spellbound. (earinor & akira)

    • Was war es, das ihm an Rain so gefiel? Nayantai konnte förmlich gar nicht mehr aufhören, sich über die bloße Anwesenheit des Lammes zu freuen, wenn auch gleich es so schien, als hätten sie sich soeben erst nicht gestritten und als hätte es - aus eben jener Streiterei - keinen Auswege mehr gegeben, der nicht dazu geführt hatte, dass es einem von ihnen beiden schlechter ging. "Rain, du ... ich ... so etwas stört mich nicht. Ich fühle mich nicht benutzt und bin genau so gerne für dich da, wie du für mich da bist!", stieß der Wolf zufrieden aus. Vor wenigen Wochen hatte er sich eigentlich noch ausgemalt, dass er sein Leben alleine in einer Zelle fristen würde, dass er nur versuchen musste, einem Schaf zu gefallen, damit er weiterhin leben durfte - und nun lag er hier, hatte ein Schaf in seinen Armen und wunderte sich, was genau es war, das sie von Fremden in etwas ähnliches wie Liebhaber verwandelt hatte. Wollte er das denn? War es denn rechtens, zu glauben, Rain gehörte ihm und nicht mehr sich selbst? "Magst du es denn überhaupt, hier, mit mir zu liegen?", harkte der Wolf etwas unsicher nach, der die Kälte, die von dem Lamm ausging, sichtlich genoss. Auch, wenn Rain sich vermutlich schwer dabei tat, ihm zu glauben, dass er das hier wollte, so sah er keinen Grund, es nicht zu wollen - immerhin gehörten sie beide einander.

      "Das hält dich auch nicht davon ab, nur Kekse zu essen!", lachte der Wolf schlussendlich. "Ja ja, ich weiß - ich sollte ordentlich essen, damit ich nicht mehr aussehe, als würde ich gleich verhungern", nuschelte er, beinahe schon unzufrieden. Es war nicht schwer, Rain durch die Gegend zu hieven, aber er selbst wusste, dass er es nie schaffen würde, in diesem Zustand wieder nach Hause zu finden, aber, musste er das denn überhaupt? "Das, was du vorhin gesagt hast ... dass ich ... hierbleiben soll. Kann ich das wirklich?", wollte er wissen. Eigentlich sehnte er sich nach der kalten, thrianischen Luft, nach dem warmen Lachen seines erschöpften Vaters und nach den Geschichten, die schon gut und gerne für eine warme Schüssel Suppe am Lagerfeuer eingetauscht wurden. "Gut, das freut mich", murmelte er noch, da stahl Rain ihm doch auch schon einen Kuss. Beinahe schon peinlich berührt, musste Nayantai kichern - wieso eigentlich? Der Wolf fühlte sich wohl so, als hätte man ihm soeben etwas geschenkt, nach dem er sich gesehnt hatte - von dem er nicht wusste, dass er es wollte. Ohne die Chance, das Lamm auf die Lippen zu küssen, drückte er ein Kuss auf dessen Haar und grinste, zufrieden. "Rain ist auch schön", wiederholte er das Kompliment fast, als wieder neues Vokabular an seinen Kopf geworfen wurde. "Mein Name ... nur kleiner? Meinst du kürzer? Einen Spitznamen?" Selbst wusste er das gar nicht mehr genau, fing an zu überlegen. Hatte er denn einen? Oder ... "Wieso gibst du mir nicht einfach einen?"
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • All das was ihnen widerfuhr musste für sie beide gleichermaßen wie ein Traum wirken. Sie beide waren auf ihre eigene Weise eingesperrt gewesen, sie waren beide alleine gewesen und jetzt hatten sie jemanden und fühlten sich frei, obwohl sie dieses Gemäuer immer noch nicht verlassen konnten. Das brauchte Rain im Moment auch gar nicht, es reichte ihm Nayantai bei sich zu haben, mit ihm sprechen zu können und natürlich freute er sich über kleine Geschenke wie eine Hand voll Schnee, die er ihm brachte. Er war tatsächlich ein wenig wie ein Hund, auch wenn Rain ihn überhaupt nicht so sehen wollte. Er war auch kein Wolf, er war ein Mensch, so wie jeder andere auch und er war einfühlsam, freundlich und ebenso verletzlich wie das kleine Lamm. Ein großer, starker Körper schützte niemanden von der harten Realität dieser Welt, was hingegen doch half war jemand wie Nayantai, der Rain einfach nur im Arm hielt, egal ob er verstand was Rain bedrückte und was nicht und egal, ob es ihm selbst nicht besser ging. Das war nicht wichtig, niemand war wichtiger, oder weniger wichtig als der jeweils anderes. "Natürlich mag ich es.", lächelte Rain und drückte sich ein wenig fester an Nayantai, dessen Körper so angenehm warm war und dessen Haut sich gar nicht so rau anfühlte, wie sie aussah. "So sehr, dass ich mich kaum auf etwas anderes konzentrieren kann... wie auf meine Arbeit... ich... mh... ich weiß nicht genau, ob... ob das denn normal ist.", gab er zögernd zu, wünschte sich aber gleich die Frage nicht gestellt zu haben.

      "Manchmal esse ich auch Kuchen!", gab Rain scherzend und mit einem kurzen Kichern zurück. "Wir sollten beide mehr essen. Ja! Ab jetzt essen wir die Menge die wir gerne den anderen in sich hinein stopfen sehen wollen!" Rain wusste nur zu gut wie es war, absolut keinen Appetit zu haben, auch wenn es in den letzten Wochen tage gab, an denen er durchaus sogar hunger verspürt hatte. Dennoch kam und ging der Appetit und manchmal wollte er nichts von dem, was auf dem Tisch landete. Sich darüber Gedanken zu machen konnte jedoch warten, viel eher horchte er auf und löste sich wieder ein wenig von Nayantai, als er seine Frage vernahm. "Ich... ich weiß es nicht. Es wäre gefährlich... ich weiß nicht, warum mein Vater dich überhaupt her gebracht hat, wenn er zurück kommt... ich könnte versuchen dich zu verstecken. Wenn du jedoch erwischt wirst... bedeutet das vermutlich deinen Tod.", erklärte er. Vorhin hatte er nicht nachgedacht. Das Anwesen und der angrenzende Wald wären theoretisch groß genug um einen einzelnen Wolf zu verstecken, aber sie würden nicht mehr so viel Zeit miteinander verbringen können. Der Gedanke Nayantai nie wieder zu sehen war kein schöner, aber für seinen Tod verantwortlich zu sein, das wollte er noch viel weniger. "Wie auch immer, ich bin einfach froh dich jetzt bei mir zu haben.", erklärte er mit einem schwachen Lächeln, das Thema würde nur wieder zu Streit führen, er wollte lieber nicht zu viel darüber diskutieren. "Spitzname.", wiederholte Rain das fremde Wort und schüttelte anschließend leicht den Kopf. "Ich weiß nicht... mir fällt nichts ein und ich glaube es fühlt sich komisch an, dich bei einem anderen Namen zu nennen..."
    • War das die Erfüllung, die er so klangheimlich gesucht hatte? Rain war derjenige, der seine Arme förmlich nie verlassen wollte, der die angestaute Hitze in seinem Körper durch eine einzige Berührung eindämmen konnte und ihm irgendwo, irgendwie fast zu sagen schien, dass es in Ordnung war, wenn er sich in seiner eigenen, brennenden Haut noch nicht wohl fühlte und er sich so viel Zeit lassen durfte, wie er wollte - dass er nicht sofort wieder er selbst sein musste. Nayantai fühlte sich an seiner Seite nicht nur gut aufgehoben sondern auch so, als würde die ganze Welt aufhören, ihm Leid zufügen zu wollen - als wäre er hier sicher und geborgen und müsste sich nie wieder Gedanken darüber machen, dass Thria überhaupt noch existierte und auf zwei wackeligen Beinen stand, die den Druck schon bald nicht mehr aushalten würden, übte man ihn weiter auf es aus. Egal, wie er aussah oder wer er schlussendlich war, zumindest blieb ihm die Zuversicht, dass er Nayantai war - dass es doch vollkommen egal war, wer er zu sein glaubte, sondern dass es eigentlich nur wichtig war, was Rain von ihm dachte, während er sich selbst dabei erwischte, durch den unkenntlichen Nebel zu stolzieren, der ihm die Sicht auf sein Leiden erschwerte und ihm beinahe zu sagen schien, dass es wichtig war, genau das nicht zu sehen und nie wieder zu erkennen. "Gut, ich nämlich auch - sehr sogar", gab der Wolf zurück, der das Schaf ohne Widerworte in seinen Armen empfangen würde, wann auch immer es wollte. Eine Umarmung mehr oder weniger würde wohl nur dafür sorgen, dass er sich noch schwerer damit tat, schlussendlich wieder loszulassen und in den Krieg zu ziehen, den er nie wieder führen wollte. "Wieso sollte es das nicht sein? Ich will nicht mutmaßen, aber wer weiß schon, was du für mich empfindest oder was du glaubst, dass dein Kopf dir vorspielt. Ich mache dich glücklich, nicht?"

