spellbound. (earinor & akira)

    • "Meinst du? Andere Stämme sind gut organisiert, aber Shuren vielleicht noch am besten. Es ist ziemlich angsteinflößend, von ihm zu hören. Sobald du einen Brief von ihm bekommst, ist es eigentlich schlimmer, als in den Krieg zitiert zu werden.", festigte Oyu ihre Aussage, die sie nur auf Gerüchten auslegen konnte, die sie von anderen Personen aufgeschnappt hatte. Wahrlich war das kein großer Erfolg, aber zumindest kannte sie sich aus und wusste, wen sie als Feind ansehen konnte und wen nicht - Shuren war kein Freund. "Du meintest, er ist schleimig. Wieso das? Liegt das auch an seinen Augen, oder eher, weil du so viele Leute kennst?", fragte sie. Caelan war weltgewandter als sie, womöglich auch besser darin, andere Leute und ihre Motive zu hinterfragen, aber gleichermaßen konnte er nur oberflächliche Details über den Rest dieser Welt erhaschen, hätte er nicht Oyu, die all das für ihn entzifferte. Mit einem freudigen Grinsen auf ihren Lippen starrte sie den Blonden an, der sie noch nicht aus seinem Bett geworfen hatte - nein, aber zu lange sollte sie sich auch nicht neben ihm aufhalten.

      "Offiziell bin ich hier, damit ich deine Worte übersetzen kann, weil Shuren dich nicht versteht. Dass ich so gesehen einen Unterschlupf und einen vollen Magen dafür bekomme, dass ich dich durch die Gegend schleppe war nicht geplant, aber jetzt ist es wohl passiert." Thria war einfacher gestrickt als Adrestia, schien es. Dennoch, sie unterschieden sich von Grund auf: Schon immer waren die Thrianer Nomaden gewesen, zumindest seit hunderten von Jahren, und die wenigen Bauten und Ruinen, die ihnen blieben, waren nicht mehr als ein Mahnmal, das an eine vergangene, törichte Generation erinnerte, die sich nicht vom Wind davontrugen ließ - das sprachen zumindest die Alten. "Du hattest genug Chancen, mir wehzutun. Und Vorsicht ist hier unten nicht wirklich geboten. Außerdem sagte ich doch, deine Augen sind ehrlich." Das waren sie, damit hatte die trübe, blaue Farbe der Iriden dennoch nichts zu tun und Oyu wollte diese Diskussion nicht wieder in ein negatives Licht rücken, jetzt, wo sie schon von den Toten redeten. "Vielleicht hast du recht, Tote können Entschuldigungen weder akzeptieren noch ablehnen, aber es gibt genug Personen, die zum Töten gezwungen werden. Nicht wirklich viele suchen sich das alles freiwillig aus, aber das weißt du vermutlich besser ... lassen wir das." Oyu lehnte sich nach vorne und griff nach Caelans Nase, die sie lediglich anstupste. "Hab deine Nase."
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • "Er wirkt nicht gerade vertrauenswürdig, aber ich kenne schlimmere Personen.", erklärte Caelan ruhig. Wäre Caelan ein Wolf und in Darraghs Händen gelandet, hätte er ihm bereits einen Kopf kürzer gemacht. Mit seinem Titel hätte er vielleicht sogar ein großes Spektakel veranstaltet und Caelan öffentlich hingerichtet. Antoinne hätte ihn ausgequetscht um an alle möglichen informationen zu kommen und was ihm in Myriad wiederfahren wäre hinterfragte er lieber gar nicht erst. Adrestia war kein guter Ort für einen Wolf, dahingehend ging es Caelan als Gefangener bei den Wölfen erstaunlich gut. Trotzdem sollte er es sich wohl nicht zu gemütlich machen und er sollte diesem naiven Mädchen auch nicht alles glauben was sie sagte. "Seine Körperhaltung verrät mir, dass er sehr eingebildet ist, wenn auch etwas zu jung um gänzlich zu verstehen was er tut. Ich kenne nicht viele Menschen wie ihn, abgesehen davon, dass ich keine Wölfe kenne.", antwortete Calean ihr ehrlich. Shuren erinnerte ihn an die Schlangen aus Olette, soviel stand fest. Blieb nur zu hoffen, dass er dann doch etwas anständiger war. Sein Vater wollte ihn immer nach Olette verheiraten und caelan war froh, dass es dazu nicht gekommen war.

      "Aber du bist nicht gezwungen bei einem alten, kranken Mann herumzusitzen. Willst du denn nicht liber mit ein paar Gleichaltrigen spielen?", brummte er. Er wollte sie nicht unbedingt loswerden, aber er war einfach keine gute Gesellschaft. Abgesehen davon, sollte er vermutlich ohnehin versuchen zu schlafen, auch wenn er noch nicht wusste, was es ihm brächte wieder gesund zu sein. Sie würden ihn kaum gehen lassen, aber im Notfall konnte er sich dann immer noch überlegen, wie er von hier fliehen konnte. "Du erinnerst mich an meinen Sohn... aber eigentlich sei ihr doch sehr verschieden.", murmelte Caelan mit einem leichten Seufzen. Offenherzig, vielleicht ein wenig naiv und hilfsbereit waren sie beide, aber Rain wusste sich zu benehmen, das war der Unterschied. "Hm... denkst du ich habe mir nicht ausgesucht in den Krieg zu ziehen?", fragte er sie anschließend. genaugenommen hatte er den Krieg unterstützt, noch bevor er gestartet hatte, weit vor Oyus Geburt. Sie wollte aber offenkundig liber über etwas anderes reden. Es war verständlich, ihren Vater hatte sie schließlich im Krieg verloren. Caelan sah sie mahnend an. "Du wirst dir noch dasselbe einfangen wie ich."
    • "Meinst du? Die Meinungen über ihn sind ziemlich gespalten. Manche Leute wollen nichts mit ihm zu tun haben, aber das sind die Wenigsten, und wiederum Andere wollen sich ihm vor die Füße schmeißen. Menschen sind allgemein etwas komisch, schätze ich, egal ob Wolf oder Schaf." Sie alle hatten ihre Eigenheiten und eigentlich stand es Oyu nicht frei, wirklich darüber zu urteilen - Caelan aber auch nicht. Die Wahrheit war nun einmal, dass sie allesamt voreilige Schlüsse zogen. Was hatte ihr Vater einst gesagt? Vorurteile waren nicht gut? Nein, das waren sie nie, aber es war auch egal, wer derartige Dinge sagte - das, was wichtig war, dass es jeder verstand und jeder für sich selbst beurteilen konnte, was richtig und was falsch war. "So schätzt du ihn also ein? Wenn ich ihn besser kennen würde, dann könnte ich dir vielleicht sagen, wie richtig oder falsch du liegst, aber das tue ich nicht. Wer weiß schon, wie er tickt?" Oyu konnte es beim besten Willen nicht sagen, war sich aber sicher, dass er ihr nicht geheuer war - Muhan erschien viel freundlicher, und dennoch steckten die beiden wortwörtlich unter der gleichen Decke und ließen sich von Anderen vermutlich auch nichts sagen. Wo hatte Shuren Muhan überhaupt aufgeschnappt? Sein Akzent hörte sich ... anders an.

