spellbound. (earinor & akira)

    • "Und das ist dein Ernst? Nun ja, ich kann es nicht beurteilen, aber ... willst du denn, dass ich vor dir Angst habe?" Das tat sie bei weitem nicht, obwohl Caelan wohl jemand war, vor dem sie Angst haben sollte - mehr als nur ein wenig. Sie wusste, dass er gänzlich anders war, als all die Personen, die sie kannte, und doch wollte sie nicht so recht glauben, dass er einer der Auslöser für all das Leid in ihrem und anderen Leben war. Wenn er es denn wäre, wieso verhielt er sich menschlich? Schafe waren komisch, das hatte sie zumindest schon erraten, und Caelan war keine Ausnahme für diese Regel, auch, wenn sie sich nicht ganz sicher war, ob er nicht ein wenig zu gut in die thrianischen Gefilde passte. "Mhm. Mein Vater war älter als du, Ende fünfzig. Er starb im Krieg, weil er Anderen helfen wollte - er hatte keine bösen Absichten, und ich glaube nicht, dass du sie hast. Ansonsten hättest du bereits alles zerlegt. Wie dem auch sei, meine Großeltern kannte ich nie und meine Mutter starb, als ich ein Welpe war. Ich bin auf mich allein gestellt, aber mach dir keine Sorgen, ich komme gut um die Runden!", verkündete sie freudig.

      War sie es denn? Nein. Sie hatte keinen mehr, auf den sie sich verlassen konnte, geschweige denn jemanden, der sie einfach in die Arme nahm und sie tröstete, wenn es ihr gut ging, allerdings war sie ohnehin zu alt dafür, nicht? Ihr Vater freute sich eher, wenn sie lächelte und den Eindruck vermittelte, dass nichts auf dieser Welt falsch war - dass sie mit hoch erhobenem Haupt lebte und sich keine Sorgen um das machte, was einmal war. Das Mädchen räusperte sich. "Das kann ich doch nicht tun! Dir geht es offensichtlich nicht gut und ich hatte sowieso vor, es jemanden wissen zu lassen, damit ... naja, Shuren weiß, dass ich bei dir war, also würde er mich so oder so dafür verantwortlich machen, wenn du weg bist!", klärte sie auf, als hätte sie schon von vorne herein nicht vorgehabt, ihr Befangen als ein Geheimnis zu behalten. Sie räusperte sich und sah zu Caelan, bevor ihr etwas einfiel. "Hm, ich weiß, dass du Caelan heißt, aber du weißt nicht, wie ich heiße ... nenn' mich Oyu! Oyuunchimeg ist vermutlich etwas zu schwer, aber ich bin gleich wieder da, lass mich dir wenigstens Suppe und Tee bringen!", grummelte sie und verschwand aus der Tür, bevor sie Widerworte hören konnte.
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • "Du solltest Angst vor mir haben.", erwiderte Caelan. Ein gewisses Maß an Vorsicht war immer geboten, Caelan vertraute ja nicht einmal diesem Mädchen ihn nicht in eine Falle zu locken, vielleicht war sie ja einfach nur eine sehr gute Schauspielerin. Trotzdem hatte er keine Kraft sich zu wehren und wenn er nur zehn Minuten neben einem Feuer verbringen konnte, dann wäre das schon genug für den Moment. "Es ist nicht immer die beste Strategie zu versuchen mit dem Kopf durch die Wand zu kommen, das habe ich auf die harte Tour gelernt. Selbst wenn ich versuchen würde zu fliehen, ich würde nicht weit kommen und eure Heimat zu zerstören nützt mir im Moment auch nichts.", erklärte Caelan dem Mädchen ruhig während er über ihren Vater nachdachte. Er hatte sich als um die Verletzten gekümmert? Ein hehres Ziel, er war wohl ein besserer Mann gewesen als Caelan es war und womöglich hatte er ihn eigenhändig erschlagen. Das Mädchen wollte das nicht hören und Caelan wollte nicht mit ihr diskutieren. Sollte sie doch ein naives und glückliches Leben führen. Solange sie hier blieb war sie vor dem Krieg sicher, solange sich keine Wölfe auf die Seite Adrestias schlugen und das war unwahrscheinlicher, als dass Caelan jemals wieder einen Fuß in seine Heimat setzen würde.

      "Dann lauf zu ihm und sag ihm ich war nicht da als du angekommen bist. Ich kenne deinen Herren nicht, aber er sieht es bestimmt nicht gern, wenn seine Gefangenen durch sein Haus marschieren.", erklärte er ihr. Sie würde sich schon irgendwie aus der Affaire ziehen können, ansonsten war ihre einzige Chance wohl, dass sie hoffentlich die Einzige weit und breit war, die für Shuren übersetzen konnte. "Es ist nett von dir, dass du mir helfen willst, aber du solltest dich um dich selbst kümmern und vielleicht um dein Volk, aber nicht um jemanden wie mich." Er hatte die Hilfe einer jungen Wölfin am allerwenigsten verdient. Es war für ihn nichts Neues, dass die Wölfe ebenso Menschen waren und Kultur hatten. Er hatte angefangen sich für einige Dinge zu interessieren und er hatte sie seinem Sohn mitgebracht. Es änderte nichts an seinen Gefühlen gegenüber denen die diesen Krieg angezettelt hatten, aber diese Generation, seine Generation wurde langsam zu alt für den Krieg und die Generation nach ihnen hatte Frieden verdient. Das wurde ihm bewusst, als er Declan mit nach Thria genommen hatte - obwohl er nicht so viel jünger war als Caelan - und es wurde ihm noch bewusster, als sein eigener Sohn geboren wurde. Caelan hatte Glück gehabt, er war in friedlichen Zeiten aufgewachsen, aber die Generation nach ihnen kannte nichts anderes als Krieg. Als das Mädchen sich räusperte sah Caelan langsam und müde zu ihr auf. Sie stellte sich zum ersten Mal vor. Oyu also. Es schien als wäre eine Diskussion mit ihr unmöglich und sie verließ das Zimmer, bevor Caelan sie ermahnen konnte. Er seufzte tief und nahm sich einige Momente der Ruhe. Sein Kopf dröhnte, ihm war schwindelig und immer noch kalt, aber wenn er sich jetzt hinlegte, dann würde er bestimmt einschlafen und das wollte er nicht, er fühlte sich nicht sicher genug. Stattdessen erhob er sich langsam und ging vor dem Kamin auf die Knie. Dort wärmte er sich ein wenig auf, auch wenn der Boden immer noch eiskalt war.
    • Oyu wollte nicht weiter auf Caelan hören. Wieso auch? Was in seiner Vergangenheit geschehen war würde ihn sein Leben lang verfolgen, das war nicht auszuschließen, aber gleichermaßen wurde ihr dadurch klar, wie einfach es doch war, all die Aspekte einer Person zu ignorieren, die ehrlich gesagt nicht einmal unter ihresgleichen weilte. Ein gefangener Kriegsverbrecher, das sagten seine Augen nicht über ihn aus, aber vielleicht war sie einfach zu jung um die Aspekte fremder Persönlichkeiten einzuschätzen - ihr Vater würde ihr die Leviten lesen, zumindest verbal, aber da er unlängst eins mit dem Wind geworden war, war sie diejenige, die sich selbst zuhören musste und ihre eigenen Entscheidungen treffen durfte. "Gelehrter, ich brauche eure Hilfe!", rief sie keuchend aus, als sie die große, doppelflügelige Tür aufschlug und dem grauen, bärtigen Mann ihre Misere - oder eher die Caelans - schilderte. Ohne mit der Wimper zu zucken gab er ihr, was sie brauchen würde, nur, um sie wieder aus seinen Räumlichkeiten zu scheuchen. Ihre hastigen Tapser auf dem schweren Boden zwangen sie von einem Ort zum Anderen, auch, wenn sie mehrmals fast damit Probleme hatte, auf den Kopf zu fallen und sich gleichermaßen fragte, wieso sie all das tat.

