[2er RPG] Cold, Lonely and Freezing

    • Naira O'Connor

      Ihr Blick fuhr sofort zu ihrem Freund, als sich dieser verschluckte und war bereit für ihn aufzustehen, um ihm auf den Rücken zu klopfen. Er bekam die Kurve noch gerade rechtzeitig und konnte wieder normal atmen, weshalb sich seine Freundin, die sich zuvor erhoben hatte, hinsetzen konnte. Sie seufzte kurz und widmete sich ebenfalls ihren Unterlagen, um in der Arbeit zu versinken und vielleicht die Gedanken abzulenken, aber Alex musste sich dazu mischen und Naira wieder ansprechen. Sie sah nicht auf, sie betrachtete lediglich nur den Zettel und nickte, um dem Blonden das Zeichen zu geben, dass sie es verstanden hat. Zunächst blickte sie nicht drauf, da jedoch der Herr nicht den Anschein machte, als würde er so schnell nicht weggehen sah sie auf den Zettel und musterte die Zahlen drauf. "Wir haben sowieso nur noch bis Ende der Woche Zeit..", murmelte die Frau und schob den Zettel weg, bevor sie die Zeitung aufschlug, um nach etwas zu suchen, was ihnen helfen könnte. Sie arbeitete nicht wirklich, es war ihr bewusst, dass sie der Schlüssel zum Ende war, es würde nichts bringen Thomas jetzt zu suchen und vielleicht zu finden, er versteckte sich zu gut, er wusste, was er wollte.
      Es vergingen die ersten Stunden, draußen hinter der Tür erhellte es sich und das Revier füllte sich mit Menschen. Irgendwann erhob sich Naira und schnappte sich wortlos die beiden Kaffeebecher, um in der Küche neuen Kaffee aufzusetzen. Die Kollegen lachten breit, sie hatten Spaß in der Arbeit und scheinbar nichts, was ihnen im Kopf schwirrte.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Victor wühlte sich derweil teils durch seinen Kopf, aber teils auch durch die Akten die er vor sich hatte. Ihm kam es nämlich noch einmal die eingefrorenen Fälle von O'Connor anzusehen. Ihrem Vater. Irgendwie ließ es Victor nämlich nicht in Ruhe, dass sich da etwas im Busch versteckte. Nicht nur die kleinen Hinweise und Sticheleien, die Thomas da verursachte. Es war die Gesamtheit, sowie auch Nairas Reaktion und ihr Verhalten am heutigen Tag. Sie war leise, so konzentriert. Vielleicht war sie ja besser darin sich auf die Arbeit zu fokussieren, aber Victor war heute überall mit seinen Gedanken, nur nicht bei der Arbeit. Dabei wollte er. Er wollte es, damit sie endlich Ruhe hatten. Doch er konnte nicht. Immer wieder sah er zu Alex, der sich versuchte mit Naira zu verständigen, doch auch sein Versuch mit der weitergeleiteten Information, ließ sie kalt, woraufhin er nur wieder auf seinen Platz sank.

      Nach Stunden stummen Sitzen und Arbeiten, war es die Frau im Raum, die als erstes aufstand und ging. Sie nahm dabei Victors Tasse mit. Er sah ihr nach. Ebenso wie Alex, der seinen Blick aber schnell von Naira zu Victor wieder fallen ließ. Missmutig verengte er die Augen.
      "Ist...ist da was zwischen euch?", fragte er dann direkt heraus und stützte sich mit einer Hand vom Tisch ab. Victor leckte sich über die Lippen, erwiderte Alex kritischen Blick und dachte darüber nach es ihm zu verraten. Sie hatten keinen Grund mehr etwas zu verheimlichen oder? In einer Woche würden sie verschwinden...In 7 Tagen...Warum gerade 7 und nicht 14...Victors schweifte mit den Gedanken ab, doch Alex holte ihn wieder zurück, als er noch einmal ansetzte: "Denn, wenn das so ist...will ich das jetzt wissen, okay? Ich will nämlich nichts von einer Frau, die bereits vergeben ist."
      "Aha...", Victor hob eine Augenbraue. Das sah der andere wohl als Kritik und verschränkte die Arme, woraufhin Victor ihn auch kopierte in der Haltung.
      "Na, ich mein...Ja, ich war ein wenig zu forsch mit ihr auf der Feier...Aber hey, ich habe einfach zu viel getrunken okay? Und wir waren schließlich mal zusammen..."
      Victor schnaufte laut genug, dass Alex den Mund hielt: "Bitte, erspare mir dieses Gelaber...Ich weiß warum Naira nichts mehr von dir will."
      Alex riss den Mund gerade auf, um zu sagen, dass er ausnahmsweise mal mehr Worte aneinander gereiht gehört hatte von Victor als üblich. Doch seine Worte verschluckte er recht schnell, als ihm der Sinn seiner Worte klar wurde. Alex senkte den Blick: "...Man ey...ich würde das nicht mehr tun."
      "Mhm...", Victor zeigte sich unbeeindruckt, wandte den Blick wieder ab: "Tu mir und Naira den Gefallen...Mach sie nicht dumm von der Seite an...Verhalte dich...ich weiß nicht, professionell?"
      Alex verzog das Gesicht, flüsterte noch eine Beleidigung in sich hinein und rutschte vom Tisch bevor er aus dem Zimmer ging und wohl eine Minute Auszeit nahm.
    • Naira O'Connor

