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„Ah, mächtig, nicht gefährlich. Gut.“ Ein feiner Unterschied, der Amartius in beiden Belängen direkt betraf. Weder war er mit seinem Alter und seiner Herkunft eine sonderliche Gefahr noch besaß er auch nur ansatzweise die Macht wie die echten Götter. Er war nicht mehr als ein Schatten von dem, was hätte sein können. Dass sich seine Kraft jedoch jetzt schon von der eines gewöhnlichen Menschen unterschied, hatte er vorhin eindrucksvoll unter Beweis stellen können. So verwunderte es ihn auch nicht …
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„Lange Zeit habe ich geglaubt, dass du nicht dazu fähig bist, Angst zu spüren. Es hat immer den Anschein gemacht, als hättest du ein gewisses Repertoire an Emotionen verloren oder willentlich von dir abgespalten. Das war einer der ersten Gedanken, die ich im Evenstar hatte als ich dich sah. Ich wusste nicht, dich einzuschätzen und je mehr wir erlebt haben, desto unsicherer wurde ich mir, ob du nicht einfach nur gut versteckst, was du fühlst. Mir haben dann ein paar Leute auf den Hinterkopf gesch…
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Eigentlich sollten Regeln etwas Tolles sein. Etwas, an dem man sich orientieren konnte und das einem eine Richtung vorgab. Während ihrer gesamten Laufbahn hatte Ember anhand eben jener Regeln agieren müssen und war bereits da dafür bekannt gewesen, sie bis an den Rand der Möglichkeit auszudehnen. Viel zu oft hatte sie sie umgangen, doch irgendwie angebrochen oder sich schlicht und ergreifend nicht gänzlich daran gehalten. Das tat sie nicht, weil es ihr Spaß bereitete, anderen Menschen auf der Na…
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Es schlich sich ein wenig Erwartungshaltung in Amartius' Körpersprache als Zoras sich zu ihm wandte und vor ihm in die Hocke ging. Ein gewisses Funkeln war seinen Augen nicht abzusprechen als er gespannt darauf wartete, was ihm dieser Mann nun noch Neues offenbahren würde. Er musste jedoch die Stirn gerunzelt haben, als von einem Deal die Rede war. Nur aus dem Kontext heraus konnte er sich erschließen, dass damit eine Art Handel gemeint war. Dass dabei reiten und fliegen nur entfernt etwas gemei…
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August hatte sich auf die Seite gedreht und Ember war sich todsicher, dass sie die Absicht in seinem Blick herauslesen konnte. Als würden ihre Fingerspitzen bereits kribbeln in der leisen Vorahnung, dass er nach ihr langen würde, und sie es erwidern würde. Nichts davon geschah allerdings und so huschte ihr Blick zwischen seinen hellen Augen hin und her bevor er sich schlussendlich auf den Rücken fallen ließ. Gott, er hatte gerade zugegeben, dass auch er nicht gehen wollte. Natürlich nicht - verd…
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Amartius' findige Augen fielen direkt auf Zoras' Schwert. Er verstand nichts von Waffen oder deren Gebrauch, aber er wusste, dass dieser Flugrost eigentlich nicht da sein sollte. Dass die Klinge allgemein in einem besseren Zustand hätte sein können und mit ihren kleinen Kerben sicherlich auch mal eine ordentliche Aufarbeitung vertragen könnte. Des Weiteren verstand er ebenso wenig von der Monetarisierung der Welt. Den Wechsel von Metallmünzen hatte er nun schon einige Male beobachten dürfen, doc…
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Amartius hatte Zoras bei seiner Lüge einfach nur stumm angesehen. Sicherlich hatte Kassandra ihm erzählt, dass Phönixe in der Lage waren, Lügen zu enttarnen. Er bildete hierbei keine Ausnahme, aber wusste Zoras das auch und erzählte trotzdem Lügen? Bestimmt hatte der Mann seine Gründe dafür. Demnach nahm Amartius es einfach so hin und folgte seinem Vater als dieser den Stall verließ und sie wieder gemiensam in die Gaststätte einkehrten. Der Junge verrenkte sich beinahe den Hals als er zu der Dre…