      Kaum kehrte sie in den Raum zurück - sie glaubte nicht, lange weg gewesen zu sein - erspähte sie Caelan, der auf dem Boden kniete und sich an den warmen Flammen wohl fühlte, wenn auch vielleicht nur, weil ihm eiskalt war. Dass sie ihm Tee und Suppe bringen wollte, hatte sie zwar vollkommen vergessen, aber Oyu hatte Medizin bekommen, die besser wirken sollte, als herkömmliche Hausmannskost. Ungefragt setzte sie sich neben Caelan und hielt ihm die grünliche Substanz hin, die er offenbar trinken sollte. "Der Heiler meinte, das hilft gegen Fieber und verstopfte Atemwege ... ist dir kalt?", hinterfragte sie mit einem Mal. Still war es hier definitiv, aber gleichermaßen wollte sie nicht, dass sie beide in Stille versanken und kein einziges Wort miteinander wechselten, einfach nur, weil sie es gerade für angenehm empfanden. Sollte sie Angst haben? Oder Respekt? Das wusste sie nicht, und doch erinnerte Caelan sie an ihren Vater, an jemanden, der noch weiter entfernt war, als die Sterne, die den Himmel säumten, wenn es erst Nacht wurde. Mit einem Mal räusperte sie sich. "Soll ich die Vorhänge zuziehen? Du zwinkerst die ganze Zeit schon so komisch, aber das ist glaube ich nichts Neues, wenn du ewig in diesem fensterlosen Verlies hockst."
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Das Mädchen war wohl nicht lange weg, immerhin saß Caelan noch am Feuer als sie wieder hereinstürmte. Er war sich sicher, dass wenn er nicht aufpasste, er einschlafen und in die Flammen fallen würde. Von einem Moment auf den nächsten musste er an Ronan zurück denken. Es war so lange her... er hatte ihn in den Wald entführt und... nun ja es war nicht gut ausgegangen. Sie waren sich danach einig gewesen, dass sie quitt waren. Ronan hatte eine große Brandnarbe davongetragen und Caelan eine Narbe über seine Wange, die bis heute deutlich sichtbar war, selbst jetzt, wo sein Bart definitiv einmal gestutzt gehörte. Eigentlich war es unfair gewesen. Die Narbe in Caelans Gesicht bereitete ihm keine Probleme, sie war nur deutlich sichtbar, das war alles. Ronan hingegen hatte mit den Brandnarben zu kämpfen gehabt, auch wenn er es geheim halten wollte. Was für Kindsköpfe sie gewesen waren. Caelan wünschte sich wieder siebzehn Jahre alt zu sein und alles noch einmal von vorne zu machen. Er würde Ronan keinen Augenblick aus den Augen lassen, er würde ihn nach Fhaergus entführen, egal wen es störte... aber wenn er so darüber nachdachte, hieß das wohl, dass er seine Frau niemals kennen gelernt hätte und Rain niemals geboren worden wäre. Man sollte wohl in allem etwas Gutes sehen?

      Das Mädchen drängte sich in Caelans Blickfeld und hielt irgendeine giftig aussehende Flüssigkeit hoch. Wenn ihn jemand hätte vergiften wollen, dann hätten sie das schon längst tun können, einen Grund zum Misstrauen gab es also nicht. Caelan nahm die Medizin entgegen und kippte die Substanz mit einem Satz hinunter. Ob die Wölfe tatsächlich etwas von Medizin verstanden, konnte er nicht sagen, aber es konnte eigentlich nicht schlimmer werden als es war. Erst als er das bittere Gesöff hinuntergeschluckt hatte, antwortete er dem Mädchen wieder. "Mhm.", brummte er, "Kälte wie diese bin ich nicht gewohnt, aber vielleicht ist es auch das Fieber." Seine Glieder schmerzten und er konnte sich eigentlich gar nicht entscheiden, ob ihm nun heiß oder kalt war. Rein die Logik riet ihm sich am Feuer zu wärmen, damit er wieder gesund werden konnte, was auch immer ihm das bringen würde. Caelan hatte dem Mädchen nicht viel zu sagen, also war sie es die das Wort wieder an sich nahm und nach den Vorhängen fragte. "Hm? Das wird es wohl sein...", grummelte er. Es fiel ihm schwer sich an das grelle Licht zu gewöhnen, aber ebenso fühlte sich alles ein wenig verschwommen an. Auch das konnte am Fieber liegen, oder an dem dunklen Verlies, das redete er sich zumindest ein. Er war immer noch nicht sicher, ob das hier eine Art Falle war, vielleicht nur ein Trick um irgendwelche Informationen zu bekommen und dennoch glaubte er nicht, dass dieses Mädchen nur schauspielerte. "Also, was ist es das der schleimige Wolf von mir wissen will?", fragte er sie dennoch.
    • Kaum trank Caelan von der Medizin, war Oyu auch schon mit dem Endergebnis zufrieden - helfen würde es ihm auf alle Fälle, das bedeutete jedoch auch, dass er sich erst einmal in sein Bett legen sollte und eine weitere Nase Schlaf brauchte, um wirklich zu verstehen, was es war, das ihn so sehr beschäftigte. Zuerst glaubte sie, dass einfaches Zutun nicht helfen würde, aber gleichermaßen wurde ihr klar, dass Caelan vielleicht auch nur eine einfache, einsame und geschundene Seele war, die nach etwas Heilung suchte, egal, wer sie ihm anbot, so lange die Person, die er dazu auserkor, keine schlechten Absichten hatten. "Oh, kein Wunder! Vater meinte, in Adrestia ist es viel wärmer, vor allem im Vergleich zu Yaoshen. Das ist der kälteste Ort in ganz Thria, so kalt, dass manche Wölfe von der Grenze oben nicht hierherkommen können ... sonst hätten sie sich wohl alle hierher gerettet.", erläuterte sie mit einem sanften Lächeln auf ihren rosigen Lippen. Ja, genau so war es, was allerdings auch bedeutete, dass die Alten und Schwachen zurückgelassen werden würden, wenn sie sich wirklich alle hier unten verstecken mussten. Wirklich mochte sie die kontinuierliche Eislandschaft dennoch nicht, und das Schloss sowie die eisigen Häuser, die es in Yaoshen gab, waren so anders als ihre Zelte Zuhause.