      Sehnte er sich denn danach, sich aus dem imaginären Halsband zu winden, das Rain ihm bereits umgelegt hatte? Oder war es ihm doch lieber, er trug den Talisman um seinen Hals und akzeptierte, dass dieser zwar nicht von Rain geschnitzt wurde, er ihm diesen aber gegeben hatte? "Manchmal, ja!", rief der Wolf lachend aus, der genau wusste, dass er nie ein Freund von süßen Speisen werden würde. Normales Schafsessen schmeckte ihm ohnehin nicht, weswegen es wohl auch ein futiler Gedanke war, zu glauben, er würde all die zuckrigen Speisen überhaupt nur ansehen wollen. "Willst du dich umbringen? Oder doch lieber mich? Kommt gar nicht in Frage! Aber wir könnten beide normale Portionen vertragen und uns nicht so zieren ... da hast du recht", seufzte Nayantai. Ein Sturkopf war er durch und durch, genau genommen wollte er damit auch immer durch die Wand, aber irgendwie fühlte es sich falsch an, ließ er sich nicht auf Rain ein. "Ich glaube, ein solcher Tod wäre mir lieber, als der Tod in Thria - einsam und alleine, auf einem Schlachtfeld, auf dem ich gar nicht mehr sein will. Wer weiß, vielleicht habe ich auch gar nicht das Glück zu sterben und sie zerren mich wieder zurück zu ihrem König", was auch immer es wäre, war eigentlich auch egal - sobald er sich wieder vor dem König wiederfand, so glaubte er, würde er seinem Ende mehr oder minder entgegenblicken müssen und für sich selbst zu akzeptieren haben, dass das Lamm zwar jetzt in seinen Armen lag, aber dann keine Macht mehr über ihn hätte und er sich wieder damit abfinden musste, nicht mehr als ein vermaledeites Spielzeug zu sein, dem schon einige Zacken in der Krone fehlten. "Und ich bin erst froh, dass du dich an mich kuschelst", kicherte der Wolf, der sich selbst an das Lamm schmiegte und es festhielt, als wäre es ein hölzernes Brett auf offener See, das ihm dabei half, nicht zu versinken. Sie verstanden sich wirklich gut, dafür, dass Nayantai eigentlich vorhatte, keinem Schaf jemals mehr eine Chance zu geben. "Hm, ich könnte jetzt frech sein, aber ich glaube, es reicht, wenn du mich Nayantai nennst", sprach er und streckte dem Lamm seine Zunge heraus.
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    • "Du... du machst mich sehr glücklich. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte mal so glücklich war und mich nicht ständig elend gefühlt habe.", lächelte er sanft und drückte seine kalte Nase an den warmen Hals des Wolfes. Vermutlich sollte er so etwas gar nicht sagen, das ständige Stechen in seiner Lunge, oder die kalten, schmerzenden Knochen waren für Rain schon zur Gewohnheit geworden und bestimmt nicht zu vergleichen mit dem, was Nayantai durchmachen musste. Trotzdem, er war ihm dankbar dafür, dass er einfach nur hier war und ihn in seinen Armen liegen ließ. Rain vergaß seinen kranken Körper zumindest für einige Momente, als wäre er gar nicht zerbrechlich. Die Wärme die der Wolf ausstrahlte durchzog seinen Körper und nahm die Kälte von dem zierlichen lamm, die diese schon so lange quälte. Ein wenig erhob er sich, zupfte Nayantais Arm in eine Position die ihm gefiel und bettete seinen Kopf schließlich auf seine Schulter. ""Denkst du nicht wir... wir mochten uns viel zu schnell?", fragte Rain, erklärte damit ein wenig was er vorhin gemeint hatte, wollte aber eigentlich gar nicht zu viel darüber nachdenken. Die neue Position war angenehm und er legte seinen eigenen Arm wieder locker um Nayantai, er wollte gar nicht mehr aufstehen. "Ist es in Ordnung so?", fragte er.

      "Nein, ich will dass wir beide leben!", kicherte Rain und zögerte ein wenig, bevor er Nayantai sanft in die Schulter zwickte. "An uns beiden sollte mehr dran sein.", erklärte er. Wenn sie beide weiterhin so wenig aßen, dann würden sie noch zu Skeletten werden, die durch das Anwesen geisterten, vor Allem Nayantai würde die Kraft für die Reise brauchen, die er gar nicht auf sich nehmen wollte. Rain sah stur gerade aus, auf Nayantais Brust die sich langsam hob und senkte, auf die Narben die sie schon jetzt zierten und zu denen sich noch mehr gesellen würden, würde er tatsächlich wieder kämpfen, aber was konnte Rain schon tun? Er wollte Nayantai helfen, aber er wusste nicht einmal, was er darauf antworten sollte. Die Situation schien aussichtslos und der Gedanke daran, dass Nayantai auf die eine oder andere Weise etwas zustieß, sorgte schon jetzt für eine aufsteigende Übelkeit. Wenn Nayantai erst einmal weg war und Rain nicht einmal wusste, ob er noch lebte, würde er das denn aushalten? Immer noch fehlten ihm die Worte und er drückte sich lediglich fester an Nayantai. Er dachte ständig über eine Lösung nach, aber ihm fiel absolut nichts ein. "Der Winter dauert noch einige Wochen an, lass... lass uns versuchen die Zeit zu genießen...", murmelte er lediglich und war froh darüber, das Nayantai sich beinahe an ihn klammerte, er war gerne für ihn dar und fühlte sich auf gewisse Art und Weise auch gebraucht. "Frech?", fragte Rain, der das Wort nicht zum ersten Mal hörte. "Jetzt bin ich neugierig!"
    • "Mhm. Ich ... ich ... kann mich absolut nicht gut ausdrücken, wenn ich in deiner Sprache spreche, verflucht nochmal. Aber du bist mir auch wichtig, glaub mir. Etwas mehr, als ich es vermutlich zulassen sollte, aber das ist mir auch komplett egal." Ein kurzes Schaudern bahnte sich den unvermeidlichen Weg durch seinen Körper, als hätte der Forst, den Rain mit sich herumschleppte, schlussendlich auch Auswirkungen auf einen großen, bösen Wolf, der sich angesichts der Kälte doch eigentlich gar nicht zieren musste. Sein gefundenes Fressen war es doch, das ihm irgendwo, irgendwie Kopfzerbrechen bereitete, wenn auch nur mit den einfachsten Gesten und auch nur dann, wenn er darüber nachdachte, dass sie beide eigentlich etwas tun wollten - und nun wieder in einem Bett lagen, sich aneinander kuschelten und so taten, als wären sie wahrhaft ineinander verliebt. "Vielleicht, aber wen kümmert das schon? Ist es nicht wichtig, dass wir jetzt einander haben, auch, wenn uns die ganze Welt verteufeln wird?", harkte er nach, während das Lamm tat, was es wollte - und die offenherzige Natur des Wolfes genießen durfte, der ihn wohl in seine Einzelteile hätte zerlegen können, wenn er sich etwas mehr anstrengte. "Ja, mach dir keine Sorgen!", antwortete Nayantai und schmiegte sich wieder an sein Objekt der Begierde heran, nachdem er sich nie sehnen wollte.

