spellbound. (earinor & akira)

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • "Wirklich wirklich? Oder sagst du das jetzt nur, damit ich Shuren nicht noch mehr Sachen frage?", murmelte sie. Vermutlich hatte der Bär auch einfach keine Lust, mit diesem Sack zu reden - es war in Ordnung, zumindest für sie, hatte sie doch keinerlei Ahnung, wie Shuren auf derartige Neuigkeiten reagieren würde. Was, wenn er meinte, dass das alles zu viel des Guten war? Was, wenn es ihn nun einmal nicht mehr interessierte, Caelan zu beherbergen und seine ganze Situation einem lausigen Schaf anzupassen, dass sich einfach nach Thria gewurmt hatte und keinem eine wohlverdiente Pause gönnte? Früher oder später würde er eben wissen müssen, was gut oder schlecht für ihn war - und früher oder später wäre Caelan wieder auf sich allein gestellt. Oyu wollte das nicht, aber sie konnte ihm schlecht hinterherlaufen und mit ihm für den Rest ihres Lebens durch die thrianische Landschaft wandern, bis sie noch jemanden verlor, der ihr irgendwann, irgendwo einmal wichtig geworden war und sie daran erinnerte, dass die Welt sich nicht um sich drehte, sondern viel lieber dafür sorgte, dass sie ihren Verstand verlor, weil sie es nicht anders verdiente.

      "Ich finde, Adrestianer sollten sich mehr prügeln. Mein Vater meinte immer, dass er das in seiner Jugend sehr oft zum Spaß gemacht hat, aber seitdem Krieg herrscht hat kaum einer Energie für solche Lappalien." Jung wurden sie wegbeordert und von ihrer Familie entsendet, um nie wieder heimzukehren; sie starben jung, ob sie wollten oder nicht, und die Wenigsten von ihnen hatten Zeit, eine eigene Familie zu gründen. Auf der adrestianischen Seite musste es nicht wirklich anders aussehen, aber Caelan schien zumindest einer der Glücklichen zu sein, die noch gewisse, familiäre Ansätze hatten, die aber auch langsam mit dem Regelbild einer verkorksten Welt verschwammen. "Dann kannst du mich ab jetzt beschützen, wie wärs damit?", lachte sie, bevor sie den Kopf schüttelte. Sie konnte auf sich selbst aufpassen. Oyu lehnte ihren Kopf gegen Caelans Arm und starrte sinnlos durch den Raum, während sie versuchte, herauszufinden, wieso sie sich noch immer hier aufhielt - sie hatte ein eigenes Zimmer bekommen, in welchem sie genau so gut bleiben konnte, aber ... eigentlich wollte sie das nicht. "Hm, das hört sich so an als ob ich mir jemanden angeln muss ... ah, aber ich habe ja noch Zeit!" Das stimmte - sie hatte wenigstens etwas. "Kinder? Pff, nein. Aber jetzt wo du es erwähnst ... ich glaube Muhan wächst ein Bart? Mein Vater hatte auch einen! Und manche Wachen haben ziemlich lustige, aber die Meisten stutzen ihn sich, keine Ahnung warum. Ich wette, mir würde auch ein Bart stehen!" Ohne einen großen Hehl daraus zu machen nahm sie eine lange Haarsträhne und klemmte sie sich zwischen Nase und Oberlippe ein. Dann sah sie wieder zu Caelan. "Und? Bin ich nicht hübsch?", kicherte sie. Dann verwarf sie ihr eigenes, bärtiges Konzept und streckte sich. "Ich muss noch wachsen, aber nicht wirklich? Also, nur ein bisschen ... hmmm, bist du müde? Ich bin mir sicher, sie haben hier irgendwo Karten- oder Brettspiele, wenn du willst!"
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • "Wirklich wirklich. Ich bin es gewohnt einfach das zu essen was da ist. In Thria gibt es für eine ganze Armee immerhin nicht viel.", erklärte er Oyu, auch wenn das nicht der Grund war. Sie würde nicht verstehen, warum ihm das Essen nicht schmeckte und er seit geraumer Zeit nur damit beschäftigt war, das Essen das ihm jemand vorbeibrachte herunter zu würgen, ohne sich zu beschweren und ohne Fragen zu stellen. Alles was zählte war, dass er sich besser fühlte und ob er kalte Suppe, grauen Brei, oder viel zu scharfen Reis aß war ihm dabei egal. Vergiften wollte ihn wohl keiner, auch wenn er sich nicht seh viel besser fühlte. Vielleicht fehlte ihm nur Hoffnung und gerade jetzt hatte er sie wieder, weil er glaubte eine Verhandlungsbasis gefunden zu haben von der er glaubte Shuren würde darauf einsteigen. Es war keine sihere Sache, bei Weitem nicht, er hatte keine Beweise für seine Behauptungen, aber vielleicht konnte er ihn zumindest dazu bringen dem thrianischen König davon zu erzählen und wenn er tatsächlich kein Monster war, keine wilde Bestie, sondern nur ein Mann und ein Vater, dann würde er die Chance, dass sein Sohn noch lebte nicht einfach abtun.

      "Hm ja. Als ich jünger war, hatte ich auch keine anderen Sorgen, als das nächste Turnier zu gewinnen...", murmelte Caelan entschuldigend. Er verwehrte es der nächsten Generation, auch Oyu. Sie hatte nur Glück so weit ab vom Krieg zu sein. Caelan seufzte leicht und schüttelte erneut den Kopf. Oyu meinte es nur gut, das wusste er mittlerweile, aber sie wusste auch nicht wovon sie eigentlich sprach. "Ich kann dich nicht beschützen.", erklärte er ihr. Wie sollte er das hier tun? Selbst wenn seine Bitte genehmigt wurde, er konnte Oyu nicht mitnehmen, wenn er nach seinem Sohn suchte. Genaugenommen hatte er es auch noch nie geschafft die zu beschützen die er liebte und geschworen hatte zu beschützen. Es war dumm zu glauben er konnte in die Zukunft sehen, aber irgendwo wusste er, dass würde er ihr versprechen auf sie aufzupassen, dann wäre er irgendwoanders während sie den Tod fand und er hätte erneut ein Versprechen gebrochen. "Das Leben kann einfacher sein, wenn man jemanden an seiner Seite hat. Aber du hast Recht, du hast Zeit.", lächelte er schwach. Ob das Mädchen merkte, dass Caelans Gedanken immer wieder zu negativen Gefilden abschweiften oder nicht, sie machte sich alle Mühe etwas Leben in dieses Zimmer zu bringen. Er wusste gar nicht wie er darauf reagieren sollte, aber das musste er auch nicht. "Ich glaube nicht, dass ich zum Spielen aufgelegt bin. Tut mir Leid."
    • "Hm, ich könnte dir zeigen, was essbar ist - ich passe schon lange genug auf mich selbst auf, aber in Yaoshen ist das Ganze etwas kompliziert. Wir haben hier keinen Boden aus Erde, nur Eis, dementsprechend wachsen hier auch keine wirklichen Pflanzen.", erwiderte sie. Alles, das hier unten Wurzeln schlug, suchte sich das letzte, grüne Fleckchen das es finden konnte - der Boden wurde auf die letzten Nährstoffe ausgesaugt und jemand wie Oyu musste sich darum scheren, noch etwas Essen zu bekommen. Ob sie für ihr Alter klein war? Vermutlich, aber das wusste jemand wie Caelan sicher nicht. Wie auch? Thrianer waren nun einmal anders als Adrestianer, und wenn sie darüber nachdachte, vielleicht hatte sie auch zu viel von ihrer Mutter erwischt und würde nie wirklich in die Höhe schießen. Darüber konnte sie sich trotzdem auch später Gedanken machen. "Turnier? So ein Ding wo du mit Anderen kämpfst, um zu sehen, wer der Stärkste ist? Das gibt es hier nicht oft, aber wenn doch, dann sehe ich es mir gerne an!" Dass es dabei eher um Leben und Tod ging und es sich mehr um eine Exekution handelte - den letzten, ehrenvollen Kampf den man haben konnte; das behaupteten sie zumindest, aber dass es wirklich so war ... naja, das war selten.

