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Eigentlich wollte Tessa sich höflich abwenden, da zog Chester den Pullover kurzerhand über seinen Kopf und die Decken wieder eng um seine Schultern zog. Er sah aus, als würde er sich für den Aufbruch wappnen. Chester, der sich in ihrer Gegenwart in seiner schillernden Aufmachung des Zirkusdirektors und selbst in groben Arbeitsklamotten immer ordentlich gezeigt hatte, pfiff nun darauf, dass er das frische Kleidungsstück über seine verschwitzten Sachen anzog. Tessa sagte nichts, weil sie die Angew…
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Die Antwort war vielleicht nicht die Antwort, die sie sich unter diesen Umständen gewünscht hätte, aber Tessa ließ das Thema damit widerstandslos fallen. Chester hatte wieder ein wenig mehr nach dem alten Chester geklungen, der hinter seinem Schreibtisch saß und sie mit diesem durchdringenden Blick bedachte, unter dem sie sich auf beängstigende Weise entbößt vorkam. Tessa spürte beinahe körperlich wie sich der Mann langsame, Stückchen für Stückchen, wieder verschloss. Es war in Ordnung und Tessa…
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Die Bedeutung der Ewigkeit konnte Tessa unmöglich begreifen. Es lag nicht daran, dass es ihr an der nötigen Bildung mangelte oder sich ihr Verstand dafür als zu einfältig herausstellte. Der Gedanke überstieg ihre Vorstellungskraft. Tessa würde nie verstehen, wie sich dieser endlose Kreislauf aus ständigen Wiederholungen für Chester anfühlte. Wie es war, den Menschen in allen neuen Generation dabei zuzusehen wie sie dieselben Fehler machten und nichts dagegen unternehmen zu können. Derselbe Verra…
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Nur für einen Moment...Tessa wehrte sich nicht dagegen, als sich ihre Augen ganz von allein schlossen. Für eine Ewigkeit, die dennoch viel zu früh endete, lauschte sie still seinen gleichmäßigen Atemzügen. Ein und wieder aus. Es hatte etwas Beruhigendes, obwohl Chester unter ihrer Wange stocksteif da saß, als wüsste er nichts mit der Situation anzufangen. Das Lächeln hatte Tessa dieses Mal nicht täuschen können, denn sie ahnte, dass er nicht anders konnte. Ein Reflex, dem er nachgab, weil es ihm…
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Egal, was Chester in ihrem Blick suchte, als er endlich fündig wurde, war es nicht das, womit er gerechnet hatte. Die winzigen Veränderungen in seinem Gesicht hätte sie beinahe verpasst. Von dem hektischen Blinzeln bishin zu der milden Verblüffung, die für seine Verhältnisse bereits Bände sprach. Chester hatte nie verwundbarer auf Tessa gewirkt, nicht einmal im Angesicht des bevorstehenden Todes. Genau in diesem Augenblick funktionierte sein Verstand wieder und welche Erkenntnis er auch durch de…
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Nichts zeichnete sich auf seinem Gesicht ab. Es war dieses Nichts, dass ihr Stottern verstummen ließ und ihr Herz ins Straucheln brachte. Chester starrte sie einfach nur an und mit jeder verstreichenden Sekunde sackte Tessa ein wenig mehr in sich zusammen, als drückte sein versteinerter Blick sie nach unten. Jetzt schloss sie doch die Arme um ihren zitternden Leib, krallte die tauben Finger in die gefütterten Ärmel ihrer Winterjacke, die schon längst die Kälte nicht mehr abhielt. Es war bitterka…
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Die Leblosigkeit, die langsam auf den totenstillen Körper übergriff, hinterließ deutliche Spuren. Chester war schrecklich bleich geworden bis seine Haut ein merkwürdiger, gräulicher Schleier überzog. Sein Körper erstarrte und dieses Mal nicht vor Kälte. Mit den verstreichenden Minuten wurde immer deutlicher, dass jegliches Leben ihn verlassen hatte. Die eingefallenen Wangen und Augenhöhlen ließen seine Knochen unnatürlich prominent hervorstehen und die dunklen, violettschimmernden Augenlider erw…
