[2er RPG] 365 days. [Sohira & Lu-Chan]

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    • Christopher Carter

      Nachdem er weiter davon erzählte was beim damaligen Unfall passiert und wer dabei ums Leben gekommen war, setzte sich ein sanftes Lächeln auf seine Lippen als Luana ihr Mitgefühl aussprach. Das war eigentlich das Letzte was er von ihr erwartete, da beide schließlich wie Fuchs und Hase sich gegenüberstanden, aber auch sie schien nichts desto trotz ein gutes Herz zu haben. Brian wunderte es wirklich nicht, dass sie nicht wusste wer damals starb. Chris sprach seit dieser Tragödie keinen Tag darüber. Es kam immer nur zur Sprache wenn er selbst oder seine Eltern ihn an ihren Geburtstag oder Todestag erinnerten. Ihnen war bewusst, dass Chris diese zwei Tage niemals in seinem Leben vergessen würde aber so nutzten sie wenigstens die Chance einen Grund zu haben um bei ihm aufzutauchen.
      Brian war wohl so sehr in seiner Geschichte vertieft gewesen ohne dabei mitzubekommen, dass die Eingangstüre auf und zu gemacht wurde. Da er selbst von der Wohnwand aus keinen direkten Blick auf diese hatte, war das daher nicht besonders verwunderlich. Umso mehr war er schließlich über sein Auftreten und über die Unterbrechung seines Satzes überrascht als Christopher zu ihnen beiden stieß. Luana stimmte ihm zu indem sie ihre Worte von vorhin nochmals erwähnte, welche er zwar etwas hart befand, aber sie hatte recht. Sie waren nicht unschuldig und nun wusste Brian nicht so recht wie er das Ganze hätte wieder gut machen sollen. Luana war seine einzige Hoffnung noch, dass sie es wenigstens schaffen würde mit seinem Bruder zu sprechen aber wenn er ihn so stehen sah und wie er ihn mit seinen Worten quasi aus dem Haus warf, bezweifelte er, dass sie heute irgendwas bewirken könne. Vermutlich war ihr das aber selbst bewusst und wenn sie seiner Bitte nachkam, würde sie es an einem anderen Tag probieren. Er hoffte es sehr zumindest.
      Ein Blick auf die Uhr deutete darauf, dass die vorgegebenen 5 Minuten wirklich um waren. "Zeit für mich zu gehen", stimmte er zu, nickte ihr zu um damit anzudeuten, dass es schließlich versprochen war nicht länger zu bleiben und Brian wusste....wenn er das tat würde die ganze Situation nur eskalieren. Deswegen war er nicht gekommen. Somit begab er sich Richtung Haustüre, blieb aber für einen kurzen Moment neben seinem Bruder stehen um diesen anzusehen, legte ihm dabei seine Hand auf die Schulter um anschließend das Haus zu verlassen.
      Drinnen wurde es so ruhig, sodass man nur das Ticken seiner Wanduhr sowie den Motorstart von Brian's Wagen und dessen Fahrt weg hören konnte. Eigentlich rechnete der blondhaarige damit, dass er ihm widersprechen und alles versuchen würde mit ihm zu reden doch tat er es nicht. Ohne jeglicher Diskussion verließ er das Haus und war nun verschwunden. Chris sah selbst noch für einen kurzen Moment zur Haustüre und als dort nichts mehr geschah begab er sich in die Küche um sich ein Glas aus dem Regal zu holen sowie das Getränk aus dem Kühlschrank, welches er gestern nach dem Abendessen mit ihr reingestellt hatte. Dabei sah er das Geschirr in der Abwasch, was sie wohl zum frühstücken verwendet hatte. Dass sie es nicht sauber machte oder es in den Geschirrspüler verfrachtete, war verständlich. Wie sollte sie das auch mit dem Gips und den Schmerzen auf den Rippen? Daher schüttete er sich etwas ins Glas, trank ein wenig daraus und begann ihr Geschirr in die Maschine zu stellen. Danach nahm er Glas und Getränk mit zum Esstisch um es dort hinzustellen und wandte seinen Blick auf Luana. "Tut mir leid. Ich bin spät dran", entschuldigte er sich schließlich bei ihr. Dass sie sauer sein würde, war ihm bewusst. Es war etwas anderes ausgemacht gewesen als wann er hier aufgetaucht war. Wäre er früher gekommen, hätte sie sich den ganzen Besuch seines Bruders erspart.


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    • Luana Young

      Ob ihre Worte hart waren oder nicht war ihr egal. Luana wollte nicht mit Brian umgehen wie mit einem rohen Ei, schließlich ging er auch nicht besser mit dem eigenen Bruder um, wie er auch selbst zugab. Es tat ihr leid, dass sie einen Verlust erlebt haben, aber Brian war immer noch ein Arschloch. Er verstand jedoch, dass es Zeit war zu gehen, dass es vor allem deutlich besser war zu gehen. Sie wollte keinen Streit mit Chris und er schien geladen zu sein, so wie er auf die Anwesenheit seines Bruders reagierte. Doch so ganz ohne Hilfe wollte Luana den Älteren nicht lassen, sie wollte über seine Worte noch einmal nachdenken, vielleicht mit Chris reden, wenn dieser es zuließ.
      Etwas unsicher blieb sie im Türrahmen stehen, kaum war dieser an ihr vorbei gegangen, um in der offenen Küche etwas zu trinken zu holen. Sie wusste nicht so recht, was sie sagen sollte, was Chris hören wollte und sie wusste auch nicht, wie es nun weiter ginge. So wirklich sauer war sie nicht, sie war vor allem verwirrt und irgendwie unschlüssig darüber, was jetzt passieren sollte. Deshalb beobachtete sie den Mann einfach, wie er ihr Geschirr wegräumte, weil sie nicht in der Lage dazu war. Es tat ihr leid, dass er es für sie machen musste und ihm tat es leid, dass er so spät hier war. Leicht schüttelte Luana ihren Kopf. „Schon gut.. ich habe mir bloß Sorgen gemacht“, gab sie zu und musterte den Mann wieder. Das war das, was sie an der Sache einfach am meisten störte, dass sie sich Sorgen gemacht hat. „Eine Nachricht wäre schön gewesen, dass ich weiß, dass du noch lebst“, merkte sie noch an. „Aber sonst muss dir nichts leid tun“. Das war ihr auch nicht wirklich wichtig.
      Sie ließ die Stille im Raum kurz wirken, wollte ihre Worte in ihrem Kopf sortieren. „Es tut mir leid, was damals passiert ist“, das tat es ihr wirklich. Das war mit Sicherheit sehr schrecklich für Chris. „Wenn ich das gewusst hätte, dann wäre ich nicht so schnell zurück nach Hause gekommen“. Dann wäre sie länger im Krankenhaus geblieben, um Chris diesen Anblick zu ersparen. „Ich verstehe auch komplett, wenn mein Anblick dich triggert und in die Situation zurück versetzt.. ich.. könnte für die Zeit in ein Hotel ziehen, oder mir irgendwo ein Zimmer nehmen, damit du das in Ruhe verarbeiten kannst und wieder kommen, wenn du soweit bist.. das ist auch wirklich in Ordnung, wenn du das möchtest und das Angebot annimmst, ich bin dir nicht wegen irgendetwas böse“. Sie sprach ruhig, wollte Chris vor allem zeigen, dass sie auf seiner Seite stand und dass sie ihm helfen wollte. Und wenn ihr Anblick mit den Wunden und dem gebrochenen Arm zu viel war, dann war er einfach zu viel, dafür konnte er nichts.
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    • Christopher Carter