      "Spielen? Pah! Dafür bin ich zu alt!", warf sie Caelan an den Kopf und verzog dabei das Gesicht. Das war sie nun wirklich nicht, aber sie kannte keinen und eigentlich waren andere Kinder auch ziemlich doof - sie hatte wichtigeres zu tun, aber was? Caelan konnte sie nicht den ganzen Tag auf die Nerven gehen, auch dann nicht, wenn sie es wollte, aber gleichermaßen wusste sie nicht so genau, ob sie nicht doch lieber etwas im Schnee tollen wollte. "Deinen Sohn? Wie ist er so?" Sie wurde hellhörig und bohrte wiederum Löcher in den Kopf des Kranken, der sich gerade noch als alten, kranken Mann bezeichnet hatte - älter würde er werden, aber die Krankheit würde vergehen, und sobald jene Hürde erklommen war, würde Oyu sich darüber freuen, Caelan die Gegend, die sie selbst nicht so recht kannte, zu zeigen. Ob Shuren das wohl erlaubte? Nein, eher nicht, aber einen Versuch war es doch wert! "Hm, du? Ich weiß es nicht, aber ich denke auch nicht, dass du jetzt noch viel Freude daran hast, oder? Irgendwie wirkst du ... nein, lassen wir das! Willst du noch eine Suppe? Tee?" Dieses Mal würde sie nicht darauf vergessen, aber gleichermaßen sollte sie sich sputen und hier rauskommen. Schließlich setzte sie sich auf und putzte die Decke, auf der sie eben noch gelegen war, ab, damit sie nicht so zerdrückt wäre. "Du hast recht! Und du solltest schlafen, ich lass dich ja schon in Ruhe!", feixte sie, unangenehm berührt, und rannte beinahe schon aus dem Zimmer.
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    • Caelan würde die Wölfe ohnehin nie verstehen und das wollte er auch nicht. Eigentlich fragte er sich, warum er sich überhaupt mit dem Mädchen unterhielt, aber sie würde vermutlich ohnehin keine Ruhe geben. Nayantai war zu müde um sie einfach zu ignorieren und er war zu müde um beurteilen zu können was er besser für sich behielt. Es interessierte ihn eigentlich herzlich wenig in wessen Hände er geraten war und er war nicht sicher, ob es wirklich einen Unterschied machte. Vielleicht würde er gesund werden, trotz der beißenden Kälte selbst in diesem Raum in dem ein Feuer brannte, aber was dann? Hier eingesperrt zu bleiben war keine Vorstellung die Caelan gefiel, er musste nach Hause und das so schnell wie möglich. Ob man ihn lassen würde, wenn er versprach wieder hier her zurück zu kommen, sobald er erledigt hatte was er erledigen musste? Wohl kaum und das bedeutete, dass er sich, wenn es ihm erst einmal besser ging, tatsächlich etwas überlegen musste. Er musste herausfinden wo er war und wie er hier verschwinden konnte, ohne gleich wieder eingefangen zu werden, aber im Moment wusste er noch nicht einmal wie es außerhalb dieses kalten Gemäuers aussah.

      Caelan sah das Mädchen an. Sie wirkte so viel jünger als sie behauptete zu sein. So oder so konnte es hier kaum sehr aufregend sein. Er schüttelte den Kopf als sie nach Rain fragte und brummte. Er wollte nicht über ihn reden und er hätte vermutlich gar nicht erwähnen sollen, dass er einen Sohn hatte. Es interessierte ihn allerdings doch ein wenig was für einen Eindruck das Mädchen von ihm hatte. "Was wolltest du sagen?", fragte er sie vielleicht ein wenig zu unfreundlich um tatsächlich eine Antwort zu bekommen. Hatte Caelan Freude an dem Krieg? Nein, die hatte er nie gehabt, um Spaß ging es ihm auch gar nicht. Erst ging es um Informationen, auch wenn das eine billige Ausrede war. Nachdem er erfahren hatte, dass es Wölfe waren die sein Leben auf den Kopf gestellt hatten, wollte er sie nur tot sehen, nicht mehr und nicht weniger. Der Suche nach seinem verschollenen Freund hatte er sich dennoch gewidmet, auch jetzt noch, obwohl er die Hoffnung eigentlich längst aufgegeben hatte. Vielleicht konnte er das Mädchen nach ihm fragen, aber er bezweifelte, dass sie irgendetwas wusste. Stattdessen sprang Oyu ohnehin auf, ohne Caelan noch eine Antwort zu geben. Sie richtete schnell das Chaos das sie verursacht hatte und lief anschließend kurzerhand zur Tür hinaus. Caelan seufzte, aber etwas Ruhe tat ihm ohnehin gut. Er legte sich wieder hin und zog alle Decken die er finden konnte über seinen schlotternden Körper. Schlaf würde ihm gut tun.
    • Nayantai hatte die letzten Tage nicht wirklich gut geschlafen, und das hieß zumindest, dass es nicht nur an Rain lag, der selbst keinen guten Schlaf hatte - immer wieder wachte er auf, weil sich die kleine Gestalt neben ihm wälzte und an ihn klammerte, so sehr verkrampfte und nach Luft röchelte, dass Nayantai keine ruhige Minute für sich allein hatte, und immer wieder musste er sich fragen, was genau dazu geführt hatte. Dennoch besserte sich Rains Allgemeinzustand doch noch, obwohl sie nicht sonderlich viele Tinkturen oder allgemeine Heilmittel mit sich herumschleppten - auf die verstopfte Nase war ein widerliches Husten gefolgt, aber all das war mittlerweile beinahe schon verflogen und Nayantai war froh, wenn sie dem steifen Waldboden bald den Rücken kehren konnten, damit er seine ausgesprochene Ruhe hatte. Still und heimlich verflog das Ganze dann doch nicht, aber er wusste zumindest, dass Rain sich - nachdem er sich einige Tage kaum rühren konnte - erholt hatte, kaum bewegte er sich von selbst wieder. Angetan von dem neu gefundenen Lebensmut war Nayantai es, der mit einer nassen Hand gen Rains Nase stupste und ihn nervte.