      Die Stimmen verstummen, als Naira die Küche betrach und eine Dose für Spike rausnahm. Sie hatte keinerlei Probleme damit, dass ihre Kollegen sie für merkwürdig und komisch hielten, ganz im Gegenteil, so entzog sie sich den sozialen Gesprächen und musste nicht so tun, als würde sie ihre Arbeitskollegen mögen. Sie wurde von der Seite gemustert, ein Flüstern war zu hören, die Frau übertönte es mit dem Geräusch des Kaffeeautomaten.
      "Sie hat Alex auf der Feier ins Gesicht geschlagen..", hörte die Frau die Leute murmeln und schmunzelte bei der Tatsache, wie falsch die Story erzählt wurde. Sie sprach nicht, es wäre nämlich genau das, was sie wollten: Gesprächsmaterial. Diesen würde sie ihnen nicht geben, sie konnten ruhig das erzählen, was sie wollten, letztendlich war Naira geplant am Ende der Woche verschwunden und dann würde es egal sein, was sie dachten und sagten. Es war nicht einmal mehr eine Woche, sie zählte die Tage bis zum Ende von dem Ganzen.

      Mit den beiden Kaffeetassen in der Hand verließ die Dunkelhaarige die Küche, während sich ihr Hund an sein Essen zu schaffen machte. Eine Tasse stellte sie wieder wortlos vor Victor hin, dann nahm sie Platz und versuchte durch das Material zu blicken welches vor ihr lag. Für einen Moment lehnte sie sich zurück, nahm die Kaffeetasse in zwei Hände und betrachtete die Tafel mit allen Indizien, die sie bisher gesammelt hatten. Er war ihr so nah gewesen und sie hatte nicht geschossen.. Nein, dass konnte sie Victor definitiv nicht sagen, er wäre enttäuscht über die Tatsache, dass sie wirklich abwägte, ob sie nicht den Deal eingehen sollte.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Keine zwei Minuten später kam Naira mit dem Kaffee wieder zurück. Diesmal bedankte sich Victor mit einem Nicken und nahm das heiße und bitter schmeckende Getränk in die Hand, um sich daran die Fingerspitzen aufzuwärmen. Sein Blick schweifte zu Naira. Sie hatten nicht mehr viel zu tun und während irgendwie die Zeit doch an ihnen vorbei zu schwirren schien, konnte er nicht wirklich einen Halt bekommen. Vom anderen Ende des Tisches fragte er sie schließlich, ob alles in Ordnung sei. Sie hatte nicht geschlafen und war so still und nachdenklich. Es wirkte, als beschäftige sie sich nicht einmal mit dem Fall, oder zu sehr? Victor nahm sein Handy heraus, sah es sich an, doch darauf war nichts zu sehen außer der leere Hauptbildschirm. Keine Nachrichten, keine Anrufe. Nicht einmal von Alex, der für den Moment ausgetreten war. Er arbeitete eh bereits Stunden länger, als sie beiden.
      Victor kratzte sich am Kinn: "Du weißt...dass du mir alles sagen kannst? Vor allem, wenn es mit dem Fall zu tun hat. Wir können ihn finden Naira."
      Ihr gegenüber konnte er freier reden, als mit jedem anderen in diesem Revier. Leider auch nur bis zu einem begrenzten Maße. Solange es eben nicht unbedingt nur mit seinen Gefühlen zu tun hatte. Auch wenn er bei Naira hier und da sogar immer mehr und mehr über diese reden konnte.
    • Naira O'Connor

      Ein wenig verträumt sah sie auf ihren Kaffee und versuchte eine Antwort in der dunklen Flüssigkeit zu finden. Naira sah erst auf, als sie Victors stimme vernahm und diese on ihren Kopf drängte. Sie musterte ihn zunächst nur, sah in sein müdes Gesicht, welches sie noch vor wenigen Stunden erfreut hatte. Der Rotschopf hatte seine Gefühle geäußert, mit offenen Karten gespielt und das fühlte sich gut an.
      Die Art, wie er ihren Namen betonte hinterließ eine Gänsehaut auf Nairas Körper. Sie musste schmunzeln, erlaubte es sich, solange Alex noch nicht wieder kam. "Ich bin noch ein wenig geschockt, dass er gestern vor unserem Haus stand", entgegnete sie und nahm einen Schluck ihres Kaffees. Sie musste lügen, es fiel ihr aber nicht auf, dass sie das Haus als 'ihrs' bezeichnet hat. Sie wohnten nun offiziell zusammen, aber die neue Adresse würde sie nicht abgeben, in einer Woche wären sie sowieso weg.
      "Er muss etwas wollen.. Die Frage ist nur, was.. Es kann doch nicht sein, dass er einfach nur krank ist und das alles als einen Spaß ansieht.. Warum hat er sich an uns geheftet? Ich komm einfach nicht darauf". Es steckte genug Wahrheit dahinter, um nicht aufzufallen, auch wenn sie sehr gut im Schauspielen war. Leider musste sie ihn wieder einmal belügen, es war zu gefährlich ihn darin einzuweihen, dass hatte sie sich selbst klar gemacht.
      "Es ist jetzt sowieso nur noch Zeit absitzen.. Spätestens in einer Woche sind wir hier weg.. Bis Sonntag muss der Bericht auf Ramirez Schreibtisch liegen und ich habe keine Ahnung, was ich schreiben soll".
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Victor drehte die Kaffeetasse in seinen Händen, solange er Naira zuhörte. Was sie sagte machte Sinn. Er ließ sie also damit durchkommen, was sie ihm als Antwort vorwarf. Ihre Beweggründe niedergeschlagen zu sein, waren letztlich berechtigt. Victor schnaufte, nahm einen Schluck von der heißen Brühe.
      "Er...ist ein Psychopath. Mehr können wir nicht einmal sagen. Er hat...Stalker-Eigenschaften, will sich also in unser...Leben integrieren.", sie durften nun von etwas gemeinsam aus reden. Selbst wenn Alex da war, Victor war es nun egal. Sie gehörte zu ihm. Naira und Victor gehörten zusammen, egal wem es passte oder nicht. Er wird nun zwar nicht laut durch das Revier rufen, aber es reichte wenn eine der wichtigsten Personen es wusste. Ramirez...Und Alex konnte ein paar Happen zum Nachdenken hingeworfen bekommen.
      Victor fuhr sich wieder durch den Bart, durch die Haare und stellte die Tasse schließlich ab, um mit lautem Seufzen die Hände über dem Kopf zusammenzuschlagen.
      "Ich meine auch....dass er eher in dein Leben will...Nicht in meins. Ich bin nur ein Amerikaner, der sich hierher verlaufen hatte und zu deinem Partner wurde. Thomas ist...aber auf dich aus und ich hasse ihn dafür...Es wäre mir lieber, wenn er mit das Fadenkreuz aufsetzt...", Victor beugte sich vor, schob die Tasse weiter weg und sah noch einmal in die Papiere, die er vor sich ausgebreitet hatte. Das machte ihn alles so müde. Alles ging wieder darauf hinaus, dass er lieber ein wenig trinken wollte. Damit war...es okay, wenn es ihm egal war und die Arbeit irgendwie unter den Tisch fiel.
      Schließlich stützte er seinen Kopf mit einer Hand und sah zu Naira, um sie dabei zu beobachten, wie sie müde und verschlafen in die Papiere starrte. "Wenn...wir ihn in 7 Tagen nicht haben...Wird der Fall ad acta gelegt."
    • Naira O'Connor