      Für Chris war es kein Problem gewesen hinter Luana her zu räumen, wenn sie etwas nicht schaffte. Wäre Sophie damals nicht bei ihm aufgetaucht und ihm geholfen, hätte das Haus binnen einer Woche wie eine Ruine ausgesehen. Sozusagen tat er jetzt alles für diese Frau was jemand anderes damals für ihn tat. Daher machte er es gerne und damit konnte er sich ein wenig ablenken sowie auch etwas gut machen. Klar, Luana meinte zwar, dass es nicht seine Schuld war. Niemand gab ihm die Schuld für den Unfall aber trotzdem quälte es ihn innerlich. Jetzt noch mehr seit er vorhin erfuhr, dass seine Familie etwas davon wusste. Irgendwie war er diesbezüglich echt sauer auf Sophie gewesen. Er erzählte es ihr im Vertrauen und was tat sie? Erzählte es einfach Brian weiter und so wie er seinen Bruder kannte, begab sich dieser gleich zu Mama und Papa und plapperte natürlich dort alles aus. Somit war es nur mehr eine Frage der Zeit gewesen wann sie mit ihm darüber sprechen würden. Und dieser Tag war heute. Für einen passenden Augenblick um etwas heikles anzuschneiden, hatten sie schon immer ein gutes Händchen. Nämlich gar nicht.
      Bei Luana entschuldigte er sich für seine späte Erscheinung. Sie wollten spazieren gehen woraufhin er meinte sich gleich auf den Weg zu machen und kam stattdessen erst zwei Stunden später. Statt ihn anzuschreien oder sauer auf ihn zu sein, blieb sie ruhig und meinte sich Sorgen um ihn gemacht zu haben und sich nächstes Mal eine Nachricht wünschte, dass er wenigstens noch am Leben war. Genau in diesen Moment wurde ihm einerseits wirklich warm ums Herz aber andererseits auch wiederrum durchzog ein kleiner Schmerz durch seine Brust. Es war irgendwie schön zu hören, dass man sich Sorgen um ihn machte aber innerlich tat es ihm auch gleichzeitig weh, denn dies bedeutete nur, dass man einem wichtig war. Und gerade dieses Gefühl war etwas was er nicht fühlen wollte. "das nächste Mal schicke ich dir ein Herzschlag als Lebenszeichen", dabei versuchte er ein Lächeln auf die Lippen zu setzen um die Situation ein wenig zu lockern, welche immernoch erdrückend in der Luft lag. Wenn sich diese bald nicht auflöste, hatte er das Gefühl, dass es sie beide komplett zusammendrücken wird.
      Gerade als er sie fragen wollte ob sie vielleicht trotzdem noch spazieren gehen möchte, ergriff sie das Wort und sprach von etwas zu was er gerade nun wirklich nicht bereit war zuzuhören. Gleichzeitig stieg auch die Wut in ihm auf, dass es Brian überhaupt wagte ihr alles zu erzählen was damals passiert war. Kaum wusste er von ihren Unfall, schon mischte er sich in dessen Leben ein. Das war nicht seine Aufgabe und ein Recht dazu hatte er genauso wenig. Chris war sich bewusst, dass er es ihr irgendwann erzählen müsste aber das wollte er erst irgendwann machen und nicht jetzt wenn es ihr selbst noch so Scheiße ging. Denn damit hatte er nun alles ruiniert. Alles wie es zwischen ihnen zuging. Luana würde die ganze Lage zwischen ihnen nun mit anderen Augen sehen und das tat sie auch schon als er ihre Vorschläge horchte. Chris schloss für einen Moment die Augen als er einer seiner Hände hob um sie zu unterbrechen "Hör auf damit", war seine Stimme ruhig aber etwas kühl geworden. "Ich will von all dem nichts mehr hören, Luana", dabei sah er direkt zu ihr rüber. "Jeder verliert mal einen Menschen im Leben und irgendwann kommt die Zeit an die man daran erinnert wird. Das ist das Leben und ich lebe schon lange damit. Egal was ich tue, wie ich es drehe und wende, wie oft ich darüber nachdenke was ich hätte anders machen können, es wird......", Chris musste unterbrechen. Seine Gefühle drohten wieder nach außen zu dringen und dies wollte er nicht. Nicht vor Luana, nicht vor seiner Familie...vor niemanden. Mit einer Bewegung drehte er ihr den Rücken zu und schob das Glas, aus welchen er vorher getrunken, heftig vom Tisch sodass es auf den Boden flog und in Scherben zerbrach.


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    • Luana Young

      Sie wollte ihm zeigen, dass sie Verständnis dafür hatte was passiert war und wie Chris sich fühlte. Wenn er die Hilfe brauchte, wenn er die Zeit für sich brauchte dann war es in Ordnung, dann würde Luana das auch respektieren und ihm das geben, was er brauchte. Sie wusste nicht so wirklich, wie sie mit der ganzen Situation umgehen musste oder sollte, was Chris von ihr erwartete und was er gerne hätte. Es überforderte sie dezent, weil sie mit solch einer Wende nicht gerechnet hätte. Leicht und ganz kurz schmunzelte die Frau, als Chris meinte ihr seinen Herzschlag als Lebenszeichen zu schicken, damit sie sich keine Sorgen machen musste. Das war eine witzige Idee, aber es würde ihr auf jeden Fall die Sorgen nehmen.
      Ihre anderen Worte kamen nicht wirklich gut an. Luana schluckte schwer, als er sie dazu aufforderte still zu sein. Ihr Herz schlug so schnell, während sie auf die weitere Reaktion des Mannes wartete. Er wollte von dem nichts mehr hören, aber was sollte sie sonst sagen? Was wollte er hören? Sollte sie so tun, als wäre nichts passiert? Doch sie erkannte, was es alles mit Chris gemacht hatte, sie erkannte einfach so sehr sich selbst. Sie erkannte diese Wut, die hinaus wollte, die Emotionen, die man runter schluckte, um niemandem etwas zu zeigen. Kurz zuckte sie zusammen, weil er sein Glas zu Boden warf. Letztendlich waren sie beide gebrochene Menschen.. jeder auf seine eigene Art und Weise.
      Luana bewegte sich von dem Türrahmen weg, um leise auf Chris zuzugehen. Von hinten legte sie ihren gesunden Arm um ihn, um ihn einfach zu umarmen. „Es wird sich niemals ändern“, vollendete sie seinen Satz. „Und egal wie oft man zu hören bekommt, dass man selbst nicht schuld sei, diese Schuld lässt einen nicht los.. und es vor Augen geführt zu bekommen, ist hart.. sehr hart“. Sie führte sich das gerade selbst vor die Augen, sie sprach gerade von ihrer eigenen Problematik. „Jedes Mal, wenn ich meine Mom sehe weiß ich ganz genau, dass ich nicht schuld an ihrer Situation bin.. aber das bin ich trotzdem.. und das werde ich bleiben.. es mit in den Tod nehmen..“.
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    • Christopher Carter

      Chris konnte Luana nicht einmal böse für ihre Worte sein. Sie zeigte Verständnis für sein Verhalten und wollte ihm nur zeigen, dass sie für ihn da war, wenn er es wollte. Dass sie wusste wie es ihm ging und mit ihrer Erscheinung ihn nicht noch mehr quälen wollte. Wie sollte er also ihr böse sein? Er war sauer auf Brian und Sophie gewesen. Mit ihnen beiden hatte diese ganze Geschichte angefangen und Luana wollte er erst da miteinbeziehen, wenn er selbst in der Lage war damit wirklich zurecht zu kommen. Doch sein Bruder kam ihm da zuvor und nun standen sie beide hier. Chris unterbrach ihre Worte, da er von all dem nichts mehr hören wollte. Er konnte nichts mehr davon hören. Es reichte doch schon, dass seine Familie ihn mit diesem Thema 2 mal im Jahr quälten aber nun sprach Luana auch noch darüber und das hielt er nicht aus weshalb aus Reflex das Glas vom Tisch mit einem Ruck auf dem Boden landete und in Scherben zerbrach.
      Er war wütend, traurig, verzweifelt, innerlich leer, zerbrochen und verloren und am Liebsten hätte er seinen Gefühlen freien Lauf gelassen. Einfach sich auf den Boden gesetzt und alles rausgelassen was er seit Jahren mit sich trug aber Chris schluckte diese Gefühle wieder runter als sie drohten die Überhand zu gewinnen. Er schwor sich niemanden diese Seite zu zeigen und das schaffte er auch bis heute doch wie lange er diese Fassade noch aufrecht halten konnte, wusste er nicht. Den Schmerz loszuwerden tat jedem mal gut aber Chris glaubte nicht daran, dass ihm danach besser ginge. Sein Leben würde danach noch immer aussehen wie jetzt. Wozu sich das also antun? Sein Blick glitt zu den Scherben die verteilt am Boden lagen. Er wollte Luana damit keinen Schrecken einjagen oder ihr Angst machen, weshalb es ihm schon wieder leid tat. Sie zeigten genau das wie ihrer beiden Leben zurzeit aussahen: was einmal ein schönes Bild war, lag nun seit geraumer Zeit in Trümmern und weder Chris noch Luana bekamen einen Rettungsring zugeworfen der ihnen half dieses wieder zusammenzufügen. Dass dieser auch eines Tages kommen wird, bezweifelte er stark. Sie konnten nur darauf hoffen sich gegenseitig nicht in den Abgrund zu treiben.
      Als er kurz durchatmete und sich eigentlich zu Luana umdrehen wollte um erneut das Wort zu ergreifen, spürte er plötzlich im nächsten Augenblick ihren Arm um seinen Körper legen sowie Luana welche sich an seinen Rücken lehnte um ihn zu umarmen. Chris fühlte sich im ersten Moment damit komplett überfordert. Es gab einem die Wärme und den Rückhalt, welche man genau in solch einer Situation gut gebrauchen konnte aber sowas war er nicht gewohnt. All die Jahre stand er alleine mit seinen Problemen auf seinen Beinen doch jetzt drohten diese zusammenzubrechen als Luana den Abstand zwischen ihnen verringerte und zu ihm trat. Sie vollendete seinen Satz auf eine Weise die ihn wirklich traf. Ja! Es wird sich niemals ändern und es wird auch Sarah dadurch nicht zurückbringen. Egal was beide anstellen würden um ihrer Problematik ins Gesicht zu blicken....sie würden immer die selbe Aussicht erhalten. Sei es auch, dass sie jahrelang darauf starrten. "und es wird sich niemals ändern", wiederholte er leise ihre Worte die ihm nur schwer über die Lippen kamen. Während Christopher seine Schwester verlor, verlor Luana ihre Mutter und ihren Vater. Sie waren, in Gegensatz zu ihm, beide zwar noch am Leben gewesen aber auch irgendwie wiederum nicht. Ihre Mutter war in einer Klinik und ihr Vater war für sie selbst abgestempelt gewesen auf eine Weise, die der blondhaarige gut verstehen konnte. Aber sie lebten.
      Sanft legte er eine Hand auf ihre um sie miteinander zu verkreuzen um einfach kurz ihre Nähe zu spüren. Ihr Herzschlag, ihre Nähe, ihre Wärme. All das wäre knapp aus und vorbei gewesen. Luana hätte er fast auf die selbe Weise verloren wie seine Schwester und nicht nur deren Tod trieb ihn nach unten sondern auch der Gedanke, dass sie ebenfalls wegen ihm gestorben wäre. Wäre sie gefahren, wäre der Unfall erst gar nicht zustande gekommen. Es spielten dafür zuviele Faktoren dagegen und Chris war von fester Überzeugung, dass es nicht so gekommen wäre. Stattdessen saß er erneut hinterm Steuer und fuhr den Wagen. Chris befreite sich ein wenig aus ihrem Griff um sich umzudrehen und sie selbst zu umarmen. Er brauchte sie. Er brauchte sie dringend. Luana war die einzige Person die nur ansatzweise zu verstehen wusste wie es ihm ging und das schätzte er sehr an ihr. Mehr als was ihr vermutlich bewusst war.


