[2er RPG] Taranoke's Vermächtnis

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    • Boros Krend

      Das war also der Bürgermeister von Tunsey. Klein, rundlich, und die Frau bot einem wenigstens noch Saft an, der wohl nicht mit Wasser gestreckt war. Ja, wenn man einen Soldaten oder Hausherren im eigenem Hause begrüßte, bot man wohl das Beste vom Besten.
      "Ja, gepriesen sei Aranis. Vorallen seien auch die Wege ihrer Soldaten gepriesen, die offenkundig besonders häufig von unsinnigen Straßensperren versperrt werden, ohne das man darin Sinn findet. Das Bier in den Gasthäusern scheint auch rar zu werden. Man streckt es mit Wasser, was die Stimmung etwas verdunkellt, und für Ärger sorgt. Ich selbst habe Abhilfe geschaffen. Es gibt wohl Lieferungen, die direkt an die Truppen gehen, zu erhöhten Preisen. Seis drum. Damit ist schluss. Jetzt liefern wir selbst das gelieferte an die Schenken. Denn auch dort speisen die Soldaten. Und auch wir Hausherren!", letzteres betonte er strenger und erhob einen Finger.
      "Ich erinnere sie an eure Pflichten, Bürgermeister. Sie wollen den Aufenthalt so angenehm wie möglich gestallten, tun aber offenbar gern Dinge, die das Gegenteil bewerkstelligen."
      Boros gab zu, das einige Soldaten sich auch nicht gerade pfleglich benommen hatten. Man möge es ihnen vergeben. Sie zogen in eine Schlacht gegen Lanzleute. Noch nie in der Geschichte Mehyves gab es einen solchen Bürgerkrieg, das das ganze Land teilte. Die Soldaten waren der Faden, und Aranis die Nadel, die in die Wunde stach - erbarmungslos. Gemeinsam würden sie sie schließen und versiegeln.
      "Ich weise darauf hin, das Aranis selbst an der Schlacht teil nimmt. Auch sie wird Tunsey bald erreichen. Ich erwarte daher, das man unsere Herrscherin gebührend empfängt. Schließlich wollen wir beide nicht, das man in den gloreichen Geschichten Tunseys, dem Treffpunkt der Befreiungsarmee, von einem kleinem fetten Mann spricht, der Aranis Soldaten beleidigte. Soetwas könnte äußerst fatal enden."
      Manchmal sprach Krend etwas viel. Er löcherte den Bürgermeister mit weiteren Gräultaten, die offenbar stattfanden.
      Zufrieden verließ er das Haus, als er fertig war, und erwartete morgen eine völlig andere Stadt vorzufinden. Es würde sicher wieder mehr gelacht werden.

      Der nächste Tag aber belehrte ihn eines besseren. Es gab überhaupt kein Bier mehr innerhalb der Stadtmauern. Die Wirte waren verärgert, verzweifelt. Soldaten wurden beschimpft. Angeblich hatte man alles konfisziert. Jeder Weinkeller, jeder Wagen mit Bierfässern, alles wurde von Truppen Mehyves zu den Lagern verschleppt und ausgeschnkt. Und man hatte NICHTS bezahlt. Irgendein Offizier meinte, das es zum Wohle der Armee und als Tribut an Aranis zu sehen wäre. Schon in einer Woche wäre die Rebellion vorüber, und das sollte auch den Handel wieder ankurbeln. Dankbar sollten die Bewohner Tunseys sein.
      Krend war sauer. Er hatte so eine Ahnung. Sicher war Akkar darin verwickelt. War es nicht sein Haus gewesen, das Zaina zuflucht gewährt hatte? Folgte er Aranis etwas nicht mit ganzem Herzen? Vielleicht sollte er das der Herrscherin mitteilen, nach dem der Sieg eingefahren wurde. Wenn Haus Akkar an Gunst verlor, würde seine steigen. Nun gut, sollte es noch eine Schlacht geben. Er würde seinen Soldaten befehlen, die Fässer zurückzuholen. Undim Glauben an Aranis selbst auf Alkohol zu verzichten. Es gab hier auch schmackhaften Saft. Er würde den Soldaten halt mehr Alkohol nach dem Sieg versprechen.
      Mehrere Häuser halfen Krend dann, die Transportwagen zusammenzuziehen. Haus Akkar und einige weitere behielten ihre Waren. Roman merkte schnell, was dort vor sich ging. Jeder der Bier oder Wein und andere Getränke dieser Art verkaufte, bekam Wachposten gestellt. Der Befehl lautete: Sichert die Fässer vor Konfiszierung und Raub!
      Zufrieden ritt er auf seinem Pferd eine Straße außerhalb der Stadtmauer entlang, und begutachtete die Lagerplätze. Man feierte auf beiden Seiten, auf einer jedoch ohne Alkohol. Ein paar Soldaten Akkars unterhielten sich am Straßenrand, sprachen von der Angelegenheit, lachten sogar darüber. Krend ignorierte es, das man es als Streit zwischen den Hausherren betitelte. Für ihn war es eine Schlacht, und er würde sie gewinnen.


      Eine Woche später in der Zentrale Ebene von Mehyve
      Drei Tagesmärsche westlich vor Tunsey - Armee von Mehyve
      Aranis

      Es war soweit. Heute marschierten die großen Armeen beider Seiten, Mehyve und der Rebellion, in der Zentralebene auf um den Krieg, hier und heute zu entscheiden. Aranis rechnete fest mit einem Sieg. Die letzten Tagen waren äußerst interessant gewesen. Im Körper von Flora konnte sie nicht viel Wissen nutzen, weshalb sie sich weiteres von der Elfen Kasli erzählen ließ. Dennoch erwähnte Aranis, das sie selbst alte Schriften studiert hätte, die auch noch in Goldfield lagerten. Ein Schatz, den sie sich einiestages holen werden. Aranis überlegte, für Kasli in Goldfield einen Tempel zu errichten. Eine hohe Mondpriesterin, oder eine Chaospriesterin für sie als Titel und Stand.
      Uzin war natürlich auch nicht begeistert. Ebensowenig war Merena glücklich darüber, das diese Elfe mal eben so einen hohen Stand und das Interesse von Aranis erwarb. Dennoch musdten sie Aranis treu dienen. Uzin würde im Palast bleiben, und seine Aufgaben erfüllen. merena begleitete Aranis als Leibpriesterin. Sie stünde ihrer Herrin selbstverständlich noch intensiver zur Verfügung als zuvor, schon um Kasli auszustechen.

      Aranis thronte in ihrem Zelt, an dem auch kleinere Zelte angebaut und verbunden waren, jenes von Kasli und Merena, eine eigene Dienerschaft und verschiedene Räumlichkeiten für eine private Rückzugsmöglichkeit.
      Erst gestern abend stand sie vor einem Spiegel und begutachtete sich, eine Hand lag auf ihrem Bauch, strich über diesen, die andere glitt über ihren Hals, während sie ihrer Schönheit huldigte. Es war einiges geschehen, seit der Krönung. Der König selbst war auch im Palast geblieben und bereitete bereits die vollständige Regierung vor. Er war zwar der König, aber zu Aranis hinzugewählt, und da sie auch noch Göttin war, war er ihr zweimal untergeben. Er regierte lediglich als zweite Macht und folgte daher Aranis, auch wenn er selbst Dinge ansetzen konnte. Natürlich auch in Absprache.
      Er sollte sich glücklich schätzen, das er das Schlafgemacht mit einer Göttin teilen durfte, und diese Nächte niemals vergessen. Ein Fehler und sie würde ihn beseitigen lassen.
      Innerlich lachte sie. Flora wäre wohl auch inn 50 Jahren noch eine Jungfer geblieben. Lächerlich dieses rumgedruckse der körperlichen Lust. Flora wurde hiermit vollständig zerstört und besiegt. Jetzt musste sie nur noch Codren erwischen. Irgendwo dadraußen lauerte sie, suchte sicher verzweifelt nach einer Lösung, aber sie würde keine finden. Die Zeit war abgelaufen, den Berserker zu bändigen, diesen auszutreiben. Aber sie würde Codrens Seele austreiben, ganz langsam und genussvoll.

      Die Generäle waren alle eingetroffen, mit ihnen die Armeen. Bis auf notdürftige Verteidiger für die innere Sicherheit gab es keinen Soldaten weit und breit, der nicht hier aufmarschiert wäre.
      Auch die anderen Häuser, die bekanntesten, mächtigsten und größten, so wie eine Vielzahl kleinerer Häuser, Adelsleute und jene, die sich versuchten irgendwo einen Namen zu machen und einem der Häuser beitreten zu dürfen. Sie alle waren da. Tausende Reiter, Schützen, Infanterie und auch Magiekundige.
      Gerüstet erhob sich Aranis und trat vor das Zelt auf ein Podest. Sie überblickte ein Meer aus schillernden roten Rüstungen, darunter auch Weiße und gewöhnliche Materialien. Flaggen mit ihren Symbol und dem von Mehyve. Symbole der eigenen Häuser, über dessen Banner das ihre im Wind wehte. Sehr schön, genau so sollte es sein. Sie stand über allen.
      Sie hob ihr Schwert und sofort wehte ihr die Euphorie der Soldaten entgegen, die ebenfalls ihre WAffen hoben, jubelten, brüllte, ihren Namen riefen, und dann wurde es still, damit sie nochmals eine letzte ansprache halten konnte.
      Dann setzten sich alle Truppen in Bewegung. Sogar schweres Belagerunggerät war dabei. Die Schlacht würde etwa drei Kilometer weiter vor dem Lager stattfinden. Ihre Position war ein sanfter Hügel, der sich einige Kilometer weit erstreckte. Einige Bpsche boten Schutz für Material. Es gab kaum Felsen oder Gestrübb, das irgendwen behindern würde. Der ideale Boden einer Steppe mit Gras das bis zum oberen Stiefelschaft reichte.
      Der Boden bebte mit den Schritten. Metall klimperte, schepperte. Das Rumpeln der Räder der Katapulte und Ballisten vermischte sich mit jenem der Kavallerie.
      Aranis selbst saß nun auf einem pechschwarzem Hengst. Sie selbst war ebenfalls in ihrem schwarzen Kleid aufmarschiert, jenes, welches einst im strahlendem Weiß leuchtete. Ihr Blick finster und gierig, nach dem Sieg. Links und recht ritten Merena und Kasli. Sie sollten zunächst an ihrer Seite bleiben. Boten waren ebenfalls dabei, um Befehle schnell weiterzureichen. Persönlich oder mit Signalflaggen und anderen Methoden.
      Es würde zunächst noch einige Stunden dauern, die Aufstellung zu perfektionnieren. Und dann sollte Vermell sein schwarzes Wunder erleben ....


      Rebellionsarmee
      Vermell - Vultjag

      Scarlett hatte bereits angefangen am ausgemachten Zielort ihre Truppen in Stellung gehen zu lassen. Sie selbst war vom Pferd gestiegen und würde selbst zu Fuß in das Schlachtfeld stürmen. Sie würde alles gnadenlos niedermetzeln was in die Reichweite ihrer Axt käme, und sie wollte Aranis damit spalten. Es gab nur diesen einen Befehl an alle - Aranis gehörte IHR! Man sollte ihr einen Weg zu ihr freischlagen. Je eher sie Aranis bezwingen konnte, desto weniger Soldaten würden fallen. Soldaten die sich dann auch Vermell unterrwerfen sollten.
      Nur eine Sache ärgerrtte sie. Es gab seit neustem auch einen König. Ein guter Schachzug von Aranis. Würde er aber ihren Prinzipchen treu bleiben, oder sich Scarletts Vorschlag anschließen? Der König war sicher kein unansehnlicher Mann, und sie würde sich als neue Königin anbieten. So bekam sie den Titel und die Herrschaft. Man musste das Schachspiel nur zu seinen Gunsten setzen.
      Vultjag hatte natürlich Verstärkung geschickt. Seinen Plänen durfte die Niederlage von Vermell nicht im Wege stehen. Eine ganze Armee Reiter und eine gut ausgebildete Infanterie und einen 5000 Krieger starken Söldnertrupp, der auch nach der Schlacht noch in Mehyve für Vermell Wachhund spielen würde, unterstützten das Haus nach besten Kräften.
      Somit war die zahlenmäßig unterlegene Rebellion wieder gleichauf mit Mehyve. Es war ein gewaltiger Aufmarsch. Selbst für ein Inselvolk eine riesige Ansammlung an Truppen. Beide Seite überschritten zusammen die Zweihunderttausen. Wieviele davon würden sich hier wohl als Leichen stapeln?
      Vermell hätte noch weitaus bessere Chancen gehabt, wären dort nicht zwei Häuser gewesen, die Hochverrat begangen haben. Valgreesias Armee war plötzlich verschwunden. Viel Hab und Gut ebenfalls. Die Schätze. Auch Goss Truppen waren zum Großteil verschwunden. Berichte besagten, das sie in die Berge flohen, irgendwo in Camisse.
      Scarlett würde sie jagen lassen. Sie würde die Camisser auffordern, alle Hölen und Stollen zu durchsuchen, den Feind rauszutreiben, wenn sie selbst nicht noch zusätzlich leiden wollten, sobald sie Mehyve beherrschte.
      Und dann würde sie sich ein oder zwei Jahre neu rüsten. Junge Soldaten ausbilden lassen, um Verluste auszugleichen. Diese würden Mehyve dann intern sichern, während die richtigen Krieger an den Grenzen stehen würden. Oh ja.

      Gefechtsstand Negrell
      Oriel
      Die Schwestern aus Haus Negrell waren ebenfalls voller Vorfreude auf jene Ereignisse, die nun geschehen würden. Ihre Truppen standen an der rechten Flanke, so wie sie es sich gewünscht hatten. Vultjag übernahm die Linke.
      Haus Negrell stand Haus Krend und weiteren gegenüber. Außerdem war da noch Elosia und Barazet, und viele kleinere. Ihre Aufgabe war es, sich seitlich eine Bresche bis zu Aranis zu schlagen. Vermell stand natürlich Mittig, und Scarlett würde an forderster Front stehen, während Aranis sicher irgendwo in den hinteren Reihen lauerte.
      Aber, Negrell war vorsichtig. Ihre eigenen Pläne dürften niemals in Gefahr geraten. Letzte Nacht, als beide umschlungen in iheer Schlafstelle lagen, berieten sie erneutr darüber, im geeigneten Moment die Seiten zu wechseln, sollte sich herausstellen, das Aranis den Sieg erringen kann. Dann werden sie sich zwar links durchgeschlagen haben, aber nur, um Scarlett selbst zu stellen. Vielleicht sie sogar zu Aranis zu führen. Vielleicht brächten sich beide dann gegenseitig um. Sie würden sich ergeben und auf Seiten Mehyves wechseln. Und dann werden sie den König aufsuchen. Wer würde es schon ablehnen, wenn man statt einer zwei Königinnen haben kann? Und wäre der Titel erst der ihre, und das Opfer der Zeugung getan, so könnten sie den König verschwinden lassen, und sich den Thron teilen.
      Lachend waren sie eingeschlafen, friedlich, als gäbe es nichts besonderes.
      Sie saßen auf Pferden und spähten zum Feind, der sich soeben daran machte, seine Stellungen auszubauen.
      "Ariel, ist es nicht aufregend? Wir ziehen in eine Schlacht, an dessen Ende wir auf der Siegerseite stehen, ganz gleich, was geschehen mag. Haus Negrell ist und bleibt das Mächtigste in Meyhve. Das werden sie bald alle anerkennen müssen."
      In der ferne des Ostens konnte man Bergspitzen erkennen. Dort lagerten die begehrten Schätze. Eisenrot ... Eisenweiß. Nie waren sie in den letzten acht Jahren näher an ihnen als heute. Und im Westen die Berge von Camisse. Auch ihre Schätze rückten in greifbare Nähe.
      Ihre Herzen schlugen wild, ihre Blicke verträumt, und doch wachsam und klar.
      Zehn Zerrüttete Zahme Zebragestreifte Zauberhafte Zypern Ziegen Zogen Zum Zehnten Zehnten Zukunftsorientiert Zehnmal Zähneknirschend Zehn Zentner Zerstoßenen Zucker Zum Zoo Zurück
    • Der Zeitpunkt, an dem sich die Zukunft Mehyves entscheiden würde, war gekommen. Die Truppen begegneten sich auf freiem Feld, Vermells Seite bereits in Aufstellung, Mehyve blieb auf sicherer Distanz stehen. Die feindlichen Heere waren gigantisch, ein Anblick, der auf beide Seiten ernüchternd wirkte. Plötzlich war es nicht mehr so leicht abzusehen, ob Mehyve oder Vermell gewinnen würde und das sorgte für eine größere Motivation. Sie würden sich nicht unterkriegen lassen, keiner der beiden. Doch die Soldatenkraft von Mehyve bot auch einen Einblick in die Verteidigungskraft des Landes: Auf ganz Mehyve verteilt, wäre Mehyve nicht mehr so gut gegen Vermell angekommen, die ihre Armee, verstärkt durch Vultjag, an jeden Ort schicken konnte. Das war es auch, was Anthein vorgeschlagen hatte, der im Anblick des bevorstehenden Krieges kalte Füße bekommen hatte: Mehyve in eine Schlacht ziehen lassen, bei der es keinen Gegner gibt und derweil nach Rhodin ziehen und den Palast einnehmen, bevor die neue Königin überhaupt begriffen hatte, dass sie hintergangen worden war. Aber Vermell schenkte ihm keine Beachtung, ihm, der nicht viel mehr an den Tisch brachte als Korrespondenzen und Kontakte. Er war nichts weiter als ein höherer Bote und dies war eine Entscheidung für Krieger. Von den Negrells hatte er genauso wenig Zuspruch gefunden; Sie hatten sich bereits auf diesen glorreichen Tag gefreut und waren nun umso gespannter zu erfahren, welche Seite sie am Ende des Tages wählen würden. Damit war auch keine großartige Diskussion aufgekommen, Vermell würde gegen Mehyve in die Schlacht ziehen.

      Auf der anderen Seite des Schlachtfelds hatten sich selbst die kleinsten Häuser versammelt, um der Rebellion ein Ende zu bereiten oder sich vor Aranis zu beweisen. Die Truppen sahen stark aus, gekräftigt durch die Anwesenheit einer richtigen Königin, die Taten walten ließ, anstatt zu beobachten. Roman Akkar stand selbst zwischen seinen Truppen in der Überzeugung, sich an diesem Tag seiner neuen Königin zu beweisen. Die Taten von Boros in Tunsey hatten ihn erzürnt und er würde nicht zulassen, dass jemand so weichliches wie der Herzog von Krend mehr Gunst bei der Königin erhielt, als er selbst. Es juckte ihn in den Fingern die Rebellen mit seinem Breitschwert zu zerschlagen und er hielt immer mal wieder Ausschau nach Boros, damit er sehen würde, was ihm selbst eines Tages blühen könnte.

      Die beiden Armeen starrten einander für die wenigen Sekunden an, in denen die letzten Truppen sich strafften, die letzten Maschinen herangerollt waren und die letzten Waffen gezückt wurden. Man konnte Vermell ansehen, dass sie vor nichts und niemandem zögern würde, um dem Feind den Kopf abzuschlagen und ihre Truppen empfanden das gleiche. Sie erhob das Wort an ihre Männer, dann gab sie mit einem gellendem Schrei das Stichwort und stürmte voran, ihre Soldaten dicht hinter ihr, allesamt auf den Blutgeruch des Feindes aus. Mehyve setzte sich zeitgleich in Bewegung, zog ihnen mit derselben Moral entgegen, alle nur darauf bedacht den Feind leiden zu lassen. Unendliche Sekunden lang zogen die Truppen aufeinander zu, dann ertönte ein Knall so laut wie ein Donnerschlag, als tausend Speere mit tausend Schwertern und tausend Schildern aufeinanderstießen. Binnen eines Herzschlages wurde ein Dröhnen entfacht, das sich aus dem Geschrei der Soldaten, dem Klirren von Metall auf Metall und dem periodischem Surren der Bogensehnen zusammensetzte. Vermells Truppen spalteten sich gleich auf, Negrell umzingelte den Feind von der rechten Seite, Vultjag von der linken. Außerdem stießen die Lichtkrieger aus Antheins Truppen hervor - sie waren ausgerüstet mit Speer ähnlichen Waffen, die sie mit tödlicher Präzision benutzten. Ihr Brüllen war nicht andauernd so wie das der Soldaten, aber ein immer wiederkommender Schrei, mit dem sie ihre Waffen vorstießen und die wenigen Lücken der gegnerischen Rüstungen penetrierten. Der ganze Kampf kam mit diesem einen Aufschlag zu einem Stillstand, bei dem es weder Mehyve noch Vermell gelang, die gegnerischen Truppen zurückzudrängen.
    • Schlacht von Tunsey

      Die Schlacht begann. Die Armeen beider Seiten waren so wild auf das Gemetzel, als wären sie nur dafür geboren wurden. Vermell wusste, das hier jetzt die Rebellion zerschlagen werden konnte, weshalb jeder um so verbissener kämpfen würde. Auf Mehyves Seite wusste jeder, dass das Land sich wiedervereinen könnte und der Bürgerkrieg durch diesen einen Tag zuende gehen würde. Angestachelt von einer Herrschrin die sich den Gottestitel würdig erwiesen hatte, und Tatsachen schaffte, statt ausharren und den Feind beobachten.
      Ein letztes großes Opfer sollten beide Seiten bringen um das Ergebnis zu klären.

