spellbound. (earinor & akira)

    • Sie hatte damit gerechnet, dass er felsenfest schlief und sich keine Weile länger damit abfinden wollte, wach zu sein - Oyu lag falsch, mehr als je zuvor - und sie wusste auch, dass sie es sich vielleicht doch nicht erlauben hätte sollen, so ungezwungen in dem Bett eines Fremden zu nächtigen, der den ganzen Platz, den er in diesem kleinen Raum für sich hatte, auch beanspruchen sollte. Wortlos kämpfte sie sich aus der kuscheligen Decke frei, wartete, bis ihre Augen sich ein wenig an die Dunkelheit gewöhnten und spähte danach nach dem Gesicht des Mannes, dem sie alles wegnahm, was er noch hatte. "Hast du gar nicht geschlafen?", fragte sie müde und rutschte ein wenig nach oben, damit sie besser in sein formloses Gesicht sah, das in der Dunkelheit gar nicht so alt war, wie sie es in Erinnerung hatte. War seine Schlaflosigkeit ihre Schuld? Oder hatte er die letzten Tage grummelnd unter einer Decke verbracht, nur, damit man ihm abkaufte, dass er wirklich schlief? Wenn sie Antworten darauf hätte, dann würde sie sich keine Fragen wie diese stellen. "Belastet dich irgendetwas?", kaute Oyu Caelan vor, als würde sie das Thema auf jene Art und Weise erraten wollen. Das würde nur schiefgehen können.

      "Ich wollte dich wirklich nicht wachhalten.", stellte sie klar. Absichten hatte sie diesbezüglich zwar keine gehabt, wenn es allerdings schon passiert war, dann konnte sie auch nichts dafür - über vergossene Milch zu weinen brachte keinem von ihnen etwas. Oyu drehte sich um, um in eine ordentliche Position zu kommen und setzte sich dann auf, bevor sie sich spitzbübisch aus dem Bett davonstahl. Eine kurze Wanderung zur Tür reichte aus, um zu entdecken, dass die Wache ihren Posten verlassen hatte - sie lehnte das knarzende Holzstück lediglich am Rahmen an und tapste zurück zum Bett. "Willst du ein Bad nehmen? Wir hätten gerade freie Bahn. Und hungrig bist du sicher aus, warmes Essen tut dir sicher gut!", schlug sie vor, setzte sich dabei aber wieder auf die Bettkante, um eine Antwort von Caelan abzuwarten. Wenn er nichts davon wollte, dann war das auch in Ordnung, aber mit Shuren wollte sie sich allerfrühestens morgen beschäftigen, wenn ihr eben jene Option blieb.
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Das Mädchen war blitzschnell wach. Was täte er nur dafür wieder so jung und energiereich zu sein? Er konnte auch nicht aufhören sich zu fragen, wie es gewesen wäre, wenn sein Sohn in seinem Bett hätte schlafen können. Als er jung war hatte er sich immer Kinder gewünscht und auch später, als er Ina geheiratet hatte. Es ging nicht darum einen Erben zu zeugen, sie beide wollten Kinder, aber Caelan hatte scheinbar genug schlechtes Karma angehäuft um damit auch Inas Leben zur Hölle zu machen. Wie oft hatte er sich vorgestellt, wie seine Kinder, mehr als eines, durch das Haus liefen und lachten, oder sich in der Früh in sein und Inas Zimmer stahlen, um die Wärme zwischen ihnen zu suchen. Das Leben hatte einen anderen Plan mit ihm und ihm wurde allmählich klar, warum er all das was er sich ausgemalt hatte nicht verdient hatte. "Mach dir keine Sorgen um mich.", murmelte der Bär zu dem scharfsinnigen Mädchen, aber sie ließ keine Ruhe. "Wer sagt, dass ich nicht geschlafen habe?" Das hatte er zwar nicht, aber Oyu hatte selbst so tief geschlafen, dass sie es kaum beurteilen konnte.

      "Du hast mich nicht wachgehalten Schlafmütze.", erklärte er ruhig und blieb liegen wo er war, selbst als Oyu aufstand und zur Tür tapste und hinaus spähte. "Dein Herr sollte sich besseres Personal beschaffen.", antwortete er ihr und setzte sich schließlich doch auf. "Du wirst dir irgendwann noch große Probleme einhalnden und ich kann dich nicht beschützen." Er wollte Oyu nicht in Gefahr bringen, auch wenn sie aus der Sache mit diesem um einiges wärmeren Zimmer heil heraus gekommen war, wohl aber auch, weil Caelan bis jetzt ein hervorragender Gefangener war. Ein Bad klang durchaus verlockend und er würde sich wohl besser fühlen sich Shuren in einem einigermaßen akzeptablen Zustand zu präsentieren und doch hielt er es für eine schlechte Idee. "Die Wachen sind bestimmt bald zurück. Und wie komme ich dann zurück in dieses Zimmer, hm?"
    • Würde Shuren ihr den Kopf endgültig abreißen, wenn sie Caelan wie einen Hund an einer Leine durch die Gegend zog? Oder würde sie dafür belohnt werden, dass sie einen alten Sturkopf dazu bekommen konnte, auf sie zu hören? Oyu konnte eins und eins zusammenzählen, verschmähte sie doch die erpichte Welt der verlorenen Erwachsenen, damit sie sich selbst ausmalen konnte, dass ein weiterer Regelbruch ihr nicht unbedingt eine süße Belohnung einbrachte. "Mache ich, aber nur leichte.", entgegnete sie dem Bärenmann. Dafür, dass er selbst wohl auch ein wildes Tier sein konnte, war er sanft und warm, verständnisvoll und einigermaßen erfüllt. Oyu konnte nicht sagen, ob sie sich solch eine Person als ihren Vater ausgesucht hätte, wenn man ihr erlaubte, eine derartige Meinungsfreiheit zu haben, sie wusste aber, dass er einer der Wenigen war, mit denen sie ohne Probleme auskommen würde. Was für eine Rolle spielte es auch, ob sie die gleichen Vorfahren hatten oder nicht? Wer von ihnen würde das schon beurteilen? Blut war dicker als Wasser - das änderte aber auch nichts daran, dass sie einander verstanden, auf ihre eigene Art und Weise. "Hast du denn geschlafen?" Nein, das wäre sicher seine Antwort.