      Natürlich schluckte Victor daß, was seine Freundin ihm präsentiert hatte, er hatte auch keine andere Wahl. Es tat Naira selbst weh, dass sie leider zum Lügen greifen musste, aber nach langem hin und her war ihr klar geworden, dass sie nichts anderes tun konnte, als zum Lügen zu greifen. Vielleicht hätte sie sich öffnen sollen, aber das konnte nun wirklich keiner wissen, jedenfalls Naira nicht. Sie nickte, als Victor betonte, dass Thomas ein Psychopath war, etwas anderes traf nicht wirklich auf ihn zu, er war krank. Definitiv. "Ich hätte es lieber, er würde sich in das Leben anderer Leute einmischen und nicht in unser", sprach sie und betonte ebenfalls, dass das ein gemeinsames Leben der beiden war, sie haben sich dazu entschlossen diesen Weg zu gehen und das würden sie dann auch durchziehen.

      Victor stimmte der Theorie zu, dass der Täter hinter der Dunkelhaarigen war, aber seine weiteren Worte stimmten sie nicht gerade glücklich. "Am liebsten würde er sich einfach jemand komplett fremdes dafür nehmen und nicht uns", murmelte sie kopfschüttelnd und trank einen schluck des Kaffees. Sie sah wieder zu den Unterlagen, spielte mit dem Gedanken, ein letztes Mal Geld für den Fall auszugeben, ein wenig war ja noch da. "In sechs Tagen muss es auf ihrem Schreibtisch liegen..und in sieben sind wir hier weg, mein lieber". Ein Lächeln bildete sich auf ihren Lippen, sie sah wieder hoch zu ihrem Freund und bemerkte nur, wie Alex hinter ihr den Raum betrat. Er war genauso ideenlos, wie es die beiden Detectives waren, nur Naira wusste, wie sie das Ende verhindern könnte.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Alex verzog seine Miene. Er wusste nicht wie er mit der Sache umgehen sollte. Victor war mürrisch und Naira wollte mit ihm kein einziges Wort mehr wechseln, wenn es nicht gerade um den Fall sich handelte. Mehr als ein Abnicken bekam er auch nicht von ihr.
      Er fuhr sich durch die blonde Mähne, diesmal ebenfalls mit einem Kaffee ausgerüstet, sah er zwischen den beiden hin und her, bis er sich entschloss etwas zu sagen.
      "Okay, hört zu...wir...haben noch einen anderen Fall. Ist nur was kleines. Häusliche Gewalt, keine 5 Kilometer von uns entfernt.", er warf die neue Akte auf den Tisch neben seine eigenen Papiere.
      "Wenn ihr wollt, kann ich das übernehmen, solange ihr...was auch immer macht. Das hat schließlich keinen Sinn."
      Victor wollte aufstehen und sich gegen diesen aufgeblasenen Kerl wenden, aber seine Worte waren wahr. Sie konnten nichts mehr tun. Alles war blank gezogen. Es gab kaum Anhaltspunkte und Thomas ließ nur schwer mit sich reden. Wenn sie noch einmal ein Team mitnahmen zu einem der Gegenden in denen sie Thomas angetroffen hatten, war die Wahrscheinlichkeit zu groß, dass jemand verletzt wurde. Victor zuckte letztlich mit den Schultern: "Kannst du übernehmen...", grummelte er. Wo war seine Decke, in die er sich verstecken konnte und nicht mehr heraus kommen musste. Sie lag daheim. Irgendwo ganz weit weg von ihm. Victor sah zu Naira: "Du...kannst auch Schluss machen für heute, meinst du nicht? Die Papiere kann ich erledigen. Du schaust morgen nur noch drüber....", er nickte in Richtung von Spike, der sich seinen Weg mit Alex wieder in das Zimmer gebannt hatte: "Geh mit ihm zum Arzt."
    • Naira O'Connor

