what lies beneath.

“Sometimes, the truth isn’t what destroys you—it’s who you discover standing beside it.”
⚬──────────✧──────────⚬
Genre: Romanze, SoL
Rollen:
X - @Yumia
Y - @Shio
Vorstellung
⚬──────────✧──────────⚬
X ist ein junger Gründer eines millionenschweren Unternehmens, das innerhalb kürzester Zeit an die Spitze der Branche aufgestiegen ist. Trotz seines Erfolges weiß die Öffentlichkeit erstaunlich wenig über ihn. Er ist jung, attraktiv, charismatisch und scheint auf den ersten Blick ein makelloses Leben zu führen: keine Skandale, keine öffentlichen Affären, keine offensichtlichen Skandale.
Doch gerade das sorgt für Gerüchte.
Man munkelt, X sei der geheime Sohn eines Milliardärs. Andere behaupten, seine Firma sei auf den Leichen seiner Gegner aufgebaut worden. Wieder andere sind überzeugt, dass hinter seinem plötzlichen Aufstieg etwas viel Größeres und Dunkleres steckt.
Beweise gibt es für keine dieser Geschichten.
Denn bis heute hat es niemand geschafft, X zu einem richtigen Interview zu bewegen. Kein Journalist hat es geschafft, hinter die Fassade des jungen Unternehmers zu blicken. Entsprechend existiert auch kein wirklich tiefgehender Artikel über ihn.
Bis jetzt.
Y arbeitet als Journalist für eine renommierte Medienfirma und erhält den Auftrag, X zu interviewen. Ausgerechnet seine Firma hat es geschafft, einen Termin mit dem sonst unerreichbaren Gründer zu bekommen. Doch es soll kein gewöhnliches Interview werden. Y soll X nicht nur zu seinem Unternehmen befragen, sondern ihn wirklich kennenlernen: seine Vergangenheit, seine Motivation, seinen Aufstieg und die Person hinter dem öffentlichen Image.
Schon beim ersten Treffen entspricht X kaum dem Bild, das Y sich von ihm gemacht hat.
Er erscheint verspätet, trägt ein auffallend lässiges Outfit und lässt unter seinem offenen Hemd mehrere Tattoos erkennen. Er ist jünger als erwartet, selbstbewusst, charmant und besitzt eine provokante Art, mit der er Y immer wieder aus dem Konzept bringt. Gleichzeitig liegt etwas Unberechenbares in seinem Blick, etwas, das nicht zu dem erfolgreichen jungen Unternehmer passen will.
Y nimmt seine Aufgabe ernst und beginnt, genauer hinzusehen.
Je länger er X beobachtet, desto deutlicher wird ihm, dass hinter dessen charmantem Auftreten weit mehr steckt. X ist widersprüchlich: scheinbar gleichgültig und gleichzeitig ständig auf der Hut, verspielt und provokant, aber mit einer Schwere, die er hinter seinem müden Lächeln zu verstecken versucht.
Und dann beginnt Y zu bemerken, dass nicht nur er Fragen über X stellt.
Er wird beobachtet. Nicht nur das, weitere auffällige Zufälle und Begegnungen scheinen nicht aufzuhören-
Von diesem Moment an ist Y klar, dass sein Interview längst keine gewöhnliche journalistische Recherche mehr ist. Je tiefer er in Xs Leben eindringt, desto mehr Geheimnisse entdeckt er: über Xs Vergangenheit, seine Verbindungen und die Menschen, die ihn umgeben.
Und irgendwann muss Y sich fragen, ob er eigentlich noch versucht, die Wahrheit über X herauszufinden…
…oder ob er selbst bereits Teil von Xs Welt geworden ist.
Dmitry
Der Morgen schob sich langsam über die Stadt. Hoch oben zwischen den anderen Wolkenkratzern lag meine Wohnung still über den Dächern. Durch die deckenhohen Fenster drang das erste Licht des Tages und färbte die Glasfassaden der gegenüberliegenden Gebäude in warme, blasse Töne. Unten bewegte sich die Stadt bereits. Autos zogen sich durch die Straßen, irgendwo fuhr eine Bahn über die Schienen und selbst aus dieser Höhe konnte ich jedoch nicht das leise, ununterbrochene Rauschen der Stadt hören.
“Sometimes, the truth isn’t what destroys you—it’s who you discover standing beside it.”
⚬──────────✧──────────⚬
Genre: Romanze, SoL
Rollen:
X - @Yumia
Y - @Shio
Vorstellung
⚬──────────✧──────────⚬
X ist ein junger Gründer eines millionenschweren Unternehmens, das innerhalb kürzester Zeit an die Spitze der Branche aufgestiegen ist. Trotz seines Erfolges weiß die Öffentlichkeit erstaunlich wenig über ihn. Er ist jung, attraktiv, charismatisch und scheint auf den ersten Blick ein makelloses Leben zu führen: keine Skandale, keine öffentlichen Affären, keine offensichtlichen Skandale.