      Ihre dünnen Beine hingen über die Bettkante, sie wippte damit in der Luft herum und drehte sich zu Caelan, um sich zu vergewissern, dass er sich nicht bereits in Luft aufgelöst hatte - er war kein Gehirngespinst, sondern eine wahrhaft lebendige Person. "Schlafmütze? Ich bin noch jung! Ich muss wachsen!", witzelte sie halblaut herum. Damit behielt sie Recht, auch, wenn sie wusste, dass sie nie wirklich groß werden würde - für eine thrianische Frau war sie ein Winzling, und sie wollte die Hoffnung nicht aufgeben, und doch war es einleuchtend, dass sie es vielleicht sollte. "Pfah, ich glaube eher, dass ihn das weniger interessiert. Außerdem ist er nicht mein Herr.", korrigierte sie Caelan, als hätte sie wirklich die Möglichkeit, auch nur eine von derartigen Entscheidungen zu treffen. Schwarz auf weiß war Shuren nicht ihr Herr, aber gleichermaßen war sie auch Niemand, der sich einfach so für etwas besseres halten konnte. "Ich frage sie einfach. Das ist naiv, ich weiß, aber ich glaube kaum, dass sie etwas dagegen haben, wenn ich dir die Bäder zeige und du dich in warmem Wasser waschen darfst. Du bist hier, um dich auszuruhen und gesund zu werden - Shuren mag zwar etwas eigen sein, aber ich bin mir sicher, dass er ... ach, wem mache ich etwas vor. Auf alle Fälle nehme ich die Schuld auf mich, aber ich glaube nicht, dass mir etwas passiert. Also?"
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    • Caelan hatte nicht geschlafen, keine einzige Minute, aber das wollte er nicht zugeben. Er brummte lediglich und das konnte alles bedeuten, Oyu war jedoch nicht dumm. So befreiend ihr Gespräch für das Mädchen auch schien, für Caelan überschlug sich so ziemlich alles, nicht weil sie ihm etwas gesgat hatte, dass er nicht ohnehin schon gewusst hätte, sondern weil er es sich nach all den Jahren selbst zugestanden hat. Er hätte das vielleicht nicht tun sollen. Vielleicht lag es aber nur daran, dass er nicht glaubte jemals wieder hier weg zu kommen, zumindest aber wusste er, dass er nicht noch einmal für den König in den Krieg ziehen würde. War es seine Aufgabe den Krieg zu beenden? Wohl kaum, es wäre heuchlerisch und die Wölfe, wenn sie auch menschlich waren, waren immer noch auch seine Feinde. Aber er würde nicht mehr kämpfen, gegen niemanden, er glaubte zumindest nicht, dass er es überleben würde. Jetzt wo er sich erlaubte zu erkennen, dass seine Feinde auch nur Menschen mit Familien waren, wie konnte er da einen Mann oder auch eine Frau töten? Es war dumm und naiv erst jetzt darüber nachzudenken, aber auch wenn er all das immer gewusst hatte, seine egoistischen Ziele waren ihm wichtiger gewesen. Jetzt hatte er nur noch ein Ziel und das war Rain zu finden.

      "Du solltest auch ab und an an die frische Luft und dir nicht einfangen was auch immer mich plagt.", entgegnete Caelan mit einem einigermaßen strengen Blick, aber er meinte es nicht so. Oyu war vermutlich erwachsener als er selbst, erwachsener als sie alle, weil sie erkannte, dass auch er nur ein Mensch war, nichts weiter. Nicht einmal dieser Shuren schien ihm wahrlich an den Kragen zu wollen und verwertbare Fragen hatte er bisher auch nicht gestellt. "Was ist er dann?", fragte Caelan das Mädchen und seufzte anschließend. "Was nun, fragst du sie, oder schmuggelst du mich wieder dort hin und fragst erst danach?" Er kannte die Antwort. Er hatte aber auch wahrlich nichts gegen ein Bad einzuwenden, solange das Wasser warm war und nicht gefroren wie der Rest um ihn herum. Er musste schon zu lange ohne ein Bad auskommen und wirklich etwas besseres hatte er auch nicht zu tun.
    • Oyu konnte sich kaum sicherer sein, dass sie in solch einer Situation wenig falsch machen konnte - Caelan hatte seine eigenen Ansichten, das war ihr fast schon klar, aber sie war auch ein eigens denkender Mensch. Dementsprechend führte all das dazu, dass sie sich selbst auch ein paar Dinge einbilden konnte und nichts davon wahrhaben wollte. Sie war nicht mehr so müde, wie sie es vor wenigen Stunden noch gewesen war, und doch schenkte sie Caelan kaum rege Aufmerksamkeit, während sie beherzt gähnte und sich die Hand gerade noch so vor den Mund hielt. Das Schläfchen hatte sie gebraucht. "Mhm, mache ich. Willst du irgendetwas aus dem Hafen haben? Der Markt dort hat ein paar Sachen, die vermutlich aus Adrestia ... abhandengekommen sind. Und die Beine kann ich mir sicher auch vertreten, während du dich erholst!", schlug sie vor. Wiederum bezog sich ihr Angebot zwar auf Caelan, ihr war aber genau so klar, dass sie absolut nichts zu fürchten hatte, wenn es darum ging, ob der große, böse Bär ihr nun Vorschläge machte, oder nicht. Was auch immer er mit sich herumschleppte, war vermutlich so etwas wie eine hartnäckige, thrianische Kinderkrankheit, die er sich offensichtlich nie eingefangen hatte - oder eine miese Lungenentzündung, die Shuren ordentlich behandeln sollte.

      "Außerdem kannst du von etwas Privatsphäre profitieren ... hm, gibt es irgendwas, das du vermisst? Willst du irgendetwas von deinen Sachen wieder? Wir könnten versuchen, mit Shuren zu handeln, wenn du ihm Informationen über den Prinzen gibst!" Das wusste der Bär sicher, dennoch wollte Oyu es verbal in den Raum gestellt haben - sie hatten nichts zu befürchten, gleichermaßen sollte sie aber auch nicht jede Idee, die ihr Gehirn zutage förderte, herausposaunen und krampfhaft aussprechen, als müsse sie es tun. "Shuren? Eigen. Was hältst du von ihm?", harkte sie nach. Offen und ehrlich konnte Caelan sein, würde er sie in diesem Fall doch nicht zum weinen bringen - der Stammesführer war ihr, grundsätzlich, relativ egal - Yaoshen auch, aber es war wunderschön, hatte man ihr erzählt. In der Dämmerung erstrahlte das blaue Eisschloss in sonnigen Farben und reflektierte auf alle Zelte dieser Siedlung; es musste ein Spektakel sein, das sie nicht missen wollte. "Das Zweite. Also, lass uns keine Zeit verschwenden - die Quellen im Badehaus sind richtig angenehm, ich glaube, du wirst sie mögen!", kicherte sie und griff nach Caelans großer, rauer Hand. "Ich treibe dir währenddessen du dich wascht frische Kleidung auf, ja? Aber vorher zeige ich dir, wo du hin musst!"
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    • "Ist es nicht etwas spät um zum Markt zu gehen?", fragte Caelan und schüttelte den Kopf. "Ich brauche nichts aus Adrestia." Was seine Heimat betraf war er auch nicht sonderlich sentimental. Nicht einmal das Essen vermisste er, er brauchte also wirklich nichts. Ihm fiel nicht einmal etwas ein nach dem er fragen könnte. Oyu sollte trotzdem nach draußen und nicht ihre gesamte Zeit bei Caelan verbringen. Der Raum hier war stickig und eng und er roch vermutlich nach Krankheit, genauso wie er selbst. Nicht nur er brauchte ein Bad, auch die Laken sollten vermutlich gewaschen werden. "Ich will meine Sachen zurück. Ich hatte etwas dabei, von meiner Frau. Und mein Schwert... Nur eines davon.", murmelte er etwas gedankenverloren. Er hatte schon einmal danach gefragt und nichts davon wiederbekommen, nicht einmal Bedingungen hatte man daran geknüpft. "Aber die Informationen die ich habe sind mehr wert als ein paar meiner Sachen." Das allerdings würde er mit Shuren verhandeln und nicht mit Oyu, die kaum zu verstehen schien was Caelan wirklich wusste. Sie musste es auch nicht verstehen, sie musste nur die Übersetzerin spielen.

