen? Ihre Lippen setzten dazu an, Worte zu formen, doch da hatte er sie bereits erreicht und seine Hände an ihre Beine gelegt. Doch sie hatte einzig und allein nur Augen für ihn, ließ ihren Körper, ihre Muskeln machen, was auch immer sie wollten. Folglich entkam ihr ein überraschtes Keuchen als er sie an sich zog und sie ihre Finger Halt suchend in seine Oberarme schlug.
      Die Gier, die einmal kräftig durch Cains Aura rollte und in Syleas Ohren wie ein einziger gewaltiger Donnerschlag klang, ließ sie ihre Knie an seine Hüftknochen pressen. Jetzt konnte sie ihre Beine nicht mehr schließen und fand keinen Weg, das ohnehin schon allgegenwärtige Pulsieren zu unterbinden. Es brannte, es zuckte, es wurde langsamunerträglich. „Cain....“
      Ihre Worte waren bedeutungsschwanger und wäre die Situation eine andere gewesen so hätte man vermuten können, dass es eine Warnung gewesen war. In diesem Fall war es ein teilweises Eingeständnis, dass sie esbrauchte, von ihm berührt zu werden.
      „Du hast eine erstaunliche Selbstbeherrschung...“, raunte sie ihm zu bevor er eine Hand in ihr Haar schob und sich an den Strähnen vergriff. Ihre Finger drückten sich nur noch deutlicher in seine Arme als der Seeker den Zug erhöhte und sie dazu nötigte, den Kopf in den Nacken zu legen. Sie wehrte sich, hielt dagegen bis sie nicht mehr unterscheiden konnte, ob es Schmerz oder Lust oder beides war, was sie spürte. Es verging sich in einer Mixtur aus Gefühlen, die sie so nicht erwartet hatte. Als sie schließlich nachgab, entkam ihr ein gedämpftes Stöhnen, das jäh erstarb als sich heiße Lippen an ihre Kehle legte und das Knarzen von einreißendem Stoff ertönte. Ihre vorhin noch geschlossenen Augen flogen auf – sie sah zwar nur die Decke, aber das war egal – und ihr Puls veranstaltete aberwitzige Sätze.
      Just in diesem Moment fiel ihr auf, dass sich ihr ganzer Körper so kurz vorm Zerreißen befand wie der unaufregende Slip um Cains Finger. Ihre Knie waren so stark an ihn gepresst, dass ihre Beine ein einziges Beben waren. Es bedurfte mehrere Anläufe ehe sie genug Luft bekommen hatte, um Worte zu formulieren: „Ich brauch ihn nicht. Cain, ich brauch ihn nicht. Reiß ihn in Stücke, bitte.“
    • Die pulsierende Aura zerstob in unzählige goldschimmernde Partikel.
      Eine leuchtende Wolke bestehend aus nebligem Staub, der Cain wie ein unkontrollierter Wirbel umgab, als Sylea seinen Namen voller Sehnsucht über die Lippen brachte. Dabei war Sehnsucht eine schwache Beschreibung für die intensiven Empfindung, die der Seeker aufsog wie ein Schwamm. Unter der zarten Haut des gestreckten Halses schlug ihr Puls einen beunruhigenden Rhythmus an, der augenscheinlich viel zu heftig für das menschliche Herz sein musste. Die Emotionen, die sein Bewusstsein tränkten, waren um Vieles tiefer und zügelloser. Unschlüssig zwischen süßem Schmerz und brennender Leidenschaft zerfaserten die Gedankenströme in reinstes, animalisches Verlangen. Sylea wollte, dass er dieses bedeutungslose Kleidungsstück von ihrem zitternden Leib riss. Sie verlangte es noch bevor die erste atemlose Silbe hörbar über ihre Zunge rollte.
      Ein raubtierhaftes Grinsen drückte sich gegen den verführerischen Schwung ihres Halses, während halbgeöffnete Lippen über den zarten Verlauf ihres Kieferknochens glitten bis er endlich den weichen Mund erreichte. Der Grimm ergötzte sich an dem schwindenden Widerstand und ließ tief in einer Brust ein triumphierendes Heulen erklingen. Die Stimmfarbe des Seekers dagegen ähnelte mittlerweile mehr einem tiefen, rohen Brummen triefend vor Lust.
      "Siehst du", flüsterte er und kostete das unvergleichliche Aroma der rotgeküssten Lippen. "Am Ende ist ein Bitte gar nicht so schwer, nicht wahr?"
      Mit einem ruckartigen Zug, der beinahe mühelos erschien, erfüllte Cain die lang erwartete Bitte. Der dünne Slip gab unter der plötzlich Krafteinwirkung spielend einfach nach, als bestünde er aus feinem Seidenpapier. Das unverkennbare Geräusch zerfetzten Stoffes entlockte dem Seeker ein begieriges Knurren. Lediglich am Rande registrierte er, dass er vermutlich zu grob vorging. Der klägliche Fetzen glitt ihm aus den Fingern und Cain führte die Fingerspitzen an die geröteten Striemen über Syleas Hüftknochen, wo der Slip kurz zuvor in ihre zartes Fleisch geschnitten hatte. Es fühlte sich verboten an, das er dabei ein unheimliches und animalisches Gefühl der Befriedigung empfand diese Spuren auf ihrem Körper zu hinterlassen. Die Gier des Grimme, die Zähne in den zerbrechlichen Hals zu bohren, zuckte vor seinem geistigen Auge auf.
      Etwas im Zentrum seines Denkvermögens zerriss.
      Mit neu gewonnener Ungeduld zog Cain seine Hände zurück und machte sich zwischen ihren aneinander gepressten Leibern daran, die geöffnete Jeans samt Boxershorts von seinen Hüften zu schieben. Ein Unterfangen, dass sich in Syleas Klammergriff als schwierig aber nicht unmöglich gestaltete. Er nahm sich nicht die Zeit die Jeans komplett auszuziehen sondern zog sie lediglich soweit hinunter wie wirklich notwendig um seine pochende und mittlerweile beinahe schmerzhafte Erregung zu befreien.
      Betört durch die süßliche Nuance ihrer Begierde und dem schweren, klebrigen Geschmack von Honig auf der Zunge, fuhr seine Hand zwischen ihre gespreizten Beinen um ein letztes Mal über das Zentrum ihrer Lust zu streicheln. Cain sog sie mit allen menschenmöglichen Sinnen, und weit darüber hinaus, in sich auf. Seiner Finger hinterließen eine feuchte Spur auf der empfindlichen Innenseite ihres Oberschenkels, die schließlich unter in ihre Kniekehle fasste und Cain sich das Bein über die linke Schulter legte. Damit zwang er Sylea zwar von sich weg genoss aber den verführerischen Ausblick ihrer sich unter schweren Atemzügen hebenden Brust. Neckend zwickte er sich mit den Zähnen in die Außenseite ihres Knies.
      "Ich kann nicht mehr warten...", brummte er und sah sie mit glühenden Augen an.
      Keuchend sackte sein Kopf nach vorn, die Schläfe gegen das Knie auf seiner Schulter gedrückt, als er sich ans Ziel seiner Begierde führte und sich mit einem kraftvollen aber geschmeidigen Stoß in sie schob.
      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”
    • Vielleicht hätte Sylea bereut, diese Worte in den Mund genommen zu haben. Dass sie Cain die Erlaubnis gab, praktisch alle Dämme einzureißen war etwas, das man nicht jedem wahllos ermöglichte... Also war er genau der richtige dafür. Er war derjenige, der sich bewusst für sie und andersherum entschieden hatte. Die Symbiose, die ihre Auren eingingen, war der einzige Beweis dafür, den sie wirklich brauchten.
