spellbound. (earinor & akira)

    • Nayantai wollte und konnte an diesem Tag nicht mehr; ehrlich musste er auch zu sich selbst sein, und in diesem Fall fiel ihm so viel mehr ein, als einfach zu schlafen - aber gleichermaßen hatte er sich die Erholung verdient, nach welcher er sich beinahe vehement sehnte. Wieso auch nicht? Sein tiefer Schlummer und das leichte Schnarchen, das seine Kehle verließ, zeugte zumindest davon, dass er innerhalb weniger Minuten seine innere Ruhe gefunden hatte und sich eher schlecht als recht von Anderen aufhalten lassen wollte. Wieso denn auch? Rain war hier, bei ihm, und all die Gefahren, die sie über die letzten Monate hinweg vermieden hatten, würden sie jetzt auch nicht mehr einholen - sie waren zu weit von der adrestianischen Grenze entfernt, um noch an ihre Verfolger zu denken und gleichzeitig waren sie nicht im Herzen Thrias, aber auch nicht sonderlich fernab eben jenem; Nayantai konnte und wollte nicht mehr, zumindest in diesem Moment, und gerade jetzt öffnete er eine Schleuse, die all seine Träume in seinen Kopf zurückließen. Schlafen wollte er, nicht mehr.

      Rikiya hingegen war derjenige, der sich mit den unschöneren Dingen des Lebens befassen musste. Kaum waren sie in seiner Heimat angelangt, oder zumindest dem Stück Land, welches er seit mehreren Jahrzehnten seine Heimat nannte, umschwärmte ihn der Rest seines versteckten Volkes, das sich aus ihren Zelten traute und sich wieder an die Arbeit machte. Reges Treiben herrschte im Lager selten, obwohl es nicht nur aus einer Handvoll Menschen sondern einem Haufen mehrere dutzend Wölfe bestand, die sich allesamt bis an den Horizont ihre Zelte aufschlugen. Rikiya war ihr König, ihr engster Vertrauter, aber nicht nur das - für manche von ihnen war er wohl ein elender Feind, der sich nichts sagen ließ und lieber wieder in das Land der Schafe verschwinden sollte, aus dem er gekrochen kam. Wiederum Andere glaubten, er wäre verdammt weich und kein guter Anführer und eigentlich hatten sie damit nicht Unrecht; es laugte ihn aus, ein König zu sein, wusste er doch, dass Henry oder aber Caelan besser dafür geeignet waren, als er es jemals sein würde. Auch Enkhtuya, der die Rolle der Königin regelrecht in die Wiege gelegt worden war, brillierte mehr als er es jemals konnte. Nachdem er vorerst diverse Informationen mit anderen Wölfen austauschen konnte, hauptsächlich über die Kannibalen und seine Reise, huschte er zurück ins Zelt, wo er Nayantai und Rain bemerkte, zu welchen er herüberwanderte - Nayantai schnarchte, Rain schien wach zu sein. "Brauchst du Hilfe?"
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Rain war nicht sicher ob er sich wirklich entspannen konnte. Nayantai wollten sie töten und Rain war hier bestimmt nicht willkommen, aber er sollte Rikiya wohl auch einfach vertrauen. Aber auch abgesehen davon gab es so viele Gefahren. Adrestia führte immer noch einen Krieg gegen die Wölfe und bald würden sie wieder in Thria einfallen. Rain hatte gedacht, dass alles gut werden würde, wenn er erst einmal hier war, aber dem war nicht so. Er konnte sich nicht wirklich entspannen, auch wenn Nayantais sanftes Atmen und leichtes Schnarchen ihn ein wenig beruhigte, genauso wie der warme Arm der um ihn lag und ihn festhielt. Es schien nicht so als würde der Wolf heute noch einmal aufwachen, als wäre er endlich bereit dazu sich wahrlich auszuruhen und als hätte er alle Sorgen vergessen. Das war gut so, egal was noch kommen würde, Nayantai verdiente etwas Ruhe und Entspannung, bevor sie sich weiteren Problemen widmeten. Rain blieb bei ihm liegen, lauschte wieder ein wenig und zog das Fell noch ein wenig enger um sich, damit ihm nicht kalt wurde. Ein Feuer brannte im Moment keines, aber das schwere Leder aus dem das Zelt bestand schien die Wärme hier drinnen zu speichern.

      Rain schlug die Augen auf als er Schritte hörte und er sah sich Rikiya gegenüber der wohl alles erledigt hatte, das er erledigen musste. "Nein, alles in Ordnung.", antwortete er ihm leise. Nayantais Kopf ruhte immer noch zwischen seinen Schultern und er schien tief und fest zu schlafen. "Was passiert als Nächstes...?", wollte Rain vom König der Wölfe wissen. Was hatte er ihnen erzählt? Musste Rain sich erst einmal verstecken? Wussten sie, dass ihr Prinz zurückgekehrt war und was war mit den Ältesten die ihn deshalb tot sehen wollten? Wollte man Rain vielleicht lieber hinrichten oder ausliefern? Und was war mit Nayantais Schwester? Wollte sie ihren Bruder besuchen, aber Rain stand dem gerade im Weg? Rain hatte zu viele Fragen und keine Antworten, weswegen er es auch nur auf eine einfache, simple Frage beschränkte. Er wollte Rikiya nicht auf die Nerven gehen. War es jedoch vielleicht besser auf thrianisch zu sprechen, sollte jemand ein paar Worte aufschnappen?
    • Zurückziehen konnte er sich in seinem eigenen Zelt zwar nicht mehr, aber das machte Rikiya relativ wenig - lieber war es ihm, in der Nähe seines Sohnes zu sein, um ihn nicht doch wieder aus den Augen zu verlieren und gleichermaßen musste er sich doch fragen, ob er nicht einen Schritt zu weit ging, indem er sich einfach so auf der Nase herumtanzen ließ. War es das? Nein, bei weitem nicht, und doch schien der alte Wolf in die Hocke zu gehen - seine Knie machten ein knackendes Geräusch - bevor er sich fast auf seinen Hintern fallen ließ. War er ein Idiot? Durch und durch, aber das spielte spätestes hier keine Rolle mehr. Mit einem Lächeln wandte er sich zu Rain, welcher wohl lieber in der Gefangenschaft eines schweren Arms verweilte, anstatt sich helfen zu lassen. Komisch war es, aber vermutlich war es für den Blonden auch einfach angenehm. "Habe ich dich geweckt?", hinterfragte Rikiya. Wenn er bedachte, dass sie beide seelenruhig schliefen, so war es für ihn kein sonderlich großes Problem, darüber zu sinnieren, dass er Rain bei etwas gestört hatte - gleichermaßen schien er jedoch mehr als nur wach zu sein.