      "Ich denke er ist dumm mich nach keinen Einzelheiten zu fragen oder mich zu foltern, obwohl er genau weiß, dass ich nicht nur irgendein dahergelaufener Soldat bin.", erwiderte Caelan und warf Oyu einen scharfen Blick zu als wäre sie Shuren da nicht so ganz unähnlich." Er ist noch ein Kind, das steht auch fest." Wölfe sahen zwar gänzlich anders aus als Schafe, aber Shuren konnte kaum älter als sein eigener Sohn sein. Oyu bewies wie naiv sie war und griff nach Caelans Hand um ihn dazu zu bewegen ihr zu folgen. Er seufzte, aver stand auf ubd ließ sich von ihr vor die Tür ziehen. Ob er abhauen konnte? Nein, er würde nicht weit kommen und zuvor wolltw er versuchen einen Handel mit Shuren einzugehen. Es würde ihm nicht helfen sich aus seinem Gefängnis zu stehlen, aber sie würden ihn deswegen schon nicht umbringen. Er folgte Oyu also die Treppe hinunter, um den Turm zu verlassen. Es war tatsächlich keiner hier. Was füe Idioten.
    • "Ich meinte morgen Früh. Aber ja, es ist zu spät, und auf einen schleimigen Nachtmarkt habe ich keine Lust.", erläuterte sie. Ob derartige Dinge in Yaoshen wirklich existierten, das wusste Oyu nicht, aber böse Zungen setzten einem gerne Flausen in den Kopf, die unaufhörlich gegen die eigene Schädeldecke schlugen, bis man sich selbst eine Antwort zusammenreimte. "Nicht? Hm. In Ordnung, dann bringe ich dir etwas thrianisches mit." Das Essen hier musste furchtbar für ihn schmecken, sah es doch nach grauer, liebloser Pampe aus, wenn man ihm etwas gab, das nicht gerade Suppe war - und Caelan aß sein Essen sowieso meist kalt; das musste ihm doch auch auf den Magen schlagen! War sie ehrlich, so fühlte sie sich ein kleines bisschen verantwortlich für diesen alten Kauz, auch, wenn er mit Leichtigkeit ihr Vater sein konnte und es nicht willkommen hieß, wenn ein buchstäbliches Kind nach ihm Ausschau hielt und ihn umhegte. Das konnte ihm nicht gefallen, das würde es vermutlich auch nicht. "Mhm, dann werde ich das bei Shuren anklingen lassen. Welches Schwert? Also, nur damit ich weiß, dass er dir das Richtige gibt. Hat es einen speziellen Griff oder Scheide?" All diese Fragen türmten sich in Oyus Kopf auf - Caelan schien, als wäre er ein Familienmensch, dem seine Familie fehlte und es tat Oyu weh, sich so etwas für ihn einzugestehen.

      Mit Leichtigkeit tapste sie die kühlen Treppen herunter und zog Caelan mit sich, der einfach aufgegeben hatte, Widerstand zu leisten und ihr folgte, als müsse er sich zumindest bei ihr keinerlei Sorgen machen. Wo auch immer dieser Weg hinführte, auch sie erspähte keine Wachen in den kaum beleuchteten Gängen des Schlosses - war es wirklich so dermaßen spät, dass sie sich alle in ihren Betten zurückgezogen hatten? "Ein Kind? Naja, er ist ... uh. Ich glaube Anfang zwanzig? Und er sitzt seitdem er sechzehn ist auf diesem Thron. Ich denke, er weiß, was er tut, aber er sollte seine Taktiken etwas ausschmücken. Auf mich wirkt er eingebildet.", nuschelte Oyu, als hätten die Wände plötzlich Ohren bekommen, die jedem einzelnen Wort, das aus ihren Mündern kam, lauschte. Ob jemand neugierig geworden war? Eigentlich traute sie es Shuren beinahe zu - er wirkte paranoid und selbstgefällig, verworren und eigen - Caelan würde es bemerken, wenn er ihn verstehen würde, aber das tat er nicht, und Oyu war diejenige, die ihm die Bäder zeigte. Heißer Dampf stieg empor und bei lauem Kerzenschein sprudelte das große Becken umso mehr - hier war auch keiner, aber das bedeute zumindest, Caelan konnte sich entspannen. "Und?", fragte sie, als sie seine Hand losließ. "Wie findest du es?"
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    • "Weißt du überhaupt was Nachts da draußen so passiert?", fragte Caelan Oyu neckend. Hoffentlich wusste sie es nicht, auch wenn sie langsam alt genug wäre sich ihren ersten Freund auszusuchen. Auf der anderen Seite herrschte Krieg und für soetwas war kaum Zeit. So vielen Menschen hatte er eine unbeschwerte Jugend wie er sie hatte verwehrt und auch das tat ihm Leid, wie so vieles in letzter Zeit. Vielleicht konnte er deshalb nie lange zu Hause bleiben. Er hätte Gelegenheit gehabt darüber nachzudenken was er tat, oder seine Frau hätte irgendwann nicht nur über Rain gesprochen. Draußen in den Bergen hatte er etwas zu tun gehabt und er hatte sich auf das Jagen, oder das Holzhacken konzentrieren können, nicht auf den Krieg, oder seine Familie, obwohl er das hätte tun sollen. "Es hat eine schwarze Scheide, mit rotem Griff und roten Verzierungen, aber sie sind ausgeblichen und alt. Es ist schmäler und leichter als das andere.", beschrieb Caelan das Schwert, das er all die Jahre aufgehoben, aber nie benutzt hatte. Er kannte es in und auswendig und die Klinge war immer noch scharf, sofern das Salzwasser in dem er getriben hatte es nicht ruiniert hatte.

      "Oyu, hast du überhaupt Geld um ein Geschenk für einen Feind zu kaufen?", fragte er statt sich auf das Schwert zu konzentrieren und um zurück auf das vorherige Thema zu kommen. Ob Shuren sie bezahlte? Wer wusste das schon, so oder so brauchte sie keine Ressourcen an caelan verschwenden. "Anfang zwanzig? Sage ich doch, ein Kind.", murmelte er anschließend. Caelan war etwa im selben Alter gewesen als er Fhaergus übernommen und den krieg begonnen hatte. Wäre er erwachsener gewesen, dann wäre vielleicht alles anders gekommen. Vielleicht hätte er Ina dann schon gekannt. Er folgte Oyu durch die Gänge des Eispalastes. Nirgend war jemand, aber das sollte Caelan nicht stören. Schließlich kamen sie an einen Ort der nicht gänzlich von Eis bedeckt war und bereits als die Tür zum Bad geöffnet wurde, strömte dampfende Luft nach draußen und in Caelans Gesicht. Der Dampf machte es etwas schwerer zu sehen, vor Allem, weil irgendetwas mit seinen Augen nicht stimmte. Er machte also einen Schritt in den Raum, um besser beurteilen zu können was er sah. "Scheiße... Das ist ja größer als mein Bad...", grummelte er, als hätte er gerade einen Wettbewerb verloren.
    • "Das will ich gar nicht!", beteuerte sie. Für solche Dummheiten hatte sie sich noch nie wirklich interessiert und ihr Vater hatte ihr schon immer geraten, dass sie sich lieber von derartigen Dingen fernhalten sollte, wenn sie nicht bei lebendigem Leibe gefressen werden wollte. Einleuchtend war die Erkenntnis doch nicht. Wusste Caelan denn, was da draußen vor sich ging? Tobten junge Männer herum und suchten sich die erstbeste Frau, das erstbeste Mädchen, das keinen Partner hatte? Die Erklärung klang bescheuert, der Gedanke allein war auch nicht mehr als dumm und Oyu wusste, dass derartige Fantasien hier nichts verloren hatten - eigentlich ekelte sie der bloße Gedanke, einem Mann körperlich nahe zu kommen, wirklich an. Sie verzog das Gesicht zu einer Grimasse - widerlich! "Oh, in Ordnung. Darf ich dich was fragen? Ich weiß, dass du das Geschenk von deiner Frau sicher um jeden Preis wieder willst, aber ... wieso das Schwert? Hat das auch ihr gehört?" Dass adrestianische Frauen nicht kämpften war Oyu unbekannt, gleich, wie sie nicht wusste, dass Caelan noch andere Dinge unter einem dicken Schutzmantel verbarg, den er offensichtlich nicht ablegen wollte. Es half recht wenig, wenn sie sich auf läppische Themen wie diese versteiften - Oyu würde den Stein morgen ins rollen bringen, wenn Shuren ausgeschlafen war.