      "Hast du gut geschlafen?", war der erste Satz, der grollend über seine Lippen rollte, als er sich neben den Blonden legte und sich an ihn kuschelte, obwohl es längst Zeit war, aufzustehen und den letzten Rest des Weges zu bewältigen; Rikiya war zwar noch nicht aufgetaucht, aber das Rascheln und die Bewegungen außerhalb ihres Zeltes verrieten ihm, dass er schon unlängst auf war und vermutlich irgendetwas braute, das Rain nicht schmecken aber helfen würde. Vermutlich sollten sie nicht wieder herumtrödeln, was das anging, aber zumindest hatten sie Spaß dabei. "Wir sollten aufstehen, oder willst du heute noch im Bett bleiben?", hinterfragte er schließlich, bevor er sich selbst nicht mehr sicher war, ob er nicht wieder derjenige war, der seinen Kopf zwischen zwei Decken verstecken wollte, damit er seine entsprechende Ruhe hatte. Wie dem auch sei, drückte er Rain einen Kuss auf die Stirn. "Du brauchst ein Bad.", stellte er fest. Naja, kein Wunder - für Rain war es immerhin schon ein Überlebenskampf, wenn er sich eine Erkältung einfing.
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    • Rain hatte sich die letzten Tage über miserabel gefühlt und obwohl er darauf bestanden hatte keine extra Pausen einzulegen, hatten Rikiya und Nayantai es doch getan. Somit waren sie immer noch nicht in der Siedlung angekommen, aber es durfte bald soweit sein und Rain fühlte sich auch wieder ein bisschen besser. Das Fieber schien beinahe verflogen und sein Kopf dröhnte nicht mehr. Da war noch ein Husten und eine verstopfte Nase, aber abgesehen davon ging es Rain für seine Verhältnisse gut. Die schmerzenden Glieder und die allgemeine Kälte die durch seinen Körper fuhr würde niemals gänzlich verschwinden. Er wachte auf als er etwas kaltes auf seiner Nase spürte. Naja, eigentlich war er schon wach gewesen, aber er wollte noch nicht aufstehen. Langsam öffnete er die Augen und blinzelte Nayantai an der neben ihm lag. "Mhm ja, ich denke schon. Und du?", fragte er den Wolf mit einem leichten Lächeln. Schon alleine, dass er mit ihm sprechen konnte und überhaupt aufwachte zeugte davon, dass es ihm schon wieder ein wenig besser ging. Noch ein paar Tage und er würde hoffentlich wieder auf den Beinen sein, oder zumindest auf einem Bein.

      "Wir sind bald da oder? Ich möchte lieber weiter." Die Reise dauerte Rain schon viel zu lange und die frische Kleidung die sie vor ihrer Abreise bekommen hatten, gehörte auch mal wieder gewaschen. Die Zelte hier waren zwar groß genug für Rain um sich austrecken zu können, aber Nayantai hatte ihm von den Zelten seiner Heimat erzählt, in denen sogar ein Feuer brennen konnte. Rain freute sich darauf. "Damit ich sauber für dein Volk bin...?", hinterfragte er, aber vermutlich eher weil ihn das Fieber verschwitzt und verklebt zurück gelassen hatte. Zugegeben, er fühlte sich ekelhaft, aber zumindest nicht mehr miserabel. Rain setzte sich langsam auf. Alles tat ihm vom Liegen weh. Sein Nacken war steif und sein Rücken schmerzte. Es war kalt sobald die Decke von seinem Körper rutschte, aber Rain streckte sich einmal ausgiebig. Den harten Boden war er auch langsam satt, aber er wollte nicht wie ein verzogener Adeliger wirken, er wollt nur endlich sehen, wovon Nayantai immer so schwärmte.
    • "Ich will im Bett bleiben!", scherzte er, bevor er sich auch endlich aufsetzte und all seine Gliedmaßen von sich streckte. In Wahrheit würden ihn keine zehn Pferde mehr hier halten wenn er wusste, dass er nach einem weiteren Tagesritt endlich Zuhause sein würde und in sein verdammtes Zelt kriechen konnte. Ob es noch stand? Nein, Nayantai glaubte nicht daran, aber gleichermaßen hieß das, dass er sich zusammen mit Rain eines aufbauen könnte und es auch mit ihm dekorieren würde, weil er die einzige Person war, mit der er beisammen sein wollte. Davor war jedoch klar, dass sie beide einen temporären Unterschlupf in Rikiyas Zelt haben würde, so viel stand fest, aber Nayantai wollte dennoch so schnell wie möglich in seine eigenen Stoffwände übersiedeln, damit er seine Ruhe hätte - Khojin wohnte auch nicht mehr in Rikiyas Zelt, so viel hatte sein alter Mann ihm schon gebeichtet, und das bedeutete in jenem Fall nur, dass er ebenfalls Anspruch darauf hätte, in sein eigenes zu ziehen, zumal er nicht wusste, was genau sich in Rains Beisein ergeben würde. Allgemein wollte er jedoch nur etwas Ruhe für sie beide.

      "Ja, sind wir! Wir sollten aufstehen!", hielt er an und streckte all seine Gliedmaßen von sich, so gut er konnte, nur, um dann nach einem der Befestigungen des Zeltes zu greifen und es mit einem Handgriff von innen abzumontieren - die Plane krachte auf sie herein, war aber nicht mehr als schwer, nachdem Nayantai den Holzbalken fest in der Hand hielt und ihn schließlich neben sich ablegte, als er kicherte. Ja, das war zu viel des Guten. "Nein, weil du verschwitzt bist und sich das sicher nicht gut anfühlt.", plapperte er als eine der beiden Figuren die aus dem Stoff hervorragten, bevor ihnen auch schon das Tageslicht in die Augen gekrochen kam, als Rikiya sie aus ihrer kleinen Misere befreite und sie ungläubig anstarrte. Ein Idiot saß unter ihnen und Rikiya war derjenige, der seufzte, als er sie beide ansah. "Jagt mir nicht so früh einen Schrecken ein, ich bin schon alt.", beschwerte er sich und stemmte die Hände in die Hüfte. "Na los, steht auf, trinkt etwas und dann können wir weiter." "Sind wir bald Zuhause?" "Ja, Nayantai."
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    • Nayantai schien aufgeregt, wohl weil sie bald zu Hause waren und er sich sehr darauf freute. Ihnen wurde dort hoffentlich etwas Ruhe zuteil, auch wenn Rain nicht vergessen konnte, dass die Ältesten der Wölfe Nayantai wohl tot sehen wollten. Rikiya meinte, er würde das nicht zulassen und doch war es ein Problem mit dem sie sich früher oder später auseinandersetzen mussten. Nayantai schien das Thema weitestgehend zu verdrängen, oder er wollte Rain nicht noch mehr Sorgen bereiten. Im Moment wollte er sich selbst nicht zu viele Gedanken machen, aber das war einfach nicht seine Art. Er machte sich Sorgen darüber, was die anderen Wölfe über ihn denken würde und er machte sich Sorgen, dass Nayantais Schwester ihn sofort hochkant wieder raus werfen wollte. Es gab so vieles das er nicht wusste und so viele Gründe, warum er hier nicht her passte. Rain war sehr nervös und zu wissen, dass sie heute Abend womöglich schon in einer kleinen Nomadensiedlung waren, ließ ihn mit einem leicht unangenehmen Gefühl und Bauchschmerzen zurück. Nicht nur, dass er ein blondes Schaf war, ganz allgemein hatte er nicht viel Erfahrung damit andere Menschen zu treffen.