      Ihre Beine zitterten in Erwartung, weil sie damit rechnete, dass er sofort ihren Worten nachkommen und sich des Slips entledigen würde. Es vergingen Sekunden ehe sie realisierte, dass er es nicht tat und sie stattdessen seiner Gnade ausgesetzt war. Allerdings würde sie den Teufel tun und nochmal so ein sehnsüchtiges Geräusch von sich geben. Viel lieber ließ sie sich von seinen Lippen finden, tauchte in ihrer Hitze ab und erlag dem Gefühl, flüssiges Feuer zu trinken. Erst seine Worte aktivierten einen Teil ihres Denkvermögens wieder, der gerade dazu ansetzte, einen gefeiten Kommentar abzugeben, da zerriss er den Stoff an ihrer Hüfte mühelos. Sylea verschluckte sich an ihren eigenen Worten, ein Japsen entkam ihr lediglich als das Schmerzzentrum weniger schnell schaltete als es die Lust tat. Das Knurren, dass sich der Kehle des Seekers entrang, übertünchte beinahe den schneidenden Schmerz, den der Stoff in seiner kläglichen Gegenwehr an ihrer Hüfte hinterlassen hatte. Doch jetzt spürte sie nur die Freiheit, war komplett entblößt und scherte sich nicht einen Deut darum. Seine Finger fuhren über die gereizte Haut und brannten dabei unsichtbare Pfade ein. Sein Verlangen war omnipräsent, seine Aura war ein einziger, geballter Batzen Energie und Lust. Er hüllte Sylea ein, schien sich in jede Pore zu zwängen und ließ er unter ihm erschaudern.
      Dann zog sich Cain unangekündigt zurück und überließ das Vessel einen kostbaren Moment der Ruhe, um wieder Luft zu holen. Nicht nur ihre Hüfte brannte – ihr Lunge tat es ebenfalls. Ihr Herz schien längst ausgebrannt unter dem aberwitzigen Tempo, in dem es weiter schlug. Noch immer hielt sie ihre Beine fest um ihn geschlungen, verhinderte, dass er sich völlig von ihr löste. Denn das hätte ihr nun den Rest verpasst und dafür gesorgt, dass sie ihm auf Knien hinterher gerutscht wäre gefleht hätte, dass er zurück käme. Doch sie hörte das typische Geräusch, wie Kleidung abgestreift wurde und eine neue Welle der Begierde erfüllte ihren Kern. Wild versuchte sie einen seiner Arme zu erhaschen, blieb allerdings erfolglos.
      Wie beiläufig berührte Cain ihre pulsierende Mitte, sodass Sylea allein dadurch fast den Verstand verlor. Er tat nicht viel, wenn überhaupt liebkoste er sie nur flüchtig und ihre Hüfte zuckte ihm entgegen, damit er mehr Druck aufbrachte. Doch erneut zog er sich zurück, hinterließ den Beweis ihrer Lust auf der zarten Haut ihres Oberschenkels. Fast hätte sie ihn angeschrien. Vielleicht sogar gebettelt, dass er endlich mit diesem Spielchen aufhörte. Sie hatte sich derweil halb auf die Ellbogen hoch gekämpft, das, was in ihren Augen brannte, war so viel mehr als einfache Wolllust. Als habe er es geahnt ergriff Cain ihre Kniekehle und hob ihr Bein, nötigte sie wieder zurück auf den Tisch, was sie mit einem ungeduldigen Laut quittierte.
      „Du musstest nicht betteln“, waren vorerst die letzten Worte, die sie sinngemäß sprechen können würde. Denn ihr versiegten weitere Worte als sie seine Spitze spürte. Ganz kurz nur, wie einen kurzen Gruß, spürte sie ihn hart und heiß an sie und wie er bereits drohte, in ihr zu versinken. Irgendwie hatte sie damit gerechnet, dass er sich langsam und fürsorglich in sie arbeiten würde. Mit dieser Fürsorge, die er ständig in ihrer Nähe ihr entgegenbrachte. Aber da hatte sie ihn gewaltig unterschätzt wie sie einen Augenblick später feststellen durfte. Es war eine einzige geschmeidige Bewegung, die er benötigte, um sich vollkommen in ihr zu vergraben.
      Sylea schrie kurz auf, ihr Rücken drückte sich durch und ihre Finger vergruben sich blind in Cains Armen, die sie endlich fand. Es war zu viel, er war zu viel auf einmal. Ihre silberne Aura stotterte, verwandelte sich in ruckelige Wellen als ein ziehender Schmerz ihre Lust durchzuckte. Sie brauchte keine Worte, damit er kurz innehielt und wartete, bis sie sich an ihn gewöhnt hatte. Ihre Finger in seinem Fleisch zitterten in einem wahnsinnigen Cocktail aus prickelnder Lust und brennendem Schmerz, der sekündlich weiter versiegte und dem Feuer seinen Raum zusprach. Nach ein paar Momenten spürte sie nur noch ihn leicht zuckend in sich und vorsichtig kippte sie ihre Hüfte ab, nur um von dieser Urgewalt der Begierde erfasst zu werden. Ihre angespannte Haltung löste sich schlagartig auf, ihre Finger lösten sich jedoch nicht aus seinem Fleisch.
      „Okay...“,hauchte sie leise als sie den Kopf wieder überstreckte und sich auf die Lippen biss, kaum setzte er sich in Bewegung.
    • Ein nebliger Schleier der Lust legte sich über seine Sinne. Die wunderschöne Kurve, die ihr Körper beschrieb und der verlockende Klang ihrer Stimme hüllte Cain vollständig ein. Er begriff erst, das sie schrie und nicht stöhnte, als der Schmerzimpuls durch seine pulsierende Aura zuckte. Sämtliche Muskeln in seinem Körper erstarrten. Hungrig stemmte der Grimm sich gegen den plötzlichen Stillstand versuchte die Ketten der Kontrolle von sich zu schütteln. Er heulte und knurrte, schnappte und geiferte danach sich wieder und wieder in dem zitternden Lieb zu vergraben. Die Luft in seinen Lungen wurde schmerzlich zusammengepresst, während sich Finger krampfhaft in seine Arme drückten um seine Aufmerksamkeit zu bekommen. Worte waren nicht nötig um den Seeker an Ort und Stelle zu halten. Die Muskeln in seinem Rücken begannen vor Anspannung zu zittern. Der verklärte Blick der glühenden Augen richtete sich auf Sylea, die bedrückend still auf der kühlen Tischplatte lag. Die stockende Atmung dröhnte dabei unnatürlich laut in seinen Ohren. Die einzige Regung, die der Seeker sich in diesem Augenblick erlaubte, war seinen Daumen in zarten und kreisenden Bewegungen über die Wölbung ihres Hüftknochens zu führen. Die geröteten Striemen dort auf der weichen Haut lachten ihm höhnisch entgegen.
      Die Begierde begleitet von dem sanften Flüstern kamen einer lang ersehnten Erlösung gleich. Für den Bruchteil einer Sekunde hatte Cain durch den benebelten Verstand fest damit gerechnet, dass Sylea ihn von sich stoßen würde. Deshalb benötigte er die Kontrolle bevor er sich von den Wünschen und Gefühlen überwältigen ließ. Bevor er vergaß, wer er war. Diese unvergleichbare, verführerische und einnehmende Verflechtung ihrer Auren war ebenso gefährlich wie faszinierend. Der verdammte Grimm erleichterte die Trennung von Bewusstsein zu Bewusstsein nicht, sondern verzerrte die Grenzen um seinen Hunger zu befriedigen. Die Gier nach tiefgreifenden Emotionen trieb ihn an als wollte er sich alles auf einmal einverleiben, was Cain sich je verwehrt hatte.
      Cain kippte den Kopf schief zur Seite und drückte sanft beinahe entschuldigend seine Lippen auf den unmissverständlichen Bissabdruck, den er auf der dünnen Haut der Kniekehle hinterlassen hatte. Er nickte kaum merklich als einziges Zeichen, dass er sie gehört hatte und über die Verschmelzung der Auren spürte, dass es wirklich in Ordnung war. Der Seeker zog die Bestätigung und Sicherheit aus dem verwobenen Faden, der sie miteinander verknüpfte. Darin spürte er keine Lüge, keine hohlen Versprechungen um ihn zu besänftigen. Oder das Biest in seiner Brust. Es war erschreckend, wie der Grimm sich als eigenständiges Wesen manifestierte und mit Cain in dem Gefängnis seines Körpers kämpfte.
      Er atmete scharf ein, als sie ihr Becken nach vorn und ihm entgegen kippte.
      Sylea entzog sich seinem brennenden Blick und entblößte die herrliche Kurve ihres Halses für seine lusterfüllten Augen.