      "Die Ältesten tuscheln unter sich.", verriet er Rain, ohne zu viel Information preiszugeben. Wieso sollte er sie vor ihm geheim halten? "Sie werden in den nächsten Tagen nach dir und Nayantai fragen, vermutlich um herauszufinden, ob ihr des Lebens würdig seid.", seufzte Rikiya sogleich. Jeder war seines Lebens würdig und ihm war mulmig zumute, wenn er nur darüber nachdachte, dass seinem einzigem Sohn und seinem Geliebten etwas passieren konnte; das hatten sie beide nicht verdient und er schuldete Caelan zumindest die Sicherheit seines einzigen Kindes, selbst dann, wenn er nicht mehr unter ihnen weilen sollte. Der alte Wolf strich sich durch die silbrig-strähnigen Haare und sah erneut zu Rain auf, zu den blauen Meeraugen, die ihm so vertraut vorkamen aber es nicht waren - und zu demjenigen, der sich früher oder später noch vollkommen in das Herz seines Sohnes wurmen würde, wenn er nicht vorsichtig war. Caelan war nicht besser gewesen. "Ihr solltet euch ausruhen. Wenn du noch nicht müde bist, dann könnte ich dir zeigen, wie wir das Feuer in den Zelten entfachen aus auslöschen, wenn du möchtest? Es sollte zwar relativ warm in diesem Zelt bleiben, aber vor allem nachts dürftest du etwas mehr Wärme vorziehen. Leider speichert sie das Zelt nicht ewig."
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    • "Nein gar nicht. Ich denke ich bin zu aufgeregt um zu schlafen...", erklärte Rain Rikiya und schüttelte leicht den Kopf. Nayantai rührte sich kein Stück und sein schwerer Arm drückte Rain in die Felle. Rikiya war bestimmt auch müde, aber vor Allem sah er besorgt aus, noch bevor er irgendetwas zu Rain sagte. Es beruhigte en Blonden nicht unbedingt, aber Rikiya hatte gesagt, er würde nicht zulassen, dass Nayantai etwas passierte, zumindest nicht noch einmal. "Wissen sie wer ich bin? Also abgesehen davon, dass ich aus Adrestia stamme.", wollte Rain weiter wissen, aber Rikiya schien nicht wirklich darüber reden zu wollen. Vielleicht musste Rain ja eine Art test bestehen und Rikiya sollte ihn im Vorfeld nicht beeinflussen. Vielleicht hatte er auch einfach keine Lust darüber zu sprechen, obwohl er es war, der sich gerade vor Rain auf den Boden kniete, weil Rain selbst beinahe von Nayantai erdrückt wurde. Er wünschte er hätte auch so seelenruhig schlafen können. Er musste schön sein endlich wieder zu Hause zu sein. Rain kannte dieses Gefühl nicht, schließlich hatte er sein eigenes Zuhause nur ein einziges Mal verlassen und war nie zurückgekehrt. Das bedeutete aber nicht, dass dieser Ort nicht sein Zuhause werden konnte.

      "Ja gerne.", murmelte Rain als Antwort zu Rikiyas Vorschlag und zwängte sich nun doch unter dem schweren Arm hervor. Nayantai murrte ein wenig, aber er wachte nicht auf und Rain stopfte ein dickes Fell als Ersatz unter seinen Arm. Anschließend deckte er ihn noch zu, ehe er ein paar Schritte hüpfte, nur um sich schließlich vor dem was er als Feuerstelle identifizierte auf die Knie fallen ließ. Vielleicht hätte er seine Schuhe nicht ausziehen sollen, seinen Zehen wurde kalt, aber es war eigentlich gar nicht so schlimm. Viel mehr nervte ihn, dass er immer noch kaum gehen konnte und er wusste nicht, ob sich das Bein jemals erholen würde. "Ich denke mit einem paar Krücken würde ich nicht mehr so viel Hilfe brauchen. Es tut mir Leid.", murmelte er Rikiya entschuldigend entgegen und ließ den Kopf ein wenig hängen. "Was sollen Nayantai und ich eigentlich tun solange wir warten wie die Ältesten sich entscheiden?" Ob sie Hausarrest hatten? Oder wohl eher Zeltarrest?
    • "Mach dir keine Sorgen darüber, bei mir war es damals nicht anders.", erklärte er gelassen, als hätten die Emotionen der längst vergangenen Tage ihn schon längst kalt gelassen. Rikiya war zu alt um an Jugendträumen festzuhalten und er war auch zu alt um sich bis an das Ende seiner Tage mit den gleichen Themen zu beschäftigen; er klebte an Thria, obwohl er sein Leben lang nicht mehr wollte, als nach Hause zurückzukehren - die Chancen standen schlecht und sie würden nie besser werden. "Nein. Ich habe ihnen nicht viel über die erzählt, damit du frei darüber walten kannst, was du Anderen sagst, wenn sie dich fragen. Wenn du nicht ehrlich sein willst, musst du das nicht - und Thrianer interessiert sowas nicht immer.", stellte Rikiya klar. Vielleicht galt das für Erwachsene, ja, aber einen Haufen interessierter Kinder würde Rain doch noch an der Backe haben, zumindest früher oder später, wenn er ohne Kapuze einen Fuß vor das Zelt setzen würde. Ob es ihm lieber war, wenn er weniger auffiel? Das wusste er nicht und die Frage wollte Rikiya ihm auch nicht stellen - es war genug für heute, vor allem wenn sie sich lieber mit einfachen Dingen beschäftigten.

      "Eine Krücke? Ich besorge dir morgen einen Gehstock, das sollte auch funktionieren. Dann kann sich dein Bein auch ausruhen, selbst wenn du es benutzt." Gewitzt war die Idee nicht - Rain hatte dennoch recht. Als Caelan ihn in die Flammen gestoßen hatte, unabsichtlich, hatte er danach auch eine Schiene an seinem vermaledeitem Arm getragen, für eine halbe Ewigkeit, und kaum hatte er sie sich abgerissen, wurde ihm klar, dass er sie brauchte, mehr als alles andere, um ein einfaches Glas Wasser zu halten, das ihm zuvor nie Schwierigkeiten bereitet hatte. Davon war nun nicht mehr all zu viel zu spüren, was zumindest etwas war, und doch war es gleichermaßen ein komisches Gefühl, aufgrund der beißenden Kälte brennenden Schmerz in seinem Arm zu empfinden - oft genug wollte er sich ihn eigentlich schon abreißen, besann sich dann aber des Besseren. "Ihr könnt tun, wonach euch steht. Nayantai ist aus offiziellen Diensten entlassen, was bedeutet, er wird wie ein normaler Thrianer behandelt und kann tun, was er möchte, so lange er in der Siedlung bleibt. Gleiches gilt für dich.", erläuterte Rikiya, der zwei handgroße, abgenutzte Steine nahm und sie gen Reste der Feuerstelle hielt, in welche er einen neuen Scheit legte. Dann schlug er die Steinkanten aufeinander, bis sie Funken sprühten und eben jener Funke auf das Stück Holz überging. Die Steine schob er in Rains Richtung, um das Feuer herum. Seine Hände wanderten zu einem größerem Wasserbehälter, aus welchem er sich mit einer Kelle etwas schöpfte und dann auf dem kleinen Feuer vergoss, das in sekundenschnelle knisterte und dann erlosch. Rain bot er ein neues Stück Holz an. "Und jetzt du."
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    • Rain war nicht sicher was genau Rikiya meinte, seine Herkunft, oder die Tatsache, dass auch seine Frau gestorben war und er ihr eigentlich hätte folgen sollen. Rain wollte lieber nicht danach fragen, er machte sich aber trotzdem große Sorgen. Er war nicht dumm und vor seinen Bediensteten konnte er frei sprechen, ohne wie ein idiot zu klingen, aber er hatte niemals mit jemand anderem, jemand Fremden reden müssen. Nayantai zählte da wohl kaum, nachdem er Rains Sprache nicht verstanden hatte. Zählte die Ärztin? Oder Yayoi? Er hatte sich vor ihnen auch nicht besonders gut angestellt und geglaubt hatte ihm sowieso niemand etwas. Er war immerhin ein Schaf, ein Feind und auch wenn das vor dreißig Jahren keinen in Thria wirklich interessiert hätte, nun war das anders, nachdem der Krieg schon so lange andauerte. "Ich will nicht Lügen, aber... ich denke nicht, dass es mir hilft wenn ich komplett ehrlich bin.", erklärte Rain etwas bedrückt. Er war nicht nur irgendein Schaf. Er war der Sohn eines Fürsten, wenngleich eines gefallenen. Sein Kopf war vielleicht trotzdem etwas Wert und sei es nur, um jegliche Rebellionen in Fhaergus ein für alle Mal ersticken zu können, weil sie definitiv niemanden mehr hatten, für den sie kämpfen konnten.