      "Ja, das weiß ich!", bekannte sich der Wolf, dem es eigentlich auch am Herzen lag, nicht einzugehen wie ein Blume, die bereits gepflückt worden war und nur mehr begrenzte Zeit besaß, bevor sie vollkommen verwitterte - aber genau das tat er in diesem Moment, anstatt zu versuchen, Wurzeln zu schlagen, die er dringend benötigte. "Au!", stieß er aus, als man ihm - vermutlich zum wiederholten Male - in irgendeine Stelle an seinem Körper kniff, der schon weitaus schlimmeres erlebt hatte als eben das. "Ich weiß, also sollten wir essen und uns darauf konzentrieren, dass wir nicht immer so zögerlich sein dürfen, wenn es darum geht", brummte er, als er sich wieder weiter an Rain kuschelte, der nun hoffentlich auch bequem in seinen Armen lag. Ach, wonach sehnte er sich auch schon, wenn nicht der Nähe und der Geborgenheit, die ihm das Lamm anbieten konnte, ohne, dass er danach fragte? "Werde ich, mach dir keine Sorgen - aber nur dann, wenn du es auch tust", lachte Nayantai. Im Moment schluckte er den Kloß ins einem Hals noch herunter und versuchte, nicht daran zu denken, dass es gar anders ausgehen könnte und es durchaus so sein könnte, dass er sich dort wiederfand, wo er nicht sein wollte - auf dem Schlachtfeld, mit blutbeschmiertes Fratze und Adrenalin, das seinen Körper nicht verlassen wollte. "Respektlos? Uhm. Ich ... du weißt schon, einem König oder jemand anderem zollst du Respekt. Wenn du das nicht tust, dann bist du ziemlich frech." Warum hatte er nur damit angefangen? Das hier ... lief auf etwas ganz anderes heraus. "Ich meine nur, du kannst mich gerne deinen König nennen, wenn du willst - aber, das ist ziemlich frech und außerdem glaube ich nicht, dass ich das will." Und trotzdem grinste er - wie albern,
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    • Erneut kicherte Rain ein wenig und sah von seiner Position aus an die Decke, als gäbe es dort etwas, das interessant war, dabei war er einfach nur froh hier zu sein, bei Nayantai. "Ärgere dich nicht so viel... wir haben noch Zeit die jeweils andere Sprache zu lernen und... als du hier ankamst haben wir beide kein Wort verstanden und trotzdem sind wir jetzt hier... vielleicht müssen wir... gar nichts sagen...", murmelte er, wurde leiser während er sprach, irgendwie war es ihm peinlich. Es war kitschig und am Ende hatte Nayantai vermutlich sowieso nichts verstanden und er musste sich erst wieder ärgern. "Du... hast recht. Es ist mir auch egal... was andere denken würden... " Sogar was sein Vater denken würde, zumindest im Moment, jetzt wo er sich ohnehin nicht mit ihm auseinander setzen musste. Normalerweise machte er sich sehr viele Gedanken, spielte schon Gespräche in seinem Kopf durch, bevor sie überhaupt stattfanden, überlegte, was er sagen und tun sollte, nur jetzt war das anders. Nayantai verdrehte ihm den Kopf und ließ ihn nicht an die Zukunft denken, die er sich ohne Nayantai gar nicht ausmalen wollte.

      "Für einen Wolf jammerst du ganz schön viel!", kicherte Rain über das kurze 'Au' nach dem sanften Kniff, das konnte gar nicht weh getan haben, schon gar keinem Wolf. Vielleicht sollte er ihn auch einfach noch ein wenig anknabbern, wenn er nur beim Essen auch so motiviert wäre. Das beißen ließ er aber sein, er war immer noch unsicher was er tun konnte und was nicht, schmiegte sich lieber weiter an Nayantai und war trotz der Nähe irgendwie immer noch nicht nah genug. Es fühlte sich an als wäre er immer noch entfernt von ihm und Rain wusste nicht warum, dabei berührte er ihn ja schon an so vielen Stellen, dass seine Wangen bei der Realisation knallrot wurden. Er lauschte Nayantais Erklärung, während er sich überlegte, wie diese Position noch bequemer werden konnte, obwohl er ja eigentlich etwas arbeiten wollte. "Mhm! Ich verstehe das Wort... denke ich... hm... König Nayantai? Noch bist du Prinz, oder? Außerdem macht das deinen Namen doch gar nicht kürzer!", lachte Rain amüsiert, eigentlich hätte er selbst gerne einen Spitznamen gehabt, obwohl er sich ja schon geehrt fühlte, wenn Nayantai ihn Welpe nannte. Und was gab es da noch für Ideen für Nayantai? "Mhh... mein König... klingt seltsam. Vielleicht etwas anderes... mein... hm..." Nein, alles was ihm in den Sinn kam war viel zu peinlich auszusprechen!
    • Was war da draußen, außer die endlosen Schneemassen und seine Heimat, nach der er sich eigentlich so sehr sehnen sollte? Schlussendlich musste auch Nayantai sich eingestehen, dass er nicht nur den Überblick sondern auch den Willen dazu verloren hatte, wieder in den Krieg zu ziehen und zu hoffen, dass seine Götter ihm den Rücken deckten. War es nicht töricht, zu glauben, man wurde gebraucht? Rikiya und Khojin würden sich nicht sonderbar schwer damit tun, bis zu ihrem letzten Atemzug den Rest Thrias zu verteidigen und es wäre ihnen vermutlich auch ein Leichtes, würden sie einfach nur versuchen, stur das zu fabrizieren, wovon sie glaubten, es funktionierte. Im Endeffekt war es nämlich egal, was wirklich wichtig war und das nur so schien, als wäre es eine unsinnliche Einbildung - sie alle lebten, mehr oder weniger. "Mh, vielleicht hast du recht ... aber ich ärgere mich trotzdem", seufzte der Wolf etwas unzufrieden. Jedes Wort, das dem Mund des Lammes entglitt, wollte er verstehen und sich nicht immer einen Reim aus verschiedensten Dingen machen wollen, nur weil sein Kopf nicht genau sagen konnte, was es war, das er eigentlich wollte, sondern nur sein Herz, das mit weitaus mehr als kurzfristiger Verwirrung zu kämpfen schien, weil er sich zu Rain hingezogen fühlte und die Gefühle, die er Tei oder Muhan entgegengebracht hatte, in den Hintergrund rückte, als wären es verblassende Erinnerungen. "Siehst du? Wieso auch an andere denken? Die Wölfe ... denen ist das egal."