      "Geld? Ähm ... Caelan, ich weiß nicht, wie ich dir das sagen soll, aber Thrianer tauschen. Also, ich werde in der Hinsicht schon von Shuren bezahlt, aber nicht mit glitzernden Münzen so wie es in Adrestia üblich ist." Zumindest wusste sie über jenen Handelsaspekt bescheid. Wie ihr Leben wohl verlaufen wäre, wenn sie nicht in Thria aufgewachsen wäre? Sie wollte es sich gar nicht ausmalen - auf der anderen Seite des Krieges zu stehen, das wollte sie nicht, auch, wenn Caelan dann nicht ihr Feind gewesen wäre. "Sag ihm das bloß nicht.", mahnte Oyu. Shuren hasste nichts mehr, als in seiner Authorität attackiert zu werden - dass er sich heute auf einen relativ unfreundlichen und einseitigen Dialog mit ihr eingelassen hatte, war ein Wunder, und dass er ihr morgen vielleicht den Kopf abriss, wäre keines, aber das war für heute auch schon egal. Dafür brachte Caelan sie dazu, laut loszulachen - er zeigte Emotionen, das war gut, aber sie hatte sich fast eine andere Reaktion erwartet. "Sie erweitern das Schloss gerade, oder zumindest hat Shuren es vor. Das heißt, sie weiten den Raum hier auch aus - genieß die heiße Quelle, ich hol dir inzwischen frische Kleidung, ja?" Dann könnte sie sein Zimmer auch lüften und ihm frische Decken sowie Laken geben - mhm, das würde gut funktionieren. "Komm auf keine dummen Gedanken!", warf sie ihm noch an den Kopf, bevor sie auch schon wieder loszog.
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    • "Hahaha das ist auch besser so!", lachte Caelan und merkte erst danach, dass dieses Mädchen ihn tatsächlich zum Lachen gebracht hatte. Wie lange war das her? Mehr als ein Jahr auf jeden Fall. Auch mit seinen Soldaten hatte er ab und an gelacht, aber nicht diesen Winter. Er wusste, dass etwas auf dem Spiel stand und dass etwas vor sich ging, das ihn jederzeit erwischen konnte. Er war zu angespannt gewesen und trotzdem hatte er sich überraschen lassen. Das hatte er jetzt davon. Er schüttelte den Kopf, vielleicht sollte er sich diesen kurzen Moment einfach gönnen und nicht darüber nachdenken, ob es falsch war zu lachen, während sein Sohn in Lebensgefahr schwebte. Er sah Oyu an, beobachtete wie sich ihre verschwommenen Gesichtszüge veränderten. Sie war ein Kind, das war nun noch klarer als zuvor. "Hm? Was denn?", erwiderte er, da schoss sie die Frage die sie stellen wollte auch schon herraus. Das kurze Lächeln, das auf seinem Gesicht einzug gehalten hatte verschwand wieder und trotzdem konnte er nie an Ronan denken, ohne ein wenig zu schmunzeln. "Nein, nicht ihr.", erwiderte er nur und mehr musste sie auch gar nicht wissen.

      Das geistige Bild von Ronan, das über die Jahre immer mehr verschwamm erlosch als Oyu ihm erklärte, dass es in Thria keine Münzen gab. "Dann sage ich es anders. Gib was du hast nicht für jemanden wie mich aus. Du tust bereits mehr als genug." Ohne sie würde er immer noch in der kalten Zelle sitzen und wäre vielleicht bereits tot. Ohne sie könnte er Shuren keinen Vorschlag unterbreiten, der seinen Sohn vielleicht doch noch rettete und ohne sie würde er nicht in einem von Dampf erfülltem Raum stehen. Noch mehr war ihr zu verdanken, aber Caelan war nicht sicher ob es etwas Gutes oder etwas Schlechtes war. "Ich kann ihm ohnehin nur sagen, was du für mich übersetzt.", erklärte Caelan und blickte kurz auf die kleine Gestalt an seiner Seite. Es war schon fast als wären sie ein Team. Das hatte er wirklich nicht verdient. Er seufzte und nickte anschließend begleitet von einem Brummen. Dumme Gedanken? Was sollte er schon tun? Er wartete bis Oyu die Tür geschlossen hatte bevor er seine Kleidung ablegte. Hatte er abgenommen? Ja vermutlich... Der Raum hier war angenehm warm, das Wasser auch und Caelan ließ sich hinein gleiten. Für einen Gefangenen hatte er es eigentlich ziemlich gut. Für ein paar Momente wollte er die Augen schließen und das Wasser genießen. Vielleicht schaffte er es auch seine Gedanken für ein paar Minuten auszuschalten. Er musste gesund werden. In Selbstmitleid konnte er baden, wenn Rain in Sicherheit war.
    • Hastig, wie eine kleine Feldmaus, jagte sie durch die eisigen Gefilde des ihr unbekannten Schlosses. Ihr Weg führte sie zurück in Caelans Zimmer, in welchem sie jedes erdenkliche Fenster aufriss und alle Dinge vom Bett riss, die sie finden konnte. Ungeahnt dessen, dass es vielleicht doch schwerer war, ein Bett neu zu überziehen, dass aus massivem Holz bestand, kämpfte sie mit der riesigen Matratze und den Kissenbezügen, die achtlos auf dem Boden landeten, bevor sie Neue aus einer Kiste an der Wand kramte - sie roch an ihnen, als müsse sie feststellen, wie lange sie dort schon lägen - fand aber bald heraus, dass sie nur vom Geruch des Frostes durchfressen waren. Zufrieden mit ihrer Entdeckung warf sie die neuen Bezüge auf das Bett, nahm danach die versuchten Decken und alten Laken, und huschte mit jenen zu den nächsten Wäschekörben der Diener, die sich am morgen wohl über das Geschenk erfreuen würden, das sie ihnen offerierte. In ihrem Hinterkopf wahrte sie das mahnende Bild von Shuren, als sie sich von Kleidungsstück zu Kleidungsstück hangelte, um Caelan etwas passendes zu erstehen - auch eine Vielzahl von trocknen, gut duftenden Decken nahm sie mit und brachte sie nach oben.