      Den leichten Schmerz der Fingernägel in seinem Arm ignorierend, legte er eine Hand tief über ihren Unterbauch und glitt hinab bis sein Handballen über der Wölbung ihres Schambeins schwebte. Dort pulsierte der dumpfe Schmerz durch ihre Nervenbahnen und verwandelte sich sekündlich mehr zurück in die glühende Lust. Er spürte, wie sich das Feuer im Zentrum sammelte. Mit dem freien Arm drückte er das gebeugte Bein fester gegen seine Brust.
      Das Feuer kehrte in die goldene Iris zurück.
      Mit einem quälend gemächlichen Rhythmus eroberte Cain erneut ihren Körper, die Kraft gedrosselt aber nicht minder leidenschaftlich. Genüsslich leckte sich Cain über die Lippen. Sein Daumen glitt hinab zwischen ihre wiegenden Hüften und verschwand zwischen ihren geöffneten Schenkeln um zielsicher über das sensible Nervenbündel zu streicheln.
      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”
    • Für Sylea war es nicht nur die pure Flut an Emotionen, die sie in diesem Moment gefangen hielt. Es war ein einzigartiges Gefühl der Freiheit, der Selbstständigkeit, obwohl sie so eng mit Cain verbunden war wie mit kaum einem anderen Lebewesen auf dieser Erde. Das andere Lebewesen herrschte üblicherweise in ihrem Kopf vor, doch dieser war nun wie leer geblasen. Diese unheimliche Stille in ihrem Kopf war für das Mädchen der reinste Segen und ließ sie vergessen, welche Rolle man ihnen eigentlich zugesprochen hatte.
      Sie brauchte ihn nicht einmal anzusehen, um zu spüren, dass sich seine Verunsicherung erledigt hatte. Auch ohne einen Blick wusste sie ganz genau welchen Ausdruck sie in seinen Bernsteinaugen wiederfinden würde. Immerhin fühlte sie, wie seine Hand über ihre Haut wanderte, immer tiefer bis sie befürchtete, dass er sie noch weiter reizen würde. Und wie recht sie mit ihrer Vermutung hatte. Der Seeker hatte indes einen langsamen Rhythmus angeschlagen, der für keine von ihnen jemals ausreichen würde. Sie triezten sich auf diese Weise gegenseitig bis Cain entschied, dass er die Oberhand gewinnen würde. Als sein Daumen das erste Mal über ihre geschwollene Körpermitte strich, zuckte Sylea so heftig zusammen, dass sie befürchtete, ihm irgendetwas gebrochen haben zu können. So stark schnappte sie nach Luft, als heiße Blitze durch ihre Adern zuckten, und das nur nach einer einzigen Berührung. Er tat es ein weiteres Mal und gepaart mit seinem schon zärtlich anmutenden Stößen war es genug, damit sie bald die Beherrschung verlieren würde. Ihr Silberstreif vibrierte erneut, dieses Mal aber nicht vor Schmerz. Er prallte gegen das Gold von Cains Aura und drängte sich regelrecht dagegen. Sie riss ihren Kopf auf ihre Brust, das anschwellende Keuchen war nicht zu überhören. Ihre Augen flogen auf, fanden Cains Iren. Sie wollte nach seiner Hand greifen, fand aber lediglich seinen Unterarm und versuchte in einem lächerlichen Versuch ihn davon abzubringen, sie weiter zu massieren. Ihre Finger verkrampften sich schlagartig, als er sie überraschend schnell zum Höhepunkt trieb und sie das Gefühl hatte, zu explodieren. Ungehemmt stöhnte sie passend zu seinen Streicheleinheiten auf, ihre Beine drückten sich sowohl an als auch von ihm weg. Sie spürte ihn deutlicher in ihr als sich ihre Muskeln rhythmisch um ihn anspannten und er sie die erste Welle hindurch geleitete. Ihre Augen waren das reinste Feuerwerk als sie anschließend zu Cain aufsah und ihr Atem noch immer stoßweise ging.
      Das war alles noch nicht genug.
      „Wo ist denn deine Inbrunst hin? Hab ich dich gerade etwa verunsichert?“, zog sie ihn auf und ließ ihn los. Ihre Arme breitete sie über ihren Kopf hinweg auf der Tischplatte aus und ergab sie ihm vollständig. „Wie möchtest du es sag? Sag's mir...“
    • Der Silberstreif kollidierte mit dem glühenden Gold und fegte mit einer heftigen Welle der Euphorie sämtliche Gedanken fort. Der Schock hinterließ eine vollkommene Leere in seinem Kopf, die allein von der Lust gefüllt wurde, die Sylea schlagartig überrollte. Cain wurde zu einem Gefäß ihrer Begierde. Mit einer tiefgreifenden Befriedung erlebte er gespiegelt die Wellen ihres Höhepunktes. Ein einzigartiges Phänomen, dass ihn womöglich mehr befriedigte als seiner eigener Höhepunkt es würde. Der geschmeidige Rhythmus seiner Stöße geriet ins Stocken während sie um ihn herum zuckte und den Augenblick bis ins Letzte auskostete. Ein atemloses Lachen vibrierte stumm in seiner Brust. Über allem schwebte ein Gedanke, der sich prägnant in die vorderste Front seines Hirns bohrte: Mehr.
      Cain glaubte nicht, dass sie jemals genug voneinander bekommen könnten. Er würde nie genug von ihr bekommen und ihrer Art ihn zu reizen. Sylea lockte ihn stets aufs Neue aus seinem sorgfältig gebauten Schneckenhaus hervor.
      Genießend glitten seine Hände über die angewinkelten Beine um mit zärtlichem Druck das Blut zurück in die verkrampften Muskeln zu massieren. Langsam ließ er das Bein von seiner Schulter hinab gleiten und führte ihre Schenkel um seine Hüften. Anstatt Syleas Frage sofort zu beantworten, beugte der Seeker sich zu ihr herab. Seine Hände beschrieben einen Pfad seitlich über die Oberschenkel bis über wunderbaren Schwung der Hüften. Mit gespreizten Fingern bedeckte er beinahe vollständig die Wölbungen ihrer Rippenbögen während er die Konturen ihres Körpers nachfuhr und atemlose Küsse im verführerischen Tal ihrer Brüste verteilte.
      "Dein Schmerz bereitet mir keine Freude", gab er zu. "Das bin nicht ich."
      Dennoch schien die Verlockung zu groß weitere Bisse auf der weichen Haut zu hinterlassen bis er seine seine Lippen über ihre linke Brustwarze legen konnte. Er spürte den beschleunigten Herzschlag bis in seine Zungenspitze.
      Nachdrücklich streichelte Cain weiter ihre ausgestreckten Arme hinauf bis er ihre Hände miteinander verschränkte. Die beinahe liebevolle Geste hielt ebenso die Hände an Ort uns Stelle. Er hob den Kopf um das Bild, das Sylea ihm bot, zu bewundern.
      Cain beendete den quälenden Stillstand.
      Jeder Vorstoß gestaltete sich tief und kraftvoller. Die Tempo immer noch entschleunigt aber so intensiv, dass sich die feinen Härchen in seinem Nacken aufstellten und der Esstisch gefährlich über den Boden kratzte. Stoßweise traf sein Atem auf ihre von Küssen feuchte Haut.
      "Er will dich ebenso sehr wie ich.", knurrte er gegen ihre Lippen ehe er sie küsste bis er keine Luft mehr bekam.
      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”
    • Die klare Grenze zwischen dem Gold und dem Silber wurde langsam aber sicher immer undeutlicher. Das war Sylea schon relativ früh aufgefallen, dass sich ihre Auren nicht gegenseitig infiltrierten oder manipulierten, sondern wahrlich verschmolzen. Während sie ausgestreckt vor ihm lag und ihn heißen Blickes musterte, sah sie ihre Auren Funken sprühend ineinander übergehen. Sie hatten sich füreinander entschieden, über den Punkt des Zweifelns waren sie lange hinaus. Trotzdem war das, was sich vor ihren Augen entfaltete, zeitgleich schön und unheilsam zugleich. Diese Verbindung, die sie für den jeweils anderen fühlen ließ, würde irgendwann ihr Untergang sein. Jede schöne Sekunde würde ihren Tribut fordern und dessen waren sie sich beide vollsten bewusst.