      "Mhm, es würde schon helfen, wenn ich mich zumindest ein bisschen bewegen könnte, aber du musst dich damit nicht beeilen. Du hast bestimmt viel zu tun.", nickte Rain und blickte auf die Feuerstelle in der etwas Holz lag, aber kein Feuer brannte. Immerhin lagen selbst auf dem Boden Felle, zumindest hier, wohl weil man sich hier Abends zusammen setzte und selbst thrianische Hintern kalt werden konnten. "Offizielle Dienste? Aber das ist nur vorrübergehend nehme ich an?" Rain war nicht sicher ob Nayantai glücklich darüber war, aber es bedeutete, dass er tatsächlich eine kleine Pause genießen konnte. Er musste nichts tun, nicht jagen, nicht kämpfen, er konnte sich einfach ein wenig entspannen. Es dauerte bestimmt, bis ihm die Decke auf den Kopf fiel und er sich darüber aufregen würde. Rain beobachtete wie Rikiya das Feuer entzündete, nur um das schöne Holz völlig zu durchnässen, damit Rain es auch versuchen konnte. Zögerlich nahm er die Steine zur Hand und schlug sie aneinander. Er machte es viel zu leicht, als wolle er den Steinen nicht weh tun.
    • Rikiya war, im wahrsten Sinne des Wortes, überzeugt davon, dass Rain sich nicht einfach auf unvorhersehbaren Schabernack einließ. Nicht nur war er zu schlau dafür - immerhin wusste Rikiya es selbst - er war auch zu ehrlich und naiv, aber das wollte er ihm nicht erneut an den Kopf werfen, der vor lauter Fragen vermutlich zu explodieren drohte. Anstatt dessen richteten sich seine Augen auf die Hände, bleich und weich wie sie waren, und sah ihm dabei zu, wie er zögerliche Bewegungen machte, die ihm vermutlich nicht viel mehr einbringen würden, als ein paar Gelenkschmerzen - sollte er ihn gleich korrigieren? Nein, besser nicht. "Dann spar etwas mit der Wahrheit, würde ich sagen. Anfangs war ich auch nicht sonderlich ehrlich, also glaube ich nicht, dass man es dir übel nehmen wird.", gestand Rikiya, offen und ehrlich. Was sollte er auch sonst tun? Hatte er denn eine Wahl? Nein, damals konnte er seinen Mund auch nicht so weit aufreißen, wie es ihm eigentlich lieb gewesen wäre. Die trockene, kalte Luft brannte in seinen Lungen und Augen, fraß sich bis zu seinen Knochen hindurch und machte alles so viel schlimmer als es wirklich sein musste.

      "Beeilen? Nein, keine Sorge. In Thria ist alles etwas langsamer als in Adrestia, aber ich glaube, Nayantai und du werdet genug Zeit haben, um dir einen passenden Gehstock zu basteln. Vorausgesetzt, er hat nicht vor, die nächste Woche zu verschlafen.", murmelte er und nuschelte zu seinem schlafendem Sohn - es war fast so, als hätte sich nichts verändert, obwohl nichts gleichgeblieben war. Rikiya fühlte sich schuldig, und doch wusste er gleichermaßen, dass er sich nicht an den Pranger stellen sollte, wenn Nayantai es nicht von ihm verlangte. Auch jene thematische Hürde wäre wohl etwas, an dem sie beide arbeiten sollten. Definitiv arbeiten sollten. "Aus meiner Sicht, ja. Aus der Sicht der Ältesten ... keine Ahnung. Ich weiß nicht, ob Nayantai überhaupt noch sonderlich an der Krone interessiert ist, zugegeben, das ist Khojin aber auch nicht.", bemerkte er mit einem Seufzen. Erneut fiel sein Blick auf Rains Hände, auf die Steine in ihnen und die leichten Stöße, die er ihnen so zögerlich gab, um sich vermutlich nicht den Finger dazwischen einzuquetschen. Wer wollte das schon? Rikiya konnte sich denken, warum Rain es nicht wollen würde. "Fester, so wird das nie etwas.", wies er den Jungen an.
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    • Ob alles anders gelaufen wäre wenn Rikiya von vornherein ehrlich gewesen wäre? Vielleicht hätte man ihn zurück geschleift und alles wäre anders gekommen, wobei Rain sich nicht einmal jetzt sicher war, ob die Ältesten tatsächlich alles wussten. Er wollte nicht noch einmal davon anfangen und beließ das Thema dabei. Er würde sich noch überlegen was er von sich preisgeben wollte, aber er würde ihnen wohl gleich die ganze Wahrheit erzählen, andernfalls verstrickte er sich nur in unnütze Lügen. Wie sollte er erklären, dass er Nayantai gesund gepflegt hatte, wenn er kaum für sich selbst sorgen konnte? Es würde keinen Sinn machen so zu tun als wäre er kein Adeliger, sie würden ihn vermutlich gleich durchschauen. Bei einer Lüge erwischt zu werden war bestimmt schlimmer, als die Wahrheit zu sagen, egal was die Wahrheit war. Er musste ja vielleicht nicht erwähnen, dass er ein Fürstensohn war, oder wer sein Vater war, wobei er nicht sicher war, ob man seinen Namen hier kannte. So oder so reichte es wohl, wenn er ihnen erklären würde, dass er genug Reichtum besessen hatte, um sich um Nayantai kümmern zu können. Und wie erklärte er, dass er nun hier war? Ugh... er würde es sich überlegen, wenn ihm die Frage gestellt wurde. Er hoffte nur Nayantai machte sich auch ein paar Gedanken.