      Kurz setzte sie sich auf das Bett und bügelte Kanten und Enden mit ihren Fingern und flachen Händen aus, damit es einigermaßen schön aussah - danach kam sie wieder auf Trab und schloss die Fenster, warf etwas Holz in den Kamin, das sie auch anzündete, und staunte ohne große Furore nicht schlecht darüber, was sie in so kurzer Zeit alles bewerkstelligt hatte. Der Raum wirkte neuerdings einladender und die Temperaturen, die vor allem in diesem Raum stetig höher als normalerweise waren, trugen dazu bei, all das in einem ganz anderen Licht erstrahlen zu lassen. Oyu gähnte herzhaft, als sie schweren Schrittes - mit Caelans frischer Kleidung unter ihrem Arm eingeklemmt - nach unten wanderte. Ein verstohlener Blick in die große Küche war es, der ihr verriet, dass hier auch schon die gesamte Belegschaft schlief und sie sich, ungezwungen, an zwei Schalen Resten vom gestrigen Abendmahl beteiligen konnte. Umständlich war es vermutlich, sie einfach herumzutragen, weswegen sie sie vorerst auf einem Tablett abstellte, nach zwei Löffeln griff und dann nach einem Teekessel Ausschau hielt, den sie mit Wasser befüllte und aufstellte. Kaum war all das getan stahl Oyu sich wieder davon, in Richtung des überdimensionalen Badezimmers, an dessen Tür sie klopfte. Sie selbst konnte auch ein Bad vertragen, aber sie wollte es nicht unbedingt in Caelans Präsenz tun. Stattdessen hieß sie den heißen Dampf willkommen, der ihr einigermaßen die Sicht versperrte, und legte die Kleidung auf der erstbesten Kommode ab. "Deine Kleidung liegt neben der Tür, links auf dem Kasten. Da ist auch ein Handtuch - lass dir Zeit!"
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    • Einen Moment der Ruhe, mehr wollte er nicht, aber konnte er sich das erlauben? Er wusste nicht wie lange er schon hier war. Der Winter war fast vorbei gewesen, er wäre eine Woche später nach Hause geritten, wäre er nicht verraten worden. Wie viele Tage, oder Wochen hatte er in dem eiskalten Wasser getrieben? Wie lange war er bewusstlos im Kerker gelegen und wie viel Zeit war vergangen, seit Shuren das erste Mal mit ihm gesprochen hatte? Tag und Nacht konnte er in seiner neuen Zelle beobachten und trotzdem hatte er viel und lang geschlafen. Wenn sich jemand an Fhaergus vergreifen wollte, dann hätte derjenige es schon getan. Wenn sie dort nach dem Kronprinzen der Wölfe suchten, dann hätten sie das bereits. Und weiter? Würden sie Rain das Fürstentum übernehmen lassen? Würde der König ihn in die Finger bekommen? Nur Gedanke daran sorgte dafür, dass sich Caelans Magen umdrehte. In diesem Kerker würde Rain keine Woche überstehen, wenn er es überhaupt bis nach Myriad schaffen würde. Verdammt! Er hasste es nichts tun zu können und er musste morgen darauf drängen, dass Oyu Shuren irgendwie dazu bewegte zu ihm zu kommen und mit ihm zu reden.

      Caelan wollte den Kopf frei kriegen und tauchte seinen Kopf gänzlich Unterwasser. Eine halbe Minute, vielleicht länger blieb er da unten und versuchte seine Gedanken und Gefühle unter Kontrolle zu bringen. Das musste er können, oder er wäre längst gestorben, aber niemals war seine Familie in Gefahr gewesen, niemals zuvor... Er tauchte wieder auf als ihm die Luft ausging und kurz darauf hörte er auch wie sich die Tür öffnete. Es war nur Oyu und sie hatte ihm das Gewand gebracht, das sie für ihn suchen sollte. Er hatte sich vermutlich bereits zu viel Zeit hier drinnen genommen und deshalb machte Caelan sich daran seine Haut abzuschrubben und seine Haare einigermaßen zu waschen. Den Bart sollte er vielleicht zumindest stutzen, aber er bezweifelte, dass er ein Messer bekam. Auf der anderen Seite würde Oyu ihm sicher eines besorgen, wenn er sie fragte. Das wollte er aber nicht. Stattdessen erhob er sich. Hier drinnen war es so warm, er fröstelte zum ersten Mal seit er hier war nicht und genoss es trotz der Tatsache, dass er gerade keine Kleidung trug, nicht frieren zu müssen. Er stapfte zur Tür und erspähte das Handtuch, mit dem er sich schnell abrubbelte, ehe er einen Blick auf die Kleidung warf. Wie ein übergroßer pompöser Schlafrock sah das aus, aber er konnte keine adrestianische Kleidung bis auf die seine erwarten. Auch danach konnte er Oya vermutlich fragen, aber auch das wollte er nicht tun, speziell dann nicht, wenn sie selbst dafür aufkommen musste. Er legte die Kleidung mehr schlecht als recht an, aber warm waren die vielen Schichten auf jeden Fall. Dann öffnete er mit immer noch feuchten, blonden Haarspitzen die Tür und suchte mit seinem Blick nach dem Mädchen.
    • Bequem fühlte es sich allemal an, wenn sie sich in Caelans Nähe aufhielt - Oyu selbst war noch immer müde und hatte nichts gegen eine weitere Umarmung einzuwenden, aber gerade war auch das zu viel des Guten. Sie fühlte sich dreckig und verschwitzt, wollte Caelan zurück in sein Zimmer und sein frischgemachtes Bett bringen und ihm noch Essen sowie Tee auftischen, bevor sie ihn schlafen lassen wollte. Schalkhaft ließ sie ihren Blick durch die Gänge schweifen und suchte nach einer patrouillierenden Wache, fand aber keine vor, weswegen er glaubte, dass Caelan Recht behielt: Idioten kümmerten sich um dieses Schloss und sie sollten froh sein, an einem so abgelegenem Ort zu leben und nicht inmitten des Kriegstreibens. Oyu wollte sich gerade auf den Boden hocken, als sie hörte, wie Caelan sich aus dem Wasser erhob und sie selbst sich dazu einlud, ein wenig durch die endlosen Gänge zu tänzeln. Oben, an der Turmspitze, wäre wohl alles sauber, außer sie selbst - mit dreckiger Kleidung wollte sie sich nicht noch einmal in das Bett legen und es versiffen lassen, aber nach schlafen war ihr gerade jetzt auch nicht so wirklich zumute. Entspannt war etwas anderes; Oyu machte sich zu viele Sorgen um Trivialitäten, die sie nicht losließen.