      Sylear schauderte, als Cain seine Hände über ihre Beine, ihre Hüfte, ihren Torso gleiten ließ. Mit seinen Fingern hinterließ er die Spuren seiner Aura, die auf ihrem Körper sich transformierte und von Gold zu Silber überging. Sie drückte sich mit den Schulterblättern von der Tischoberfläche ab, damit seine Lippen schneller den Weg zu ihrer Haut zwischen ihren Brüsten fand.
      „Ich weiß. Du hast gezögert“, stimmte sie ihm sanft zu und biss sich auf die Unterlippe, als sich seine unglaublichen heißen Lippen um ihre Knospe schloss und sie kurzzeitig ihre Worte vergaß. „Aber du willst es trotzdem. Ich spür's.“
      Und sie würde ihn gewähren lassen. Cain würde ihr keine Wunden zufügen, die nie wieder verschwanden. Ihr kein Leid zufügen, das sie nicht tragen können würde. Aber jetzt schwappte seine Wahrnehmung zu ihr herüber und was er als verlockend betrachtete, rückte bei ihr ebenfalls in greifbarer Nähe. Es konnte gut sein. Es würde gut sein. Wenn er es tat.
      Dann bewegte sich der Seeker wieder und dem Vessel fiel siedend heiß auf, was die letzten Sekunden gefehlt hatte. Ihre Beine waren noch immer um seine Hüfte geschlungen, aber es reichte nicht aus, um seine Bewegungen auch nur ansatzweise einzuschränken. Er trieb sich tief in sie, langsam und nachdrücklich, und ließ den armen Tisch an seine Grenzen stoßen. Sylea war noch nicht wieder völlig gelevelt gewesen, sodass er ihre gereizten Nerven ein weiteres Mal stimulierte und sie sich richtig Mühe geben musste, nicht zu laut zu sein. Die Füße des Tisches zerkratzten den Boden mit unschönen Riefen, die keiner von ihnen beiden sah.
      „Er will dich ebenso sehr wie ich.“ Lippen trafen aufeinander, bildeten einen Schmelzofen, der die Luft und Geräusche zwischen ihnen miteinander verband. Allerdings war Sylea nun nicht mehr vollkommen verklärt im Geiste. Sie erwiderte den Kuss bis sie ihn zurückdrängte und es schaffte, sich auf die Ellbogen aufzurichten. Funkelnde Augen trafen seine hell leuchtenden Bernsteinaugen, die sie für Jahrhunderte hätte ansehen können.
      „Er will das, was wir fühlen.“ Ihre Worte fügten dem Sinn bei, was sich zwischen ihnen entwickelte. Die pure Gier nach dem jeweils anderen tief in ihren Körpern. Ob bewusst oder nicht bestätigte Cain diese Worte, indem sein nächster Stoß noch eine Spur stärker ausfiel, Sylea ein heiseres Keuchen entlockte und schlussendlich den Tisch in die Knie zwang.
      Es knirschte und krachte, als die Beine des Tisches aus ihrer schlecht montierten Verbindung brachen. Die Tischplatte stellte sich auf, Sylea rutschte an ihr herunter mit einem erschrockenen Aufschrei, Cain direkt hinterher angesichts des Unwillen, sie einfach fallen zu lassen. Mit einem dumpfen Geräusch kam sie auf dem Boden auf, das eine Tischbein in ihre Pobacke gepresst und Cain zwar zwischen ihren gespreizten Beinen, aber nicht mehr in ihr. Eine Sekunde lang starrten sie sich fassungslos an, dann überfiel Sylea den armen Mann.
      Sie warf sich ihm wortwörtlich entgegen ohne Rücksicht auf Verluste. Der Grimm forderte und wurde nur von dem Seeker bei der Stange gehalten. Also würde sie ihn füttern, ihn dazu drängen sich das zu nehmen, was er brauchte. Unwirsch schubste sie Cain zurück bis sie sich auf ihn werfen und er mit dem Rücken auf dem Boden zum liegen kam. Da thronte Sylea bereits auf ihm, griff nach seinem besten Stück, das den Sturz unbeschadet überstanden hatte, und führte es wieder zurück an den Ort seiner Bestimmung. Sylea seufzte gedehnt, als sie sich auf ihn sinken ließ, um ihm dann einen herausfordernden Blick zu zuwerfen.
      „Will er denn geritten werden so wie du?“, fragte sie kokett und bewegte ihr Becken mit einer Intensität, die niemals darauf hätte schließen lassen, dass ihr in dieser Hinsicht so viele Erfahrungen fehlten. Hinter ihnen glich es einem Schlachtfeld, vor ihnen verstreut lagen Schuhe und Jacken. Alles hier wirkte wie das reinste Chaos, aber nichts davon konnte auch nur ansatzweise beschreiben, wie es in ihrem Inneren aussah. Die Lust, die Wildheit, die Freude darüber, dass sie wieder zusammen waren.
      Es war überwältigend.
    • Er will das wir fühlen.
      Bevor ein erleuchtender Gedanke durch seinen vernebelten Verstand drang, ertönte ein beunruhigendes Knirschen unter den eng umschlungenen Körpern. Die missbrauchte Tischplatte ächzte unter dem leidenschaftlichen Treiben und machte sich plötzlich selbstständig. Die Verbindungen der einzelnen Bauteile knackten und lösten sich unter lautem Protest. Es war purer Reflex, dass Cain die Arme fester um den nackten Körper schlang, der sich nach Erlösung suchend gegen ihn presste. Geistesgegenwärtig schob die Hand mit gespreizten Fingern an ihren Hinterkopf, um die Wucht eines möglichen Aufschlagens auf unnachgiebigem Holz zu verhindern. Alles passierte so verdammt schnell, dass ihm selbst seine katzenartigen Reflexe nicht halfen. Ungewöhnlich schwerfällig polterte der Seeker samt Sylea in seinen Armen zu Boden und begriff, dass er sie möglicherweise mit viel zu viel seines eigenen Gewichtes niederdrückte. Zur seiner Verteidigung fehlte ihm auch die nötige Bewegungsfreiheit, während sich lange und nackte Beine um seine Mitte schlangen.
      Die Zerstörung der Möbel im Angesicht der ungebremsten Leidenschaft registrierte Cain lediglich am Rande seiner Wahrnehmung. Holzsplitter verteilten sich über den Boden und er zischte leise, als sich eine verirrte Schraube in seine Handfläche bohrte als er versucht sich hochzudrücken. Sein Blick schnappte zu Sylea, die ein einfach nur anstarrte. Der Seeker blickte mit derselben Intensität zurück, verlor sich in dem geschmolzenen Silber ihrer Augen. Cain blieb nicht einmal eine Gelegenheit zu blinzeln, da stürzte sich Sylea ohne Vorwarnung auf ihn. Er hatte keine Chance gegen die Naturgewalt in Form einer erregten, jungen Frau. Woher sie die neu gewonnene Selbstsicherheit nahm, konnte er nur vermuten. Ascan hatte ihn mehrmals getäuscht, aber er fühlte den Seelendieb nicht.
      Ein dunkler Schatten flimmerte durch den goldglühenden Blick als er grob nach hinten gestoßen wurde und ein kühler Luftzug seine schweißnasse Brust streichelte. Cain erschauderte und doch blieb ihm das aufkeimende Knurren im Hals stecken. Entschlossen und mit mehr Kraft als er ihr zutraute, bugsierte Sylea ihn auf den Rücken. Hitze schoss durch seine Lenden und er spürte die Muskeln vor Erwartung zucken. Zusehen, wie Sylea sich das nahm, was sie wollte, erregte ihn und stellte gleichzeitig seine Willensstärke auf eine harte Probe. Cain drückte den Kopf zurück gegen den harten Untergrund und kniff die Augen keuchend zusammen, als die vertraute und glühende Hitze seine zuckende Erregung umschloss und Sylea fest auf seinem Unterleib thronte wie eine Königin. Der Grimm in seiner Brust heulte auf.
      "Fuck...", knurrte Cain.
