Sylea Puls schoss auf dreitausend, als plötzlich Cain neben ihr stand und sie wachrüttelte. Sie brauchte etliche Sekunden ehe sie sich voll orientiert hatte und einfach schon mal die Schuhe anzog, die man ihr zugeworfen hatte. Sie brauchte keine weiteren zwei SEkunden zum Realisieren, warum der Seeker diesen gestressten Eindruck machte. Sie spürte nicht, was er wahrnahm, aber sie wusste, dass er einen Verfolger in naher Umgebung gespürt haben musste.
Jetzt erst wurde auch Anifuris in dem Vessel richtig wach. Sylea sah, wie er sich streckte und dann ebenfalls seine nachtblaue Aura etwas freisetzte. Wenn der Seeker etwas spürte, dann würde er ebenfalls in der Lage sein. Das sich einstellende Schweigen war das, worauf sie am wenigsten gehofft hatte.
Frag nicht. Er hat recht. Ihr solltet abhauen so schnell es geht. Dein Freund wird gegen ihn kein Licht sehen.
Das löste in Sylea richtiggehend Panik aus. Diese Worte von der alten Seele in sich zu hören, war so ziemlich das Schlimmste, was sie hätte erwarten können. Mit einem Mal spürte sie, dass es auch an Anifuris nicht spurlos vorrüber ging. Wenn sie es sich recht überlegte wusste sie gar nicht, wie er auf andere Vessel reagierte, die ihm zumindest ebenbürtig waren. Sie kannte nur die schwächere Variante.
"Hab ich mir fast gedacht", gab Sylea knapp zurück und hastete bereits aus der Hütte. So viel zum Thema ein bisschen Ruhe wäre ihnen gegönnt.
Zwischen ihnen und dem Jeep lagen nur ein paar Meter. Cain war schneller als sie und war schon fast auf dem Fahrersitz, da hatte Sylea gerade einmal die Hälfte der Strecke geschafft. Dann aber hielt sie plötzlich inne. Ein Schauer lief ihr eiskalt über den Rücken, der eindeutig nicht von der kühlen Waldluft stammte. Es dämmerte bereits und der Wald begann seine langen Schatten zu werfen. Instinktiv wandte das Mädchen ihre Blick auf eine bestimmte Stelle im Wald.
Und hörte auf zu atmen als sie schwören konnte, ein rötliches Augenpaar gesehen zu haben.
Beweg dich!
Anifuris Worten rissen Sylea aus ihrer Schockstarre. Was auch immer da im Wald war, stellte eine Gefahr für alle Beteiligten hier da. Die Frage war nur, ob ein Fahrzeug ausreichte, um genug Abstand zwischen sie und ihrem Verfolger zu bringen. Kaum war das Vessel auf der Beifahrerseite eingestiegen, heulte der Motor auf und Cain gab Vollgas.
"Was zur Hölle haben die uns auf den Hals gehetzt?", fragte Sylea in offenkundiger Panik. Immer wieder sah sie in den Rückspiegel und wartete nur darauf, das Augenpaar zu sehen. Doch nichts tauchte darin auf.
Zu einer Antwort kamen sie nicht mehr.
Im nächsten Moment ging ein gewaltiger Ruck durch das Fahrzeug und brachte es zum drehen. Etwas hatte den Wagen an der hinteren Seite mit solcher Kraft erwischt, dass sich das Auto nun im Kreis drehte und glücklicherweise nicht an einen Baum prallte. Dafür hatte Cain zu schnell auf die Bremse getreten. Sylea schrie auf und klammerte sich fest, wo sie auch konnte, bis der Wagen endlich zum Stillstand kam. Ihr war unglaublich schlecht und sie hatte die Befürchtung, dass sie sich gleich übergeben würde.
"Ein Auto war ein netter Versuch. Ist nur eine Spur zu langsam."
Die Stimme, die nun durch den Wald schallte, war unheimlich samtig und verdächtig... freundlich. Panisch versuchte Sylea aus den Fenstern und den Spiegeln etwas zu erkennen, aber man sah nichts. Der Urheber der Stimme verschmolz mit dem Dunkel des Waldes.
Er steht auf dem Weg links hinter euch. Er hat den Wagen nur angestoßen, damit ihr zum Halten kommt. Wir sind die größere Beute für ihn. Du musst raus aus dem Wagen.
Ist das dein Ernst?! Der bringt uns um!
Wird er nicht. Er tötet nicht direkt. Er ist ein Jäger.