Doch gerade das sorgt für Gerüchte.
Man munkelt, X sei der geheime Sohn eines Milliardärs. Andere behaupten, seine Firma sei auf den Leichen seiner Gegner aufgebaut worden. Wieder andere sind überzeugt, dass hinter seinem plötzlichen Aufstieg etwas viel Größeres und Dunkleres steckt.
Beweise gibt es für keine dieser Geschichten.
Denn bis heute hat es niemand geschafft, X zu einem richtigen Interview zu bewegen. Kein Journalist hat es geschafft, hinter die Fassade des jungen Unternehmers zu blicken. Entsprechend existiert auch kein wirklich tiefgehender Artikel über ihn.
Bis jetzt.
Y arbeitet als Journalist für eine renommierte Medienfirma und erhält den Auftrag, X zu interviewen. Ausgerechnet seine Firma hat es geschafft, einen Termin mit dem sonst unerreichbaren Gründer zu bekommen. Doch es soll kein gewöhnliches Interview werden. Y soll X nicht nur zu seinem Unternehmen befragen, sondern ihn wirklich kennenlernen: seine Vergangenheit, seine Motivation, seinen Aufstieg und die Person hinter dem öffentlichen Image.
Schon beim ersten Treffen entspricht X kaum dem Bild, das Y sich von ihm gemacht hat.
Er erscheint verspätet, trägt ein auffallend lässiges Outfit und lässt unter seinem offenen Hemd mehrere Tattoos erkennen. Er ist jünger als erwartet, selbstbewusst, charmant und besitzt eine provokante Art, mit der er Y immer wieder aus dem Konzept bringt. Gleichzeitig liegt etwas Unberechenbares in seinem Blick, etwas, das nicht zu dem erfolgreichen jungen Unternehmer passen will.
Y nimmt seine Aufgabe ernst und beginnt, genauer hinzusehen.
Je länger er X beobachtet, desto deutlicher wird ihm, dass hinter dessen charmantem Auftreten weit mehr steckt. X ist widersprüchlich: scheinbar gleichgültig und gleichzeitig ständig auf der Hut, verspielt und provokant, aber mit einer Schwere, die er hinter seinem müden Lächeln zu verstecken versucht.
Und dann beginnt Y zu bemerken, dass nicht nur er Fragen über X stellt.
Er wird beobachtet. Nicht nur das, weitere auffällige Zufälle und Begegnungen scheinen nicht aufzuhören-
Von diesem Moment an ist Y klar, dass sein Interview längst keine gewöhnliche journalistische Recherche mehr ist. Je tiefer er in Xs Leben eindringt, desto mehr Geheimnisse entdeckt er: über Xs Vergangenheit, seine Verbindungen und die Menschen, die ihn umgeben.
Und irgendwann muss Y sich fragen, ob er eigentlich noch versucht, die Wahrheit über X herauszufinden…
…oder ob er selbst bereits Teil von Xs Welt geworden ist.
Dmitry
Ich lag noch immer auf meinem breiten Bett und starrte an die Decke. Ein schmaler Sonnenstrahl hatte seinen Weg durch den Spalt zwischen den schweren Vorhängen gefunden und lag genau auf meinem Gesicht. Ich verzog das Gesicht und drehte mich zur Seite. Mein Kopf pochte. Für einen Moment blieb ich einfach liegen. Die Matratze war weich genug, um mich davon zu überzeugen, dass Aufstehen eine schlechte Idee war. Leider war sie nicht weich genug, um die Kopfschmerzen verschwinden zu lassen.
Mit einem leisen Seufzen setzte ich mich auf. Die Wohnung war ungewöhnlich still. Ich mochte diese Stille. Sie war eine der wenigen Dinge, die ich mir bewusst ausgesucht hatte.
Die Wohnung erstreckte sich über zwei Ebenen. Das Wohnzimmer lag direkt unter der offenen Galerie, von der aus eine schwarze Treppe nach oben führte. Dort standen mein Bett, der Schreibtisch und der Kleiderschrank. Ich konnte von hier aus runter ins Wohnzimmer blicken. Alles war offen gehalten, ohne Türen, die den Raum unnötig voneinander trennten.
Unten dominierten dunkle Farben, Glas und Metall. Das große Sofa stand mitten im Wohnzimmer und war eigentlich viel zu groß für eine Person. Gegenüber befand sich die offene Küche mit einer langen schwarzen Arbeitsfläche. Nichts lag herum. Keine Bücher, keine Dekoration, keine Pflanzen. Nicht einmal irgendwelche kleinen Dinge, die eine Wohnung normalerweise zu einem Zuhause machten. Nur das Nötigste.