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    • Luana Young

      Dieses Gefühl alleine auf dieser Welt zu sein war wirklich scheiße. Es waren so viele Menschen um einen herum und dennoch blieb man alleine. Es konnte auch keiner dieses Gefühl wegnehmen, welches immer wieder zurück kam, diese Gedanken, von denen man geplagt wurde, diese Sorgen und Ängste. Die Menschen um einen herum könnten noch so oft wiederholen, dass die Schuld nicht bei sich selbst lag, sie könnten es noch so oft versuchen, aber sie würden es nicht verstehen. Es gab dabei bessere und schlechtere Tage, aber Luana konnte das vielleicht besser nachvollziehen, als sie selbst angenommen hat und als Chris es vermutlich annahm. Er war damit nicht allein, wenn er es zuließ, dass sie mit in diese Bubble hinein kam. Er musste sich nicht öffnen, er musste ihr nichts erzählen, er musste sie einfach nur hinein lassen. Was es brachte konnte die Blondine selbst nicht sagen, sie hatte nie jemanden, der es schaffte ihre Mauer zu durchdringen und dahinter zu kommen, aber es war das, was sie sich immer wünschte, wenn sie sich so verloren und wütend fühlte. Sie versuchte es einfach, ließ sich von ihrem Gefühl treiben und umarmte Chris von hinten, soweit sie es konnte. Er ließ es zu, schubste sie jedenfalls nicht von sich weg, was sie positiv aufnahm. Ihre Worte wählte sie nicht bewusst, sie sprach einfach was ihr auf dem Herzen lag und was ihrer Meinung nach dazu passte. Manchmal musste man den Kopf ausschalten und sich einfach treiben lassen.
      Ein Lächeln bildete sich auf ihren Lippen, kaum verschränkte Chris ihre Hände miteinander. Sie hatte es nicht vermasselt, das war sehr gut zu wissen und damit fiel ihr ein Stein vom Herzen. Als er sie dann richtig umarmte lehnte sie sich einfach mit dem Kopf an ihm an, genoss die Nähe, die er ihr gab. Ihre Hand streichelte dabei über seinen Rücken, wollte ihm Nähe geben und einfach nur das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit. Einen Moment lang hielt sie ihn einfach fest, war für ihn da und regte sich nicht. "Wollen wir spazieren gehen?", fragte sie dann leise, um die Stille nicht zu laut zu brechen. Wenn er wollte konnten sie gerne einfach so tun, als wäre nichts passiert, bis er bereit war vielleicht darüber zu sprechen, oder auch nicht bereit war, das konnte er für sich selbst entscheiden.
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    • Christopher Carter

      Er wusste schon immer, dass es für ihn schwer war über Sarah oder dem was passiert ist, zu sprechen. Es war eine Sache die er versuchte aus seinem Leben zu verdrängen...zu streichen, doch wenn er mit seiner Familie zu tun hatte wurde er ständig daran erinnert. Bei solch einem Erlebnis sollten doch gerade die engsten Angehörigen einen unterstützen. ..einem zureden, dass es nicht seine Schuld war. Dass Chris keinen Fehler gemacht hatte sondern der Fahrer der ihnen reingefahren ist. Er war der Schuldige für den Sarah ihr Leben lassen musste aber mit keinem einzigen Wort wurde dieser irgendwann einmal erwähnt. Stattdessen nahmen sie alles und schoben es auf ihn. Der Sohn der überlebt hatte. Es half ihnen besser mit der Trauer zurecht zu kommen aber was sie mit ihm angestellt haben, interessierte keinem. Chris blieb somit nichts anderes übrig als sich eine harte Schale zuzulegen um nichts an sich ran zu lassen und mit dieser harten Schale kämpfte er sich nun die letzten Jahre Tag für Tag durch. Niemand sollte je erfahren was sich eigentlich hinter dieser Fassade steckte aber seit Luana in sein Leben kam, hatte er das Gefühl, dass seine Gefühlswelt immer mehr durcheinander geriet sowie seine Wand zum bröckeln anfing. Die Frage war nur.....wollte er das überhaupt? Wollte er seine Wand ihr gegenüber einbrechen lassen? Sie hatte Verständnis für seine Launen, verstand seine momentane Situation, stand auf seiner Seite und legte ihre Sorgen zur Seite um für ihn da zu sein.
      Chris genoss es sie in die Arme nehmen zu können um einfach für diesen Augenblick ihre Nähe zu spüren. Die sanften Berührungen auf seinen Rücken halfen ein wenig um sich zu beruhigen. Er wusste, dass er bei ihr aufpassen musste um ihr keine Schmerzen zuzufügen weshalb er sie nicht zu sehr an sich drückte. Sie hatte noch immer den einen Arm im Gips und Chris wollte es mit dem Druck nicht brechen. Dennoch schloss er kurz deine Augen und legte seinen Kopf auf ihren. Die Ruhe zwischen ihnen war gerade das was er brauchte. Luana unterbrach diese jedoch um zu wissen ob er vielleicht mit ihr spazieren gehen wolle. Ein sanftes Lächeln, auch wenn ihm eigentlich nicht danach war, setzte sich auf seine Lippen. Genau die selbe Frage wollte ihr er später auch noch stellen aber sie kam ihm wohl zuvor. Eigentlich war er schon müde gewesen. Die letzte Nacht hatte er so gut wie nichts geschlafen und der heutige Tag war zwar noch nicht um aber irgendwie hatte er das Gefühl als wäre er komplett fe
      rtig. Er hatte Luana aber versprochen gehabt mit ihr eine Runde zu gehen und das wollte er auch einhalten. Sie wollten beide, dass sie wieder auf die Beine kam und dies schaffte sie nur wenn sie langsam anfing ihren Körper zu belasten. Dafür brauchte sie Chris Hilfe und die würde er ihr auch geben. "Sehr gerne", stimmte er zu und löste dabei etwas die Umarmung um ihr in die Augen sehen zu können "eine kleine Runde um den Pool oder willst du etwas Längeres probieren?", sollte sie unterwegs Schmerzen bekommen und nicht mehr können, würde er sie den restlichen Teil zurücktragen. Er glaubte nicht, dass sie so schwer war, dass er Probleme bekäme und im Notfall könnten sie ja auch Frank anrufen sodass er sie abholte.