      Naira zuckte mit ihren Schultern und sah sich den Fall nicht einmal an, sie interessierte sich nicht für häusliche Gewalt, es war nicht in ihrem Aufgabenspektrum. Alex war dafür gemacht ja, aber definitiv nicht die Frau, wobei sie gerne darüber gelacht hätte, dass ausgerechnet er dahin gehen wollte. Wollte es nun den großen Retter spielen und der Frau beistehen? Es würde bestimmt endlich sein Ego stärken, vielleicht würde er dann auch Ruhe geben.. Es war der Frau nämlich nicht klar, warum er ihre klaren Worte nicht verstand, sie sprach es schon aus und sprach nicht in Rätseln, wie es andere Frauen taten. Es musste endlich in seinem kleinen Hirn ankommen, sie wollte nichts von ihm und würde es auch nie wollen.
      Für den ersten Moment hob Naira ihre Augenbraue, als ihr Freund meinte die Aufgaben verteilen zu müssen, aber vielleicht hatte er damit recht, was er vorgeschlagen hatte. Ein Besuch beim Arzt würde Spike gut tun, genauso wie dem Gewissen und den Sorgen seines Frauchens, deshalb nickte Naira der Idee zu und nahm die Unterlagen alle zusammen. Sie erhob sich, um Victor die Unterlagen vorzulegen, dabei lehnte sie sich über ihn. "Ich habe angefangen die Indizien zu bezeichnen und in einer chronologischen Reihenfolge zu sortieren.. Selbst wenn wir den Fall nicht abschließen, wäre es gut, wenigstens alles zusammenzutragen, was wir haben.. Ramirez liebt Ordnung". Sie musterte ihren Partner von der Seite und seufzte sanft, bevor sie in seine Jacke griff, um die Autoschlüssel zu nehmen. Zu Fuß würde sie definitiv nicht mit dem verletzten Bein laufen, fahren würde sie mit Sicherheit hinbekommen, auch wenn ihr Partner in den letzten Wochen gefahren war. Wenn er ein Problem damit hatte, dass sie am Steuer sitzen würde sollte er sie hinfahren, bevor es Alex vorschlagen würde.
      "Ich hol dich hier ab..", sprach sie sanft und sah noch einen Moment ihren Partner von der Seite an, bevor sie sich erhob und nach ihrem Hund pfiff. Spike gehorchte sofort, wartete an der Jacke seines Frauchens und folgte ihr dann raus in die Kälte.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Victor hatte lediglich die Aufgaben verteilt, weil er das Gefühl bekam, dass sich niemand vom Fleck bewegen wird, wenn es nicht einer wenigstens ansagt. Auch wenn Naira eigentlich der leitende Detective war. Aber sie schien noch zu verschlafen zu sein oder in ihren eigenen Gedanken versunken, als dass sie Alex auch nur ansatzweise zu hören wird. Deswegen übernahm er es. Und nach dem Hund musste sowieso gesehen werden. Am liebsten hätte er noch hin zu gesagt, dass er sonst den Hund nicht mitnehmen wird, aber das ließ er dann sein, weil Alex bereits mit fragendem Blick wieder hin und her sah. Keiner von ihm klärte ihn aber auf. Er blieb auf dem trockenen. Aber er war damit einverstanden und packte selbst seine Sachen zusammen. Victor wird den Abschluss für den Fall machen, Alex ging zu dem zweiten Fall, weil die Kapazitäten nicht ausreichten sonst und Naira...Naira sollte sich um sich und ihren Hund kümmern.

      Nur mit Widerwillen sah Victor ihr nach, als sie ihm die Papiere rüber brachte und dann mit den Autoschlüsseln ging. Er hätte sie tatsächlich hinfahren können, aber nach den vielen Wochen ging es ihrem Bein gut genug. Außerdem glaubte Victor, dass ihre Abwesenheit half die Gedanken sammeln zu können. Er strengte sich an nach ihrem System weiter zu gehen. Nach und nach hängte er in den nächsten 4 Stunden die Hinweise, die sie gesammelt haben ab. Er heftete sie ein, markierte und nummerierte sie. Zu jedem Indiz stellte er einen Querverweis zu anderen hin und schrieb jeweils Notizen dazu. Erst als es wieder dunkel wurde, schloss Victor die Akte und schob sie bei Seite. Sein Magen grummelte, er hatte das Mittagessen wieder ausfallen lassen. Alex hatte das Revier schon vor einer Stunde verlassen gehabt und Ramirez schien ihr Büro gar nicht mehr zu verlassen. Bevor er aber sich die Mühe machte und raus ging, holte er sein Handy heraus und wählte Nairas Nummer. Er wartete darauf dass sie abnahm und mit jedem verstreichenden Freizeichenton wurde er unruhiger. Bis die Leitung knackte: "Hey...Victor hier. Wie sieht's aus?...Muss ich im Schneefall nach Hause laufen?"
      Es war keine herzliche Begrüßung, aber eine die nur auf Basis einer innigen Freundschaft und einem Vertrauen und Verständnis aufbaute. Alles, was er eben bei ihr empfand.
    • Naira O'Connor

      Es gab tatsächlich keine Widerworte dafür, dass Naira sich den Schlüssel geschnappt hatte und fahren wollte. Nicht einmal Alex verzog seine Miene, er hatte es scheinbar aufgegeben, ihr für heute nachzulaufen, doch so sehr es die Frau erfreute, endlich wieder das tun zu können, was sie mochte bedrückte sie die ihr unbekannte Stimmung und die unbekannten Reaktionen. Sie wäre am liebsten zurück gelaufen und hätte sich zu gerne die Standpauke angehört, die Victor bestimmt irgendwo für sie hatte. Es war die Gewohnheit, nach welcher sie sich sehnte, vielleicht auch, weil ihr die Zeit davon lief und sie definitiv nicht wusste, was sie bald erwartete. Ihr Plan war einfach: Thomas beseitigen. Nur ob sie es schaffen würde?

