Sylea verschwand zur Hälfte hinter Cain, der sich zwischen ihr und dem Jäger stellte. Sie konnte noch um seinen Körper herum schauen, der nahezu vibrierte, seitdem er wieder auf den Füßen war. Da war Anspannung und Nervosität in seiner Aura, seiner Haltung, seinem ganzen Wesen und das bisschen Entspannung hatte nicht den gewünschten Effekt erzielen können.
Bei Cains Antwort wurden die Bewegungen des Jägers langsamer. Seine Aufmerksamkeit war tatsächlich von Sylea hin zu Cain gewandert, dessen Gesicht sie nicht sehen konnte. Was auch immer er für eines machte; es erreichte den Mann nicht. Stattdessen überrumpelte er sie, als er unangekündigt einen Arm um sie legte und ihr einen Kuss auf den Scheitel platzierte. Ohne es zu wollen zuckte sie kurz zusammen und ihr Blick schoss schuldbewusst zu dem Jäger.
Der Mann hörte zu, aber seine Hand glitt beiläufig in eine seiner Taschen. „Gerade gut behütet seht ihr nicht aus.“
Sylea blinzelte, offenkundig baff. Selbst Ascan in ihrem Kopf strömte eine Welle des Argwohns aus. Was meinte der Kerl mit gut behütet? Hatte sie irgendwelche Flecken im Gesicht? Ihre Kleider waren doch allesamt in Ordnung und das Vibrieren seitens Cain kann von allem möglichen kommen. Oder meinte der Mann einfach etwas anderes und sie interpretierten einfach zu viel herein?
„Schottland bereisen im späten Herbst? Mit den Sachen da?“ Er nickte zu den beiden Rucksäcken, die definitiv nicht danach aussahen, als würden sie einen angenehmen Inhalt für mehr als wenige Tage fassen. „Ohne Waffen?“
Er verdächtigt uns.
Ach, wirklich? Wäre mir überhaupt nicht aufgefallen!
Er glaubt, dass ihr keine Wilderer seid, aber eine andere Gefahr. Ihr seid in der Nähe der Rubras, rechne doch mal schnell die Wahrscheinlichkeit aus, mit der ihr nichtjemanden trefft, der sich mit Seelen auskennt.
Wieso zur Hölle kommst du immer dann raus, wenn dich keiner fragt?!
Die Aufmerksamkeit des Jägers lag wieder unentwegt auf Sylea, die sich gedanklich mit Ascan fetzte und etwas apart wirkte. Das reichte, damit sich der Mann in irgendeiner Art und Weise verunsichert fühlen musste, denn er zog bestimmt wieder zwei blaue Hülsen hervor und war im Begriff, seine Waffe neu zu laden.
Sylea zuckte zurück. Mit Schusswaffen hatte sie nur schlechte Erfahrungen gemacht.
„Ennis, renn doch nicht immer so weit vor, ich bin nicht so schnell!“
Alle drei Parteien versteiften sich als die glockenhelle Mädchenstimme durch den Wald schrill. Zwischen den Bäumen im Rücken des Mannes tauchte eine weitere Person auf. Ein Mädchen, vielleicht zehn Jahre alt und locker einen Kopf kleiner als Sylea. Ihr haselnussbraunes Haar hatte blonde Highlights und warf sich in Wellen aus dem Zopf heraus, in den sie gebändigt worden waren. Sie hatte wie der Mann eine komplette Waldausrüstung an mit trittfesten Stiefeln, dicker Jacke und Lederhandschuhe.
Lederhandschuhe?
Sie stapfte offensichtlich genervt aus dem Wald hin zu Ennis, der sich einfach nicht mehr bewegte. Man sah in seinem Gesicht jedoch deutlich, dass er unzufrieden mit der Situation war. Als sie nah genug dran war spähte sie an ihm vorbei, so wie Sylea es mit Cain getan hatte, und stieß einen theatralischen Seufzer aus.
„Boah, Ennis, jetzt lass das doch mal sein. Du tust immer so, als seien alle Menschen böse, die du siehst.“ Ruppig riss sie ihm die Patronen aus der Hand, steckte sie in seine Tasche und trat ihm seitlich gegen sein Bein.
Ennis fluchte sehr bildlich und steckte endlich seine Flinte weg während er sein Bein rieb. Das Mädchen verschränkte die Arme und betrachtete zuerst Sylea, dann Cain. Als sie ihn ansah, blinzelte sie ein paar Mal und betrachtete ihn länger, als es Sylea lieb war. Das Mädchen zog die Unterlippe ein, legte den Kopf leicht schräg und entschied sich dann, Ennis einmal zu knuffen.
„Jaaaah, sorry!“, flötete sie. „Mein Opa ist ein bisschen komisch manchmal. Der schläft aber auch mit seiner Flinte in einem Bett, müsst ihr wissen. Der alte Sack hat euch bestimmt erschreckt.“
„Mairead, du sollst auf dein Mundwerk aufpassen.“
„Ach, und wer flucht hier wie ein Wilder? Papa hätte dich längst mit deiner eigenen Waffe zum Teufel gejagt!“, erwiderte sie pikiert und schüttelte den Kopf. Dann sagte sie zu Cain und Sylea: „Ähm, also, dann sag ich 'Tschuldigung in seinem Namen, okay? Was macht ihr eigentlich hier? Camping? Das ist doch verboten.“
Ihr Blick ging zu den Rucksäcken. Sylea war vollkommen irritiert. Auch dieses Mädchen hatten weder sie noch Cain zuvor spüren können. Waren sie einfach nicht mehr in der Lage dazu oder wo war hier die Crux? Wenn einer von ihnen ein Vessel gewesen wäre, hätte Ascan es längst bemerkt. Also waren es doch nur Menschen....