      "Mhm, mache ich! Das Feuer und das indirekte Licht sollten reichen.", bemerkte sie mit einem Grinsen und stand wieder auf, um jeden einzelnen davon zuzuziehen und sich schließlich wieder neben Caelan zu stellen, der wohl oder übel noch hier und jetzt einschlafen würde, wenn er sich nicht gleich in sein Bett legte. Oyu war sich nicht sicher, ob es sonderlich gut war, ihn hier hocken zu lassen, aber die Wärme hatte er, nach alledem was passiert war, nicht nur bitter nötig, sondern auch durchaus verdient. Wie es sich wohl anfühlte, wenn man sich in das Feuer legen würde? Vermutlich wohlig warm für einen Moment, bevor alles brennen würde und unsagbar schmerzte - wer wollte das schon, für einen einzigen Moment des Glücks? Keiner, aber das hieß noch lange nicht, dass es keiner versuchen würde. "Schleimige Wolf?", fragte sie plötzlich, als Caelan ihr eine Frage an den Kopf warf, doch gleich wurde ihr klar, wer damit gemeint war. Oyu kicherte. "Shuren? Mehr über dich herausfinden. Er ist neugierig, und ... hm, ich glaube er ist um die zwanzig? Also eigentlich noch jung. Er hat keine Eltern und keine Geschwister und herrscht seitdem er sechzehn ist über Yaoshen, kein Wunder, dass er nach jemandem sucht, der ihm von Orten erzählen könnte, die er vermutlich nie sehen wird. Oder was meinst du?"
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Der kälteste Ort in ganz Thria also? Damit war Caelan wohl auch am kältesten Ort in ganz Gaia gelandet. Es war ganz schön ironisch, dass er die Kälte immer geliebt hatte und nun an einem Ort war, an dem sie selbst ihm zu viel wurde. Wenn nicht einmal alle Wölfe hier oben überleben konnten, dann konnte Caelan sich wohl glücklich schätzen noch am Leben zu sein. "Dir ist überhaupt nicht kalt, huh?", fragte er das Mädchen, während er sich ihre Worte durch den matschigen Kopf gehen ließ. Die letzte Bastion der Wölfe? Selbst die Gebiete in denen die Adrestianische Armee in den letzten drei Jahren vorgedrungen waren, waren den meisten Schafen zu kalt. Das Land zu erobern nützte keinem etwas. Es gab teilweise keine Bäume mehr, also kein Holz, Berge mit eventuellen Erzvorkommen gab es auch nur im Süden Thrias und auch Felder konnte man hier nicht bewirtschaften. Alles was blieb war ein paar Verrückte zu finden, die besonders kälteresistentes Vieh hielten, für mehr war der Platz kaum zu gebrauchen. Für Caelan und Darragh war s in diesem krieg nie um Land gegangen, auch wenn Alster sich einiges einverleibt hatte. Der König war es, der alles sein eigen nennen wollte und dem der Süden Thrias schon lange ein Dorn im Auge war.

      Oyu stand inzwischen auf um die Vorhänge aller Fenster zuzuziehen. Dass es weniger hell war half, aber es machte Caelans Sicht nicht gerade besser. Es spielte jedoch keine Rolle. Er war müde und wollte seine Augen ohnehin nicht mehr offen halten. "Mehr will er nicht?", fragte Caelan überrascht. Die Wölfe hier schienen sich tatsächlich nicht für den krieg zu interessieren. Sie ühlten sich wohl sicher und das zurecht. Dass sie ihren Landleuten nicht halfen wunderte Caelan auch nicht, in Adrestia war es nicht anders. Lavern oder Olette würden niemals Truppen entbehren, um die Wezettischen Grenzen zu schützen. Es war ihnen egal, wenn Wölfe einfielen, denn es waren ja nicht ihre Grenzen. "Dann lass mich dir etwas erzählen, sollte er dir Probleme bereiten, weil du mich hierher gebracht hast.", schlug Caelan vor, um das Mädchen zumindest ein bisschen zu schützen, auch wenn er gar nicht wusste wo er anfangen sollte. Gleichzeitig stand er langsam auf. "Wir sollten außerdem vermutlich zurück gehen. Das Feuer war angenehm, aber ich kann hier nicht bleiben. Es bedeutet für uns beide nur Schwierigkeiten."
    • Ausruhen sollte er sich, dieser alte Sturkopf, aber davon schien nicht die Rede zu sein. Wieso waren alte Männer alle gleich? Nie konnte man ihnen etwas recht machen, und gleichzeitig fragte man nicht ein einziges Mal nach, ob man es überhaupt durfte; Oyu wollte nicht mehr, als dass Caelan sich wohl genug fühlte und rastete; den Moment genoss, der ihm sonst wohl verwehrt bleiben würde, aber gleichermaßen schien klar, dass er sich vielleicht gar nicht dafür interessierte, sondern eher dafür, dass er einfach nur seine Ruhe hatte und all den Ballast ablegen konnte, den er aufgestaut hatte. Wie viel das wohl war? "Kalt? Nein. Ich lebe in der Nähe von Yaoshen und meine Nasenspitze ist vielleicht etwas rot, aber es ist zirka so kalt wie hier. Die meisten der Arbeiter haben auch kein Problem damit, ohne Kleidung im eisigen Fluss zu baden.", klärte sie den Fremden auf. Während hier unten kein Krieg herrschte und das hier wohl, in schafischem Sinne, eher eine Hafenstadt war, so war es wohl klar, dass man Bestien in ihrer eigenen Heimat nicht unterschätzen sollte - ob dasselbe für sie an anderen Orten galt, stand nicht ganz fest, aber das würde auch keiner freiwillig ausprobieren.

      "Nein, wieso auch? Er will dich auch nicht damit foltern, weil er dir deine Sachen wegnimmt, er ist einfach nur peinlichst genau und will seine Untertanen mit gutem Gewissen leben lassen." Mehr war da nicht. Als schleimig konnte man Shuren wohl allemal bezeichnen, und außerdem war er jemand, der seine Augen und Ohren überall zu haben schien, aber gleichermaßen wollte er nur das Beste für alle, die er sein Volk schimpfen durfte. Oder nicht? Oyu war sich nicht sicher, hatte sie anfangs doch auch Angst vor ihm gehabt, aber Caelan schien ganz anders zu sein, zumindest in solcher Hinsicht. "Hast du Geschichten? Wie ist Adrestia so?", fragte sie aufgeregt und deutete auf das Bett, das der Wolf wohl gar nicht beziehen wollte. Mehr, als ihm beim Reden zuzuhören wollte Oyu nicht - sie war neugieriger als Shuren es sein musste, und auch um einiges jünger als er, was zumindest bedeutete, es war ihr erlaubt, sich kindisch zu erhalten. "Nein, leg dich hin. Der Heiler spricht mit Shuren. Er meinte außerdem, dass du einen warmen Raum brauchst, beziehungsweise das Beste, was du hier bekommen kannst, also ... leg dich hin, hier gibt es auch genug Decken."
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • "Hm... Ich kann darauf verzichten noch einmal ins Meer zu fallen.", erklärte Caelan nur. Die Wölfe hier waren so anders, aber vielleicht war es ihnen dann dafür in Adrestia zu heiß? Er konnte es nicht sagen. Die Kälte hier war schier unerträglich, sogar das feuer im Kamin schmolz das Eis hier nicht. Die kalte Luft tat in Caelans Lunge weh, ja sogar schon in seiner Kehle und seinem Mund. Thria hatte seltsame orte zu bieten und wäre er noch einmal jung und hätte der Krieg nie angefangen, dann hätte er es genossen das Land zu bereisen. Er hatte auch so viel davon gesehen, wenn auch nicht unter einem guten Stern. Während man die Bevölkerung links und rechts abschlachtete, ließ sich ein anderes Land schwer genießen. Ein paar nette Entdeckungen hatte er auf seinen Reisen aber trotzdem gemacht, zum Beispiel die immer wieder auftauchenden heißen Quellen. Selbst seine Männer, die die Kälte in Fhaergus gewohnt waren, hatten diese immer geschätzt. Ein Leben hier hätte sich Caelan zwar vermutlich nicht vorstellen können, weil ihm die weiten Ebenen viel zu flach waren, aber bestimmt hätte sein damaliges Ich eine Reise sehr genossen.