      "Das kann er ruhig. Ich glaube nicht, dass er sich in den letzten Jahren ein einziges Mal sicher gefühlt hat. Auch nicht bei mir in Fhaergus und ebenso nicht bei Prinzessin Yayoi.", erklärte Rain mit einem kurzen Blick auf den Schlafenden. Sein Verband musste bestimmt auch nicht mehr ständig in seinem Gesicht sein, aber vielleicht behielt Nayantai ihn auch nur um, damit er die tiefe Narbe verstecken konnte. "Ich denke er ist interessiert daran weiter für sein Volk zu kämpfen. Ob er das nun als Prinz, König oder einfacher Soldat macht spielt glaube ich keine Rolle." Rain gefiel der Gedanke nicht, aber was sollte er tun? Es wäre egoistisch wenn nur Nayantai hierblieb, während seine Landsleute starben. "Ich möchte auch helfen." Vielleicht konnten sie Kämpfen den gesamten Sommer über ja einfach aus dem Weg gehen? Dieses Jahr durfte allgemein weniger gefährlich für die Wölfe sein. Dadurch dass Fhaergus höchstwahrscheinlich an Lavern fiel, musste man sich erst einmal einrichten und neu formieren, selbst dann wenn die kleine Armee von Fhaergus nur einen Bruchteil der Streitmacht ausmachte. Rain wurde aus seinen Gedanken gerissen und blickte auf seine Hände. "Huh? Oh... tut mir Leid...", murmelte er, wusste aber nicht Recht, wie er es besser anstellen sollte. Er benahm sich wie ein Kind, das wusste er, aber er konnte sich auch nicht dazu aufraffen die Steine gegeneinander zu donnern. Plötzlich senkte er die Steine und seufzte leicht als er auf seine Hände blickte. Hatte er eigentlich jemals Gewalt, oder auch nur Kraft angewendet? Nein... eigentlich nicht, bis auf das eine Mal, als er in Fhaergus auf den Tisch geschlagen hatte, weil er das Gerede über Nayantai nicht mehr hören wollte. War das nicht lächerlich und seltsam?

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    • Sonderlich anwesend schien Rain nicht zu sein, aber Rikiya konnte ihm keinerlei Vorwürfe machen - er war auch irgendwo und sein Kopf war voller leerer Hirngespinste, die er nach und nach aus seinen Gedanken verbannen wollte, nur, damit er sich auf die wichtigeren Aspekte seines Lebens zu konzentrieren wusste, wie beispielsweise ein Feuer zu entfachen … Rikiya seufzte; nicht wegen Rain, sondern sich selbst. “Vermutlich nicht. Apropos, woher kommt er eigentlich? Also, wo war er, bevor er in Fhaergus gelandet ist? Und … verzeih, dass ich frage, aber hat er sich wirklich kein einziges Mal entspannt?” Dumm klang es schon, und doch war Rikiya neugierig, eher als ein Vater als ein Außenstehender. Wenn dem so wäre, dann rechnete er beim besten Willen nicht damit, dass Nayantai sich im Morgengrauen erhob oder Rain viel von der ihm mittlerweile fremden Siedlung zeigen könnte. Liegen würde er dort, wie ein Stein, und den ganzen Tag würde er dösen. Ob er den Rest seiner Tage in einem derartigen Delirium verbringen wollte? Nein, das bezweifelte er, und doch war er ein wenig neugierig, ob es für Nayantai nicht doch besser wäre, eine friedlich ruhende Seele zu s- nein, daran sollte er gar nicht einmal denken.

      “Das liegt ihm im Blut, so dumm es auch klingen mag. Seine Mutter war gleich wie er es vor ein paar Jahren war und Khojin ist auch nicht von der weichen Sorte - sie geben auf, wenn sie tot sind, und dann auch nur, weil sie müssen.”, klärte er Rain mit einem trüben Lächeln auf. So war es nun einmal; er vermisste Tuya, das konnte er nicht abstreiten, und doch wusste er gleichermaßen, dass es früher oder später genau so passiert wäre, wie es passiert war. Rain würde wohl auch damit umgehen müssen, wenn er weiterhin in Nayantais Nähe bleiben wollte - Rikiya wünschte, es bliebe ihm erspart, nur wusste er, dass es das nicht würde. “Helfen? Womit? Dir stehen alle Türen offend zumindest aus meiner Sicht und ich werde deine Hilfe nicht ablehnen. Allerdings solltest du dich nicht dazu gezwungen fühlen, verstanden?” Rain wirkte auf ihn wie ein eifriges Kind das oft nicht ganz verstand, dass es nicht immer alles und jedem alles recht machen musste - Rikiya schon gar nicht. Wieso sollte er auch? Das machte weder Sinn, noch glaubte er daran, dass er davon profitieren würde - und Rain war schlau genug, um eben das zu wissen. Die Tatsache, dass er es überhaupt in Erwägung ziehen könnte war ohnehin absurd. “Alles in Ordnung? Es ist nicht schwer, wirklich, du brauchst nur etwas Druck … Rain?”
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    • "Er... hat dir nichts davon erzählt?", wollte Rain von Rikiya wissen. Gelegenheit hätten sie gehabt, speziell die letzte Woche, in der Rain sich kaum rühren konnte und in sein Zelt gebracht wurde, sobald es stand. Er war nicht sicher ob es nicht Nayantai zustand davon zu sprechen, andererseits glaubte Rain, dass er vielleicht ganz froh war, wenn Rain es für ihn übernahm. "Er war in Myriad...", murmelte Rain mit trübem Blick. "In einem Kerker um genau zu sein. Als mein Vater ihn zu mir gebracht hat sah er furchtbar aus. Nayantai hat mir nur sehr wenig erzählt, aber das was er erzählt hat war mehr als genug. Der König ist ein furchtbarer Mann und er wird Adrestia früher oder später in den Untergang führen. Bleibt für euch nur zu hoffen, dass das passiert bevor man mit euch fertig ist... " Das Land war ohnehin in Aufruhr, speziell Myriad, Lavern und nun auch Fhaergus. Selbst Alster, Stenz und Olette mussten hohe Steuern zahlen, aber sie hatten sich ihre Wege gesucht dem Ganzen entgegen zu wirken. Rains Vater war kein Schleimer gewesen, er hatte sich nicht an so etwas beteiligt und sich einfach nur geweigert. Es war kein Wunder, dass Fhaergus dem König ein Dorn im Auge war.