      "Ich weiß, also beschütze ich dich, so gut ich kann.", erwiderte sie. Es war ein dummer Gedanke, dass ein Verbrecher - ein Mörder - sie vor irgendjemandem bewahren konnte. Wieso bildete sie sich solche Dinge auch ein? Ihr Vater wäre nicht stolz darauf, und wenn sie sich wirklich damit auseinandersetzte, so wusste sie nicht einmal, ob sie wollte, dass Caelan sie beschützte. Den Weg, den sie beide zu bewältigen hatten, würden sie nicht für immer und ewig gemeinsam bestreiten können - sie alle hatten Pläne, und das Schicksal war ihnen auch nicht immer hold. "Mhm, aber bis dahin lasse ich mir noch Zeit! So einfach es auch sein mag, ich habe keine Lust, dauernd jemanden an mir kleben zu haben.", kicherte Oyu. Leute ihres Alters waren wild und ungestüm, und wenn sie nicht im Krieg ertranken, dann erfüllten sie Zuhause ihre Aufgaben, bis sie reif genug waren, um für ihr Land zu sterben. Sie ließ sich nach hinten fallen und starrte nach oben, in der Hoffnung, ein Wassertropfen würde auf ihrer Nase landen - das Eis schmolz nicht, es war einfach viel zu kalt für solche Dinge, und doch wünschte sie sich etwas, das unerfüllbar war. "Schon in Ordnung, du hast heute eigentlich viel zu viel getan, dafür, dass du dich ausruhen solltest! Komm, leg dich her - und morgen quetsche ich Shuren aus!"
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • "Das musst du nicht. Wie gesagt, es ist mir ganz egal was ich esse. Außerdem ist es ein Unterschied ob ich mich hier herumtreibe, oder da draußen." Caelan hatte nicht vor es sich mit dem Mann hier zu verscherzen. Noch nicht. Nicht solange er die Situation friedlich lösen konnte. Er war wirklich alt, wenn er soetwas schon versuchte, statt mit dem Kopf durch die Wand zu wollen. Für sein Ego war hier allerdings kein Platz, Rain war zu wichtig dafür. "In Adrestia gab und es gibt es viele Feste. Meistens gibt es auch Turniere im Schwertkampf, Reiten, oder Bogenschießen. "Als ich jung war herrschte kein Krieg und dumm wie wir waren haben wir uns wohl einen gewünscht um zu zeigen was wir können. Heute ist es nicht viel anders, nur dass es tatsächlich Krieg gibt. Die Meisten Adeligen werden aber dazu erzogen, Ritter zu werden, weil es ehrenhaft ist und die Söhne der Fürsten und Markgrafen haben eine gute Ausbildung und jemanden der auf dem Schlachtfeld auf sie aufpasst. Das gilt leider nicht für alle." Und sie waren es die litten. Caelan hatte nie jemanden eingezogen, der nicht helfen wollte und alle Männer in seiner Armee waren zuvor zumindest erfahrene Jäger oder schon Soldaten gewesen. Der König zog alle Söhne ein die er kriegen konnte und auch Darragh war da nicht anders, nur dass er immer schon Wert auf eine gute Aubsildung gelegt hatte.

      "Das musst du nicht tun.", erklärte er Oyu und schüttelte leicht den Kopf. Sie tat es wirklich und Caelan war sich nicht sicher wie sich hier alles entwickelt hätte, wäre Oyu nicht hier und irgendwie auf seiner Seite, statt auf der ihrer Landsleute. "Wie viele deiner Prügelein gewinnst du denn?", fragte er plötzlich. Er wollte wissen, ob das Mädchen sich selbst verteidigen konnte. Das musste sie gelernt haben so ganz alleine und auf sich gestellt. Erneut schüttelte Caelan den Kopf. "Und doch klebst du ständig an einem alten, grantigen Mann." Darauf musste er sie wohl kaum hinweisen, aber es war die Wahrheit. Vielleicht war sie nur neugierig, mehr nicht, oder sie hatte doch mehr mit Ina und Rain gemeinsam, die niemals jemanden in Ruhe lassen konnte, der einen Freund brauchte, selbst wenn dieser Freund ein kleines Mädchen war. Oyu legte sich bereits wieder in sein Bett und caelan schluckte ein erneutes Suefzen hinunter. Statt sich hinzulegen stand er auf und zog seine Decke unter dem Hintern des Mädchens hervor. "Willst du nicht in dein eigenes Zimmer gehen? Ich bin nicht einsam und selbst wenn ich es wäre, ich komme eine Nacht lang alleine zurecht."
    • "Aber wenn es dir egal ist, dann wirst du davon auch nicht mehr gesund. Das weißt du vielleicht selbst, aber ich wollte es dir nur noch einmal gesagt haben." Wer ließ sich schon auf solch schwindlige Vereinbarungen ein? Wieso war es dem alten Mann egal? Oyu führte es sich innerlich vor Augen, konnte jedoch keine passende Antwort finden und dachte sich, an welchem Punkt auch immer sie angekommen war, dass es nicht weiter wichtig war, ob sie ihm nun eines ihrer Gerichte auftischte oder nicht. Ob sie überhaupt eine gute Köchin war, das konnte sie nicht sagen - ihr Essen stempelte sie oft genug mit dem Prädikat "genießbar" ab, und auch, wenn es Caelan egal war, profitierte er sicher nicht von irgendwelchen Dingen, die halbgar und lieblos zubereitet waren. "Also warst du auch ein Raufbold!", klärte Oyu für sich selbst auf. Das hieß, dass Caelan sicher haufenweise Flausen in seinem jugendlichen Kopf gehabt hatte und, genau jetzt, wohl auch dafür sorgte, dass es Niemanden gab, der genau so dumm sein konnte, wie er es war. Um einen Gähner wurde sie reicher, kaum entfleuchte er ihre Lippen, die sich unlängst zu einem unmissverständlichem Lächeln gekräuselt hatten. Was würde ihr denn sonst noch einfallen?