      "Mhm du hast Recht. Aber ich will mich auch nicht wieder erkälten.", murmelte Rain vorsichtig und sah dann dabei zu wie Nayantai der typische Kindskopf war und das Zelt über ihnen zusammenbrechen ließ. Nayantai lachte und Rikiya war es, der Rain unter der Plane heraus holte. "Tut mir Leid.", erklärte Rain dem älteren Mann, als wäre es seine Schuld gewesen, dass Nayantai das Zelt zum Einsturz gebracht hatte. Tee stand schon bereit und Rikiya half Rain hinüber zu einem kleinen Feuer. Die Tasse bekam er direkt in die Hand damit er sich aufwärmen konnte. Es schwammen auch ein paar andere Kräuter in dem heißen Wasser. Rikiya gab ihm seit Tagen irgendein bitteres Zeug, aber Rain beschwerte sich nicht und trank den Tee aus, sobald er nicht mehr kochend heiß war. Beim Abbau des Lagers konnte er ohnehin nicht viel helfen und Rikiya bestand seit Tagen darauf, dass Kranke sowieso nichts tun durften. Noch ein oder zwei Tage und die Ausrede würde nicht mehr funktionieren.
    • Egal, was Rain seinem alten Herren andrehen wollte, er akzeptierte keine Ausreden und auch keine beschwichtigenden Worte; mehr, als dass Rain sich vollkommen ausruhte, wollte er nicht und mehr, als dass Rain sich vollkommen erholte schien auch nicht auf seiner Agenda zu stehen. Was sonst sollte Rikiya auch planen? Rain schien er nicht mehr zurücklassen zu wollen, und während Nayantai sein Schaf wohl auch mit seinem Leben hüten würde, schien er sich nicht wirklich auch nur irgendetwas gefallen lassen zu wollen - sobald sein Vater auf dunkle Gedanken käme, würde er ihm den Kopf von den Schulter pflücken und die Ruhe, die er sonst wahrte, nicht mehr als solche walten lassen. Einen Moment brauchte es doch, bis Nayantai endlich aufstand und ihren Zeltplatz reinigte, das Bettzeug freikämpfte und den Rest der Plane zusammenrollte und in den Satteltaschen ihres Pferdes verstaute. Erst dann ließ er sich vor das ergiebige Feuer sinken und nahm ebenfalls eine Tasse der brühenden Kräutertinktur, die er noch nie gerne trank - trotzdem wollte er nicht, dass Rain einsam und alleine war, und allgemein war Nayantai vielleicht doch nicht bereit, sich nicht wie eine Bruthenne zu verhalten.

      "Muss es dir nicht.", erklärte Rikiya mit einem Räuspern und schürte das Feuer, das alles warmhalten sollte. Für den Augenblick reichte es, sich in die Einfachheit des Lebens zu vertiefen, das sie hier draußen bald ungestört weiterleben konnten, aber gleichzeitig nagte es an seinem Gewissen, wenn er darüber nachdachte, dass ihm die Hände gebunden waren. Eigentlich. Kämen sie erst Zuhause an, dann würde er sich nicht wieder eines Familienmitglieds berauben lassen, auch dann nicht, wenn Nayantais kindliche Ader gerade Überhand nahm. "Dir schmeckt der Tee doch gar nicht.", lachte er heiser auf, als er sich selbst eine Tasse einschenkte und einen neuen Kessel aufsetzte, in welchem sich noch Reste vom gestrigen Eintopf wiederfanden. "Er kann aber nicht schaden.", gab er zufrieden zurück, als er die brühendheiße Mischung in seine Kehle kippte und dann in den kalten Topf lunzte, den Rikiya wohl noch leer bekommen wollte, bevor sie Zuhause ankämen. In Ordnung war es schon, Nayantai schmeckte nichts davon, aber gleichermaßen sollte er sich vermutlich normaler verhalten, selbst dann, wenn sein Mund taub geworden war. "Brauchen wir noch den ganzen Tag?" "Ja, Nayantai.", seufzte Rikiya. "Ich freue mich endlich auf ein anständiges Bett, mein Rücken tut weh." Verwirrt starrte sein Vater ihn an. "Dass ich das einmal von dir höre. Rain hat dich wohl verzogen." "Nein!"
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    • Es dauerte nicht lange bis sich Nayantai und Rikiya gleichermaßen zu Rain gesellten und auch etwas von dem bitteren Tee tranken. Rain war kein Kind, er jammerte also nicht und er hatte Erfahrung damit Essen und Getränke herunter zu würgen, wenn er eigentlich absolut keinen Appetit hatte. Jetzt gerade war es wieder ein bisschen besser, ihm war nicht mehr so übel und der Tee schien geholfen zu haben. Leider war Rain zu krank gewesen, um zu erfahren was da überhaupt drin war, vielleicht wollte er es aber auch gar nicht wissen.Das Feuer war warm, aber nicht sonderlich groß und der Boden war kalt und hart. Rain freute sich so sehr auf etwas Ruhe, auch wenn sie womöglich nicht lange anhalten würde. Ihre Reise war schon beschwerlich genug gewesen. Die Berge Fhaergus, die Wälder Wezettes, das Schneegestöber in Thria und die Unruhe bei den Kannibalen, bei denen Rain auch nicht entspannen konnte. Er hoffte es wurde irgendwie einfacher, auch wenn er wusste, dass sein Leben niemals wieder so wie früher werden würde. Er lebte nun hier und nicht in Adrestia und er war ein Niemand, kein Fürst.

      Nayantai sprühte vor kindlicher Aufregung und sein Vater schien langsam die Schnauze davon voll zu haben. Auch Rikiya konnte wohl wieder etwas Ruhe vertragen, nachdem er es die ganze Zeit über mit ihnen beiden aushalten musste. Rain lächelte leicht, auch wenn seine Gedanken ihm keine Ruhe ließen. "Nayantai hatte ein eigenes Zimmer in Fhaergus, mit einem Kamin und abertausenden Polstern.", erklärte er Nayantais Vater. "Trotzdem wollte er immer mit mir in mein Zimmer kommen." All das war gar nicht so einfach gewesen und Rain fragte sich, wie er das alles erlauben konnte. Er hatte sich nach einer verwandten Seele gefehlt, aber dass er nicht zu viel Angst gehabt hätte sie würden erwischt werden, war selbst für ihn verwunderlich. "Irgendwann habe ich Nayantai gesagt er könne nicht mehr die ganze Zeit über faul herum liegen, also hat er mit ein paar Arbeiten geholfen." Und selbst das hatte ihn irgendwann nicht mehr müde gemacht. Wenigstens hatte man ihm ansehen können, dass er sich erholt hatte, im Vergleich zu dem Zustand in dem er angekommen war.
    • Es sich auf dem kalten, gefrorenem Boden in Thria gemütlich zu machen funktionierte schon lange nicht mehr, nachdem sie die ersten Schritte in ein etwas kälteres Gebiet gemacht hatten. Nayantai wollte sich eigentlich darüber freuen, wieder Zuhause zu sein, und eigentlich tat er das auch ziemlich, aber gleichermaßen fehlte ihm der feste Boden und das beständige Steinhaus in Fhaergus, das in durchaus auf Trab hielt, wenn er etwas fand, das er jetzt sofort und gleich reparieren wollte, obwohl es ihm gar nicht zustand. Bald würden die nächsten Flocken fallen und sie wären in einem Zelt eingesperrt, oder eher Rain wäre es, weswegen er fast glaubte, dass seine Existenz in Fhaergus doch fast leichter wäre. Angenehm kühl war es das ganze Jahr lang, oder zumindest während der Jahreszeiten, die Nayantai dort war, aber gleichermaßen freute er sich darauf, endlich all seine adrestianischen Fesseln los zu sein und eventuell nie wieder einen Fuß in dieses vermaledeite Land zu setzen, das ihm einen Haufen neuer Narben beschert hatte, und etwas Glücklichkeit brachte; einen kleinen Funken, den er mit seinem Lieblingsmensch zu teilen wusste, wenn auch nur für diesen Moment, den er selbst nicht gänzlich wahrhaben wollte.