      "Mhm. Ich verstehe, dass das in gewisser Weise notwendig ist.", erklärte Rain, auch wenn es ihm ncih sonderlich gefiel. Sein Vater war ähnlich gewesen. "Das tue ich nicht. Ich will Nayantai auf meine Art beschützen. In Fhaergus habe ich die Berichte und Kriegspläne bekommen, auch wenn mein Vater sich meist darum gekümmert hat. Ich bin zwar auf dem Stand des letzten Herbst, aber die Informationen helfen euch vielleicht..." Rain wollte sich nicht zu sehr in den Vordergrund drängen und er wollte auch nicht wie ein Spion wirken. "Wenn ich eure vergangenen Berichte sehen könnte, dann könnte ich mir vielleicht ein besseres Bild von der Situation machen...?", schlug er vor. Er wollte nicht so tun als wüsste er alles besser, aber zumindest konnte er, wenn er eine Karte bekam, vielleicht vorausahnen wo sich die königliche Armee befand. Er sah auf als Rikiya plötzlich ein wenig besorgt wirkte. "Oh. Tut mir Leid. Alles in Ordnung. Ich bin nur etwas müde schätze ich..."
    • “Nein.”, entgegnete er Rain trocken und sah auf die beiden Steine, die das Schaf noch immer zögerlich hielt. Falsch war es, ihn mit seinem Vater zu vergleichen und doch kam er nicht umher, den einen oder anderen Blick fragend auf Rain zu werfen und mental das Bild eines fremden, aber altbekannten Gesichts abschütteln zu müssen. Wieso fiel ihm all das jetzt wieder ein? Sonderlich Sinn ergab es nicht, auch, wenn es vermutlich nur richtig war, von Geistern aus seiner Vergangenheit heimgesucht zu werden. “Myriad? Wieso ausgerechnet Myriad?”, hinterfragte Rikiya, mehr verwirrt als er zuvor noch gewesen war. Womöglich war es besser, wenn er Nayantai selbst fragte oder Rain nicht alle Fragen stellte, die ihm wie Feuer auf der Zunge brannten. Unhöflich war es, und abgesehen davon würde er keine Dinge hinterfragen wollen, an denen er sich schlussendlich mehr als nur die Finger verbrennen konnte - Rain wusste vermutlich nicht viel mehr als er, aber es wäre hoffentlich noch immer genug, um Rikiya zumindest ein gewisses Gesamtbild vermitteln zu können. “Also willst du deinen eigenen König loswerden? Er ist doch Henrys Sohn, nicht? Henry war nie … was zum Teufel ist in Adrestia los?”, seufzte er.

      Beim besten Willen konnte er sich nicht vorstellen, dass es in seiner Heimat mit rechten Dingen zuging - zeitgleich wollte Rikiya seine Ronan-Existenz endlich in Grund und Boden stampfen, selbst wenn es bedeuten würde, den verlorenen Krieg nicht mehr gewinnen zu können. Nie wollte er der Katalysator für eine derartige Katastrophe sein und doch war er es geworden, egal wie man es drehte und wendete. “Ich besorge dir alle Berichte, die dir helfen können. Allerdings … kannst du thrianisch lesen? Ansonsten soll Nayantai sie dir vorlesen und übersetzen, das sollte aber nicht das Problem sein.” Bestimmt nickte Rikiya, lehnte sich über die Feuerstelle und griff nach Rains Handgelenken, bevor er sie benutzte um die beiden Steine etwas fester aneinander zu schlagen. Danach ließ er auch schon von dem Blonden ab und setzte sich wieder hin. “Und jetzt noch einmal.”, forderte er ihn auf. Wieso nicht? Sie hatten alle Zeit der Welt und ein Feuer hörte sich nicht schlecht an. “Ist in Ordnung, willst du dich wirklich nicht ausruhen?”
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    • "Der König hat ihn gefangen gehalten und... gefoltert.", antwortete Rain etwas zögerlich. Einzelheiten kannte er nicht und ein paar Dinge hatte er selbst Nayantai nicht offenbart, aber das wollte er auch nicht nachholen. Es tat nichts zur Sache, er war raus da und der König verrückt, das wussten sie beide. Eigentlich wusste das wohl fast jeder. "Ich glaube nicht, dass es ihm um Informationen ging.", ergänzte er noch. Was mehr gab es zu sagen? Nayantai hatte furchtbar ausgesehen, ausgehungert und müde und eine riesige Wunde an seiner Seite hatte sich entzündet, aber das war nicht so wichtig. Es war vorbei und Nayantai gesund. "Loswerden? Das würde ich so nicht sagen.", verteidigte sich Rain plötzlich. Er fühlte sich dem König gegenüber nicht mehr verpflichtet, aber das hieß nicht, dass er eine Revolution anzetteln wollte. "König Henry war sein Vater, ja, aber er ist schon vor langer Zeit gestorben, kurz nach seiner Geburt, bei der auch seine Mutter gestorben ist.", erklärte Rain Rikiya. Er hatte viel verpasst und Rain fragte sich wie die Wölfe nicht einmal wissen konnten gegen wen sie kämpften und warum.

      "Nein thrianisch lesen kann ich nicht. Aber wenn Nayantai mir übersetzt, dann kann ich es bestimmt lernen. Nachdem er gerade keine anderen Pflichten hat, trifft sich das vielleicht ganz gut.", schlug Rain vor und lächelte leicht. Wenn er es schaffen konnte diese iedlung irgendwie zu beschützen, dann würde er alles dafür tun, schon allein aus dem Grund, dass Nayantai in ihr wohnte. Rain wollte wissen wie viele Wölfe hier waren, wie viele kämpfen konnten und wie schnell die Nomaden weiter ziehen konnten. Vielleicht war er zu übermütig und sollte sich nicht anmaßen es besser zu wissen, als der König der Wölfe, aber alles was er wollte war irgendwie zu helfen. Nun war es allerdings Rikiya der ihm half und ihn dazu anhielt die Steine fester aneinander zu schlagen. Rain fühlte sich unsicher dabei und ganz allgemein war es vielleicht besser, wenn er nur versuchte das Nähen zu lernen oder etwas in der Art. Andererseits sollte er zumindest das hier schaffen und er nahm sich zusammen, um es so zu machen wie Rikiya es ihm gezeigt hatte. Ein paar Funken sprühten, aber das Holz fing dennoch nicht an zu brennen. "Uhm... ja vielleicht. Ich hoffe wir stören dich hier drin nicht zu sehr. Das ist dein Zelt, oder?"

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    • “Das … erklärt etwas, aber ich wollte nicht weiter nachbohren. Wenn er möchte, dann wird er es mir schon erklären.”, stimmte Rikiya zu. Seine Gedanken kreiselten um Nayantai, der seelenruhig in seinem vorläufigem Bett schlief und sich kein Stück mehr zu rühren schien - sein Gesicht hatte er in ein dicht umschlungenes Stück Fell vergraben und seine Körperhaltung schien sich allgemein entspannt zu haben. Wann er das letzte Mal wohl so geschlafen hatte? Rikiya wusste es nicht, und ehrlich gesagt hinterfragte er nichts davon, hatte er doch keinerlei Ahnung wie sein Sohn darauf reagieren würde - für Fragen hatte er später Zeit, nur deswegen wollte er seinen Sohn nicht wecken. “Also meinst du, der König wusste eventuell gar nicht, mit wem er es zu tun hatte? Oder eher, dass er ein blutrünstiges Monster ist, dass sich lieber am Fleisch und Blut der Wölfe labt?” Noch immer konnte er sich all das nicht vorstellen: Henry hätte keiner Fliege etwas zuleide getan, doch sein Sohn schien das komplette Gegenteil von ihm zu sein. “Wer zum Teufel hat euren König erzogen? Ich meine, ich kann mich vage an Henrys Verlobte erinnern, aber ihr Sohn wirkt eher wie ein grenzdebiler Psychopath.”, grummelte er unzufrieden.