      "Ich jammere nicht!", sprach er gerade heraus, als er sich auf frischer Tat ertappt fühlte. Nayantai jammerte offenkundig über Dinge, die nicht wehtun konnten und die Tatsache war, dass ihm wohl auch gar nichts anderes übrigblieb als genau das zu tun. Würde er weiterhin versuchen, sich einfach nur dazu zu zwingen, glücklich zu sein, so glaubte er, dass auch das nicht wirklich helfen würde - bei Rain war er, wenn auch nur für den Moment, gut aufgehoben und konnte tun und lassen was er wollte. Die Tatsache, dass dieser ihn jedoch so ernst nahm, amüsierte den Wolf. "Ich bin Kronprinz, ja - aber das ändert ja nichts daran, dass ich eventuell einmal König sein werde!", lachte er, der er wusste, dass er sich eigentlich nur ein Späßchen erlaubte. Rain hingegen schien so, als würden Müdigkeit und die generelle Stimmlage des Wolfes dafür sorgen, dass er ihn viel zu ernst nahm. "Du nimmst mich doch nicht wirklich ernst, oder? Ich könnte nie von dir verlangen, dass du mich wirklich deinen König oder sonst irgendetwas nennst. Such dir etwas anderes aus aber ... du bist doch nicht schon wieder müde?", zog er das Lamm sogleich mit einem breiten Grinsen auf, als er sich noch etwas mehr an es kuschelte. Oh, Rain war vermutlich nicht der Einzige. Genau das wollte er jedoch nicht zugeben, lieber vermied er es wie die Pest und versuchte sein Bestes, nicht all zu sehr aufzufallen, sonst wäre er immerhin derjenige, der sich von Rain etwas anhören konnte, der sich in seinen Armen vermutlich viel zu wohl fühlte, als daran zu denken, wachbleiben zu wollen.
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    • Die Worte des jeweils anderen zu kennen und sich zu verstehen, waren zwei verschiedene Dinge. Caelan, Rains Vater und Rain selbst kannten natürlich die Sprache des jeweils anderen und trotzdem verstanden sie einander nicht, redeten aneinander vorbei und hatten scheinbar nichts gemeinsam. Mit Nayantai war das anders, auch wenn er nicht immer jedes einzelne Wort verstand und er oft raten, oder nachfragen musste, so verstanden sie sich, so glaubte er. Sie hatten bereits Sorgen und Ängste miteinander geteilt, über ihr Leben berichtet und sich verletzlich gezeigt, gleichzeitig waren sie in der Lage einander zu trösten, was brauchten sie also mehr? Das Einzige das sie wirklich brauchten, war ein Platz an dem sie gemeinsam leben konnten, an dem niemand verfolgt, gejagt und getötet würde, sondern ein Ort an dem sie frei sein konnten, aber sowohl ihre Verpflichtungen, als auch ihre Körper fesselten sie an unterschiedliche Orte dieser Welt. Es war nur eine Frage der Zeit, bis ihnen die Kraft ausging und die Ketten sie zurück dort hin zerrten, wo sie eigentlich sein sollten, weit weg voneinander. "Wäre... wäre es ihnen wirklich egal, wenn du... wenn du mich ihnen vorstellen würdest...?", fragte Rain, immerhin war er immer noch ein Schaf und noch dazu kein unbedeutendes, eines das sogar am Krieg beteiligt war und nichts für die Wölfe tat.

      Rain musste ein wenig kichern, Nayantai war niedlich, wenn er so vehement widersprach. Ja, der große böse Wolf war niedlich, süß, ebenso manchmal ein Welpe wie Rain ein Lamm war. Er wollte ihm nichts seiner Stärke und Kraft abstreiten, aber das war schließlich nicht alles was er war. "Aber man wird doch erst König genannt, wenn man es ist!", widersprach nun Rain selbst und wurde rot, als ihm eröffnet wurde, dass der Wolf all das gar nicht ernst meinte. Rain war noch nie gut darin gewesen Witze als solche zu erkennen, oder selbst welche zu machen und er war auch nicht gut darin, einfach zu widersprechen, wenn es doch der Wahrheit entsprach. "Ich ähm... also... mh... tut mir Leid und... nein ich bin nicht wirklich müde, ich... naja." Er war es nicht gewohnt unter Menschen zu sein, schon gar nicht welchen in seinem Alter, er führte auch nicht viel Konversation außerhalb seiner Pflichten, aber das wollte er alles gar nicht so recht zugeben. "Hast du denn einen Spitznamen für mich...?", fragte er stattdessen, denn auch auf dieser Front fehlten Rain die Ideen und er wusste auch gar nicht, wie zwei verknallte Männer sich gegenseitig nennen sollten.
    • Tosender Beifall würde seine Beziehung zu einem Schaf nicht gerade ernten, aber die Wölfe waren selten diejenige gewesen, die ihre Mitmenschen für ihre Taten verurteilt hatten. Nayantai wusste, wenn auch nur dadurch, dass er durchaus selbst solche Beziehungen geführt hatte, dass es eher selten war, jemanden nicht denjenigen lieben zu lassen, der einem vermeidlich das Herz gestohlen hatte. Unglücklich war es schlussendlich nur, wenn jemand wie er sich in Muhan verliebte und ihm sein Herz schenken wollte, es beinahe schon aus seiner eigenen Brust riss und wieder an das Eismeer kroch, nur um mit ihm zusammen zu sein und den Krieg eigentlich schon damals längst vernachlässigen wollte, nur, um schließlich zu erfragen, dass Rikiya ihn mit Tei verlobt hatte - und dann sah man sich damit konfrontiert, dass man sich gegen seinen Vater nicht auflehnen solle. Nun war er weder am Eismeer, noch irgendwo in der Eiswüste, oder dem Rest von Thria, sondern hier, bei den Schafen, wo er sich ausgerechnet ein schwaches, sterbendes Lamm aussuchte, weil er sich an das Erstbeste geklammert hatte, das ihn nicht umbringen wollte. Komisch. "Hm, so lange ich nicht erwähne, wer genau du bist, glaube ich nicht, dass sie dich grundsätzlich ablehnen würden!" Das war auch nie die Art der Wölfe gewesen und manche von ihnen, die zur Hälfte Schafe waren, konnten ein Lied davon singen.

      "Warum, hast du Angst?", harkte Nayantai nach, der genau wusste, dass er das nicht sollte - dass er zu dem ängstlichen, kleinen Lamm weiterhin nett sein sollte um es nicht wirklich zu verängstigen und für immer gegen ihn zu wenden. "Oh, wirklich?", lachte er, wusste jedoch definitiv, dass Rain wiederum auf seinen Schabernack hereinfiel, so, wie es immer war. Ohne Ausnahme, beinahe so, als wäre er einer der ersten Menschen, die Rain außerhalb seiner Familie begegnet war. "Nein, das weiß ich - ich wollte dich nur etwas aufziehen!", lachte Nayantai zufrieden, bevor er derjenige war, der Rain einen sanften Kuss auf die Stirn drückte. Mehr als Zärtlichkeiten hatten sie beide sich im Moment wohl nicht zu schenken, aber das war auch kein Wunder, wenn man mehr als das auch gar nicht wollte. "Nicht entschuldigen, du siehst nur ausgelaugt aus - deswegen habe ich gefragt", erläuterte er dem armen Lamm, das es vermutlich nicht gewohnt war, einen beinahe schon hyperaktiven Wolf an ihm kleben zu haben. Wenn er ehrlich war, so tat Rain ihm irgendwo leid, wenn auch nur für eine Sekunde. "Einen Spitznamen für dich?" Man hatte das Blatt gewendet und ihm eine Frage gestellt, über dessen Antwort er sich einige Gedanken machen musste, nur um trotzdem keine passende zu finden. "Lämmchen?", scherzte er. "Nein, ich müsste wohl wirklich eher überlegen, das weiß ich so spontan gar nicht."
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    • Konnte Nayantai sich da wirklich so sicher sein? Rain war ganz offensichtlich kein Wolf und nicht einmal ein besonders gutes Schaf. Die blonden Haare und blauen Augen verrieten ihn sofort und wenn sie das Schafsein nicht abschreckte, dann ja wohl, dass Rain allem anderen als einem Wolf glich. Er war klein, dürr und schwach, seine Beine konnten ihn nicht einmal ein paar läppische Stufen hinauf tragen, ohne zu schmerzen und seine Brust sich anfühlen zu lassen, als würde sie gleich zerplatzen. Es reicht ja schon ein bisschen Wind, um genau dasselbe zu bewirken, ihn husten und keuchen zu lassen und ihn seiner Kraft zu berauben. Er wünschte er könnte hier verschwinden, nach draußen gehen und mit Nayantai davon laufen, die Verpflichtungen die ihm mit seiner Geburt auferlegt wurden, die konnte er ohnehin nicht erfüllen, er wollte auch gar nicht. Er wollte keine Frau, keine Kinder die womöglich dasselbe eingesperrte Leben führen mussten wie er und ihren Vater frühzeitig verlieren würden, er wollte das alles nicht, alles was er wollte war bei dem Wolf bleiben zu können. Vielleicht konnte er ihn doch einfach entführen... "Angst...? Vor den Wölfen? Nicht wenn... wenn du bei mir bist...", murmelte er, war Nayantai das denn? Ein riesiges Schutzschild, dass ihn sowohl vor der Einsamkeit, als auch den blutdurstigen Wölfen bewahrte?

