Konnte ein Mensch nach Leben schmecken?
August Foremar hatte bereits viel gesehen in 150 Jahren des Lebens. Viel Leid und viel Freude. Das Lachen wie das Weinen waren Teil seines Lebens und seiner Erzählungen und dennoch...Niemals hatte er nach einem Kuss gedacht, dass es nach Leben schmeckte. Honigwein und Feuer waren das letzte Mal die Geschmäcker gewesen, die beide geteilt und doch...Heute war es anders. Da war etwas in ihr. Etwas, das sie zurückhielt. Früher wären sie vermutlich wie wild gewordene Teenager übereinander her gefallen und hätten sich ihrer Lust hingegeben. Und irgendetwas hielt sie zurück.
SO war auch das Angebot, das sie ihm unterbreitete, mehr als unmoralisch. So unmoralisch, dass es ihn beinahe dazu brachte, zu seufzen. Manchmal, so hieß es doch, musste man kopfüber in die Hölle springen um den Himmel zu sehen. Und dieses Mal würde er nicht zögern wie beim letzten Male. Oder so tun als wäre es ihm egal.
"Ich warne dich vor", nickte er und lachte kurz auf als er sich ein wenig erhob, obgleich er es nicht wollte.
Selten hatte er etwas derartig begehrt als diese Frau. Und doch erschien es so merkwürdig, als würden sie sich neu kennen lernen und erst abtasten müssen.
Innerlich schrie eine Stimme in ihm "Greif nach mir, bitte!" und August war für einen Moment irritiert, als sie es nicht tat. Hatte er eine Grenze überschritten? ODer hatte er etwas getan, das sie nicht wollte und sie dazu gezwungen?
Würde sie sich zwingen lassen?
Gott, dieses unmoralische Angebot. Auf dem Gesicht des Zauberers entstand eine Art Stillstarre. Als würde er mit einem Mal vergessen wie man atmet. Das Bett...Er würde es ungerne verlassen, vor allem weil sein Körper zum einen nach Erholung schrie (die er niemals würde finden können!) und zum anderen...Da war Ember...Halbnackt...In seinem Bett...Und bot ihm an, zu bleiben. Wusste sie wohin das alles hier führen würde, wenn er sich jetzt zu ihr legte?
August schluckte eine Welle der Beklemmung hinab und war sich sicher, dass man den Puls auf seinem Hals sehen und sogar spüren konnte. Beinahe hatte er das Gefühl, dass seine Hände die Bezüge der Kissen schmelzen könnten, die er immer noch als Stütze nutzte. Nachdenklich sah er Ember an und unterstand sich, den schweren Atem zuzulassen. Doch wie? Wie sollte es gelingen? Sorgsam leckte er sich über die Lippen und ergriff die Hand, die sie achtlos neben den Kopf hatte fallen lassen.
"Du weißt...", wisperte er beinahe tonlos. "Ich meine...Weißt du, was passiert, wenn..."
Sachte legte er ihre Finger an seine Lippen und sah ins Leere des Raumes. Erst nach einer gefühlten Ewigkeit fand er den Weg zurück zu ihrem Blick und hauchte einen Kuss auf die Fingerkuppen.
Ach, scheiß drauf!
Kopfüber in die Hölle und zurück!
Schweigsam erhob er sich von der Bettkante. Im Dunkeln und im Dämmerschein des Flures, der unter der Tür hindurch schien, ging er zum Schrank und riss die Hose, die er trug von sich. Sollte sie einen Schemen seiner Nacktheit sehen, sie kannte seinen Körper ohnehin. Sorgsam suchte er eine Schlafanzughose heraus, dessen Oberteil von Ember warm gehalten wurde und stülpte sie über.
Nur um Sekunden später neben ihr im Bett Platz zu nehmen.
Und sich zu fragen, was er sich da eingebrockt hatte.
Er spürte sie. Spürte ihre Wärme, ihren Puls auf den Laken und ihren Leib so nah an seinem. So nah wie lange nicht mehr. Und sie waren allein. Alles schlief. Und keiner wachte. Und beinahe war es so als würde der Wind ein Fauchen unterdrücken als August Foremar langsam und stetig mit der Hand nach etwas suchte.
Zunächst stieß er nonchalant gegen ihre Hüfte. Falsche Adresse. Das heißt: eigentlich richtige Adresse, aber...Ach verflucht noch eins! Kopfschüttelnd rutschte seine Hand höher und fand schließlich die Hand, die er suchte und hielt sie fest.
"Mein Gott..", wisperte er. "Was tu ich hier eigentlich..."
Und wie alt warst du?
Als sein Puls nicht mehr beherrschbar war, drehte er sich auf die Seite, um sie anzusehen. Wenigstens anzusehen. Nicht mehr. Oder?