      Lord Hew Perrots Kriegsmaschinen waren die ersten, die dem Feind einen Gruß aussprachen. Auf großer Distanz schossen die Katapulte Felsgestein und Brandbomben, zermürbten einige Soldaten oder brachten ihnen einen flammenden Untergang. Schreie jener, die in den Flammen vergingen verstumten nur Sekunden nach dessen Entzündungen, als ihre Lungen verbrannten, ihre Kehlen zu Asche schmolzen, ehe sie aus einem wilden Zucken zu einer Leblosigkeit wurden.
      Weiter vorne rollten kleinere Ballisten mit, die dem Feind zusätzliche Bolzen durch ihre Reihen jagen sollten. Zusätzlich hatten einige Netze zwischen ihren Geschossen gespannt. Angekettet an den Bolzen, breiteten sie sich nach dem simultanen Abschuss aus und Gewichte am Ende, die nachzogen, entfalteten das Netz des Untergangs. Mit spitzen Stacheln und Haken rauschten diese auf einige Verbände nieder, die sich daraufhin verhedderten, und verzweifelt versuchten, sich zu befreien. Rüstungen waren gut, aber weichere Stellen konnten den Dornen aus Eisenrot und Klingen aus Eisenweiß auch kaum Stand halten. Und nicht jeder trug vollständige Eisenrot Rüstung aus höchster Qualität.
      Es würden zwar nur wenige Krieger davon ausfallen, aber diese fehlten dann an der Front, und jene die halfen die Netze zu zerschneiden, wurden auch aufgehalten.
      Kurz bevor dann beide Seiten ineinander rauschten, stellten die Kriegsgeräte den Beschuss in den vorderen Zielgeraden ein. Die Katapulte sollten nun die hintersten Reihen Vermells attackieren, dort wo deren Kriegsgerät und die Bogenschützen standen.

      General Vlad Dracul der ersten mehyvischen Armee kam mit einer großen Anzahl berittener Krieger, die auf den Nah und Schwertkampf trainiert wurden. Fast Zweidrittel dieser Viertelarmee trug Schwert und Schild. Einige nutzen Zweihänder. Neben Reitern gab es auch noch die Infanterie und einige Schützen.
      In seiner roten Vollrüstung mit erhobenem Schwert voran ritt er mit seinen Reitern an der Front und preschte Vultjags Kavallerie entgegen, krachte mit dieser zusammen und ließ die erste Köpfe von den Schulter rollen, dessen Halsstümpfe noch einige Sekunden das Blut des noch schlagenen Herzens pulsieren ließen, ehe die Leiber vom Pferd zu Boden fielen.
      Ein Klirren und Scheppern von Metall auf Metall, sei es Waffe auf Waffe oder Waffe auf Schild und Rüstung, das Wiehern der Pferde, das Geschrei der Soldaten, die sich noch gegenseitig anstachelten. Das alles wirkte Chaotisch, und war doch koordiniert.
      Mit seiner Infanterie folgte auch die Vierte mehyvische Generälin Miria Isard, deren Truppen ebenfalls gegen Vultags und einiger Rebellen geschickt wurde.
      Sobald sich die Reiter in den Reihen der Gegner verteilt hätten, kam die Stunde der Infanterie.
      Welch dummes Elend, das kaum Rebellen zwischen Vultjags Truppen standen. Das Eisenrot würde Mehyves Seite noch zusätzlichen Vorteil verschaffen. Die Rebellion würde garantiert scheitern.

      Baron Boros Krend, Rose und William Elosia, standen zusammen mit Barazet und der Dritten Generälin Sosanna Lionsky dem Feind und dem Großteil von Haus Negrell entgegen, das ein wahrlich Mächtiges war. Alleine die Schwestern hatten schon einen besonderen Ruf, und galten wie Scarlett vermell als unbezwingbar.
      Krend jedoch stand nich an vorderster Front, sondern begutachtete die Schlacht aus hinterer Reihe von einer Felserhebung, und beriet mit den besten Taktikern, wie man das Geschehen mit so wenig Verlusten und so vielen Erfolgen wie möglich zu seinen Gunsten ablaufen lassen konnte. Signalgeber würden diese Informationen dann weiterreichen.
      Haus Elosia und General Lionsky standen ganz außen auf dem Schlachtfeld. Gemeinsam mussten sie nun dem Einfall von Negrells Kavallerie trotzen, und die war beiden Häusern zahlenmäßig überlegen.
      Elosia war auch eher Kampfstark im Nahkampf und auf Infanterie bedacht. Lionsky war eine gur harmonierende Mischung aus allem. Schützen, Lanzenträger, Reiter, gemische Infanterie und ein paar Zauberkundige. Dazu eine besondere Truppe aus 150 Mann, die mit Falken und anderen Greifvögeln ausgebildet waren, mit hilfe ihrer gefiederten Freunde kleine Brandbomben vom Himmel auf den Gegner fallen zu lassen.
      Damit versuchte man gezielt die Streukatapulte von Vermell auszuschalten, die das Schlachtfeld mit haufenweise Faustgroßen Steinen und stacheligen Stahlkugeln großflächig bomardierten, und Chaos in die Ordnung brachten. Hunderte Krieger gingen auf einen Schlag zu Boden, als der erste Streuregen niederprasselte, und nur Eindrittel davon stand wieder auf und war noch kampftauglich.
      Rose Elosia war inzwischen im Gefecht. Sie schlug mit ihrem Mehrklingenschwert, das an einen dornenbesetzten Rosenstiel erinnerte , um sich, und verletzte ihre Feinde schwer. Nicht jeder starb sofort, da die kleinen Klingen eher wie eine Säge tiefe Wunden erzeugten, das Fleisch herausrissen und klaffende Löcher in Rüstungen trieben, durch die sie dann gezielt zustechen konnte.
      Doch das war noch nicht alles. Mit einer ausgeklügelten Mechanik löste sie eine Verankerung, und das Schwert, dessen Klinge in Segmente unterteilt war, schien auseinanderzustreben, sich in eine lange Kette zu verwandeln. Was eben noch ein Klingenschwert war, war nun eine Klingenpeitsche, wie eine lange Dornenranke von etwa drei bis vier Metern. Wild fuchtelte sie umher, und mähte mehrere Feinde nieder, die ihr zu nahe kamen. Kurz darauf zog sich alles wieder zusammen und bei einzelnen Kriegern nutzte sie wieder die Schwertform.


      Scarlett Vermell
      Sie stand ganz an der Front in der Mitte des Schlachtfeldes. Ihre Axt schwang elegant und zermürbend umher, sang das Lied der totalen Verwüstung und schenkte einem den Trost des Todes, wenn man ihr zu nahe kam. Diese gewaltigen Klingen selbst ließen Krieger Mehyves schon beim Anblick erzittern. Hörte man dann auch noch das Sausen der zerteilten Luft, wenn sie diese schwang, war man froh, wenn der Rest der Kampflärmes dieses übertönte und sie sich in eine andere Richtung fortbewegte.
      Dazu kam noch das irre Lachen von Scarlett, als sie ihre Feinde damit zerschmetterte. Blutregen war verzaubert. Der Blutrauschzauber versetzte Scarlett in einen Kampfrausch, je mehr Knochen sie mit ihrer Axt teilte, je mehr Körper sie zerriss und um sich herum verteilte, oder das Blut derer die Blutregen zu schmecken bekamen.
      Schnell schienen die nachrückenden Krieger zu erahnen, was sie erwartete und es schien sich mehr und mehr um sie zu lichten, weil man versuchte, das Monstrum zu umgehen.
      "Waaahhh, kommt her ihr Feiglinge, kostet vom Eisenrot und badet im Segen von Blutregen ... kommt schon her, HAHAHAHAAAAA..."
      Irgendwo in der Nähe war auch Roman Akar. Seine Soldaten litten bereits unter Scarletts Rausch, wurden von ihr oder ihren Soldaten bekämpft und ringten um jeden Meter Boden, der sich bereits mit Blut tränkte ....


      Aranis

      Sie begutachtete das Geschehen vom Rücken ihres Pferdes aus. Tausende Soldaten waren noch vor ihr, und würden das Gröbste erstmal abfangen. Aber sie selbst plante ebenfalls, im Blute des Feindes zu baden. Außerdem suchte sie nach Scarlett Vermell, um sie zu bezwingen. Vielleicht besdiegte sie sie nur, um sie zu demütigen und dann in ihren Reihen aufzunehmen. Sie war doch mit Vultjag verbündet? Schön, sie würde später die Verantwortung auferlegt bekommen, erneut in Vultjag einzufallen, und den Turm der Wüste zu erobern, was auch immer es mit dem Bauwerk auf sich hatte. Vielleicht eine Art Stätte der Macht?
      Vielleicht fand Scarlett ja dort ihren Frieden?
      "Herrin, sollen wir die Zauber sprechen?", fragte Merena und spähte ehrfürchtig auf das Gemetztel einigige hundert Meter voraus. Der Lärm war ohrenbetäubend, und ein Pfeil rauschte plötzlich in Aranis Oberarm, noch bevor die Antwort kam. Merenas Augen weiteten sich und sie wollte schon etwas übernehmen, als Aranis nur wütent zischte, den Pfeil aus dem Arm zog und einen Heilspruch verwendete. "MEDIS"
      Die Wunde schloss sich wieder und Aranis tat, als sei nichts geschehen. "Haha, auch hier bin ich wohl schon zur Begierde Vieler geworden .., nein, Merena. Noch warten wir ab. Dort hinten ist Scarlett. Ich möchte das ihr mir den Rücken freihaltet, wenn wir sie erreicht haben. Kasli übernimmt links, du rechts, und die Magier baunen einen Wall um uns. Ich wünsche nicht gestört zu werden, wenn ich mit ihr kämpfe. Mischt euch nicht ein, habt ihr das verstanden?"
      Merena wollte wiedersprechen, da Scarlett als unbesiegt gilt, aber Aranis war eine Göttin. Sie vollzog Wunder. Soeben verletzt und doch ungebrochen vollständig genesen auf ihr Ziel fixiert. Würde sie allein die Schlacht beenden und vielen Kriegern das Leben retten? Sie würden sich alle wieder geschwisterlich umarmen und dann gemeinsam alle Feinde Mehyves von der Insel jagen? Ganz bestimmt.
      Sie blätterte in ihrem Buch und suchte einen passenden Spruch.
      "Ja, verehrte Göttin. Ich werde dafür sorgen, das ihr ungestört mit Vermell abrechnen könnt. Zögert aber nicht, mein Leben für euren Sieg zu opfern."
      Ein wenig schleimen sollte drin sein. Würde Kasli auch ihr Leben opfern? Sicher nicht. Die Elfe gefiel Merena nicht. Und sie war Aranis zu nahe ... viel zu nahe. Das verärgerte sie noch mehr. Auch das Aranis Kasli viel länger kannte ....
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    • Die ersten Truppen fielen bereits unter dem Ansturm, die ersten Opfer, die nicht an einem glorreichem Sieg beteiligt wären und deren Namen nicht gefeiert werden würden. Ihrem Beispiel folgten mit jeder verstreichenden Minute mehr Soldaten, deren Plätze wieder aufgefüllt wurden, als wäre ihr Verlust nichts weiter als eine winzige Behinderung. Der Krieg forderte seinen Tribut.

      Vultjag's Truppen waren einige der wenigen, die von der vorherrschenden Euphorie verschont blieben. Sie hatten lediglich die Aufgabe das vertragliche Bündnis zu Vermell aufrecht zu erhalten und wenn diese fallen würde, wäre Aranis gezwungen die Soldaten in die Heimat ziehen zu lassen, wenn sie nicht einen Krieg mit Vultjag riskieren wollte, der bis jetzt wenig Kontakt mit der neuen mehyvschen Herrscherin gesucht hatte. Für die Vultjags war dieser Tag einer von vielen, wenngleich der Ausgang sich sicher auch auf die Beziehung der beiden Länder auswirken würde.
      Dennoch kämpften sie um ihr Überleben. Die Soldaten von Vultjag waren, wie es sich bei der großen Schlacht von vor sieben Jahren gezeigt hatte, ein zähes Volk, das die Rauheit des Kampfes gewohnt und geschult war. Als General Dracul's Kompanie mit ihnen zusammenstieß, wurde das Gemetzel groß, doch selbst wenn einem vultjagschem Krieger der Arm abgehackt wurde, warf er sich seinem Gegner mit dem Gebrüll eines wilden Tieres entgegen und konnte dann auch noch einen Treffer landen. Die Vultjags fielen unter der anstürmenden Macht der Mehyver, rissen dabei allerdings große Lücken in die Linien ihres Gegners. Diese Lücken wurden auf einen Befehl von General Merin Servic hin von dessen Truppen penetriert.

      Die Truppen von Servic hatten bis auf ausgezeichnete Waffen und Rüstungen nichts besonderes zu bieten. Unter dem Befehl von General Servic - er war der Onkel des verstorbenen Cousins von Anthein - brachten sie damit zumindest eine stabile Verteidigungslinie zustande, die Mehyve das Leben erschwerte. Doch ihre Position erwies sich kurz nach Beginn des Kampfes als absolut perfekt, denn die nahegelegenen Vultjags ermöglichten es ihnen, einen ungeplanten Vorstoß zu machen. General Servic, der ein kampferprobter Mann war, gab den Befehl dazu. Blitzschnell schoben sie sich in die entstandenen Lücken der Mehyver und nahmen die Plätze gefallener Vultjags ein - und mit ihnen die Krieger des Lichts.
      Die Mönche waren eine Kompanie für sich, die sich allerdings nach Absprache an Servic hielten. Ihr Kampfstil war äußerst gewöhnungsbedürftig, denn sie kämpften durch einstudierte Bewegungsabfolgen, die sie alle zur gleichen Zeit vollführten. Wann immer sie eine Bewegung vollzogen, stießen sie ein gemeinsames Brüllen aus und manchmal, in den wenigen Sekunden dazwischen, wenn nicht gebrüllt wurde, konnte man Plauk's donnernde Stimme hören, die irgendein unverständliches Wort schrie und damit wohl die nächste Bewegung einleitete. Seine Stimme wurde jedes Mal von dem choralem Gebrüll beantwortet.

      Das Haus Akkar stieß mit dem Haus Menglin zusammen. Menglin's Truppen waren zahlreich und stark, doch das Haus Akkar erblühte unter der Führung seines eigenen Hausherren, der sich an der Front nicht davor scheute, sich als erstes ins Gewühl zu stürzen. Sein Schwert war lang, breit und schwer und mit der ungezähmten Kraft eines Barbaren konnte er damit sogar in eine Rüstung schneiden, wenn sie nicht unbedingt aus Eisenrot bestand. Alle paar Sekunden zog er sich eine Linie zurück, um einen Blick über die Schulter zu werfen und - begünstigt durch seine Größe - das Schlachtfeld zu überblicken. Dann brüllte er immer Befehle, die automatisch durch seine Reihen weitergetragen wurden und stürzte sich kurz darauf wieder ins Getümmel, um einem unaufmerksamem Soldaten den Kopf abzuschlagen.
      Als er sich das dritte Mal zurückzog, um die Lage zu überblicken, sah er, dass eine Seite seiner Truppen unter den Männern von Vermell selbst litt. Er brüllte seine Befehle weiter, um die Seiten zu stärken, als er sah, dass Scarlett sich auch unter den Angreifenden befand. Das war seine Chance. Wenn er Aranis ihren Kopf übergeben könnte, würde sie ihn bestimmt dafür belohnen. Womöglich konnte er in den Rang eines Kommandanten gehoben werden - das war eine wunderbare Aussicht. Er hätte seine eigene Befehlskraft über die mehyvsche Armee und würde bei militärischen Beratungen anwesend sein. Das Haus Akkar würde ganz offiziell als das Kriegshaus bekannt werden.
      Er passte seine Befehle entsprechend dem neuem Plan an und bahnte sich einen Weg zu Scarlett. Sie hatte das Geschehen um sich herum bereits gut unter Kontrolle, ihre Axt mähte jeden nieder, der den Fehler begann sich ihr zu weit zu nähern und mit der tödlichen Klinge in Berührung zu kommen. Roman hatte davor keine Angst. Er stellte sich ihr in den Weg und parierte ihren Schlag, sodass die beiden Waffen voneinander abprallten.
      "Komm her du Hexe!", brüllte er ihr entgegen und schwang sein Breitschwert zu einem vernichtendem Schlag über den Kopf. Er würde sie lehren, sich gegen Mehyve aufzulehnen.

      In den hintersten Reihen von Mehyve beobachtete Kasli das Geschehen mit gleichgültiger Miene. Das Geräusch von Metall auf Metall kombiniert mit den Schreien tausender Soldaten war ihr nichts neues und sie verstand sowieso nicht, wieso man sich mit so einer unwichtigen Sache beschäftigen wollte, wenn eine Göttin unter ihnen weilte. Nur diese Merena, der sie hin und wieder garstige Blicke zuwarf, war ihr nicht gleichgültig. Sie war wie ein Dorn im Auge, eine lästige Kakerlake, die sich ständig bei Aranis einzuschleimen versuchte, ihr ungefragt ihre Ratschläge mitteilte und ihre Hilfe anbot. Es war entsetzlich respektlos; Hielt sie Aranis etwa für jemanden, der ihre Hilfe benötigte? Wer war sie schon, dass sie sich als nützlich für eine Göttin sah? Niemand war sie. Sie verdiente den Stand einer Priesterin nicht.
      Kasli beobachtete reglos, wie ein verirrter Pfeil sich in den Körper von Aranis bohrte und sie ihn wieder herausnahm. Da war sie wieder zur Stelle, die hilfsbereite Merena, aber diesmal verhielt sich Aranis ihr gegenüber äußerst missbilligend. Das war gut. Aranis schien selbst zu merken, wie wenig Merena ihren Platz an ihrer Seite verdient hatte.
      Aranis erinnerte die beiden an den Plan und Kasli nickte knapp. Merena war natürlich zuvorkommend wie immer. Kasli fragte sich, ob sie sie nicht in dem Gewühl der Soldaten unbeobachtet beseitigen könnte.
      "Ich bin mir sicher, dass Ihr mit den Sterblichen keinerlei Probleme haben werdet, Aranesi."
      Ihr Blick bohrte sich in den von Merena.
    • Die Schlacht forderte bereits viele Opfer, besonders jene, die weniger mit Eisenrot oder Eisenweiß geschützt waren, oder zumindestens etwas anders Hochwertiges trugen. Mehyver kämpfte gegen Mehyver, wann hatte es das schonmal so in den Geschichtsbüchern gegeben? Und das alles nur, weil jemand mit der Thronfolge oder der Art und Weise, wie diese zustande kam, nicht einverstanden war.
      Die Soldaten badeten es aus, anstatt einfach einen Zweikampf zu fordern, und rechtmäßig sollte der Sieger dann anerkann das Land führen. Aber dazu hatte wohl keiner Lust gehabt, und eher geballte Kräfte walten lassen, oder die Anwohner in Angst, Schrecken und Sorgen versetzt. Außerdem könnte dann jederzeit jemand kommen und den Thron fordern, sofern er mutig und sicher genug wäre, auch den Sieg zu kassieren. Das durfte man auch nicht zulassen, denn dann wäre Mehyves Thron kein sicherer Herrschaftsplatz mehr.
      Es musste auf diese Weise geklärt werden. Aber, man konnte versuchen die Verluste so gering wie möglich zu halten. Auf See fanden keine Gefechte statt. Die Matrosen warteten darauf, sich wieder brüderlich in die Arme zu fallen, gemeinsam den Rum aus den Frachtluken zu gießen, um darin zu baden. Man wartete nur noch darauf, welcher Herrscher letztenendes ausgerufen werden sollte. Wer eben noch Aranis rief, brüllte schon bald Vermell, oder umgekehrt. Die Seeleute waren vermutlich die Einzigsten, die genau wussten, heute als Überlebender in den Hafen heimzukehren.
      Die Soldaten auf dem Schlachtfeld jedoch spielten mit den Gebeinen des Todes.

      Vermell

      Das Blut hatte bereits viele Bereiche des Schlachtfeldes verfärbt. Das trockne, zum Teil grünliche Gras, mischte sich mit dem Saft des Lebens, spielte mit Rot und Braun, wenn es durch Stiefel mit dem Staub vermengt wurde, und ein klebriger Morast entstand. Immer wieder kam es in Geschichten vor, das Krieger auf dem Schlachtfeld ertranken, in dem man ihre Köpfe in blutgefüllte Pfützen tauchte bis sie regungslos liegen blieben. Aber das waren natürlich nur Gerüchte, Erzählungen von betrunkenen Kriegern, die ihre siegreiche Schlacht ausschmückten.
      Scarlett fraß sie bereits durch weitere Krieger die nicht mehr ausweichen konnten, und streckte sie nieder. Pfeile prallten von ihrer Rüstung ab, ebenso Klingen oder stumpfe Waffen. Ein Felsgeschoss rauschte in den Boden, riss Truppen Akars und Vermells mit sich, rollte auf Scarlett zu, die ihre Axt brüllend schwang und das Geschoss spaltete, so das beide Hälfte sicher an ihr vorbeieierten und dann liegen blieben. Der Klong und das knackende Bersten des Steins zog durch Mark und Bein. Funkenflug und Steinsplitter verteilten sich ein wenig, und Scarlett lachte. "HAHA, war das schon alles, was die Katapulte von Mehyve bieten können? Lächerlich!"
      Sicher konnte so ein Fels auf Scarlett platt machen, aber jetzt war es ein Hausherr, der sich näherte. Und jeder schien Respekt davor zu haben, die beiden einen einsamen Kampf führen zu lassen. Die Soldaten blieben lieber unter sich und kamen keinem dabei in die Quere.
      Scarletts Augen leuchteten wie Rubine im Feuerschein. Das Funkeln nach mehr Blut und Knochen warf auch eine Gier in ihr Gesicht. Dann näherte sich Roman und forderte die Blutbaronin, die jetzt auch noch als Hexe betitelt wurde. Beides missfiel Scarlett, die sie war weder das Eine noch das Andere.
      "Wahhh, elender Narr, koste mein Beil!", spuckte sie ihm entgegen. Er fürchtete sie nicht und parrierte den ersten Hieb, was Scarlett lächeln ließ. "Endlich jemand der ein wenig mehr aushält. Wollen wir sehen, wie stabil die Beine sind? Oder dein Schädelknochen?"
      Erneut warf er sich ihr entgegen, täuschte an und hob das Schwert, schlug auf ihren Kopf nieder, was ein Scheppern verursachte. Nein, es war nicht ihr Kopf, den er getroffen hatte. Scarlett stand vor ihm, den Kopf zur Seite geneigt mit neutralem Blick, während ein paar ihrer Haare zu Boden rieselten. Er hatte nur auf ihre Rüstung geschlagen, so dass das Schwert auf ihrer linken Schulter ruhte. "Ohhoooo, was für ein amüsanter Schlag. Er war tatsächlich zu spüren. Ihr habt Kraft in den Armen, seid aber viel zu langsam und zu plump, um es mit einer eleganten Dame wie mir aufnehmen zu können, hihihihi."
      Sie griff mit ihrer Hand schach dem Schwert, das ebenfalls aus Eisenrot bestand und durchaus Schäden an ihrer Rüstung verursacht hatte, aber vom Winkel und als Schlag mit der Längsklinge jedoch nicht genug Kraft besaß, diese zu durchdringen. Ein Stich hätte das sicher mehr Erfolg gehabt.
      "Verfluchtes Weib, bringt dich den gar nichts zu fall?", krurrte er sie an, und zog am Schwert, das irgendwie in ihrem eisernem Griff fest hing.
      "Mich zu fall bringen? HAHAHA, dieser Witz hätte es womöglich tatsächlich schaffen können, allerdings .... ist es mir hier etwas zu schmutzig."
      Ihr Blick verfinsterte sich und sie zog Akar zu sich und holte zeitgleich mit der Axt aus. Er schrie kurz auf und blieb auf dem Boden liegen. Der Versuch aufzustehen scheiterte, und als er nach hinten sah, fand er eines seiner Beine neben sich, das andere lang irgendwo. Zwei klaffende Oberschenkel präsentierten sich und er krabbelte erschrocken etwas zurück.
      "Ahhh, ahhhh, du.... DU HEXE!", fluchte er und sah sich schon in einem Schaukelstuhl sitzen, den ganzen Tag anderen beim Gehen zuzusehen, oder von Bediensteten auf den Rücken eines Pferdes gesetzt zu werden, um wenigstens etwas Bewegungsfreiheit genießen zu können. Aber das würde nur noch ein ferner Traum bleiben.
      "NIEMAND! Niemand .... nennt MICH eine Hexe! Verrecke .... verrecke ... VERRECKEEEEEE...!"
      Ein Letztesmal rauschte ihre Axt nieder und machte dem Elend von Roman Akar ein schnelles Ende. Viel hatte er nicht erreicht, und sein einziger Lohn was das Ableben seines kümmerlichen Daseins. Ob Zaina noch lebte, einestages noch rechtmäßig wieder auf dem Thron sitzen und regieren würde? Sie war tatsächlich die Tochter des Königs und der Königin, wo auch immer sie sein mochten.
      Dann war auch Roman zwiegespalten worden. Swin ganzer Körper wurde von oben nach unten durchschlagen, während das Beil hochkant aus diesem ragte. Scarlett lachte.