      "Hm... ich muss wohl noch lernen zu erkennen, wann du etwas nicht ernst meinst.", stellte Rain fest und lächelte wieder, als er einen sanften Kuss erhielt. Nayantai erhielt einen zurück, auf seine Brust, dann hob Rain seinen Kopf und lächelte den Wolf an. Es war schön hier zu liegen und über unwichtige Dinge zu sprechen, Dinge wie Spitznamen, es war vor Allem schöner als wieder an die Arbeit zu gehen und Rain hatte bereits damit abgeschlossen, dass er heute zu nichts mehr kommen würde. "Ich... der Wind vorhin und der Rest... haben mich vielleicht... ein wenig erschöpft.", murmelte er, erneut war es ihm peinlich und unangenehm, dass sein Körper schlicht zu gar nichts zu gebrauchen war. Sein herz das vorhin so aufgeregt geklopft hatte, seine Frustration, all das hatte ihn tatsächlich erschöpft und der kalte Wind, der tief in seine Knochen gefahren war, hatte ihm wohl den Rest gegeben und drückte noch immer unangenehm auf seine Brust. Er hoffte er würde nicht wieder krank werden, die Zeit mit dem Wolf war ohnehin schon zu kurz, er konnte es sich nicht leisten noch eine Woche im Bett zu verbringen. "Lämmchen?", fragte Rain und lächelte. "Wenn du mich mit nach Thria nehmen würdest, würde ich dann ebenfalls einen Wolfsnamen bekommen...? So wie Enebish, aus deinem Buch?"
    • Wenn man Rain in Thria nicht gerade auffraß, weil er aussah, als würde jeder Windstoß ihn in seine Einzelteile zerlegen, dann passierte es irgendwann vermutlich, weil Nayantai unachtsam geworden war und weil die Götter von ihnen doch noch ein Opfer für ihre Ketzerei verlangten, weil sich irgendein Fanatiker einreden ließ, dass lediglich der Körper eines Lammes dazu geeignet war und dass man das Problemkind aus den eigenen Reihen entfernen musste, egal, was der eigene König sagte. Wie würde sein Vater überhaupt reagieren? Rikiya hatte das Recht und die Pflicht, Nayantai den Kopf abzuschlagen, sobald er ihn in seiner lebendigen, fleischlichen Gestalt sah, aber sein Vater war nicht mehr als ein armer, trauriger und einsamer Mann, der all das hinter einem Lächeln kaschierte und jeden Verlust in sich hineinfraß und ihn zu seinem persönlichen Problem machte, das wusste auch sein ältester Sohn. "Mhm, ich werde dich beschützen, also mach dir keine Sorgen - ich gebe dich nie wieder her, Rain", denn anders als dem Tod gehörte Rain ihm und er gehörte Rain. Ein kindliches Versprechen war es doch ohnehin, aber vor allem würde es sie nicht an die sterbliche Welt binden, aus der es für sie noch nie ein Entkommen gegeben hatte, egal wie viel Leid es war, das ihnen erst widerfahren musste, damit sie verstehen konnten, was der brennende Schmerz in ihren Herzen eigentlich war. "Aber ... hast du denn überhaupt Angst vor uns? Immerhin ... gibt es genug Geschichten darüber, wer oder was wir sind." Herzlose Bestien war eine passende Beschreibung, nicht?

      "Zerbrich dir darüber nicht den Kopf, das ist wirklich nicht wichtig, glaub mir", gab der Wolf dem Schaf zurück. Sie beide würden sich Zeit lassen, auch, wenn der sanfte Kuss eines Lammes ausreichte, um einen großen, bösen Wolf dazu zu bringen, dass sein Herz doch noch ein Stück höher schlug - auch, wenn es kitschig war. Sie beide hatten ihre eigenen Probleme und das Nayantais war, dass er sich nicht sonderlich sicher war, das genau er auszuhalten hatte und was es war, das einfach unwichtig wurde, sobald er sich in ein Bett legte und die Hände an ein Lamm legte, nachdem er nicht nur verlangen wollte, weil er es konnte, sondern weil besagtes Lamm das eben auch wollte. "Ruh dich aus, wenn ich dich nach Thria mitnehme, darfst du dich sowieso nicht ausruhen", lachte Nayantai, der all das eher scherzhaft meinte - natürlich würde es Rain umbringen, einfach nur nach Thria zu gehen und definitiv wäre es der Tod für ihn, in die kalte Landschaft zu stapfen, wenn er das Haus nicht ein einziges Mal verlassen konnte und die Welt dort draußen nicht kannte, aber das war Nayantai egal, der Rain an sich drückte und ihm sanft über sein blondes Haar strich, als würde all das genügen um ihn zu beruhigen und seine Schmerzen zu nehmen. "Ein kleines Lamm", erklärte er knapp, bevor er selbst dazu angeregt wurde, nachzudenken. "Vermutlich, aber das wäre dann eher etwas, das ich nicht entscheiden kann. Willst du denn einen?"
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    • Rain glaubte Nayantai, dass er ihn beschützen würde, vor allem und jedem vermutlich, vor greifbaren Feinden wie Wölfe, die ein Lamm nicht in ihrem Land haben wollte, wie vor abstrakten wie der Einsamkeit vor der Nayantai Rain jetzt schon bewahrte. Auch vor der Kälte schützte er ihn, weder ein Feuer, noch eine Decke, oder zehn Schichten Kleidung hatten bisher bewerkstelligt, dass Rain nicht trotzdem fröstelte, nur Nayantai dessen warmer Körper sich an seinen schmiegte, um ihm etwas von der Wärme abzugeben. "Ich... möchte keinem alleine begegnen... wenn ich ehrlich bin...", murmelte Rain und hatte dabei ein schlechtes Gewissen. Er wollte keine Angst vor den Menschen haben, die Nayantais Volk darstellten, aber bei seiner Situation war das vielleicht gar nicht verwunderlich. Er war klein, zierlich und schwach und ein Wolf konnte ihn in der Luft zerreißen, würde es vielleicht auch tun, wenn er dadurch einen Vorteil hätte und das hätte ein Wolf. Nayantai könnte sich selbst den größten Vorteil verschaffen, er könnte Rain mitnehmen und als Geisel halten, er könnten seinen Vater dazu zwingen den Krieg aufzugeben und Rain war sicher, dass das genügte um genügend Misstrauen und Unverständnis innerhalb von Adrestia zu sähen, um den Krieg womöglich zu wenden. Während Fhaergus alles versuchen würde um Rain lebend zurück zu bekommen, würde Alster vermutlich keinen Wert darauf legen und damit wäre das ohnehin zerbrechliche Bündnis zwischen den beiden Ländern zerstört. Das wäre doch eine Möglichkeit um Nayantai zu helfen, aber... das konnte Rain seinem eigenen Vater nicht antun.