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    • Luana Young

      Sie wollte Chris zeigen, dass es in Ordnung war, wenn sie nicht darüber sprachen und so taten, als wäre nichts geschehen. Luana wollte jetzt nicht weiter darauf rumhacken, das war unnötig und würde sie nicht weiter bringen. Stattdessen sollte Chris es in seinem Tempo machen und wenn er nie in diesem Leben darüber sprechen wollte, dann war es eben so.
      Luana schlug vor spazieren zu gehen, um ein wenig von der erdrückenden Situation abzulenken. Sie musste auch an sich denken, wenigstens ein wenig und sie brauchte gerade etwas Abstand zu dieser Situation, weshalb sie einen Spaziergang vorschlug. „Spazieren und dann einfach ein wenig Ruhe?“, schlug sie noch weiter vor. Sie könnten zusammen einfach auf die Couch, oder Chris könnte sich so entspannen, wie er es brauchte. Es war für ihn sicherlich ein anstrengender Tag gewesen. Letztendlich stimmte er einem Spaziergang zu, damit bildete sich ein sanftes Lächeln auf den Lippen der Frau. „Kleine Runde reicht“, versicherte sie ihm. Sie war heute eine Menge schon gelaufen.. vor allem die Treppe hoch und runter und das mehrmals! Außerdem wollte sie Chris nicht zu lange beanspruchen, er sollte nur durchatmen können.
      Für den Spaziergang hackte sich die Blondine bei ihm mit dem gesunden Arm unter, um sich gut festhalten zu können und zur Not Hilfe zu bekommen.
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    • Christopher Carter

      Es war ein riesen Fehler von Brian gewesen Luana all dies aufzubürden. Sie hatte schon genügend Probleme um sich herum gehabt und nun musste sie sich auch noch mit seinen Dingen rumschlagen. Genau etwas was der blondhaarige auf keinen Fall wollte. Es waren schließlich 'seine' Probleme und nur er musste damit zurecht kommen. Es war ja verständlich gewesen, dass irgendwann der Zeitpunkt käme an dem er es ihr erzählen müsste. Irgendwann kam immer der Zeitpunkt für solche Dinge aber jetzt war es noch zu früh. Doch sie wusste es nun und Christopher hatte keine Ahnung was es jetzt alles zwischen ihnen änderte. Einerseits hätte er jetzt so tun können als wäre all dies gar nicht passiert und einfach weiter machen oder er sprach darüber und hoffe darauf, dass es die Spannung lösen würde, welche sich zwischen ihnen aufgebaut hatte. Was war die richtige Entscheidung? Genau in solchen Dingen wünschte er sich seine Mutter zu haben um sie wenigstens um Rat fragen zu können. Aber das war heute unmöglich.
      Chris stimmte dem Spaziergang zu und wollte noch wissen ob sie eine kleine oder eher eine größere Runde wagen möchte. Luana entschied sich für eine kleine Runde und schlug zusätzlich vor sich danach etwas Ruhe zu gönnen, was ihm sehr gelegen kam. Diese brauchte Chris auf jeden Fall, ob er diese aber mit ihr oder doch eher alleine verbringen würde, wusste er noch nicht. Draußen war es zum Glück noch hell genug gewesen für den Spaziergang weshalb Chris das Außenlicht nicht einschalten musste.
      Als sie sich mit dem gesunden Arm bei ihm einhackte, steckte er seine Hand in die Hose sodass sie sich dabei besser festhalten konnte und überließ ihr das Tempo, sodass sie keine Probleme hatte. Die Vögel zwitscherten fröhlich vor sich her und als sich Chris selbst etwas im Garten umsah, merkte er, dass es bald Zeit war die Hecken wieder zu schneiden. Auch den kleinen Rasenmäher sollte er rausholen, sodass dieser durch die Wiese fahren konnte. Irgendwie hatte seinen Garten in letzter Zeit ziemlich vernachlässigt. "Wann sagte der Arzt, dass du deinen Gips abbekommst?", wandte er seine Aufmerksamkeit auf sie zurück als er selbst einen Blick auf diesen warf. Sie wollte ja so schnell wie möglich selbstständig werden und nicht immer auf seine Hilfe angewiesen sein. Es freute ihn ja einerseits, dass Luana die Dinge selbst in die Hand nehmen wollte aber andererseits wusste er nicht wie es danach weiterging. Würden sie trotzdem noch soviel Zeit miteinander verbringen wie jetzt auch oder würden sich beide langsam wieder auseinanderleben? "Das mit Brian.....", dabei blickte er wieder nach vorne um sich selbst etwas von dem einen Thema abzulenken "tut mir leid. Er hätte dir das nicht zumuten dürfen", es war ihm wirklich unangenehm sich ständig bei ihr zu entschuldigen aber Chris hatte das Gefühl es tun zu müssen. Er zog sie in ein Leben hinein was nicht gerade besser ablief als ihr eigenes und anstatt ihr etwas Besseres zu geben, stürzte er sie mit in seines hinein.


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    • Luana Young

      Der Spaziergang sollte ihnen beiden ein wenig helfen, bevor sie sich beide ein wenig entspannen würden. Luana wollte dem Mann Freiraum geben, er sollte selbst entscheiden, was er brauchte und wie er am besten zur Ruhe kam, um diesen Stress wenigstens ein wenig loszuwerden. Es erfreute sie deshalb aber auch, dass er dem Spaziergang zustimmte und kaum hatte sie sich bei ihm eingehakt konnten sie auch los. Es war noch hell genug draußen, um gemeinsam eine Runde um den Pool zu drehen,. Luana war heute schon viel gelaufen, sie brauchte eigentlich keinen Spaziergang mehr, aber sie wollte einfach etwas runter kommen und der Sache etwas Zeit geben, um verdaut zu werden.
      "Nächste Woche", antwortete die Blondine, als sie gefragt wurde wann sie den Gips ab bekäme. Darauf freute sie sich schon, denn damit würde sie schon selbstständiger sein, sich Essen selbst machen können, ihre Haare waschen. Es fehlte ihr für viele Sachen der zweite Arm, vor allem konnte sie dann auch langsam ans Arbeiten denken, vielleicht bei Chris anfangen, oder wo anders, das würde sich zeigen. Luana schwieg sonst, wollte nicht mehr sagen, weil ihre Worte vorhin nicht gut gewesen sind, außerdem hatte sie das Gefühl nichts sagen zu müssen. Sie wollte einfach nur etwas runter kommen und den kleinen Spaziergang genießen.
      Chris entschuldigte sich für das Verhalten seines Bruders, woraufhin die Blondine zu ihm rüber sah, um ihn zu mustern. "Du solltest dich nicht für Fehler und Vergehen deines Bruders entschuldigen, das muss er selbst tun", merkte sie an, lächelte dabei aber sanft. "Mach dir da keinen Kopf, du kannst nichts dafür und ich komme klar, wirklich". Sie würde es irgendwie, das tat sie immer. Luana hatte schon schlimmere Dinge im Leben überwunden. "Was magst du gleich machen? Sollen wir einfach irgendetwas schauen, ohne groß nachdenken zu müssen? Ich kann dich auch alleine lassen, wenn es dir lieber ist", schlug sie vor und musterte den Mann dabei. Er sollte entscheiden und sie würde sich dem einfach fügen, so einfach war es.

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    • Christopher Carter

      Ein Spaziergang hatte ihm schon immer gut geholfen den Kopf ein wenig frei zu bekommen. Man konnte sich dabei auf die unterschiedlichsten Dinge konzentrieren. Eine Frau, welche mit einem Kinderwagen unterwegs war, ein Auto beobachten der mit quietschenden Reifen um die Ecken kam nur um damit zu demonstrieren wie toll sich dieser nicht fuhr oder auch einfach nur die Häuser und deren Gärten betrachten, an welche man vorbeiging. Es gab so viele simple Sachen die einem von den eigenen Sorgen ablenkten. Auch wenn sie beide nur in seinem, besser gesagt in ihrem gemeinsamen, Garten gingen, so fielen Chris gleich einige Beschäftigungen ein, die hier zu erledigen wären.
      Nächste Woche würde Luana also ihren Gips abbekommen, erklärte sie ihm als er danach fragte. Er freute sich für sie, denn einen Gips zu tragen hieß Einschränkung und weder Chris noch Luana waren Menschen die sich gerne einschränken ließen. Er sah ihr hier und da an, dass es ihr unangenehm war auf ihn angewiesen zu sein. Doch meistens ignorierte er das, weil er ihr helfen wollte. Es machte ihm wirklich nichts aus und so konnte er auch ein wenigstens ein Stück sein Gewissen beruhigen. Wenn er ihr schon solch etwas antat, dann war seine Hilfe das Mindeste. "Das ist gut. Du musst mir nur noch den Tag nennen, dann halte ich mir diesen frei um dich hinzufahren", bis dahin sollten beide ihr neues Auto bereits haben. Immer wieder Frank anrufen zu müssen wollte Chris ihm ehrlich gesagt nicht antun. Wer wusste schon wo er sich gerade in den Moment befand wenn er anrief. Einerseits könnte es ihm ja auch egal sein, denn schließlich wurde sein Fahrer dafür bezahlt, aber Chris war nun mal ein Mensch mit einer harten Schale aber weicher Kern, weshalb er Frank die Zeit mit dessen Familie gönnte.
      Kurz darauf entschuldigte er sich für das Verhalten seines Bruders. Ihm war bewusst, dass es von seiner Seite her nicht notwendig sei, sondern Brian dies hätte tun müssen. Dabei gab er Luana recht aber andererseits auch wiederrum nicht. Sie sprach davon damit klar zu kommen 'wirklich'. Alleine dieses letzte Wort schmerzte ihn innerlich. Er wollte nicht, dass sie damit klar kam. Es war nicht ihr Problem gewesen mit welchen sie zurecht kommen müsste, sondern nur seines. Wie konnte sie also das einfach so sagen? Wie konnte Luana sich das alles aufbürden und dann meinen, dass es kein Problem sei? Bevor er ihr eine Antwort darauf geben konnte, wechselte sie schnell das Thema was er denn danach gleich machen wollen würde. Etwas zusammen schauen oder ob sie ihn doch lieber alleine lassen solle. Ihn alleine lassen....
      In den letzten Jahren gab es nichts was er mehr hasste als alleine zu sein. Er war nicht einsam, nein, aber alleine fühlte er sich schon. Er glaubte damit zurecht zu kommen, irgendwann es akzeptieren zu können, dass sein Leben nun so verlaufen war aber wenn er durch die Stadt oder durch sein kleines Dorf zog und die anderen Menschen beobachtete wie sie zusammen waren, dann beneidete er sie. Egal wie es einem ging, es würde stets jemand für sie da sein. Ob es nun vor Freude, vor Verzweiflung, vor Trauer, einfach Zweisamkeit. Es war schmerzhaft zu wissen, dass ihm solch ein Leben niemals gegönnt sein würde. Luana war jetzt in seinem Leben und er fühlte sich nicht mehr so alleine, doch....."wenn wir jeden Abend was ansehen wird irgendwann der Tag kommen an dem wir nichts mehr zur Auswahl haben", versuchte er ein Lächeln auf die Lippen zu setzen während sie sich weiter um den Pool bewegten. "Was hast du eigentlich immer an einem Tag getan wo du deinen Verpflichtungen nicht nachkommen musstest?", fragte er sie dann was komplett anderes. Es interessierte ihn was Luana sonst so getrieben hat in ihrer Freizeit wenn sie weder zu ihrer Mutter, noch zur Arbeit oder sonst was gehen musste. Ging sie gerne Shoppen? Tanzen? Natürlich was anderes als Poldance. Las sie gerne ein Buch?