      Aranis

      Sie hatte alles beobachtet vom Rücken ihres Pferdes aus. Roman Akar hatte es gewagt, die Blutbaronin anzugreifen, und war kläglich gescheitert. Ein Jammer. Nun, er hatte sicher Söhne oder Töchter, die seinen Platz einnehmen würden. Wenn nicht, sollten alle Überlebenden Akars Soldaten Haus Mehyve beitreten, nein, Haus Aranis von Mehyve.
      "Nun gut, dann werde ich mich persönlich um diese Brut kümmern. Sie wird ihr Schwarzes Wunder erleben, haha. Der Mond steht in einem schlechten Licht für sie."
      Gesagt, getan. Sie näherten sie jetzt dem Schauplatz des letzten Zweikampfes. Wie befohlen errichteten die Magier kreisförmig einen Wall um Aranis. Sie selbst waren es, die sich ausbreiteten,und jeden davon abhielten, sich ihr zu nähern.
      Merena selbst murmelte einen Spruch aus dem Buch, der eine Art Schutzglocke gegen Pfeile über diesen Ort legte. Dann schoss sie noch ein paar dunkle Energieblitze in die gegnerischen Reihen und streckte ein paar Soldaten nieder, oder verletzte sie schwer.
      Kasli war irgendwo auf der linken Seite aktiv, was auch immer sie dort trieb.
      Lächelnd blickte Aranis auf Scarlett herab, die kurz schnaubte. "Willst du auf dem Pferd sitzen bleiben, oder hast du genug Anstand .... heee, moment mal, ich kenne dich doch. Jaaa, DUUUU! DU BIST ES! Du hast Zane umgebracht ... elende Schlampe. Also ist es tatsächlich Flora Goldfield, wie man sagen und hören ließ. Was ist nur aus dir geworden?", polterte Scarlett und schwang einmal die Axt, um die Überreste von Akar los zu werden.
      Aranis lachte.
      "So begegnen wir uns wieder, Scarlett Vermell. Tja, wie soll ich sagen, ich habe mich selbst gefunden. Und was Zane betraf, der war einer der Reden schwingen konnte, mehr jedoch nicht. Kein Verlust für das Land."
      Scarlett knurrte. "So? Dann hast du ja nichts dagegen, wenn ich mir den König hole. Ich bin eh die bessere Frau für ihn, und nicht so ein kleines Flittchen wie du. Einst liefst du als Braut durch die Gegend, auf der Suche nach der besseren Hälfte, aber gefunden hast du nur den Tod. HA HA, passend dazu bist du ja schon in Schwarz gekleidet."
      Sie erinnerte sich an die Kämpfe. Flora soll Rosen zu jenen geworfen haben, die ihr gegenüberstanden. War es nicht so, das jeder, der sie annahm überlebte, und wer sie liegen ließ, starb? Oder war es umgekehrt?
      "Ich werde eine blutrote Rose aus Eisenrot auf dein Grab legen. Sie soll dich für die Ewigkeit daran erinnern, wer dich niedergestreckt hat. Und außerdem, hehehe, werde ich dir einen besonders SONNIGEN Platz suchem, damit das Licht Aranas dir treu zur Seite steht!"
      Jetzt war es Aranis, die knurrtte und wütend vom Pferd sprang. Selbstverständlich würde sie nicht zu Ross sitzen. Es würde sie nur hindern. "Beleidige mich ruhig, Scarlett. Ich werde dich hier und jetzt bezwingen, und dich demütigen. Du wirst im Staub kriechen, und mir das Blut von den Stiefeln lecken, wenn ich es befehle. Du wirst dich ergeben und mir treu dienen. Der Tod bleibt dir verwehrt. Das solltest du wissen!"
      "TENEBRIS" "DEFRACTO"
      Die Umgebung verfinsterte sich plötzlich, als wäre es Nacht geworden. Die Sicht vernebelte sich und erschwerte Scarlett es, ihre Gegnerin im Auge zu behalten. Diese jedoch stürmte schlagartig vor mit der Klinge voraus, und Scarlett sprang in letzter Sekunde überrascht zur Seite. Mit der Axtklinge traf sie Aranis Schwert, was einen kurzen Funkenflug verursachte, aber beide Waffen unbeschadet ließ.
      "Tzzz, was ist das für ein Metall? Es ist kein pures Eisenrot!", zischte Scarlett. Aranis lachte. Schwarze Rosenblätter regnete sanft vom Himmel, wie abgestorbene Blätter, die vom Baum fielen. Die Aura des Schwertes vermischte sich mit der Dunkelheit. "Fearnium. Ein Metall ebenso edel wie Eisenrot. Nein, viel besser noch. So selten, das man sich davor fürchten sollte, es zu finden und zu nutzen. Hüte dich also davor, von ihm aufgefressen zu werden."
      "RED KEINEN UNSINN --- STIRB!", brüllte Scarlett und sprang vor. Axt und Schwert trafen sich, Aranis wich zwei Schritte zurück. Die Wucht Scarletts Schläge war enorm. Dazu das Gewicht der Waffe, die sie trotzdem federleicht zu bewegen schien. Das wird sicher kein einfacher Kampf. Aber Scarlett schien innerlich unruhiger zu sein als Aranis, die Scarletts wütendem Blicken mit einem verspielten Grinsen entgegen kam.
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    • Roman Akkar fiel so unbeachtet wie die anderen tausend Soldaten, deren Leichen bereits den Boden säumten. Seine Leiche würde später noch aufgesammelt werden, um ihr ein anständiges Begräbnis zu ermöglichen, doch bis dahin würde sie ein Hindernis für alle lebenden Soldaten bleiben, die über sie stolperten, an ihr hängen blieben und ihren Kopf zerdrückten. Einer von vielen, dessen Tod nichts veränderte.
      Scarlett stellten sich einige weitere Soldaten, die den Tod des Oberhauptes gesehen und sich stark genug hielten, um ihn rächen zu können, doch keiner konnte ihr etwas anhaben - bis die Königin selbst auf das Schlachtfeld ritt. Ihr im Wind wehendes, schwarzes Kleid wirkte, als könnte es sie jeden Moment in die Lüfte heben und die Soldaten in dieselbe Dunkelheit tauchen, die auch das Kleid inne hatte. Soldaten machten ihr freiwillig Platz und selbst gegnerische Krieger wichen ihr aus, denn ihr Anblick erinnerte an einen Todesengel, der gleich seine Flügel ausbreiten würde.
      Aranis stellte sich Scarlett in einem Zweikampf auf Leben oder Tod. Die Magier errichteten eine Kuppel um sie herum, die sich binnen weniger Augenblicke in tiefe Finsternis hüllte. Kasli selbst verstärkte den Wall mit Blitzen: Sobald sich ein Soldat näherte, bekam er einen elektrischen Schlag ab, der ihn nach hinten beförderte. Sie beobachtete Aranis für einen Moment, bis sie nicht mehr zu sehen war, und lugte dann zu Merena hinüber. Nach kurzer Überlegung und kleiner Vorbereitung, ließ sie die Blitze an der Kuppel entlang wandern und verpasste damit plötzlich Merena eine, die sich nach hinten überschlug und beinahe unter die Klingen der Soldaten geraten wäre. So knapp. Beim nächsten Mal musste sie mehr Spannung drauflegen.
      "Pass besser auf, Priesterin Merena", rief sie ihr zu und wandte sich schon wieder ab, um die Blitze wieder gleichmäßiger zu verteilen. Sie verzog die Miene. Beim nächsten Mal würde es schnell und unauffällig sein.
    • Merena

      Schnaufend rappelte sie sich wieder auf und schüttelte sich kurz. Dieser Treffer war nicht ohne. Sie kannnte soetwas wie Blitzzauber, die wie die mächtigen Blitze der Natur einschlagen und das Ziel verbrennen konnten, oder abgeschwächt auch andere Effekte brachten, wie diesen den sie abbekommen hatte. Und das war keineswegs ein Zufall. Wieso bekamen die anderen keinen Stromschlag? Nein, nur sie war das Ziel, und diese Kasli wollte das mit Absicht.
      "Duuuuhhh, zeigst du endlich dein wahres Gesicht, du hässliche Elfe? Nein, du bist eine Schlange, wie es deine Zunge verrät. Du versuchst Aranis um den Finger zu wickeln, sie mir wegzunehmen, aber das lasse ich nicht zu. Hihi, hier ist die perfekte Gelegenheit dich zu beseitigen. Ich werde Aranis davon überzeugen, wie NUTZLOS du gewesen bist, und ihr Dank wird mir zukommen. VERRÄTERIN!"
      Sie murmelte ettwas und erzeugte eine schwarze Kugel, die auf Kasli zuflog, aber die Elfe konnte ausweichen, bevor die Kugel ihre vorige Position traf, und einen kurzen schwarzen Feuerfunken erzeugte, als sie verpuffte. Schwarzes Feuer. Schattenfeuer. Offenbar konnte Merena dieses noch nicht korrekt anwenden, selbst mit Hilfe des Buches nicht.
      "Ahhhhmpf, bleib gefälligst stehen, du Miststück ...", fauchte sie, stiefelte Kasli nach und blätterte bereits im Buch um einen neuen Zauber zu weben. Beim Zweitenmal hatte sie Glück, und konnte mit einem Chaoszauber Kaslis Füße in einen ungeschickten Stolperzirkus verwandeln, so das die Elfe unweigerlich auf dem Boden plumpste. Merena lachte und fühlte sich um so mächtiger. "HAHAHA, Jaaa, krieche im Dreck, zeige allen was für eine armselige Elfe du bist!"
      Sie versuchte es nochmals mit einen schwarzen Feuerspruch, der Kasli selbst entflammen sollte.


      Scarlett und Aranis

      Der Kampf spitze sich zu. Für eine Weile ließen sie nur ihre Waffen miteinander sprechen, während Scarletts Blick voll Zorn, Hass und Wut gesättigt war, hatte Aranis nur ein gieriges, verspieltes Grinsen über, das nach mehr verlangte. Dennoch schien Aranis nicht in der Lage zu sein, Scarletts Verteidigung zu umgehen. Sie war eine geschickte und mächtige Kriegerin, das musste Aranis zugeben. Und sie zu töten stand nicht länger zur Wahl. Ja, sie würde bezwungen werden und weiter ihren Dienst in Mehyve verrichten - für Aranis.
      "HA, du nennst dich eine Göttin, und kommst kaum damit zurecht, meine Schläge abzuwehren. Ich bemerkte kaum offensive Attacken von dir. Bist du doch nur die schwächliche Bäuerin, die mehr mit ihrem Mund und irgendwelchen Tricks kämpfen kann, als mit der Klinge? Ich füchte deine Waffe nicht. Aber du solltest meine Axt fürchten. Hehe, ich werde damit deine nochen zu Staub zermahlen!"
      Wieder sprang Scarlett vor, hieb von links, Aranis parierte, einen Schritt zurück, hieb von rechts, die Klingen trafen sich.
      "Kaum Offensiven? Selbstverständlich nicht. Ich muss dich doch prüfen und denke das du würdig bist, mir zu dienen. Dein Kampfstil hat durchaus seinen Nutzen. Aber, wenn du darauf bestehtst, das es zuende geht, dann werde ich die Rebellion jetzt zerschlagen. GENUG GESPIELT! TIR"
      Aranis Augen leuchteten kurz auf und Sccarlett blickte in diese. Zuerst konnte sie sich darauf keinen Reim bilden, aber ihr erneuter Versuch anzugreifen, verwandelte sich in ein Zögern. Irgendetwas stimmte nicht. War es ein Fehler jetzt vorzustürmen, und mit der Axt auf ihre Beine zu zielen? Nein, ganz sicher würde sie ausweichen, ja vielleicht uf die Klinge springen und die Axt festsetzenb, dann wäre sie Waffenlos. Die Rüstung, ihr Schwert war vielleicht, nein, ganz sicher zu stark.
      "W...was...? Was geht hier vor? Wieso ... wieso kann ich nicht angreifen, ich will es doch ... ich muss dich doch töten ..."
      Aranis laachte finster und richtete das Schwert auf Scarlett, die daraufhin auf die Knie sank, und ihr Axt los ließ.
      "Jaaa, knie nieder und krieche im Staub. Komm her zu mir ..."
      Scarlett griff sich an den Kopf, ihre Lippen bebten, dann schrie sie auf. Furcht. Noch nie hatte sie so viel Angst verspürt. Das Gefühl überwältigte sie förmlich. Diese Frau, Aranis, wie konnte sie nur so mächtig sein? Allein mit Worten ... genau wie bei Zane. Er starb durch Aranis. Nein, sie selbst wollte nicht so enden wie der Prinz, sie wollte leben ...fand sich tatsächlich kriechend am Boden wieder, auf Aranis zukrabbelnd, die mit ihrem eiskalten Blick in Ihre Seele starrte.
      "Jaaa, haha, komm her, und leck meine Stiefel. Leck mir das Blut ab und schwöre mit ewige Treue. Dann darfst du leben, und große Aufagen werden dich erwarten, und noch größerer Lohn, wenn du sie erfüllst. Beenden wir diese Lächerlichkeiten hier.", forderte Aranis und lockte Scarlett weiter.
      Scarlett selbst, die langsam wieder klare Gedanken fasste, konnte kaum glauben, was sie tat, was ihr angetan wird. Diese Angst wollte sie kein Zweitesmal verspüren müssen. Nein, andere waren es doch, die SIE fürchteten. Ja, so war ees richtig. Aber hier war alles verloren. Noch ein Wort dieser schrecklichen Göttin, und Scarlett würden dauerhaft daran zerbrechen.
      "Verflucht seist du, Aranis .... doch gewähre mir deine Gnade ...."
      "Dein Schwur?"
      Scarlett erreichte Aranis, spürte das Schwert, das sich rücklings auf ihre Rüstung legte, bereit zuzustechen. Der Zorn war übermächtig wie die Angst von eben, und sie musste sich beherrschen nicht lauthals zu schreien, ballte die Fäuste, schlug auf den Boden und dann schwor sie Aranis die Treue und leckte über die Stiefelspitze. Der wiederliche Geschmack von Dreck und Blut grub sich in ihr Gedächnis. Der Anblick in ihre Augen.
      Als sie aufsah, wurde es still. Der Schatten war weg. Verflucht. Aranis hatte ihn noch vorher aufgelöst, so das es alle sehen konnten. Ja, viele ihrer Soldaten sahen, wie sie vor der Königin kroch, sie wie ein Hund um Gnade anbettelte und ihr treue schwörend die Stiefel putzte. So eine Schande. Das würde ihr ewig nachgetragen werden.
      Noch etwas, was beide Armeen abgesprochen hatten, sollte es dazu kommen, das eine Seite den Sieg erringt. Ein Signalfeuer das von Zauberkundigen in den Himmel gefeuert wurde, sollte den jwweiligen Sieger ausrufen. Scharze Rauchexplosionen zischte laut knallend am Himmel, Sieg für Aranis.
      Krieger, die eben noch aufs Blut verfeindet waren, und sich gegenseitig an die Gurgel sprangen, stellren die Kämpfe ein, jubelten und sprachen den Rebellen zu, das sie gemeinsam feiern könnten. Die Entscheidung wurde getroffen, und nun waren sie alle wieder Freunde und Brüder, die sich umarmten und gemeinsam jubelten. Und gemeinsam würden sie um ihre gefallenen Kameraden trauen.
      Nur Vultjags Krieger enthielten sich. Ihre Aufgabe war erfüllt und trug nicht länger Nutzen. Jetzt waren sie gegen alle verfeindet und massiv in der Unterzahl. Heute mussten auch sie die Waffen ruhen lassen, und sie zogen sich zurück, als ein Signalhorn ertönte. Skor Vultjag wäre sicher nicht erfreut über diesen Ausgang der Schlacht. Ehre dem, der ihm diese Kunde vor die Füße legen sollte ....

      Aranis hob ihr Schwert und rief den Sieg aus, auf das der Jubel nochmals zunehmen sollte. Boten würden diese Nachricht im ganzen Land verbreiten, und in wenigen Tagen würden auch die Matrosen der Kriegsschiffe wieder gemeinsam in den Schenken Bier und Rum trinken, lachen, tanzen und singen, und um das größte Seemansgarn spinnen.
      Scarlett erhob sich und atmete schnaufend, wirkte aber alles andere als bedrohlich. Sie hatte verloren und akzeptierte diese Niederlage. Dennoch war sie eine Mehyver und irgendwie stand sie jetzt auch auf der Seite der Sieger. Auch wenn sie nicht die Anführerin war. Aber sie würde einen hohen Posten einfordern, für die Schmach die sie erlitten hatte.
      Sie spuckte den wiederlichen Geschmack aus dem Mund und holte ihre Axt, die sie dann hinter sich her zog.
      Aranis selbst aber schien auch etwas irritert zu sein, denn eine Elfenfrau, groß und schlank mit recht großen Ohren, näherte sich der Königin, die sogleich fragte, wo Merena geblieben wäre.
      Die Elfe erklärte es Aranis und wollte ihr ein Buch überreichen, das die Göttin nur kurz beäugte. Dann legte sie eine Hand auf die Schulter der Elfe und überließ ihr das Buch. Dann rief sie die Elfenfrau, die wohl auf den Namen Kasli hörte, zu ihrer neuen Leib und Monndpriesterin aus. Angrenzende Soldaten ehrten sie und jubelten kurz.
      Aranis forderte die Überreste Merenas zu Asche zu verbrennen, und diese dann in einer Truppenlatrine zu begraben. Die letzte Ehre, die sie für ihren Verrat verdiente.