Das macht es nicht besser!
Syleas hektischer Blick glitt zu Cain, der ungefähr das Gleiche machte wie sie. Das Blut rauschte in ihren Ohren. Er würde ihr buchstäblich den Kopf abreißen, wenn sie nun auf eigene Faust handelte. Anifuris hatte recht. Im Jeep war sie nutzloser als auf offenem Feld. Sie holte tief Luft, als sie am Griff der Tür zog und im nächsten Moment den Waldboden unter den Füßen hatte. Da Anifuris ihr gesagt hatte, wo sich der Verfolger platziert hatte, schob sie sich um den Wagen herum, bis sie Sicht auf die Richtung hatte, aus der die Stimme gekommen war.
Dann bewegte sich etwas im Schatten. in rund dreißig Meter Entfernung schälte sich ein großgewachsener Mann in schwarz aus den Schatten. Er hatte ein Lächeln auf den Lippen, das unheimlich charmant wirkte. Seine Haare saßen perfekt, die Lederjacke untermalte seinen Auftritt lediglich. Aber es waren seine Augen, die ihr den größten Schreck einjagten.
"Hat dich der kleine Seeker jetzt vorgeschickt, um selbst abzuhauen?", fragte er seelenruhig und musterte Sylea, die am liebsten einfach gerannt wäre. Aber Anifuris hielt sie an Ort und Stelle.
"Nein. Aber du bist primär eh für mich hier", erwiderte sie, ihre Stimme war so gepresst, dass der Mann ihr gegenüber zu lächeln begann.
"Richtig", bestätigte Helyon ihre Annahme und machte exakt zwei weitere Schritte auf sie zu. "Vielmehr würde mich aber interessieren, wen du da in dir trägst. Wie heißt er?"
Syleas Augen verengten sich. "Anifuris."
Helyon zuckte mit den Schultern. "Kennt er mich?"
Stille.
"Anscheinend nicht. Wir dürften aber in etwa gleichalt sein, wenn ich mich nicht täusche."
Er ist älter als ich.
Sylea brach in Schweiß aus. Das nahm eine Richtung ein, die ziemlich schlecht war. Sie betete, dass Cain einfach im Wagen blieb und sich nicht rührte.
Als Reaktion blähten sich Helyons Nasenflügel und sein Lächeln wurde zu einem Grinsen. Seine Züge bekamen etwas wildes, ungezügeltes. "Ich nehme an, deine Seele ist jünger als ich und hat's dir gesagt? Angst ist einer der wunderbarsten Gerüche, wenn du mich fragst. Aber weißt du was? Du kannst es ganz einfach machen und einfach mitkommen. Dann passiert deinem kleinen Seeker auch nichts. Aber das möchtest du nicht,hm?" Er wartete ein paar Sekunden ab, in denen Sylea stillschweigend ihre WIderstand signalisierte. Keine zehn Pferde würden sie dazu kriegen, mit diesem Kerl mitzugehen. "Dachte ich mir."
Dann setzte sich Helyon in Bewegung. Langsam, als müsste er jeden seiner Schritte vorausplanen, damit er keinen Fehler machte. Genau dieses Vorgehen löste in Sylea nun endgültig die Panik aus. Sie begann zu hyperventilieren, was auch immer dieser Kerl war, er versetzte nicht nur sie in Angst sondern löste auch Unbehagen in Anifuris aus. Reflexartig setzte sie einen Schritt rückwärts, den Helyon als Startsignal wahrnahm.
Zeitgleich setzten sie sich in Bewegung. Sylea machte auf dem Absatz kehrt und rannte blindlinks weg vom Wagen hinein in den Wald. Sollte ihr Knie doch durchbrechen, wenn sie es nicht tat, hätte er sie so oder so. Helyon hingegen brauchte nur einen Moment, ehe er auf den Wagen sprang und vorne kopfüber durch die Wundschutzscheibe blickte.
"Hey, kleiner Seeker. Misch dich nicht ein und ich lass dich laufen", flötete er in einem ekstatischen Tonfall. Unter seinen Augen hatte sich eine weitere dünne Linie gezogen die verdächtig danach aussah, als könne sie sich jeden Moment öffnen. Das Grinsen Helyons entblößte sichtbar gewachsene Fangzähne und seine Augen waren nun vollkommen blutrot, schwarze Schlitze traten an die Stelle von runden Pupillen.
Mit einem gewaltigen Sprung katapultierte er sich in die Richtung, in die Sylea geflüchtet war. Alles, was man hörte, waren Schritte im Wald, das Knacken von Ästen und Atemzüge, die sich immer weiter entferten.