      Augenblicklich flogen seine Hände zu ihren Hüften und die Fingerspitzen drückten sich fest in die weiche, warme Haut. Kurz schien es, als wollte der Seeker verhindern, das Sylea sich überhaupt bewegte. Stoßweise atmete er durch die Nase aus und fühlte die Schwärze des Grimms in seine Augen bluten. Er fühlte die alles verschlingende Dunkelheit in der brennenden Hitze, die durch seine Adern strömte und sah es in den Schatten, die unter seiner Haut entlang glitten. Zu seiner Verwunderung verdrängte der Grimm sein Bewusstsein nicht. Sie koexistierten in einem Augenblick der Lust und beide liebten die ausgeübte Dominanz. Der ganze schweißtreibende Akt bestand aus einem elektrisierenden Ziehen und Zerren um Dominanz.
      "Ich denke, es gefällt ihm", presste Cain hervor. "Und das ist gefährlich."
      Cain schob gierig die Hände unter ihr Gesäß und packte die Rundungen als er sich sicher war, sich nicht wie ein unerfahrener Schuljunge zu blamieren. Jeder Versuch, Sylea zu lenken, verlief im Sande. Sie ließ sich nicht von Cain in ihrem Tempo und Rhythmus stören. Knurrend schob er einen Arm unter sich, um sich in eine aufrechte Position zu drücken und vollführte mit seinem Becken einen harten Stoß nach oben. Er glitt tief in die verzehrende Hitze und stöhnte zum ersten Mal laut und ungehalten auf. Das unterdrückte Keuchen war vergessen.
      Von diesem Moment an bestand die Welt allein aus dem leidenschaftlichen Spiel ihrer Körper und Syleas Gefühlen, die sein gesamten Denken wie ein bunter Wirbel erfüllten. Er wusste nicht, wie lange sie sich auf dem harten Fußboden liebten, aber spürte es in Muskeln und Knochen. Stöhnend drückte der Seeker die schweißnasse Stirn gegen ihr Schlüsselbein und schlang beine Arme um ihre Hüften, um sie lusterfüllt in seinen Schoß zu drücken. Es war zu viel und nicht genug. Ich brauchte. Er musste. Er wollte.
      "Ich kann...Ich kann nicht...", keuchte er und gab dem unterdrückten Impuls des Grimms nach.
      Cain reckte das Kinn empor und suchte die warme, verführerische Halsbeuge und versenkte seine Zähne mit einem Biss in der weichen Haut. Er hatte kaum von dem Salz ihrer Haut gekostet, da pulsierte sein gesamter Körper. Er fühlte den Schmerz durch Verschmelzung, den Anflug von Schock und darunter hemmungslose Lust. Cain riss die Augen auf und seine goldene Aura stob in alle Himmelsrichtungen aus einander, als er heftiger kam als je zuvor.
      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”
    • Von hier oben hatte Sylea uneingeschränkte Sicht auf Cain, dessen Blick trüb von all den Gefühlen war, die ihn überschwemmten. Trotz allem sah sie besser als die meisten Anderen, wie sich der Grimm als schwarzer Nebel durch das Gold der Aura fraß, immer wieder von der hellen Farbe ertränkt und dann an anderer Stelle wieder sichtbar wurde. So zum Beispiel, als sie ihre Frage stellte und feststellte, dass in diesem Augenblick das Schwarz und das Gold zu einem wurden. Er wollte die Kontrolle zurück, hielt sie an ihrer Hüfte und bekam sie doch nicht von ihrem Treiben ab.
      „Seh ich“, hauchte sie und schmunzelte verklärt als der Seeker erneut ein leises Knurren ausstieß und offensichtlich nicht länger platt am Boden liegen wollte. Er kämpfte seine Oberkörper nach oben, nötigte das Vessel damit etwas abzulassen und nutzte diesen Moment schamlos aus. Sein völlig losgelöstes Stöhnen paarte sich mit ihrem, als sie den Kopf in den Nacken warf und sich wunderte, wie viel mehr er noch aus ihr herausholen konnte.
      Danach gab es kein Halten mehr. Gefangen in der süßen Ekstase vergaß Sylea, wie sich der harte Boden an ihren Knien zu schaffen machte, die immer wieder bei jeder Bewegung über den Boden schrappten. Sie vergaß, dass es da vermutlich einen Spanner geben konnte, der sich über die versteckten Kameras zugeschaltet haben mochte. Oder dass sie jeden Zentimeter ihrer Haut und ihres Körpers zur Schau stellte, nur damit Cain sie ansah. Das Gefühl, wem welche Emotionen gerade gehörten, war im Nebel ihrer schwirrenden Auren vollständig verschwunden. Es gab keine Grenze mehr, kein Gefühl, das nur einem von ihnen gehörte. Sie waren zu einer Einheit geworden, die sich beinahe alles teilten. Syleas eigene Begierde wurde von Cain's eigener angestachelt, befeuert und immer höher gepeitscht. Sie fühlte den Grimm, schwer und schwarz, lechzend nach allem, was sie ihm geben konnten. Gerade genug, dass er sich nicht bemerkbar machte, aber noch zu wenig, um ihn zufrieden zu stellen. Wie ein Zug lastete es auf Cain und somit auch auf Sylea, die völlig den Bezug zur Realität verloren hatte.
      Sie war nah, unglaublich nah. So nah, dass sie nicht wusste, ob es einen weiteren Stoß bedurfte oder mehrere, ob es nur für sie galt oder für Cain. Ihr war bereits schwindelig während sich seine Stirn an ihr Schlüsselbein legte und seine Arme wie zwei feste Stricke sich um ihre Hüfte schlangen. Noch enger presste er sie an sich, noch tiefer vergrub er sich und entlockte dem Mädchen ein kurzes Keuchen. Dann sagte Cain etwas, irgendetwas, das Syleas Verstand nicht vollkommen prozessieren konnte. Deutlich hatte sie ihn zwischen all den anderen Geräuschen gehört, aber sie missinterpretierte die Worte. Mit allem hätte sie in diesem Augenblick gerechnet, nur nicht mit dem, was er anschließend wirklich tat. Auf der Jagd nach der Erlösung hatte Sylea die Augen geschlossen und fühlte nur noch für sie zwei. Sie spürte, wie sich das Gewicht von ihrem Schlüsselbein auflöste und schnelllebiger Atem über ihre nackte Haut gen Hals strich. Sie spürte die Lippen, die über ihre Haut tanzten und sie gleich wieder liebkosen würden. Das wäre genug. Das würde ausreichen. Dann hätte sie endlich ihre Erlösung aus dieser wunderbaren Qual gefunden, dessen war sie sich sicher.
      Und dann schoss ein siedend heißer Schmerz durch ihre Nervenbahnen. „Ah!“ Ihre Sinne erzitterten, ihr Herz ließ einen Schlag einfach aus und sämtliche Muskeln spannten sich in Sekundenbruchteilen an. Ihre Hände, die auf Cains Brust gelegen hatten, krümmten sich zu Krallen, Fingernägel kratzten über seine Haut und hinterließen leichte, rote Striemen. Eine Sekunde später brach das Gefühl von Triumph über sie herein – scheinbar hatte der Grimm seinen Willen bekommen – und Lust. So viel, dass es unmöglich nur ihre eigene sein konnte. In einer verquerten Wahrnehmung war der Schmerz, den sie gerade spürte... ja, was war er eigentlich? Er war nicht begleitet von Angst, nicht begleitet von Qual oder Terror. Das hier war anders und sie fand nicht die passende Beschreibung. Das brauchte sie auch nicht, denn plötzlich zerbarst etwas in ihrem Inneren. Ihr kurzer Aufschrei erklang erneut, doch nun zog er sich in die Länge und brach am Ende, als ihr die Luft ausging. Wo Cain seine Augen aufriss kniff Sylea sie zusammen als sie an seiner Stelle spürte, wie er kam und sie mit einstimmte. Noch immer waren Zähne in ihren Hals geschlagen während die Bewegungen des Seekers ihr Ende fanden und das Mädchen auf ihm in einem Haufen Scherben zurückließ. Ihr gesamter Körper bebte unter den Nachwehen ihres Spieles.
      Schließlich gab Cain sie schwer atmend frei und durfte nun das Werk seines Gebisses an ihrem schmalen Hals begutachten. Etliche Zähne zeichneten sich auf der geröteten Haut ab, unter der man beinahe ihren Pulsschlag sehen konnte. Ganz langsam begannen ihre Auren wieder deutlichere Grenzen zueinander zu ziehen und würden dadurch wieder als eigenständig anzusehen sein. Noch immer saß Sylea auf Cain, das Gefühl in ihren Beinen war verschwunden und einer Taubheit gewichen.