      Danach ordnete sie an zum Lager zurückzukehren, und beide Seiten sollten sich erstmal um die Verwundeten kümmern, und in ihre Bereich Heim kehren. In zwei Wochen dann soll Mehyve offiziell als Wiedervereint ausgerufen werden, was mit einem dreitägigen Fest in allen Ortschaften begleitet wered sollte. Danach haben sich alle hochrangigen Offiziere und Hausführer im Palast einzufinden, wo weiteres Vorgehen geplant werden sollte. Auch alle Infos zum momentanen Status der Häuser, Truppen und so weiter, sollten erörtert werden. Die Beratungen seien für mindestens eine Woche angesetzt. Somit würde der nächste Monat der friedlichste seit 8 Jahren in Mehyve werden.
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    • Merena rächte sich für die Trickserei. Damit hatte Kasli gerechnet und sogar darauf gehofft, denn es bot ihr die Gelegenheit zu sehen, wie viel die Priester dieses Landes von Aranis' Kunst verstanden.
      Dem ersten Angriff wich sie aus, doch der zweite beförderte sie zu Boden. Das stimmte sie ärgerlich. Jetzt hatte sie sich in Gegenwart der Göttin schmutzig gemacht. Jetzt musste dieses Spiel doch schneller beendet werden, damit sie sich nicht auch noch blamieren würde.
      "Ich bin keine Elfe und du keine Priesterin!", fauchte sie und hob den Arm. Sie hatte es satt mit diesen eingebildeten Kreaturen verglichen zu werden. Wenn Merena erstmal beseitigt sein würde, würde sie dafür sorgen, dass niemand sie Elfe nennen würde.
      "Ardat!"
      Sie zeigte mit dem Finger auf Merena und spürte, wie der Zauber sich prickelnd in ihrem Körper entfaltete. Es war ein Blutzauber, einer der gefährlichsten Art. Kasli beherrschte die Zauber, die sie kannte, aufs meisterhafte und konnte sie ohne ein so lächerliches Buch entfalten, doch Merena war zumindest nicht langsam im Lesen und noch schneller war sie im Umsetzen. Sie erstarrte im selben Moment, als Kasli plötzlich in Flammen aufging und erschrocken aufschrie. Das schwarze Feuer, das sonst ihr gehorcht hätte, versenkte nun ihre Kleidung und ihre Haut und sie brauchte einen Moment zu lange, um zu begreifen, dass sie das Feuer auch hätte umlenken können. Doch dann erstarb es mit einem Mal wieder und Kasli sah auf. Merena war wie eine Statue erstarrt, doch jetzt floss aus ihrem Mund, ihrer Nase, ihren Augen und ihren Ohren das Blut heraus, dünne Tropfen, die sich allerdings bald vermehrten und herausströmten, als würden sie die Freiheit suchen. Nach ein oder zwei Sekunden der Starre kollabierte Merena und war gestorben, bevor sie auf dem Boden aufschlug.
      Kasli schnappte nach frischer Luft und richtete sich langsam auf. Die Kleider hingen ihr in Fetzen vom Körper und an einigen Stellen hatten sich Brandblasen auf ihrer Haut gebildet. Dunkles Feuer war wesentlich stärker als die übliche Variante. Sie behandelte ihren Körper mit einigen Medis-Sprüchen, die sie mehr erschöpften als der eh schon kraftzehrende Blutzauber und blickte dann zu Aranis. Sie sah gerade noch, wie Scarlett ihr die Treue schwor, ein Anblick, der eines Gemäldes würdig war. Sie lächelte breit über den unverkennbaren Sieg ihrer Göttin und prägte sich ein, dass sie ihr nachher anbieten würde, ein Porträt von diesem einzigartigem Moment anfertigen lassen. Selbstverständlich vorausgesetzt, der Maler würde sich würdig erweisen ihre Göttlichkeit in all ihrer Pracht auf ein Stück Leinwand zu bringen.
      Damit hatte die Schlacht ein Ende erreicht. Der Pakt der beiden Anführer würde dafür sorgen, dass das Land wieder vereint war. Keine Rebellion mehr, keine Aufstände mehr und keine Worte des Widerspruchs. Mehyve konnte wieder auf einer Seite kämpfen und war damit stärker als in den vergangenen sieben Jahren. Ein Ausblick, der beide Seiten zu beflügeln schien.
      Kasli erhaschte Aranis' Aufmerksamkeit und erklärte ihr die Verantwortungslosigkeit von Merena, dass sie als Priesterin nicht würdig gewesen sei und nichts anderes geplant hätte, als den Posten von Aranis selbst einzunehmen. Sie setzte sogar einen drauf und behauptete, dass sie Merena davon abgehalten hätte, Aranis zu manipulieren. Sicher war sicher.
      Zu ihrem Glück vertraute Aranis ihr und erhob sie in den Stand ihrer Mondpriesterin. Das war ausgezeichnet, denn jetzt würde sich Kasli nur noch um diesen Uzin kümmern müssen. Kein sterblicher Mensch sollte mehr in ihrem und Aranis' Weg stehen, dafür würde sie sorgen.


      Garlingen
      Codren

      Die Briefe fanden Gehör. In den Wochen nach dem Aufbruch der Boten erhielten sie Boten von Brerandt und Lyxaxu, die zwar beide sich nach dem Stand der Dinge erkundigten und ihre Hilfe anboten, doch Brerandt betonte, dass er nicht seine gesamte Armee auflaufen lassen könnte. Das war bei weitem in Ordnung, denn Codren hatte gar nicht nach einer Armee verlangt. Die Briefe waren ihr Beweis genug, dass sie sich auf die Nachbarn verlassen konnte.
      Von den Elfen kam sogleich ein Artgenosse zu ihnen hinüber. Es war ein schlanker, erhabener Mann, der auf den Spitznamen Kal hörte und Codren zusprach, dass die Elfen immer hinter Flora stehen würden und ihr möglichstes tun würden, um Flora zu retten. Kal hatte einen Blick drauf, mit dem er aussah, als würde er alles hinterfragen wollen und der Codren besonders nervös machte, wenn er sie damit ansah. Allerdings entwickelte er sich zu einem bescheidenem Gast, der nicht viel verlangte und auch nicht viel sprach, wenn es denn nicht unbedingt etwas mit der Sache zu tun hatte. Herrolt fand ihn nicht so toll, denn er schien seinen Geschichten keinen Glauben zu schenken.
      Nachdem die hundert Briefe verschickt waren, bot Garlingen außerdem den regelmäßigen Anhängern Aranas, die zu ihnen pilgerten um nach Überresten der verbliebenen Macht Aranas zu sehen, an sich ihrer Sache anzuschließen und Flora - und damit auch Arana - zurückzuholen. Die meisten willigten ein und blieben auf dem Hof. Es wurden ihnen leere Bauernhäuser zur Verfügung gestellt, deren Besitzer durch Flora's Skandal ausgezogen waren, und es wurden sogar in Garlingen selbst Betten zur Verfügung gestellt. Codren hasste die Geschäftigkeit, in die das Haus zunehmend verfiel, während nach und nach mehr Besucher ankamen und herumschlichen, aber solange ihnen der Zugang ins Arbeitszimmer und in die privaten Gemächer verweigert wurde, stellte sie sich einigermaßen zufrieden.
      Nach ein paar weiteren Wochen tauchte außerdem ein Offizier von Brerandt auf und - zu Codren's Begeisterung - Rehna Lyxaxu, die in Begleitung ein paar Soldaten ankam. Der Offizier war ein freundlicher Mann mit dem Namen Tien, der sich als äußerst hilfsbereit zeigte und gerne sein umfassendes Wissen zur Schau stellte. Rehna war so eigen wie immer: Sie wirkte die meiste Zeit grimmig, schien sich mit niemandem anfreunden zu können und fragte Codren immer, wann sie nun endlich einen Angriff auf Aranis planen würden. Codren schätzte Rehna für deren weitreichende Kampffähigkeiten und strategisches Denkvermögen, allerdings konnte sie nicht gutheißen, wie sie Flora als Feind betrachtete. Aber Tain konnte durch ihre Rückenverletzung nunmal weder kämpfen, noch konnte sie den weiten Weg so leicht zurücklegen wie früher. Da musste Codren sich nunmal mit Rehna herumschlagen.
      Außerdem traf mit einiger Verzögerung Demie Barazet ein. Die Ritterin betrachtete den Hof mit einer zurückhaltenen Neugier und erklärte Codren sehr umständlich, dass ihre Mittel begrenzt waren und sie nicht in den Kampf ziehen wollte, allerdings glaubte sie, dass Flora nicht auf den Thron gehörte und würde Codren sämtliche Informationen über Aranis und Mehyve überliefern, die ihr zu diesem Zeitpunkt bekannt waren. Das war sogar fast eine bessere Hilfe als Brerandt und Lyxaxu, denn wie es sich herausstellte verfügte sie über weit mehr Informationen über Aranis, als Codren je gedacht hätte. Mit jedem verstreichendem Tag wuchs ihre Zuversicht und dann sank sie wieder. Selbst, wenn sie einen umfassenden Angriff auf Mehyve planten um Aranis vom Thron zu holen, würden sie immer noch Flora zurückholen müssen - und das war der eigentliche Grund, warum sich in diesen Wochen die steigenden Menschenmengen in Garlingen versammelten und sich auf eine allumfassende Besprechung bereit machten.
    • Drei Wochen später
      Palast von Mehyve

      Wie versprochen wurde Mehyve nun offiziel als Wiedervereint ausgerufen, und Boten sowie Händler trugen diese Kunde natürlich in alle Himmelsrichtungen, so das noch vor den Festen im Grunde ganz Taranoke davon erfahren hatte. Ein langer und zäher Bürgerkrieg war nun zuende, und Mehyve öffnete wieder die Tore für den freien Handel. Aranis selbst plante es so, damit sich einige Preise auf dem Markt wieder stabilisieren konnten.
      Nun, da auch das letzte Fest vorüber war und die Bevölkerung größtenteils voll hinter Aranis stand und ihr gut zusprach, gab es dennoch einige, die lieber Zaina oder Scarlett auf dem Thron gesehen hätten. Einzig die Tatsache das König Rowland ebenfalls auf dem Thron saß, stimmte viele die schlecht über Aranis dachten, wieder etwas besser ein. Ihm schenkte man mehr Vertrauen, schon weil Aranis eine Art Schreckensherrschaft führte, kaum belohnte und schnell harte Strafen aussprach, die zum Teil öffentlich zur Schau gestellt wurden, um Furcht zu verbreiten.
      Sündenböcke wurden ausgerufen, die man für die Rebellion und den größten Schaden verantwortlich machte, weil sie sich falsch entschieden hatten, und noch immer Zane nachtrauerten, und gern Scarlett als Königin ausgerufen hätten.
      Das betraf sieben Hausherren, fünf Generäle und ein paar Leuten der Kirche, die gern mal zum Licht Aranas beteten. Was die Gotteskrieger betraf, die sich Scarlett angeschlossen hatten, die waren mit Vultjags schnell aus der Gefechtszone verschwunden, und irgendwo untergetaucht. Sollen sie sich nur verkriechen, Aranis würde sie doch einestages finden und richten lassen.

      Veränderungen standen an. Auch was sie selbst betraf, würde es bald einige Schwierigkeiten geben. Ein großes Geheimnis, das man gegen sie verwenden könnte, etwas, das ihr gefährlich werden könnte, und Niemand durfte davon wissen. Wenn es soweit war, würde Aranis eine Weile untertauchen und aus dem Schatten regieren. Pläne für deren Gründe hatte sie bereits. Eine Prüfung des Volkes. Aranis würde selbst nicht öffentlich auftreten und nur Befehle erteilen. Alles weitere sollten dann ihre Vertreter regeln, die ebenfalls keinen Zugang zu ihr hätten. Das hatte aber noch etwas Zeit. Zunächst musste Mehyve wieder gerüstet werden, und das hatte Priorität.
      Wie sie es angefordert hatte, sollten nach den Feierlichkeiten die großer Führer wieder zusammen kommen, und das weitere Vorgehen beraten.
      In der großen Halle waren wieder die wichtigsten Hausführer oder Vertreter anwesend, und natürlich die wichtigsten Generäle und wer sonst noch auf ebenso wichtigen Posten saß und für dies und jenes verantwortung trug. Alle 40 Sitzplätze am großen Tisch waren belegt.
      Darunter natürlich auch jene Häuser, die zuvor noch auf der Rebellionsseite standen. Scarlett Vermell saß nur vier Plätze von Aranis entfernt. Uzin, Kasli, Aburis saßen noch drei Plätze zuvor. Auf der anderen Seite saßen die vier Generäle Mehyves, die alle lebend aus dem Gefecht zurück kehrten. Dann folgten willkürlich die restlichen Anwesenden. Um die Tische herum standen aber noch zahlreiche weitere Leute. Boten, Berater, Bürgermeister aus einigen Dörfern und Städten, Händler. Für sie alle war es wichtig, gewisse Dinge zu erfahren und umzusetzen. Es lag viel Arbeit vor allen, um den Grundstein der Eroberung zu legen.

      "Seid willkommen, ihr stolzen Mehyver.", begann Aranis, um allen etwas Honig um den Bart zu schmieren. Es konnte ja nicht schaden, wenn sie zufrieden war, auch mal etwas Anerkennung walten zu lassen. Jetzt durfte nichts mehr schief gehen.
      "Ihr fragt euch sicher, warum der König nicht anwesend ist. Nun, das ist schnell erklärt. Er hat eine Sonderaufgabe zu erfüllen, eine sehr wichtige. Er bereitet sich gerade darauf vor, in drei Wochen eine längere Reise zum Festland zu unternehmen. Diese wird einige Monate dauern, etwa acht Monate. Und wenn er zurückkehrt, wird er wahre Schätze für Mehyve mitbringen. Mehr kann und werde ich dazu nicht sagen. Er wird eine schwere Prüfung ablegen, um zu beweisen, das er ein würdiger König Mehyves ist, dessen Volk ihm bei seiner Rückkehr den Weg mit Seide pflastern wird. Vertraut uns in der Angelegenheit."
      Damit war das erste Problem schon mal beseitigt. Der König hatte einen längeren Auftrag zu erfüllen, der dennoch Früchte für Mehyve tragen sollte, sofern er erfolg hatte.
      Jetzt aber sollten die Beratung zu aktuellen Stand beginnen. Nach kurzen Gemurmel und Getuschel zwischen allen, ob Aranis die Hand und es wurde wieder still.
      "Mehyver, ihr habt gesehen, das ich Tatsachen schaffe, und das möglichst schnell. Und so soll es auch weitergehen. Ich verplemper ungerne Zeit, wenn es darum geht, unsere Macht zu stärken. Vergesst Pläne, die zuvor geschmiedet wurden, es folgen nun neue Anweisungen."
      Zuerst berichtete sie von den Grenzen Vultjags. Da Scarlett ja mit Vultjag ein Bündnis hatte, sollte es nun ihre Aufgabe sein, die Grenzen stark abzusichern und zu festigen. Sie selbst erhält das Kommande über die nördliche Grenzregion und kann frei über einen zusätzlichen General aus Haus Mehyve und dessen Truppen verfügen. Sie musste nur die Wahl treffen. Immerhin hätte sie auch einiges wieder gut zu machen. Sollte Vultjag auf Rache aus sein, sollten seine Truppen jedenfalls nicht in Mehyve eindringen, und Ortschaften bedrohen oder gar plündern können. Haus Menglin wird ebenfalls an der Nordgrenze stationiert werden und Vermell unterstützen.

      Desweiteren wurde dem Haus Akar der Haustitel aberkannt, das Roman Akar wohl für Ärger gesorgt hatte, und jämmerlich im Kampf versagt hatte. Dreiviertel des Besitzes sollen an Haus Krend übergeben werden, dessen Status damit angehoben wird. Haus Akars Reste dürfen frei unter der Familie aufgeteilt werden, und der Familienführer darf selbst bestimmt werden. Haus Akar wird nur noch als gewöhliche Familie Akar in Mehyve leben dürfen und alle notwendigen Arbeit erfüllen.
      Das schaffte natürlich kurzfristig wieder reichlich Redebedarf quer durch die Halle, das erst mit Uzins Gebrüll wieder abebbte, das alle still sein sollten.
      Boros Krend hingegen genoss es förmlich und grinste wie ein schelmischer Bub. Seine Augen glitzerten wie fein poliertes Silber im Kerzenlicht. Wieder eine harte Strafe für ein Haus, das Aranis nicht folge leistete oder irgendwie Ärger suchte. Sicher hatte Krend aber auch noch seine Finger im Spiel und so dank Scarlett und Aranis einen Konkurrenten und sein Haus aus dem Weg geschafft, und sogar noch an Wert gewonnen. Er stand jetzt höher und war mächtiger in den Reihen Mehyves. Für Aranis würde er vermutlich durch einen Sumpf aus Schneckenschleim schwimmen, nur um ihr zu huldigen und aus der Hand zu fressen. Fanatiker gab es eben nicht nur in der Sekte von Arana.

      "Camisse.", fuhr Aranis fort. "Wir werden uns das Erz aus Camisse sichern. Verhandlungen sind fehl am Platze. Wir benötigen Waffen in großer Anzahl. Ich werde erneut auf die Piraten setzen, und einen Teil der Waffen in Taranoke verteilen lassen. Die Standardqualität. Desweiteren werden wir die Barbaren erneut in unseren Kampf einbeziehen. Sie erhalten Waffen von guter Qualität zum vollen Preis, dürfen später aber Brerandt plündern, um ihre leeren Truhen zu füllen. Und Vultjag ebenso. Ich verspreche ihnen zudem tausend Waldelfenfrauen als Sklavinnen, um ihre Verluste wieder nachzuzeugen. Sie werden dafür ruhen, bis wir sie brauchen."

      "Was genau soll in Camisse geschehen? Wie wollen wir uns das Erz sichern?", fragte einer der mehyvischen Händlerkaste. "Ich meine, wenn es schon nicht über den Handelsweg erkauft werden soll."
      Aranis grinste. "Eine gute Frage. Nun, sie ist einfach zu beantworten. Uzin?"
      Uzin stand auf und zeigte mit einem langen Stock auf die große Karte in der Mitte des Tisches, und schon ein paar Figuren hin und her. Gebannt starrten alle diese eine Minute zu, die eine ganze Stunde hätte dauern können und Uzin räusperte sich. "Wir greifen Camisse direkt an. Vier weitere Wochen Vorbereitungen müssen genügen, um einen schnellen und harten Schlag am Osttor und der östlichen Mauer durchzuführen. Wir werden den Wall durchbrechen und die Minenschächte einnehmen. Die dortigen Zwerge werden versklavt und getötet, sollten sie sich weigern. Wer folgt, erhält kostenfreies Bier. Das dürfte sie überzeugen. Sobald das geschehen ist, dürfen sich Haus Servic und Haus Negrell beweisen, und Burg Anvil stürmen. Sie ist ein mächtiges Bollwerk im Norden und versorgt fast die ganze Region mit Truppen, und befehligt und verwaltet diese. Selbst wenn wir die Burg nicht einnehmen sollten, so werden wir die Zwerge dort beschäftigen können, solange wir die Minen plündern. Ein Zermürbungskrieg, bis ausreichend Truppen nachkommen können, und den Rest erledigen. Haus Krend darf übrigens nördlich durch die Berge und Silver Helm angreifen. Das erhöht zusätzlich den Druck auf die Camisser. Wenn es soweit ist, stellen wie die Bedingungen, um das Krieg zu beenden. Selbstverständlich lauten diese die Bedingungslose Kapitulation und Unterwerfung, so wie der Anbetung unserer Göttin Aranis!"
      Jetzt wurde es wieder lauf in der Halle. Ein Frontalangriff auf Camisse. Erneut würden die Zwerge von Mehyve erobert, und sicher nicht gut darauf zu sprechen sein. Auch die Sache damals mit Zane, der Camisse mit Betrug über Nacht ohne Waffengewalt eingenommen hatte, in dem er überall an wichtigen Stellen angeblich Truppen zu Verstärkung positioniert hatte.
      Und dann auch noch eine Festung der Zwerge, und eine befestigte Stadt. Und dazu noch eine Wallmauer, die sicher zäh bewacht und verteidigt wird. Selbst für Mehyver bedeutete das einen harten Kampf.
      Manch einer sprach von Selbstmord. Die Berge waren das Zuhause der Zwerge und die zerklüfteten Bereiche waren voller Schlupflöcher, Fallen und Möglichkeiten für Hinterhalte und Blitzangriffe aus dem Verborgenem.
      Angeblich hatten die Camisser Katapulte, mit denen sie Hausgroße Felsen schleudern konnten. Gesehen hatte die natürlich noch nie jemand. Und erzählt hatten es immer die mutigsten Camisser, die auch noch den stärksten Schnaps in den berühmtesten Tavernen herausvorderten und irgendwie gewannen, dadurch aber redseliger wurden und ihren Sieg kraftvoll ausschmückten.


      Oriel Negrell

      Hier saßen sie nun, anders als geplant. Der Kampf war eine erbitterte Niederlage aber auch ein glorreicher Sieg. Leider mussten sie ihre Chancen, den König zu umgarnen, ersteinmal beiseite schieben. Jetzt hatten sie es nur mit Aranis zu tun, und um ihr Vorhaben, das nur etwas in die Ferne gerückt war, nicht weiter zu gefährden, waren beide übereinstimmend der Meinung, erstmal für sie und Mehyve ihr bestes zu geben. Haus Negrell sollte in aller Munde ertönen, und die kommende Aufgabe schien vielversprechend. Wenn sie es vielleicht tatsächlich schaffen, ohne Verstärkung die Burg einzunehmen und den dortigen Verwalter festzusetzen, dann könnten sie den ganzen Norden Camisses im Nu erobern. Das wäre dann ihr Verdienst. Haus Servic könnte man da gern ein paar Almosen zukommen lassen. Allerdings müssten seine Truppen am besten am meisten leiden und verlieren, damit jene von Negrell nur gerin dezimiert werden.
      Sobald der Wall gefallen wäre, würden sie mit ihm schon entsprechend planen. Und auf seine Lichtleute musste er wohl verzichten.
      Selbstverständlich sprach sich Haus Negrell also für das Unterfangen aus, ebenso wie Krend, Vermell und einige andere Häuser.
      Nur einfünftel der Anwesenden hatte schwere Bedenken. Aber aus Furcht vor Strafen, blieb auch ihnen keine Wahl, als alles zu geben. Keiner wollte wie Akar enden, und alles verlieren, nur weil man mit dem Finger auf einen zeigte und behauptete, man hätte irgendwie dem Ganzen Steine in den Weg gelegt. Einer Göttin wiedersprach man nicht ......

      "Hat noch irgendjemand ein Anliegen, das jetzt besprochen werden sollte?", fragte Aranis zum Abschluss. Genauere Angaben, was wer zu tun hatte, würden eh noch folgen. Es würde viel Arbeit lauern. Viel Holz, das geschlagen werden musste, Öfen, die wie ein Vulkan glühender Vulkan Lava ausspie, sollten glühendes Metall gebären, um die Truppen auszurüsten. Eisenrot und Eisenweißförderungen musdten gesteigert werden. Zusätzliche Aushebungen für Truppennachschub und ausreichend aller benötigten Materialien und Versorgungsgütern für die große Eroberung Camisses bereit stehen. Alles würde diesesmal im Wald von Padmoor versammelt werden. Dort konnte man die Truppen gut verstecken. Belagerungsgerät sollte vorort produziert werden. Holz gab es dort genug. Es gab da jemanden, der sich damit auskannte. Lord Hew Perrot.
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    • Die Versammlung nach der Schlacht war wohl die merkwürdigste, die das Haus Mehyve je gesehen haben musste. Häuser, die noch vor einer Woche miteinander verfeindet waren, wurden jetzt an den selben Tisch gezwungen um darüber zu reden, wie sie gemeinsam in die nächste Schlacht ziehen würden. Man dachte nun an die Schlacht mit einer gewissen Reue, denn hätte man nicht so stark gekämpft, wären sicher mehr Truppen übrig geblieben und damit auch eine größere Streitmacht. Doch was geschehen ist, ist geschehen, es gab kein Zurück mehr. Und Aranis würde sicher nicht gestatten, dass man in der Vergangenheit schwelgte.
      Der nächste Angriff betraf Camisse und fand nicht unbedingt viel Zustimmung. Viele am Tisch hatten sich einen Moment der Ruhe gewünscht, in der neue Bündnisse untereinander geschlossen werden konnten, die Neutralität der Städte hergestellt wurde und Grenzen neu gesichert wurden, doch Aranis würde ihnen dafür keine Zeit lassen. Sie gingen von einer Schlacht in die nächste und das würde den überlebenden Soldaten und ihren Familien sicherlich nicht gefallen.