      An einem Dienstagnachmittag war die Praxis deutlich voller, als beim letzten Mal. Die Fahrt zu dem Arzt war überhaupt kein Problem gewesen, natürlich verlernte die Frau das Autofahren nicht und war mir ihrem Wagen vertraut, wie mit kaum jemanden anderen. Am liebsten wäre sie einfach fortgefahren und hätte sich nicht darum geschert, was mit den anderen passieren würde, doch Victor konnte sie nicht einfach zurück lassen.
      Der Arzt sah sich Spike an, untersuchte den kleinen noch einmal und sah sich die Wunde auf dem Unterarm der Dunkelhaarigen. Mit Spike war alles in Ordnung, wie es der Arzt feststellte, er gab ein paar Beruhigungsmittel mit und wünschte eine gute Besserung für den kleinen.. Ein wenig enttäuscht war die Frau von dem Besuch des Arztes schon, aber das Klingeln ihres Telefons schaltete die Enttäuschung für einen Moment ab. Wie versteinert konnte sich Naira zunächst nicht regen, bis sie sich überwund das Handy in die Hand zu nehmen und draufzusehen. Alle Anspannung löste sich in dem Moment, als Naira den Namen ihres Freundes auf dem Display las und dran ging. Er war fertig und wollte abgeholt werden.
      "Gib mir fünf Minuten, dann stehe ich vorm Revier..", entgegnete Naira und schmunzelte ein wenig. "Wir können auch zusammen in dem großen Schneesturm nach Hause laufen und noch erfrieren". Es war eine andere Art von Liebe bei den beiden, aber sie schienen damit glücklich zu sein.
      Keine fünf Minuten später fuhr die Frau tatsächlich auf den Parkplatz des Revier und ließ den Wagen weiter laufen. Mit dem Bein klappte es schon irgendwie, wenn sie nicht durchdrückte und Selbstständigkeit war das, was sie gefordert hatte. Sie durfte jetzt nicht einfach aufgeben.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Für ihn war dieser Druck in der Brust nicht ungewohnt. Aber es war kein Lieblingsgefühl von ihm und so war er auch viel glücklicher darüber, als er Nairas Stimme am anderen Ende hören konnte. Noch immer konnte er darin die Erschöpfung hören. Wie gern er ihr mehr abnehmen wollte, als nur dern Bericht für diesen Fall. Aber er konnte nicht. Er stieß auf Granit, fand keine Lösung, keinen richtigen Anhaltspunkt. Immer wieder dachte er daran, dass es schon mit ihrer Familie zu tun hatte. Dass er da möglicherweise in etwas hinein geraten ist, dass er gar nicht kontrollieren konnte. Alaska war die falsche Wahl. Anchorage war zwar groß, aber immer noch ein Dorf und wer wusste schon so recht, was genau in einem Dorf so vor sich ging. Victor lehnte sich zurück, heftete den Bericht zusammen und schob ihn zugeklappt in der Akte von sich weg. Die wände waren leer geworden. Alex kümmerte sich um andere Angelegenheiten und Naira und er werden wohl auch in den nächsten Tagen nur auf ihren Vier Buchstaben sitzen und nicht wissen wohin mit sich. Ob sie Naira bereits einweihen sollte, dass sie in wenigen Tagen vollkommen von der Bildfläche verschwinden wollten. Victor zweifelte nicht an dieser Idee. Er wollte nicht hier bleiben und sie wollte er auch nicht gehen lassen. Es war diese...unerwartete Konstellation, dass er seine Liebe in so einer Stadt fand und dann auch noch in so einem Dreck...Victor stöhnte genervt, als er sich dazu bewegte nach draußen zu gehen. Er warf sich die warme Jacke über und trat nach draußen, als der Wagen gerade auf den Parkplatz einbog.
      Er hob die Hand, halber zur Begrüßung, halber dazu, dass er zu ihr kam. Statt aber zum Beifahrersitz zu gehen, kam er auf die Fahrerseite und wartete erst einmal darauf, dass sie die Fensterscheibe runter fuhr.
      "Du glaubst ich lass dich weiter fahren? Das war lediglich eine Ausnahme...", war sein Kommentar, doch er legte die Arme auf die Fahrertür, den Kopf darauf und gab ein lautes Seufzen von sich. Er war es Leid zu meckern. Dabei war das sein 1A-Fähigkeit. Nichts konnte er besser, als alles irgendwie zu hinterfragen und schlecht zu reden. Müde sah er zu seiner Freundin am Lenkrad, die er natürlich so nicht von ihrem Platz ließ, auch wenn er es seinen Worten nach erwartete: "Willst du...ausgehen?", fragte Victor, beinahe als sei es eine Nebensächlichkeit, doch sein Blick ließ sie nicht los. Er wollte wissen, ob sie noch einmal mit ihm auf ein Date gehen wollte. Noch einmal einen guten Abend verbringen wollte.
    • Naira O'Connor