      "Bei dir war es angenehmer! Und außerdem brauchte ich wen zum kuscheln ...", nuschelte er und steckte seine Nase in den leeren Becher, den er sich bereits einverleibt hatte. Was konnte er dafür, dass Rain sein einziger, netter Menschenkontakt in Jahren war? Und was konnte er dafür, dass er sich in der Nähe des Schafes mehr als nur wohl fühlte? Rikiya seufzte lediglich als er all das hörte und kippte sich etwas halbgare Suppe in seinen ausgetrunkenen Teebecher, bevor er darauf blies und Rain weiterreden ließ. "Also hast du ihn verhätschelt. Na gut, das werden wir ihm schon wieder austreiben." "Hey! Hat Rain gar nicht!" Erneut schüttelte Rikiya nur seinen Kopf. Was sollte er dazu noch großartig sagen? Nicht viel, das hatten sie sich alles selbst eingebrockt. "Nayantai war noch nie gut darin, Ruhe zu geben, also kein Wunder, dass er irgendwann nicht mehr stillsitzen konnte. War er auch so nervig wie jetzt? Normalerweise verhält er sich nicht wie ein kleines Kind - dass er so viel redet ist auch neu. Rain, hast du irgendetwas mit ihm angestellt?", witzelte er lachend und trank aus seinem Suppenbecher.
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    • "War dir in meinem Zimmer nicht viel zu heiß?", wollte Rain mit einem Lächeln wissen. Immerhin hatte dort immer ein Feuer gebrannt und das Fenster wurde nur selten geöffnet, schon gar nicht, wenn Rain im Zimmer gewesen war. Nayantai hatte wohl nur jemanden gebraucht mit dem er Reden konnte und die Tatsache, dass Rain der Einzige war der zur Verfügung stand beunruhigte ihn immer noch. Was wenn Nayantai gar nicht ihn mochte, sondern einfach nur die Zeit die er ihm geschenkt hatte, weil er gar keine andere Wahl gehabt hatte? Er wusste es besser als derartiges erneut auszusprechen und behielt seine Sorgen für sich. Nayantai würde ihm schon sagen, wenn er genug von ihm hatte, oder fühlte er sich als wäre er Rain etwas schuldig? Oft genug betonte er es ja, obwohl es keinen Grund dazu gab. Sie waren mehr als nur quitt. Nayantai hatte schon so viel für Rain getan und ihm nicht nur einmal das Leben gerettet. Alleine hätte er niemals fliehen können und alleine wäre er niemals so weit gekommen. Alleine hatte er nicht einmal einen Ort an den er gehen konnte, außer vielleicht Alster, aber selbst da war er nicht so sicher.

      "Er wollte auch nur Kekse essen. Alles andere hat er nicht angerührt.", erklärte Rain mit einem leichten Lachen. Nayantai war tatsächlich wie ein Kind. "Ich würde nicht sagen, dass er sich in Fhaergus verhalten hat wie jetzt. Ich denke er ist einfach nur froh nach Hause zu kommen, nicht war Nayantai?" Nayantai hatte in Fhaergus gewusst was er wollte und er hatte sich die Nähe genommen die er brauchte, aber er war nicht von allem so begeistert gewesen. Vielleicht das eine Mal, als Rain ihn in den Schnee gelassen hatte und Nayantai herumgehüpft war wie ein Welpe. Er hatte ihm sogar zwei Schneemänner gebaut, während Rain nur von der Fensterbank aus zusehen konnte. Es war schön gewesen die übliche Stille zu genießen und zu lesen, aber gleichzeitig zu wissen, dass Nayantai nur ein paar Meter entfernt war. Vielleicht würde es in der Siedlung ja auch so werden?
    • "Das hat nichts damit zu tun!", stieß er aus. Nein, das hatte wirklich nichts damit zu tun, aber gleichzeitig hatte Rain wohl recht. Aufgeregt hatte er sich zwar nie, aber sein Hemd hatte er selten ordentlich zugeknöpft und sein Murren und Grummeln war genug gewesen, um herauszufinden, was es war, das ihn plagte. Oft genug wünschte er sich wohl einfach, nur für sich zu sein und gleichzeitig brauchte er jemanden, mit dem er sich beschäftigen konnte; jemand, der wenigstens so tun konnte, als würde er jedes einzelne Wort verstehen, dass aus seinem Mund kam, selbst dann, wenn er ewig vor sich hin sülzen wollte. "Außerdem hat es dich doch sowieso nie gestört!", nuschelte der große, böse Wolf unzufrieden und nahm sich ebenfalls etwas von der Suppe, die er auch in einem heißen Schlag vernichtete, fast so, als machte der Temperaturunterschied ihm nicht im Geringsten etwas aus. Wie lange das wohl andauern würde? Hoffentlich würden seine Geschmacksknospen sich in Thria wieder entfalten, aber optimistisch war er in der Hinsicht ohnehin nicht - es würde sich nichts verändern, nur weil er sich wieder Zuhause befand.