      Anthein Servic, der an der Schlacht nicht teilgenommen hatte, war der einzige, der seine Zweifel dazu aussprach. Das konnte er schließlich gut; Wo es ihm an Kampfkraft fehlte, konnte er mit dem Mund nachhelfen, indem er offen darlegte, was ihn plagte. Er war seit seiner - natürlich verspäteten - Ankunft ein reines Nervenbündel, so wie er sich auf seinem Stuhl zusammenkauerte, den Blick herumhuschen ließ und Aranis fieberhaft beobachtete. Er war der Überzeugung, dass man die Rebellen noch für ihren Aufstand bestrafen würde, doch das hielt ihn nicht davon ab, dennoch das Wort zu erheben.
      "Eure Hellheit - ähh, ich meine natürlich, Eure Dunkelheit... Eure Majestät... wir - nun, nein, also, ich - oder wir - wir haben... nein, lasst mich noch einmal beginnen... Der Tempel! Ja, der Tempel bei den Bergen, Ihr wisst sicher, der Tempel Eurer... Schwester? Ja die Schwester, schätze ich, die andere... Göttin... Also der Tempel, der ist sehr nahe an den Bergen, wie Ihr ganz bestimmt wisst, und wir haben uns gefragt - ich habe mich gefragt - meine Informanten haben sich gefragt, ob Lyxaxu nicht eingreifen könnte, weil der Tempel, der liegt in ihrem Reich und sie könnte womöglich von dem Angriff erfahren und entscheiden einzugreifen... Wir - also ich - also wir haben viel Verluste in der Schlacht erlitten - das soll kein Vorwurf sein! - aber wären wir denn gewappnet gegen einen Angriff von Lyxaxu's Armee?"
      Nachdem er seine Worte endlich herausgequetscht hatte, setzte er sich sofort wieder hin und schien sich am liebsten unter seinem Umhang verstecken zu wollen, den Blick voller Furcht auf Aranis gerichtet. Die anderen beobachteten Aranis ebenso neugierig, denn kein anderer traute sich ihr seine Zweifel vorzutragen.
    • Es war dieser eine Moment, in dem Servic die volle Aufmerksamkeit aller Augen in der Halle auf sich zog. Und selbst die erdrückende Stille nach seiner Ansprache, schien ihn ganz genau zu beobachten. Selbst Aranis sah ein wenig mürrisch in seine Richtung, schien aber eher abzuwarten, ob er wirklich fertig wäre, oder noch zum Thema Angriff von Lyxaxu zwei oder deri neue Sätze kreieren wollte.
      Um so interessanter schien es, das ausgerechnet Vermell sich für ihn einzusetzen schien. "Euer Majestät, das ist Anthein Servic, und er spricht ständig so. Er hat trotz seiner seltsamen Umgangsart bisher immer gute Dienste geleistet. Sein Einwand kann durchaus einiges wert sein.", meinte Scarlett und lehnte sich mit verschränkten Armen vor der Brust zurück in ihren Sitz.
      Aranis nickte. "Ist das so, ja ...?"
      Uzin schnaubte. "Unfähiger Narr. Seht euch doch mal die Karte genau an, von Taranoke. Es gibt zwei bekannte Ruinen von alten Tempeln, die einst Arana zu Ehren errichtet wurden. Das ist lange her. Diese aber liegen in neutralem Gebiet. Sicher, einer befindet sich in den Camisser Bergen, aber in der Außenregion. Dort erhebt kein Zwerg Ansprüche auf altes verrottetes Mauerwerk. Wie kommen eure Informanden dann zu diesem Ergebnis?"
      Gemurmel war an allen runden Ecken des Tisches zu vernehmen. Die ganze Halle schien über die Lage der Grenzen und der alten Anlagen zu diskutieren. Aranis grinste. Servic wurde wohl nicht korrekt informiert. "Sucht euch lieber brauchbare Spione, Servic. Aber, um euren Einwand nicht leichtfertig abzutun, werde ich euch allen eine Antwort geben. Es gibt dort eine Person, die sicher alles dafür tun wird, mich wieder zu dem zu machen, wer ich einst war. Und eben diese Person wird sicher auch Himmel und Hölle in Bewegung setzen, Helfer für dieses nutzlose Unterfangen zu finden. Das ist gewiss, und wird sicher in ein oder zwei Jahren Vorbereitung auch umgesetzt werden. Genug Zeit also, das wir uns weiter festigen. Wir müssen Camisse einen harten Schlag versetzen und uns das Erz für unsere Sache sichern. Lyxaxu selbst hat keinen Grund, jetzt im Alleingang gegen Mehyve zu agieren. Lyxaxu hat eine bessere Seeflotte als eine Landarmee, und auf See stehen Piraten und unsere Seeflotten gemeinsam gegen sie. Wir versenken jeden Transporter, der versucht mehyvische Küstengebiete zu erreichen, um Truppen abzusetzen. Der Landweg wäre definitiv sicherer für Lyxaxu. Und dieser bietet zwei Wege, durch den Ost-West Pass oder durch Camisse. Und vergesst Vultjag nicht. Seine Armeen haben schon mal an Lyxaxus Grenzen Unruhe gestriftet. Dort gibt es schließlich viel zu plündern. Schätze, die er gegen uns verwenden könnte. Aber, er wird es natürlich ebenso wenig riskieren, das wir seinen Truppen den Rückweg abschneiden. Und auch Lyxaxu läuft gefahr, das ihre Truppen dann hinterrücks von Vultjag blockiert werden. Schließlich will auch der Schlachtenfürst sicher sein Reich vergrößern. Nein, Lyxaxu wird uns nicht angreifen. Noch nicht. Es besteht also keinerlei Gefahr für uns. Wir können uns ganz auf Camisse konzentrieren. Und natürlich auch auf Vultjag, solange Lyxaxu nicht angreift."
      Eine Zwickmühle. Lassen sie Vultjag in Ruhe, könnte Lyxaxu einmarschieren, aber von Vultjag hinterrücks angegriffen werden. Daher wird Lyxaxu ruhen. Greift Mehyve aber Vultjag an, hat Lyxaxu die Möglichkeit ungehindert an die Grenzen zu marschieren, und Mehyve anzugreifen. Dann müsste Mehyve Vultjag ignorieren, und die Grenzen verteidigen. Und dann stünde man wieder beim Anfang, das Vultjag sich die Truppen von Lyxaxu holt. Und Mehyve würde wieder nach Vultjag stürmen. Nein, in der Ecke wird sich nicht viel tun. Keiner würde Truppen dafür verschwenden. Nein, sie würden warten, bis Mehyve sich an Camisse und Vultjag die Zähne ausgebissen und große Verluste erlitten hätte. Selbstverständlich würden diese ausbleiben. Aranis wünscht schnelles Handeln, um dem Feind wenig Vorbereitungszeiten zu gönnen. Nur das beste Ergebnis ist gerade gut genug für ihren Plan, Taranoke in die Finsternis zu führen.
      Boros Krend stand auf und polterte mit der flachen Hand auf den Tisch, nachdem das Raunen und Gemurmel in der Halle wieder den Lärmpegel steigen ließ, und abrupt zur Stille wandelte.
      "Habt ihr Narren den nicht gesehen, was Aranis in ihrer kurzen Herrschaft alles erreicht hat? Soetwas schafft nur eine Göttin. Und sie wird uns weiter führen, weiter als jeder Herrscher Mehyves zuvor. Glaubt an sie. Zeigen wir ihr und den anderen Häusern Taranokes, das ihre Macht unumstritten die Stärkste ist. Holen wir uns Camisse. Wenn wir das schaffen, und die Zwerge sich bedingungslos ergeben, um nicht noch mehr zu verlieren, werden wir sie als westliches Bollwerk nutzen. Sie selbst könnten Lyxaxu angreifen. Und wenn sie sich weigern, brennen wir ihre Felder nieder. Ihr wisst schon, der Weizen und das Zeug, was sie für ihre Brauerein benötigen. Kein Camisser würde darauf verzichten wollen."
      Sein Blick schweifte bei seiner Ansage im Raum umher und fand ebenso viele Augen auf sich, wie Servic zuvor. Offenbar war er nun voll in Fahrt gekommen, und wollte sich bei Aranis noch wichtiger macher. Noch beliebter. Ein wenig schien es ihm auch zu gelingen, denn Aranis nickte ihm wohlwollend zu.
      "Krend hat recht. Wir nehmen den Zwergen erst einen Großteil ihrer Berge weg, und bedrohen dann auch noch ihre Felder. Wenn Lyxaxu anstallten macht, Camisse zu unterstützen, greifen wir hart auf See an. Wir werden jedes Handelsschiff versenken, das ihren Hafen verlässt oder zu einem hin will. Nur unsere Waffenlieferungen werden selbstvertständlich über freie Handelsschiffe durchgelassen. Lyxaxu wird sie brauchen, um es mit mehyvischen Truppen aufnehmen zu können. Erneut sage ich euch, Lyxaxu wird GAR NICHTS unternehmen!"
      Oriel stand auf. Haus Negrell wollte Haus Krend sicher nicht den ganzen Ruhm überlassen. Auch Negrell sollte in aller Munde ausgesprochen werden.
      "Wir holen uns die Burg! Negrell wird für Mehyve und seine Göttin Aranis jeden Mann opfern, der nötig sein wird. Und unsere Schwerter werden durch die Leiber der Burgherren tanzen, und ihre Überreste dann fein geschnitten in alle umliegenden Ortschaften abliefern lassen. Wir folgen Bedingungslos. Aber, wir werden auch unseren gerechten Lohn einfordern, verehrte Göttin."
      Aranis nickte. "Sicher. Ihr werdet erhalten was ihr verdient. Euer Lohn steigt mit meiner Anerkennung. Ich kann sehr großzügig sein.", grinste Aranis.
      Die nächste halbe Stunde gab es ein wildes Diskutieren und jeder versuchte sich bereits irgendwie mit Plänen, die auf dem großen Tisch oder an Tafeln ausgerollt und aufgehangen wurden, die besten Vorgehensweisen zu ergründen.
      Aranis selbst bewegte sich durch den Raum auf Hew Perrot zu und blieb bei ihm stehen, sprach ihn auffordernd an.
      "Hew Perrot, nehme ich an?" Eben war er noch mit irgendwem am Reden, als er sich geschwind und überrascht umdrehte, und direkt Aranis in die Augen sah, die nur ein Stück von ihm entfernt stand. Ein kalter Schatten schien ihn zu umarmen. Ebenso kalter Schweiß lief seinem Rücken hinab.
      "Ich hörte aus Gesprächen, das ihr ein Kenner von Kriegsmaschinen seid. Ihr sollt mehrere Werkstätten besitzen, hier in den Wäldern. Einige eurer Geräte hatten in der letzten Schlacht hervoragene Arbeit geleistet. Steht mir auch bei Camisse erneut zur Seite."
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Taru ()

    • Aranis erläuterte ihren ursprünglichen Plan und wehrte die Bedenken von Anthein ab, der als Haufen Elend in seinem Stuhl zusammengesackt war. Ob es nun von seiner Scham kam, fehlerhafte Informationen erhalten zu haben, oder aber auch von der Angst, die Konsequenzen für seinen Einwand spüren zu müssen, war ungewiss, doch er machte sich auf seinem Stuhl so klein, wie es nur möglich war, und täuschte Geschäftigkeit vor, indem er seinem Schreiber etwas diktierte. Der nickte allerdings nur und schrieb nichts auf, woraufhin Anthein mit einem dünnen Schweißfilm auf seiner Stirn sich wieder zu Aranis umdrehte. Seine Nerven schienen ihn sichtlich zu zerreißen.
      Nicht alle waren allerdings in dieser Halle so verloren wie er. Viele der Anwesenden hatten einen Blick auf Aranis gerichtet, der ganz allein von der Ehrerbietung stammte, die sie ihr überbrachten. Die Augen funkelten, die Miene war entspannt, der Mund vielleicht zu einem Lächeln verzogen. Es war ein Blick, mit dem man nur eine Göttin betrachtete. Es war ein Blick, der verriet, dass man alles opfern würde, um ihre Gunst zu bekommen.
      Die eigentliche Planung startete mit einem Durcheinander, bei dem viele der Machtspersonen versuchten, ihre eigene Strategie zu der führenden zu machen, während sie andere untergruben. Die vier Kommandanten der mehyvschen Armee versuchten dabei ärgerlich sich Gehör zu verschaffen - dies war kein Ort, damit sich jeder zu seiner Taktik aussprechen sollte und schließlich besaßen sie die meisten Truppen. Außerdem war es wohl eine Sache der Ehre, nicht von einem Haus untergraben zu werden, wo sie doch an der militärischen Spitze standen. Es war für sämtliche Seiten ein Kampf.
      Hew Perrot, der sich gemäß der modernsten Mode gekleidet hatte, war in einer hitzigen Diskussion mit seinem Rivalen Alf Rez gefangen, welche den beiden schwer zusetzte. Zu ihrem größten Unglück lagen ihre Werkstätten nebeneinander und das Nachbarschaftsverhältnis war mehr als schlecht. Umso glücklicher war er, als sie bei ihrem Gespräch unterbrochen wurden - allerdings verebbte das Gefühl augenblicklich, als er sah, wer es war.
      "Eure Majestät!"
      Er verneigte sich geschwind und elegant vor ihr. Auch Alf verbeugte sich, wenngleich er in Hew's Richtung die Nase rümpfte.
      "Gewiss werde ich Euch mit meinen Maschinen zur Verfügung stehen! Wir haben erst vergangenen Monat eine Lieferung an brerandt'schem Holz bekommen, es wird uns die Produktion für die nächsten drei Monate garantieren. Erstklassige Verarbeitung, dafür kann ich garantieren! Wir bauen das Holz an lebenswichtigen Organen ein und benutzen unser heimisches Holz für den ganzen Rest, damit kann ich Euch die längste Lebensdauer garantieren! Meine Katapulte könnten selbst eine ganze Kompanie an Soldaten schleudern und würden danach immer noch genug Sprungkraft haben, um gleich nachzufeuern. Ihr könnt Euer Vertrauen ganz in mich stecken, Eure Majestät."
      Er nickte nachdrücklich, wohl aus Nervosität heraus, und Alf warf ihm einen bösen Blick zu. Allerdings hatte er genug Anstand, um vor der Königin keine Szene zu veranstalten.
    • Aranis hörte Hews Worten aufmerksam zu. Ja, Brerandt hatte viele Vorteile durch das Rabone Holz, und das machte das Waldgebiet auch durchaus interessant in Sachen Eroberungspläne. Wäre Taranoke erstmal komplett erobert, würde Aranis ganze Seeflotten nur aus diesem Holz erbauen lassen. Kriegsschiffe, Transporter für Truppen, und keine Seemacht der Welt könnte es mit ihrer aufnehmen. Dazu noch Panzerplatten aus Eisenrot oder Eisenweiß. Aber das lag noch in weiter Ferne.
      "Es wird nich nötig sein, Truppen zu schleudern. Es reicht, wenn ihr große Felsen auf die gegnerisdchen Mauern schleudert, und diese einstürzen lasst. Ihr wisst es sicher selbst gut genug, das die Camisser nicht nur fähige Schmiede, sondern auch die besten Handwerker und Baumeister besitzen. Sie haben halrt ein Händchen dafür, die massivsten Mauern Taranokes zu erschaffen.", meinte Aranis und jetzt warf sich auch Alf ein, der dem ganzen nicht als nutzloser Trottel beiwohnen wollte, der zuschaut, wie Hew ihm den ganzen Ruhm abkassierte. Er räusperte sich. "Verehrte Göttin, ich komme nicht herum zu erwähnen, das auch ich in den letzten Jahren nicht untätig geblieben bin. Perrot mag vielleicht ein paar Steine entwas weiter und zielsicherer werfen, als ich es könnte, aber mit seinen Maschinen wird er nur Zwerge von den Mauern schubsen, die dann durch neue ersetzt werden. Brechen wird er sie nicht. Und da komme ich ins Spiel, euer Majestät. Ich habe eine neue Maschine entwickelt, die ich Faust von Z..*räusper*, verzeiht, selbstverständlich ist es nicht länger Zainas Anliegen, sondern nun eures, nun, ich nenne sie Faust von Aranis. Sie dient speziel dem Durchbrechen von schweren Mauern oder Toranlagen. Eine wahrliche Schreckensmaschine, wenn ich das so erwähnen darf."
      Aranis wurde hellhörin. "Eine ... Schreckensmaschine? Was kann sie? Erzählt mir mehr darüber!"
      "Gewiss. Nun, im Grunde ist es eine Art riesiger Rammbock. Ein Rammkopf in Form einer roten Faust, selbstverständlich aus Eisenrot. Damit lassen sich sogar Fallgitter so verbiegen, das Soldaten hindurchsteigen können. Und Mauern haben dem nichts entgegenzusetzen. Stein zerspringt, bricht oder zerfällt förmlich zu Staub, wenn die Faust ihr Werk vollzieht. Ja, ihr könnt es bald in einem Testlauf sehen, wenn ihr möchtet."
      Selbstverständlich wollte Aranis sehen, was dieses Gerät konnte. Ein Rammbock, der mit seiner Rammspitze durch Felsen schlug, wie mit einem Messer durch Butter, das versprach eine interessante Waffe zu werden. Wenn es funktionieren würde, bekäme er den Auftrag, soetwas für schnelle Rammschiffe zu entwickeln. Wenn er aber gelogen hätte, um hier Hew Perrot in Verlegenheit zu bringen, dann ...
      "Inordnung. Ihr beide habt den Auftrag, dafür zu sorgen, das wir mühelos mit unseren Truppen das östliche Tor von Camisse erobern können. Ich will einen Durchbruch, den die Zwerge nicht so schnell reparieren können, sollte noch etwas unvorhergesehenes geschehen. Und derjenige, der mich am meisten beeindrucken kann, und am effektivsten sein wird, der erhält die Werkstätten des anderen, und dessen Unterwürfige Unterstützung. Das ist nicht nur eine Herausforderung an euer Können, meine Herren, sondern auch eine Befehl! In einer Woche will ich von euch beiden eine kleine vorstellung sehen."
      Alf Rez lehnte sich etwas zurück, spähte zu Hew und grinste schief. Er war voll und ganz von seinem Gerät überzeugt und war unlängst nah an dessen Vollendung. Und wenn er in Camisse mehr glänzen würde als Hew, dann würde dieser bald nach seiner Pfeife tanzen.
      Um weiteres unnötiges Reden mit seinem Konkurrenten zu vermeiden, verneigte er sich vor Aranis und meinte, das er keine Zeit hätte, jetzt nach solch einer gloreichen Aufgabe, noch ans Feiern zu denken. Das konnte später nachgeholt werden. So zog er sich zurück, um seine Werkstätten aufzusuchen.