      "Doch, muss ich. Bei dir habe ich fast Angst, dass du es selbst nicht machst, also sollte es jemanden geben, der auf dich aufpasst!", bejahte sie vehement. Ein alter Narr, das passte ihm sogar recht gut - auch, wenn sie ihn nicht als solchen bezeichnen wollte und viel lieber ihre Gedanken schweifen ließ. Machte dass den Sinn? Sich auf Lappalien zu beschränken? Kaum. "Alle. Ich habe bis jetzt eine Handvoll verloren, ganz am Anfang, aber der Rest war mehr als nur einfach!", erzählte sie wiederum stolz und freudestrahlend. Ihr alter Mann wäre sicher stolz auf sie, das wusste Oyu, aber sie wollte sich nicht bis an ihr Lebensende schwach und einsam fühlen, wenn sie stark und einsam sein konnte. Machte es das besser? Nein, absolut nicht, aber zumindest genoss sie es, ein kleines bisschen weiter oben an der Nahrungskette zu sitzen. "Ich will dir helfen, das ist ein Unterschied! Und keine Ahnung, wer dieser alte, grantige Mann sein soll - auf mich wirkst du wie ein großer Teddybär.", entgegnete sie mit einem Schulterzucken und leichtem Gelächter. Beinahe fiel sie aus dem Bett, als Caelan ihr die Decke entriss, aber sie wusste, was als Nächstes kam - und lachte darüber. "Na gut, du hast mich erwischt. Schlaf gut, ja? Und dieses Mal musst du wirklich schlafen!", mahnte sie den alten Mann als sie aufsprang und zur Tür ging; sie griff noch knapp nach ihrer Schüssel. "Gute Nacht!" Da tänzelte Oyu auch schon davon.
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • "Ich esse schon, mach dir keine Sorgen, es ist mir nur egal was ich esse.", erklärte Caelan noch einmal. Dass sich ein Kind nun um ihn kümmern musste war eigentlich lachhaft, aber was nützte es ihm sie anzuschreien, oder loswerden zu wollen? Sie war ja ein nettes Mädchen und den einzigen Fehler den sie macht war es, sich ausgerechnet an Caelan zu hängen. "Hm ja, war ich und es spricht auch nichts dagegen, sofern man niemanden ernsthaft verletzt und sich alle an gewisse Regeln halten." Caelan war nicht immer so gewesen, es gab eine Zeit da war er wütend auf alles, aber er hatte gelernt seine Emotionen nicht an anderen auszulassen. Meistens zumindest. Außerdem hatte er gelernt sich selbst und seine Situation zu akzeptieren und er wollte immer, dass Ronan es auch dahin schaffte, aber... "Ich kann hier doch nicht viel tun, außer dass zu essen, was man mir vorsetzt." Da gab es wirklich nichts um das man sich Sorgen machen musste. "Teddybär? Hast du jetzt auch schon Fieber? Ab ins Bett mit dir.", kommentierte er und scheuchte sie nach draußen. Oyu wollte ohnehin schon gehen und wünschte ihm noch eine gute Nacht. Caelan wartete bis sie die Tür geschlossen hatte, erst dann legte er sich in das frisch gemachte Bett. Es roch angenehm und er wusste eigentlich gar nicht wie er sich bei Oyu bedanken konnte. Er sollte versuchen zu schlafen, damit er ausgeschlafen war, wenn er diesem Shuren gegenüberstand.

      Als Rain diesen Morgen aufwachte schlief Nayantai noch, zumindest wirkte es so. Rikiya hatte ihnen eine Menge alter Geschichten erzählt solange erZeit gehabt hatte und auch wenn Nayantai sich dabei im Hintergrund hielt, Rain wusste, er hörte gerne Geschichten über seine Familie, auch wenn viele von ihnen gestorben waren. Rain wollte nicht fragen was passiert war, als Rikiya nach Nayantai suchen musste und hoffte einfach, dass sein Freund sich ihm schon öffnen würde, wenn er bereit dazu war. Trotzdem machte Rain sich immer noch ein wenig Sorgen und jetzt schaute er in das schlafende Gesicht, bevor er seinen eigenen Kopf hob und entdeckte, dass Rikiya sein Bett schon verlassen hatte. Rain legte seinen Kopf wieder auf den Fellen ab in die er sich Nachts eingegraben hatte. Dann hob er seinen Finger und tippste Nayantai damit auf die Nase. Sie waren in Fhaergus manchmal so kindisch gewesen und vielleicht war es an der Zeit genau das von Nayantai zu fordern. Nayantai schien das nicht aufgeweckt zu haben und Rain rutschte ein wenig näher, nur um immer wieder zu überprüfen, ob Nayantai sein Auge schon geöffnet hatte. Schließlich knabberte er zart an der dünnen Haut an seinem Hals, bevor er seine kalte Nase an die Stelle drückte.
    • Nayantai war absolut aufgelöst gewesen - er wollte nicht mehr, und ganz allgemein hatte er sich zu viel für den Tag eingebildet. Sein Vater meinte es nur gut mit ihm, das wusste er auch, ohne dass der alte Mann seinen Mund öffnete, aber gleichermaßen beschäftigten ihn die Dinge, die nun einmal außerhalb seiner Kontrolle lagen. War er ehrlich, so war ihm kotzübel wenn er nur daran dachte, was man ihm antuen würde, nur, weil er lebte und für sich selbst zu existieren versuchte; er war müde und ausgelaugt, hatte die Schnauze voll von seiner eigenen Existenz und dem ständigen Hin-und-Her, das ihm langsam aber sicher die letzten Stücke seines Verstandes raubte. Die Ungewissheit, dass er niemals mehr die Person sein würde, die er darstellen sollte, nagte an ihm und die Hoffnung, sich jemals zu verändern, schwand mit jeder Sekunde in Thria mehr und mehr. Wohin führten diese verlorenen Prinzipien? Wie sehr wollte er sich den Kopf mittlerweile ohnehin abschlagen? All diese irrelevanten Fragen konnte er sich wohl zuhauf stellen, und doch würden sie ihm allesamt nicht auch nur eine, klitzekleine Antwort bringen; Nayantai hatte etwas verloren, dass er nie wieder bekäme; all das würde sich wiederholen, ob er wollte, oder nicht.

      Röchelnd lag er da, hörte entfernt die Stimme seines Vaters und die Fragen Rains, die beiderlei abkappten, sobald er die Augen wieder schloss und sich erhoffte, endlich entschwinden zu können - ihm war kalt, er fühlte sich miserabel und sein Magen drehte sich mit jedem Mal mehr um, wenn er nur daran dachte, wie sehr er sich selbst belog. Nach Scharade war ihm nicht zumute, aber er kam nicht umher, sich am nächsten morgen von etwas gestört zu fühlen. Nayantais Nase zuckte, als er eine kleine Feder darauf zu spüren vermochte, aber mehr war da nicht - erst, als ihn das wilde Federvieh anknabberte und dann mit seinem eiskalten Schnabel traktierte, wachte er verwirrt auf. Sein Blick glitt unverständlich zu der kleinen Figur, die neben ihm lag; sein Herz raste, und er selbst konnte gerade nicht anders, als erschöpft zu seufzen. Wortlos hob er den Arm unter Rain an, damit er ihm über den Hinterkopf streicheln konnte - Nayantai küsste seine Stirn, zimperlich und verschlafen wie er war, bevor er sich fragend umsah. Kein Rikiya in Sicht. Mit Schwung zog er die Decke dennoch über ihre Köpfe und zog Rain tiefer in seine Umarmung. "Gut geschlafen?"
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Rain war nicht sicher wie er Nayantai helfen konnte, Es war niedlich zu sehen wie ein verwirrter schlafender Wolf nicht wusste, was ihn da kitzelte, aber als er tief seufzte, war Rain nicht sicher, ob er ihn nicht besser in Ruhe lassen sollte. Nein, das sollte er wohl nicht, er hatte Nayantai schon einmal so erlebt, als er bei ihm in Fhaergus angekomen war und Rain hatte ihn so lange genervt, bis er sich geöffnet hatte. Vielleicht sollte er es nocheinmal so handhaben und einfach Nayantais Freund sein, egal ob sie darüber sprachen was sie wirklich beschäftigte. Oder war das Problem, dass sie sich nun verstanden? Sie konnten nicht einfach vor sich hinplaudern, wissend, dass der jeweils andere sie sowieso nicht verstand und sie sich so eigentlich alles von der Seele reden konnten, ohne verurteilt zu werden. Wie auch immer, Rain wollte selbst keine schlechte Laune haben und er konnte ja zumindest versuchen Nayantai aufzumuntern. Er wusste es war schwer für ihn, er wusste, irgendetwas wurde ihm zu viel und er wollte ihn auch nicht drängen seiner Schwester gegenüber zu treten.