Nur Menschen...
Bei Cains Antwort wurden die Bewegungen des Jägers langsamer. Seine Aufmerksamkeit war tatsächlich von Sylea hin zu Cain gewandert, dessen Gesicht sie nicht sehen konnte. Was auch immer er für eines machte; es erreichte den Mann nicht. Stattdessen überrumpelte er sie, als er unangekündigt einen Arm um sie legte und ihr einen Kuss auf den Scheitel platzierte. Ohne es zu wollen zuckte sie kurz zusammen und ihr Blick schoss schuldbewusst zu dem Jäger.
Der Mann hörte zu, aber seine Hand glitt beiläufig in eine seiner Taschen. „Gerade gut behütet seht ihr nicht aus.“
Sylea blinzelte, offenkundig baff. Selbst Ascan in ihrem Kopf strömte eine Welle des Argwohns aus. Was meinte der Kerl mit gut behütet? Hatte sie irgendwelche Flecken im Gesicht? Ihre Kleider waren doch allesamt in Ordnung und das Vibrieren seitens Cain kann von allem möglichen kommen. Oder meinte der Mann einfach etwas anderes und sie interpretierten einfach zu viel herein?
„Schottland bereisen im späten Herbst? Mit den Sachen da?“ Er nickte zu den beiden Rucksäcken, die definitiv nicht danach aussahen, als würden sie einen angenehmen Inhalt für mehr als wenige Tage fassen. „Ohne Waffen?“
Er verdächtigt uns.
Ach, wirklich? Wäre mir überhaupt nicht aufgefallen!
Er glaubt, dass ihr keine Wilderer seid, aber eine andere Gefahr. Ihr seid in der Nähe der Rubras, rechne doch mal schnell die Wahrscheinlichkeit aus, mit der ihr nichtjemanden trefft, der sich mit Seelen auskennt.
Wieso zur Hölle kommst du immer dann raus, wenn dich keiner fragt?!
Die Aufmerksamkeit des Jägers lag wieder unentwegt auf Sylea, die sich gedanklich mit Ascan fetzte und etwas apart wirkte. Das reichte, damit sich der Mann in irgendeiner Art und Weise verunsichert fühlen musste, denn er zog bestimmt wieder zwei blaue Hülsen hervor und war im Begriff, seine Waffe neu zu laden.
Sylea zuckte zurück. Mit Schusswaffen hatte sie nur schlechte Erfahrungen gemacht.
„Ennis, renn doch nicht immer so weit vor, ich bin nicht so schnell!“
Alle drei Parteien versteiften sich als die glockenhelle Mädchenstimme durch den Wald schrill. Zwischen den Bäumen im Rücken des Mannes tauchte eine weitere Person auf. Ein Mädchen, vielleicht zehn Jahre alt und locker einen Kopf kleiner als Sylea. Ihr haselnussbraunes Haar hatte blonde Highlights und warf sich in Wellen aus dem Zopf heraus, in den sie gebändigt worden waren. Sie hatte wie der Mann eine komplette Waldausrüstung an mit trittfesten Stiefeln, dicker Jacke und Lederhandschuhe.
Lederhandschuhe?
Sie stapfte offensichtlich genervt aus dem Wald hin zu Ennis, der sich einfach nicht mehr bewegte. Man sah in seinem Gesicht jedoch deutlich, dass er unzufrieden mit der Situation war. Als sie nah genug dran war spähte sie an ihm vorbei, so wie Sylea es mit Cain getan hatte, und stieß einen theatralischen Seufzer aus.
„Boah, Ennis, jetzt lass das doch mal sein. Du tust immer so, als seien alle Menschen böse, die du siehst.“ Ruppig riss sie ihm die Patronen aus der Hand, steckte sie in seine Tasche und trat ihm seitlich gegen sein Bein.
Ennis fluchte sehr bildlich und steckte endlich seine Flinte weg während er sein Bein rieb. Das Mädchen verschränkte die Arme und betrachtete zuerst Sylea, dann Cain. Als sie ihn ansah, blinzelte sie ein paar Mal und betrachtete ihn länger, als es Sylea lieb war. Das Mädchen zog die Unterlippe ein, legte den Kopf leicht schräg und entschied sich dann, Ennis einmal zu knuffen.
„Jaaaah, sorry!“, flötete sie. „Mein Opa ist ein bisschen komisch manchmal. Der schläft aber auch mit seiner Flinte in einem Bett, müsst ihr wissen. Der alte Sack hat euch bestimmt erschreckt.“
„Mairead, du sollst auf dein Mundwerk aufpassen.“
„Ach, und wer flucht hier wie ein Wilder? Papa hätte dich längst mit deiner eigenen Waffe zum Teufel gejagt!“, erwiderte sie pikiert und schüttelte den Kopf. Dann sagte sie zu Cain und Sylea: „Ähm, also, dann sag ich 'Tschuldigung in seinem Namen, okay? Was macht ihr eigentlich hier? Camping? Das ist doch verboten.“
Ihr Blick ging zu den Rucksäcken. Sylea war vollkommen irritiert. Auch dieses Mädchen hatten weder sie noch Cain zuvor spüren können. Waren sie einfach nicht mehr in der Lage dazu oder wo war hier die Crux? Wenn einer von ihnen ein Vessel gewesen wäre, hätte Ascan es längst bemerkt. Also waren es doch nur Menschen....
Nur Menschen...