      Raz Werkstatt

      Verdammt, er brauchte endlich die Pläne. Fertige Konstrucktionspläne, die es ihm erlaubten, auch auserhalb der Werkstätten an Ort und Stelle dieses Ungetüm aufzubauen. Mateial, Anzahl der Leute, die Bauschritte. Er war älter als Hew und humpelte, weil sein linker Fuß irgendwann mal mit einem Felsen bekanntschaft gemacht hatte, den eine Fehlkonstruktion Seinerseits verursacht hatte. Er hatte sich selbst abgeschossen, aber er hatte auch daraus gelernt. Er würde sich nicht von einem Jüngling überholen lassen. Alter und Erfahrung, das war wichtig. Mit dem Gehstock humpelte er durch eine Tür in eine große Halkle, die mehrere Stockwerke hoch war. Dort stand sie, die Faust. Ein Gestell aus gewaltigen Rädern und Holzbalken, heimisches Holz aus dem Wald von Mehyve. Die mehyvische Eiche bot gutes und stabiles Holz. Es konnte viel Gewicht tragen, und war schwer zerstörbar.
      Darüber ein weiteres Gestell, das nach oben spitz zulief und an dem viele Seile und Ketten hingen. Darauf lag bereits ein gewaltiger Stamm von 2,50 m Dicke und sicher 20 m Länge. Vorn an der Spitze prangerte bereits die rötliche Eisenfaust. Wenn man diesen Stamm erstmal in Schwingungen versetzte, würde ihm nichts mehr Stand halten. Dafür waren abewr viele Männer nötig, mit weiteren Seilen an diesem zu ziehen. Geschützte Bereiche neben dem Stamm mussten noch angebaut werden, wo die Bediener stehen würden. Sicher vor Pfeilen und feindlichen Soldaten. Und unter dem Gestell Pferde. Sie würden das Meiste Gewicht schleppen, das Gerät ziehen. Den Rest machten weitere Bediener, bis hin zu den Mauern oder Toren, die es einzureißen galt. Vorort dann würden man den Stamm zurückziehen und dann vorschwingen lassen. Den Rest erledigte dann das Gewicht und die erbarmungslose Härte der Faust. Viel zu simpel.
      "Tobes, wo zum Teufel steckst du?", rief er in die Halle. "Wieso ist es hier so still? Wo sind die Arbeiter?"
      Wütend knurrte er und schlug mit dem Stock gegen eines der großen Holzräder.
      Kurz darauf krabbelte auch schon ein alter Mann unter einigen Holzbaljen hervor, verstaubt und dreckig. Der verfilzte, wilde Bartwuchs und die gläserne Brille die er trug, ließen ihn auch seltsam aussehen. Dazu ein Grinsen das mehr Zahnlücken präsentierte, als manche Burgmauer Zinnen hatte.
      "Häähäähääää, hier bin ich, mein Meistetr. Was kann ich für euch tun?", krächste er und klopfte sich den Staub vom Oberkörper.
      "Wo sind die Arbeiter? Wir haben einen Auftrag von seiner Majestät persönlich.", fragte Alf erneut. Tobes rieb sich den Kopf.
      "Ich weiß es nicht. Sie waren unzufrieden und sind deshalb zu Perrot gegangen. Ich glaube sie arbeiten jetzt für ihn. Er bezahlt angeblich mehr. Außerdem sollten seine Geräte wohl in der Rebellionsschlacht maßgeblich am Sieg beteiligt gewesen zu sein."
      Alf fluchte. "WIE WAR DAS? HÖLLE UND PEST....*HUSTHUST*...., dieser Verdammte ..., nun gut, ruhig bleiben. Ich habe Reserven. TOBES? Hol die Zahlkiste. Wir kaufen uns Mitarbeiter. Koste es was es wolle, aber wir werden das Ding hier in einer Woche fertigstellen und Aranis vorführen. Und dann brechen wir damit die Camisser Mauern. Haha, und wenn ich erstmal Hews Werkstätten besitze, und ihn auch ... hehehe, als Lakai der die Halle fegen darf, dann habe ich auch meine Arbeiter zurück."
      Er rieb sich gierig die Hände und seine Augen funkelten beim Anblick der rötlichen Faust. Wäre sie erst poliert, dann würde sie auch funkeln.
      Er musste nocheinmal viel Geld investieren. Er brauchte 28 Pferde, die in vier Reihe zu Sieben Stück hintereinander unter dem Gestell angebuden werden, die Faust wie eine Kutsche ziehen sollten. 40 Mann brauchte er für die Faust, und nochmal 60 die beim Schieben halfen. Das konnten erstmal 100 neue Mitarbeiter simulieren. Er zahlte denen dann halt das Vierfache wie üblich. Später würde er das Geld schon wieder zurückfordern.
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    • Hew war begeistert über diese neue Gelegenheit, die sich ihm bot, wenngleich er sich wünschte, dass Alf zu diesem Zeitpunkt an einem anderen Ort im Saal gewesen wäre. Aber dieser Hyäne konnte man einfach nicht entgehen, sie ernährte sich durch Beleidigungen an Hew und seine Familie und wer würde da schon tatenlos rumsitzen? Es war zumindest ein Grund mehr, sämtliche Bemühungen in diese Aufgabe zu stecken. Und wer weiß, womöglich würde ihm Alf hinterher sogar untergeben sein. Er würde ihn zum Klo schrubben einstellen.
      Auch Hew begab sich mit wehendem Umhang auf schnellstem Weg zu seine Werkstatt zurück. Sie war hübsch, seitdem er sie umgebaut hatte. Die Haupthalle hatte ein Dach in Form einer Kuppel und an den Seiten hatte er Treppen einbauen lassen, damit man selbst bei großen Maschinen noch zu deren Spitzen gelangen konnte. Sie war groß genug, um an 120 Kanonen gleichzeitig arbeiten zu können und im Moment sah es so aus, als wäre genau das der Plan. 40 Kanonen, 30 Trebuchets und 50 kleinere Mangonel wurden durch fleißige Hände zusammengefügt, entweder als grundauf neue Maschinen oder zur Reparatur, bei der die verschlissenen Teile ausgetauscht wurden. Es war ein ohrenbetäubender Lärm bei den dutzenden Hammerschlägen, dem Gebrüll der Arbeitsaufseher und dem gelegendlichem Krachen, bei dem Teile zusammengesetzt oder Maschinen getestet wurden. Das ganze Holz, das größtenteils zu den Trebuchets, den Ballisten, den Mangonel und den Rammböcke verarbeitet wurde, fand seinen Eingang in einer eigenen Halle abseits dieser, wo es zuerst bearbeitet und dann an die vielen kleineren Werkstätten weitergeliefert wurde, in denen dann die Produktionen der einzelnen Teile stattfand. Hew war sehr stolz über diesen Vorgang, denn so konnte er - sollte es seine neue Königin eines Tages verlangen - Aranis die beeindruckende Haupthalle zeigen und ihr die ganzen schmutzigen Orte ersparen. So musste er zwar mehr ausgeben, um für jeden der Bereiche einen Hauptaufseher einzustellen, aber das hatte er sowieso von Anfang an geplant. Er würde sich nicht das Hemd schmutzig machen, indem er die vielen Werkstätten abklapperte.

      Bei seiner Ankunft verlangte er sogleich eine Auflistung ihrer derzeitigen Bestände, denn er würde sich gemäß des neuen Ziels anpassen müssen. Alf zu schlagen war nun die absolut höchste Priorität und dafür müsste er so viele Maschinen wie nur möglich herzeigen können. Dass der andere anscheinend eine neue Erfindung gemacht hatte, die womöglich noch wertvoll sein konnte, stimmte ihn recht gereizt, denn er musste nun versuchen, dieser neuen Erfindung mit Quantität gegenüberzutreten. Anzahl vor Qualität - Aranis verstand sicherlich nicht genug von Belagerungswaffen, um geringfügige Makel zu erkennen und das würde er zu seinen Gunsten nutzen. Er würde ihr eine eigene Armee aus Maschinen zur Verfügung stellen, während Alf mit seiner einzelnen Waffe daherkam. Das würde ihn sicher aus dem Rennen schmeißen.
      "Merc! Bring mir die Hauptmänner her, sie sollen in einer Stunde in meinem Büro sein!"
      Alle drei Hauptaufseher versammelten sich nach einer Stunde zügig in seinen Räumen. Alle drei waren schamlose Speichellecker.
      "Wir werden unsere Produktionskette umwerfen und in kürzester Zeit so viele Maschinen bauen, wie es uns möglich ist. Wie steht es um die zerstörten Teile der Schlacht, wie viele sind schon wieder repariert?"
      "Etwa zwei Dutzend, Eure Atemberaubigkeit! Es gibt noch etwa fünfzig Stück, die repariert werden können und insgesamt befinden sich 120 Maschinen im Bau."
      "Sobald die neuen fertig sind, sollen die alten repariert werden. Bringt sie nur so weit auf Vordermann, dass sie funktionieren, aber nicht mehr. Sämtliche andere Makel könnt ihr mit Farbe überstreichen. Ich will, dass sie aussehen wie neue Maschinen, aber nicht genauso gut schießen. Verringert die Spannkraft, damit das Holz nicht zu sehr belastet wird und dann stellen wir sie in die ersten Reihen, damit alle glauben, die niedrige Feuerkraft wäre beabsichtigt."
      "Sollen wir brerandt'sches Holz verwenden, Eure Wahrhaftigkeit?"
      "Nein! Das heben wir für die Trebuchets auf. Die werden Ihre Majestät am meisten beeindrucken, weil es die größten Maschinen sind. Ich will zwanzig neue in der Produktion - wie lange wird das dauern?"
      "Ein paar Wochen, nicht mehr."
      "Ausgezeichnet! In der Zwischenzeit bringen wir die ganzen alten Maschinen aus dem Lager auf Vordermann. Sie sollen in die Haupthalle gebracht werden, sobald Platz frei ist, und dann werde ich mir persönlich ansehen, was wir davon benutzen können und was wir verschrotten. Aranis wird so viele Maschinen bekommen, wie sie ganz Mehyve noch nicht gesehen hat! Was sagt unser Spion?"
      "Nicht viel, Eure Großartigkeit! Er bekommt noch immer keine Einsicht in die Pläne von Alf, weil der Alte so paranoid ist. Er vertraut sich selbst mehr als allen anderen."
      "Vergessen wir die Pläne, vorerst soll er sich mehr aufs Sabotieren konzentrieren. Sagt ihm beim nächsten Mal, dass er sich mehr darauf konzentrieren soll, dass Alf's Öfen zu lange brennen, dass sein Holz nass wird und dass seine Eisengießereien die falschen Formen erhalten. Er soll alles unternehmen, damit seine Produktion langsamer wird, aber er nicht zu viel Verdacht schöpft. Verstanden?"
      "Ja, Chef!", riefen alle drei gleichzeitig. Damit war es besiegelt.
    • Camisse - Burg Anvil

      Hodmac, der Burgfürst, saß nachdenklich auf dem Thron, während zahlreiche hochrangige Krieger und ein paar Berater weiter unten stehen im Saal, sich in heftigster Diskussion befanden. Das Hauptthema war natürlich Mehyve, in dem Reich sich in den letzten Wochen so einiges getan hatte, was sogar die Pläne Hodmacs vollständig vereitelt hatte. Aranis, die sich einst Flora Goldfield nannte, hatte in windeseile die Sachlage in Mehyve geklärt und das Reich unter Kontrolle gebracht. Die Camisser kamen gar nicht mehr dazu, sich noch irgendwo auf ein Gefecht einzulassen, das unterstützend für Aranis gegen die Rebellen gedacht war, um der Königin zu huldigen, und die Ruhe an den Grenzen zu wahren.
      "Wie konnte das so schnell geschehen? Wir hatten gerademal erst Boten durch das Land geschickt, um Truppen zu sammeln, aber Aranis hat mal eben ganz Mehyve wiedervereint.", pllterte einer der Berater, und suchte nach weiteren Ausreden, wieso das alles so lange dauerte, was die Zwerge umsetzen wollten. Irgendwer meinte, das Bier wäre schuld. Sekunden später saß er in einer Ecke und träumte, während seine Wange unterm Bart langsam anschwoll. Niemand beleidigte das Nationalgetränk der Camisser, auch kein General.
      "Haaar, das sind die Vorteile der Menschen. Sie sind nicht die besten Bauherren, aber in vielen Dingen sehr schnell, und einfallsreich.", warf ein weiterer Krieger ein.
      "Die Elfen sind schneller, aber es mangelt ihnen an Vorstellungskräften.", warf eine Beraterin dazu.
      "Vergesst die Elfen, unsere Situation ist jetzt viel wichtiger. Was tun wir jetzt?", wollte einer der Hauptmänner der Burg wissen. Hodmac rieb sich mit der Hand übers Gesicht und seufzte. "Eine schwierige Angelegenheit. Wir sollten zunächst vielleicht mal die Grenzbereiche besser absichern. Vorallem das Osttor. Ich bin mir nicht sicher, aber wenn Aranis so finster ist wie alle behaupten, wird sie vermutlich nicht auf diplomatischem Wege mit uns über zusätzliche Erzlieferungen reden."
      "Ihr meint, das sie uns angreifen könnte? Lächerlich. Ihre Armeen würden zwar einiges aushalten, aber niemals durch die Ostmauer brechen. Außerdem könnten wir sie rechtzeitig sehen, wenn sie aufmarschieren. Späher reiten außerhalb der Sicht durchs Land und melden sofort alles, was verdächtig erscheint.", sprach ein General.
      "Ja, und außerdem scheint der Handelk gerade wieder anzulaufen, jetzt, wo die Rebellen fort sind, und keine Überfälle zu erwarten sind. Auch die Handelsnation hat wieder den Preis für dortige Transporte gesenkt. Es scheint sich alles wieder zu normalisieren."
      "Berater Peff hat recht. Es normalisiert sich. Warum sollten wir dann so einen Aufriss machen? Senken wir einfach den Preis für Metall und zwar nur für Mehyve. Dann werden sie es nur all zu gierig abkaufen. Eine Armee hier einmarschieren zu lassen, dürfte einiges mehr kosten."
      Hodmac stand auf und bat um Ruhe. Er selbst sah die Entwicklung auf dem Markt nur vorübergehend, eine Ruhe vor dem Sturm. Mehyve hätte unlängst mehr bestellt, wenn sie ihre Armee neu aufrüsten wollte. Aber anscheinend gab es noch Reserven. Dennoch sollte die Vorsicht mit mehr Beachtung gesegnet sein. Aranis handelte zu schnell. Was, wenn sie sich heute noch entscheiden würde, die Mauer zu stürmen? Unverteidigt war es auch bloß Stein, den man überwinden konnte.
      "Genug jetzt. Wir setzen es in die Tat um. Mehr Truppen an die Mauern. Mehr Späher an die Grenzbereiche. Außerdem möchte ich mehr Wachpersonal an den Minen aufstellen. Sorgt außerdem dafür, das unsere Vorratskammern gut gefüllt sind. Vielleicht müssen wir mit dem Schlimmsten rechnen."
      Hodmac selbst wollte auf eine Reise gehen und den Eisenfürst persönlich sprechen. Auf Grolf würde er verzichten. Dieser war ohnehin mit seinen Kriegern schon zur Ostmauer aufgebrochen, und suchte sicher dort nach weitern Hinweusen und Unterstützung. Hodmac selbst musste den Eisenfürsten überzeugen, das auch im Süd-Osten die Mauern verstärt werden, und die Grenzposten zusätzliche Truppen erhalkten. Die Grenze war lang zum Reich von Mehyve, und es gab einige Schlüsselorte, die im Falle einer Belagerung in Frage kämen.


      Garlingen - Haus Goldfield
      Der Frühling ging allmählich in den Sommer über. Die Temperaturen stiegen und alles war inzwischen im satten Grün erblüht. Jeder Baum trug sein Blattwerk in voller Pracht und Herrlichkeit, während überall um Blumen und Blüten Insekten schwirrten, um deren süßen Nektar zu kosten.
      Das Kernland selbst hatte milde Temperaturen vorzuweisen. Berge, die die Goldene Mitte umgaben, hielten die meisten Winde davon ab, aus anderen Bereichen direkt in das Land einzufallen. Der warmre Nordwest Wind wurde von den Wäldern gekühlt und abgeschwächte, während der heiße Nordost Wind durch die Berge blockiert wurde. Die Gipfel waren hoch genug, um im ganzen Jahr mit Schnee zu glänzen. Luft, die von den Berge hinabströmte, war eher mild als heiß. Nicht umsonst boten die Temperaturen hier das ideale Anbauklima für Weizen und andere Früchte.
      Der Besucher, der auf einem Pferd durch das Land ritt, bewunderte die blühenden Felder, auf denen das bereits reife Korn sich im Wind wiegte. Auf einigen Feldern waren die Bauern bereits fleissig am Ernten. Ganze Armeen schienen hier mit Sensen hindurchzumarschieren, während weitere Helfer das abgeentete Korn sammelten, dreschten und die Körner auflasen, um sie in Körbe oder Säcke zu füllen. Die übrigen Halme wurden auch aufgesammelt. Das Stroh würde man in großen Scheunen lagern, für die Tiere. Tiere traf er auch in der Nähe der Bauernhäuser, die in ganz Garlingen verteilt waren. Nahe größerer Ortschaften gab es auch die größten Felder. Hunderte Bauer waren Tagelang damit beschäftigt, auch nur eines davon abzuernten. Dazwischen gab es Wiesen, auf den das Nutzvieh graste. Kühe, Ziegen, Schafe und Pferde. Weitere Tiere waren direkt am Hof, wie Schweine und Hühner. Dann gab es noch weitere Felder, mit anderen Kornpflanzen oder Früchten der Erde. Auch gab es Plantagen für Trauben und Äpfel. Und in den Wäldern jagte man nicht nur Fleisch der Tiere, sondern suchte nach Kräutern, Pilzen und Beeren. Das ganze Land quoll über vor Nahrung, und dennoch schien ein dunkler Schatten über diesem zu hängen.
      Erst letzte Nacht hörte der Reisende Geschichten in einer Taverne darüber. Die ganze Stimmung des Landes war auf dem Tiefpunkt, obwohl sich alle möglichst wenig davon anmerken lassen wollten. Ihr Licht, ihre Herrscherin Flora Goldfield war der Dunkelheit verfallen, und saß nun irgendwo in Mehyve, anstatt sich um ihr Land und die Ernte zu kümmern.
      Das hatte auch auf dem Handelsweg Spuren hinterlassen. Der Preis war gestiegen und das Korn zum Teil überreif, verfault. Geringere Abnahmen ließen die Lager vor sich hingammeln, weil man wohl einen Bogen um das Gold der Mitte machte. Der Gewinn verfoel zum Teil in Verlust.
      Und so kam es, das der Reisende sogar ein paar Felder sah, auf dem die Elfen selbst standen, und bei der Ernte halfen. Sie nahmen ihren Teil direkt mit, und kauften auch die überfüllten Lager leer, nur um die Waren dann auf ihrem Markt anzubieten. Brerandt nahm das Meiste ab, und verkaufte es wiederum weiter. Er behielt dafür seine Ernte zum Großteil ein, preiste das Gold der Mitte aus Anbauboden von Brerandt an. Dennoch zogen Elf und Brerandt natürlich ihren preislichen Anteil ab. Und das machte sich auch in der Hauskasse bemerkbar.
      Alle Gelder, die abzüglich aller Kosten als reiner Gewinn in die Hauskasse flossen, waren stark reduziert, beinahe verhungert. Das machte natürlich fast alle Pläne zunichte, die mit dem Ausbau der Häuser zu tun hatten, damit im nächsten Winter alle ein wäremes Dach über den Kopf hatten. So würde es auch in diesem Jahr wieder nur zu notdürftigen Ausbesserungsarbeiten kommen.
      Schließlich erreichte der Reisende das Haus Goldfield und stieg ab. Man brachte ihm zur momentan amtierenden Hausherrin Codren Goldfield. Seit Flora fort war, musste sie alle übernehmen und irgendwie am Laufen halten. Dennoch bat er um Audienz, und vermerkte auf die absolutew Wichtigkeit, da es Flora Goldfield betraf. Das schaffte natürlich Gehör und man ließ ihn Vorsprechen.
      Warten musdte er trotzdem über eine Stunde, weil Codren bei den Hausnahen Windmühlen eine Inspektion durchführte. Gelder mussten fließen, da sie Winterschäden hatten, die sich erst jetzt bemerkbar gemacht hatten. Neue Mühlsteine musdten her, und Holz für die Balken und den Windrädern. Außerdem klsgten die Müller über fehlende Helfer. Sie schufteten mehr als zuvor und das für weniger Geld. Das gefiel den Meisten nicht sonderlich. Auch hier musste wohl wieder was aus der Hauskasse geopfert werden.
      Als Codren dann endlich Zeit hatte, trat er ein und grüßte knapp.
      "Verzeiht meine Störung, zu solch wichtigen und schweren Zeiten, verehrte Goldfield. Ich bin Igast Urick, ein Gelehrter des Lichtes. Und ich bringe Neuigkeiten, die euch womöglich von großem Nutzen sein könnten."
      Es war auch bekannt, das sich Krieger des Lichtes hier in Garlingen niedergelassen hatten, um irgendwie noch ihren Glauben zu bestärken, das Flora einestages wiederkehrte. Hier war ihre Heimat, und die galt es zu verteidigen. Flora selbst war doch Opfer von Verrätern geworden. Verrätern aus Mehyve. Großer Schaden wurde angerichtet. Aber auch trotz deren Hilfen und Rückgaben aus ihren Lagern, wo die gestohlenden Sachen lagerten, gab es kaum Besserung für das Land und Volk.
      Igast erklärte auf Anfragen, was er denn so wichtiges zu berichten hatte, das er sich mit einigen Büchern der alten Mönche auseinandergesetzt hatte. Igast selbst war ein Geistlicher, der vor hatte, einen Mönchaorden auferstehen zu lassen, um deren alten Lehren wieder neus Leben einzuhauchen. Das galt natürlich auch für dernen Kampfkünste und Magie. So auch der Berserker.
      "Nun, ich bin davon überzeugt, das es möglich ist, den Berserkerzauber auch nach Ablauf der Frist, wieder rückgängig zu machen. Es ist kompliziert, aber ich fand Hinweise auf Schriften, die das bezeugen können. Sicher haben die Mönche diesen Zauber nicht ohne Absicherung erschaffen. Aber, es ist viel verloren gegangen. Angeblich gint es noch Orte auf Taranoke, in denen einige verborgene Schätze der Mönche lagern. Da ran zu kommen wird aber sicher auch nicht einfach werden. Fünf Orte habe ich ausfindig machen können, hier, tief verbvorgen in den Schriften der alten Künste und des Lichtes. Wenn ihr meine Hilfe annehmt, und diese Dinge besorgen würdet, so käme ich dazu meinen Orden zu eröffnen. Und ihr erhaltet Flora Goldfield zurück."
      Natürlich erhoffte er sich auch seinen Anteil davon. Mitten in Garlingen würde er in den Bergen ein Kloster errichten. Pilger aus ganz Taranoke werden ins Kernland kommen, um bei ihm zu beten, und sich ehren und segnen zu lassen. Verraten wird er die Orte nur, wenn Corden Hilfe zusagt. Nur einen Ort musste er vorsichthalber schon erwähnern, um nicht unglaubwürdig zu erscheinen.
      "Es gibt ein altes Gemäuer das tief in der Wüste von Vultjag steht. Heute ist er als Turm der Wüste bekannt, und stewht unter Kontrolle von Vultjags Armee. Sie verehren das Bauwerk. Man sagt, das Zwerge ihn einst errichtet hatten. Ein hoher Turm von gut 100 Metern. Er bietet eine hervorgandende Sicht auf das Umland, und man kann feindliche Truppenbewegungen viel früher erkennen als von geöhnlichen 20 oder 30 m hohen Türmen. Außerdem ist er stark gefestigt, wie eine Festung selbst. Wichtiger ist jedoch, was sich unterm Turm verbirgt. Ich fand heraus, das es einen geheimen Zugang gibt, der einen Gang frei legt, der bis tief unter den Wüstensand führt. In dortigen Kammern lauern Schätze der alten Mönche. Ich bin zuversichtlich, das Vultjag diesen Ort noch nicht gefunden und geplündert hat."
      Erwartungsvoll spähte er zu Codren.
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    • Codren

      Die winterlichen Probleme wichen den sommerlichen und häuften sich. Das Saatfest, mit dem jährlich die neue Saat begrüßt und gefeiert wurde, blieb aus. Die Bauern, die im Winter fortgezogen waren, hatten zwar die Kosten gesenkt, aber dafür mangelte es nun stark an Arbeitskraft, um den gesamten Hof aufrecht zu erhalten. Kal, der Elfenbotschafter, der sich in Goldfield selbst häuslich eingerichtet hatte, schickte eine Botschaft an die Elfen, um deren Hilfe zu ersuchen und obwohl ihm dafür ganz Garlingen dankbar war, so half es doch nicht vollständig, die fehlenden Bauern zu ersetzen. Codren verlangte zwei ganze Felder nicht zu besähen, mit der Ausrede sie gedeihen zu lassen, um im nächsten Jahr bessere Weizen zu gewährleisten. Doch die unausgesprochene Wahrheit, die jeder kannte, war, dass sie nicht genug Arbeiter besaßen, um alle Felder zu pflegen.
      Renovierungen wurden auf den Herbst verschoben. Die geplante neue Werkzeuglieferung aus Camisse musste wegen einer Heuschreckenplage ausfallen. Hilfsarbeiter aus Lyxaxu, deren Löhne geringer ausfiel als die der Bauern, wurden wieder heimgeschickt. Einen Monat nach der Saat wurde eine hauseigene Kuh geschlachtet und die einzelnen Teile verkauft. In den Geschäftsbüchern waren Verluste hoch und Gewinne blieben nicht lange verzeichnet.
      Obwohl Codren kreativ mit ihren Ausreden blieb, um niemanden davon wissen zu lassen wie schlecht es tatsächlich um Goldfield stand, steigerte sich der allgemeine Unmut mit jeder verstreichenden Woche. Tain reagierte auf eine Bitte um ein Darlehen mit Ausreden, die darauf hinausliefen, dass sie Goldfield militärisch unterstützen wolle, aber es einen finanziellen Verlust für sie bedeutete, Goldfield Geld zu schicken. Brerandt sagte, dass er seine Kämpfe gegen die Barbaren finanzieren müsse. Den Süden kontaktierte Codren erst gar nicht.
      Sie fing an mit einem katastrophalen Bankrott zu rechnen. Wenn sie die Ernten im Herbst nicht auf den Markt bringen konnten, würden sie in den Kornspeichern verrotten oder den winterlichen Feuern zum Opfer fallen. Auch jetzt noch verließen ihre Bauern ihre Häuser und suchten sich Arbeit im Norden. Es war kein Ende abzusehen.
      Es fanden wöchentliche Beratungen statt, einmal mit den selbsternannten "Rettern des Lichts" und einmal mit Garlingens Angestellten. Was konnte wo verkauft werden, wie konnte das Weizen so schnell wie möglich den Hof verlassen und Gold zurückbringen. Wie holten sie Flora zurück, wie konnten sie in einer Schlacht gegen Mehyve und vielleicht auch Vultjag gewinnen. Das waren Fragen, die man wöchentlich stellte und jede Woche eine andere Antwort zurückkam.