      Sie musste ihre Lippen befeuchten ehe sie ein ordentliches Wort aus gereizten Kehle bekam. „Was war das?“, fragte sie leise wobei sich eine ihrer Hände an ihren Hals legte und sie zuckte, als sie die Bissstelle befühlte.
    • "Der Grimm", flüsterte Cain brüchig die Antwort. "Sobald sich ihm ein Schlupfloch biete."
      Die hungrige Kreatur hinter dem leuchtenden Goldschimmer war ein Teil von ihm. Der Grimm war kein lästiger Fremdkörper und auch kein Parasit, der seine Seele infizierte. Die Erkenntnis hatte er zuvor bereitwillig verdrängt. Cain verstand in einem seltsamen Augenblick der Klarheit und auf dem Höhepunkt der Ekstase, dass der Grimm ein zersplittertes Fragment seiner Persönlichkeit war. Disziplin, Furcht und der Missbrauch manipulativer Substanzen hatten dem Mangel und der Verkümmerung seiner Seele eine Gestalt gegeben. Die Sehnsucht nach Zugehörigkeit und seinen Gefühlen freien Lauf lassen zu können, hatte bereits vor Ewigkeiten den Nährboden für den Schatten in seiner Brust bereitet.
      Behutsam schob Cain die Hand von ihrem Hals und sog scharf die Luft ein, als er die deutlichen Bissspuren sah. Tiefrote und perfekte Abrücke seiner Zähne zeichneten sich auf der zarten Haut ab. Sanft berührten seine Fingerspitzen die geröteten Ränder. Die Bewegung entlockte ihm ein Zischen. Etwas brannte und zog auf seiner Brust und als er hinab schaute, entdeckte er die Stiemen, die sich über seine Brust zogen. Es sah aus, als hätte er mit einer Raubkatze gerungen. Der brennende Schmerz ließ den Grimm zufrieden brummen. Der Hunger war fürs Erste gestillt und die Bestie befriedigt. Der Seeker spürten jeden Knochen im Leib und jeden vor Anspannung zitternden Muskel, aber er hatte sich nie besser gefühlt. Er fühlte sich erschöpft und völlig fertig, aber die Glücksgefühle rauschten gleichzeitig durch seine Adern und hinterließen ein Hoch, dass keine chemische Droge der Welt kopieren konnte. Allein die Reue über den schmerzhaften Bissabdruck verpasste ihm einen kleinen Dämpfer. Atemlos sah Cain die junge Frau in seinem Schoß an, die ihn noch immer mit großen Augen ansah. Wie lange hatte er nichts mehr gesagt?
      "Er wollte dich verschlingen. Ich wollte dich verschlingen.", murmelte er und drückte einen Kuss gegen ihre Fingerspitzen. Mit einem zarten Biss neckte er die Fingerkuppe ihres Zeigefinger. "Er wollte deinen und meinen Schmerz." Er drückte einen Kuss in ihre Handfläche. "Er wollte Lust spüren. Deine Ekstase. Du hast recht, er will fühlen, was wir fühlen. Er ernährt sich davon, aber ich habe das Gefühl, ich erzähle dir an diesem Punkt nichts Neues."
      Lächelnd schob er eine Hand in ihr verschwitztes, braunes Haar und zog Sylea zu einem langsamen, tiefen Kuss heran. Darin brannte keine ungebändigte Leidenschaft sondern etwas, das viel tiefer ging. Ein Kribbeln erfüllte Cain vom Kopf bis in die Zehnspitzen. Beinahe träge umspielte seine Zunge ihr Gegenstück, bis er sich zurückzog und tief durch die Nase einatmete um die letzten Überbleibsel ihrer Lust einzuatmen.
      "Der Grimm ist ein Teil von mir und ich glaube, dass ich beginne ihn zu verstehen. Er ernährt sich von den niederen Instinkten. Hunger, Lust, Schmerz und Zorn. All die Emotionen, die ich mir all die Jahre verwehrt habe."
      Cain strich das Haar aus ihrer Stirn zurück und setzte ein belustigtes Grinsen auf. Bedeutungsvoll sah er von dem Biss an ihrem Hals zu seiner zerkratzten Brust.
      "Wir sind wohl quitt.", grinste er.
      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”
    • Sylea biss sich auf die Unterlippe als sanfte, aber bestimmte Finger ihre Hand beiseite wischten und Cain das Werk in Augenschein nahm, was er auf ihrer Haut hinterlassen hatte. Es folgte ein Zischen nach seiner knappen Bewegung und ihr Blick bekam etwas entschuldigendes. Die Spuren auf seiner drahtigen Brust waren deutlich zu sehen, wenn auch weniger stark als die Abdrücke an ihrem Hals. Sie hatte nicht sonderlich stark zugelangt, aber einen Weg für ihre Emotionen gebraucht.
      Aufmerksame Iren folgten ihren Fingern, als sich der Seeker ihnen bemächtigte und mit ihren spielte. „Das klingt ganz schön bestialisch, wenn du so von verschlingen sprichst.“ Wobei das nicht allzu weit hergegriffen war. Mehrfach hatte sie gespürt, dass er etwas tun wollte und sich am Riemen riss, genau das eben nicht zu tun. Vermutlich hätte er ihr noch mehr Spuren auf dem Körper hinterlassen, wenn er nicht seine gottgegebene Selbstbeherrschung gehabt hätte. „Aber ja, ist für mich nichts Neues. Für ihn ist das wohl ein Glücksgriff, dass er zwei Personen mit ihren Gefühlen auf einmal abfrühstücken kann...“
      Sylea konnte nicht anders als sein Lächeln zu erwidern, kaum schob er eine Hand in ihr Haar und zog sie zu sich hinab. Ihre Bewegung machte sie darauf aufmerksam, dass er noch immer mit ihr verbunden war und sich nur nicht mehr so prominent bemerkbar machte. Dennoch erschauderte sie kurz – wobei es auch an dem Kuss liegen mochte. Vergessen war das Feuer, das noch Minuten zuvor in ihren Mündern gebrannt hatte. Geblieben war jedoch die unbändige Wärme, die zwischen ihnen Bestanden haben würde wie die Luft zum Atmen in ihren Lungen.
      „Also ist er nichts Fremdes?“, fragte sie nach und suchte nach dem schwarzen Schlier in der goldenen Aura, nur um ihn als eine Art Unterstrom ausfindig machen zu können. Er hatte recht. Etwas Fremdes würde sich nie so in die natürlich gewachsene Aura eines Lebewesen weben können. Außer Ascan vielleicht. „Wieso hast du dir diese Emotionen verwehrt? Du bist ein junger Mann, da kann man doch schlecht der Lust entsagen oder? Außerdem....“ Sie druckste ein bisschen herum. „Außerdem hattest du scheinbar ja schon Beziehungen. Jedenfalls warst du nicht unerfahren.“
      Nicht so, wie sie. Er war ihr Erster gewesen, in mehreren Belangen. Was auch immer ihr im Bannkreis widerfahren war, war primär ihrem bewusstlosen Körper oder eben Ascan passiert. Sie selbst hatte bis zu ihrer Verschmelzung keinerlei Erinnerungen an bestimmte Abschnitte ihres Lebens innerhalb des Bannkreise gehabt. Jetzt hatte sie Zugriff darauf, doch bewusst damit auseinandersetzen wollte sie sich noch nicht. Oder sogar nie.
      „Jaaah, also, was beißt du mich auch unangemeldet??“, lachte Sylea und verlagerte ihr Gewicht auf ihre Seite, damit sie endlich von dem armen Mann runter kam. Ihr rechtes Bein quittierte seinen Dienst und sie rollte unelegant auf die Seite. Immerhin war Cain nun wieder frei. „Aua... Ich glaub, meine Knie danken mir die Aktion nicht gerade.... OH MEIN GOTT, CAIN!“
      Syleas Augen waren weit aufgerissen, als sie schockiert auf den Tisch deutete. Hinter ihnen glich der ehemalige Tisch eher einem Schlachtfeld. Holzsplitter waren überall verstreut, hier und da glänzten Schrauben und Muttern. Die Beine waren auseinander geknickt, in etwa so wie ihre eigenen vorhin.