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Völlig entkräftet sackte sein Kopf auf ihre Schulter. Es war ein vertrautes Gewicht, dass ihr nun tonnenschwer erschien. Keine Sekunde lang stoppte sie damit, ihm zärtlich durch das Haar zu streicheln. Chester nickte und Tessa entließ den angehaltenen Atem aus ihren Lungen. Sie würde ihn hier heraus schaffen. Irgendwohin, wo es warm und sicher war. Egal wohin, nur raus aus dieser bitteren Kälte und der erdrückenden Einsamkeit, die er sich selbst auferlegte. Aber Chester bewegte sich nicht. “Ich …
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“Nein.” "Chester, bitte", flehte Tessa beinahe. Sorge begleitete die geflüsterten Silben, doch sein Widerstand blieb ungebrochen. Die Zerbrechlichkeit erschreckte Tessa so sehr, dass sie selbst über seinen Trotz keine Miene verzog. Sie brachte es einfach nicht übers Herz ihn dazu zu zwingen. “Ich warte. Irgendwann wird die Uhr wieder laut, dann komme ich raus. Dann stelle ich jemanden ein und gehe wieder. Das mache ich jetzt", murmelte er beharrlich. "Das ist doch völliger Schwachsinn. Du kannst…
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Das Labyrinth aus schmalen Korridoren schien kein Ende nehmen zu wollen. Zwischendurch hielt Tessa ganz still und lauschte den leisen Stimmen hinter den Zeltwänden. Vorsichtig spähte sie durch die kleinen Schlitze in den Wänden, die sich hinter Requisiten, Möbeln und Kisten verbargen. Hinter dem Kantinenzelt hielt sich der verlockende Duft der Küche. Es roch süß nach Honig, warmen Gebäck und frisch aufgebrühtem Tee. Eine kleine Freude, die die Stimmung zumindest für einen kurzen Augenblick etwas…
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Eilig überflog Tessa die Zeilen und hatte dabei das Gefühl etwas unheimlich Verbotenes zu tun. Sie schämte sich dafür in den privaten Aufzeichnungen von Chester herumzuschnüffeln, aber da sie aus dem Mann keine klaren Antworten herausbekam und er wieder Mal wie vom Erdboden verschluckt war, ergab sich hier eine einmalige Gelegenheit. Wenn Chester wirklich verschwunden war, würde er ohnehin nie davon erfahren. Trotzdem fühlte sich Tessa nicht wohl dabei den brüchigen Frieden zu gefährden, der im …
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Für Tessa war es mehr als merkwürdig in den ersten Tagen, dass Chester sich wieder am normalen Leben des Zirkus beteiligte. So lange hatte sie jeden Morgen nach ihm Ausschau gehalten ohne ihn einmal zu Gesicht zu bekommen. Nun kam es immer häufiger vor, dass sie gemeinsam bei den täglichen Mahlzeiten zusammen an einem Tisch saßen. Tessa beteiligte sich an Gesprächen und wechselte hin und wieder auch ein Wort mit Chester. Sie hatte ihn wissen lassen, dass sie immer noch einen gewissen Groll gegen…
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[2er RPG] Vessels [Asuna & Winterhauch]
Winterhauch - - RPGs
BeitragDie Rechtfertigung, die Vaughn aussprach, widerte Cain an. Vermutlich spielte es auch gar keine Rolle, welche nachvollziehbaren und logischen Begründungen er dem Seeker förmlich vor die Füße warf. Es war ihm völlig gleichgültig, dass von Anfang an das Risiko bestanden hatte, sich in einer solch aussichtslosen Lage wiederzufinden. Für Cain zählte allein, dass Sylea und er gegen ihren Willen hier festsaßen. Vaughn und seine Leute hatten sie voneinander getrennt und erwarteten tatsächlich eine wide…
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Niemand hatte gesehen, wie eine flinke Schattengestalt die schwindelerregenden Höhen des Hauptzeltes empor gewagt hatte. Niemand außer Tessa, die in dieser schlaflosen Nacht durch die labyrinthartigen Pfade des Zirkus Magica wanderte. Das Herz wäre ihr beinahe aus der Brust gesprungen, während der Wind mit all seiner Kraft an Chester zerrte. Obwohl sie sein Gesicht aus der sicheren Entfernung nicht sehen konnte, beschlich sie das untrüglich Gefühl, dass sich sonst niemand in derartige Gefahr beg…