August Foremar hatte bereits viel gesehen in 150 Jahren des Lebens. Viel Leid und viel Freude. Das Lachen wie das Weinen waren Teil seines Lebens und seiner Erzählungen und dennoch...Niemals hatte er nach einem Kuss gedacht, dass es nach Leben schmeckte. Honigwein und Feuer waren das letzte Mal die Geschmäcker gewesen, die beide geteilt und doch...Heute war es anders. Da war etwas in ihr. Etwas, das sie zurückhielt. Früher wären sie vermutlich wie wild gewordene Teenager übereinander her gefallen und hätten sich ihrer Lust hingegeben. Und irgendetwas hielt sie zurück.
SO war auch das Angebot, das sie ihm unterbreitete, mehr als unmoralisch. So unmoralisch, dass es ihn beinahe dazu brachte, zu seufzen. Manchmal, so hieß es doch, musste man kopfüber in die Hölle springen um den Himmel zu sehen. Und dieses Mal würde er nicht zögern wie beim letzten Male. Oder so tun als wäre es ihm egal.
"Ich warne dich vor", nickte er und lachte kurz auf als er sich ein wenig erhob, obgleich er es nicht wollte.
Selten hatte er etwas derartig begehrt als diese Frau. Und doch erschien es so merkwürdig, als würden sie sich neu kennen lernen und erst abtasten müssen.
Innerlich schrie eine Stimme in ihm "Greif nach mir, bitte!" und August war für einen Moment irritiert, als sie es nicht tat. Hatte er eine Grenze überschritten? ODer hatte er etwas getan, das sie nicht wollte und sie dazu gezwungen?
Würde sie sich zwingen lassen?
Gott, dieses unmoralische Angebot. Auf dem Gesicht des Zauberers entstand eine Art Stillstarre. Als würde er mit einem Mal vergessen wie man atmet. Das Bett...Er würde es ungerne verlassen, vor allem weil sein Körper zum einen nach Erholung schrie (die er niemals würde finden können!) und zum anderen...Da war Ember...Halbnackt...In seinem Bett...Und bot ihm an, zu bleiben. Wusste sie wohin das alles hier führen würde, wenn er sich jetzt zu ihr legte?
August schluckte eine Welle der Beklemmung hinab und war sich sicher, dass man den Puls auf seinem Hals sehen und sogar spüren konnte. Beinahe hatte er das Gefühl, dass seine Hände die Bezüge der Kissen schmelzen könnten, die er immer noch als Stütze nutzte. Nachdenklich sah er Ember an und unterstand sich, den schweren Atem zuzulassen. Doch wie? Wie sollte es gelingen? Sorgsam leckte er sich über die Lippen und ergriff die Hand, die sie achtlos neben den Kopf hatte fallen lassen.
"Du weißt...", wisperte er beinahe tonlos. "Ich meine...Weißt du, was passiert, wenn..."
Sachte legte er ihre Finger an seine Lippen und sah ins Leere des Raumes. Erst nach einer gefühlten Ewigkeit fand er den Weg zurück zu ihrem Blick und hauchte einen Kuss auf die Fingerkuppen.
Ach, scheiß drauf!
Kopfüber in die Hölle und zurück!
Schweigsam erhob er sich von der Bettkante. Im Dunkeln und im Dämmerschein des Flures, der unter der Tür hindurch schien, ging er zum Schrank und riss die Hose, die er trug von sich. Sollte sie einen Schemen seiner Nacktheit sehen, sie kannte seinen Körper ohnehin. Sorgsam suchte er eine Schlafanzughose heraus, dessen Oberteil von Ember warm gehalten wurde und stülpte sie über.
Nur um Sekunden später neben ihr im Bett Platz zu nehmen.
Und sich zu fragen, was er sich da eingebrockt hatte.
Er spürte sie. Spürte ihre Wärme, ihren Puls auf den Laken und ihren Leib so nah an seinem. So nah wie lange nicht mehr. Und sie waren allein. Alles schlief. Und keiner wachte. Und beinahe war es so als würde der Wind ein Fauchen unterdrücken als August Foremar langsam und stetig mit der Hand nach etwas suchte.
Zunächst stieß er nonchalant gegen ihre Hüfte. Falsche Adresse. Das heißt: eigentlich richtige Adresse, aber...Ach verflucht noch eins! Kopfschüttelnd rutschte seine Hand höher und fand schließlich die Hand, die er suchte und hielt sie fest.
"Mein Gott..", wisperte er. "Was tu ich hier eigentlich..."
Und wie alt warst du?
Als sein Puls nicht mehr beherrschbar war, drehte er sich auf die Seite, um sie anzusehen. Wenigstens anzusehen. Nicht mehr. Oder?
The more that I reach out for heaven
The more you drag me to hell