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    • Luana Young

      Sie würde damit klar kommen, was heute geschehen war, weil es sie nicht direkt betraf. Es tat ihr leid zu hören, was damals passiert war und es tat ihr leid zu sehen, was mit Chris das machte, aber sie war nicht direkt involviert, sie war für Chris da, um ihm zu helfen, doch es war nichts, was sie sonst persönlich betraf. Sie kannte die Schwester nicht, sie kannte die Familie damals nicht, sie war nicht in den Unfall mit verwickelt, damit konnte sie Abstand von dieser ganzen Sache nehmen und Chris irgendwie helfen, wenn er es wollte. Luana würde da sein, sie würde ihn stützen, wenn er wollte, doch wenn er es nicht wollte, dann war es genauso sein gutes Recht. Vielleicht war es falsch einfach damit klar zu kommen, aber Luana war schon mit schlimmeren Problemen, die ihr aufgedrückt wurden klar gekommen, das würde sie hier auch schaffen.
      Sie schmunzelte ein wenig, als Chris meinte irgendwann nichts mehr zur Auswahl zu haben. "Das glaube ich nicht", merkte die Blondine direkt an. "Jede Woche kommen neue Sachen raus.. und außerdem geht es nicht wirklich um das, was wir schauen, sondern darum, dass du nicht alleine sein muss, wenn du es nicht willst". Ihre Augen blickten nach dem Mann. "Dir geht es scheinbar nicht gut, was ich nachvollziehen kann.. Und du sollst einfach selbst entscheiden, was du magst.. Wenn du nicht alleine sein möchtest leiste ich dir sehr gerne Gesellschaft.. Und wenn du lieber alleine für dich sein willst akzeptiere und respektiere ich diesen Wunsch, da gibt es auch keinen Haken oder so dran.. Ich möchte dir nur nichts aufdrücken, was du nicht willst, deshalb sollst du einfach offen und ehrlich entscheiden". Er sollte einfach heute an sich denken und Luana würde sich anpassen, sie würde jeden Wunsch respektieren.
      Was sie sonst tat, wenn sie ihren Verpflichtungen nicht nachkommen musste? Arbeiten. Sie hat fünf Mal die Woche im Club getanzt, war jede Woche bei ihrer Mutter und kümmerte sich sonst darum ihre Probleme zu lösen. "Ich habe so gut, wie keine Zeit gehabt, an denen ich nicht Verpflichtungen nachgehen musste", gestand sie ehrlich. "Ich habe viel gearbeitet.. Bis früh am Morgen, habe bis Nachmittag geschlafen, mich dann um meine Versorgung gekümmert, mich für den Abend im Club vorbereitet.. Oder war bei meiner Mom.. Es gab für mich sonst kaum etwas anderes".
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Christopher Carter

      Gerade als er einen kleinen Scherz machen wollte, dass sie sich aber sehr gut mit den Filmen auskannte und einiges darüber wusste wie das ablief sprach sie ihre Gedanken weiter aus, was ihn daran hinderte etwas zu erwiedern. Es kam nicht darauf an was sie beide sahen, sondern darauf, dass er nicht alleine war wenn er es nicht wollte. Mehr steckte hinter all dieser Sache nicht. "Niemand wünscht sich alleine zu sein", sprach er leise die Worte aus. Einerseits war er für ihre Unterstützung und Hilfe wirklich dankbar gewesen. Sie war für ihn da obwohl Luana selbst genügend Probleme hatte. Sie stellte ihre Sachen nach hinten um sich um eine andere Person zu kümmern. Das war eine sehr gute und liebevolle Eigenschaft gewesen, jedoch wenn sie nicht aufpasste würde es sie eines Tages in den Abgrund ziehen. Andererseits schmerzten ihn ihre Worte, denn es bedeutete es zuzulassen Luana noch mehr in seine Gefühlswelt einzulassen. Gestern wäre es noch kein Problem...gestern war die Welt auch noch vollkommen in Ordnung und 24 Stunden später? Lag sie, wie das Glas am Boden, in Scherben und alles war anders. Luana war ihm gegenüber anders geworden und das wollte er nicht. Er wollte die junge Frau von gestern, von vor ein paar Tagen, letzter Woche....und nicht die Frau, welche ihm einen mitfühlenden Blick zuwarf.
      Während er von ihr wissen wollte was sie an den Tagen tat, wenn sie mal ihren Verpflichtungen nicht nachkommen musste, bewegten sie sich langsam weiter um den Pool herum. Sie gestand ehrlich nicht wirklich solch einen Tag gehabt zu haben. Wenn sie gerade nicht arbeitete, kümmerte sie sich entweder um ihre Mutter oder um sich selber um ansatzweise noch nach einem Leben auszusehen. Chris konnte es verstehen, denn mit ihren Schulden noch zusätzlich blieb ihr anscheinend wirklich nichts anderes übrig als sich von einem auf das andere zu stürzen. Wäre sie all dem nicht nachgekommen...wer wusste dann schon was heute aus ihr geworden wäre? Typen, die nach ihrer Kohle verlangten, zögerten keine Sekunde lang denjenigen, der ihnen es schuldete, schmerzen zuzufügen um den Ernst der Lage zu deuten. Und sie war eine Frau. Für Frauen war es daher noch umso gefährlicher.
      Während er über all das nachdachte, umrundeten sie einmal den Pool. Er war ja nicht besonders groß, daher war das jetzt nicht wirklich ein Spaziergang von einer halben Stunde oder sowas. Als er anschließend seine Schritte stoppte und sich zu ihr drehte aber immer noch nichts sagte, legte er sanft seine freie Hand auf ihre Wange und blickte ihr in die blauen Augen. Sie faszinierten ihn von Anfang an. Es war ein wunderschönes blau gewesen. Er könnte sie stundenlang ansehen ohne satt davon zu werden oder irgendwas Gegenteiliges zu finden, was seine Meinung ändern würde. So wie Luana war, war sie perfekt. Und deswegen...."du musst nicht damit klar kommen", fing er leise zu sprechen an "Du sagst zwar immer, dass du mit allem was dir stets auf die Schulter gelegt wird, zurecht kommst um weder dich noch jemand anderen zu verletzen und für diese Person da zu sein aber die Wahrheit ist....dass du es selbst nicht mehr kannst. Die Last wird immer größer und irgendwann wird der Zeitpunkt kommen an dem dein Rucksack zu schwer um ihn weiter zu tragen und dich komplett auf den Boden drücken wird. Die Frage ist nur...ob du dann in der Lage bist noch aufzustehen", dabei nahm er die Hand wieder von ihrer Wange "daher bitte ich dich nicht auch noch meine Bürde auf dich zu laden, Luana. Egal was dir heute erzählt wurde....weder du noch ich sind dafür verantwortlich. Daher zerbrich dir darüber nicht den Kopf", nach diesen Worten lehnte er sich ein wenig nach vorne um ihr einen sanften Kuss auf ihre Stirn zu geben "Du wirst sehen, dass ab morgen wieder alles beim Alten sein wird", flüsterte er leicht dagegen bevor er wieder zu ihr sah "Es ist das Beste für uns beide, wenn ich mich für heute zurückziehe", Chris schenkte ihr noch als ein sanftes Lächeln, strich ihre Haare nach hinten und wandte sich anschließend von ihr ab um sich in das Haus hinein zu begeben. Die Scherben räumte er noch vom Boden auf, denn schließlich waren diese seinetwegen dort gelandet und Luana sollte nicht auch noch drauf treten und sich verletzen. Nachdem dies erledigt war, stieg er die Treppen nach oben in den ersten Stock und ging in sein Zimmer. Hinter sich schloss er die Türe, ging rüber zu den Vorhängen und zog diese zu, sodass es komplett dunkel wurde bevor er sich mit dem Rücken auf seine Seite des Bettes fallen ließ und einen Arm um seine Augen legte. "dass du nicht alleine sein muss, wenn du es nicht willst. Wenn du nicht alleine sein möchtest leiste ich dir sehr gerne Gesellschaft"...."ich will dich ja bei mir haben. Am Liebsten für immer...und genau das ist das Problem", kam es ihm über die Lippen. Dabei biss er sich auf die Unterlippe.