      Wieso Shuren nur ein paar Anekdoten wollte war Caelan nicht klar, aber er wollte weder ihn noch Oyu auf dumme Gedanken bringen, weswegen er darauf nicht mehr antwortete. Er kannte seinen Namen, also musste Shuren auch ein wenig mehr wissen. Er wusste zwar nicht, dass Caelan hätte tot sein sollen, aber umso mehr Grund hätte er ihn nach Truppenbewegungen und Truppenstärke zu fragen, oder andere taktische Details aus ihm heraus zu fischen. Vielleicht war das auch sein Plan, nur das kleine Mädchen wusste nichts davon. "Geschichten? Nicht wirklich.", erklärte Caelan. Die meiste Zeit hatte er in den letzten zwanzig Jahren in Thria und Fhaergus verbracht. Er folgte Oyas Finger mit den Augen und betrachtete das Bett. Er war nicht sicher ob das Mädchen sich gerade eine Lüge zusammen sponn, damit sie den alten Mann dazu brachte sich zu entspannen, aber es schien als würde sie ihn ohnehin nicht gehen lassen. "Was denn, soll ich mich nun hinlegen und ausruhen, oder dir etwas erzählen?", fragte er, setzte sich aber trotzdem auf das Bett zurück.
    • "Kann ich verstehen. Schwimmen hört sich nicht wirklich angenehm an, da ist mir ein heißes Bad auch lieber.", gestand sie, und wusste dabei durchaus, dass es vielleicht auch dumm war, zu glauben, sie würde die suboptimalen Temperaturen von beinahe gänzlich gefrorenem Wasser überleben. Wer tat das schon? Oyu wusste nicht, wie Caelan es geschafft hatte, aber weiter Löcher in seinen müden Schädel zu bohren half wohl auch nicht sonderlich viel, weswegen sie sich nicht darauf einstellen wollte, so wie in alten Zeiten abertausende Geschichten von jemandem erzählt zu bekommen, der einen harten Tag hinter sich hatte und nicht mehr wollte, als zu schlafen und sich nicht länger über irgendwelche Lappalien Gedanken machen zu müssen. "Wenigstens gibt es die Möglichkeit, das Wasser aufzuwärmen oder nach einer Quelle zu suchen. Allerdings muss ich dazu sagen, dass es hier unten kaum Quellen gibt und wenn doch, dann versiegen sie meistens bald nachdem du sie findest. Schon komisch, oder? Als ob das alles ein einziger Eiszapfen wäre, der einfach immer weiter friert. Hm, wie kalt ist es eigentlich in Adrestia um diese Jahreszeit? Wahrscheinlich angenehmer?", hinterfragte sie. Gerade noch hatte sie ihn eigentlich nicht ausfragen wollen, aber dann war es auch schon egal.

      Wohin nur mit ihm? In den Kerker wollte Oyu ihn nicht wieder stecken, das hatte er bei weitem nicht verdient, und doch war sie gleichermaßen davon überzeugt, dass sie Ärger dafür bekommen würde, wenn sie Shuren beichten musste, wo sein Gefangener hingekommen war. Ob er es ihr übel nahm? Nein, vermutlich wusste er ohnehin schon über alles bescheid und wartete nur darauf, endlich auf den Plan gerufen zu werden, aber jetzt gerade schaffte er es wohl auch nicht, hier aufzukreuzen. "Hm, schade. Du siehst wie jemand aus, der viele Geschichten aus seinem Leben erzählen kann und außerdem wirkst du so, als würdest du mir gerne ein Buch vorlesen wenn ich jünger wäre!", lachte sie. Wie ihr Vater war er, nicht anders, und doch war Caelan ein Fremder, der zumindest von der Persönlichkeit her einem toten Mann glich, aber andererseits noch immer seine eigene Person war. Oyu setzte sich neben ihn auf die Bettkante, fast so, als sähe sie es als Einladung an, ihn stetig im Auge zu behalten. Prüfend legte sie ihre Hand auf seine Stirn und dann die Andere auf ihre eigene. "Leg dich hin und ruh dich aus, du kannst mir sicher später Geschichten erzählen!", beharrte sie schließlich und stand auf, bevor sie um das Bett tänzelte und hinter Caelan den Vorhang des Bettes zuzog. "Das ist sicher angenehmer."
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Ein heißes Bad? Da sagte sie was. Caelan hätte gerne eines gehabt, aber er war hier kein Gast, sondern ein Gefangener und das wusste er nur zu gut. Allein jetzt hier oben in diesem Turm sein zu dürfen, war zu viel des Guten und das Mädchen würde sich ordentlichen Ärger einhandeln. Caelan vielleicht auch. Ob sie einsam war so ohne ihren Vater? Caelan war kein Ersatz. Er war ihr Feind und ganz abgesehen davon war er seinem Sohn immer schon ein miserabler Vater gewesen. Immer schon wollte er eines Tages Kinder haben, er hatte sich ausgemalt wie er mit ihnen durch den Garten toben würde und wie er ihnen Fhaergus Berge zeigen würde, stattdessen jedoch hatte er kaum Zeit mit Rain verbracht und war allgemein selten zu Hause gewesen. Es war nicht Rains Schuld, dass er nicht im Garten herumtollen konnte. Es war Caelans Schuld gewesen Angst davor zu haben ein weiteres Kind zu verlieren, oder war es besser so gewesen? Vielleicht waren es gar nicht so sehr die Worte seines Vaters, oder der Anblick seines kranken Sohnes gewesen, sondern vielmehr die Tatsache, dass nicht einmal sein Onkel ihm den Rücken gestärkt hatte, aber es war falsch irgendjemandem, außer sich selbst die Schuld dafür zu geben.