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Zu gut erinnerte sich Ember daran, unter welchem Namen sie einst bei August eingespeichert gewesen war. Nervige Detective.... ja, solch einer Person mochte man wirklich Wünschen, dass sie an ihren eigenen vergifteten Happen lernte. Ihre Bekanntschaft war damals wirklich nicht sonderlich gut gestartet. Umso erstaunlicher, wohin diese Reise sie beide nun geführt hatte. Dank ihrer Nachforschungen hatte Ember erfahren können, dass August primär Nachforschungen und Abschriften angefertigt hatte. Imme…
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Ember zuckte nicht zusammen, fühlte sich jedoch jämmerlich ertappt. Dass August zu denjenigen gehörte, die scheinbar auch Gedanken erahnen konnten, war ihr bisher nicht bewusst. Oder nannte er nur Dinge, die er vermutete, einfach zur goldrichtigen Zeit? Sicherlich wusste er, dass sie zu oft dazu neigte, die viel zu gefährlichen Wege zu wählen anstatt sich langfristiger Gedanken zu machen. Er hatte das Tor ihr gegenüber einst erwähnt, aber weitere Beschreibungen hatte sie nicht durch ihn erlangt.…
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Es ging nicht unbemerkt vor sich, wie August seine Hand inmitten ihrer Erzählung von Embers Oberschenkel nahm. Vorerst ließ sie sich nicht beirren und führte ihren Vortrag eisern aus. Allerdings konnte sie nicht den Zusammenhang zwischen ihren Worten und seinem Rückzug übersehen. Das war mit der Erzähluung gar nicht beabsichtig gewesen und sie merkte, dass sie die Abwesenheit seiner Hand durchaus bereute. Was zur Hölle stimmte mit ihr nicht? Seit wann war sie denn so furchtbar wankelmütig? Immer…
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Endlich konnten sie beide mit der leidigen Vergangenheit abschließen. Für Ember war es so, als fielen Ketten, die sie ständig um ihre Gelenke getragen hatte, schlagartig ab und die neugewonnene Freiheit wirkte so fremd wie nie. Nun hatten sie es endlich geschafft, sich gegenseitig auf einen Nenner zu bringen nur um diesen Zustand maximal drei Wochen beizubehalten... Drei Wochen... was für eine lächerlich kurze Zeitspanne dies doch war. Sie würde alle ihre noch zur Verfügung stehenden Ressourcen …
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Zeit war ein gefährliches Konstrukt. Allerdings nur dann, wenn man eben auch Gefahr lief, etwas zu verlieren. Das war mitunter der Grund, warum Mensch sich so sehr vor diesem Konstrukt fürchteten. Es raubte ihnen das, was sie für ihr Leben als wichtig erachteten. Geliebte Menschen, die Schönheit, die Jugend und schlussendlich das Leben höchstpersönlich. Für Götterwesen wie Kassandra spielte daher die Zeit keine Bewandnis. Sie existierten unabhängig voneinander und zu einem gewissen Grad galt die…
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Die Hände, die schwer auf Amartius' Schultern lasteten, folgten ihm als er in die Hocke gegangen war. Überwältigt von dem Zusammenbruch, der der erste dieser Art für den Jungen war, wusste er gar nicht, wie er dem Einhalt gebieten sollte. In Asvoß war die Lage oftmals angespannt, gar unterkühlt. Es gab nur dann Freifraum für Emotionen wenn er mit Kassandra allein gewesen war und das war nur selten der Fall. Also versuchte er sich irgendwie selbst wieder in den Griff zu kriegen und scheiterte nur…