      "We are only small chess pieces in a big game.
      Dead but alive at the same time!"
    • Luana Young

      Der Spaziergang fühlte sich gut an und es beruhigte sie ein wenig, womit Luana langsam den Hunger merkte. Sie hatte nur gefrühstückt gehabt und nichts mehr zu sich genommen, denn sie war zu sehr damit beschäftigt sich Sorgen um Chris zu machen und außerdem war es echt hart mit nur einer Hand. Sie hoffte sehr, dass es einen gemütlichen Abend zu zweit geben würde, dann könnten sie vielleicht etwas zu essen bestellen, weil Chris jetzt nicht unbedingt kochen musste, das brauchte er nicht, wenn es ihm sowieso schon nicht so gut ging. Letztendlich schien alles anders zu laufen, als es sich die Frau wünschte.
      Sie war ein wenig überrascht, kaum blieb der Mann stehen, kaum legte er seine Hand auf ihre Wange. Den Blick in die Augen erwiderte sie, war sich aber nicht so ganz sicher, was jetzt folgen würde. Sie musste nicht damit klar kommen? Aber es gab eigentlich nichts, womit sie klarkommen musste. Es betraf sie nicht direkt und wenn Chris nicht darüber reden wollte würde Luana sich auch keinen Kopf darüber zerbrechen, das würde einfach nichts bringen. Sie war verwirrt über seine weiteren Worte, darüber, wie er mit ihr sprach. Ihm schien es psychisch wirklich nicht gut zu gehen und das merkte sie. Sie runzelte ihre Stirn, weil Chris meinte es würde morgen wieder alles beim Alten sein. Musste sie sich jetzt wirklich Sorgen machen? Denn irgendwie passte das alles nicht so ganz für sie zusammen.
      Chris ließ sie so verwirrt stehen. Etwas, was ihr schon ziemlich weh tat, weil er sich dessen bewusst sein musste, dass sie ohne ihn aufgeschmissen war. Die Treppe würde sie heute nicht noch einmal ohne Hilfe hoch schaffen.. und wie sollte sie sich versorgen? Mit dem kompletten Arm im Gips konnte sie zwar ihre Finger bewegen, aber sie konnte nichts halten, wirklich absolut nichts. Damit konnte sie sich nicht versorgen, sie konnte ihre Medikamente nicht heraus holen, sich etwas zu Essen machen. Luana wartete noch einen Moment, während Chris die Scherben aufsammelte, um zu erkennen, ob er sie jetzt wirklich zurück lassen wird und er tat das. Das jetzt.. Das machte sie wirklich wütend, oder vielleicht auch nur traurig? Für alles anderen an diesem Tag hatte sie Verständnis, aber musste sie ihn jetzt anflehen, dass er ihr half? Wie stellte er sich das vor? Sie konnte nicht einfach hoch gehen und an seiner Tür klopfen.
      Tief holte die Blondine Luft und lehnte sich an, um durchzuatmen. Okay, sie würde das irgendwie hinbekommen.. Sie könnte sich Essen bestellen.. Aber dafür hatte sie kein Bargeld, generell kein wirkliches Geld gerade, sie wusste nicht was sie auf der Bank hatte, also blieb ihr nichts anderes übrig, als sich um ihr Essen zu kümmern und so wie es aussah auch heute unten zu schlafen. Wie gut, dass das Sofa noch ausgezogen war.. Ein wenig gereizt lief sie zu der offenen Küche, um in den Kühlschrank zu sehen und zu evaluieren, was sie sich zu Essen machen konnte. Es gab noch Belag und bestimmt irgendwo auch Brot. Nach und nach holte sie alles, was sie haben wollte heraus, was mit einer Hand schwierig war, aber sie schaffte es. Sich ein Brot zu schmieren war mit einer Hand fast unmöglich, denn Luana konnte nichts wirklich festhalten, um mit der anderen Hand zu agieren. Sie gab es einfach auf, weil es unmöglich war und blickte nach etwas anderem. Ihre Wahl fiel auf Cornflakes.. Nicht ihr liebstes Essen, aber das konnte sie mit einer Hand sehr gut hinbekommen, wenn ihr nicht ständig Dinge aus der Hand fallen würden.
      Gerade noch so fing sie die Schüssel auf, bevor diese auf dem Boden landete, um sie dann zu füllen. Mit dieser ging es dann auf die Couch, um diese Wut, die sich durch die Unselbstständigkeit gebildet hatte irgendwie in den Griff zu bekommen. Das Chaos in der Küche ließ Luana einfach stehen, dieses war ihr jetzt gerade einfach egal, sie musste durchatmen.
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    • Christopher Carter

      Er war ein Arschloch und das wusste er ohne, dass Luana ihn morgen dafür verfluchen wird. Denn das wird sie definitiv machen. Er hat sie mit seinen Worten und den kompletten restlichen Tag alleine gelassen. Sie hatte weder was von ihm zu Essen bekommen, noch war er als Unterstützung zur Treppe für sie da gewesen, wie er es sonst tat. Er bezweifelte, dass sie es ohne ihn alles schaffen würde aber er konnte jetzt nicht einfach runtergehen, sich entschuldigen und so tun als wäre nichts gewesen. Denn damit belog er sie und sich selbst. Das war weder er noch sie. Beide versuchten den jeweils anderen in seine Welt langsam zu holen aber auch wiederrum gleichzeitig draussen zu lassen um den anderen nicht zu verletzen. Doch das taten sie. Sie verletzten sich und deswegen war es auch so extremst gefährlich. Chris mochte Luana. Mehr als was es ihm vermutlich erlaubt war aber Gefühle konnte man nicht einfach ausschalten. Er lernte es zwar und nutzte es gegen seine Familie aber gegen die Frau, welche bei ihm wohnte und ihm wichtig wurde, war es das nicht ohne sie damit von sich zu stoßen. Das wollte er nicht. Er genoss ihre Nähe, ihre gemeinsame Nächte die sie einfach nur nebeneinander gekuschelt im Bett lagen, ihr Lächeln, einfach alles an ihr.
      Als Christopher das nächste Mal seine Augen öffnete und auf seinen Wecker drückte, zeigte dieser gerade erst mal 04.30 Uhr an. War er etwa eingeschlafen? Wenn ja, wann? Als er sich ins Bett gelegt hat war es noch gar nicht so spät gewesen. Vielleicht 18 Uhr? Die Flasche, welche neben seinem Bett gestanden hatte, war auch komplett leer getrunken gewesen aber die war noch vom letzten Abend hier, an dem er sich angetrunken hatte. Leicht setzte er sich ein wenig auf und rieb sich mit zwei Finger über die Augen. Er war ausgeschlafen, daher glaubte er nicht, dass es sich nochmals was brachte es zu probieren. Nachdem er aufstand und die Vorhänge erstmal zur Seite schob, merkte er, dass es draussen noch dunkel war. Er gab der Sonne maximal 45min Zeit bis diese aufgehen würde. Sie hatten Sommer und ab 05.00 Uhr konnte man damit rechnen, dass diese aufging. Leise bewegte er sich zu seiner Türe um diese auch dementsprechend zu öffnen. Im ganzen Haus war es komplett finster und ruhig gewesen. Langsam begab er sich zu Luana's Zimmer aber die Türe stand offen sodass er gleich sehen konnte, dass sie nicht in ihrem Bett lag. Wahrscheinlich liegt sie unten, schoss es ihm durch den Kopf woraufhin er auch schon die Treppen nach unten ging. Und so war es auch. Luana lag im Wohnzimmer auf dem Sofa woraufhin er gleich ein schlechtes Gewissen bekam. Das Sofa war zwar bequem zum Schlafen aber auch für sie angenehm genug? Mit langsamen und leisen Schritten ging er zu ihr rüber und hockte sich für einen Moment neben sie auf den Boden um sie ein wenig betrachten zu können. Ein sanftes Lächeln glitt ihm über die Lippen. Sie sah wirklich süß aus beim schlafen. Ob sie gut oder schlecht schlief war nicht zu erkennen aber in ein paar Stunden würde er es wissen wenn sie aufstand. Sanft nahm er die Decke und legte diese über die offenen Stellen, welche sich durch die Bewegungen im Schlaf von der Decke befreit hatten bevor er wieder aufstand und nach dem Frühstück sah. Wenn er schon das Abendessen vergeigt hat, musste er wenigstens zusehen das Frühstück nicht zu ruinieren.
      Ein paar Brötchen waren noch hier aber für morgen spätestens müsste er etwas besorgen gehen. Chris räumte leise alles schon mal her, sowie ihre Tabletten, aber würde die Brötchen und den Kaffee erst vorbereiten wenn Luana wach war, sonst würde es nur kalt sein.
      Es war 04.40 Uhr als er das nächste Mal auf die Uhr sah. 04.40 Uhr....um diese Uhrzeit hatte noch nichts offen und kontaktieren konnte er auch noch niemanden. Daher musste er die Zeit ein wenig anders tot schlagen und genau das wird er machen. Es war sowieso schon lange Zeit, dass er dies tat, daher ging er runter in den Keller, holte dort ein paar leere Kartons und begab sich nach oben um endlich einmal Sarahs Zimmer auszuräumen. Dafür schloss er hinter sich die Türe um Luana unten nicht zu wecken. Umso länger es hier war, umso länger würde er ständig daran erinnert werden. Somit war es nur weiterhin eine Behinderung. Es war Zeit einen Neuanfang zu wagen. Einen Neuanfang mit sich selbst und vielleicht auch mit Luana Young.