      Die Badezimmertür quietsche unangenehm als sie aufgestoßen wurde und Oyu war diejenige, die den toten Fischblick ungestüm erwiderte, als sie glaubte, er galt ihr und keiner potentiellen Wache. “Hier unten. Vor dir.”, trötete sie mit einem Schmunzeln, weil Caelan seine Kleidung irgendwie trug und sie ihm nicht so sehr passte, wie sie es anfangs geglaubt hatte. Ihr Augenmaß hatte ihr eben nicht geholfen, das passierte - und er nahm es ihr wohl auch nicht übel, so schien es zumindest. Erneut griff sie nach seiner Hand, eine Ausrede um ihn durch die Gegend zu zerren, und zeigte ihm den Weg in die Küche, in welcher sie einen Kessel aufgestellt hatte. “Kannst du das Tablett mit den zwei Schüsseln nehmen? Dann nehme ich den Tee.”, erklärte sie Caelan als beiläufige Taktik. Sollte sie ihn weiter ausfragen? Nein, sie hatte ihm heute schon mehr als genug Nerven geraubt und ihn unnötig lange wachgehalten, weswegen Oyu es nicht für notwendig ansah, seine Nerven zu strapazieren. “Fandest du es vorher so lustig, dass ich Jungen ekelhaft finde?”, kicherte sie stattdessen. Das Bärenlachen hatte sie gehört! Außerdem war es wirklich lustig, dass sie diese komischen Kreaturen nicht mochte - Oyu verstand den Drang nach einem Partner allerdings noch nie, das machte sie wohl zu einem vereinsamten Einsiedlerkrebs.
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    • Die kleine Gestalt hatte auf ihn gewartet und griff kurzerhand wieder nach Caelans Hand um ihn durch die Gänge zu zerren. Sie machten sich aber scheinbar nicht auf den Weg zurück in seine Zelle. Er folgte ihr dennoch, zumal sich in den Gängen niemand aufzuhalten schien. Vielleicht war etwas passiert? Oder die Wölfe hier waren tatsächlich Idioten und glaubten ein alter Krieger wie Caelan es war, würde sich nicht nach draußen trauen. Alleine hätte er das ellerdings auch nicht getan. Was hätte er davon durch das Schloss zu wandern, oder es gar zu verlassen? Er wusste nicht wo er war, oder wie er nach Hause kommen konnte. Er wusste nicht in welche Richtung er musste, oder wie weit es war und Ausrüstung hatte er auch keine. Seine Chancen standen besser, wenn er diesen Shuren überreden konnte etwas für ihn zu tun, für eine Gegenleistung natürlich und sollte er Rain mit seiner Hilfe finden, dann war ihm auch herzlich egal was danach geschah. Ob er hier bleiben würde, hingerichtet werden würde oderwas einem Wolf sonst noch so einfallen konnte, es spielte keine Rolle für Caelan mehr.

      Nach einer Weile fand Caelan sich scheinbar in der Küche wieder und Oyu wollte von ihm, dass er ein Tablett mit nach oben nahm, das wohl ihr Essen darstellen sollte. Es war eigentlich nicht so, dass Shuren ihn hier verhungern ließ. Hungrig war Caelan auch nicht, aber das war er seit Jahren nicht gewesen. Er achtete einfach nur darauf regelmäßig zu essen, das war alles und er musste es auch, um wieder gesund zu werden. Caelan besann sich wieder auf die Realität und nahm das Tablett das er tragen sollte. Oyu nahm eine Tasse Tee und führte ihn dann wieder zu dem Turm in dem er hauste. Wachen waren immer noch keine zu sehen, aber das konnte Caelan eigentlich nur Recht sein. "Mhm... wie alt bist du nochmal? Ich denke das wird sich bald ändern... obwohl du dir natürlich auch ein Mädchen suchen könntest, oder etwa nicht?", fragte er sie auf dem Weg die Treppe hinauf. Er war der Letzte der sich über soetwas aufregen durfte, auch wenn er ein Schaf war. Als Oyu die Tür zu Caelans Zimmer öffnete, stieß ihm ein Schwall frischer Luft entgegen und auch das Bett schien gemacht. Man konnte sehen, dass Kinderhände dahinter steckten, aber das störte ihn nicht. "Oyu...", seufzte er, trat ein und stellte das Tablett vorerst ab. "Ich bin vielleicht alt und krank und ein Adeliger, aber... ich hätte das auch selbst tun können..."
    • Haufenweise Ideen schwebten ihr vor, und doch war sie sich sicher, dass sie früher oder später Zeit dazu hätte, wenn sie sich nur an den Plan hielt, den sie für sich selbst geschmiedet hatte. Caelan zu helfen, das war ein Teil davon, aber alles andere war nunmehr eine Hürde, die es zu bewältigen galt. Die Stufen der eisigen Treppe führten sie zurück in den Raum, aus welchem sie kamen - dem Einzigen in diesem Flügel des Schlosses, so abgeschieden und vergessen, dass er sich eigentlich gut dazu eignete, Gefangene zu halten. Shuren sah das vermutlich anders. “Wie alt? Inoffiziell oder offiziell?”, lachte Oyu, ehe sie die Zunge herausstreckte. “Bleh, nein. Die sind beide widerlich, mit solchen Dummheiten will ich gar nicht erst anfangen.”, stellte sie klar. Einen Schritt mehr und Caelan würde sie einholen - Oyu zwang sich dazu, doppelt so schnell zu gehen als sonst, damit sie die nonverbale nicht-Wette für sich selbst entscheiden konnte. Zufrieden war sie darüber doch, kaum schlich sie sich hinter Caelan ind das frisch gelüftete Zimmer und schloss die Tür sanft.

      Mit einem erleichtertem Seufzen stellte sie den Tee auf der anderen Seite des Bettes ab und stemmte ihre Hände in die Hüfte. “Das hast du dir verdient! Du bist sauber, also sollte dein Bett auch sauber sein … und ich sollte mich waschen.”, informierte sie den alten, weniger muffigen Bären. Ein paar Teeblätter wanderten in den offenen Schlund des hungrigen Gegenstandes - Oyu sah zu Caelan, der etwas perplex dastand und deutete dann auf die zwei Schüsseln, die auf dem Tablett standen. “Fang schon einmal an, ich verspreche dir, ich beeile mich.” Sie hatte mehr Privilegien, als Caelan, obwohl sie beide einen durchaus ähnlichen Status innehielten - für Shuren waren sie nicht mehr als einfache Tiere, die es in einer Schar zu halten gilt, damit sie früher oder später gut genug waren, um die Art von Qualität zu fabrizieren, die man von ihnen haben wollte. In ihrem Falle war diese Qualität nicht mehr als Informationen, die sie sich allesamt in die Haare schmieren sollten, wenn es nach Oyu ging - sie brauchte ein Bad und frische Kleidung, nicht mehr. “Lass es dir schmecken!”, forderte sie den Blonden auf und haute dann erneut ab, um sich eigens etwas andere Kleidung aus ihrem Zimmer zu holen und in die wohlige Wärme des Badewassers zu gleiten. Lange fackelte Oyu dennoch nicht - sie wusch sich ihr Haar und ihren Körper gründlich, bis kein bisschen Dreck mehr unter ihren Nägeln klebte und trocknete all das danach ab. Eher müde schlüpfte sie in ihre frische Kleidung und brachte die Alte zum Wäscheraum; wiederum oben angekommen, klopfte sie sachte an die Tür, bevor sie sich wieder in den Raum traute und sowohl sich selbst als auch Caelan eine Tasse Tee einschenkte. “Und? War es essbar?”
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    • Caelan schüttelte aufgrund Oyus Antwort einfach nur den Kopf. Egal wie alt sie war, sie konnte sich ruhig Zeit lassen. Es gab eine Zeit in der Caelan sich gewünscht hatte, niemals verliebt gewesen zu sein. Zu verlieren was er gehabt hatte, hatte zu sehr geschmerzt und nichts und niemans kam an ihn heran. Darragh wurde sein engster Vertrauter und das harte Training, das ihm der Mann auferlegt hatte war ebenso schmerzhaft gewesen. Körperlicher Schmerz war allerdings einer mit dem Caelan besser umzugehen wusste und wenn er ehrlich war, dann hatte er ihn sogar begrüßt. Er hatte sich die Schuld gegeben nicht besser auf Ronan aufgepasst zu haben, nicht dagewesen zu sein und ihn nicht finden konnte. Da war es ihm nur Recht wenn Darragh ihm erneut einen Arm brach, oder ihm ein Übungsschwert dermaßen in den Magen rammte, dass es genausogut hätte echt sein können. Er hatte in seinem Leben viele Narben angehäuft und nicht wenige davon waren von Darrag. Wenn er mit einem blauen Auge nach Hause gekommen war, hatte sein Vater den ganzen Abend herum gebrüllt und irgendwann kam Caelan einfach gar nicht mehr nach Hause.