      Er ließ sie nicht lange warten, kam recht schnell aus dem Revier und hob die Hand zur Begrüßung. Sie lächelte sanft und beobachtete, wie ihr Freund um den Wagen herumtrat. Natürlich kurbelte Naira das Fenster runter und ließ die kalte Luft des Nordens in ihren Wagen rein. Spike erhob sich sofort und wollte genauso aus dem Fenster sehen, wie es sein Frauchen tat. Naira seufzte leise und legte ihre warme Hand auf Victors Kopf, um ihm kurz durch die Haare zu fahren, solange er seinen Kopf unten hielt. Es war genau das Gemecker, welches sie hören wollte, er sollte ihr ruhig eine Standpauke halten und ihr das Gefühl der Gewohnheit geben. Das würde die Frau beruhigen, ihre Gedanken ordnen und ihr vielleicht die Lösung auf ihre Fragen geben.
      Sie wollte etwas freches auf seine Aussage antworten, seine Laune ein wenig anheben, aber stattdessen hob der Mann seinen Kopf und stellte ihr eine Frage, mit der sie nicht gerechnet hätte. Er wollte... Ausgehen? So richtig mit Naira zusammen, unter die Leute? Was war mit diesem Mann in den letzten vier Stunden passiert? Was hat sich an ihm verändert, dass er freiwillig so etwas vorschlug.
      Ein Grinsen bildete sich auf den Lippen der Frau, bevor ihre Augen anfingen zu leuchten. Er musste sie nicht zwei Mal fragen, sie nickte sofort. "Ich würde gerne mit dir ausgehen", sprach sie und deutete auf den Beifahrersitz. "beweg dein Arsch auf die Beifahrersitz, ich muss jede Zeit ausnutzen, um mich zuhause fertig zu machen". In den Arbeitsklamotten auszugehen war nicht das Beste, man konnte mehr aus der Frau rausholen.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Victor wie er leibt und lebt. Jedoch mit einer ganz neuen Seite an sich, die er entdecken durfte. Er mochte diese Frau, er wollte da sein, wollte sie auf den Händen tragen und wie konnte er das besser zeigen, als mit einem kleinen Date. Er war fast schon bereit zu sagen, dass sie sich auch nicht genötigt fühlen musste, wenn sie nicht gehen wollte. Der heutige Tag war einfach seltsam und es schwang so viel Verwirrendes in der Luft, dass Victor diese gemeinsame Zeit als Ventil brauchte. Selbst ihre Berührung an seinem Kopf ließ ihn leise seufzen und nach mehr verlangen. Aber ihre Zusage kam schneller als erwartet, ließ ihm kaum Zeit darauf zu reagieren. Lediglich einen stummen bösen Blick konnte er ihr zu werfen, als sie ihn auf den Beifahrersitz abschob. Trotzdem grinste er, als er sich vom Wagen abdrückte und um ihn herum lief um einzusteigen.
      "Nimm dir soviel Zeit wie du willst...Überlege dir wo du essen gehen willst. Vielleicht das letzte Mal, bevor wir dieses Scheißloch verlassen.", brummelte Victor zufrieden und warf einen Blick auf dem Fenster. Spike ignorierte er diesmal, auch wenn er sonst immer wenigstens die Hand nach hinten streckte, um den Hund zu streicheln.
      Vor dem Haus angekommen, stieg Victor aus, ließ die Tür des SUVs zufallen und legte den Kopf in den Nacken. Er kramte die Schlüssel des Hauses aus der Tasche hervor und musterte dabei abwesend den dunklen Himmel, an dem man wie zu oft in dieser Stadt die Sterne bereits sehen konnte.
    • Naira O'Connor

      Sie wartete einen Moment, bis ihr Freund eingestiegen war, dann fuhr die Frau rückwärts aus der Parklücke und nahm den Weg auf zum neuen Heim. Beinahe war sie in die Straße eingebogen, die zu ihrer alten Wohnung führte, es war Gewohnheit, dort lang nach Hause zu fahren, aber sie merkte es noch schnell genug und nahm den anderen Weg.
      "Ich glaube, ich weiß schon, wohin wir gehen könnten..", sprach sie und sah kurz zu ihrem Freund, bevor sie wieder auf die Straße blickte. Ein wenig angespannt war die Frau schon, ihre Gedanken wollten immer wieder zu Thomas und seinem Vorschlag schweifen, Naira unterbund es jedoch schnell genug, sie konzentrierte sich auf sie Fahrt.