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    • Luana Young

      Die Cornflakes reichten nicht aus, um satt zu werden, aber Luana wollte sich nicht noch einmal in der Küche abquälen. Sie ließ einfach alles stehen, wollte rebellieren und würde jetzt ganz sicher nicht noch einmal aufstehen und aufräumen. Sie hatte Schmerzen, bekam mit einer Hand die Tabletten aber nicht heraus und war generell sehr frustriert.
      Ans schlafen war auch nicht zu denken. Sie versuchte es, nachdem sie bis spät den Fernseher laufen ließ, um ein wenig müde zu werden, aber es klappte nicht. Ihr Kopf fühlte sich viel zu voll an, gleichzeitig war er aber so .. leer. Sie wusste nicht was das genaue Problem war, es war vermutlich die Ansammlung der verschiedenen Sachen: der Hunger, die Schmerzen, ihre Hilflosigkeit, das Alleinsein.. Luana respektierte Chris‘ Entscheidung, aber er hätte ihr doch zumindest helfen können, oder nicht? Er ließ sie so allein zurück, nahm ihr die Möglichkeit sich zu versorgen, denn er war derzeit ihre einzige Möglichkeit sich zu versorgen. Und dieses Gefühl der Hilflosigkeit war verdammt schlimm. Es führte der Blondine vor Augen wie nutzlos sie derzeit war.
      Als sie Schritte hörte, die nach unten führten war sie noch immer wach, oder schon wieder, so recht konnte sie es nicht sagen. Es musste Chris sein, der runter kam, mit dem sie gerade wirklich nichts zu tun haben wollte. Luana war wütend und irgendwie enttäuscht, weil er ihr oft genug davon sprach, dass sie Hilfe zulassen soll, dass sie sich öffnen soll und jetzt war sie trotzdem auf sich allein gestellt. Deshalb schloss sie ihre Augen und stellte sich schlafend, weil sie mit ihm nicht sprechen wollte, weil sie ihn gerade nicht ansehen wollte. Da half es auch nicht, dass er sie zudeckte, ganz sicher nicht..
      Luana öffnete ihre Augen, kaum war Chris wieder fort, um leise zu seufzen und in die Dunkelheit zu sehen. Sie war ein wenig überfordert, vor allem wusste sie nicht wie das jetzt am Morgen laufen würde. Würde sie sich jetzt nur noch alleine versorgen müssen? Dann konnte sie genauso gut hier weg.. dann musste sie sich etwas anderes überlegen, um klar zu kommen. Doch sie schloss erstmal ihre Augen wieder und blieb einfach liegen, in der Hoffnung bis mittags zu schlafen und Chris einfach nicht zu sehen. Musste er nicht arbeiten, oder so?
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    • Christopher Carter

      Chris hatte gestern Mist gebaut. Er hat seine eigenen Gefühle vor Luana's gestellt gehabt und sie somit alleine gelassen obwohl er wusste, dass sie auf seine Hilfe angewiesen war. Das war falsch und das war ihm durchaus bewusst. Aber in diesen Moment konnte er nicht klar denken und wenn er es ihr auch gegenüber so erwähnen würde, wäre es ein Schuss gegen sich selbst. Wie also soll er die Sache wieder gut machen? Chris versuchte wenigstens ein Frühstück auf den Tisch zu zaubern, denn die leere Schüssel auf dem Couchtisch deutete darauf, dass sie gestern Abend nur Cornflakes gegessen haben muss. Eine andere Speise würde ihm dafür nicht einfallen. Zumindest hatte er nichts anders dafür zu Hause gehabt. Cornflakes waren auch keine richtige Mahlzeit für den Hunger gewesen, doch die Zeit dafür war einfach noch viel zu früh.
      Um diese wenigstens ein wenig tot zu schlagen holte er ein paar Kartons aus seinem Keller um diese mit nach oben in Sarah's Zimmer zu nehmen. Es wurde endlich Zeit, dass er es leer räumte. Umso länger all diese Erinnerungen hier standen, umso länger würde die Geschichte immer wieder in sein Leben treten und gerade gestern merkte er, wie sehr es auch zwischen ihnen stehen würde. Daher schloss er hinter sich die Türe um Luana unten nicht zu wecken. Dass sie aber in Wahrheit gar nicht schlief, wusste er nicht. Mit einem Karton bewegte er sich rüber zu ihrem Schreibtisch und fing an diesen abzuräumen. Viele Schulsachen lagen noch darauf, so als wäre sie erst gestern daran gesessen. Chris brachte es damals einfach nicht übers Herz der Schule die Bücher zurückzubringen weshalb er ihnen stattdessen die Kosten dafür erstattete. Auf der Kommode beim Fenster standen reichlich viele Bilder von der ganzen Familie, von Freunden und von Chris und Sarahs Urlauben. Für einen kurzen Moment nahm er eines der Bilder was ihren letzten gemeinsamen Urlaub zeigte. Italien. Das war ihr Lieblingsland gewesen. Zumindest vorerst. Sie kannte in ihren Alter ja nur Amerika und Italien. Mehr bekam sie noch nicht zu sehen aber ihr größter Wunsch war es die Welt zu bereisen und soviel zu sehen zu bekommen wie nur möglich. "und es wird auch immer nur ein Wunsch bleiben", glitt ihm über die Lippen als er an den Moment zurückdachte an dem sie ihm das mit voller Begeisterung mitteilte.
      Die nächsten 2 Stunden verbrachte er weiter ihr Zimmer zu räumen. Es kamen 4 volle Kisten zusammen aber fertig war er noch nicht. Coco's Käfig brachte er fürs Erste in sein Schlafzimmer rüber. Ob Luana immer noch auf sie aufpassen wollen würde, wusste er nicht. In erster Linie musste er sich erstmal bei ihr entschuldigen. Ins Büro würde er heute nicht fahren. Vermutlich auch die nächsten Tage nicht bis die ganze Sache zwischen ihm und seiner Familie sich etwas abgekühlt hat. Meetings standen für ihn nicht an somit konnte er seine Geschäfte von zu Hause aus machen. Vielleicht meldet er sich auch krank oder auf Urlaub? So genau wusste es der blondhaarige nicht aber er war es ihr schuldig heute für sie da zu sein.
      Chris schmiss sich als Nächstes unter die Dusche um sich frisch zu machen bevor er sich neue Klamotten überstreifte und wieder leise nach unten ging. Einen kurzen Blick warf er wieder auf das Sofa wo Luana nach wie vor lag. Daher nahm er den kleinen Block, mit welchen er gestern schon eine Nachricht hinterließ und schrieb etwas auf bevor er ihre Medikamente nahm, ein Glas Wasser und alles mit dem Zettel rüber zum Tisch brachte sodass sie sie gleich beim aufstehen nehmen konnte.