      Caelan war zu sentimental und er dachte zu viel über die Vergangeheit nach, speziell in letzter Zeit. Selbst dann, wenn er sich eigentlich mit Oyu unterhielt schweifte er ab und ob ihm zum Reden zumute war, wusste er auch nicht so recht. Er nickte, als Oyu ihm sagte er solle essen, während sie sich ebenfalls waschen ging. Sie verließ den Raum und Caelan setzte sich seufzend. Die Reste des Küchenpersonals kostete er. Bei der Schärfe musste er husten, aber dennoch würgte er alles hinunter, auch wenn sein Hals im Anschluss brannte und er glaubte, seine Stimme würde versagen, sollte er etwas sagen. Bis Oyu wiederkam war aber alles wieder vorbei. Das erste was sie tat war Caelan Tee einzuschenken, erneut etwas, das sie nicht tun musste. Er brummte. "War verdammt scharf...", murmelte er als Antwort und dennoch war die Schüssel nun leer. Der Tee war trotzdem willkommen. "Irgendwann wirst auch du jemanden finden, weißt du?", führte er seine Gedanken von vorhin fort. Er hatte sich gewünscht niemals verliebt gewesen zu sein und dennoch, als er Ina traf... Es war als hätte sie alle Last von seinen Schultern genommen, einfach nur weil sie ihn anlächelte. Es war auch schmerzhaft sie zu verlieren, er wäre beinahe daran zerbrochen, aber er bereute es nicht sie geliebt zu haben.
    • Abgebrührt war Oyu noch nicht, doch Caelan wirkte zumindest so, als hätte er alles in seinem Leben gesehen - über sich ergehen lassen, und sich danach wieder aus dem Schlamassel herausgekämpft. Sie wollte ihn nicht fragen, wusste, dass sie den Bogen nicht erneut überspannen wollte, nur weil sie neugierig war, woher die vielen Narben kamen, auf die sie trotz des Dampfes einen Blick erhaschen konnte - Oyu wusste, dass sie nicht alles über jemanden wissen musste, dem sie begegnete; Caelan würde es ihr beichten, wenn er es für nötig hielt. Sie gähnte laut und dachte darüber nach, was Caelan ihr gesagt hatte: Zum einen schien sie keine Manieren zu haben, zum Anderen war sie gut erzogen. Was auch immer sie sich aus diesem Rätsel machen sollte, das wusste sie nicht, aber sie gab dem Bären die Tasse Tee und griff dann nach ihrer eigener Schüssel und begann, den Reis vorsichtig in ihren Mund zu löffeln. "Mh, stimmt!", kicherte sie zufrieden, als sie sich selbst ein Bild davon machen konnte. Er hatte Recht; das Essen in Yaoshen war verdammt scharf - kein Wunder, dass sie dem Außenseiter nur Suppe vorsetzten, die halbgar schmeckte und definitiv nicht gut gewürzt war. Wie das Essen in Adrestia wohl schmeckte? "Ich sage ihnen, sie sollen dein Essen weniger würzen, wenn du möchtest."

      Das würde auch nur bedingt helfen - Oyu genoss die herbe Schärfe, war sie jene doch gewohnt, aber sie wollte sich den Magen nicht verderben, weswegen sie die halbe Schüssel wieder davonstellte, nachdem sie aus ihr geschlemmt hatte; wirklich hungrig war sie nicht. "Meinst du?", fragte sie zufrieden und stand auf, um sich selbst eine Tasse Kräutertee zu holen. Wenn sie schon stand, dann konnte sie auch einen Holzscheit in den Kamin legen, und eigentlich hatte sie sich umsonst gewaschen, wenn sie ohnehin bald wieder voller Ruß wäre. Das Klima, dass durch das ewige Eis und das knisternde Feuer des Kamins entstand war komisch, beinahe feucht, aber es schmolz nichts, als wäre die tobende Flamme nun einmal nicht heiß genug. "Ich glaube, dafür ist es aber noch etwas zu früh!", stellte sie fest und ließ sich neben Caelan wieder auf sein Bett plumpsen. Ungeniert rieb sie sich den Sand aus den Augen und sah zu dem großen, starken Mann auf, der genau genommen wohl besseres zu tun hatte, als die Amme für sie zu spielen - ob sie morgen Ärger bekam, weil seine Kleidung in den Wäschekörben lag, sein Bett neu überzogen war und er das Gewand eines Unbekannten trug? Es war nicht Shurens, das war ihr klar, aber es sah doch nicht aus wie die Kleidung eines Bediensteten. "Wie finde ich überhaupt einen Freund? Ich meine, das Einzige, was ich bis jetzt gemacht habe, ist, mich mit Leuten in meinem Alter schlagen. Das kann doch nicht richtig sein?"
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    • Caelan blicke auf Oyu und ihre Schüssel des Abendessens. Bisher hatte immer sie ihm zu Essen gebacht. Ob sie es auch war die wirklich daran dachte jemandem in der Kpche aufzutragen etwas herzurichten? Vielleicht wollte aber auch sonst keiner das Zimmer, oder eher das Gefängnis des wilden Schafes betreten und sie schwatzten es der Kleinen auf, damit sie es selbst nicht tun mussten. "Nein schon gut. Es ist mir ganz egal was ich esse.", erwiderte Caelan mit einem leichten Kopfschütteln und ließ seinen trüben Blick wieder durch den Raum schweifen. Er beobachtete die züngelnden Flammen im Kamin und wünschte sich wieder in Oyus Alter zu sein, als e nur Unsinn im Kopf hatte und sich mit seinem besten Freund duelliert hatte. Vielleicht wäre alles anders gekommen, wenn er damals auf Ronan gehört hätte und mit ihm abgehauen wäre. Nach Thria, oder in den Süden. Jedoch fühlte er sich ob es Gedankens auch schlecht. Er hätte Ina nie getroffen und Rain wäre vermutlich nicht geboren worden. Es war schwer diese beiden Leben gegeneinander aufzuwiegen, also ließ er es bleiben. Die Vergangenheit konnte er ohnehin nicht mehr ändern.

