Die SMS, die Julia ihm schickte, las er in dem Augenblick, in dem sie auf seinem Smartphone aufploppte. Er lächelte, brüllte jemanden am anderen Ende der Leitung seines Bluetooth-Headsets an und schrieb ihr gleichzeitig eine Nachricht zurück. Den ganzen Tag schickte er ihr welche. Hauptsächlich nervte er sie mit den Online-Speisekarten von irgendwelchen griechischen Restaurants, die wahrscheinlich alle außerhalb Julianas gewohnter Preisklasse lagen. Das Nerven beschränkte sich aber eigentlich nur auf drei Nachrichten, da ihm die Zeit fehlte, weiter nach Restaurants zu suchen. Er trat es einfach an Austin ab, der würde schon einen ordentlichen Griechen finden. Er fand immer das, wonach Carson suchte.
Die Vertragsabschlüsse waren am Ende der Woche angesetzt worden. Alle auf einmal. Carson würde am Freitag die Kickstarter-Firma aufkaufen und nur drei Stunden später zwei Lagerhäuser erwerben, die in den folgenden Monaten grundsaniert und modernisiert werden würden, um die Produktionsstätten zu verlegen und den Ertrag zu steigern. Dafür würde er wiederum eine Stunde nach dem Kauf der Lagerhäuser einen Bauvertrag unterzeichnen. Alles in allem schloss Carson am Freitag fünf Verträge ab, ehe er Zeit fand, etwas zu essen. Was er nicht tun würde, da er an diesem Abend noch etwas vorhatte. Kein Grieche.
Als er um elf nach Hause kam und sich aus seinem Anzug geschält hatte, klappte er seinen Privatlaptop im Esszimmer auf und klickte sich durch ein paar Onlineshops.
Manfred, sein Koch, hatte ihm wie immer einen Snack gemacht und mit der entsprechenden Anleitung versehen. So hatte Carson kochen gelernt. Von den Notizen seines Kochs, der nicht mit ansehen konnte, wie Carson verhungerte. Daher waren diese Snacks mittlerweile auch gern etwas komplizierter in der Fertigstellung. Heute aber hatte Manfred Mitleid mit seinem Arbeitgeber gehabt und ihm etwas Einfacheres hingestellt.
Carson mampfte also in aller Ruhe sein Sloppy Joe Sandwich und suchte nach einem passenden Geschenk für Juliana. Kostete ihn eine weitere Stunde, das zu finden. Schlussendlich aber hatte er das perfekte gefunden und es würde noch pünktlich geliefert werden. Jetzt konnte Carson ruhig schlafen. Seine Geschäfte waren so gut wie abgeschlossen, das Geschenk für Juli unterwegs. Der anstrengende teil lag hinter ihm.
Er fand sage und schreibe fünf Stunden Schlaf, ehe es ihn ins Fitnesscenter auf das Laufband zog, wo er sich die Lunge aus dem Leib rannte, um Joe und das Wochenende wieder loszuwerden.
Am Freitag wurde Juliana ein Päckchen geliefert. Es war etwa so groß wie ein DIN A3 Blatt, dafür aber nur wenige Zentimeter hoch. Das Päckchen war nichtssagend schwarz, allerdings befand sich eine silberne Prägung darauf: Die Buchstaben L und V, die sich überlappten.
Der Kurier bestand auf eine Unterschrift, ehe er das Paket übergab. Darin befand sich, umhüllt von hauchdünnem Seidenpapier, ein perlmutt farbenes Kleid mit leichten Goldakzenten. In einer kleinen Kiste neben dem Kleid befanden sich eine passende Clutch und Ohrringe.
Carson erhielt eine Nachricht vom Versandhaus, als das Paket angekommen war. Sofort öffnete er den Nachrichtenverlauf mit Juliana und schrieb ihr eine Nachricht:
Ich hoffe, es gefällt dir.
Heute Abend um sieben
kannst du damit angeben.
Ich hole dich ab. Viertel
nach sechs vor deiner Haustür.
C.D.
Er grinste ein wenig triumphal, dann wandte er sich wieder seiner Arbeit zu und betrat das Bürogebäude der Kickstarter-Firma, um seinen ersten Vertrag des Tages zu unterschreiben, auf dass er noch sehr viel mehr Geld verdiente. Die ersten Hochrechnungen ließen vermuten, dass er den Profit dieser Firma bis zum Ende des Jahres verdreifachen würde.
Nachdem der letzte Vertrag unterzeichnet war - der Bauvertrag - ließ sich Carson von Austin nach Hause fahren und warf sich in Schale. Er trug heute Abend einen perlmutt farbenen Anzug, der Schuppen imitierte. Die Knöpfe am Hemd und die Fliege setzten die nötigen Akzente in Gold, die er mit einer Uhr in der gleichen Farbe noch unterstrich. Das Einzige, was ihn störte, waren seine Haare. Sie passten nicht ins Bild. Sie passten nie ins Bild. Als er aus der Dusche trat, verbrachte er mehr Zeit damit, sie wütend anzustarren, als gesund war. Ihre Farbe änderte sich leider nicht spontan, also musste er wohl einfach wieder mit dem arbeiten, was er hatte. Aber sie passten einfach nicht.
Pünktlich um achtzehn Uhr fünfzehn klingelte Carson bei Juliana. Sogar Austin hatte sich schick gemacht: Er trug eine Fliege anstelle der üblichen Krawatte.