      Rain konnte nichts dafür, konnte nichts dagegen tun, dass die ganze Welt Kopf stand und dass sich alles zum Schlimmsten wandte - und doch hatte Rikiya, vielleicht auch Ronan, Fragen - Fragen, auf die er eine wohlverdiente Antwort wollte. “Dann wirst du ihn wohl dazu zwingen müssen. Nayantai ist verdammt schlecht darin, Ruhe zu geben, aber das weißt du vermutlich selbst. Hat er dir in Fhaergus überhaupt eine ruhige Minute gegönnt?” Nein, Rikiya bezweifelte es - Rains Nerven lagen dennoch nicht blank. Ob er sich am Riemen gerissen hatte? Offensichtlich. Rain schien das Gegenteil von Nayantai zu sein, selbst dann, wenn Feuer in seinen Augen brannte, seine Worte mehr versprachen, als sein Körper tun konnte, aber Rikiya wollte ihn nicht schlecht reden. Ohne Träume kam keiner von ihnen weit, so viel stand fest. “Ja, aber mach dir keine Sorgen. Ich bin kaum hier, deswegen solltet ihr den Tag über Ruhe haben. Nayantai hatte sein eigenes Zelt, aber wir haben es vor Ewigkeiten abgebaut und den Großteil hat er damals mitgenommen, aber wir sollten euch ein eigenes Zelt bauen können, wenn ihr etwas Privatsphäre möchtet.”
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    • "Vielleicht beides.", antwortete Rain. Er hatte nicht sofort gewusst wer da vor ihm stand und er wusste nicht, ob es sein Vater tat, oder der König. Er wusste ja nicht einmal warum sein Vater ihn überhaupt nach Fhaergus gebracht hatte, aber er bezweifelte, dass der König damit einverstanden war. Grayson hatte nach ihm gefragt und die Soldaten sollten ihn einfangen. Rain wollten sie nur tot sehen. "Bedienstete, Ammen, allgemein die Leute die bereits am Hof gearbeitet haben, soweit ich weiß. Sobald er sprechen konnte, wurde er gekrönt, auch wenn er einige Berater hatte.", erklärte er Rikiya der Adrestia wohl gänzlich anders in Erinnerung hatte. Rain kannte es nicht anders und er wusste nicht wie Henry als König gewesen war. Alles was er darüber wusste, wusste er aus Geschichtsbüchern und er bezweifelte, dass in diesen etwas Schlechtes über einen König geschrieben stand. Er selbst war ganz anders als der König, aber auch er war eine Enttäuschung, oder etwa nicht? Alles in Adrestia schien schief zu laufen, aber war es noch sein Problem? Es war nicht mehr seine Heimat, auch wenn er sich fühlte, als hätte er sein Volk im Stich gelassen.

      "Ich denke vielleicht freut er sich gerade über etwas Ruhe. In Fhaergus wollte er irgendwann nach draußen. Ich habe ihn gelassen und die Arbeiten die er bekommen hatte, haben ihn Abends auch müde gemacht. Viel mehr hat es eigentlich nicht gebraucht, damit ich meiner eigenen Arbeit nachgehen konnte.", lächelte Rain sanft. Mit Nayantai umzugehen war manchmal eigentlich gar nicht so schwierig. Dann schüttelte er den Kopf. "Ich wollte nicht sagen, dass wir dich nicht hier haben wollen. Ich dachte eher du möchtest vielleicht deine Ruhe haben, wenn du Abends nach Hause kommst.", stellte er klar. Er wollte den König nicht aus seinem eigenen Zelt verscheuchen, wenn dann konnte er sie verscheuchen, wenn er einmal Zeit für sich brauchte. Das Feuer wollte nicht so Recht und Rain gab langsam auf. Er senkte seine Hände wieder und blickte zu Nayantai. "Ich denke ich werde versuchen auch ein wenig zu schlafen. Tut mir Leid wegen dem Feuer...", seufzte er leise und stand anschließend langsam auf, um zum Bett zurück zu hüpfen und sich zu Nayantai zu gesellen.
    • "Womöglich.", mutmaßte Rikiya, unsicher darüber, was wirklich der Wahrheit entsprach. In jeder Hinsicht wäre es nicht schlimm, wenn er versuchen würde, Nayantai zumindest zu fragen; ausquetschen musste er ihn nicht, das stand ihm auch gar nicht erst zu, aber offensichtlich interessierte er sich für den Werdegang seines Sohnes, egal ob eben jener gut oder schlecht war. Wieso auch sollte es ihn kümmern? Es würde nichts daran ändern, wer Nayantai war und das bedeutete auch, dass Rikiya ihn für immer und ewig als seinen Sohn ansehen würde, komme was wolle. "Da hatten sie es aber besonders eilig ... Schafe sind relativ kompliziert, was das alles angeht.", erwiderte er. Wölfe waren vielleicht nicht unbedingt besser, aber Rikiya wusste zumindest, dass er sich nach seinem Ableben, selbst wenn seine Kinder die Bürden seiner Existenz nicht wollten, nicht länger um Thria sorgen musste. Irgendein Idiot würde sich finden, jemand der stärker war als alle Anderen und sich selbst auf den Thron forcierte, auf dem seit jeher eine verschmierte Blutlinie existierte, die immer wieder abrupt zu enden schien. Wieso auch nicht? Für Überraschungen war seine neue Heimat schon immer gut gewesen.

      "Ich werde ihn rasten lassen, keine Sorge. Ich hoffe einfach, dass er hier wieder glücklich werden kann, und dass du es auch tust. Natürlich weiß ich, dass es etwas zu viel verlangt sein könnte, aber gleichzeitig sind wir beide uns auch nicht sonderlich unähnlich.", gestand er Rain. Recht hatte er damit, zumindest in gewisser Hinsicht wenn es um ihr Leben in beiden Ländern ging, aber wer wusste schon, wie lange Thria noch existierte? Wenn es nach ihm ging, dann würden sie diesen Krieg gewinnen, und doch war es aussichtslos, wenn sie einfach nur versuchen würden, so lange zu warten bis sich das Pulverfass, das sich König nannte, in tausende von Einzelteilen zerriss. Profitierten sie davon? Nein, sie würden nur mehr Holz verheizen - mehr Leben verlieren - als sie geben konnten. "Keine Sorge, das habe ich so auch nicht aufgefasst. Ich meine nur damit, ich kann verstehen, wieso ihr gerne eure Privatsphäre haben würdet, glaub mir." Rain schenkte er ein Lächeln, bevor er die weggelegten Steine ergriff und mit zwei, drei Klackern entstand aus ein paar kleinen Funken auch schon eine winzige Flamme - er wollte Rain helfen, zu seinem Bett zu kommen, aber ließ ihn es lieber selbst bewältigen, auch, wenn er auf ihn starrte, damit er zur Stelle war, sollte er stolpern. Den Göttern sei dank passierte nichts dergleichen und Nayantai schloss den Blonden mit einem müden Grummeln in die Arme; Rikiya grinste lediglich. "Schlaft gut!", teilte er Rain noch mit, bevor er sich selbst wieder aus seinem Zelt verzog - er hatte allerlei Dinge zu erledigen.
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    • Adrestia ohne König war irgendwie unvorstellbar, deswegen konnte wohl keiner warten, bis ihr König Volljährig, oder zumindest ein bisschen älter gewesen war. Vermutlich hatte sich nie jemand getraut ihm einen Wunsch abzuschlagen, aber selbst dann fragte Rain sich, wie es so weit kommen konnte, dass er einen Wolf in seinem Keller hielt, den er folterte und misshandelte. Es machte wohl keinen Sinn darüber zu grübeln, würde es doch ohnehin keine Antworten geben. Rain nickte Rikiya freundlich zu. Er war nicht sicher ob Thria der richtige Ort für ihn war. Vermutlich nicht, aber vielleicht konnte er dennoch glücklich werden. Er würde es zumindest versuchen und sich der Idee nicht verschließen, auch wenn er sich fehl am Platz fühlte und nicht wusste, wo sein Platz in dieser Gesellschaft hier war. Er war aber erst ein paar Stunden hier, irgendetwas das er tun konnte würde sich schon finden und Nayantai würde ihm wohl jeden Wunsch von den Augen ablesen, auch wenn er das nicht musste. Er schien mehr als zufrieden, dass Rain wieder ins Bett kam und umarmte ihn sogleich fest. Rain hörte wie Rikiya das Zelt verließ, dann schloss er seine Augen und versuchte ebenfalls zu schlafen.