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[2er RPG] Vessels [Asuna & Winterhauch]
Winterhauch - - RPGs
Beitrag"Sie ist einzigartig", bestätigte Cain, für den dieser Satz eine völlig andere Bedeutung hatte. "Das macht sie nicht zu eurem Eigentum." Die Frau, Tamara, näherte sich mutig mit dem Tablett und die Gelassenheit in ihrem Blick war für den Seeker kaum zu ertragen. Cain sah schweigend zu, wie sie sich ein kleines Stückchen des Gemüses in den Mund schob und herunterschluckte. Die Ähnlichkeit zu Sylea verleitete ihn beinahe dazu, etwas wie Fürsorglichkeit in ihrer Stimme erkennen zu wollen. „Tamara i…
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Maledictio Draconis [CodAsuWin]
BeitragBereitwillig ließ Malleus die Cervidia gehen, obwohl ein Teil von ihm es sehr genoss wie Tava sich unschlüssig und gleichzeitig lustvoll seinen geschickten Fingern entgegen gedrängt hatte. Unschlüssig, ob sie sich an ihn pressen oder sich endlich dem ersehnten Ziel in Devons Schoß hingeben sollte. Malleus hatte die Sekunden ausgekostet, in der er seine Finger in der sengenden Hitze ihrer Mitte vergraben konnte. Das weiche Leder dämmte die Wahrnehmung zwar ein, aber ohne die Handschuhe wäre denno…
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[2er RPG] Vessels [Asuna & Winterhauch]
Winterhauch - - RPGs
BeitragCain beäugte den rundlichen Mann, der ihn mit der unverkennbaren Wissbegierde eines Forschers betrachtete, mit deutlicher Skepsis. Das unheimliche Gefühl, unter einem Mikroskop zu liegen, machte sich zügig in dem Seeker breit. Wie ein potentielles Forschungsobjekt begutachtet zu werden, behagte ihm ganz und gar nicht. Weshalb er dem neugierigen Fragenkatalog wenig bis keinerlei Beachtung schenkte. Er würde den Teufel tun und gehorsam wie eine gut dressierte Laborratte freiwillig die Antworten li…
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Tessa war auf den Anblick des aufgebahrten Sarges nicht vorbereitet gewesen. Die Endgültigkeit, die mit diesem seelenlosen Gegenstand verbunden war, drohte ihr den Boden unter den Füßen wegzureißen. Darin lag alles, was von dem Menschen übrig war, der Toby einmal gewesen war. Ein Körper, der ebenso seelenlos war, wie das Holz, das ihn nun umgab. Neben ihr schluchzte Eleonore herzzerreißend und Tessa drückte ihren Arm mit einer tröstlichen Geste, die einen Eindruck von Stärke vermittelte, den die…
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[2er RPG] Vessels [Asuna & Winterhauch]
Winterhauch - - RPGs
Beitrag"Ich weiß nicht, das sieht mir –", murmelte Sylea, doch sie bekam nicht die Gelegenheit ihren Satz zu beenden. Gleichzeitig wirbelte auch Cain herum und blickte auf eine vermummte Gestalt in einem Umhang. Wie in Zeitlupe sah er Sylea zu Boden gehen. Der oder die Fremde, es war schwer unter dem unförmigen Bahnen aus dunklem Stoff eine Silhouette zuerkennen, fing das bewusstlose Mädchen auf. Blitzschnell fokussierten seine goldglühenden Augen den Schlagstock und bereits eine Sekunde später wollte …
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Maledictio Draconis [CodAsuWin]
BeitragMalleus' Hand vollführte unberührt von dem Zögern, das sich erneut einstellte, seine Kreise auf Devons Rücken. Während die Unsicherheit allmählich aus sämtlichen Poren des Lacerta strömte und die Cervidia ebenso zögerlich zu Werke ging, wurde der Mann in Devons Rücken zu einem Ruhepol. Das anfängliche Feuer zwischen ihnen Dreien hatte einer unerwünschten Nüchternheit zu viel Platz eingeräumt und keiner wusste mehr so genau, wie er reagieren gar agieren sollte. Malleus senkte den Blick auf die ve…