      "Ja Schlafmütze.", eriderte Rain als er unter ihrer Decke begraben wurde. Rain besserte nach und schloss jedes einzelne Loch, damit sie ihr eigenes Zelt in ihrem Zelt hatten. "Un du?", fragte er, nur um sich noch einmal näher heran zu wagen und seine Nase gegen Nayantais Brust zu drücken. Dann schnappte er sich Nayantais Hand mit seinen dürren Fingern und führt sie nach oben zu seinem Gesicht. "Ich liebe dich.", schmunzelte er beinahe frech und knabberte leicht an Nayantais Finger. Er wollte Nayantai zeigen, dass er immer nch für ihn da war und dass er nicht vor hatte irgendwohin zu gehen. Er war nicht mehr wirklich krank und vorerst in Sicherheit. Sie konnten sich ja auch vorstellen wieder in Fhaergus zu sein. Vielleicht wollte Rain auch ein wenig spielen und mit Nayantai lachen.
    • Nayantai hatte keine Ahnung, was Rain von ihm wollte - er wusste nicht, wieso er ihn so früh aufweckte, oder wieso er zu solch Schabernack aufgelegt war. Alles, das ihm klar erschien, wurde die letzten Tage über den Haufen geworfen und zerfraß ihn von innen heraus. Kaum verstand er, wieso er sich die Mühe gemacht hatte, nach Thria zu kommen, wenn er nur um ein Haar dem Galgen entging und eigentlich wusste er auch nicht so recht, wie es passieren konnte, dass er sich dermaßen in seinen eigenen Gedanken verlor, dass er alles, das ihn sonst bezirzte, links liegen ließ. Sein aufmerksamer Blick folgte Rain, der Interesse an dem Nest zu haben schien, das er vorläufig baute, und doch interessierte es ihn gleichermaßen herzlich wenig. "Da wache ich einmal auf und schon bist du gemein.", murrte er, stupste Rain aber danach in die Seite. Nayantai meinte es nicht so, zumindest wollte er es nicht so meinen, wie es über seine Lippen huschte, und doch war ihm bei weitem weniger klar, wie dumm er sich anhören musste, wenn er das Gegenteil von dem behauptete, was er nun einmal eigentlich tat.

      "Mh, könnte besser sein.", grätschte er ein. Das, was er bis jetzt erlebt hatte, war definitiv nicht lustig gewesen und auch, wenn er inständig versucht hatte, zumindest für einen atemberaubenden Augenblick jemand zu sein, der er nun einmal nicht war, so fiel es ihm in mancher Hinsicht schwer, zwei Dinge voneinander zu differenzieren. Ein schwaches Lächeln lag auf seinen trägen, müden Lippen und Nayantai war sich peinlichst sicher darüber, dass er nur gequirlten Mist aus seinem Mund hervorbrachte, wenn all das, wozu er sich hinreißen ließ, den ganzen Tag ähnlich ablief. "Ich dich auch.", entgegnete er Rain mit aufgerissenen Augen, als hätten ihn derartige Worte aufgeweckt und durchaus aufgemuntert. Ein wenig verwirrt war er doch, als er versuchte, seine Hand zu fokussieren, ehe er kurz zusammenzuckte. Ein kleines, elendiges Nagetier machte sich wohl gerade an ihm zu schaffen; er selbst konnte nicht anders, als zu schmunzeln und die Hand, die die seine hielt, zu seinem eigenen Mund zu bringen, bevor er sie spielerisch biss. "Da ist wohl jemand voller Energie.", neckte er Rain. "Willst du etwa aufstehen?"
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • "Einmal? Du wachst jeden Tag auf Nayantai.", kicherte Rain ob der seltsamen Formulierung des Wolfes. Er konnte schwören, dass Nayantai immer noch schlechte Laune hatte und gut geschlafen hatte er scheinbar auch nicht. "Weißt du... Seit wir hier sind träume ich auch andere Dinge. Früher hatte ich immer denselben Traum... Aber das heißt nicht, dass wir uns nicht wieder auf der Wiese treffen können. In unseren Träumen meine ich." Rain wusste gar nicht ob Nayantai sich daran erinnerte, Rain war es selbst erst wieder eingefallen, aber er wusste auch, dass sie beide nicht gut schlafen konnten. Rain schlief immer noch nicht perfekt. Oft genug wachte er auf weil er plötzlich husten musste, oder das Gefühl hatte, keine Luft zu bekommen. Er versuchte immer so leise wie möglich zu sein, aber vermutlich wussten sowohl Nayantai, als auch Rikiya davon. Rain war es gewohnt und versuchte einfach weiter zu schlafen. Es war aber wahr, dass er mehr träumte. Da war keine schwarze Leere, wr träumte von Wäldern, Regen, Schnee und Pferden, all den Dingen die er zuvor nie gesehen hatte. Nicht alle Träume waren gut, aber Rain freute sich trotzdem darüber.

      "Willst du noch ein wenig schlafen?", fragte Rain den müden Wolf, der dann doch plötzlich ganz wach wurde und Rains Liebesgeständnis erwiderte. Der Blonde lächelte Nayantai an, strich ihm über die Wange und gab ihm einen schnellen Kuss. Kurz darauf wurde Rain selbst gebissen, aber das hatte er verdient und er kicherte. "Nein will ich überhaupt nicht.", erwiderte er lächelnd. "Ich will genau hier bleiben. Mit dir. Wir müssen ja nirgends hin, richtig?" Sie konnten faul sein. Rain hatte sich gestern ein wenig nützlich gemacht und ihm reichte das. Nayantai musste auch nichts tun. Rain rutschte wieder näher und wurmte sich unter die Kleidung des Wolfes. Er streckte dünne kalte Finger hinein, nur um Nayantai erneut zu beißen. Er hatte immer gesagt er mache es nicht fest genug und das war jetzt bestimmt nicht anders. Rain dachte nur daran, wie sie sich damals beigestanden hatten und er versuchte eine ähnliche Situation herbeizuführen. War das falsch? Sie sollten sich Zeit füreinander und für sich selbst nehmen, so wie sie sie sich in Fhaergus genommen hatten.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Earinor ()

    • “Du weckst mich aber nicht jeden Tag so auf.” erwiderte der Wolf. Es stimmte - Rain war nicht unbedingt dafür bekannt, ihn anzuknabbern oder einen guten Morgen zu haben, wenn ihn schon die ganze Nacht lang Albträume plagten. Nayantai hingegen war, wenn auch oft genug verspielt, meist nicht dazu aufgelegt, gleich am frühen morgen derartige Unternehmungen zu starten - trotzdem tat er es, allem Anschein nach, öfter als sein Liebhaber, der gerade wie ein interessierter Welpe durch das Bett zu tollen schien. Wollte er sich mit ihm anlegen? Das konnte er haben; wenn auch nicht sofort, musste sein müder und schlapper Körper doch erst einigermaßen wach werden. “Auf der Wiese, huh? Vielleicht müssen wir uns gar nicht dort treffen - so lange du bei mir bist ist es sowieso egal, wo.”, erklärte der Ältere. Rain war einfühlsam und liebenswürdig, vermutlich auch ein kleines bisschen naiv, wenn Nayantai daran dachte, wie leicht er sich auf ihn eingelassen hatte. Wieso hatte er ihm nicht einfach verboten, sich ihm anzunähern? Zu schwach war er gewesen und gelogen wäre es, wenn er behauptete, dass er all das nicht gebraucht hätte. Ohne Rain noch am Leben zu sein, das stellte er sich absolut grauenhaft aber gleichzeitig unmöglich vor - sein Hass hätte ihn in sein Grab getrieben, dem war sich Nayantai bewusst.