      "Hat er sich wenigstens ... Kekse auch noch? Wie viel Honig hast du Rain ums Maul geschmiert, damit er das alles durchgehen lässt?", stellte Rikiya empört fest und sah zu Nayantai, der lediglich peinlich berührt an seiner Suppe nippte, die er nicht in einem Schluss ausgetrunken hatte. Oder doch? Wirklich erkennen konnte er es nicht. "Naja, die Kekse haben wenigstens nach irgendwas geschmeckt! Der Rest war ... naja, ich habe ihn nicht wirklich geschmeckt. Und ich bin froh, dass ich wieder Zuhause bin, aber ihr zieht mich beide auf!", beschwerte er sich. Rikiya konnte sich ein weiteres lachen nicht mehr verkneifen und wischte sich ein paar Eintopf-Reste aus den Mundwinkeln, bevor er Rain ebenfalls welchen anbot und endlich von seinem Sitzplätzchen aufstand. Machte es Spaß, seinen erwachsenen Sohn aufzuziehen? Vielleicht, aber gleichermaßen hatte er es Rain zu verdanken, dass sie überhaupt so viel Spaß hatten. "Ist es wirklich so komisch, dass ich mich bei Rain so wohl gefühlt habe?", fragte er und meinte es, zumindest an eben jenem Punkt, einigermaßen ernst. "Ja, eigentlich schon. Normalerweise bist du der Letzte, von dem ich gedacht habe, dass er sich auf einen Adrestianer einlässt.", gab Rikiya zum Besten, und damit hatte er nicht Unrecht. "Schafe sind nicht so schlimm, zumindest die bei Rain nicht."
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    • "Du hast mich ein wenig überrumpelt.", gab Rain mit einem Lächeln zu. Aber es stimmte schon, er war nicht sicher was seine Gefühle bedeuteten und woher sie kamen, aber er wollte Nayantai ab einem gewissen Punkt bei sich haben. Er wollte nicht glauben, dass er eine rebellische Ader entwickelt hatte und sich nur auf Nayantai einließ, damit er seinem Vater eins auswischen konnte, es lag wohl eher daran, dass sie beide wussten, wie es sich anfühlte allein und eingesperrt zu sein, auch wenn ihre Gefängnisse sehr unterschiedlich waren. "Eigentlich war ich nur froh, dass Nayantai überhaupt etwas gegessen hat. Anfangs hat er nur alles drei Mal im Kreis gedreht, aber ich will nicht behaupten, dass ich in der Hinsicht sehr viel besser bin. Mit Gewürzen aus Thria konnte ich leider auch nicht dienen." Dass es in Fhaergus im Winter allgemein nicht viel gab musste Rikiya eigentlich wissen, also sprach Rain es nicht extra aus. Stattdessen nahm er vorsichtig den Eintopf entgegen. Er war nicht sehr hungrig, was wohl bedeutete, dass er noch nicht gänzlich gesund war. Trotzdem zwang er ein paar Bissen in seinen Magen, weil er wusste, dass es ihm guttun würde.

      Rain folgte dem kurzen Hin und Her zwischen Nayantai und seinem Vater. Unter anderen Umständen wären Rain und er bestimmt keine Freunde geworden, aber nachdem Nayantai keine Kraft gehabt hatte sich zu wehren, war es nicht so schwer gewesen sich mit ihm anzufreunden, zumal Rain einfach alle ignoriert hatte, die ihn davon abhalten wollten. "Die Menschen die in unserem Anwesen gearbeitet haben, wissen auch nicht aus erster Hand wie der Krieg ist. Sara hat ihren Vater im Krieg verloren, aber so ist der Krieg nunmal.", erklärte Rain mehr Nayantai als Rikiya. "Ich denke auch nicht, dass sie sich gehasst haben. Sie waren vielleicht misstrauisch, mehr aber nicht." Hatte Nayantai Rain gehasst? Im ersten Moment zumindest? Vermutlich nicht, für sowas war er vermutlich zu müde gewesen und danach hatte Rain schon bewiesen, dass er eigentlich gar nicht so schlimm war. Den Eintopf stellte er wieder weg. "Wollen wir uns auf den Weg machen?" Er konnte es selbst gar nicht mehr erwarten.
    • "Hätte ich das nicht getan, dann hätten wir uns vermutlich auch nicht angefreundet.", konterte Nayantai, wohlwissend, dass er damit recht behielt. Sie beide brauchten einander zwar, vor allem in der langen, kalten Zeit in der sie beide für sich selbst waren und als Einsiedler existiert hatten, aber gleichermaßen fiel ihm immer wieder auf, dass er sich eigentlich wie ein einfältiges Kind verhielt. Wenn er etwas wollte, dann riss er sich es unter den Nagel. Derartige Einstellungen waren unter Adeligen - auch aus Thria - nicht unbedingt seltene Gegebenheiten, aber gleichermaßen war es nur fair, wenn er sich selbst etwas am Riemen riss und sein Verhalten im Zaum hielt. "Nayantai hat nichts gegessen?", verwirrt starrte er zu seinem Sohn, welcher lediglich mit den Achseln zuckte. Einfach war es allemal nicht, all das fremde Essen in seinen Magen zu forcieren, aber gleichermaßen war ihm auch aufgefallen, dass er sich nicht daneben benehmen konnte, und das sein Körper die Nahrung mehr als bitter nötig hatte, damit er sich erholen konnte. "Dass ist mir auch etwas Neues.", gestand Rikiya.

      Nayantai war der Erste, der nicht länger dumm herumsitzen wollte und sich endlich auf seine eigenen zwei Beine stemmte, damit er sich schließlich noch einmal strecken konnte und ein lautes Gähnen von seinen Lippen ziehen ließ. Das hier wäre ihr Heimweg, einer, den sie sich durchaus verdient hatten und gleichermaßen war es der Endspurt einer langen Strecke, die sie Tage zuvor noch für unmöglich erachtet hatten. Was gewannen sie auch, wenn sie sich in einer aussichtslosen Situation wie eben jener beeilten? Nicht viel, aber eigentlich noch viel weniger als nichts. "Das ... wusste ich gar nicht. Sara hat eigentlich viel zu viel für uns getan.", klärte Nayantai auf und legte seine Hand in den Nacken - leichtes Unbehagen suchte ihn heim, wenn er an die junge Frau dachte, die noch mit all den ihr möglichen Mitteln versucht hatte, sie beide aus dem Anwesen zu zwängen, ohne dass man sie bemerkte. "Deinen Arzt finde ich noch immer gruselig!", regte er sich auf, aber Rikiya schüttelte nur den Kopf. "Ärzte beziehungsweise Heiler konnte er noch nie leiden, ignorier das. Und ja, wir sollten aufbrechen!", gestand Rikiya und half Nayantai dabei, ihr Lager gänzlich abzubauen, bevor sie auch schon die Pferde sattelten und Nayantai Rain wieder auf das ihre half. Weit hatten sie es nicht, das war gut.
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Es war vermutlich besser, dass Rikiya Nayantai nicht gesehen hatte, als Rains Vater ihn bei ihm abgeliefert hatte. Es war kein schöner Anblick gewesen. Nayantai war krank, ausgehungert und verletzt gewesen. Er hatte wesentlich schlimmer ausgesehen als zu dem Zeitpunkt als Rikiya endlich bei ihnen angekommen war, auch wenn ihm jetzt ein Auge fehlte. Es war Rains Schuld, aber er wusste, dass es nichts brachte sich wieder und wieder dafür zu entschuldigen. "Ja das hat sie. Sie war immer schon so. Aufopfernd. Manchmal wenn ich krank war und niemand Zeit für mich hatte, ist sie bei mir gesessen und hat mir erzählt was im Haus vor sich ging." Sie war die einzige gleichaltrige Freundin gewesen die Rain gehabt hatte. Er konnte nur hoffen, dass es ihr gut ging, immerhin kannte er sie schon so lange. Sie beide waren in dem großen Anwesen aufgewachsen und das etwa zur selben Zeit. Rain hatte ihr in der wenigen Zeit die sie gehabt hatte und in der sie zu ihm gekommen war lesen, schreiben und rechnen beigebracht, auch wenn es immer nur fünf Minuten waren, bevor sie nicht mehr so tun konnte, als würde es eben so lange dauern, ihm eine Tasse Tee zu bringen.