      Er wachte erst am nächsten Morgen auf. Überrascht stellte er fest, wie viel besser es sich anfühlte nicht auf einem harten Boden zu schlafen, sondern stattdessen auf einem Haufen Felle. Draußen hörte er ein paar Leute hin und her gehen und er bildete sich ein auch ein paar Tiere zu hören. Nayantai schlief noch und er wollte ihn nicht aufwecken, trotzdem drehte er seinen Kopf ein wenig um zu sehen, ob Rikiya hier war. Sein Bett schien benutzt, aber verlassen. Vermutlich war er früh Morgens mit den anderen Wölfen aufgestanden, um seinen Arbeiten nachzugehen. Nur Rain und Nayantai faulenzten noch, während draußen ein paar Kinder lachten. Rain fiel auf, dass er soetwas zum ersten Mal hörte, bei den Kannibalen war die Stimmung irgendwie anders gewesen. Es war außerdem schön zu hören, dass die Wölfe trotz des Krieges noch lachen konnten und zumindest die Kinder ein paar Monate im Jahr unbeschwert umherlaufen konnten. Rain lauschte dem regen Treiben draußen und versuchte all die Geräusche zuzuordnen. Er kannte das so nicht, in seinem Anwesen waren nie viele Menschen und die steinernen Mauern schluckten jeglichen Lärm. Der Lärm hier störte ihn aber nicht, er genoss ihn und stellte sich vor was draußen vor sich ging, während er seinen Rücken enger an Nayantai kuschelte.
    • Geträumt hatte er, auch, wenn er tief und fest schlief und sich nichts erlaubte - Nayantai hörte fern abseits seines Traumlandes komisches Genuschel und seinen Namen, doch schenkte er beidem keinerlei Beachtung, einfach, weil er glaubte, er würde sich selbst in halbfertigen Tatsachen verlieren, die ohne sein aktives Zutun gar nicht das waren, was sie eigentlich sein sollten. Hatte er die Wahrheit schon längst wieder vergessen? Nein, er war in seinem Zelt, war Zuhause und befreit von all dem Leid, das die Welt eventuell für ihn bereithalten konnte; er röchelte unzufrieden, kaum dachte er daran, dass er sich bald wieder auf müden Knochen bewegen müsse; dass er seinen Körper zu Untaten anstoßen müsste, all das wollte er nicht. Vor ihm tänzelte eine junge Frau in weißer Kleidung, genauer gesagt war es Trauerkleidung die sich nicht an einer einzigen Stelle eng an ihren Körper schmiegte. Formlos wirkte sie, während Fetzen im Wind flatterten und ihr verschwommenes Gesamtbild sich in die Arme eines Fremden rettete, der ebenso kein Gesicht besaß. Beide wisperten sie, bevor sie in Flammen aufgingen und ihre Asche in Windeseile zerstoben und davongetragen wurde. Wohin mit ihnen? Richtung Heimat? Vielleicht; die Ruhe hatten sie sich verdient.

      Nayantai fühlte sich nicht sonderlich wach als er am nächsten Morgen murrend seine Augen öffnete; sie waren beinahe klebrig, beziehungsweise ein Auge war es. Ihm war warm, wärmer als sonst, und sein Mund fühlte sich staubtrocken an - sein Rücken schmerzte nicht mehr, dafür presste sich eine Gestalt gegen seine Brust und ließ ihn aufhorchen. Tief atmete er ein und riss sein Auge auf, als hätte er sich gerade aus dem Winterschlaf bequemt. Für einen Augenblick wirkte der Wolf so desorientiert, dass er sich erst an den gestrigen Tag entsinnen musste. Kaum wusste er, wo er war und mit wem er sich ein Bett teilte, atmete er erleichtert auf. "Guten Morgen.", murmelte er und drückte seine Nase gegen Rains Nacken. "Wie lange habe ich geschlafen?", wollte er wissen. Hell schien es draußen bereits zu sein und die lärmenden Leute, die sich eine Freude aus dem temporären Waffenstillstand zu machen schienen, waren bereits längst wach - der einzige Indikator der vorangeschrittenen Zeit, nebst eben jener Stimmen - war die Kohle in der Feuerstelle, die lediglich vor sich hin rauchte. "Hast du mich vermisst?"
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    • Als Nayantai sich rührte öffnete auch Rain wieder seine Augen. Geschlafen hatte er ohnehin nicht mehr und er streichelte ihm sanft über den Arm. Auch wenn er die meiste Zeit friedlich geschlafen hatte, kurz vor dem Aufwachen schien es nicht so gewesen zu sein, jedoch war jetzt wieder alles in Ordnung. "Guten Morgen.", lächelte Rain als er Nayantais Nasenspitze an seinem Nacken fühlte. "Hm... ich weiß nicht, aber ich schätze es ist bald Mittag.", erklärte Rain ihm, auch wenn er wirklich nicht wusste, wie spät es war, er war aber schon eine Weile lang wach. Das Frühstück hatten sie damit übersprungen, aber sie waren ja beide nicht bekannt dafür sonderlich viel zu essen, zumindest nicht seit sie sich kannten. Nayantai sollte das ändern, er war bestimmt immer noch viel zu dünn, beziehungsweise hatte er auf ihrer Reise wieder an Gewicht verloren. "Vermisst? Du warst doch die ganze Zeit hier.", kicherte Rain, der selbst auch wieder ein wenig besser gelaunt wirkte. Jetzt drehte er sich erst einmal in der festen Umarmung um, damit er Nayantai ansehen konnte. Er zog auch eines der Felle über die Schulter des Wolfes, auch wenn er das gar nicht brauchte.