Ich stand auf und ging die Treppe hinunter. Ich trug nichts weiter als eine dunkle Jogginghose und fuhr mir mit einer Hand durch die noch völlig zerzausten Haare. In der Küche nahm ich ein Glas aus dem Schrank, füllte es mit Wasser und schluckte eine Kopfschmerztablette hinunter. Danach griff ich nach einem Apfel und biss hinein, während ich aus dem Fenster sah. Die Sonne stand inzwischen etwas höher. Von hier oben konnte ich weit über die Stadt sehen. Die Straßen waren voller geworden, Menschen strömten aus U-Bahn-Stationen und Cafés öffneten ihre Türen. Alles wirkte klein und weit entfernt. Ich wandte mich ab. Nach einer kurzen Dusche zog ich mich um. Eine schwarze Hose, ein lockeres weißes Hemd. Drei Knöpfe ließ ich offen. Ich hatte nie viel von Anzügen gehalten, wenn sie nicht unbedingt nötig waren. Durch die geöffnete Knöpfe konnte man einen guten Blick auf meine Tattoos erhaschen. ich kümmerte mich wenig um Anzüge in meiner eigenen Firma, erwartete jedoch von meinen Mitarbeitern, dass sie diese trugen.
Als ich wieder die Treppe hinunterkam, war Raphael bereits da. Er stand neben der Fensterfront und sah auf die Stadt hinaus. Wie lange er schon dort wartete, wusste ich nicht. Wahrscheinlich lange genug, um sich über meine Definition von Pünktlichkeit zu ärgern. Ich blieb kurz auf der letzten Stufe stehen.
„Morgen.“
Raphael drehte sich zu mir um.
„Es ist fast zehn.“
Ich sah zur Uhr.
„Dann ist es ein später Morgen.“
Sein Gesicht blieb vollkommen ausdruckslos. Natürlich. Raphael war einer der wenigen Menschen, die sich von mir nicht aus der Ruhe bringen ließen. Stoisch, direkt und mit einer Geduld ausgestattet, die ich manchmal für übernatürlich hielt. Ich ging an ihm vorbei und ließ mich auf das große Sofa fallen. Es gab ein leises Geräusch, als mein Körper in den weichen Polstern versank. Ich legte den Kopf zurück und schloss für einen Moment die Augen.
„Tagesablauf.“
Raphael begann sofort.
„Um elf Uhr haben Sie einen Termin im Büro. Danach zwei Besprechungen mit der Geschäftsführung. Um vier Uhr kommen die Investoren. Anschließend ist noch ein Abendessen angesetzt.“
Ich öffnete ein Auge.
„Und um elf?“
„Der Journalist.“
Ich runzelte die Stirn.
„Welcher Journalist?“
Raphael sah mich einige Sekunden an.
„Der Journalist, dem Sie ein Interview zugesagt haben.“
Ich schwieg. Dann biss ich erneut in meinen Apfel.
„Ach.“
Jetzt erinnerte ich mich. Ungefähr.
„Muss das sein?“
„Ja.“
„Warum?“
„Weil Sie zugesagt haben.“
Ich ließ den Kopf wieder gegen die Rückenlehne sinken.
„Das klingt nach etwas, das ich bereuen werde.“
„Das ist möglich.“
Ich sah zu ihm hinüber.
„Du bist heute besonders optimistisch.“
„Ich bin realistisch.“
Ein müdes Grinsen zog kurz über mein Gesicht.
„Noch schlimmer.“
Raphael sagte nichts mehr. Er wusste vermutlich genauso gut wie ich, dass ich trotzdem hingehen würde. Ob es nun pünktlich sein wird, war eine andere Frage. Ich nahm einen weiteren Bissen von meinem Apfel und sah hinaus auf die Stadt.
Ein Journalist. Ich hatte eine vage Idee wie sich das gestalten ließ. Langsam aber stetig fiel mir alles wieder ein. Ich hatte meinen eigenen Plan, weswegen ich dem Interview zugestimmt hatte. Es war also nun soweit. Und obwohl ich mir was Bestimmtes dabei gedacht hatte, trotz nach jahrelangen Ablehnung mich interviewen zu lassen, verspürte ich kein Funken Lust meiner eigenen Idee zu fügen. Nicht sonderlich vorteilhaft, das war mir selbst bewusst, doch was sollte ich gegen mein eigenes Empfinden unternehmen. Wahrscheinlich ohnehin ein weiterer Mensch, der glaubte, er könnte hinter meine Fassade sehen. Ich konnte mir angenehmere Arten vorstellen, einen Morgen zu verbringen.