      Murrend, bejahend, presste er sein Gesicht gegen das Kissen - oder ein Stück Fell - und rieb es daran. Müde war er noch immer, Rain hatte Recht; Nayantai wollte schlafen, er sollte allerdings nicht, würde es doch nichts an seiner Situation ändern. Wann die Alten wohl endlich mit ihm sprachen? Hoffentlich nie, aber das würde den faden Beigeschmack in seinem Rachen auch nicht beseitigen. “Ein bisschen … aber ich sollte aufstehen … Feuer machen … Frühstück besorgen … Holz hacken …”, murmelte er dösend vor sich hin. Gab es hier überhaupt noch irgendwelche Bälger, auf die er aufpassen sollte? Nayantai wusste es nicht; eigentlich wollte er es auch nicht - viel lieber schloss er Rain in seine Arme und kuschelte mit ihm. “Nein … ich kann hierbleiben … du auch … so lange wir wollen.”, gähnte er. Nayantai drückte erneut einen seichten Kuss auf Rains Stirn, wusste jedoch, dass es das auch nicht besser machte. Ob sein Lamm es wirklich ernst meinte? Gemütlich waren sie beide in Fhaergus gewesen, dementsprechend hatte sicher keiner etwas dagegen wenn sie es auch in Thria waren. Kurz erschauderte er, doch dann stopfte er Rains gesamte Hand in seine Kleidung - angenehm war die Kälte, allerdings auch unerwartet. “Das nennst du beißen? Soll ich dich beißen?”, murrte er. Nayantai rutschte nach unten und knabberte an Rains Hals - nicht fest, absolut nicht - aber sie wollten Spaß haben, nicht raufen.
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • "Soll ich das lassen?", fragte Rain ehrlich. Ob er Nayantai nervte? Immerhin waren sie nicht mehr in Fhaergus sie waren nun in Thria und das war es das Nayantai so beschäftigte. Rain wollte irgendetwas für ihn tun, aber er wusste beim Besten Willen nicht was und er wusste auch gar nicht was Nayantai belastete. Ihn zu irgendetwas zu zwingen, oder ihm weiter Ratschläge zu geben würde zu nichts führen. Es machte den Wolf nur wütend, also war es vielleicht besser, ihn etwas Normalität zu spüren lassen. Sie mussten ja nicht daran denken, dass sie ihre Reise hinter sich hatten. "Egal wo, ja du hast Recht, aber vielleicht schläfst du dann ein wenig besser. Oder ist es weil ich dich Nachts aufgeweckt habe?", fragte er seinen Freund. Er hoffte dass es nicht so war, vielleicht sollte er sich aber einen anderen Platz zum schlafen suchen, damit eben das nicht passierte. Rain hatte ihm sogar schon in Fhaergus sagen wollen, dass neben ihm zu schlafen immer ermüdend war, aber der Wolf wollte nicht höten. Auf ihrer Reise waren sie beide immer so erschöpft gewesen, dass es für Nayantai allerdings kaum einen Unterschied gemacht hatte. Er schlief teils tief und fest.

      "Das musst du alles nicht tun und es dauert auch nicht den ganzen Tag. Du kannst auch später damit anfangen.", lächelte Rain und versuchte Nayantai dazu zu bewegen noch ein wenig im Bett zu liegen. Er stimmte im Endeffekt auch zu. "Sieht du?", lächelte Rain, desse Hand gerade unter Nayantais Kleidung und auf dessen warme Haut gedrückt wurde. Er streichelte ihn für einen kurzen Moment, bekam dann aber was er verdient hatte und wurde ebenfalls gebissen. Rain kicherte. Nayantai klang unzufrieden, aber war er es? Rain war nicht sicher, ob er ihn nicht in Ruhe lassen sollte. "Aha, aber ich kenne jetzt deine Schwachstelle!", lachte er dennoch und wollte sich noch nicht aus dem Konzept bringen lassen. Stattdessen ließ er seine Finger nach oben zu Nayantais Hals wandern, um ihn leicht zu kitzeln. Vielleicht wollte er ja ein wenig Ärger? Nicht ernsthaft, aber vielleicht lenkte es Nayantai ab, wenn auf einmal Rain sein größtes Problem war, einfach nur weil er ihn kitzelte und ein wenig ärgerte. Was auch immer Nayantai bedrückte, er sollte es einfach für ein paar Minuten vergessen.
    • “Nein, wieso?”, lachte Nayantai. Zufrieden war er zwar nicht unbedingt, wenn man ihn mir nichts dir nichts aus seinem Schlaf weckte, allerdings glaubte er nicht, dass es nötig war, Rain auch nur irgendwie darauf hinzuweisen. Was hatte er sich denn jetzt nur wieder eingebrockt? Ein Fehler, nach Thria zu kommen, war es so oder so gewesen, aber gleichzeitig realisierte er, dass es für Rain wohl teilweise nicht besser sein könnte. Hier hatte er, obgleich es wahr war, dass er alles verloren hatte, nichts, worum er sich sorgen musste, außer sich selbst. Dass der große, böse Wolf der sich Nayantai nannte ihn noch immer heimsuchte hatte er sich selbst zuzuschreiben. “Nein, das war mir eigentlich egal. So lange es nur du warst, der mich aufgeweckt hat …”, erwiderte er gähnend. Oft genug hatte er auch in der Nacht kein Auge zugedrückt und gehofft, dass ihn der Schlaf irgendwann einholte. Erst später hatte Nayantai realisiert, dass er sich sowohl in wachem als auch schlafendem Zustand unwohl fühlte und dass er seiner Vergangenheit nicht entfliehen konnte. Unlängst hatten ihn die Toten eingeholt, aber daran einen weiteren Gedanken zu verschwenden, so früh am morgen, war nicht gerade in irgendjemandes Sinne.