      „Wir haben deinen Tisch demoliert... Oh mist....“ Sie hatte sich derweilen aufgesetzt und blickte an sich herab. Sofort lief sie rot an und drückte die Beine so gut es ging zusammen. „Ah.... hm... könntest du vielleicht..... wenn du wieder gehen kannst, ein Handtuch bringen?.... Ich... mag nicht noch mehr einsauen.“
      Wobei sie es per se ja nicht alleine tat sondern zwei dazu gehörten. Zur Hölle, sie wusste nicht einmal, warum sie ausgerechnet jetzt rot anlief. Splitterfasernackt saß sie auf dem Boden und schämte sich für die Spuren ihrer Liebe. Welch eine Ironie.
    • Der Seeker nickte bedächtig. Ja, für den Grimm war die Aurenverschmelzung ein wahres Schlaraffenland. Für ein Wesen, dessen Gier keine Grenzen kannte, konnte er sich an den geteilten Gefühlen ordentlich satt fressen. Der gemainsame Höhepunkt musste ein Festmahl gewesen sein. Es war einfacher den Grimm als eigenständiges Individum zu betrachten, obwohl er ein unbestreitbares Bruchstück seiner Seele darstellte. Was Cain anbelangte, war es so wesentlich leichter die rohen Gelüste und den Hunger von der vorherrschenden Persönlichkeit zu trennen. Bis zu einem gewissen Punkt konnte er mit dem schattenartigen Biest sympathisieren ohne jemandem ernsthaft zu schaden.
      Der Seeker riskierte einen besorgten Blick auf den deutlich sichtbaren Bissabruck und fragte sich, ob das bereits zu weit ging. Ein wenig mehr Druck und er hätte Blut auf der Zunge geschmeckt. Etwas riss Cain aus seinen Gedanken. Sylea überschüttete ihn mit Fragen und wirkte mit jeder Silbe weniger entschlossen. Fragend zog er die linke Augenbraue in die Höhe während das Grinsen auf seinen Lippen Stückchen für Stückchen breiter wurde.
      "Beziehungen? Nein. Sex? Ja. Das zwei unterschiedliche Dinge. Zumindest für mich.", antwortete Cain.
      Er schob beinahe verspielt die großen Hände zurück auf ihren schlanken Rücken und seine Handflächen glitten über die bleiche Haut. Hin und wieder spürte er die leichten, wulstigen Erhebungen alter Narben. Sie versetzten ihm jedes Mal aufs Neue einen schmerzhaften Stich, der unterschwellig von einer heißen Wut begleitet wurde. Cain schüttelte kaum merklich den Kopf und die schwermütigen Gedanken ab. Er wollte den Moment genießen. Jede Minute, egal, wie viele sie noch hatten.
      "Hab ich dir das nie erzählt?", überlegte er und umkreiste mit seinen Fingerspitzen die Wölbungen der Brustwirbel zwischen den Schulterblättern. "Hm, ich habe dir doch erklärt, dass es früher als Kind für mich sehr schwierig war, meine Wahrnehmung und Gefühle von äußeren Eindrücken zu trennen? Übertrag das auf Beziehungen und zwischenmenschliche Kontakte. Wie konnte ich mir sicher sein, welche Gefühle von mir und welche von den Menschen um mich herum stammten? Ich habe in der Ausbildung früh gelernt, die Kontrolle über Emotionen und Sinnenswahrnehmung zu festigen. Ich habe mich abgeschirmt. Emotional. Das war notwenidig. Ascan hat mir gegenüber mal erwähnt, dass dieses Vorgehen mich in meinem Potenzial beschnitten hat. Ich denke, da hat er leider recht. Vermutlich ist das der Ursprung des Grimms. Wie auch immer wir ihn nennen wollen."
      Cain seufzte. "Das Blind Eye hat die Lage sicherlich nicht verbessert."
      Missmutig grollte ein Knurren tief in seinem Brustkorb, als Sylea sich seinen wandernden Händen entzog. Er verzog schmollend die Mundwinkel nach unten und erschauderte unter der unerwarteten Kälte als sie wenig elegant zur Seite rollte. Bei dem Kommentar zu ihrem Knie besaß Cain sogar die Frecheit zu kichern. Ein raues fast tonloses Geräusch, dass in seiner Brust vibrierte.
      "Vor ein paar Minuten hat es dich noch nicht gest...", brach Cain mitten im Satz ab.
      Er starrte Sylea mit leuchtenden, goldenen Augen an. Die Mundwinkel zuckten verräterisch. Dann erfüllte plötzlich ein Klang das Apartment, den die Wände, wenn sie den Ohren hätten, in all den Jahren nie gehört hatten. Cain lachte frei und ungezügelt. Er lachte so sehr, dass seine Rippen davon schmerzten und ihm Tränen in die Augewinkel traten. Sylea sah unvergleichlich hübsch mit ihren hochroten Wangen aus und nackt umgeben von zerknüllten Kleidungsstücken und den Einzelteilen eines zerstörten Esstisches. Der Moment war wunderschön und gleichzeitig absurd. So, dachte Cain, sollte jeder Augenblick für den Rest ihres Lebens sein, gefüllt mit Leichtigkeit und Lachen.
      Cain holte tief Luft und nickte wiederholt in schneller Abfolge.
      "Okay, okay...", räusperte er sich und versuchte das Rumpeln in seiner Brust unter Kontrolle zu bekommen. "Handtuch. Warte."
      Wackelig wie ein neugeborenes Rehkitz und wenig geschmeidig wie ein Raubtier versuchte der Seeker auf die Beine zu kommen. Das stetig anhaltende Lachen und die auf Halbmast hängende Jeans halfen nicht unbedingt. Er landete ächzend wieder auf dem Hintern. Kurzerhand griff er nach seinem T-Shirt und warf Sylea die improvisierte Notlösung zu.
      "Gib mir eine Minute. Wenn ich meine Beine wieder unter Kontrolle habe, trag ich dich ins Bad", gluckste er. "Und genau genommen, ist es nicht mein Tisch, sondern der von Jace. Er hat das Apartement ausgestattet und bezahlt. Wobei ich bis heute nicht wissen will, woher er das Geld dafür hat."
      Cain kämpfte sich kopfschüttelnd aus den Hosenbeinen seiner Jeans und wischte beiläufig die Lachtränen aus den Augenwinkeln. Mit der zweckentfremdeten Boxershorts nahm er sich ein Beispiel an Sylea und verhinderte ein paar verdächtige Flecken im Teppich. Es waren genug Ersatzklamotten im Schrank. Plötzlich ruckte der Kopf des Seekers zur Seite, als der großzügige Flatscreen im Raum sich wie von Geisterhand einschaltete. Er verrenkte den Hals um zu prüfen, ob nicht einer von ihnen auf der Fernbedienung saß.
      Der Bildschirm blieb schwarz bis auf die flackernden weißen Buchstaben, die langsam auftauchten:

      Wir müssen reden.
      Könnt ihr euch bitte vorher was anziehen?

      Im Augenwinkel blinkte das rote Lämpchen der Überwachungskamera freudig vor sich hin.
      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”

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    • Syleas riesige Augen schossen sofort zu Cain, als er tatsächlich anfing zu lachen. Sie hatte ihn bereits kurz kichern hören oder dergleichen, aber ein derart losgelöstes Lachen hatte sie noch nie von ihm gehört. Irgendwie glich dieser Moment einer Offenbarung, und ihr Herz machte eine weiteren Sprung als sie nicht anders konnte als selbst ein bisschen doof zu grinsen. Jetzt gerade wirkte es so, als wäre zwischen ihnen alles normal. Als seien sie nur zwei junge Menschen, die in ihren eigenen vier Wänden abgestiegen und ein bisschen Mobilar in Mitleidenschaft gezogen hatten. Fast hätte sie vergessen, dass sie nicht allein in diese Körper war und dass Cain mehr wahrnahm als nur das, was sie ihm sagte und zeigte.
      Ich werde mich nie daran gewöhnen.
      Wie gerufen kam die Stimme in Syleas Kopf zurück, wie ein leiser Hall am Rande ihres Bewusstseins. Sie hatte Ascan eine geraume Zeit über nicht mehr gehört und ihn nun wieder so nah an sich zu fühlen war zeitgleich beruhigend als auch warnend. Wenn er wieder da war, konnte sich jederzeit wieder ein Streit anbahnen. Oder gar eine Eskalation.
