Einige Stunden später im Stützpunkt Hollow Point - 19:42 Uhr
Auf Befehl hin hatte Helyon nicht eigenständig gehandelt und die Zelle von Sylea betreten. Allerdings reizte der Mann gerne Befehle bis zur maximalen Grauzone aus, und so stand der mit verschränkten Armen vor den beiden Huntern, die die schwere Stahltür zu ihrer Zelle bewachten. Er schien ruhig zu atmen, doch seine Augen verrieten seinen aufgerührten Gemütszustand. Nach der Sitzung hatte er ebenfalls recherchiert, hatte seine Erinnerungen durchkämmt und war noch immer zu keinem Schluss gekommen. Er steckte in diesem Körper seit nun mehr 28 Jahren und wurde zu zahlreichen Fällen hinzugezogen. Doch nicht einmal fiel der Name Anifuris, nicht einmal traf er auf etwas, das älter sein sollte als er selbst. Es war wirklich so, wie man es beschrieben hatte - von hier draußen sah und roch er nichts. Keine Spur von der uralten Seele, die ausgerechnet in einem Mädchen feststeckte.Als er Schritte hinter sich hörte, warf er lediglich einen Blick über die Schulter.
Das Kindermädchen war eingetroffen.
"Schon erstaunlich, dass die Kleine noch nicht dem Wahnsinn verfallen ist. Ich würde fest vermuten, dass es an ihrer Blutlinie liegt, warum Anifuris Schwierigkeiten haben könnte, sich zu manifestieren. Aber naja, falls es was Neues gibt - du findest mich bei Farina. Viel Spaß, kleiner Seeker." Helyon würdigte Cain nicht mal eines Blickes als er mit in den Taschen vergrabenen Händen den Rückzug antrat.
Farinas Quartier - 19:51 Uhr
Geistesabwesend saß Farina über einem Ordner, der vollgestopft mit Berichten war. Seit ihrer Rückkehr von der Sitzung hatte sie sich durch alte Unterlagen gewühlt. Sie war sich sicher, dass es irgendwo einen Anhaltspunkt geben musste. Immer wieder kam sie auf die Kathedrale zurück, wo man Sylea einst zufällig versiegelt hatte. Die Fotos von den verblichenen Runen waren neu aufgenommen worden und zeigten kaum einen Unterschied zu jenen, die vor 10 Jahren gemacht worden waren. Bis heute hat niemand herausfinden können, woher diese Zeichen stammten oder was genau sie bedeuteten. Selbst der Rubra-Clan selbst wusste darauf keine Antwort. Sie verehrten diesen Ort legdiglich als heilig, doch über die Jahrhunderte war der Ursprung dessen verloren gegangen. Farina war sich sicher, dass sich darin die Antwort versteckte.
Das Klopfen bekam sie deshalb gar nicht mit. So schlüpfte Helyon ungehört in ihr Zimmer und schloss die Tür leise hinter sich. Erst als seine raue Hand sich auf ihre Schulter legte während er über ihre Schulter sah, schreckte sie auf.
"Ich hab' doch gesagt, du sollst nicht schleichen!", fuhr sie ihn an.
Er lachte leise. "Hat dich früher auch nicht gestört. Mh, du fühlst dich verletzlich weil Medjab fort ist?"
Schweigen.
"Er hat sorgsam eure verwundenen Auren trennen können und somit deine Seele intakt gelassen. Du solltest ihm dankbar sein." Langsam, fast schon zärtlich wanderte seine Hand von ihrer Schulter über ihren Rücken abwärts. Farina versteifte sich unmerklich.
"Dankbar dafür, dass er mir einen Teil meiner selbst genommen hat?"
"Wie kann etwas ein Teil von dir sein, wenn es nicht mit dir das Licht der Welt erblickt hat?", fragte Helyon, seine Stimmlage wurde tiefer, rauer.
Da sprang Farina auf die Beine, wischte seine Hand grob beiseite und stapfte ins Badezimmer. "Dann halte diesen Körper auch nicht für Medjab", zischte sie und knallte lautstark die Tür hinter sich.
Seufzend ließ sich Helyon auf den noch warem Stuhl sinken und begann selbst in den Unterlagen zu blättern.
Syleas Zelle - 19:51 Uhr
Die graue Stahltür quietschte schrecklich, als man sie öffnete, um Cain Einlass zu gewähren. Nachdem er durch den Spalt geschlüpft war, verriegelte man die Tür wieder hinter ihm. Man kannte die Prozedur.
Allerdings hatte der Seeker nicht mit dem Bild gerechnet, das sich ihm nun offenbahrte.
Seine Augen waren direkt zum Bett gewandert, da er dort Sylea vermutet hatte. Dieses war allerdings verwaist, sein Blick wanderte weiter und entdeckte Sylea an der gegenüberliegenden Wand. Sie war gerade dabei, einen Handstand an der Wand zu halten. Ihr Tshirt war ihr bis knapp zur Brust runtergerutscht, der Zopf war eingeklemmt zwischen Wand und Rücken. Entweder hatte sie einfach keine Muskulatur oder war schon länger dabei, denn ihre Arme zitterten unter ihrem eigenen Gewicht. Ihr Gesicht war zum Boden gerichtet, allerdings hatte sie die Tür gehört. Sie stieß sich von der Wand ab und landete in der Hocke, aus der sie flux aufstand. Eilig ein paar lose Haare aus dem Gesicht wischend, blinzelte Sylea Cain an. Erst dann richtete sie ihr Shirt.
"Du hast ja nicht mal ein Tag durchgehalten ohne mich", grinste sie, ihr Kopf glich einer Tomate.
Du hast in den letzten drei Stunden bestimmt 19 Mal daran gedacht, bei den Wachen nach ihm zu fragen.