      "Ich bin nicht ganz sicher welches Monat wir gerade haben... sollte es noch Winter sein, dann ist es in meiner Heimat kalt, für unsere Verhältnisse. Es ist durchaus mit den östlichen Gebieten Thrias vergleichbar. Im Osten von Adrestia hingegen ist es immer warm. Dort liegt nie Schnee.", erklärte er dem Mädchen und vielleicht war das eine Information die auch Shuren zufrieden stellen würde. Es war außerdem keine Information die seinen Feinden irgendetwas nützen würde. Vermutlich wussten sie über das Wetter in Adrestia ohnehin schon bescheid. Während er noch darüber sinnierte setzte sich das Mädchen zu ihm. Caelan sah sie an und seufzte leicht. "Ich war meinem Sohn nie ein guter Vater. Meine Frau war diejenige die Geschichten erzählte und Bücher vorlas...", eröffnete er dem Mädchen. Vielleicht hatte er bereits zu viel über sich preisgegeben. Als das Mädchen ihre Hand erneut nach ihm ausstreckte, ließ er sie vorerst gewähren. Sie brauchte wirklich nicht zu prüfen ob er Fieber hatte, das hätte er ihr auch so sagen können. Caelan war selten krank und so schlimm wie gerade hatte es ihn noch nie erwischt. Trotzdem hatte der alte Mann nicht vor hier einzuschlafen. Er legte sich dennoch kurz auf die weiche Matratze und ehe er sich versah, war er auch schon weggenickt. Er konnte nur hoffen, dass ihn keine zwei Soldaten aus dem Schlaf rissen, um ihn zurück in seine Zelle zu zerren.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Earinor ()

    • Oyu lauschte ihm aufmerksam, als wolle sie jedes letzte Wort aus Caelans Kehle locken und ihn somit verstehen. Es war die Wahrheit, die sie sich unerbittlich aufzwängen musste und es war die Tatsache, dass sie kaum verstand, wieso man jemanden wie ihn hier unten wegsperren konnte, die sie noch neugieriger machten. Für den Augenblick hatte sie eigentlich Lust, Shuren darum zu bitten, ihn einfach gehen zu lassen, aber diese Frage würde vermutlich nur mit einem Lachen geahndet werden und mit der Tatsache, dass sie ein Stück näher daran war, ihren Kopf zu verlieren, weil sie einem Stammesführer widersprach - selbst dann, wenn er noch ihr älterer Bruder sein konnte. Bevor sie dem alten Mann auch noch eine Antwort auf seine Fragen geben konnte - Antworten, die er sich eigentlich durch seine stetige Kooperation verdient hatte - hörte sie auch schon ein leichtes Schnarchen. Mehr als darüber zu kichern konnte sie nicht, weswegen sie mit Mühe und Not noch versuchte, eine Decke oder zwei über den Körper zu ziehen und danach die restlichen Vorhänge des Bettes zuzog. Ob Shuren ihr gleich den Schädel abreißen würde? Nein, vermutlich würde er sich Zeit damit lassen, aber berichten sollte sie es dennoch, vor allem wenn er schon nach ihnen beiden suchte.

      Lange hatte ihre Suche nicht gedauert, aber die Schlange, um an Shuren zu kommen, fühlte sich ewig an - einfach nach drinnen, in seinen Thronsaal, wollte sie nicht rennen, weswegen sie sich eine Alternative suchen musste. Oyu rannte durch das halbe Schloss, zurück ins Verlies und wieder nach oben, orientierte sich an Ecken und Wänden, kam wieder zurück und wurde von einem Mann aufgehalten, in den sie hineinlief. "Alles in Ordnung?", fragte der Riese sie - er war vielleicht so groß wie Caelan - und wuschelte ihr durch die Haare. "Ich bin kein kleines Kind! Aber ja!", rief sie empört aus und erhielt tiefes, aber dennoch amüsiertes Gelächter als Gegenzug. Ihre Augen fielen auf die prekäre Kleidung des Fremden - sie war in hellen Farbtönen gehalten und mit farbigen Tüchern verziert. Braunes, gelocktes Haar fiel über seine Schultern und verdeckte dabei einen guten Teil einiger Franzen und halb-angebrachter Schutzausrüstung die er trug. "Hm? Hab ich dich erschreckt?", fragte er ungeniert nach, aber der Akzent kam ihr auch bekannt vor - und schlussendlich klebten ihre Augen an den zwei Talismännern, die der Mann um seinen Hals trug. Besser konnte es nicht mehr werden. "Ich will zu Shuren! Ich muss ihm etwas beichten!", rief sie mit hochrotem Kopf aus, woraufhin der zottelige Hund sich am Hinterkopf kratzte. "Was brauchst du denn von ihm?", fragte er verwirrt und hörte Oyu dabei zu, wie sie ihm schilderte, was genau es war, das sie angestellt hatte. "Ah, dann lass mich mit ihm reden, etwas Zeit habe ich ja noch!" Muhan war also derjenige, der die Bürde auf sich nahm, aber Shuren schien weniger glücklich darüber zu sein, genau jene Worte von ihm zu hören. Mit einem entnervten Brummen erhob er sich früher oder später - es dämmerte mittlerweile - um Caelan einen Besuch abzustatten, Muhan und Oyu im Schlepptau. "Psst, Caelan, bist du wach?"
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Caelan war müde, erschöpft und ganz allgemein in schlechter Verfassung. Es war nicht einfach sich zu erholen, wenn die Kälte dieses verdammten Ortes tief in seinen Knochen saß und nicht verschwinden wollte. Er fühlte sich nicht viel wärmer als noch auf dem Stück Holz im Meer treibend. Sein alter Körper schien jedoch nicht aufgeben zu wollen, auch wenn er sich bereit dazu fühlte. So alt war er zwar noch nicht, genau wie Oyu gesagt hatte, aber er hatte das Gefühl bereits genug für zwei Leben erlebt zu haben. All die Jahre war er einer Gefangenschaft entgangen und jeglichen lebensbedrohlichen Wunden auch. Jetzt befand er sich nicht nur in den Händen seiner Feinde, er befand sich auch am letzten Stück Erde - oder eher Eis - das Thria gehörte. Niemand würde ihn hier finden oder gar retten. Caelan hasste es ohnehin gerettet zu werden. Ob von seinen Männern noch welche übrig waren? Würden sie versuchen nach Hause zu kommen, oder würden sie versuchen sich zu verstecken? Es wurmte ihn, dass er nichts über seine Heimat erfahren konnte und selbst seine Träume drehten sich um allerlei Eventualitäten.

      Eine hohe Stimme weckte Caelan und er brummte als er seine Augen aufschlug. "Mädchen, du solltest aufhören dich so an mich heran zu schleichen." Dieses Mal war ihm die Hand nicht ausgerutscht und er sah an ihr vorbei zu zwei schemenhaften Gestalten, die er in dem dunklen Zimmer kaum ausmachen konnte. Er setzte sich langsam und beinahe gemütlich auf, als müsse er demonstrieren, dass er keine Angst vor den Wölfen hier hatte. "Hier um mich zurück ins Verlies zu schmeißen? Keine Sorge, ich wehre mich nicht.", teilte er den zwei Gestalten mit. Einer von ihnen war groß, vielleicht ein Soldat, der andere war nach einem zweiten Blick definitiv Shuren. Allein an diesem bedeutungslosen Fächer war er zu erkennen. Wer brauchte an einem Ort wie diesem bitteschön einen Fächer? Wie lange er hier oben geschlafen hatte wusste er nicht. Es ging ihm nicht unbedingt besser, aber das war nach ein paar Stunden Schlaf auch nicht zu erwarten, zumal das Feuer hier drinnen zwar half, aber es trotzdem eisig kalt war.
    • Oyu schreckte beinahe zurück, als Caelan sich doch offenbarte und aufsetzte - anfangs hatte sie nicht geglaubt, dass er gleich wieder aufwachen würde, aber andererseits wurde ihr klar, dass sie vielleicht damit hätte rechnen sollen. Wenigstens wurde dieses Mal ihr Arm verschont und sie atmete erleichtert auf. "Das nächste Mal bringe ich dir eben keine Suppe vorbei ... ähm, ich meine, sie steht auf dem Nachttisch.", erklärte sie weiter und sah dann zu Shuren - der sich tatsächlich Luft zu fächerte, weil ihm wohl zu warm war, und zu Muhan, der neben ihm stand und ihn mit einem Grinsen musterte. Ob sie Caelan erklären sollte, was die beiden hier taten? Immerhin waren sie doch nicht hier, um sie zurück in sein Verlies zu bringen, sondern eigentlich, um nach ihm zu sehen. "Äh, nicht ganz, nein. Shuren wollte sehen, wie es dir geht. Muhan hat er mitgebracht, falls du ihn anfallen solltest. Du kannst hierbleiben, so lange du nicht auf dumme Gedanken kommst, soll ich dir ausrichten.", erklärte Oyu ihm stolz, als hätte sie etwas für ihn ergattern können, dass er andererseits nicht bekommen hätte, wenn es sie nicht gäbe. Wieso auch? Sie war zumindest der Kommunikationsschlüssel zwischen ihnen allen, aber Shuren war derjenige, der leicht am Vorhang zu Caelans Bett zog.