      “Mhm, du hast Recht.”, nuschelte er zufrieden in seinen Polster. Nayantai wollte nicht mehr, als einmal traumlos und entspannt die Augen zu schließen; er verlangte nicht, dass die Toten ihn für immer in Ruhe ließen, sondern nur für eine Nacht, die sonst so miserabel war, dass sein Herz in seinem Rachen stand. “Ich sehe gar nichts.” Seine Augen hatte er zugekniffen, er spürte lediglich die kalte Hand, die jeden eingefallenen Muskel, jedes Stück vernarbte, taube Haut abzutasten schien und eine angenehme Temperatur hervorrief. Es war nicht so, als hätte Nayantai nicht daran festgehalten, sich verändern zu wollen und wieder in seine Kleidung hineinzuwachsen, er hatte allerdings weder Zeit noch Lust gehabt, sich Training oder Essen - von welchem sie ohnehin nicht genug gehabt hatten - einzuverleiben. “Tust du das?” Nayantai hob seine Pranken und legte sie an Rains Hals - er könnte zudrücken und es wäre vorbei, so viel war klar, aber stattdessen fing er an, das kleine, verspielte Wiesel zu kitzeln. Was war nur mit diesem Energiebündel los? Heute hatte er wohl mehr als genug abbekommen; und Nayantai war derjenige, der rein theoretisch darunter litt. “Heute bist du schon energisch.”, stellte er laut fest und dann, ohne Vorwarnung, nahm er Rain in seine Arme und drückte ihn gegen seine Brust. Einen Moment Ruhe, nicht mehr - das brauchte er noch.
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • "Vielleicht hätte ich dich schlafen lassen sollen.", erklärte Rain ein wenig entschuldigend. Aufgeweckt hatte er ihn scheinbar auch, auch wenn Nayantai sagte, dass es ihm nichts ausmachte. Rain hatte trotzdem ein schlechtes Gewissen deswegen. Vielleicht brauchte Nayantai auch einfach einmal eine gute Nacht, ohne Störungen und ohne Albträume. Rain gab näher und gab Nayantai einen Kuss auf die Wange, als würde ihm das irgendwie helfen. Vielleicht tat es das, Rain hoffte es, aber dennoch konnte er nicht alle Probleme mit einem Kuss lösen. Der müde Wolf kuschelte sich erneut in seinen Polster und schloss sein eines funktionierendes Auge. Rain kuschelte sich näher heran, aber ließ ihn zumindest kurz in Ruhe. Wie eine neugierige Katze beobachtete er das große Tier, wie es da lag und ruhig atmete, aber als ob er jederzeit in die Höhe springen könnte. Neugierig, als ob er von Nayantai lernen konnte, nur weil er ihn beobachtete lugte Rain unter dem extra Fell, dass er sich um den Körper gezogen hatte hervor. Alleine aufstehen war auch keine Option, Nayantai würde nur mit ihm aufstehen wollen und ihm dbaei helfen den Alltag zu bewältigen.

      Sanft streichelte Rain den Wolf ein wenig, damit er sich entspannen konnte, aber Rain wollte etwas mit Nayantai zusammen tun, auch wenn das nur im Bett stattfand. "Mhm.", erklärte er stolz, nur dass Rain es nun war der gekitzelt wurde und sich unter den großen Händen des Wolfes wand. Er kicherte und schüttelte den Kopf. "Ich liege auch nur den ganzen Tag herum.", erwiderte Rain glücklich. Was sollte er sonst mit seiner Energie tun, als einen großen bösen Wolf zu nerven? Das konnte er allerdings nur schwer, wenn er von seinem Wolf zerdrückt wurde. Rain wehrte sich nicht, zumindest vorerst nicht, dann zappelte er ein wenig, aber statt Nayantai noch einmal zu beißen küsste er ihn nur sanft und kuschelte sich doch an ihn. Wenn Nayantai Ruhe wollte, dann sollte er sie bekommen und Rain streichelte den Wolf einfach nur ein bisschen. Er drückte ihn sogar ein wenig, einfach nur um für ihn da zu sein.
    • “Mach dir keine Sorgen darüber.”, murrte der Wolf unzufrieden. Nayantai wollte nicht, dass Rain sich Vorwürfe machte, weil er ihn geweckt hatte - und außerdem erhoffte er sich, dass das Blondchen nicht auf dumme Gedanken kam, nur, weil er ihm mit harschen Antworten entgegenkam. Der einzige Gedanke, der ihm dann wirklich noch durch den Kopf schweifte, war die Realisation, dass er sich vermutlich daneben benahm - dass er Rain wegen nichts den Kopf abriss, oder sich beschwerte, nur, weil er ein bisschen zu laut seufzte. “Du darfst mich aufwecken, wann auch immer du willst. Das stört mich nicht, und geschlafen habe ich auch genug - aber irgendwie bin ich müde.” Das stimmte durchaus. Sein Auge bedurfte auch einer Untersuchung, die er sich früher als später unterziehen lassen sollte, bevor es wieder dazu kam, dass sich alles entzündete und er sich erneut miserabel fühlte. Ungeniert kuschelte er also mit Rain, den er weiter in seinen Kokon einlud, damit sie beide sich so nah wie möglich sein konnten; mehr wollte er nicht, und es reichte, wenn sie beide für den Rest des Tages faul waren. “Sollen wir gemeinsam den ganzen Tag herumliegen? Oder was schlägst du vor?”, suggerierte er. Nayantai interessierte sich ohnehin für nichts anderes, als Rain.

      Gerade noch wollte er sich an dem Lämmchen aufwärmen, seinen Kuss erwidern und nicht mehr tun, als den ganzen Tag in Stille vor sich hin zu siechen. Einen Moment später hörte er jedoch das schwere Flattern der Zeltplane, den schweren Abdruck von alten Schuhen und das Klimpern von verschiedenen Medaillen oder anderen Eisensträngen, die an einem dicken Mantel hafteten. Die Schritte, die er nicht als Rikiyas identifizieren konnte, strichen durch das Zelt und wanderten herum, bevor sie vor ihrem Betthaufen hielten. Sein Atem stockte und er zog Rain näher an sich heran, entweder um ihn zu schützen oder aber, um ihn zu verstecken - eine Klaue riss an ihrer Decke und Nayantai zuckte zusammen, als er mit dem Licht in Kontakt kam, das fahl in diesem Zelt schien. Nussbraune Augen starrten ihm unberührt in sein eigenes, bevor sie zu der blonden Gestalt wanderten, die er fest umklammerte - die Neutralität ihres Ausdruckes wich gewisser Wut, die sich durchaus auf ihrem Gesicht abspielte. “Wieso seid ihr noch nicht wach?”, keifte sie, ungehemmt, und klappte die Decke nach hinten. Der Schnee und das getrocknete Blut auf ihrer schweren Kleidung, die zerzausten Haare und die Augenringe verrieten, dass sie gerade von einer Jagd heimgekehrte. “Und wieso … was zum …” Khojin rieb sich die Augen. Dann starrte sie erneut nach unten. “Lass das los. Wieso bist du … ich dachte du wärst …” “Lass uns schlafen.” “Nayantai, steh auf.”
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • "Du darfst ruhig müde sein, du musst nichts tun.", erklärte Rain als wäre er derjenige der soetwas zu entscheiden hatte. Rikiya war wohl eher derjenige der soetwas entschied, aber er würde es Nayantai bestimmt und ohne zu zögern auch erlauben. Nayantai musste nichts weiter tun als sich zu erholen, aber wie auch in Fahergus war Rain der Meinung, dass etwas körperliche Arbeit und eine Aufgabe in der Gesellschaft in der er lebte ihm ebenfalls gut tun würde. Es würde ihn ablenken, ihm eine Aufgabe geben und ihm das Gefühl geben, dass er wichtig war. Rain wusste, dass das wichtig war, er wollte sich immerhin auch nützlich machen. Er hatte Rikiya bereits Informationen gegeben und er fühlte sich gut dabei. "Ich hätte nichts dagegen den ganzen Tag zu faulenzen! In Fhaergus hast du mich auch immer von der Arbeit abgehalten!", kicherte Rain als müsse er es Nayantai nun heimzahlen. Niemand verlangte etwas von ihm und solange die Ältesten nicht damit fertig waren zu beraten, mussten sie auch nichts tun. Rain wollte sich keine Sorgen darüber machen, er konnte sowieso nichts daran ändern, wenn sie nicht mit ihm sprechen wollten.