Jeder der Beteiligten wusste: Sylea würde ihm nicht weglaufen können. Sie zog ihn weg von Cain und würde sich ihm dann stellen.
Jetzt erst wurde auch Anifuris in dem Vessel richtig wach. Sylea sah, wie er sich streckte und dann ebenfalls seine nachtblaue Aura etwas freisetzte. Wenn der Seeker etwas spürte, dann würde er ebenfalls in der Lage sein. Das sich einstellende Schweigen war das, worauf sie am wenigsten gehofft hatte.
Frag nicht. Er hat recht. Ihr solltet abhauen so schnell es geht. Dein Freund wird gegen ihn kein Licht sehen.
Das löste in Sylea richtiggehend Panik aus. Diese Worte von der alten Seele in sich zu hören, war so ziemlich das Schlimmste, was sie hätte erwarten können. Mit einem Mal spürte sie, dass es auch an Anifuris nicht spurlos vorrüber ging. Wenn sie es sich recht überlegte wusste sie gar nicht, wie er auf andere Vessel reagierte, die ihm zumindest ebenbürtig waren. Sie kannte nur die schwächere Variante.
"Hab ich mir fast gedacht", gab Sylea knapp zurück und hastete bereits aus der Hütte. So viel zum Thema ein bisschen Ruhe wäre ihnen gegönnt.
Zwischen ihnen und dem Jeep lagen nur ein paar Meter. Cain war schneller als sie und war schon fast auf dem Fahrersitz, da hatte Sylea gerade einmal die Hälfte der Strecke geschafft. Dann aber hielt sie plötzlich inne. Ein Schauer lief ihr eiskalt über den Rücken, der eindeutig nicht von der kühlen Waldluft stammte. Es dämmerte bereits und der Wald begann seine langen Schatten zu werfen. Instinktiv wandte das Mädchen ihre Blick auf eine bestimmte Stelle im Wald.
Und hörte auf zu atmen als sie schwören konnte, ein rötliches Augenpaar gesehen zu haben.
Beweg dich!
Anifuris Worten rissen Sylea aus ihrer Schockstarre. Was auch immer da im Wald war, stellte eine Gefahr für alle Beteiligten hier da. Die Frage war nur, ob ein Fahrzeug ausreichte, um genug Abstand zwischen sie und ihrem Verfolger zu bringen. Kaum war das Vessel auf der Beifahrerseite eingestiegen, heulte der Motor auf und Cain gab Vollgas.
"Was zur Hölle haben die uns auf den Hals gehetzt?", fragte Sylea in offenkundiger Panik. Immer wieder sah sie in den Rückspiegel und wartete nur darauf, das Augenpaar zu sehen. Doch nichts tauchte darin auf.
Zu einer Antwort kamen sie nicht mehr.
Im nächsten Moment ging ein gewaltiger Ruck durch das Fahrzeug und brachte es zum drehen. Etwas hatte den Wagen an der hinteren Seite mit solcher Kraft erwischt, dass sich das Auto nun im Kreis drehte und glücklicherweise nicht an einen Baum prallte. Dafür hatte Cain zu schnell auf die Bremse getreten. Sylea schrie auf und klammerte sich fest, wo sie auch konnte, bis der Wagen endlich zum Stillstand kam. Ihr war unglaublich schlecht und sie hatte die Befürchtung, dass sie sich gleich übergeben würde.
"Ein Auto war ein netter Versuch. Ist nur eine Spur zu langsam."
Die Stimme, die nun durch den Wald schallte, war unheimlich samtig und verdächtig... freundlich. Panisch versuchte Sylea aus den Fenstern und den Spiegeln etwas zu erkennen, aber man sah nichts. Der Urheber der Stimme verschmolz mit dem Dunkel des Waldes.
Er steht auf dem Weg links hinter euch. Er hat den Wagen nur angestoßen, damit ihr zum Halten kommt. Wir sind die größere Beute für ihn. Du musst raus aus dem Wagen.
Ist das dein Ernst?! Der bringt uns um!
Wird er nicht. Er tötet nicht direkt. Er ist ein Jäger.
Das macht es nicht besser!