      Oyu ließ etwas von ihrem Reis übrig und schenkte sich stattdessen einen Tee ein. Sie schien voller Energie. Sie war ja auch jung und nicht krank, sie hatte also viel zu viel geschlafen. Um die jetzige Uhrzeit gab es aber bestimmt nicht viel womit sie sich beschäftigen konnte. Selbst ein Buch zu lesen war im Moment nicht ratsam, oder sie würde sich noch ihre Augen ruinieren. "Hm... es ist nicht wie ich jemals einen meiner Partner kennegelernt habe, aber das kann durchaus auch möglich sein.", schmunzelte Caelan. Er war doch auch ungestüm gewesen, aber Frauen prügelten sich in Adrestia eher weniger und Ronan hatte das auch nie gewollt. Trotzdem war Caelan es der sich auch mit ihm duellieren wollte und davon hatte er eine fette Narbe davon getragen. Sie war vielleicht nicht die größte die er hatte, aber sie verschwand nicht unter Schichten von Kleidung. Sie prangerte mitten in seinem Gesicht. "Wenn du die richtige Person findest, dann wirst du es wissen. Vielleicht willst du es dir nicht sofort eingestehen, aber wissen tust du es trotzdem. Das kann aber nur funktionieren, wenn du ab und zu nach draußen gehst und deine Zeit nicht mit einem alten Narr wie mir verschendest."
    • Caelan brachte sie dazu, zu kichern - er war auf seine eigene Art und Weise ein lustiger Zeitgenosse, den sie durchaus nicht immer verstehen würde. Alt, ja, und definitiv eine Vaterfigur in ihrem Leben, aber mehr auch nicht; keiner würde ihren Vater ersetzen und sie würde seinen Sohn nicht ersetzen können. Nahm Oyu es genau, dann waren sie beide wohl wie zwei verlorene Seelen, die gerade einander gefunden hatten, weil es das Schicksal einmal in ihrem Leben gut mit ihnen meinte, wenn auch nur für den einen Moment. "Egal? Du darfst wählerisch sein. Machst du dir Sorgen, dass wir nicht genug haben? Mach dir darüber keine Gedanken. Außerdem wundert es mich, dass Shuren dich noch nicht mit Essen bestochen hat, aber vielleicht weiß er, dass er damit nicht weit kommt.", erklärte Oyu. Sie blies den Rauch von ihrer Tasse hinfort und nahm einen Schluck. An ihren Vaterersatz wollte sie sich nicht lehnen, auch, wenn ihr Kopf schwer waren und ihre Augenlider nicht länger offen bleiben wollten - sie war müde, wieso auch immer. Ob das damit zu tun hatte, dass sie sich bereits bei Caelan angesteckt hatte? Sie hoffte, dass dem nicht so war, aber gleichzeitig wollte sie heute auch keine Gedanken mehr daran verschwenden.

      "Huh? Wie hast du ihn denn kennengelernt? Prügelt ihr euch in Adrestia gar nicht?", erkundigte sie sich interessiert aber gleichermaßen verwirrt. Nicht nur, dass sie absolut keine Ahnung hatte, was in Adrestia passierte - sie fand das alles mehr als nur fragwürdig, wenn sie ehrlich war. Wohin würde das alles nach führen? Wahrscheinlich an das andere Ende der Welt, wenn sie weiterhin so komische Fragen stellte. Erst jetzt schoss ihr immerhin ein, dass Caelan vermutlich schon viel von dieser Welt gesehen hatte und durchaus mehr wusste, als sie es jemals würde - Oyu konnte ihn ausfragen, wenn er denn imstande war, all diese dummen Fragen zu beantworten und sie beide täten gut daran, ihre Differenzen zu verstehen. Zum einen interessierten sie die Narben, die Caelan davontrug, und zum Anderen war sie einfach nur neugierig, wenn es um Adrestia ging - Wissensdurst war nicht immer etwas Gutes. "Soll das heißen, du willst, dass ich auf den Nachtmarkt gehe? Ew.", echauffierte sie sich lachend und sah Caelan ins Gesicht. Waren seine Augen gut darin, sich zu fokussieren? Nein, es wirkte nicht so. "Du bist kein alter Narr. Alt, ja, aber für einen Narren weißt du dann doch wieder zu viel ... hm, dein Bart steht dir."
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    • "Nein ich... es ist mir wirklich egal was ich esse.", erklärte Caelan. Außerdem wollte er keine Argumente von diesem Shuren hören wie, 'aber wir haben dir schon so viel gegeben'. Er hatte keine Freude am Essen. Früher hatte er das gehabt und er konnte damals nicht verstehen, warum er seinen Freund mit Süßigkeiten oder Gefälligkeiten bestechen musste, damit er etwas in seinen Magen bekam. Man musste Caelan nicht bestechen zu essen, man musste ihn höchstens ab und zu daran erinnern. Er wurde auch hungrig, der Appetit blieb trotzdem aus und nichts schmeckte ihm. Er war einfach nur vernünftiger als sein damaliger Freund. Oder sein Sohn wenn er darüber nachdachte. War er dünner geworden in der Zeit in der er in Thria war? Er hatte Rain nur für kurze Zeit gesehen als er den Wolf bei ihm untergebracht hatte und dennoch hatte er müder und ausgelaugter gewirkt als sonst. Caelan bereute es nicht mit ihm gesprochen zu haben und er bereute es sich damals nicht gefragt zu haben, ob er ihm helfen konnte. Selten hatte er von Angesicht zu Angesicht mit Rain gesprochen, weil er Angst gehabt hatte, aber wenn er ihm einen dreckigen Wolf vorsetzte, dann hätte er das Haus auch selbst betreten können.

      "Ich habe mich geprügelt als ich jünger war. Erst weil ich wütend war, dann weil es mir Spaß gemacht hat. Ich habe meinen besten Freund so kennen gelernt, aber nicht meine Frau. Frauen in Adrestia prügeln sich nicht, weißt du? Und adelige Söhne sollten das auch nicht. Es wäre aber auch egal täten sie es. Ich habe immer schon jemanden gebraucht der ruhiger ist als ich und vielleicht auch jemanden den ich beschützen konnte...", erklärte Caelan mit demselben Lächeln das er immer auf den Lippen trug wenn er an Ina oder Ronan dachte. Es waren bittersüße Erinnerungen. Die besten Zeiten seines Lebens hatte er mit ihnen beiden verbracht, aber die schlimmsten Zeiten waren die, wo er sie verloren hatte. Bei keinem ihrer Tode war er dabei und auch bei seinem Sohn war er jetzt nicht. Es schien als wäre er nie da wo er sein sollte. Seine Geduld wunderte ihn selbst, aber er konnte die mächtigste Person an diesem ort nicht mitten in der Nacht zu sich zitieren. Wäre er jünger hätte er es vielleicht versucht. Er kämpfte sich aus seinen Gedanken zurück und schüttelte lächelnd den Kopf. "Nein. Dafür musst du erst älter werden und selbst dann... einen guten Partner findest du vermutlich gerade nicht dort, sondern dort wo du auch sein möchtest." Er sah Oyu an, aber die flackernden Flammen waren keine besonders gute Lichtquelle, nicht seit er hier war, auch wenn er sich einredete dass es sich besserte. "Der Bart? Er ist zu lang. Hier habe ich überhaupt noch niemanden mit Bart gesehen. Wächst Wölfen überhaupt einer, oder seit ihr alle Kinder?", scherzte er. Oyu würde definitiv keiner wachsen. "Oyu, bist du schon wieder müde? In deinem Alter solltest du etwas mehr Energie haben."