      "Wie fühlt er sich?", wollte Shuren aufschnappen und musterte den Blonden, woraufhin Muhan auch noch seinen Schädel neben ihn steckte und Caelan anstarrte. Der sah definitiv nach einem blutrünstigen Schaf aus, aber ob er ihn schon jemals auf dem Schlachtfeld gesehen hatte, war eher fraglich. Stattdessen lehnte er sich an Shuren, der ihn mit seinem Fächer schlug. "Ignorier die beiden.", schlug Oyu vor und überlegte dann, was sie Caelan wirklich fragen wollte. "Sollen wir dich wieder alleine lassen, damit du weiterschlafen kannst? Tut mir leid, dass ich dich geweckt habe - sie wollten nach dem Rechten sehen." Dass Caelan noch hier war, grenzte beinahe an ein Wunder, aber gleichermaßen wusste sie nicht, ob er in seiner Verfassung überhaupt der Meinung war, dass er weit kommen würde, wenn er sich aus dem Fenster davonstahl. Hier gab es nichts, außer Schnee und Eis, und wenn er Materialien für ein Zelt klauen wollte, würde er früher oder später auch auffallen - so viel stand fest. "Und, was sagt er?", nuschelte Shuren in Oyus Richtung, die lediglich etwas Spaß haben wollte. "Er möchte alleine sein, aber er hätte nichts gegen etwas mehr Medizin. Der Heiler hat ihm vorhin eine grüne Tinktur gegeben.", erklärte sie Shuren, woraufhin jener von Caelan abließ, und nach Muhans Hand griff - begleiten sollte er ihn, aber gleichzeitig wollte er nicht selbst durch die Gegend watscheln. Ohne auch nur ein Wort sagen zu müssen, nahm Muhan ihn in die Mangel statt hoch und zog ihn aus dem Raum. "Die beiden sind für ein Ehepaar schon komisch."
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Caelan ließ seinen Blick auf den Nachttisch wandern, auf dem tatsächlich eine dampfende Schüssel stand. Er war nicht sicher, ob ihm nach Essen zumute war, aber etwas warme Suppe in seinen Magen zu bekommen, würde bestimmt helfen. Er musste wirklich krank sein, normalerweise hielt ihn nichts im Bett, aber im Moment hatte er nicht vor aufzustehen, viel eher konnte er ein paar mehr Decken und Ruhe gebrauchen. Ungeduldig war er, er machte sich Sorgen um seinen Sohn und seine Heimat, aber er war alt genug um zu wissen, dass er in seinem jetzigen Zustand niemandem eine Hilfe war. Es war wohl besser sich zu benehmen und die Tatsache auszunutzen, dass diese seltsamen Wölfe wohl Freude an einem fremden Haustier hatten. Sie behandelten ihn auf jeden Fall anders, als Caelan einen Gefangenen behandeln würde, aber er beschwerte sich nicht, stattdessen rieb er sich über die kalten Arme. "Werde ich nicht.", erklärte er Oyu. Dieser Soldat oder was er war hätte ihn binnen weniger Minuten eingeholt. Caelan war zu krank um davon zu laufen und sein Körper schien sich von der Wucht der Explosion auch noch nicht gänzlich erholt zu haben. Seine Rippen waren mindestens noch grünlich und gelb gefärbt und was auch immer mit seinen Augen los war wollte er gar nicht wissen.

      Caelan ignorierte die zwei Gesichter die sich zu Oyu drängten und rieb sich mit den Fingern einmal kurz über sein Jochbein. Ob er irgendwelche Verbrennungen hatte konnte er nicht sagen, seine Haut war trocken von der Kälte und er hatte kaum Gefühl in seinen Fingerspitzen. "Mhh... ich sollte mich wohl ausruhen.", stimmte Caelan zu und musterte kurz alle drei Wölfe. Sich zu wünschen sie würden ihn gänzlich in Ruhe lassen, war wohl zu viel verlangt. Die fremde Sprache klang seltsam und kein einziges Wort hörte sich vertraut an, auch wenn Caelan in all den Jahren durchaus das ein oder andere Wort aufgeschnappt hatte. Was auch immer die zwei Jungen jetzt vorhatten, sie machten sich wohl auf den Weg wieder zu gehen, Oyu blieb jedoch. "Ehepaar? Ah... stimmt... bei euch Wölfen ist das ja normal.", murmelte er, als ihm wieder einfiel, dass hier jeder jeden heiraten konnte, wenn er denn wollte. Es gab eine Zeit in Caelans Leben, da hätte er gerne in Thria gelebt, aber das war lange her. caelan griff nach der Schüssel mit der heißen Suppe die immer noch auf dem Nachttisch stand und wärmte sich für einige Momente die Hände, bevor er die Flüssigkeit in seine Kehle kippte.
    • Oyu wusste selbst, dass Caelan früher oder später wieder verschwinden würde und dass Gastfreundschaft vielleicht verschenkt wäre, wenn sie ihn einfach nur damit eindeckte, vor allem weil das Schaf eben keiner ihrer eigenen war, sondern ein Feind, den es zu besiegen galt - ein Feind, der so weit entfernt war, wie abertausende Sterne. Wirklich daran denken wollte sie jedoch nicht, stattdessen sah sie Muhan und Shuren dabei zu, wie sie davon stolperten und vermutlich noch etwas mehr Medizin für Caelan besorgten, der sie bitter nötig hatte. Alleine deswegen sollte sie den Blonden vermutlich auch in Ruhe lassen, aber eigentlich wartete sie noch auf eine versprochene Geschichte, die ihr zuvor entgangen war. Wollte sie jene wirklich hören? Vermutlich, so war sie doch neugierig und durchaus nicht wählerisch, wenn es darum ging, etwas über eine ihr fremde Kultur herauszufinden - vielleicht hatte Caelan ja recht, sie war naiv und nicht unbedingt voreingenommen, aber gleichermaßen wollte sie eben nicht glauben, dass Vorurteile im Leben zu irgendetwas führen konnten. Wieso auch? Was brachte es einem, sich immer wieder auf Andere zu verlassen und wieso, vermaledeit nochmal, musste sie alle die gleichen Ansichten teilen? Es machte wenig Sinn, aber sie war auch ein Knirps und vermutlich alt genug, um Caelans Enkel zu sein ... oder?