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Freilich würde Perley tun, worum Ember ihn gebeten hatte. Immerhin hatte sie beim Gehen noch mitbekommen, wie er sein Handy gezückt hatte. Umso gravierender war wohl das Zeitlimit, das sie somit gesetzt bekommen hatte. Allerdings musste Ember selbst konzentriert zurück denken als August erwähnte, dass sie schon lange nicht mehr solche Zeiten geteilt hatten. Wenn sie sich recht entsann war das letzte Mal kurz vor dem Schuss gewesen. Und dann war wochenlang Totenstille gewesen. Immerhin hatte sie …
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Zoras Kopf ruckte so plötzlich zurück, dass Amartius schon fast damit gerechnet hatte, man würde ihm nicht glauben. Oder dafür verurteilen, dass er ein Abkömmling eines Gottes auf Erden war. Ihm blieb nichts anderes übrig als dem bohrenden Blick standzuhalten, der unerwartet direkt die Gesichtszüge des Jungen musterte. Als fiele ihm erst jetzt wirklich die Ähnlichkeit zu Kassandra auf. Und dann war Zoras so schnell auf die Beine gesprungen, dass der Junge ein erschrockenes Quietschen nicht verhi…
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Man mochte es Feigheit nennen, aber Ember bewegte sich vorerst einen Zentimeter. Noch immer starrte sie August in der Dunkelheit an, der offensichtlich festgefahren war. Sie war sich nicht sicher, was sie in seinem Gesicht ablesen sollte, denn es glich eher einer Maske als allem anderen. Er dachte nach, das sah man überdeutlich und sie würde den Teufel tun und ihn zu irgendetwas drängen. Dann ging Bewegung durch ihn, als er ihre Gestik vor ein paar Sekunden immitierte. Oh Gott, er spiegelte sie …
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"Singt ganz fantastisch, sagt man. Ich habe sie aber nie gehört. Außer, wenn sie Schlaflieder singt", meinte der Junge geistesabwesend während er sich die letzten Stücke Fleisch zwischen die Kiemen haute. Er driftete ein wenig in seiner Erinnerung ab, wo er noch jünger gewesen war. Kassandra hatte sich nur um ihn gekümmert und niemanden an ihn heran gelassen. Jede Nacht hatte sie ihm Lieder vorgesungen in verschiedenen Sprachen und ihn dabei in ihren Armen gehalten. Das waren die Momente, in den…
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Die gesamte Situation war höchst grenzwertig. So grenzwertig, dass von ihnen beiden bald nicht mehr klar gesagt werden konnte, wo sie hätten aufhören müssen. Für den Willen aller Beteiligter. Aber niemand hier konnte leugnen, dass es da diese Reize zwischen ihnen gab. Diese Reize, die anfänglich dafür gesorgt hatten, dass sie ihn aus dem Knast holte und jetzt am Ende dafür sorgte, dass er ihr verfiel. Das Schicksalsrad hatte recht gehabt, und eigentlich hätte sich Ember mit Händen und Füßen dage…
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Vehement begann Amartius den Kopf zu schütteln. "Kassandra hat kaum Magie. Es ist nicht nur so kalt", er rieb sich symbolisch die Arme, um danach die flache Hand an sein Herz zu legen. "Ist auch hier kalt." Wenn er sich recht entsann, dann hatte der Junge nicht ein einziges Mal gesehen, dass seine Mutter Magie genutzt hatte. Telandir, ja, aber nicht Kassandra. Man hielt sie an der kurzen Leine, damit sie darauf angewiesen war von den Lebensmitteln zu leben, um ihre Hülle nicht völlig zu vernachl…
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Chefin.... Ember lachte sich insgeheim ins Fäustchen. Das hatte sie noch nie bei August gehört und dass er es jetzt so benutzte erinnerte sie von der Art und Weise her an Ruairi. Erneut bewegte sich das Bett und sie konnte bestimmen, dass er ein wenig näher gerückt war, so wie sich die Matratze nach unten verzog. Sie reagierte nicht auf seinen Kommentar, dass er immer dort war, wo er zu sein wünschte. Sie wusste ganz genau, dass er aus dem Evenstar hätte verschwinden können. Dass er dank seiner …