      Codren war den ganzen Tag auf den Beinen. Sie plante, ließ Briefe verfassen, beriet sich mit anderen, führte Besichtigungen durch, plante noch mehr, hielt die Geschäftsbücher auf Stand, empfing Besucher, schloss Verträge ab oder kündigte sie wieder, betrieb Inventur, hörte sich die Belange der Bauern an, stellte Arbeiter an und kündigte sie wieder, pflegte geschäftliche Beziehungen. Wenn sie mal tagsüber nichts zu tun hatte, ging sie auf die Felder hinaus und half die Weizen zu pflegen oder unterrichtete die Elfen in Feldarbeit. Wenn sie abends nichts zu tun hatte, zog sie sich in Flora's Zimmer zurück und studierte ihre Bücher, bis sie sie auswendig konnte. Nebenher erlernte sie so den ein oder anderen Zauberspruch, so benutzte sie Medis bei Papierschnitten, aber die Magie war für ihren ausgemergelten Geist zu kräftezehrend, also benutzte sie sie nicht oft. Wenn sie nachts nicht schlafen konnte, setzte sie sich bei Kerzenlicht ins Arbeitszimmer und ging ihre Dokumente bei angenehmer Stille durch. Sie hörte damit auf, als sie zwei Kerzen abgebrannt hatte und herausgefunden hatte, wie viel Wachszieher für ihre Kerzen heutzutage verlangten. Danach schlich sie im schlafenden Haus auf und ab oder trainierte im Mondschein. Alles, um sich nur nicht ihren Gedanken zu überlassen.

      Sie dachte viel an Flora, fragte sich, was sie gerade tat und wie es ihr ging. Sie fragte sich regelmäßig, ob die Ereignisse nicht abgewandt hätten können und kam stets darauf, dass es ihre eigene Verantwortung gewesen war, Flora nicht allein mit dem Priester abziehen zu lassen. Sie schmiedete Rachepläne gegen sämtliche Priester des Lichts. Sobald sie die Kapazität hatte, würde sie alle aufsuchen und sie mit ihren eigenen Händen erwürgen. Allesamt.
      Sie versuchte auch, aus den Büchern Informationen herauszusuchen, die ihr helfen konnten. Bisher war alles erfolglos.

      Als sie eines Tages einen weiteren Besuch von außerhalb Goldfield erhielt, hätte sie ihn gleich wieder heimgeschickt. In letzter Zeit waren viele Reisende gekommen, um sich das Elend des einstmals so blühenden Hofes anzusehen und über Codren und ihre Angestellten zu lachen. Allerdings berichtete die Magd, dass der Mann über Flora sprechen wollte und da konnte Codren doch nicht nein sagen. Doch als sie ihn empfing, verdüsterte sich ihre Stimmung schlagartig. Igast Urick nannte er sich und war ein Gelehrter des Lichts. Stand er in Verbindung mit den Priestern? Wollte er an ihrem Hof spionieren? Stand er in Verbindung mit Flora's Priester - Uzin? Sie gestattete ihm zu reden, hörte aber nur mit einem Ohr zu. Ihre Gedanken hatten sich schon bei ihren Racheplänen festgefressen.
      "Einen neuen Mönchsorden willst du errichten? Wir sollen an einen Ort ziehen um irgendwelche Schätze zu bergen, die Miss Goldfield zurückbringen werden? Willst du wissen, was mit dem letzten Mann passiert ist, der herkam um so etwas vorzuschlagen? Er verwandelte Miss Goldfield in reine Dunkelheit und verdammte Taranoke dazu, in einen nächsten Krieg gegen sich selbst zu ziehen. Bist du auch einer dieser Art, Igast? Hast du etwa vor, mich auch der Mondgöttin auszusetzen? Da muss ich dich gleich enttäuschen, ich habe nämlich nicht im Ansatz so viel Licht in mir wie die aktuelle Göttervertretung. Und wenn du vor hast Goldfield anderweitig zu schaden, dann kann ich dir hier und gleich mitteilen, dass das nicht funktionieren wird. Wir haben genug von Priestern und ähnlichem und sicherlich auch genug von irgendwelchen ominösen Orten. Da vorne ist die Tür."
      Sie zeigte darauf und versenkte den Gelehrten mit ihrem giftigen Blick. Die ganzen Anhänger des Lichts waren schon genug, sie brauchte nicht auch noch ihre ganzen Vorgesetzten hier.
    • Igast Urick

      Er hatte schon damit gerechnet, auf Wiederstand zu stoßen, gerade jetzt, zu diesen Zeiten, wo man Flora Goldfield auf üble Art und Weise ins Verderben gelockt hatte. Das Vertrauen in Anhänger Aranas und des Lichtes war nicht gerade groß. Aber trotzdem erhoffte er sich irgendwie Hilfe. An wen könnte er sich sonst wenden? Hier war die Heimat jener Person, die Aranas Licht erstrahlen ließ, die einen bösen Feind verbrannte, und irgendwie Frieden stiftete. Das könnte auch wieder so sein.
      "Ich weiß, das ihr wenig Vertrauen in meine Wenigkeit setzt, dennoch kam ich extra dafür hierher. Dieser Uzin war kein Lichtpriester. Er war ein Magier aus Mehyves Reihen, der nach Macht gierte, ohne selbst führen zu müssen. Er konnte sich weder Zainer Mehyve noch Scarlett Vermell anschließen, da er nicht sagen konnte, wer am Ende Siegt und verliert. Und anbetracht der Tatsache, das der Bürgerkrieg sich rund acht Jahre schwerfällig hinzog, und er dank Floras Einsatz nun ein schnelles Ende fand, konnte er nur mit ihrer Hilfe für Klarheiten sorgen. Er hat erreicht was er wollte, aber das entspricht nicht jenem, was andere möchten. Stellt euch doch vor, was ein neuen Mönchorden für Garlingen bedeuten könnte? Mehr Besucher und Leute, die sich hier im Land niederlassen wollen. Pilger, die zum Tempel reisen um zu beten, werden auch reichlich Spenden und andere Gaben bringen. Das Land könnte erneut aufblühen."
      In seinen Augen versuchte er ganze Überzeugungskünste aufblitzen zu lassen. Er erwähnte nochmals, das sicher die Möglichkeit bestünde, Flora zu retten. Sie wieder ins Licht zu führen. Er war sich sicher, sehr sicher, das in einem der Orte das Wissen dazu lagerte. Der Wüstenturm schien vielversprechend, denn dort gab es viel Sonne. Das Bauwerk war älter als 200 Jahre, und stand schon vor der großen Besiedelung der Menschen. Die Urvölker sollten das möglicherweise bestätigen können. Zumindestens die Elfen. Einen Barbaren zu fragen, der womöglich schon ein paar mal auf die Insel stürmte um bei den Elfen zu plündern, wäre sicher nutzlos.
      "Versteht doch bitte, das ich nicht vor habe, euch zu verraten, oder nur auszunutzen. Und ich werde es euch beweisen. Ich werde in Garlingen bleiben. Ich hörte von einer alten Stadtruine, östlich in den Bergen. Ich werde sie aufsuchen, und schauen, ob es sich lohnen würde, dort eine Tempelstadt zu errichten. Auch werde ich mir die Berge ansehen, um einen nahen Ort für einen Tempel zu finden. Ich werde nach Garin gehen, und mich in der Ortschaft einquartieren, und auch bei der Ernte helfen. Mein Tribut an dieses Reich. Vielleicht mag ich euch alsbald von meiner Idee überzeugen können. Überlegt es euch. Denkt an Flora Goldfield."
      Er erhob sich und verneigte sich kurz, zog sich dann zurück, um gesagtes in die Tat umzusetzen. Sollte Codren ihn sprechen wollen, so hatte er nun einen Wohnsitz angegeben. Ein Bote könnte ihn aufsuchen, oder sie selbst.
      Was sie jetzt noch tun konnte war, das sie weiter die Bücher durchstöberte, Vielleicht gab es ja auch irgendwas zum Turm darüber zu lesen. Jedenfalls stand er äußerst ungünstig. Und Igast kam zu einer ungünstigen Zeit. Es war bekannt, das Vultjags Krieger den Turm bewachten. Dort ungefragt einzufallen und nach Geheimgängen zu suchen, würde man sicher als Angriff werten. Was könnte man dem Wüstenvolk schon bieten, das er mögliche Feinde, die damals Trakur besiegten, freien Zugang zu ihren Bauten zu gewähren? Da gab es keine friedliche Lösung. Soviel war sicher.


      Raz Werkstatt

      Eine finanzielle Schande, für seine Geldtruhen, wie er jedesmal fluchte, wenn er die Deckel öffnete, und feststellte, das man schon den Boden sehen konnte. Beutel mit Edelsteinen, klimpernde Münzen in allen Varianten von Gold bis Kuper, und sogar das ein oder andere Schreiben, das irgendwelche Finanzen garantierete. Aber all das war jetzt Nebensache. Er hatte viel Geld in neue Mitarbeiter investiert, um für die erhabene Göttin Aranis ihre Maschine zum Sieg fertigzustellen, schon allein um sich an Perrot zu rächen, das er die Frechheit besaß, ohne mit der Wimper zu zucken seine Mitarbeiter bei sich aufzunehmen. Und dann bezahlte und behandelte er diese Schmeißfliegen auch noch besser.
      Wütend stiefelte er wieder in die große Halle, wo das Ungetüm stand, die Faust von Aranis. Noch immer litt das Metall unter dem Staub der Arbeiten, und es machten keinen Sinn, es regelmäßig zu reinigen und zu polieren, bis das Gerät fertig wäre. Und es brauchte nur noch zwei Tage Zeit. Die nutzlosen Hunde, die viel zu viel kosteten, hatten ganz besonderen Arbeitseifer, da sie für Aranis selbst bauten. Auch sie wussten, um deren Bestrsfungsmaßnahmen bescheid. Leider bekamen sie erst nach Vertragsabschluss zu hören, was sie bauten und wer darauf wartete, es in Aktion zu sehen. Hier spielte jeder mit seinem Leben. Und so brachte das einige Kosten wieder zurück, da die Handwerker fleissiger waren als sonst. Täglich wurden einige auf Liegen herausgetragen, weil sie zusammenbrachen. Peitschen schnallten, wenn es nötig war, um die Müden Augen offen zu halten. Und so musste Raz wieder mehr Geld in bessere Verpflegung investieren. Teures Fleisch, das den Leuten Kraft gab. Jäger mussten extra dafür jagen gehen, oder er kaufte teure Schweine und Rinder von Bauern. Nun, es waren ja nur sech Feste, die nach der Arbeit grfeiert wurden, bis zu Präsentation. Vielleicht noch eines, wenn er gegen Hew gewonnen hat. Er wird es sehen. Im Sturm auf Camisse wird es seine Maschine sein, die den entscheidenen Schlag ausführt - im wahrsten Sinne des Wortes. Es wird Aranis Faust sein, die Camisse zertrümmert. Der Name war wirklich gut gewählt. Er wird in Geschichten und Lieder ihre Macht wiederspiegeln. Alle werden glauben, das sie mit ihren eigenen Händen durch die stärksten Mauern brach. Was ist da schon ein kleiner Wicht namens Perrot, der mit einigen zusammengenagelten Holzbalken ein paar Steine warf.
      Wohlklingent in seinen Ohren hämmerte, klopfte, schabte und sägte es in der Halle. Er humpelte am Fahrgestell vorbei, hämmerte mit dem Gehstock dann auf eine lose Holzlatte, deren Nägel sich gelöst hatten. "Verflucht, das ist das hier für eine Schlamperei? TOBES, DU ALTER NARR! KOMM GEFÄLLIGT HER ZU MIR! Unfähiges Pack. Das muss verbessert werden. Ein Metallbeschlag oder sowas ..."
      "Hähähäää, hier bin ich, mein Meister. Was darf ich für euch tun?", krächste der Verstaubte und grinste.
      Alf klopfte erneut auf die lose Latte. "Achte besser auf die Leute. In ihrem Eifer scheinen sie nicht mehr ganz aufzupassen. Schau dir diese Schlampige Arbeit an, hmmää? Das muss verbessert werden. Beschlagt es mit Metall. Nicht nur hier, auch an den anderen Stellen, zwischen den Rädern."
      Tobes rieb sich das Kinn und klappte von seiner Mütze eine Art Okular herab. Eine Linse, mit der er sich das ganze näher ansehen konnte.
      "Hmm, das Holz selbst ist nicht Inordnung. Wir sollten es besser austauschen, als es nur zu verstärken. Die Balken wurden zu dünn zugesägt."
      "Was soll das heißen? Wie lange würde das dauern?"
      "Drei Tage und .." "NIEMALS! In Drei Tagen har Aranis es schon gesehen, oder mein Kopf rollt durch diese Halle. Geld spielt keine Rolle. Hol einen Schmied. Er soll entsprechend Metall bearbeiten und das bis Morgen."
      Tobes verneigte sich und rannte fort. Alf murmelte Flüche und humpelte zum Tisch mit den Plänen. Verdammt und zugenäht. Das Gewicht wurde falsch berechnet. Das Holz war zu dünn, und jetzt wo der Aufbau fast fertig war, gab es nach und verzog sich. Wenn die Faust zusammenbrach, bloß weil man sie fortbewegte, wäre das die SChande seines Lebens.
      Na, wenigstens hatte er sonst alles, was er brauchte. Die Pferde, das restliche Personal, um das Ungetüm im sicheren Schutz vor Pfeilen und feindlichen Soldaten von innen her aus fortzubewegen. Schwere Ketten mit Klingen umgaben den untersten Bereich. Kein Feind könnte sich also von unten durchschleichen, und so blieb das Gerät auch auf unwegsamen Gelände mobil. Zumindestens bis Unterschieden auf Hüfthöhe boten die Ketten einen flexiblen Schutzvorhang. Dann kam das Holzgestell mit den Rädern. Es folgte der Schwungturm, wo die Faust vor und zurückbewegt wurde, bis zu 5 nach vorn vor das Gerät. Genug, um die Mauern zu brechen. Der Schwungturm war natürlich auch komplett verschlossen. Die Fahrer und die Rammer arbeiteten nur auf Anweisung vom Aussichtsturm ganz oben. Tobes würde vorn in der Mitte sitzen, und das Kommando haben. Über Rohre ließ er Befehle von weiteren Soldaten nach unten leiten. Schießscharten gaben Bogenschützen die Möglichkeit, die Faust zu verteidigen. Zudem war sie von außen mit Metallplatten zusätzlich belegt, so das Brandgeschosse weniger Wirkung erzielten. Wasserfässer und Schläuche würden jeden Brandversuch vereiteln.
      Und das Beste war, das er hinten eine Rampe hatte, die er nach seinem VErnichtungswerk öffnen lassen konnte. Man musdte nur noch den Rammbock an Seilzügen hochziehen, und so konnten nachfolgende Soldaten durch das Gerät direkt in das aufgebrochene Loch in der Mauer stürmen. Damit würde der Feind nicht rechnen.
      Gierig rieb er sich die Hände. Alle Verluste werden bald wieder in reichlich Gewinn verwandelt sein.

      Gegen Mittag verschlug es ihn in die nahe Waldtaverne, wo er gelegentlich mal zu speisen pflegte. Kaum durch die Tür, erspähte er auch schon Hew, der sich wohl ebenfalls hier blicken lassen wollte. Man hatte hier wohl guten Wein geliefert bekommen. Er stand an der Theke und genehmigte sich einen. Grunzend stiefelte Alf auf ihn zu. "Haha, was verschlägt einen SSchleimigen Egel wie dich nur an diesen Ort, Perrot? Ist es in deinem Speisesaal zu staubig geworden, hahaha."
      Schnaufend setzte er sich auf einer Hocker und orderte Bier und Eintopf mit Brot. Er selbst musste wohl das beste Essen für seine Arbeiter spenden, und ging öfters hier den Hunger stillen. Und so schlecht war es hier auch wieder nicht.
      "Wie läuft es mit deinen Maschinen? Konnten sie schon ein paar Kiesel aus dem Fenster schleudern? HAHAHAHA..."
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    • Codren

      Als Igast gegangen war, stand Codren auf und sah aus dem Fenster auf die Felder hinaus. Sein Angebot war tatsächlich verlockend, das musste sie zugeben. Vielleicht würde der Schatz aufschluss darüber geben, wie sie Flora zurückholen konnten, oder aber es war ein tatsächlicher Schatz aus Gold, dann könnten sie zumindest die Renovierungsarbeiten nachholen und womöglich wieder Bauern einstellen - sofern noch jemand bei Goldfield arbeiten wollte. Sie misstraute Igast mit jeder Faser ihres Körpers, aber sie musste sich den Turm zumindest einmal ansehen. Und vorher musste sie herausfinden, ob er tatsächlich recht hatte.
      Zu ihrem Unmut entdeckte sie zwei Tage später tatsächlich einen Abschnitt in einem von Flora's Büchern, in dem es um irgendeinen Bau im "Land des Lichtes" ging. Welches Land damit gemeint war, war nicht erkennbar, doch da es sich nur um Mehyve oder Vultjag handeln konnte, war die Auswahl sehr eingeschränkt. Vorallem wurde das Bauwerk als "Der Weg zur Sonne" betitelt, was durchaus mit Igast Beschreibung übereinstimmen konnte. Allein dadurch sah sie sich gezwungen, seinem Ratschlag zu folgen.
      Weitere zwei Tage später ließ sie einen Brief zu Skor verschicken, in dem sie ihm zwei Karren Goldfield-Mehl als Geschenk anbot. Sie wusste, so schrieb sie, dass seine Vorgänger begeistert von den Goldfield-Weizen gewesen waren und nach den aktuellen Geschehnissen in Mehyve hoffte sie darauf, dass ein Geschenk Goldfields ihn später zu einem Handelsabkommen überzeugen könnten. Er solle es als kleine Kostprobe ohne jeglicher Verpflichtungen sehen. Sie würde sogar selbst jemanden vorbeischicken, der das Mehl ablieferte, er musste ihn noch nicht einmal empfangen.
      Mit diesem Brief hoffte sie darauf, in seiner Antwort ein Siegel zu finden, das ihre Gesandten dazu bemächtigte, die vultjag'sche Grenze gefahrlos zu überqueren. Wenn sie erstmal in Vultjag waren, könnten sie das Siegel auch dazu verwenden, unter dem Vorwand einer Rast den Turm zu besuchen und dort nach dem Schatz zu suchen. Es war ein äußerst riskantes Manöver, das ihr einen sofortigen Krieg mit Vultjag bescheren könnte, aber anders würde sie nie Zugang zum Turm erhalten. Und da es tatsächlich so aussah, als wäre der Schatz vielversprechend, musste sie es wagen.
      Also bat sie Igast eine Woche nach ihrer Unterredung mit ihm noch einmal in ihr Büro und schickte außerdem nach dem Elfenbotschafter Kal und Rehna Lyxaxu. Als alle versammelt waren, erläuterte sie ihren Plan und was zu tun wäre.
      "Ich schicke dich, Kal, als direkten Abgesandten, um ihm das Mehl zu übergeben. Denk daran, dass wir nichts weiter wollen, als ihm das Mehl vor die Tür zu stellen und dann wieder abzuhauen. Im besten Fall erfährt er erst hinterher, dass wir überhaupt da waren. Ihr werdet auf dem Hinweg nach dem Schatz suchen und ihn auf dem Rückweg mit euren leeren Karren mitnehmen. Wenn ihr zwei Mal den Turm besucht, wird niemand denken, dass ihr irgendwas im Schilde führt. Ihr müsst nur den Schatz aufladen und so unauffällig wie nur möglich nachhause ziehen. Zeigt das Siegel jedem Soldaten, der euch anspricht und weist ihn darauf hin, dass es von Skor selbst kommt. Für alle weiteren Schwierigkeiten, möchte ich mir von dir ein paar Soldaten ausleihen, Rehna. Wir stecken sie in Goldfield's Uniformen und tun so, als kämen sie von Garlingen. So genießt Kal den Begleitschutz und niemand wird Verdacht schöpfen."
      Beide nickten zustimmend.
      "Igast, du wirst am Hof bleiben. Keine Ausflüge mehr zur Stadtruine und nur noch nach Garin und wieder zurück. Ich zeige dir, wie man die Weizen mit Insektengift besprüht und dann kannst du dich nützlich machen."
      Besonders letzteres gefiel ihr ausgezeichnet. Vielleicht hatte sie Glück und er würde die Dämpfe zu sehr einatmen und krank werden. Das würde ihr nur allzu recht sein.