Syleas hektischer Blick glitt zu Cain, der ungefähr das Gleiche machte wie sie. Das Blut rauschte in ihren Ohren. Er würde ihr buchstäblich den Kopf abreißen, wenn sie nun auf eigene Faust handelte. Anifuris hatte recht. Im Jeep war sie nutzloser als auf offenem Feld. Sie holte tief Luft, als sie am Griff der Tür zog und im nächsten Moment den Waldboden unter den Füßen hatte. Da Anifuris ihr gesagt hatte, wo sich der Verfolger platziert hatte, schob sie sich um den Wagen herum, bis sie Sicht auf die Richtung hatte, aus der die Stimme gekommen war.
Dann bewegte sich etwas im Schatten. in rund dreißig Meter Entfernung schälte sich ein großgewachsener Mann in schwarz aus den Schatten. Er hatte ein Lächeln auf den Lippen, das unheimlich charmant wirkte. Seine Haare saßen perfekt, die Lederjacke untermalte seinen Auftritt lediglich. Aber es waren seine Augen, die ihr den größten Schreck einjagten.
"Hat dich der kleine Seeker jetzt vorgeschickt, um selbst abzuhauen?", fragte er seelenruhig und musterte Sylea, die am liebsten einfach gerannt wäre. Aber Anifuris hielt sie an Ort und Stelle.
"Nein. Aber du bist primär eh für mich hier", erwiderte sie, ihre Stimme war so gepresst, dass der Mann ihr gegenüber zu lächeln begann.
"Richtig", bestätigte Helyon ihre Annahme und machte exakt zwei weitere Schritte auf sie zu. "Vielmehr würde mich aber interessieren, wen du da in dir trägst. Wie heißt er?"
Syleas Augen verengten sich. "Anifuris."
Helyon zuckte mit den Schultern. "Kennt er mich?"
Stille.
"Anscheinend nicht. Wir dürften aber in etwa gleichalt sein, wenn ich mich nicht täusche."
Er ist älter als ich.
Sylea brach in Schweiß aus. Das nahm eine Richtung ein, die ziemlich schlecht war. Sie betete, dass Cain einfach im Wagen blieb und sich nicht rührte.
Als Reaktion blähten sich Helyons Nasenflügel und sein Lächeln wurde zu einem Grinsen. Seine Züge bekamen etwas wildes, ungezügeltes. "Ich nehme an, deine Seele ist jünger als ich und hat's dir gesagt? Angst ist einer der wunderbarsten Gerüche, wenn du mich fragst. Aber weißt du was? Du kannst es ganz einfach machen und einfach mitkommen. Dann passiert deinem kleinen Seeker auch nichts. Aber das möchtest du nicht,hm?" Er wartete ein paar Sekunden ab, in denen Sylea stillschweigend ihre WIderstand signalisierte. Keine zehn Pferde würden sie dazu kriegen, mit diesem Kerl mitzugehen. "Dachte ich mir."
Dann setzte sich Helyon in Bewegung. Langsam, als müsste er jeden seiner Schritte vorausplanen, damit er keinen Fehler machte. Genau dieses Vorgehen löste in Sylea nun endgültig die Panik aus. Sie begann zu hyperventilieren, was auch immer dieser Kerl war, er versetzte nicht nur sie in Angst sondern löste auch Unbehagen in Anifuris aus. Reflexartig setzte sie einen Schritt rückwärts, den Helyon als Startsignal wahrnahm.
Zeitgleich setzten sie sich in Bewegung. Sylea machte auf dem Absatz kehrt und rannte blindlinks weg vom Wagen hinein in den Wald. Sollte ihr Knie doch durchbrechen, wenn sie es nicht tat, hätte er sie so oder so. Helyon hingegen brauchte nur einen Moment, ehe er auf den Wagen sprang und vorne kopfüber durch die Wundschutzscheibe blickte.
"Hey, kleiner Seeker. Misch dich nicht ein und ich lass dich laufen", flötete er in einem ekstatischen Tonfall. Unter seinen Augen hatte sich eine weitere dünne Linie gezogen die verdächtig danach aussah, als könne sie sich jeden Moment öffnen. Das Grinsen Helyons entblößte sichtbar gewachsene Fangzähne und seine Augen waren nun vollkommen blutrot, schwarze Schlitze traten an die Stelle von runden Pupillen.
Mit einem gewaltigen Sprung katapultierte er sich in die Richtung, in die Sylea geflüchtet war. Alles, was man hörte, waren Schritte im Wald, das Knacken von Ästen und Atemzüge, die sich immer weiter entferten.
Jeder der Beteiligten wusste: Sylea würde ihm nicht weglaufen können. Sie zog ihn weg von Cain und würde sich ihm dann stellen.