      Eine gute Stunde brauchte die Frau, um geduscht, angezogen und mit trockenen Haaren unten zu stehen. Ihr Haar ließ sie mal offen, ein nettes Gegenteil zu dem strengen Zopf, den sie immer bei der Arbeit trug. Ihre Kleidung war schlicht, aber für den Anlass passend, sie trug eine enge Jeans und ein lockeres Oberteil in schwarz, passend zu ihrem dunklen Haar. "Also ich hin fertig..", sprach sie und wollte ihre Sachen in der Jacke verstauen. Eine Handtasche war für sie zu viel, zu lästig, hatte sie sich schnell wieder abgewöhnt gehabt. "und weiß du was? Wir gehen richtig schön einen Steak essen.. Vielleicht muntert uns ein Stück Fleisch auf".
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Victor ließ Naira wie gesagt ihre Zeit und kümmerte sich derweil um sich selbst. Wobei die eigene Herrichtung um mit einer Frau auszugehen ziemlich mager ausfiel bei dem Herren. Er richtete bloß die Haare mit ein wenig Wasser und putzte sich die Zähne. Er kümmerte sich sogar darum eine neue Hose anzuziehen und ein frisches Hemd. Mehr auch nicht. Und genau deswegen war er auch innerhalb von 20 Minuten fertig. Doch er hatte nichts dagegen, dass Naira sich hübsch machte. Denn als sie fertig und bereit war zum Aufbruch, war sie wunderschön. Victor saß auf dem Sofa im Wohnzimmer und sah von seinem Handy auf. Er hatte in den letzten Minuten noch die Nachrichten durchgesehen und gehofft, dass vielleicht da etwas interessantes zu sehen war. Doch nichts.
      Er hing sich interessiert über die Sofalehne und musterte sie ausgiebig, genoß sichtlich den Anblick, den sie bot. Und ihre Worte erst dazu. Ein Steak: "Das erfüllt mein Amerikaner-Herz...da will man doch glatt weinen.", überspitzt theatralisch wischte er sich aus dem Augenwinkel eine Träne und stellte sich dann auf. Er kam zu ihr, zog die Schuhe über und öffnete die Tür, doch er ließ Naira wieder den Vortritt. Nicht nur um höflich zu sein, auch um sie von hinten ansehen zu können. Das war eine gute Entscheidung gewesen mit ihr Essen zu gehen. Ihre Hose saß gut...und die lockere Bluse, ließ sie zwar wichtig wirken, aber doch legere.
      Victor zog die Schultern an, als er draußen stand und die Kälte wieder über sie herein brach. Es war spürbar kälter geworden in der letzten Stunde. "Da du heute schon gefahren bist...kann ich dir wohl nur schwerlich die Autoschlüssel wieder abnehmen, mh?", er nickte vage in Richtung des Wagens. Seine Frage konnte ein Test gewesen sein und er wollte hören, dass sie ihm die Schlüssel übergab, aber wenn Victor ehrlich zu sich war, so hatte er nichts mehr dagegen. Ihrem Bein ging es gut. Selbst die Wunde an seinem Arm war frischer und weniger geschont worden.
    • Naira O'Connor

      Sie lachte, als Victor seinen Part zu dem Steak hinzufügte und freute sich innerlich, dass es doch eine gute Wahl gewesen ist, ein Stück halbrohes Fleisch zu wählen, als etwas nobleres zu essen. Naira selbst mochte es lieber, einfach etwas Gutes auf dem Teller zu haben, als eine Portion von irgendetwas unbekanntes, was ich letztendlich wahrscheinlich sowieso nicht schmecken würde. Auch die kaum aussprechbaren Namen sprachen ziemlich gegen die teuren, noblen Restaurants.
      Die Jacke und die Schuhe waren schnell angezogen, die Autoschlüssel klimperten in der Hand der Frau, sie dachte nicht einmal daran das Fahren ihrem Freund zu überlassen. Deshalb schüttelte sie auch den Kopf mit einem breiten Grinsen und biss sich leicht auf die Lippen. "Vergiss es.. Du hast mich schon zum Arzt fahren lassen, du kannst doch nicht erwarten, dass ich sie dir jetzt zurückgeben werde!". Naira setzte einen Schmollmund auf und betrachtete ihren Freund für einen Moment. Spike war zuhause geblieben, sie hatte ihm etwas von den Beruhigungsmittel gegeben, damit er sich nicht so alleine und verlassen fühlen würde.
      "Außerdem weiß du gar nicht wo lang!", sie streckte ihm leicht die Zunge raus und lief zur Fahrerseite, an welcher sie den Wagen aufschloss und einstieg. Der Wagen war kalt, die kalte Luft war reingekommen, weshalb die Frau ihn sofort startete und die Heizung anschaltete." Wir suchen uns definitiv einen warmen Ort aus..", schmunzelte sie und sah zu ihrem Partner, bevor sie sich anschnallte und los fuhr.

      Eine viertel Stunde fuhren die beiden durch Anchorage, bis Naira den Wagen vor einem typisch amerikanischen Restaurant abstellte. Es war gut besucht, hatte einen rustikalen Stil und hatte ein wirklich gutes Essen in der Küche, oft war die Frau nicht dort gewesen, aber die Male, die sie da gewesen war war sie hin und weg. "Die haben hier auch gutes Bier..", entgegnete sie und schaltete den Wagen ab, bevor sie zu ihrem Freund mit einem Lächeln auf den Lippen sah.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Ihre Worte brachten ihn zum Lächeln. Immer wieder schaffte nur sie es, dass er sich aus seiner harten Schale heraus traute und tatsächlich ein wenig Spaß am Leben hatte. Sie erfüllte ihn. Wie konnte man sie ihm nur wegnehmen? Niemals. Weder durch Kugel, durch Ämter oder durch sonst etwas. Wenn sie ging, dann auch er. Victor hatte eine Liebe zu ihr entwickelt, die anfangs lediglich auf physischer Anziehung basiert hatte. Doch nun, war es der bloße Gedanke an sie und ihren Charakter, an ihre Stimme.
      Victor ging mit schüttelndem Kopf zum Wagen: "Ja ja, du fährst.", war das Ende des Gesprächs. Er wollte sie nicht davon überzeugen. Auch wenn ihm das Argument bereits auf der Zunge lag, dass doch eigentlich der Mann hinter dem Steuer sitzen sollte und nicht die Frau. Aber das löste wahrscheinlich eine andere Diskussion aus, die er gar nicht oder eben noch nicht besprechen wollte.