      Rain ließ sich von Nayantai auf das Pferd helfen und kurz darauf ritten sie los. Nayantai war sehr aufgeregt und Rikiya führte sie an. Rain schlief noch einmal ein, so gut das auf einem Pferd eben ging und gegen späten Nachmittag erblickte Rain ein wenig Rauch in der Ferne. "Ist es das?". wollte er wissen, auch wenn sie noch keine Zelte oder ähnliches sehen konnten. Mit einem Mal war Rain noch nervöser als vorher. Er wusste gar nicht wie er sich verhalten sollte. "Soll ich meine Haare vielleicht erst einmal verstecken?", wollte er von Nayantai und Rikiya wissen und sah zwischen beiden hin und her. "Oh und wie stelle ich mich vor?" Vielleicht sollte er nicht erwähnen, dass er ein adrestianischer Adeliger war? Andererseits hatte er den König auf seiner Seite und lügen war meist keine gute Idee. Vermutlich machte er sich zu viele Gedanken und er kuschelte sich enger an Nayantai, als müsse er ihn beschützen.
    • Ob seine Schwester ihn in die Arme schließen würde? Ob es noch Wölfe gab, die Nayantai kannte? Ob er Zuhause wahrlich willkommen war? All diese Gedanken kreisten dem Kronprinzen der Wölfe durch seinen durchaus leeren Kopf, als er zielsicher seinem Vater hinterher ritt und hoffte, die Siedlung - die endlos weit weg zu sein schien - bald zu erreichen. Es dauerte, so lange, dass sogar Rain eine Nase Schlaf gebrauchen konnte und auch so lange, dass Nayantai sich nicht länger gegen die wilden Wogen des Windes aufbauen wollte, der ihn immer wieder in eine Richtung zog und dazu anhielt, nicht in der Schneise hinter seinem Vater zu reiten, sondern zu ihm aufzuholen und ihn klammheimlich zu ärgern. Mit seinem linken Arm hielt er Rain fest, während er seinen rechten Ellbogen seinem Vater in die Seite drückte - Rikiya funkelte ihn entzürnt an, schupfte seinen Arm beiseite und ritt wieder ein paar Schritte voraus. Nayantai verfolgte ihn, dementsprechend angetan von der Vermutung, dass sein Vater nicht auf eine Keilerei aus war, und doch wollte er gleichermaßen nur spielen. War Rain der Welpe oder er selbst? Genau konnte er es nicht sagen, obwohl er in den letzten Tagen genug jugendliche Energie versprühte.

      Bis Rain wieder aufwachte dauerte es - sie ritten schon eine halbe Ewigkeit durch die thrianische Landschaft und eigentlich hatten sie alle drei genug Zeit; sie mussten sich nicht beeilen, auch wenn Nayantai auf die Siedlung zu jagte, sobald er die grauen Rauchschwaden sah, die sich dampfend aus dem Nebel bohrten, der in der annähernden Dämmerung über dem Tundratal lag. Wie lange wollten sie noch warten, bis sie wieder Zuhause waren? Nayantai hatte die Schnauze voll von alledem und wollte nicht mehr - er überholte Rikiya auf den letzten Metern; Rain schien auch endlich wach zu sein. “Ja, wir sind Zuhause Rain!”, rief er begeistert. War er es denn wirklich, nun, da er seinem Tod ins Auge sehen musste? Er wusste es nicht, aber gleichzeitig war er nicht gewillt nach Alternativen zu suchen. Nayantai strich Rain über den Rücken und versteckte ihn mit seiner Kleidung. “Du musst dich nicht verstecken, ehrlich. Aber du kannst, wenn du willst.”, nuschelte er. Gleichzeitig war Rikiya es, der zu ihnen ritt und Rain seine Kapuze über den Kopf zog. “Wir sollten nicht zu viel Aufsehen erregen. Bleibt am besten hinter mir.”, erklärte der alte Wolf, der Nayantai einen missbilligenden Blick zuwerfen musste, damit sein Sohn sich wieder einkriegen würde. Die kurze Distanz, die sie noch von ihrer Siedlung trennte, wurde bald darauf geschlossen. Still war es, beinahe gespenstisch still, als sie hereinritten. Rikiya war der Erste, der von seinem Pferd stieg und es an einem Pfosten nebst seinem Zelt festband. Nayantai stieg nach ihm ab und tat es ihm gleich, bevor er mitsamt Rain auch schon in ein Zelt geschubst wurde. “Musst du immer so gr-“, wollte Nayantai sich noch beschweren, bevor seine Augen auf das traute Eigenheim fielen, das aus vielerlei Decken und ledrigen Wänden bestand. Innerhalb brannte ein Feuer, lichterloh, und erst jetzt fiel Nayantai etwas in der Mitte des Zeltes, hinten an der Wand auf. “Der blaue Stofffetzen da … ist das nicht das Fhaergus-Wappen?” Rikiya folgte ihnen nicht in ihr Zelt, seine Schritte entfernten sich, und bald darauf hörte er einige Personen, die draußen entweder patroullierten, oder sich die Beine vertraten. Wie dem auch sei, Nayantai schwieg und watschelte zu einem der Betten, die hauptsächlich ein großer Haufen Fell waren, und ließ sich darauf fallen. “Rain, komm her.”
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    • Nayantai wurde nur noch aufgeregter, aber zumindest Rikiya wollte wohl nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen und zog Rain erst einmal seine Kapuze über den Kopf. Der Blonde versteckte seine Haare darunter und stellte sicher, dass der Reitwind den Stoff nicht wieder von seinem Kopf wehte. Rikiya stoppte Nayantais Ungezügeltheit und ritt voran. Rain war nicht sicher ob er nur ihn versteckte, oder auch seinen Sohn, damit sie ein wenig Zeit hatten, bevor irgendjemand seinen Tod verlangte. War das nicht traurig? Bestimmt wollte Nayantai alle begrüßen und endlich wieder unter seines gleichen sein. Rain verhielt sich jedoch still und sah sich auch nicht wirklich um, als sie bei den Zelten angekommen waren, einfach nur weil er nicht wollte, dass jemand seine blauen Augen sah. Auf die Schnelle sah Rain zwar niemanden, aber das hieß nicht, dass nicht vielleicht doch jemand aus seinem Zelt herauslugte. Es wunderte ihn aber schon, dass sie auf ihrem Weg nicht einmal jemandem begegnet waren. Hatte so eine Siedlung keine Späher? Wie dem auch sei, Rain wusste nicht wie eine Thrianische Siedlung auszusehen hatte, vielleicht war es ja ganz normal so.