      Spoiler anzeigen

      Guten Morgen,

      ich bin gleich wieder zurück. Hole etwas aus der Bäckerei. Medikamente stehen bereit. Solltest du währenddessen auch einen Kaffee wollen, die Maschine ist fertig vorbereitet. Musst nur mehr auf den Knopf drücken. Sobald ich da bin, bereite ich die Brötchen vor.

      Chris

      Die Schüssel nahm er mit sich um diese erstmal in die Abwasch zu stellen. Darum konnte er sich später auch noch kümmern. Die Schuhe angezogen, nahm er seine Schlüssel und verließ leise das Haus, sperrte hinter sich zu und machte sich auf den Weg zur Bäckerei um für das morgige Frühstück etwas zu holen. Vielleicht fand er ja auch noch für das Heutige etwas, was Luana schmecken könnte?


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    • Luana Young

      Das Schlafen war nicht wirklich möglich für sie gewesen, es schmerzte zu sehr in ihrer Brust, die Rippen machten sich gut bemerkbar. Luana merkte, dass es ohne Schmerzmittel nicht gut war, dass sie diese noch brauchte. Viel konnte sie sich damit nicht bewegen, was auch das Schlafen eben nicht angenehm machte. Sie versuchte es dennoch, blieb einfach liegen und hörte der Stille im Haus zu. Es war ruhig, es war angenehm ruhig, denn wirklich sprechen wollte sie nicht. Die Schmerzen machten ihre Laune nicht gerade besser, es verschlimmerte ihre ganze Problematik noch mehr.
      Als sie die Treppe wieder hörte merkte sie, dass sie wohl nicht schlief. Sie öffnete ihre Augen nicht, wollte keinen Kontakt zu Chris haben, das war jetzt mit den Schmerzen nicht schlau. Sie war ihm böse und mit den Schmerzen könnte das wirklich sehr ausarten. Stattdessen hörte sie zu, was er machte, bis sie die Haustür hörte und ihre Augen wieder öffnete. War er jetzt arbeiten? Ihre Augen blickten zu dem Zettel und den Medikamenten auf dem kleinen Tisch, musterten es kurz. Sie brauchte einen Moment, um irgendwie den Mut zu finden sich aufzusetzen. Es schmerzte, aber sie biss ihre Zähne zusammen und setzte sich auf, um nach den Schmerzmitteln zu greifen und sie direkt zu nehmen. Laut dem Zettel wäre Chris gleich wieder da, gerne wäre Luana deshalb nach oben gegangen, um von ihm Abstand zu nehmen, aber das würde sie mit den Schmerzen niemals schaffen. Deshalb blieb sie sitzen, lehnte sich an der Rücklehne des Sofas an und schloss die Augen, um durchzuatmen. Fünfzehn Minuten, dann sollte es besser sein, hoffte Luana jedenfalls. Mit der gesunden Hand hielt sie ihren Kopf fest, atmete flach, um die Muskulatur der Brust nicht zu sehr zu beanspruchen. Sie wartete einfach, weil es keine andere Möglichkeit für sie gab, um etwas anderes zu tun. BIs die Schmerzmittel wirken.. danach würde sie weiter sehen.
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    • Christopher Carter

      Die Morgensonne strahlte schon eine gewisse Wärme um diese Zeit aus was wohl darauf andeutete, dass es ein heißer Tag werden würde. Chris war zwar ein kleiner Fan des Sommers gewesen aber 30 Grad reichten vollkommen aus. "Guten Morgen Christopher", begrüßte ihn die junge Dame hinter dem Tracen, die gerade dabei war die Brötchenlade sauber zu wischen bevor die kleine Glocke über der Eingangstüre klingelte als jemand eintrat. Chris würde sie selbst auf der Straße von der Ferne aus wieder erkennen. In ihren Augen sah er gut aus und war auch immer höflich gewesen. Sie fragte sich oft, ob er vielleicht eine Freundin hätte, hatte aber Angst davor die Antwort zu hören. Jemand wie er war sicher in einer Beziehung. Wer würde sich nicht gleich auf ihn stürzen wollen? Von seiner Schwester wusste sie, dass er im selben Alter wie sie war. Sarah kam einmal alleine zur Bäckerei um ihren Bruder zu überraschen. Er hatte Geburtstag, erzählte sie ihr, woraufhin sie ihm ein schönes Frühstück machen wollte. Sie half ihr dabei und gab ihr die besten Speisen dafür. Ein paar Tage später kam sie wieder und bedankte sich bei der jungen Frau. Es sei ein voller Erfolg gewesen. Er hat so sehr gestrahlt, kam es ihr über die Lippen. "Guten Morgen, Tatjana", begrüßte er sie ebenfalls "Ist die frische Lieferung schon gekommen?"....."ja, was darf ich dir denn geben?", Tatjana legte das kleine Tuch zur Seite und wartete darauf, dass Chris ihr seine Bestellung aufgeben würde "3 Croissant, 4 Brötchen und vielleicht noch....", als Chris sich die Früchtetaschen, von Apfel bis Himbeer, ansah, wurde ihm erst jetzt bewusst, dass er gar nicht wusste welches Obst sie am Liebsten hatte. Aß sie überhaupt gerne Obst? "2 von diesen Himbeertaschen", wählte er schließlich aus. Ob er damit die richtige Wahl traf wusste er nicht aber die Mühe wollte er sich zumindest machen. Beide verabschiedeten sich wieder voneinander und Chris begab sich mit einer kleinen Tüte zurück nach Hause. Er hoffte wirklich mit dem Frühstück wenigstens etwas Gut machen zu können. Das schlechte Gewissen, auch wenn ihm das vor ein paar Wochen hätte egal sein können, wollte nicht verschwinden. Er hätte für sie da sein müssen. Seine Gefühle für sie zurückstecken aber er wusste nicht wie. Es gab schon lange nicht mehr jemanden in seinem Leben der ihm wichtiger war als er selbst. Aber jetzt war es Luana geworden auch wenn er wirklich wenig über sie wusste und das machte die Sache nicht besser.
      Chris kam schließlich wieder zurück als er die Haustüre aufsperrte. Da er nicht wusste ob sie währenddessen wach wurde, machte er dies auch wieder so leise wie möglich, trat ein und zog sich die Schuhe aus, um die Tüte in die Küche zu bringen. Dabei sah er, dass sie bereits aufrecht auf dem Sofa saß und mit einer Hand ihren Kopf hielt. Ging es ihr etwa nicht gut? Nachdem er die Sachen abgelegt hatte, kam er zu ihr rüber, setzte sich neben sie aufs Sofa und sah, dass die Medikamente schon genommen wurden. Sanft legte er seine Hand auf ihre Stirn. Fieber hatte sie keines, was schon mal gut war. Zumindest etwas, beruhigte er sich. Ihre flache Atmung entging ihm nicht als er sie beobachtete. Vermutlich Schmerzen in der Brust durch die Rippen. "Soll ich dir wieder eine Wärmeflasche machen?", wollte er von ihr wissen. Sie zu fragen wie es ihr heute ging, konnte er sich ja sparen. Man sah ihr an, dass es nicht gut war. Daher erübrigte sich das gleich.


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    • Luana Young

      Ihre Gedanken schob sie einfach zur Seite, um die Schmerzen in den Griff zu kriegen. Langsam atmete sie und konzentrierte sich zunächst nur auf die eigene Atmung. Es war ein unangenehmer, stechender Schmerz, der bei Bewegung schlimmer wurde, deshalb bewegte sich Luana nicht, deshalb blieb sie genauso sitzen, wie sie sich hingesetzt hatte. Wie viel Zeit dabei verging konnte sie nicht sagen, denn sie rührte sich nicht, öffnete nicht die Augen.
      Als die Tür aufging rechnete sie mit Chris, jemand anderes konnte es nicht sein. Er lief weiter, was sie gut fand, sie wollte in Ruhe gelassen werden, solange die Schmerzen so schlimm waren. Doch er kam zu ihr, setzte sich ihr bei, fasste ihre Stirn mit seiner Hand an. Luana hätte die Hand gerne abgewiesen, aber sie wollte sich nicht rühren, so war der Schmerz gerade erträglich. Leicht schüttelte sie ihren Kopf bei der Frage. „Lass mich einfach in Ruhe“, bat sie leise. Es würde gleich gehen, wenn die Schmerzmittel anfing zu wirken, so langsam wurde es erträglich. Damit traute sie sich langsam tiefer Luft zu holen, bevor sie sich aus der Starre löste und mit der freien und gesunden Hand durch das Gesicht fuhr. Tränen hatten sich vorhin aufgrund des Schmerz in ihren Augen gesammelt und die musste sie jetzt wegwischen, jetzt ging es langsam wieder.
      „Es geht langsam“, ließ sie Chris wissen und atmete tief durch, um sich wieder zu beruhigen.
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