      Dass bereits das Wort Steak sein amerikanisches Herz höher schlagen ließ, war nichts ihm Vergleich dazu, als er das Restaurant sah. Es war nicht groß und nicht sehr prunkvoll, aber es war authentisch und Victor liebte es. Wie ein kleiner Junge, dem man eine Rennbahn zeigte.
      "Mhh...Das riecht wie...daheim.", murrte Victor zufrieden, als sie durch die Türen das Lokal betraten. Er warf Naira einen kurzen Blick zu, bevor er sich an den Eingang stellte, wo eine fröhliche junge Dame die beiden mit breitem Lächeln begrüßte und sich vorstellte. Ganz nach amerikanischer Manier. Er liebte es. Die junge Dame begleitete die zwei Neuankömmlinge zu einem Tisch und reichte ihnen direkt zwei Menus. "Wenn es etwas gibt, was ich euch bringen kann, sagt mir bescheid. Ansonsten...Antoine wird euer Kellner sein für heute. Er ist ein ganz lieber." Sie kicherte und winkte einem jungen Mann zu, der gerade seine Weste richtete und das charismatischte Lächeln auflegte, dass er im Repertoire hatte, als er Naira erblickte.
    • Naira O'Connor

      Es war herrlich in dem Restaurant, es roch so schön drinnen und vor allem die Wärme begrüßte beide, sie lud zum hinsetzen und Jacke ausziehen. Das tat Naira auch, nachdem die junge Dame ihren Tisch gezeigt hatte und lehnte die schwere, dicke Jacke an dem Stuhl, um sich anschließend hinzusetzen. Das junge Mädchen war süß und freundlich, vielleicht war genau das etwas typisch amerikanisches?
      Bevor die Dunkelhaarige in die Karte sah, betrachtete sie ihren Freund und seufzte zufrieden. "Du muss mir mal deine Heimat zeigen..",stellte sie fest und schmunzelte breit. "Ich meine natürlich nicht, dass du mich sofort deinen Eltern vorstellen muss.. Aber ich würde gerne mal deine Vorstellung von einem typisch amerikanischen Leben kennenlernen.. Wenn du nichts dagegen hast natürlich". Es war eine charmante Art, wie Naira mehr von ihrem Freund erfahren wollte, aber um ihn nicht allzu nervös zu machen sah sie in die Karte rein.
      Den Kellner hatte die Frau nicht wirklich bemerkt, vielleicht erst, als er an den Tisch trat, um schon einmal die Getränke aufzunehmen. "Ich hätte gerne ein Bier", sprach die Frau und sah zu dem Herren hoch. "Einen großen Krug..", fügte sie noch hinzu, setzte ein freundliches Lächeln auf und blickte wieder in die Karte, um etwas zu essen auszusuchen. Was Victor trinken wollte war seine Sache, es war ihm frei gestellt, er war schließlich alt genug.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Ihm wäre es gar nicht erst aufgefallen, wenn Naira es nicht angesprochen hätte. Etwas an den Worten Eltern machte ihn tatsächlich nervös und nahm ihm sogar ein wenig den Wind aus den Segeln.
      "Über...das amerikanische Leben können wir reden...Das zeige ich dir...Aber meine Eltern. Mh", Victor sah sich das Menü vor sich auf dem Tisch an und öffnete die erste Seite. Die Preise waren gut, man konnte sie zahlen, egal aus welcher Familie man stammte. Während er mit den Augen über die Karte flog, musste er aber nachdenken. Naira seinen Eltern vorstellen. Was sie wohl davon hielten? Außerdem...Er hatte kaum mit ihnen in den letzten Jahren gesprochen. Alles was noch an Kommunikation übrig geblieben war, waren seltsame Grußkarten an Feiertagen. Victor sah wieder zu ihr hoch und wollte noch einmal ansetzen ihr das mit seinen Eltern zu erklären und dass das eine wohl eher weniger gute Idee gewesen wäre, doch er ließ es bleiben. Denn der Kellner kam und schmunzelte. Er war schmächtig, aber sehr aktiv wie es schien und auf extrovertierte Art freundlich.
      "Hi, mein Name ist Antoine. Ich bin euer Kellner heute. Wie geht's euch denn so? Habt ihr schon etwas was ihr haben möchtet?"
      Dies lange Farce, nur damit sie ein wenig mehr Trinkgeld als ihre Kollegen bekamen, um über die Runden zu kommen. Victor nickte, beantwortete die Frage in der selben Höflichkeit ohne groß kund zu tun, dass sie ja eigentlich den ganzen Kopf voll hatten mit einem Mörder. Dann verwies er lediglich auf Naira, damit diese zu erst bestellen konnte. Dass sie sich direkt Ein Bier bestellte, regte auch ihn an einzusteigen und etwas zu trinken. Wieder eine Ausnahme machen? Ach scheiß drauf. Er wollte heute trinken. Verdammt, es war nötig, das sagte ihm sein Bauch Gefühl. Also bestellte er ebenfalls einen großen Krug, um seiner Freundin nicht unterlegen zu sein.
      Sein Blick glitt für den Moment fragend zu Naira. Erlaubte sie es ihm? Natürlich, er war doch alt genug, es war nicht das erste Mal. Und wenn er übertrieb? Er wollte die Fragen, ob sie ein Auge auf seinen Konsum behält, doch stattdessen fragte er, ob sie bereits wusste was sie nahm und ob es etwas gab, dass man in diesem Laden auf jeden Fall essen musste.
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