      "Ich.. naja... aber ich komme mir doof vor.", gab Rain mit einem leichten Lächeln zu, immerhin trat er immer wieder in kleine Fettnäpchen die den Wolf dazu veranlassten sich darüber zu amüsieren, dass Rain wohl noch nie zuvor jemanden gekannt hatte, der ab und zu scherzte. So war es vielleicht nicht gerade, aber seine Bediensteten scherzten jedenfalls nicht mit ihm und sein Vater schon gar nicht. Selbst sein Brieffreund aus Wezette tat das nicht, aber wohl, weil sie auch meist nichts komisches zu berichten hatten. "Was redest du da? Du würdest mich nicht bis nach Thria tragen?", fragte Rain, der sich nun selbst an einem kleinen Scherz versuchte, auch wenn er nicht wusste, ob er gelang. Ein Lächeln konnte er Nayantai jedenfalls nicht zeigen, weil dieser ihn wieder an sich drückte und das war Rain auch lieber. Er wollte nicht mehr hier weg und ewig in seinen Armen liegen, in denen er sich geborgen fühlte und die ihm tatsächlich seine Schmerzen für ein paar Momente nahmen. "Ein kleines Lamm...? Ein Lamm ist doch schon klein!", lachte Rain der diese Eigenheit der Thrianisches Sprache wohl nicht ganz verstanden hatte. "Hm, ich habe mich nur gefragt, wie der Name lauten würde."
    • Nayantai hingegen war wohl derjenige, der irgendwann realisieren musste, dass er an seinen eigenen Worten nur ersticken konnte - egal, wie sehr er versuchte Rain weißzumachen, dass er sich um ihn sorgte und dass er ihn vor der Welt da draußen beschützen würde, irgendwann käme auch der Punkt, an dem er das eben nicht mehr tun konnte. Ein Wolf, der zehn oder mehr Schafe tötete, war nicht selten, aber selbst wenn, dann konnte sich Nayantai - vor allem in dieser Gestalt, die kaum noch Fleisch an den Knochen zu besitzen schien, verglich man sie mit seinem alten Antlitz - nicht durchgehend gegen all diese Feinde behaupten. Rain hingegen würde sich nie wehren können, außer er versuchte es aus dem Hinterhalt und spätestens dann, wenn das nicht mehr möglich war, saßen sie beide in einer Zwickmühle, aber daran wollte er gar nicht erst denken. "Ich auch nicht", antwortete Nayantai ihm schließlich. Natürlich war er der Kronprinz der Wölfe, aber er sollte noch immer tot sein und nicht mehr daran denken müssen, was sein Volk sonst noch alles durchmachen musste - es war auch nicht sein Volk, sondern das von Rikiya und irgendwann das von Khojin, die sich so oder so noch nie darauf einstellen musste, ein ganzes Land zu regieren. "Sie würden mich vermutlich köpfen wollen, gleich wie all die Schafe es tun, aber ... ich bin sowas gewohnt", sein gesamtes Leben hatte immerhin aus nicht mehr bestanden, außer davonzurennen oder sich gegen die Welt aufzulehnen.

      "Wieso das? Weil ich dich aufziehe?", harkte Nayantai nach, der gerade nicht verstand, warum Rain so etwas tun würde - lag es etwa nur daran, weil diese Welt so unverzeihlich sein konnte, oder doch weil der Wolf etwas zu harsch zu dem kleinen, unwissenden Wesen war, das er seinen Freund nennen durfte? Was, wenn nicht Freunde, waren sie eigentlich? Nun, das konnte sich Nayantai als Einziger wohl selbst beantworten, aber Rain seinen Liebhaber oder eine Liaison zu nennen war falsch, vor allem dann, wenn sie beide nur die Einsamkeit aus ihren Körpern verbannen wollten und ihr bestes gaben, damit sie einander etwas besser zu verstehen wussten - ein Kuss mehr oder weniger führte sie dabei nicht auf den falschen Pfad, auch, wenn es seine Sünde sein durfte, zumindest laut den Schafen. "Dich bis nach Thria tragen? Du hast zwei Beine! Natürlich trage ich dich nur den halben Weg!", lachte der Wolf, der augenscheinlich verstanden hatte, was genau das kleine Lamm von ihm wollte. Nun war also auch er zum Scherzen aufgelegt, wenn auch gleich es eher so schien, als wäre Nayantai derjenige, der ihn ansteckte und dazu brachte, viel zu viel Schabernack zu treiben. "Ja, aber noch kleiner!" Das machte nun wirklich keinen Sinn, aber es war nun einmal so. "Hm, wenn wir nur davon ausgehen, so wie ich dich kenne dann ... vermutlich auch Enebish, oder so wie mein Bruder." Dabei waren das nicht wirklich schöne Namen, zumindest deren Bedeutung war es nicht.
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    • "Du...? Aber wieso?", fragte Rain, der sich immer noch nicht ganz im Klaren darüber war, was Nayantai eigentlich so sehr an seiner Heimreise beschäftigte. Er wusste nur, dass der Krieg dort auf ihn warten würde und dass niemand in einem kämpfen und sterben, oder noch mehr geliebte Menschen verlieren wollte, das war klar, aber was hatte das mit seinem Volk zu tun? Alles schien so kompliziert, die Thronfolge zum Beispiel, die Nayantai Rain zwar erklärt hatte, aber die so anders war als in Adrestia und so... seltsam, wenn man nur das eine gewohnt war. "Sie wollen... was?", fragte Rain weiter, der nicht ganz folgen konnte. Jedes Mal, wenn der Wolf daran dachte zurück nach Hause zu gehen, dann wurde er abwesend, traurig beinahe, zumindest kam es Rain so vor, selbst wenn er nur seine Stimme hörte und sein Gesicht gerade gar nicht sehen konnte. Er wollte ihn aus diesem Grund gar nicht von hier fort schicken...

      "Ich... ja. Naja, nicht wirklich. Ich meine... es stört mich nicht, wenn du das tust, wirklich. Aber es stört mich, dass ich eben so doof bin.", erklärte er, machte das Sinn? Vermutlich nicht, aber was sollte er tun? So fühlte er sich nun Mal. Es störte ihn tatsächlich nicht, wenn Nayantai ihn ein wenig ärgerte oder seine Späßchen mit ihm trieb, denn er meinte es nie böse und trieb es auch nicht zu weit. "Dann brauchen wir bestimmt ewig nach Thira!", kicherte Rain, der gerade im Augenblick lieber darüber lachte, als sich zu grämen, dass sein Körper ihn niemals so weit tragen würde. Eine Reise mit Nayantai war vermutlich auch viel Schöner als das, was sie an ihrem Ziel erwarten würde. "Noch kleiner?", fragte Rain, verstand immer noch nicht, aber es war wohl auch nicht wichtig. "Hm... das wäre nicht sehr einfallsreich...", murmelte Rain der fast schon ein wenig enttäuscht wirkte. Es gab - leider - so viele die denselben Namen tragen würden, das war ja gar nichts Besonderes.
    • "Wieso? Ich glaube nicht, dass sie mich mit offenen Armen empfangen werden", entgegnete der Wolf dem Schaf. Die Wahrheit war immerhin, dass er nicht mehr als ein toter Kronprinz sein sollte und dass er selbst gut genug wusste, dass seine bloße Existenz wohl oder übel ein Ende hätte finden sollen, so wie es Tei getan hatte. Ob er nun verbrannt wäre oder aber schlussendlich von einem der Schafe getötet worden wäre, war unwichtig - alles, was im Endeffekt wichtig war, war, dass er keinerlei Luft mehr in seine verbrannten, verkohlten Lungen aufnehmen konnte und dass es ihm unmöglich wäre, je wieder unter den Lebenden zu wandern. Das grundlegende Problem an seiner Situation schien wohl zu sein, dass Nayantai sich selbst nicht mehr gänzlich sicher war ob es wirklich in Ordnung war, hier mit einem Schaf zu liegen und sich selbst einzureden, dass er tun und lassen konnte, was er wollte, so lange es Rain gab, der beinahe schon schützend die Hand erheben konnte, um ihn vor jedweden Schmerz dieser Welt zu bewahren, der ihm noch widerfahren sollte. "Mh. Mich töten. Mir den Kopf abhacken", murmelte er als Antwort und um Rain zu verdeutlichen, was genau er meinte, ballte er seine Hand zu einer Faust und zog mit seinem Daumen einen Strich über seinen eigenen Hals.