      Sie hielten vor einem großen Zelt und Nayantai half Rain hinunter. Kurz darauf stolperte er auch schon durch die Öffnung des großen Zeltes. Nayantai beschwerte sich, schien sich aber auch gleich wie zu Hause zu fühlen. genaugenommen war dies wohl sein Zuhause. Rain blieb nahe des Eingangs stehen und sah sich erst ein wenig um, bevor er die Kapuze von seinem Kopf schob. Oder sollte er sie lieber aufbehalten? Nayantai deutete auf eine Art Fahne an der Wand und auch wenn Rain das Wappen sehr gut kannte, zuckte er nur mit den Schultern. "Kann schon sein...", murmelte er. Das Zelt war riesig und sah von innen eigentlich noch größer aus als von außen. Es war ziemlich beeindruckend, aber trotzdem fragte Rain sich wo Rikiya jetzt wohl hingegangen war. Nayantai rief den Blonden zu sich und Rain stolperte und hüpfte die paar Meter zu ihm. Er brauchte unbedingt ein Paar Krücken oder etwas Ähnliches, nachdem er immer noch nicht vernünftig auftreten konnte. Bei Nayantai angekommen ließ Rain sich langsam auf die Felle sinken, die so angenehm weich waren. Ob er seine Schuhe ausziehen konnte?
    • Wie sehr hatte er seine Heimat nur vermisst? Nayantai konnte es nicht in Worte fassen, kuschelte sich an die Pelze und rieb sein Gesicht gegen die Stoffe, die unter ihm lagen - sie rochen unmissverständlich nach etwas Rauch und nach trockenen Blättern, nach allerhand Kräutern und Beeren und nach all der Freiheit, die ihm schon so lange verwehrt worden war. Nayantai wollte und konnte sich glücklich schätzen, einfach nur für den Moment tief einatmen zu können und Rain näher an sich ziehen zu dürfen. Er schloss seine Arme um die kleine Gestalt und kuschelte sich an ihn, überzeugt davon, dass sie beide die schlimmste Hürde ihres Lebens überwältigt hatten. Ein lautes Gähnen überkam ihn, bevor er sein Gesicht auch schon an Rains Nacken drückte und sich kein Stück mehr rühren wollte - so, als ob all die Anspannung, die sich über die letzten Monate in seinem Körper angesammelt hatte, endlich nachlassen würde und ihm unmissverständlich mitteilte, dass es endlich an der Zeit war, sich auszuruhen und sich damit zu sputen. Offensichtlich brauchte er noch ein Bad, und eigentlich hatte er viel mehr Fragen, als man ihm beantworten wollte, aber Nayantai war müde und grummelte darüber, dass es noch nicht stockfinster war.

      Mit einem Ruck griff er nach einem der Felle und zog sie mehr über Rain als sich selbst, an welchen er sich unmissverständlich schmiegte. Rain hatte erst geschlafen, das wusste er selbst, aber nun war er an der Reihe und nichts würde ihn davon abhalten, einen ruhigen Abend an der Seite seines Liebsten zu genießen. Nayantai war noch nie sonderlich umsichtig gewesen, eher selbstsüchtig, und eben das spiegelte sich genau jetzt wieder. “Ich bin so froh …”, nuschelte er, vollkommen aufgelöst und schloss seine Arme etwas fester um Rain. Tier atmete er den familiären Geruch des Zeltes ein, das sich seit seiner Kindheit kaum verändert hatte - es war riesig, und die unterschiedlichen Gerüche, die sich über Jahre hinweg in den verschiedenen Stoffen und Fellen, in Ledern und Dekorationen festgesetzt hatten, ergaben ein Gesamtbild; er starrte mit trüben Augen an die Decke und ließ heiße Tränen über seine Wangen kullern. Nur sein eigenes Zelt, seine eigene Kleidung, fehlte - seine Brüder und seine Mutter, die er nie wiederfinden würde, aber das tat kaum etwas zur Sache. Kurz schluchzte er, ehe er sein Gesicht auch schon in Rains Rücken vergrub und sich an ihn schmiegte, als würde er ihm gleich aus den Händen gerissen werden. “Danke, Rain. Bleibst du bei mir?”, winselte er und schloss dabei die Augen, bevor eine Welle der Erleichterung über ihn fegte. Nayantai atmete tief ein und aus, ein paar Mal, bevor er endlich in tiefen, unsagbar schweren Schlaf sank - er wollte heute einfach nicht mehr.
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    • Sobald Rain sich gesetzt hatte, wurde er auch schon in die Felle gezogen. Nayantai hatte vergessen, dass er sich eben noch bei seinem jetzt verschwundenen Vater beschweren wollte und alles andere schien auch nicht wichtig. Stattdessen kuschelte er sich in sein Bett und nahm alles ihm bekannte in sich auf. Er drückte Rain an sich, sagte ihm wie froh er war endlich hier zu sein und vielleicht war Nayantai zum ersten Mal seit Jahren wirklich dazu in der Lage zu entspannen. Rain freute sich für ihn, nur selbst fühlte er sich im Moment noch ein bisschen fehl am Platz. Vielleicht war ihm auch noch nicht ganz klar, dass sie tatsächlich, zumindest vorerst, in Sicherheit waren. Es brauchte vielleicht ein oder zwei Tage und eine Erklärung wie es nun weiter gehen würde. Musste er sich ab jetzt hier drinnen verstecken? Er konnte ohnehin nicht wirklich nach draußen, das war also okay und das große Zelt wirkte warm und einladend. Natürlich war es kein Schloss und auch kein großes Anwesen, aber das brauchte Rain auch nicht. Es war jedenfalls besser als ein einfaches Zelt im Wald.

      Hinter sich hörte Rain Nayantai ein wenig schluchzen, ehe er sich wieder an Rain drückte und ihn gleichzeitig mit ein paar Fellen bedeckte. Rains Körper entspannte sich ebenfalls ein wenig und die starken Arme Nayantais um sich zu wissen war angenehm. Er legte seinen Kopf auf einem der Arme ab und hielt den anderen, den Nayantai um ihn geschlungen hatte, sanft mit seinen Fingern fest, um ihn sanft zu streicheln. "Natürlich.", antwortete Rain dem Wolf, aber dieser war scheinbar schon eingeschlafen und auch Rain fühlte sich müde und erschöpft genug, um seine Augen zu schließen und zumindest ein wenig zu Dösen. Er lauschte den Geräuschen draußen, auch wenn es nur hier und da ein paar Stimmen waren die etwas auf thrianisch austauschten. Manchmal waren es Schritte und Rain öffnete seine Augen um zu sehen, ob Rikiya sich zu ihnen gesellte, aber das tat er nicht. Sicherheitshalber zog Rain seine Kapuze dann doch wieder über seine Haare und er kämpfte sich etwas umständlich aus seinen Stiefeln, damit er Nayantai nicht störte. Er hätte ihm seine auch ausgezogen, aber der Griff des Wolfes war so fest, dass er kaum eine Chance hatte sich auch nur für einen Moment zu befreien.