      "Dein Vater hat mir gesagt, die Ältesten beraten und wollen sicher bald mit uns sprechen, bis dahin sollen wir die Siedlung nicht verlassen, aber sonst können wir tun was wir wollen.", berichtete er Nayantai, damit auch er auf dem Neuesten Stand war, auch wenn er glaubte die Aussage alleine würde reichen, um Nayantai einen Fuß aus der Siedlung strecken zu lassen, einfach nur um den Ältesten zu zeigen, wie viel er von ihnen hielt. "Außerdem hat dein Vater mir gesagt ich darf ihm ein wenig helfen und dafür bringt er mir ein paar eurer Schlachtberichte, aber du musst sie mir übersetzen, beziehungsweise mir eure Schrift beibringen." Rain war beinahe ein wenig zu aufgeregt und er lächelte zufrieden, dann stupste er mit seinem Zeigefinger gegen Nayantais Nase. "Er meinte auch wir könnten ein eigenes Zelt zusammenbauen, aber ich weiß nicht ob ich dabei eine große Hilfe bin und oh! Er meinte er wird mir einen Stock oder etwas Ähnliches besorgen, damit du mich nicht herumtragen musst. Übrigens finde ich, dass wir endlich ein Bad nehmen sollten, auch wenn ich nicht weiß wie das hier so läuft." Rain machte eine kurze Pause. "Hmmm... außerdem weiß ich nicht, ob ich mich da draußen einfach so zeigen sollte."
    • Länger wollte er ungemein schlafen, aber erlaubt wurde es ihm leider nicht - Rain machte er dafür zwar nicht verantwortlich, dabei wusste er dennoch gleichermaßen, dass er keine Wettbewerbe mit seiner überaus geringen Lärmtoleranz gewinnen würde. Wie lange wohl, bis er sich wieder danach sehnte, das Bett für sich selbst zu haben? Zum Einen hoffte er, der Tag käme nie, zum Anderen wusste er jedoch, dass ihm derartige Luxuritäten im Leben eher verwehrt blieben und selten genehmigt wurden. Falsch war daran nichts, doch gleichermaßen musste er sich wohl auch daran gewöhnen, dass er nicht die einzige Person war, die eben diesen Planeten bewohnte und eben diese Siedlung sein Zuhause nannte. "Mh, dann habe ich den ganzen Morgen verschlafen. Tut mir leid, ich war gestern hundemüde.", erwiderte er beschämt. Ein herzhaftes Gähnen seinerseits erzeugte, vermutlich, auch noch die angemessene Prise Nachdruck, die ihm bereits im Rachen und auf der Zunge klebte. Was sollte er noch tun, wenn nicht hoffen, dass er morgen früher aus den Federn wäre? Die Götter würden ihn nicht erhören, vor allem solche dummen Ideen nicht. "Ja, aber ich war die ganze Zeit am schlafen. Ich hoffe, du hast schön geträumt?" Nayantai konnte nicht behaupten, dass seine Träume schlecht gewesen waren - sie hatten ihren Zweck weitgehend erfüllt.

      Verwirrt beobachtete er Rains Zuneigung und die kleinen Gesten, die er ihm entgegenbrachte - Nayantai wollte nicht, dass er wiederum umsorgt wurde, aber gleichzeitig wurde ihm peinlichst klar, dass er nicht mehr konnte, als seinem Lamm den ein oder anderen Wunsch zu erfüllen. Mit einem Grinsen, wenn auch einem müden, blickte er Rain an - seine Mundwinkel zogen sich in die Länge und Höhe, beinahe so, als würde er niemals mehr mit dem Lächeln aufhören wollen. "Also gehe ich einen Schritt aus der Siedlung.", murmelte er zufrieden. Auf diese alten Idioten konnte er verzichten, und doch würde er tun, was auch immer Rain von ihm wollen würde - egal was es war, sie waren beide keine kleinen Kinder und sie mussten den bösen, alten Leuten auch nicht unbedingt eines auswischen. "Pfft, hat er das? Wie nett von ihm, mich dazu zu verdonnern. Nein, das tue ich doch gerne, aber du weißt, dass wir vermutlich mehrere Stunden beschäftigt sein werden?", hinterfragte er vorsichtshalber. Das wären sie, definitiv, und sobald er sich erst einmal die Mühe machte, anzufangen, würde er Rain nicht so schnell wieder aus seinen Fängen lassen. Mit einem Gähnen schmiegte er sich weiter an ihn und zog ihn näher gegen seine Brust. "Ein Zelt? Das ist auch viel Arbeit, aber wenn du gerne eines hättest, dann baue ich dir auch zehn ... und du kannst tun, was du möchtest."
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    • "Wieso entschuldigst du dich?", wollte Rain wissen. Dazu gab es nun wirklich keinen Grund. Im Moment hatten sie beide keine Pflichten, also konnten sie so lange schlafen wie sie wollten. Zumindest für den Moment war das eigentlich sehr schön. Irgendwann würde ihnen beiden die Decke auf den Kopf fallen, aber noch nicht jetzt. Rain wollte die Ruhe noch ein wenig genießen, bevor er sich überlegen musste wo sein Platz hier war, vorausgesetzt die Ältesten ließen ihn hierbleiben. Würden sie das nicht, dann wollte Rain eigentlich gar nicht wissen, was Nayantai tun würde. Er käme bestimmt auf dumme Gedanken. "Hm, ich habe eigentlich gar nichts geträumt.", erklärte er dann nach kurzem Überlegen. Das hatte er schon lange nicht mehr. prinzipiell war das etwas Gutes, seine Träume waren meist nicht die Schönsten. Er glaubte aber, dass er in den letzten Wochen und Monaten einfach viel zu müde zum Träumen gewesen war. "Und du?", wollte er noch wissen. Er war nicht ganz sicher, ob Nayantai ein schönes Erwachen gehabt hatte. Vielleicht fing er auch erst jetzt an alles so wirklich zu verarbeiten, jetzt wo er erst einmal sicher war.

      "Ich wusste du sagst das! Tu das nicht...", erwiderte Rain mahnend und mit einem leichten Seufzen. "Wir sollten beide einen guten Eindruck hinterlassen, meinst du nicht?" Wie auch immer das bei einem wölfischen Ältestenrat funktionieren sollte. Er wusste nicht worauf sie Wert legten, oder wie er sich selbst beweisen konnte. Es half vermutlich nicht, dass er klein und schwach war, kaum gehen konnte und nicht einmal ein Feuer anzünden konnte. "Na und? Das macht mir nichts aus, ich habe sowieso nichts Besseres zu tun und du auch nicht.", grinste Rain voller Tatendrang. Erst einmal musste Rikiya die Dokumente aber vorbeibringen. "Hm, ich brauche nicht unbedingt ein Zelt und ich kann dir eigentlich gar nicht helfen. Außerdem habe ich nichts dagegen, wenn du erst einmal näher bei deinem Vater bleiben willst. Er ist viel zu nett zu mir. Ich freue mich, dass er mir mit den Berichten vertraut, aber ich hoffe einfach, dass keiner denkt ich wäre ein Spion."