      "Ich ... es stört dich ... weil du nicht verstehst, was genau ich tue? Oder zumindest nicht schnell genug realisierst, was ich tue - meinst du das?" Noch immer war es die Sprachbarriere, die sie beide davon abhielt, einander wirklich zu verstehen. Nayantai behauptete zwar oft, dass er nicht wirklich viel bereute, aber in diesem Fall war es wohl eher so, dass er sich all das nur einredete - in Wahrheit bereute er es doch irgendwo, dass man ihn nicht umgebracht hatte, oder dass er nicht selbst einfach sein Leben gelassen hatte, oder die Sprache der Schafe gelernt hatte, als sein Vater versucht hatte, ihm eben jene beizubringen. "Dann brauchen wir eben ewig nach Thria! Ich habe Zeit!", lachte der Wolf, der sich gar nicht vorstellen konnte, wie aufwendig es eigentlich wäre, das Lamm bis nach Thria zu tragen und es dort am Leben zu halten. "Ja, winzig", aber auch diese Erklärung würde Rain nicht helfen, egal wie sehr er diesen wieder an sich drückte und hoffte, dass sie beide dieses Bett nicht früher oder später verlassen mussten. "Einfalls ... reich?", harkte der Wolf nach, der erneut nicht verstand. "Willst du denn einen anderen Namen?"
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    • "Mh... d-das ist...", es war grausam, dass die Wölfe ihren Kronprinzen nicht empfangen wollen würden, wobei Rain sich nicht gänzlich sicher war, was eigentlich dahinter steckte. Vielleicht war es falsch Nayantai dazu zu drängen nach Hause zurück zu kehren, wenn dort nicht nur der Krieg auf ihn wartete, sondern auch der Tod durch die Hand seines eigenen Volkes, wegen irgendwelchen Bräuchen, Regeln, oder was es auch war. Schon allein dafür, dass er sich das Bett mit einem Schaf geteilt hatte - freiwillig - war vermutlich Grund genug ihn zu töten, so wie Rains eigener Vater Grund genug hätte seinem Sohn den Kopf abzuschlagen für das, was er hier tat. Er beging immerhin Hochverrat an seinem Land und seinem König. "Ich lasse nicht zu, dass dir jemand etwas tut...", murmelte Rain, auch wenn das leichter gesagt als getan war. Er konnte Nayantai kaum vor den Schafen schützen, sobald der Winter vorbei war, oder spätestens wenn sein Vater zurück kehrte, würde Nayantai große Schiwerigkeiten bekommen und Rain gleich mit und wie um alles in der Welt sollte Rain Nayantai vor den Wölfen beschützen? Er könnte ihn höchstens hier behalten... irgendwie.

      "Mh ja ich... schätze schon.", lächelte Rain knapp, auch wenn er wieder nur die Hälfte verstanden hatte. Manchmal war es so schwer sich mit Nayantai zu verständigen und manchmal war es so einfach, es war seltsam. Sobald das Thema aber etwas abstrakter wurde, war es nur logisch, dass alles nur schwieriger wurde, keiner von ihnen beiden war dumm, aber manch Dinge konnte man eben nur schwer erklären, wenn man einen limitierten Wortschatz besaß. Er fragte sich ob Nayantai sich wünschte endlich wieder einen Wolf zu treffen, sei s nur um sich normal unterhalten zu können. Rain hatte dieses Problem nicht, er hatte genügend Menschen in seiner Umgebung mit denen er Gespräche führen konnte, aber musste Nayantai sich nicht alleine fühlen, als einziger der seine eigene Sprache sprach? "Einfallsreich.. mh... ich weiß nicht wie ich das Wort erklären soll. Der Name kommt doch so oft vor bei euch, er ist sehr naheliegend bei jemandem der ohnehin jederzeit... naja." Dass man Rain vor dem Tod schützen wollte war nur logisch, der Name also auch, er sollte sich eigentlich gar nicht beschweren.
    • "Hm?", Nayantai war unsicher, so wie er es schon eine Zeit lang gewesen war. Seine Erinnerungen fühlten sich so an, als wären sie unter einem Haufen Dreck begraben und sein Körper zeugte davon - die Wahrheit war, dass er nicht mehr wusste, wonach genau er suchte, oder ob es wirklich etwas gab, wonach er suchen konnte. Fraßen ihn die restlichen Wölfe nicht lebendig, sobald er den heiligen Boden ihres Landes wieder betrat, so würde er sich früher oder später damit konfrontiert sehen, dass es in ihrer Mitte keinen Platz mehr für einen geschundenen, verzweifelten Kronprinzen gab - für den Sohn eines Mannes, der schon viel zu viel verloren hatte und es wohl gar nicht erst wagen durfte, sich über seine Existenz zu freuen. "Mhm, gleich wenig, wie ich es tun würde", grummelte er, wohlwissend, dass er nicht einfach so seine Pranken gegen ein Schaf erheben durfte - sie würden ihn schlussendlich töten, würde er auch nur einen von ihnen verletzen ohne einen triftigen Grund dafür zu haben. Sein Grund wäre in diesem Falle Rain, derjenige, der ihn durchfütterte und am Leben erhielt - brauchte er denn auch mehr? Nayantai's Unsicherheit würde, eines Tages, wohl noch dafür sorgen, dass er seinen Kopf verlieren würde, weil er sich nicht entscheiden konnte.

      "Du schätzt?" Aber wer von ihnen wusste schon, ob er sich sicher war, oder ob er sich nur einbildete eine ungefähre Idee von diversen Dingen zu haben? Die Schafe glaubten, schätzten, die Ausrottung der Wölfe wäre ihnen ein leichtes, während die Wölfe sich weiterhin an dem dünnen, seidenen Faden hingen, der ihnen prophezeite, dass sie doch noch gewinnen könnten, würden sie sich nicht so dumm anstellen wie sie es schlussendlich taten. "Wir ... wissen doch sowieso nie wirklich, was wir wollen", gab er wieder, zufrieden mit der Antwort, die ihm das Lamm gegeben hatte. Wonach sollte er nun verlangen? Ruhe? Oder lieber doch, dass sie beide endlich wieder aus dem Bett krochen in dem sie ihre Tage zu fristen schienen? Unter normalen Umständen, so glaubte Nayantai, wäre es ihm wohl unmöglich hier einfach herumzuliegen - nicht, wenn er bereits seine Finger im Schnee vergraben hatte und wusste, wie er sich in Fhaergus anfühlte - nicht dann, wenn seine Wunden verheilten und er die Freiheit zumindest gekostet hatte. "Also gefällt er dir nicht, weil du glaubst, dass er nur auf das Eine hinauswill? Mh, du weißt, dass Wölfe ihre Kinder so nennen, um sie zu beschützen?", Nayantai konnte nicht anders, als genau darüber kurz zu lachen. "Aber, wenn du einen anderen willst, warum nicht?"
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    • "Nicht so wichtig.", murmelte Rain und schüttelte den Kopf. Vielleicht sollten sie generell aufhören über die Wölfe und Thria zu sprechen, genauso wie sie nicht über Nayantais Zeit im Kerker des Königs sprechen sollten. Rain hatte Mitleid mit dem geschundenen Wolf der sein zu hause verloren hatte, seinen Platz und noch so viel mehr. Er hatte so viel Zeit verloren, Freunde, auch welche von denen er vermutlich noch gar nicht wusste, dass sie inzwischen verstorben waren und es schien als hätten ihn alle verlassen. Die Wölfe würden ihn wegen ihrer dummen Traditionen töten und somit hatte er wohl nicht mehr als ein naives Lamm, das ihn aus irgendeinem Grund half, das ihn aufnahm und ihm zu Essen, sowie ein warmes Bett schenkte. Nur die Freiheit, die Freiheit konnte Rain ihm nicht so einfach schenken, wo konnte Nayantai das überhaupt noch sein? Im Süden vielleicht? "Danke...", murmelte Rain und kuschelte sich enger an den Wolf, er war froh, dass Nayantai hier war und der Wolf machte sich vermutlich keine Vorstellung davon, wie sehr er Rain damit half.