      "Ja, solltest du!", lachte Oyu und setzte sich auf die Bettkante, während sie das alte Schaf eindringlich anstarrte und sich zum wiederholten Male fragte, ob es überhaupt freundlich wäre, ihm so nah zu kommen. Machte es denn Sinn? Nein, aber sie wollte, dass es ihm gut ging, und nebst dem war sie - wenn auch nur krummerweise - sehr daran interessiert, wie gut er sich erholen würde. Vielleicht, wenn ihr Vater bessere Karten gehabt hätte, hätte er es sein können, der nun vor ihr saß, aber das war er nicht und das tat er nicht - dementsprechend machte sie das alles vielleicht ein kleines bisschen traurig, oder sogar sensibel - sie wusste es nicht wirklich, und sie wollte darauf eigentlich auch nicht zurückdenken. "Mh, ist es bei den Schafen nicht normal?" Oyu legte ihren Kopf schief. Schafe waren komisch, aber zumindest schien Caelan nicht ganz auf den Kopf gefallen zu sein, wenn es um wölfische Gebräuche ging. Ob er mehr wusste? Das wollte sie eigentlich wissen, es ging sie auch nichts an, und die relevanten Fragen stellte sowieso Shuren, sie übersetzte nur. "Caelan, hat es dir eigentlich jemals leid getan, als du einen Wolf umgebracht hast?"
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Caelan war nicht gut darin sich zu entspannen. In all den Jahren war Ina die Einzige gewesen die ihn dazu bringen konnte sich einfach einmal hinzulegen, die Augen zu schließen und an nichts zu denken. Gerade jetzt war er aber in einer schlechten Position, um einfach loszulassen und sich zu erholen, mit all den Wölfen um sich herum. Die Tatsache, dass er teilweise so fest schlief, dass er nicht merkte, dass jemand den Raum betrat, kam nur daher, dass er so hohes Fieber hatte wie noch nie. Trotzdem fühlte es sich komisch an dieses Mädchen bei sich sitzen zu haben und er wollte nicht erneut wegnicken, während sie noch da war. Er blieb also vorerst sitzen und stellte die leere Schüssel beiseite. Die Suppe tat gut und wenn er ehrlich war, dann hätte er auch zu einem Tee nicht nein gesagt. Aber er wusste es besser als irgendwelche Forderungen zu stellen, oder es sich hier gemütlich zu machen. Alleine dass er nun einen Kamin und ein Bett sein Eigen nannte, war vermutlich zu viel des Guten. Zumindest hatte das Mädchn bisher keine Probleme bekommen.

      "Nein. Adrestianische Männer heiraten adrestianische Frauen. Die Beziehung zwischen zwei Männern, oder zwei Frauen ist verboten.", erklärte er dem Mädchen, auch wenn es darauf ankam wen man vor sich hatte. "Ebenso ziehen adrestianische Frauen nicht in den Krieg.", ergänzte er. Es gab bestimmt rauen die sich an der Front ganz gut machen würden, aber Caelan war froh gewesen, Ina immer sicher zu Hause zu wissen. Er hätte es nicht ertragen können sie auch auf dem Schlachtfeld zu wissen, ganz abgesehen davon, dass sie nicht einmal einer Fliege etwas zuleide tun konnte. Die nächste Frage kam unerwartet und er zögerte für einen Moment. "Nein.", erklärte er schließlich. Es hatte im höchstens Leid getan den Armen eingekerkerten Prinzen nicht umgebracht zu haben, als sie ihn aufgegabelt hatten. Er seufzte leise und blickte für einen Moment zur Seite auf die kleine Wölfin. "Ich finde es nicht richtig Kinder zu töten, aber oft genug führten meine Taten dazu, dass andere genau das taten. Das tut mir Leid."
    • Oyu glaubte nicht, dass die plötzliche und einseitige Abwesenheit Shurens sonderlich dabei half, dass Caelan seinen Aufenthalt genoss. In Wirklichkeit war es wohl schwer zu verstehen, wieso oder weswegen jemand wie er - der sein Leben lang wohl nichts falsch gemacht haben wollte - ausgerechnet am Schlachtfeld landete. Natürlich musste es dafür nicht immer einen Grund geben, oder manchmal war es einfach nachzuvollziehen wieso jemand seinen Hass auf ein fremdes Volk schürte, aber gleichermaßen bezweifelte Oyu im selben Augenblick, dass Caelan all das nicht ahnden würde, oder es unter anderen Umständen getan hätte. Ob sie damit recht behielt? Vermutlich war sie zu naiv, weswegen sie die Gedanken verwarf und dem alten Schaf dabei zusah, wie er die Schüssel wieder wegstellte und sich auf seinem Bett rekelte, unwissend, wie er sich nun wahrlich verhalten sollte. Einfach umdrehen wäre eine Variante, aber das schien unhöflich, und gleichzeitig wollte Oyu ihn nicht so einfach schlafen lassen, schien sie ihn doch noch bis auf das letzte Detail ausquetschen zu wollen.

      "Schafe hören sich langweilig an. In Thria macht das nichts, insofern du einen Nachfolger auftreibst - egal ob er blutsverwandt ist oder nicht, nachweisen kann es ohnehin keiner.", nuschelte sie, leicht heiser. Ob jemals jemand Interesse daran haben würde, sie zu adoptieren? Nein, sie war zu alt dafür, und ohnehin wertete das thrianische Gesetz sie momentan als eine Erwachsene, weswegen es unsinnig war, nochmals davon zu träumen, einfach für einen Tag ein Kind zu sein. Die Zeiten waren anders. "Anders als thrianische Frauen. Der, der kämpfen kann, kämpft. Der, der nicht kämpfen kann, kämpft nicht. So ist es bei uns." Und doch fanden sich genug Freiwillige, die ihr Leben einfach für einen sinnlosen und verlorenen Krieg aufgeben wollten, egal wie alt oder jung sie waren. Womöglich war Caelan gleich? Sie wusste es nicht, ließ sich aber - quer über Caelans Beine - auch mit dem Rücken auf sein Bett fallen und starrte nach oben. Lediglich ihre eigenen Beinchen standen noch aus dem Bett heraus. "Hast du dich bei ihnen entschuldigt?", harkte sie nach. "Die Toten hören mit, und wenn du für sie bettest, dann vergeben sie dir vielleicht ... aber es hilft schon, sie nicht zu vergessen. Ansonsten suchen sie dich heim."
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • "Adrestia hat viele Regeln.", antwortete Caelan ruhig. Er war auch der Meinung, dass ihnen das half den Krieg zu gewinnen. Der sogenannte König der Wölfe war kein wirklicher König und auch wenn Caelans eigener ein psychoaptisches Kind war, so vereinte er Adrestia trotzdem zu einem einzigen Keil der kein Problem damit hatte Thria zu erobern. Die Wölfe waren unorganisiert, sie hatten keine Festungen und nicht einmal Rüstungen. Ihre Waffen durchdrangen die Eisenplatten der Schafe nur schwer und vielen von ihnen fehlte es an einer echten Ausbildung. Es gab keine Akademien, keine Kampflehrer und keine richtigen Schmieden. Das hab und Gut das jeder Stamm besaß wurde nicht geteilt und es gab kaum eine gemeinsame Wirtschaft die es allen ermöglichte benötigte Ressourcen zu beschaffen. Die Wölfe hatten in diesem Krieg keine Chance, nur Bastion wie die in der er sich gerade befand würden vielleicht bestehen bleiben, aber der Rest des Landes war verloren. Der Vorteil beweglich zu sein nützte ob der Überzahl an Spähern in den Adrestianischen Reihen auch nur sehr wenig. Caelan glaubte zwar, dass seine eigene Einheit dieses Jahr an der Front fehlen würde, aber er und seine Männer machten nur einen winzigen Bruchteil der Armee aus. Adrestia war nicht perfekt, aber wenn die Wölfe ihre Strategie nicht änderten - und das hatten sich nach über zwanzig Jahren kein einziges Mal getan - dann würden sie vernichtet werden.