Ssscht!
"Gibt's was Neues?"
Auf Befehl hin hatte Helyon nicht eigenständig gehandelt und die Zelle von Sylea betreten. Allerdings reizte der Mann gerne Befehle bis zur maximalen Grauzone aus, und so stand der mit verschränkten Armen vor den beiden Huntern, die die schwere Stahltür zu ihrer Zelle bewachten. Er schien ruhig zu atmen, doch seine Augen verrieten seinen aufgerührten Gemütszustand. Nach der Sitzung hatte er ebenfalls recherchiert, hatte seine Erinnerungen durchkämmt und war noch immer zu keinem Schluss gekommen. Er steckte in diesem Körper seit nun mehr 28 Jahren und wurde zu zahlreichen Fällen hinzugezogen. Doch nicht einmal fiel der Name Anifuris, nicht einmal traf er auf etwas, das älter sein sollte als er selbst. Es war wirklich so, wie man es beschrieben hatte - von hier draußen sah und roch er nichts. Keine Spur von der uralten Seele, die ausgerechnet in einem Mädchen feststeckte.Als er Schritte hinter sich hörte, warf er lediglich einen Blick über die Schulter.
Das Kindermädchen war eingetroffen.
"Schon erstaunlich, dass die Kleine noch nicht dem Wahnsinn verfallen ist. Ich würde fest vermuten, dass es an ihrer Blutlinie liegt, warum Anifuris Schwierigkeiten haben könnte, sich zu manifestieren. Aber naja, falls es was Neues gibt - du findest mich bei Farina. Viel Spaß, kleiner Seeker." Helyon würdigte Cain nicht mal eines Blickes als er mit in den Taschen vergrabenen Händen den Rückzug antrat.
Farinas Quartier - 19:51 Uhr
Geistesabwesend saß Farina über einem Ordner, der vollgestopft mit Berichten war. Seit ihrer Rückkehr von der Sitzung hatte sie sich durch alte Unterlagen gewühlt. Sie war sich sicher, dass es irgendwo einen Anhaltspunkt geben musste. Immer wieder kam sie auf die Kathedrale zurück, wo man Sylea einst zufällig versiegelt hatte. Die Fotos von den verblichenen Runen waren neu aufgenommen worden und zeigten kaum einen Unterschied zu jenen, die vor 10 Jahren gemacht worden waren. Bis heute hat niemand herausfinden können, woher diese Zeichen stammten oder was genau sie bedeuteten. Selbst der Rubra-Clan selbst wusste darauf keine Antwort. Sie verehrten diesen Ort legdiglich als heilig, doch über die Jahrhunderte war der Ursprung dessen verloren gegangen. Farina war sich sicher, dass sich darin die Antwort versteckte.
Das Klopfen bekam sie deshalb gar nicht mit. So schlüpfte Helyon ungehört in ihr Zimmer und schloss die Tür leise hinter sich. Erst als seine raue Hand sich auf ihre Schulter legte während er über ihre Schulter sah, schreckte sie auf.
"Ich hab' doch gesagt, du sollst nicht schleichen!", fuhr sie ihn an.
Er lachte leise. "Hat dich früher auch nicht gestört. Mh, du fühlst dich verletzlich weil Medjab fort ist?"
Schweigen.
"Er hat sorgsam eure verwundenen Auren trennen können und somit deine Seele intakt gelassen. Du solltest ihm dankbar sein." Langsam, fast schon zärtlich wanderte seine Hand von ihrer Schulter über ihren Rücken abwärts. Farina versteifte sich unmerklich.
"Dankbar dafür, dass er mir einen Teil meiner selbst genommen hat?"
"Wie kann etwas ein Teil von dir sein, wenn es nicht mit dir das Licht der Welt erblickt hat?", fragte Helyon, seine Stimmlage wurde tiefer, rauer.
Da sprang Farina auf die Beine, wischte seine Hand grob beiseite und stapfte ins Badezimmer. "Dann halte diesen Körper auch nicht für Medjab", zischte sie und knallte lautstark die Tür hinter sich.
Seufzend ließ sich Helyon auf den noch warem Stuhl sinken und begann selbst in den Unterlagen zu blättern.
Syleas Zelle - 19:51 Uhr
Die graue Stahltür quietschte schrecklich, als man sie öffnete, um Cain Einlass zu gewähren. Nachdem er durch den Spalt geschlüpft war, verriegelte man die Tür wieder hinter ihm. Man kannte die Prozedur.
Allerdings hatte der Seeker nicht mit dem Bild gerechnet, das sich ihm nun offenbahrte.
Seine Augen waren direkt zum Bett gewandert, da er dort Sylea vermutet hatte. Dieses war allerdings verwaist, sein Blick wanderte weiter und entdeckte Sylea an der gegenüberliegenden Wand. Sie war gerade dabei, einen Handstand an der Wand zu halten. Ihr Tshirt war ihr bis knapp zur Brust runtergerutscht, der Zopf war eingeklemmt zwischen Wand und Rücken. Entweder hatte sie einfach keine Muskulatur oder war schon länger dabei, denn ihre Arme zitterten unter ihrem eigenen Gewicht. Ihr Gesicht war zum Boden gerichtet, allerdings hatte sie die Tür gehört. Sie stieß sich von der Wand ab und landete in der Hocke, aus der sie flux aufstand. Eilig ein paar lose Haare aus dem Gesicht wischend, blinzelte Sylea Cain an. Erst dann richtete sie ihr Shirt.
"Du hast ja nicht mal ein Tag durchgehalten ohne mich", grinste sie, ihr Kopf glich einer Tomate.
Du hast in den letzten drei Stunden bestimmt 19 Mal daran gedacht, bei den Wachen nach ihm zu fragen.
Ssscht!
"Gibt's was Neues?"