      Rain schloss die Augen und wollte noch ein wenig entspannen, aber auch er hörte die Schritte die nicht zu Rikiya gehörten. Nayantai schien nervös und drückte Rain fester an sich, nicht unbedingt liebevoll dieses Mal, sonderen schützend oder ängstlich. Rain legte eine Hand auf Nayantais Brust und hielt sich an dessen Kleidung fest, aber gab es wirklich etwas zu befürchten? Rikiy würde nicht zulassen, dass ihnen etwas passierte. Die Decke wurde von ihnen gerissen und Rain konnte nichts sehen, weil Nayantai ihn an seine Brust drückte und nicht loslassen wollte. Die Stimme die ertönte gehörte einer Frau und Rain zählte eins und eins zusammen. Nayantai wollte sich scheinbar nicht mit seiner Schwester unterhalten und war stur. Sie wollte das wohl nicht hören und Nayantai auch nicht sehen. Rain kämpfte sich ein wenig aus Nayantais Griff und lugte nach oben in das wölfische Gesicht. War es besser er stellte sich tot? Nein. "Khojin...? I-Ich bin Rain. Es freut mich dich kennen zu lernen.", teilte er ihr vorsichtig mit.
    • Wenig brachte es, mit seiner Schwester zu diskutieren - Khojin schien weder dazu aufgelegt, sich mit ihm auf eine Diskussion einzulassen, noch schien sie erfreut darüber, dass er einen Begleiter auf seiner Reise gefunden hatte. Noch weniger schien sie daran interessiert, sich von ihm sagen zu lassen, was sie tun und lassen sollte - Nayantai wollte nicht mehr, als Rain vor ihr zu verstecken, ihn nicht herzuzeigen und ganz allgemein hoffte er darauf, dass er sich sie nur einbildete. Das Glück blieb ihm jedoch nicht hold, so wie es schien - er wollte nicht mehr, als dass sie sich auflöste und doch tat sie es nicht. Rain machte all das auch nicht besser, als er seinen Mund aufriss und ihr Worte vor die Füße spuckte. Khojins Ausdruck sagte alles - sie hatte keine Ahnung, wieso dieser Knilch in ihrer Sprache daher faselte und dann auch noch die Galle besaß, sie so weltfremd anzupöbeln. “Hat man dir keine Manieren beigebracht?”, erwiderte sie Rain ungehobelt, mit leichter Kälte in ihrer Stimme. Ohne auch nur einen weiteren Gedanken zu verschwenden war Nayantai es, der sich mühselig aus dem Bett erhob und Rain and die Wand schob, kaum war er über ihn gekrabbelt. “Was hat das mit ihm zu tun?”, greinte er seine Schwester an.

      Wenn man sie beide nebeneinander sah, einen einzelnen Blick auf die zwei Figuren warf, dann ähnelten sie sich beide durchaus; Khojin war nicht unbedingt kleiner als Nayantai, allerdings um einiges stärker. “Alles. Auf einmal tauchst du wieder auf und schleppst das an, und jeder redet darüber. Du solltest … wieso bist du noch am leben?”, warf sie ihm vor. Nayantai griff nach ihrem Kragen, spannte seine Finger an und zog seine große Schwester näher. Hatte sie das gerade wirklich gesagt? War das ihr verdammter Ernst? Angstschweiß breitete sich auf seiner Stirn aus, aber anstatt auch nur irgendetwas zu tun, bleckte er die Zähne wie ein wildes Tier. “Muss ich sterben?” Sein Blick war durchaus von Neugierde, Angst und Hass zerfressen - Khojin hingegen nahm es mit Leichtigkeit hin und riss sich die mageren Hände vom Leibe, bevor sie Nayantai zur Seite schubste. Viel eher interessierte sie sich für Rain, nach dessen Kragen sie ebenfalls griff, bevor sie ihn in die Luft zog. “Alles nur wegen dir! Wieso bist du hier? Was für Flausen setzt du meiner Familie in den Kopf?”, beschwerte sie sich halbstark bei dem Blondchen, das hier absolut nicht hergehörte. Nayantai und Rikiya hatte er offensichtlich schon um seine Finger gewickelt - und sie selbst wollte nichts davon wissen. Nayantai war derjenige, der sich zwischen die beiden drängte und dafür einen Schlag in sein Gesicht abbekam - er tat weh, mehr nicht, und doch knurrte er nur unzufrieden. “Rain hat dir nichts getan, lass ihn einfach in Ruhe! Deine Aggressionen kannst du auch an jemandem auslassen, der so stark ist wie du!” Entnervt ließ sie wieder von Rain ab, der auf die Felle zurückfiel. Dieses Mal verpasste sie Nayantai eine mit der flachen Hand - er hingegen nahm es hin und setzte sich zu Rain. “Geht es dir gut?” “Er hat dich komplett verblendet.” “Halt den Mund.”
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Rain hätte wissen müssen, dass es früher oder später so kam. Es war ja auch überraschend gewesen, dass Rikiya ihn so liebevoll aufnahm und auch dass Yayoi ihm nichts getan hatte. Selbst die Ärztin der Kannibalen hatte ihn freundlich behandelt, aber er war immer noch ein Schaf und es war sehr offensichtlich. Er zuckte ein wenig zusammen, als Khojin sich über seine Manieren beschwerte. Hätte er sie mit Prinzessin ansprechen sollen? Er war nicht sicher, ob sie sich wirklich darüber gefreut hätte. Vermutlich hätte er gar nichts sagen sollen. Rain konnte nicht wirklich etwas erwidern als Nayantai aufstand und Rain an die hinterste Ecke ihres Bettes drückte, damit er seiner Schwester nicht zu Nahe kam. Rain blieb dort und hielt sich vorerst raus. Er würde vermutlich alles nur schlimmer machen, also hielt er den Mund und beobachtete, wie Nayantai seiner Schwester nun an den Kragen ging und sie anknurrte. Bellende Hunde beißen nicht, war was man sagte und auf Nayantai traf das im Moment wohl zu. Er war müde und erschöpft. Er hatte selbst gesagt, er konnte seiner Schwester nicht das Wasser reichen und trotzdem wollte er ihr wohl klar machen, dass sie sich von Rain fernhalten sollte.

      Man redete also schon über Rain? Es war klar gewesen, dass Nayantai und auch Rikiya wohl für verrückt erklärt wurden. Vielleicht war es besser sie hielten sich von Rain fern, nur bis sich alle etwas beruhigten. Nayantai hatte ihr wirklich nichts entgegen zu setzen, denn sie riss sich von Nayantai los und beförderte ihn aus dem Weg. Rain konnte nichts tun außer zusehen wie sie näher kam und ihn am Kragen packte. Er kniff die Augen zusammen als sie ihn hochzog und anbrüllte. Bevor er sich überlegen konnte wie er antworten sollte, drängte Nayantai zwischen sie und Khojin ließ von Rain ab. Nayantai war derjenige der sich eine Faust einfing, während Rain auf das Bett geplumpst war und sich eine Hand an die Brust hielt. Rain wollte nicht der Grund sein warum sie sich stritten, aber das war er ganz offensichtlich. Alles ging so schnell und im nächsten Moment saß Nayantai neben ihm. "Mhm. Alles gut.", erwiderte er auf seine sorgenvolle Frage murmelnd und nicht gerade lauter als Khojin brüllte. Vorsichtig blickte er nach oben zu Nayantais Schwester, während er gleichzeitig nach Nayantais Hand griff. Am Liebsten hätte er sich zwischen beide gedrängt und dazu aufgerufen, dass sie sich in Frieden ließen, aber Thrianer waren anders und vielleicht mussten sie es austragen? Wo war Rikiya?