      "Huh? Ah... ja, schätzen, so benutzte heißt es so viel wie ich glaube.", erklärte Rain und bemerkte in diesem Moment, dass das Wort so viele Bedeutungen hatte, auszuführen dass es auch bedeuten konnte, dass man etwas wertschätzte, oder schlicht und einfach den Preis eines Gegenstandes schätzen konnte, würde vermutlich zu weit führen. Aber Nayantai hatte Recht, was sie wollten wussten sie nie, aber jetzt war vielleicht ein guter Zeitpunkt Nayantai endlich zu fragen, ob er nicht auch eine Beschäftigung für den Tag haben wollte. "Nayantai? Würdest du hier im Anwesen helfen wollen? Ich denke dir ist oft langweilig, wenn du willst, dann könntest du hier arbeiten. Was auch immer du tun willst, es gibt immer etwas wobei du helfen kannst, da bin ich sicher, aber ich will dich nicht zwingen. Trotzdem muss ich morgen endlich meine Arbeit erledigen und in der Zeit findest du vielleicht auch etwas zu tun.", fragte Rain und hatte vermutlich schon wieder viel zu viel auf einmal gesagt. Er wusste nicht, ob Nayantai ihn überhaupt verstanden hatte. "Nein ich... denke einfach, dass der Name zu offensichtlich und einfach gewählt ist. Außerdem will ich nicht auch noch von meinem Namen daran erinnert werden, dass ich sowieso bald sterbe."
    • "Huh?" Rain hatte ein Leichtes daran, den Wolf zu verwirren - etwas, das Nayantai wohl oder übel eingestehen musste. Sie beide kamen aus verschiedenen Welten die aufeinanderprallten und früher oder später ein und dieselbe werden würden, insofern der Krieg nicht von den Wölfen gewonnen wurde. Aber was waren ihre Chancen, wenn nicht die sichere Chance auf den Tod eines jeden von ihnen? Was gab es, wenn nicht das Ende, das für sie vorbestimmt war? Hätten sie sich gleich kampflos ergeben sollen? Waren seine Eltern zu stur? Was war es, wenn nicht das? Vielleicht gab es das Thria da draußen auch nicht mehr und er sollte aufhören, alte Wunden immer wieder aufzureißen, nur um zu sehen, wie schnell und wie viel Blut noch aus ihm triefen konnte, bis auch die letzte Wunde versiegen würde wie ein alter Brunnen? "Bitte", entgegnete Nayantai dem Lamm lediglich und schmiegte sich wieder an dieses. So lange er Rain hatte, war die Welt klein aber nicht unbezwingbar und so lange dieses Leben noch das Seine war, so lange musste er eigentlich keine Acht drauf geben, was genau er tat, so lange er eben das im Rahmen des Möglichen festhielt.

      "Ich glaube?" Wiederum wollte er sich verfluchen - sein Vater konnte die Sprache der Schafe perfekt, aber er hatte wohl oder übel auch kaum jemanden, mit dem er sie sprechen konnte. Was würde er nur mit sich machen, wenn er jemals einen Weg nach Hause fand? Seinen Vater fragen, ihm den Rest der fremden Sprache einzutrichtern damit er schlussendlich auch mit Rain reden konnte, ohne auf dumme Erklärungen angewiesen zu sein und sich jedes dritte Wort durch den Kopf gehen lassen zu müssen? Schön wäre es, verstünden sie einander einfach - und eben das sollte ihm hoffentlich nicht verwehrt bleiben. "Ich, uh", der Wolf hörte Dinge, die er eigentlich gar nicht verstehen konnte. Rain redete viel und um den heißen Brei herum, aber er bemühte sich wohl oder übel, ihm nicht sofort Kopfzerbrechen zu bereiten. "Ich ... bin mir nicht ... sicher ob ich dich verstehe?", kam es von ihm während sein Kopf sich dabei abmühte, zu verstehen, was genau der Wolf da gerade eben gesagt hatte. Woran lag all diese verschwendete Mühe denn auch? "Ich ... sage nicht nein, aber ... haben die Schafe nicht ... Angst vor mir?", wollte er sogleich wissen. In dieser Welt war so vieles so anders. "Der Name hat mit bald sterben nichts zu tun. Er soll nur sicherstellen, dass dir nichts passiert. Aber ich lasse mir etwas anderes einfallen."
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    • "Vergiss es einfach!", kicherte Rain nun, nachdem Nayantai zum wiederholten Male einen fragenden Laut von sich gab, einerseits war es lästig, dass sie einander nicht verstehen konnten und andererseits war Nayantai ziemlich niedlich. Einen Wolf als niedlich zu bezeichnen fühlte sich zwar falsch an, aber Nayantai war es nun mal! Er war keineswegs nur eine blutrünstige Bestie, so wie es die Geschichten erzählten und nicht nur Rain merkte das, andernfalls hätte Sara Nayantai nicht geholfen ihn zu besuchen, als er so krank gewesen war. Es war das erste Mal gewesen, dass er wieder jemanden hatte, der ihn aus der Dunkelheit ziehen hate können, er war nicht alleine dort eingesperrt gewesen und auch jetzt war er es nicht. Was sollte er nur tun wenn Nayantai eines Tages ging? Dann war er wieder allein, mit niemandem mit dem er offen reden konnte, oder der ihn wärmen und festhalten konnte. Rain war sich ziemlich sicher, dass seine Tage dann bald gezählt sein würden und doch hatte er noch nichts mit seinem Leben angefangen, geschweige denn für die Fortführung seiner Blutlinie gesorgt.

      "Ja ähm... ich weiß nicht - ich glaube. Verstehst du?", versuchte Rain das Wort zu erklären. Wenn Rain nur eine Möglichkeit gehabt hätte die Sprache der Wölfe früher schon zu erlernen, dann hätte er sie wohl ergriffen, aber er hatte keine und nun quälten sie sich gegenseitig durch die fremde Sprache des anderen. Natürlich hatte Rain auch dieses Mal wieder zu viel gesagt, aber Nayantai schien den Kern verstanden zu haben und das war das Wichtigste. "Mag sein, aber solange du ihnen nichts tust, werden sie dir auch nichts tun, abgesehen davon kannst du den anderen Schafen dann zeigen, dass man einen Wolf nicht fürchten muss, wenn man ihm freundlich begegnet und ihr werdet ja nicht miteinander reden müssen. Du könntest im Stall helfen, Holz hacken, Kartoffeln schälen,... naja davon hast du gerade bestimmt kein Wort verstanden... wir können einfach morgen sehen ob wir etwas für dich finden, wenn du willst.", lächelte Rain. Dann gingen sie eben von Aufgabe zu Aufgabe, er versuchte Nayantai zu erklären was zu tun war und wenn er einverstanden war, ließ er ihn einfach eine Weile dort. Wobei viele der Dinge draußen zu erledigen waren... da konnte Rain nicht wirklich mit ihm hin gehen, aber er würde es ihm anders begreiflich machen.