Carson grinste wie ein Honigkuchenpferd. Das änderte sich allerdings, als er Juliana erblickte. Sie sah aus wie ein Engel. Sein Engel.
"Du siehst atemberaubend aus", begrüßte er sie, ehe er sie liebevoll küsste, "Glaub ja nicht, dass ich dich heute Abend mit irgendwem teilen werde."
Die Vertragsabschlüsse waren am Ende der Woche angesetzt worden. Alle auf einmal. Carson würde am Freitag die Kickstarter-Firma aufkaufen und nur drei Stunden später zwei Lagerhäuser erwerben, die in den folgenden Monaten grundsaniert und modernisiert werden würden, um die Produktionsstätten zu verlegen und den Ertrag zu steigern. Dafür würde er wiederum eine Stunde nach dem Kauf der Lagerhäuser einen Bauvertrag unterzeichnen. Alles in allem schloss Carson am Freitag fünf Verträge ab, ehe er Zeit fand, etwas zu essen. Was er nicht tun würde, da er an diesem Abend noch etwas vorhatte. Kein Grieche.
Als er um elf nach Hause kam und sich aus seinem Anzug geschält hatte, klappte er seinen Privatlaptop im Esszimmer auf und klickte sich durch ein paar Onlineshops.
Manfred, sein Koch, hatte ihm wie immer einen Snack gemacht und mit der entsprechenden Anleitung versehen. So hatte Carson kochen gelernt. Von den Notizen seines Kochs, der nicht mit ansehen konnte, wie Carson verhungerte. Daher waren diese Snacks mittlerweile auch gern etwas komplizierter in der Fertigstellung. Heute aber hatte Manfred Mitleid mit seinem Arbeitgeber gehabt und ihm etwas Einfacheres hingestellt.
Carson mampfte also in aller Ruhe sein Sloppy Joe Sandwich und suchte nach einem passenden Geschenk für Juliana. Kostete ihn eine weitere Stunde, das zu finden. Schlussendlich aber hatte er das perfekte gefunden und es würde noch pünktlich geliefert werden. Jetzt konnte Carson ruhig schlafen. Seine Geschäfte waren so gut wie abgeschlossen, das Geschenk für Juli unterwegs. Der anstrengende teil lag hinter ihm.
Er fand sage und schreibe fünf Stunden Schlaf, ehe es ihn ins Fitnesscenter auf das Laufband zog, wo er sich die Lunge aus dem Leib rannte, um Joe und das Wochenende wieder loszuwerden.
Am Freitag wurde Juliana ein Päckchen geliefert. Es war etwa so groß wie ein DIN A3 Blatt, dafür aber nur wenige Zentimeter hoch. Das Päckchen war nichtssagend schwarz, allerdings befand sich eine silberne Prägung darauf: Die Buchstaben L und V, die sich überlappten.
Der Kurier bestand auf eine Unterschrift, ehe er das Paket übergab. Darin befand sich, umhüllt von hauchdünnem Seidenpapier, ein perlmutt farbenes Kleid mit leichten Goldakzenten. In einer kleinen Kiste neben dem Kleid befanden sich eine passende Clutch und Ohrringe.
Carson erhielt eine Nachricht vom Versandhaus, als das Paket angekommen war. Sofort öffnete er den Nachrichtenverlauf mit Juliana und schrieb ihr eine Nachricht:
Ich hoffe, es gefällt dir.
Heute Abend um sieben
kannst du damit angeben.
Ich hole dich ab. Viertel
nach sechs vor deiner Haustür.
C.D.
Er grinste ein wenig triumphal, dann wandte er sich wieder seiner Arbeit zu und betrat das Bürogebäude der Kickstarter-Firma, um seinen ersten Vertrag des Tages zu unterschreiben, auf dass er noch sehr viel mehr Geld verdiente. Die ersten Hochrechnungen ließen vermuten, dass er den Profit dieser Firma bis zum Ende des Jahres verdreifachen würde.
Nachdem der letzte Vertrag unterzeichnet war - der Bauvertrag - ließ sich Carson von Austin nach Hause fahren und warf sich in Schale. Er trug heute Abend einen perlmutt farbenen Anzug, der Schuppen imitierte. Die Knöpfe am Hemd und die Fliege setzten die nötigen Akzente in Gold, die er mit einer Uhr in der gleichen Farbe noch unterstrich. Das Einzige, was ihn störte, waren seine Haare. Sie passten nicht ins Bild. Sie passten nie ins Bild. Als er aus der Dusche trat, verbrachte er mehr Zeit damit, sie wütend anzustarren, als gesund war. Ihre Farbe änderte sich leider nicht spontan, also musste er wohl einfach wieder mit dem arbeiten, was er hatte. Aber sie passten einfach nicht.
Pünktlich um achtzehn Uhr fünfzehn klingelte Carson bei Juliana. Sogar Austin hatte sich schick gemacht: Er trug eine Fliege anstelle der üblichen Krawatte.
Carson grinste wie ein Honigkuchenpferd. Das änderte sich allerdings, als er Juliana erblickte. Sie sah aus wie ein Engel. Sein Engel.
"Du siehst atemberaubend aus", begrüßte er sie, ehe er sie liebevoll küsste, "Glaub ja nicht, dass ich dich heute Abend mit irgendwem teilen werde."