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Earinor ()

    • Nayantai war sich nicht sicher, ob er sich gegen Khojin aufhalsen konnte. Gleichermaßen wusste er auch nicht, ob es wahrlich Sinn machte, wenn er weiter mit ihr diskutierte - was brachte es denn, wenn sie beide sich gegenseitig die Kehle aufrissen, nur, weil einer von ihnen angeblich von einem verdammten Schaf verblendet war? Khojin war eine Idiotin und Nayantai wollte nicht mit ihr diskutieren; er griff nach Rain, welcher jedoch schneller war und seine Hand schon in der eigenen hielt. Nayantai drückte sie, als gäbe sie ihm Kraft, die er sonst nicht hatte - sein Gesicht brannte unangenehm, und sein Morgen war durchaus ruiniert. Wer glaubte Khojin eigentlich, dass sie war? Sie spielte mit dem Feuer, aber Nayantai konnte sich kaum dagegen wehren. Stattdessen musste er sich eingestehen, dass er mehr oder minder nichts gehen sie ausrichten konnte; und, dass er all die Kraft, die er jemals gehabt hatte, verloren hatte. “Was ist bloß falsch mit dir?”, fauchte Khojin, die sich nicht traute, in ihr Bett zu stürmen. Wieso denn auch? Sie hatte hier nichts verloren und in Rikiyas Zelt zu kommen war auch nicht gerade die feine Art. “Was soll falsch mit mir sein?”, entgegnete Nayantai entnervt. “Du hasst Schafe! Was hat dieses Ding mit dir angestellt!?”

      Den Kopf hatte es ihm verdreht, aber nicht nur, weil es niedlich und fast hilflos war, sondern auch, weil Rain einfach jemand war, der sich um ihn gekümmert hatte, der einfühlsam war und sich um ihn sorgte - keine Schlange, die alles besser wissen wollte, die glaubte, dass Wölfe Ausgeburten der Hölle waren. Was hatte Khojin gegen Rain? In der Theorie war sie die, die ihren Kopf von Hass verdreht bekam. “Dieses Ding, wie du es so schön nennst, heißt Rain. Und im Gegensatz zu dir hat er mich mit offenen Armen empfangen und sich um mich gekümmert.”, murrte Nayantai, kaum zog er das Blondchen näher an sich. Es half nichts, wenn er einfach nur herumsaß und hoffte, dass Khojin verschwand - die Stirn konnte er ihr auch nicht bieten, aber probieren konnte er es zumindest, auch, wenn er maßgeblich daran scheiterte. “Du bist doch verrückt! Und du …!” Ihr Blick fiel wieder auf Rain, der eindeutig mehr zu sagen hatte, als er zuließ - er sollte sich ihr wohl stellen, wie ein Schaf, und nicht wie ein ängstliches Kind. “Was hast du meinem Bruder angetan?” “Nichts! Hör doch endlich auf! Kannst du nicht einfach froh darüber sein, dass ich noch lebe!?”, erwiderte Nayantai anstelle von Rain. Er hatte nun wirklich nichts mit dieser Situation zu tun. Khojin schnaufte wie ein beleidigtes Tier, dass nicht an seine Beute kam - Nayantai würde Rain auch noch dann decken, wenn er nicht mehr müsste. “Nicht, wenn du das Ding durch die Gegend schleppst und behauptest, wie lieb du es nicht hast! Vater fällt auch schon auf deine Dummheiten herein. Ich habe die Schnauze voll von dir und deinen dummen Eskapaden, wirklich! Ist es dir nicht auch nur einmal eingefallen, dass du abhauen und heimkommen könntest? Stattdessen bleibst du lieber bei einem Schaf und lasst dich wie ein Haustier behandeln. So kenne ich dich nicht!” Ihre Tirade wurde nicht besser, aber die raue Hand, die sich auf Khojins Schulter legte, ließ sie erneut schnaufen. “Khojin, das reicht.”, schnaufte Rikiya. “Die ganze Siedlung kann dich hören, benimm dich.”, ermahnte er seine Tochter. Khojin knurrte, und seufzte danach. “Geht es euch beiden gut?”, fragte der alte Mann. Nayantai nickte lediglich, bevor er zu Rain blickte. Khojin hingegen rollte mit den Augen, blieb allerdings wo sie war.
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Rain konnte Khojin nicht böse sein, absolut nicht, sie kannte ja noch nicht einmal die ganze Wahrheit. Trotzdem fand Rain es zumindest traurig, dass sie ihren Bruder nicht freudiger begrüßte und auch keinen Kommentar zu seiner offensichtlichen Verletzung verlor. Wäre Rain nicht hier, dann wäre Khojin ihm vielleicht um ddn Hals gefallen, auch wenn sie eigentlich nicht so wirkte, als würde sie ihren Emotionen so freien Lauf lassen. Nicht in diese Richtung jedenfalls. Rains Vater hätte vermutlich ähnlich reagiert, wenn er entdeckt hätte, dass sein Sohn den Wolf nicht nur versteckt hatte, sondern ihn auch in sein Bett eingeladen hatte. Dass sie dabei beide Männer waren war nebensächlich. Ihre Völker hassten einander und Rain verstand sehr gut, warum Rikiya sein Geheimnis für sich behielt, er verstand es zumindest jetzt. Nayantai hingegen ließ sich Rain von seiner Schwester nicht ausreden, stattdessen hielt er ihn schützend und drückte auch seine Hand, um Kraft zu schöpfen und ihr zu zeigen, dass sie zusammen gehörten. Rain glaubte nicht, dass sie ihn ernsthaft verletzten wollte, immerhin hätte sie es schon längst tun können und sie schien such wütender auf Nayantai, als auf Rain selbst.

      Als ihr Blick wieder auf Rain fiel zuckte er trotzdem zusammen und wich ihrem Blick aus. Er war erleichtert als Rikiya auftauchte und seine Tochter dazu aufrief sich zu benehmen. Rain sah zu ihm und nickte ebenfalls, ehe er seinen Blick doch wieder auf Khojin richtete. "Nayantai war nicht die ganze Zeit bei mir.", versuchte er zu erklären. "Er konnte nur nicht früher weg." Das stimmte. Nayantai saß erst im Kerker und dann in Fhaergus fest, auch wenn er eigentlich gar nicht vorgehabt hatte nach Thria zurück zu kehren, eben weil man hier seinen Tod verlangte. Ob Rain die Situation noch schlimmer machte? Würden sie gegen ihn entscheiden, weil sie auch dachten, er war verrückt ein Schaf anzuschleppen? Khojin würde wohl kein gutes Wort für sie einlegen. "Es tut mir aber trotzdem Leid, dass ich die Reise verzögert habe.", gestand er seiner Schwester und neigte den Kopf vor ihr. Er wollte nicht mit ihr streiten und er konnte nachvollziehen wie sie sich fühlte. Er wollte nur nicht, dass Nayantai zwischen zwei Menschen entscheiden musste, die ihm viel bedeuteten.