      "Und was triebst du den ganzen Tag?", fragte Caelan das Mädchen statt zu erwähnen, dass er auch genug Frauen getötet hatte. Sie waren durchaus auch fähige Kämpferinnen, aber das machte das Kraut nun auch nicht fett. Oyu ließ sich plötzlich nach hinten fallen und legte sich einfach auf Caelan. Er starrte sie an. "Hat man dir eigentlich nie Manieren beigebracht?", fragte er sie und seufzte. Er ließ seinen Kopf zurück fallen und schloss für einen Moment die Augen. Die Ruhe wurde gestört, als ihn sein Husten übermannte. "Ich glaube nicht an solche Dinge, genauswenig wie an Götter. Ich glaube nicht an eure und nicht an unsere. Meine Frau war gläubig, ich habe mit ihr gebetet und jetzt ist sie tot, obwohl sie jünger war als ich. Vielleicht habe ich es verdient von irgendwelchen Göttern bestraft zu werden, aber alles Schlechte das mir in meinem Leben passiert ist, hat andere härter getroffen als mich. Du solltest es dir in meiner Nähe nicht zu bequem machen, am Ende geht das bestimmt nicht gut für dich aus."
    • "Adrestia hört sich wirklich ziemlich langweilig an.", konterte sie, wenn auch etwas ungewollt. Interessierte sie sich für ihre eigene Abstammung? Eigentlich schon, aber je mehr Caelan davon schilderte, desto weniger wollte sie eigentlich wissen - Oyu fühlte sich nicht unwohl, wenn sie über den Krieg und seine Folgen nachdachte, aber ihr war doch mulmig zumute wenn sie darüber nachdenken musste, dass es doch sowieso keinen Sinn ergab, wenn sie einfach stumm hier herum saß und über die Gefallenen und die Opfer philosophierte, die eigentlich so viel mehr verdient hatten, aber gleichermaßen keinen einzigen Deut Dankbarkeit abbekamen. Wieso auch? Warum sollten sie denn? Oyu wusste nicht, ob sie daran verzweifeln würde oder wollte, aber sie wusste, dass sie sich keinen Gefallen damit tun würde, wenn sie weiterhin versuchte, die Starke zu spielen. "Mh, nicht viel. Ich lese seitdem ich hier bin allerhand Bücher oder belästige dich, oder andere Leute. Das hört sich für mich eben nicht nach viel an, gleich wenig wie ... naja. Was soll ich schon machen? Mein Zelt steht eine Woche von hier entfernt.", bemerkte sie beiläufig. Ein langer Weg war es zwar nicht, aber offensichtlich einer, der es in sich hatte.

      Oyu drehte sich wieder etwas weiter in Caelans Richtung, als sie darauf angesprochen wurde und grinste ihn unverschämt an. "Doch, schon, aber ich dachte mir, nachdem du sowieso nicht aufstehst und nirgends hingehst, und weil es hier sowieso bequem ist, gehe ich dir etwas auf die Nerven. Stört's dich?" Ein gutes Kind war sie wohl nicht, eher ein freches, aber gleichermaßen meinte man zu ihr des Öfteren, wie liebenswert sie nicht sein konnte, wenn sie sich benahm - mit Betonung auf wenn. Hier und jetzt war sie nicht mehr als ein kleiner Rotzlöffel, der einem armen, alten Mann den Tag schwer machte. "Das hat nichts mit Götterglaube oder sonstigen Dingen zu tun. Thrianer glauben daran, dass deine Seele an die Welt gefesselt ist, so lange deine menschliche Hülle nicht vernichtet wird - deswegen verbrennen wir unsere Toten unter anderem auch. Böse Geister kann es dennoch geben, weil du ihnen etwas angetan hast, als sie noch gelebt haben, aber ... naja, es geht eher um die Reinheit des eigenen Gewissens, weißt du? Damit du dich früher oder später bei ihnen entschuldigst, wenn du es für nötig hältst. Keiner sagt, dass du musst."
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • "Regeln sind wichtig. Nicht alle, aber viele davon. Ihr Wölfe seid ein wilder, verstreuter Haufen, das ist euer Untergang.", erklärte er dem Mädchen weiter. Spaß und Freiheit war schön und gut, aber die hatten die meisten Wölfe nicht, was nützte es also leben zu können wie man wollte? Dann brauchte man sich nur die Wölfe ansehen die waren wie Shuren, der über einen kleinen Stamm dieser Bestien herrschte, aber nichts unternahm um militärische Informationen aus seinem Gefangenen zu bekommen. Stattdessen pflegte er ihn gesund und hetzte ihm ein kleines Mädchen auf den Hals, dem er in einem Bruchteil einer Sekunde den Garaus machen konnte. Andererseits war es wohl nicht verkehrt sich zu diesem Zeitpunkt aus dem krieg herauszuhalten. Er war ohnehin schon verloren, was brachte es also noch mehr Männer und auch Frauen in den Kampf zu schicken, nur damit sie niemals nach Hause kehrten? Solange die Truppen der Wölfe keine gute, neue Strategie fanden um zurück zu schlagen, würde sich nichts ändern, egal wie viele Wölfe an die Front geschickt wurden. Durchaus gäbe es Möglichkeiten die adrestianische Späher abzufangen, aber die Wölfe stellten sich nicht besonders gut dabei an.

      "Und du bekommst hier ein Bett und was zu Essen? All das nur um mir belanglose Fragen zu stellen?", wollte Caelan wissen und merkte dann, dass er vielleicht etwas gemein klang. Oyu stellte Fragen die ihrem Alter wohl entsprachen, Shuren war es, der Wichtigeres erfragen sollte, aber Caelan wollte sich nicht beschweren. "Du bist zu leichtsinnig. Ein anderer Gefangener hätte dir vielleicht schon den Hals umgedreht und ein anderer Herrscher, hätte dich vielleicht köpfen lassen, weil du mich aus der Zelle gelassen hast.", erklärte Caelan ihr. Oyu war naiv und auch wenn von Caelan gerade keine Gefahr ausging hieß das nicht, dass sie jedem blindlinks vertrauen sollte. "Die Toten sind tot und eine Entschuldigung nützt ihnen auch nichts. Es entschuldigt auch nicht was man getan hat. Jeder Mensch muss mit den Konsequenzen seiner Entscheidungen leben und wenn man damit nicht im Reinen ist, dann ist es nur richtig von den Toten verfolgt zu werden, als Mahnmal die selben Fehler nicht noch einmal zu begehen."