      Mit gehobenen Augenbrauen sah sie Cain bei seinem missglückten Aufstehversuch zu bevor er ihr in weiser Absicht doch sein T-Shirt zuwarf. Sofort knüllte sie es zwischen ihre Beine.
      Ich hoffe doch mal, du kommst nicht auf die aberwitzige Idee, ein Kind austragen zu wollen. Das werde ich nicht auch noch mit ertragen.
      Wie kommst du denn jetzt darauf?
      Dir ist schon klar, was ihr da treibt? Du bist ein Vessel, das bedeutet aber noch lange nicht, dass deine Biologie nicht funktioniert.
      Auf Syleas Stirn erschienen Falten. Dank ihrer Abgeschiedenheit wusste sie nichts über Empfängnis und Verhütung. Das hatte nie zu den Themen gezählt, über die sie mit den Wachen gesprochen oder als Information aus Büchern hatte ziehen können. Ascan bemerkte dies und stellte ihr Erinnerungen zur Verfügung, die sofort dazu führten, dass ihr die Farbe aus dem Gesicht wich. Entgeistert blickte sie auf ihren Bauch, zwischen ihre Beine. Hieß das etwa....
      Weiter konnte sie nicht in ihren Gedanken versinken, als der Flatscreen im Wohnzimmer plötzlich anging. Cain war viel schneller mit dem Bemerken gewesen als sie, allerdings hatte sie uneingeschränkten Einblick auf den Bildschirm, der gähnend schwarz war und sich langsam mit weiß flackernden Buchstaben füllte. Mehrfach blinzelte Sylea, dann erst bemerkte auch sie das blinkende Lämpchen an einer der Kameras, die ihr zuvor nicht sofort ins Auge gesprungen waren.
      Sylea zeigte der Kamera ganz elegant den Mittelfinger.
      „Er hätte doch auch einfach nur auf Geräuschübertragung stellen können...“, murrte Sylea, die sich noch immer nicht bedeckte, als sie sich auf wackelige Beine kämpfte. „Aber stell dir mal vor, jetzt hat dein Kumpel mich komplett nackt gesehen. UND gesehen, wie wir Sex hatten.“
      Störte das Syea? Tatsächlich störte sie der Punkt, dass ihre Zweisamkeit womöglich keine war, mehr als die Tatsache, dass sie noch immer nackt in der Wohnung umher lief. Ihr Schamgefühl hatte sich noch immer nicht eingestellt und Ascan scherte sich nicht darum. Also schlug die als erstes den Weg ins Bad ein, um sich kurz frisch zu machen und sich dann frische Sachen zum Anziehen zu suchen.
      Mit einem Handtuch um die Schultern stand Sylea vor dem Schlachtfeld des Tisches. „Wir räumen das auf, nachdem wir mit ihm gesprochen haben, okay? Er kommt doch bestimmt wieder her, oder?“
    • Mit gerunzelter Stirn betrachtete Cain die flackernden Buchtstaben.
      Die weißen Lettern brannten sich in seine Netzhaut und der Augenwinkel des Seekers zuckte kaum merklich. Eigentlich wunderte sich der Seeker nicht sonderlich darüber, dass der Hacker keinen blassen Schimmer von dem Wort Privatsphäre hatte. Er betrachtete das Leben durch die Linse einer Kamera wie normale Menschen sich Serien im Fernsehprogramm ansahen. Mit Leichtigkeit schleuste er sich in Betriebssysteme und gesicherte Server ein und durchwühlte Dateien und Dokumente, die nicht für die Öffentlichkeit gedacht waren.Die natürliche Neugierde mischte sich mit seiner Vorliebe zur Beobachtung. Jace war ein Bilderbuch-Voyeur, sozusagen. Cain empfand die Bezeichnung kleiner, neugieriger Perversling im Augenblick passender.
      Etwas in seinem Hinterkopf zwickte unangenehm.
      Ein vergessener Gedanke, der sich langsam in den Vordergrund drängte, war es nicht. Es war eine Präsenz, die nicht völlig greifbar war. Das Gefühl war nebelig und schwer in Worte zu fassen, weil er nur eine blasses Abbild davon spürte. Das verzerrte Spiegelbild von Ascans Bewusstsein pulsierte unter seiner Schädeldecke. Für den Bruchteil einer Sekunde spürte er den Seelendieb, dann verschloss sich das Wahrnehmungsfenster. Cain warf Sylea einen unauffälligen Blick zu, aber sie wirkte normal. Zumindest so normal wie sie alle waren, mit einer zweiten, manipulativen Seele oder einer emotionsgierigen Bestie im Kopf. Der Blick der vertrauten, braungrauen Augen flackerte nach unten. Es wäre dem Seeker beinahe entgangen. Er schob die klammen Strähnen aus seiner Stirn und rieb sich mit den Fingerspitzen über die Schläfen. In Zukunft würden sie besser aufpassen müssen. Er war der Erfahrenere von beiden und sollte es eigentlich besser wissen.
      Sylea streute unbewusst Salz in die Wunde.
      Ein missglückte Version aus frustriertem Stöhnen und genervtem Seufzer entkam Cain bei der Vorstellung, dass Jace sie womöglich von Anfang bis Ende völlig ungeniert beobachtet hatte. Daran hatte er auch nicht gedacht. Zur seiner Verteidigung war der Hauptanteil seines Blutes in den letzten Minuten nicht in seinem Gehirn gewesen.
      Der Flatscreen flackerte erneut.

      Hat deine kleine Freundin sich die schlechten Manieren von dir abgeschaut, Cain?

      Halbherzig flog ein herumliegendes Kissen in Richtung der Kamera und verfehlte das Objekt seines Unmuts zu seiner eigenen Schande um einen ganzen Meter.
      Der Seeker folgte also dem Beispiel von Sylea und suchte seine Kleidung vom Boden auf, um sie im Bad in den Wäschekorb zu befördern. Die lange Dusche musste warten, also tat es notfalls eine eilige Katzenwäsche. Er notierte sich gedanklich später ein Bad für das Vessel einzulassen. Es war nicht viel, aber nach den Strapazen der letzten Tage hoffte der Seeker, dass Jace ihnen eine Nacht als Schonfrist gönnte.
      Barfuß und mit einer schwarzen Jogginghose, die verboten tief auf seinen Hüften saß, betrat auch er wieder das ramponierte Wohn- und Esszimmer. Mit einem Kopfnicken deutete er in Richtung Schlafzimmer.
      "Vielleicht solltest du dir wirklich was anziehen. Für meinen Geschmack an Jace genug von dir gesehen", murmelte er und zog Sylea in einer halben Umarmung an seine Brust um einen Kuss auf ihren Scheitel zu drücken. "Beeil dich. Wenn Jace ungeduldig wird dürfen wir uns nachher noch mit außer Kontrolle geratenen Küchenequipment rumschlagen."
      Immhin war wirklich ALLES heutzutage mit irgendeinem Netzwerk verknüft. Cain schlenderte in Richtung der Couch, setzte sich und sah zum Fernseher. Das Ding besaß keine Kamera, davon gab es auch schon genug überall in der Wohnung, aber ein Mikrofon.
      "Ich weiß, dass du mich hören kannst", brummte Cain. "Also, was gibt's?"
      Der schwarze Bildschirm erwachte zum Leben und zeigte Jace mit übergroßen Kopfhörern in Neonfarben. Die blonden Strähnen fielen ihm bis über die Augen und sein Gesicht hatte eine verdächtig, gesunde Farbe. Die Boxen der Soundanlage erwachten knisternd zum Leben und im perfekten Sound begann der Hacker zu sprechen, als würde er direkt neben ihm auf der Couch sitzen.
      "Eine wichtige Frage vorweg", sagte Jace mit verkniffener Miene. "SEID IHR JETZT KOMPLETT BESCHEUERT? Du hast dieses...dieses Ding an deiner Seele rumschnippeln lassen? Ihr habt euch mit diesem verrückten Babylonier verbündet und seit ins Hellgate eingebrochen? Die fucking Regierung sucht nach euch und ihr habt nichts besseres zu tun, als euch das Hirn aus dem Kopf zu vögeln!?"
      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”

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