      Hew Perrot

      Ein paar Tage, nachdem die alten Maschinen beendet worden waren und die neuen bereits in die Halle gefahren wurden, gönnte sich Hew eine Auszeit. Einmal im Monat erlaubte er sich, natürlich nach gründlicher Vorbereitung, damit ihn auch ja niemand sehen würde, den Nachmittag mit einer ganz bestimmten Person zu verbringen. Er traf sich mit ihr in der Taverne, sie aßen gemeinsam etwas und danach suchten sie für den Nachmittag ein Zimmer im nahegelegenem Gasthaus auf. Am späten Abend kehrte er dann, natürlich nicht ohne sich vorher zu vergewissern dass ihn niemand sah, zurück in seine Werkstatt. Bisher hatte er das sechs Mal getan und es schien auch ganz gut zu laufen.
      Nur dieses Mal nicht. Dieses Mal entdeckte er kaum eine halbe Stunde, nachdem er selbst eingetroffen war, seinen Untergang. Er drehte sich zu dem Neuankömmling um, gereizt, aber auch ein wenig nervös.
      "Ist man denn nicht einmal hier vor dir sicher? Bin ich nicht schon bestraft genug, dein Gesicht bei Versammlungen zu sehen?"
      Er nippte an seinem Wein, sah sich um, nervös. Die Taverne war zu dieser Tageszeit schlecht besucht.
      "Lass doch diesen Unsinn, Alf. Wir wissen beide, dass ich die besseren Maschinen herstelle, weil ich meine Mitarbeiter nicht wie Dreck behandle. Lass doch deinen Zorn lieber an deinem... wie heißt er noch gleich... ah, Tobes aus. Eines Tages wird auch er zu mir rüberwechseln. Beim letzten Angebot hat er schon mächtig gezögert."
      Dann geschah allerdings das, wovor Hew sich in diesem Moment so sehr gefürchtet hatte. Die Tür zur Taverne ging auf und ein junger Mann, kaum 20 Jahre alt, trat herein. Er hatte goldenes, gelocktes Haar, ein markantes Gesicht, lange Beine und dünne Arme. Seine Kleidung war größtenteils billig, aber um den Hals trug er ein silbernes Kettchen und seine Finger schmückten drei Ringe. Hew drehte sich zu schnell zu ihm um, panisch. Er versuchte den Mann mit einem Schütteln seines Kopfes aufzuhalten, aber der andere schien es nicht zubemerken. Er lächelte herzlich und ging mit deutlichem Hüftschwung auf Hew zu. Hew stieß in seiner Panik sein Weinglas um.
      "Ich muss gehen! Die Pflicht ruft!"
      Er knallte dem Wirt fünf Goldmünzen auf den Tisch, viel zu viel für das Glas Wein, und schien in seiner Hast reißaus zu nehmen. Er schob sich mit wehendem Umhang an dem Jüngling vorbei, der ihn verdutzt beobachtete, und brach durch die Tür nach draußen. Der junge Mann sah zu dem Wirt, dann zu Alf, als könne er dieses Verhalten erklären, und rannte Hew dann nach.

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    • Mehyve

      Während Igast in Garlingen innerlich drei Sonnenaufgänge zeitgleich bewunderte, als Codren ihm von ihrer Entscheidung mitteilte, doch den Turm in der Wüste aufzusuchen, nahm er selbstverständlich nicht an dieser gefährlichen Mission teil. Schließlich war er kein Krieger, nur ein Vertreter des Lichtes. Und ein wenig Feldarbeit taten die Mönche damals auch schon. Selbst hatte er es eh freiwillig angeboten, weshalb er natürlich überhaupt keine Einwände hatte, auch den Weizen den ganzen Tag mit irgendwelchen Giften zu benetzen.

      In Mehyve rückte inzwischen ein besonderer Tag an. Die Vorstellung von Alfs Faust von Aranis. Natürlich würde auch Hew mit seinen Zahnstochern aufrollen und ein paar Kiesel werfen. Nur ein Narr zur Belustigung ihrer göttlichen Mejestät.
      Vor wenigen Tagen erst hatte Hew sich äußerst seltsam verhalten. Kaum, das beide in der Taverne ins Gespräch kamen, schien Hew sich unwohl gefühlt zu haben. Er schien nervös zu sein, auf seine Aussage, er würde die bessere Krieggeräte herstellen.Pah, glaubte er wirklich, den großen Alf hinters Licht führen zu können? Geflüchtet war er vor Angst, sich weiter mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Außerdem schien er sich hier mit jemanden treffen zu wollen. Ein junger Bursche, der irgendwie arm und zugreich reich wirkte, und offenbar ebenfalls verwirrt war. Der Gute Hew warf sogar seinen Wein um und bezahlte gleich für mehrere Flaschen. Selbstverständlich war Alf ein, das Hew ihm noch einen ausgegeben hätte, und bekam seine Bestellung kostenlos. So schmeckte das Essen gleich viel besser.
      Was den Burschen betraf, der kurz fragend zu ihm sah, der lief seinem Meister nach. Sicher kam er nur um Hew zu sagen, das etwas schief gelaufen wäre.
      Hätte Alf noch gesehen, wie der Jüngling mit den Hüften schwang, wäre der Verdacht sich auf ein ganz anderen Kriegsgerät gefallen. Eines, mit dem man sicher keine Schlacht gewinnen würde.

      An diesem Morgen schien aber auch in Alfs Werkstatt so einiges schief zu laufen, und er hatte sicher zwei Jahre seines Lebens aus der Kehle geflucht und drei oder vier Arbeiter verscheucht, die er für am unfähigsten hielt. Mit einem halben Nervenzusammenbruch rollte das Gerät dann schließlich doch auf das 500 m entfernte Feld, wo regelmäßig Übungen gemacht wurden. Hier gab es viele Steine von groß bis klein. Für Wurf oder Schleudermaschinen der perfekte Ort zum üben. Auch gab es hier Steinbrüche und eine Übungsmauer. Alf hatte sie extra nochmal verstärken lassen. Soldaten hatten dafür tagelang große Felsen an Seilen herziehen lassen. Es war eine Wette, weil Alf sich dafür kein weiteres Personal mehr leisten konnte, und so hatte er den Soldaten eine Herausvorderung gestellt. Riss er die Mauer ein, so bekam er vom Hauptmann das notwendige Personal, um die Faust von Aranis abzusichern umsonst. Auch nach der Schlacht benötigte er natürlich einen Wachtposten. Der war inbegriffen. Und wenn die Mauer hielt, so fertigte er für den Hauptmann ein Kriegsgerät nach Wunsch vollkommen kostenfrei. Billige oder Gratis Ausrüstung für die Armee war immer gern gesehen.
      Es hatte ein paar Minuten gedauert, das Haushohe Gefährt bis zum Feld zu rollen. Breit wie vier Kutschen, um vier Pferde innen nebeneinander an Gestellen angebunden aufzureihen. Dazu kam der Außenschutz und natürlich davor wieder die großen Räder, die an mächtigen Achsen angeschraubt waren. Alleine der Rammbock-Stamm von der Faust war schon breit wie eine Kutsche. Das ganze Gerät war zudem gute 30 m Lang, um alle Pferde und jene die noch beim Schieben halfen unten unterzubringen. Darüber kam Gestell und Lauframpe für die Rammer. Später liefen dort die Truppen durch, sobald der Stamm in die Höhe gezogen wurde. Noch höher lag der Aussichtsturm, von wo Anweisungen gebenen wurde. Pferde und Schieber liefen quasi blind. Dafür waren sie gut geschützt.
      Die schwere Kettenschürze zog ebenfalls neben der Räder Spuren auf dem Boden. Ja, und Raz selbst lachte schelmisch, als er Hews Blick sah, wie dieser gewaltige Turm aus einer Mischung von Belagerungsturm und Rammbock aufrollte. Die rötliche Faust von an der Spitze schien in der Sonne zu glühen. Tobes hatte sie mit fünf weiteren Männern vier Stunden lang poliert, das feinste Öl dabei verwendet.
      Rumpelnd kam das Gefährt zum Stehen. Für Hew war es wohl einfacher gewesen ein paar seiner Angriffsgeräte aufzustellen. Drei oder vier verschiedene, wie Raz es zu erkennen meinte. Ziele gab es auch schon. Reichweite und Treffersicherheit waren das A und O dieser Maschinen. Danach erst kam der Schaden.
      Raz humpelte vor seiner Maschine auf und hob selbst seine Faust, während er sich auf seinen Stock stützte.
      "HAHAHAAAA, siehst du das, Perrot? Das ist die Schreckensmaschine, die den Camissern das Fürchten lehren wird. Ich werde ihren Wall einfach zusammenschlagen ... mit einem einzigen Hieb! Ein Symbol für die Macht von Aranis!"
      Raz hatte nur ein Ziel. Die Mauer. Felsen in Größer einer Kutsche lagen davor. Man hatte sie übereinander gestapelt und so die Mauern Drei bis Viermal so dick werden lassen. Nicht ganz die Stärke des Walls aber die massiven Felsen konnten das gut simulieren. Er würde sie zerbröseln lassen.

      Sie mussten nun auf Aranis warten. Zelte dienten als bequemer Ort, wo noch die letzten Dinge besprochen wurden. Raz leckte sich die Lippen, weil Hews Leute immer wieder neugierig seine Maschine begafften. Trotzdem hatte er sie im Griff und dann wartete man nur noch auf Aranis, trank Wein, Tee oder Bier. Alf kaute auf einem Hühnerschenkel und war inzwischen ganz entspannt und von seiner Arbeit überzeugt, das ihm nichts mehr eine Nervosität aufzwingen könnte. Erst als in einer Kutsche mit Begleitschutz Aranis auffuhr, fing sein Herz wieder an, etwas schneller zu schlagen.
      Das Gespann hielt, und Aranis stieg aus, blieb sofort stehen und starrte Alfs Maschine an. Innerlich gackerte er, da sie Hews gebrechlichen Geräten keinen einzigen Blick würdigte, sondern starr vor seiner Faus stand. Er näherte sich Aranis und verbeugte sich. "Euer Majestät, es ist mir eine Ehre euch die Faust von Aranis präsentieren zu dürfen. Hehe. Gefällt euch, was ihr seht?"
      Aranis spähte weiter auf den Rollbaren Turm. Sie nickte leicht. "Ihr habt nicht zu viel versprochen, Raz. Jedoch ist noch eine Demonstration von nöten, um mich gänzlich zu überzeugen, ob deine Maschine Wert besitzt, oder nur ein großer Haufen Schrott ist."
      Er winkte ab. "Eine Kleinigkeit für mich. Jedoch ist Hew Perrot zuerst dran. Ich gestattete ihm den Vortritt, als er vor Ehrfurcht beim Anblick meiner Maschinen wie ein winselndes Wiesel zu seinen zurückgekrochen war. Haha. Eine Kleine Unterhaltung bevor das große Finale euch Gesprächsstoff zu eurem Mittagsmahl liefert."
      Aranis nickte. "Gut. Bereitet alles vor."
      Auch Hew war innzwischen angekommen und Aranis verlangte auch von ihm, das er sich Mühe geben sollte. Die Vorbereitungen für den Angriff waren längt in die Wege geleitet. Es würde sicher auch Wochen dauern, die Faust bis nach Camisse zu ziehen, aber die Zeit hatte Raz. Hew selbst hatte eine andere Aufgabe. Einiges seiner Geräte brachte er selbst nach Camisse, den Rest würde man im Wald von Padmoor bauen.
      Aranis wurde zusammen mit Hew und Alf zu einem Podest gebracht. Ein gemütlich Thron befand sich in ausreichender Höhe darauf, zwei deutlich tiefere Stühle für die beiden Maschinisten. Wachen standen seitlich und Signalgeber warteten auf Anweisungen. Jemand bließ in eine Fanfare und gab so ein Signal das begonnen werden konnte. Das Wetter war gut. Raz tadelte sich, als er nicht daran gedacht hatte, das sein Gerät im Schlamm stecken bleiben könnte. Heute kam er sicher noch mit heiler Haut davon. Es wehte nur ab und zu etwas Wind. Das machte es für Hews Geräte nur etwas schwerer, jedoch nicht für die Faust, die dem Wind trotzen sollte.
      "Beginnt nun mit euren Maschinen, Hew Perrot!", ordnete Aranis an und spähte zu seinen Geräten rüber, die auf verschiedenen Positionen auf dem Feld verteilt waren.
      Auch Raz war gespannt, womit sein Konkurrent hier glänzen wollte.
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    • Am Tag der Vorführung trafen sich die beiden Konkurrenten wieder. Hew hatte sich mittlerweile von seinem Schock erholt, allerdings war er äußerst misstrauisch gegenüber dem anderen. Wenn er seinen Ruf zerstören wollte, hätte er bereits am selben Tag herumerzählt, mit wem Hew sich einmal im Monat in der Taverne traf, doch vielleicht wartete er auch einfach nur auf eine passende Gelegenheit. Zum Beispiel eine, bei der die Königin anwesend war. Schließlich musste mit so einer Information erst recht auffallen, dass Hew sämtliche Anwerberinnen bis zu diesem Tag abgewiesen hatte.
      Aber Alf schien nichts davon zu beachten, oder zumindest versteckte er seinen Plan recht gut. Hew behielt ihn durchgehend im Auge und ging dafür nichtmal auf seine Sticheleien ein. Dieser Tag war zu wichtig und sein Ruf noch viel wichtiger, da würde er sich nicht auf ihre oberflächlichen Streitereien einlassen.

      Zu seinem großen Unglück war Alf's neue Erfindung, Aranis' Faust, tatsächlich ein beachtliches Bauwerk. Ein übergroßer Rammbock mit einer erhöhten Aussicht, einem stabilen Untergrund und der Möglichkeit, eine Mauer durch das schiere Eigengewicht zum stürzen zu bringen. Die Erfolgsaussichten waren hoch, so wie das Gefährt aussah, und Hew bereute mit einem Schlag, nicht doch mehr Mühe dahinter gesteckt zu haben hinter die Baupläne zu kommen. Selbst wenn er die Maschine nicht nachgebaut hätte, um kein Aufsehen zu erregen, hätten die Pläne doch hilfreiche Informationen gegeben, die er woanders wieder gebrauchen konnte. Vielleicht konnte Tobes sie ihm ja beschaffen. Beim nächsten Angebot würde er ihm einen Bonus oben drauf legen.

      Die nächste Zeit verbrachten die beiden wartend. Hew trank Wein und beobachtete die Faust, während Alf in sich hinein fraß. Die beiden wechselten kein Wort, es hätte ja doch wieder zu einem Streit geführt. Manchmal warf er Alf einen giftigen Blick zu, oder er ließ den Blick über seine Sklaven wandern, die die Gefährte hergebracht hatten und nun weit entfernt schutzlos unter der Sonne brüteten. Allesamt halbnackte, stramme Männer aus Übersee, Hew kaufte keine Weibchen. Fast hätte er Alf damit aufgezogen, dass er sich wohl nicht einmal mehr Sklaven leisten konnte, doch dann erinnerte er sich wieder schlagartig an ihre Begegnung in der Taverne und er verharrte doch im Schweigen. Irgendwie würde er da schon wieder herauskommen.

      Aranis kam nach einer halben Stunde angefahren. Die beiden Kriegsmaschinisten sprangen gleichzeitig von ihren Stühlen auf und eilten ihr entgegen, während Diener ihr den Platz frei machten. Allein der Anblick ihrer stolzen und durchaus gefährlichen Königin ließ Hew Schweißtropfen auf der Stirn entstehen und er beeilte sich um eine Verbeugung. Leider hatte sie wenig Augen für ihn und dafür viel mehr für seine Konkurrenz.
      "Eure Majestät!", begann er, aber da kam ihm Alf schon zuvor. Hew knirschte mit den Zähnen. So eine Demütigung! Die Königin hatte ihn noch nicht einmal angesehen, was würde man davon halten! Die Soldaten würden über ihn reden - und die Arbeiter erst! Er musste die Situation schnell in den Griff kriegen. Dass Alf ihm dabei scheinlichst zu helfen schien, war ihm nicht gerade recht. War er etwa auf den anderen angewiesen? Ganz sicher nicht. Er zwang sich zu einer zuversichtlichen Haltung.
      "Meine Königin - während wir in den Schatten gehen, kann ich Euch bereits von meinen Bauten erzählen. Sicher werdet Ihr die Mangonel noch von der Schlacht kennen. Sie befördern die Geschosse in hohem Bogen in die gegnerischen Reihen und verursachen Verluste, Unruhen und brechen Formationen auf. Kein Schild und keine Rüstung kann sich vor einem herunterfallendem Steinsbrocken schützen und wenn zehn auf einmal abgeschossen werden, versetzt das auch den erfahrensten Soldaten in Panik. Der Winkel des Arms - so nennt sich das eigentliche Katapult - sorgt dafür, dass ein Mindestmaß an Reichweite garantiert ist und keine verbündeten Reihen getroffen werden. Außerdem habe ich einen Mechanismus eingebaut, mit dem die Spannkraft erhöht oder gesenkt werden kann, wodurch auch leichte Geschosse ihr Ziel finden. Geeignet dafür sind beispielsweise Metallnetze, die sich in der Luft entfalten und die Soldaten unter sich gefangen nehmen. Die Wurfschale ist selbstverständlich aus Metall, damit entflammbare Geschosse angezündet werden können."
      Sie erreichten den Unterstand, Hew schickte gereizt einen seiner Sklaven, um ihm sein Weinglas zu bringen und Aranis auch etwas anzubieten und dann ließen sie sich nieder. Alle drei hatten einen guten Ausblick über das Feld, auf dem Kriegsmaschinen vorbereitet wurden.
      "Erlaubt mir, mit den Mangonel zu beginnen, Eure Majestät. Sie sind zwar nicht stark genug um Mauern einzureißen, aber sie können darüber hinwegfeuern und ihre Geschosse dahinter verteilen."
      Er gab einem nahe stehendem Mann ein Zeichen und der hob seinen Arm. Die kleine Gruppe aus Soldaten, die sich bei den Maschinen befand, ordnete sich daneben an und bereitete sich vor. Der Arm des Mannes blieb erhoben, Hew beugte sich in Aranis' Richtung.
      "Nach dem Zeichen werden sie erst beladen. Achtet auf die Zeit, Eure Dunkelheit, 15 Sekunden und nicht mehr. Damit garantiere ich eine Feuerrate von mindestens 3 Mal die Minute, das sind gut fünfzig Soldaten, die allein durch eine Mangonel fallen oder behindert werden."
      Er gab das Zeichen und der Arm des Mannes ging herunter. Sofort setzten die Soldaten sich mit einer Geschwindigkeit in Bewegung, als würde ihr Leben davon abhängen. Eine Eisenkugel wurde herangerollt, von dreien in die Schale gelegt, das Gefährt wurde ausgerichtet, der Arm gespannt und dann schoss es mit einem Schnalzen hoch in die Luft, bevor es treffsicher sein Ziel auf der anderen Seite versenkte. Und tatsächlich: Der Arm war blitzschnell zurück in seiner Halterung und schon wurde die nächste Kugel herangerollt. Während sie dem Schießen zusahen, schickte Hew nach einem Sklaven, der ihnen Luft zufächerte. Ihm standen noch immer die Schweißperlen auf der Stirn.
      "Durch ihren hohen Bogen können sie hinter die Armee gestellt werden und so lange schießen, bis die letzte Munition verbraucht ist. Zur Sicherheit behalte ich trotzdem immer ein paar Soldaten mehr in ihrer Nähe, falls sich jemand an sie heranschleichen wollte. Für so einen Fall können aber auch die Bombarden aushelfen, eine Art von Kanone, die ihre Inspiration bei den Seefahrern findet. Sie besitzt keine solche Höhe wie die Mangonel, aber dafür ist ihr Schuss um einiges stärker, angetrieben durch die Energie, die sich im Inneren entwickelt, wenn Feuer auf Schießpulver stößt."
      Er verbrachte die nächste Zeit damit, Aranis' über die genauen Beschaffenheiten der verschiedenen Maschinen zu unterrichten und ihr jeweils eine Vorführung zu geben. Seine Ausführungen waren immer so formuliert, dass sie nur das beste hervorhoben und das schlechte beiseite ließen. Ganz besondere Mühe tat er sich bei den Trebuchets, die auch dazu ausgelegt waren Mauern einzureißen und damit eine direkte Konkurrenz zu Alf's Faust waren. Er versicherte Aranis, dass man sich im Fall des Versagens der Faust jederzeit darauf verlassen konnte, dass die Trebuchets ihre Arbeit erledigten und dabei womöglich auch noch die ein oder andere Einheit unter sich zerquetschten. Dazwischen sah er immer mal wieder zu Alf um zu sehen, ob der andere schon neidisch um die hochwertigen Geräte war.
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